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(Musik)
Zweimal tanze ich heut mit ihm. Aber erst mal mit Dagobert.
Aber ich will auch mal.
(Musik)
Gestatten, Leutnant Nienkerken. - Sie sind noch nicht dran, Husar.
Bitte.
So.
Eins, zwei, drei. Eins, zwei, drei. Eins, zwei, drei...
Und Briest? Wie steht er dazu, dass du mich eingeladen hast?
Nach 20 Jahren wird's Zeit, hat er gesagt. - Gott, tut das gut, dich zu sehen.
Effi! Du hast Innstetten noch nicht kennengelernt.
Das ist meine Tochter Effi. Das ist Baron Innstetten. Tanz doch mal mit ihm.
Aber ich hab den Nächsten mit Dagobert verabredet.
Die Leute gucken schon. - Lass sie doch gucken.
Lhr Verlobter? - Mein Vetter.
Also? Tanzen wir?
Würden Sie mir die Ehre erweisen, mein Fräulein?
(Musik)
Und? Habt ihr in gemeinsamen Erinnerungen geschwelgt?
Wieso geschwelgt? Meine Güte! Kommst du immer noch mit diesen Zweideutigkeiten?
Ich war übrigens auch hier stationiert. - Sie quittierten wegen Mama den Dienst.
Junge Mädchen wissen gar nichts.
Ich würde mich jetzt noch in meine Mutter verlieben, wenn ich ein junger Mann wär.
Wenn Sie meine Mutter geheiratet hätten, dann gäb's mich gar nicht.
Also verdanke ich lhrem Unglück mein Leben.
Entschuldigung.
Dagobert, warte, ich komm mit.
Vorsicht. Weißt du nicht mehr, wie sie auf dem Scheunendach herumgerutscht ist?
Da warst du grad erst ausm Stimmbruch. - Die Kleine war das?
Ja, Hulda! - Wann kommst du mal wieder nach Berlin?
Ja, wann? Frag Mama.
Ich könnte dir da ein sehr interessantes Bild zeigen. Heißt "Die Insel der Seligen".
Sind da die Toten? - Nackte Frauen.
Oh, ich weiß, wie eine Frau aussieht.
Ah, mein lieber Innstetten!
Wie fühlt man sich nun, wieder unter den Röcken seines Regiments?
Voller Hoffnung für die Zukunft, Briest. Voller Hoffnung.
Schreibt er dir? - Wer?
Leutnant von Nienkerken natürlich.
Warum kommt eigentlich dein Vetter kaum noch zu Besuch?
Vielleicht besuch ich ihn ja demnächst. - Allein?
Also, was du für Fantasien hast!
(Mutter) Effi.
Effi.
Mama!
Mama!
Rate mal, wer gerade um deine Hand angehalten hat!
Wer? - Du weißt es nicht? Innstetten.
Hast du gehört? Baron Innstetten hat eben gerade um deine Hand angehalten.
Innstetten? - Zieh dir schnell was Ordentliches an.
Bleib so, ich glaube, das gefällt ihm. Dir hat er doch auch gefällen, oder?
Er ist... - Sehr männlich und sehr gefestigt.
Das bedeutet eine große Auszeichnung. - Aber ich kenne ihn doch noch gar nicht.
Er regiert einen Landkreis. Gott, Effi, mit 20 stehst du da,
wo andere Frauen mit 40 noch nicht sind.
Kopfhoch! Ich weiß doch, dass du ein kluges Mädchen bist, hm?
Effi, komm.
Komm doch!
(Musik)
Mein Fräulein. - Baron.
Ich sehe, dass mein Besuch Sie überrascht. Aber Husaren lieben Überraschungsangriffe.
Und bei lhrem Anblick, war ich auf einmal wieder der junge Leutnant,
der hier eine so wunderschöne Zeit hatte.
Es scheint, das Schicksal hat mir eine zweite Chance gewährt.
Liebe Effi, wollen Sie die Frau eines Landrates werden?
So bescheiden? Es heißt, der Kanzler hält große Stücke auf Sie. Sogar der Kaiser.
Das wird Effi nicht beeindrucken. - Der Baumeister des Reiches schätzt ihn.
Und das schon seit den Verträgen von Versailles. Das ist schon was.
Oder etwa nicht?
Also, wenn dieses Genie meine Tochterwill,
habe ich nichts dagegen.
Willst du ihn auch?
Wir haben einen Baggermeister, Schotte, einen Barbier aus Lissabon,
einen dänischen Arzt. Und mein Haus gehörte einem englischen Kapitän.
Vermutlich hat erfrüher Piraterie im chinesischen Meer betrieben. Danke.
Also, lieber Innstetten.
Liebe Effi.
Liebes Brautpaar. - Die Rede hast du vorhin schon gehalten.
Ah, ja... Schade.
Ja, da werde ich jetzt mal meinem zukünftigen Schwiegersohn...
das Du anbieten.
Schlage vor, Luise bleibt die "Mama". Ich bin schlicht und einfäch Briest.
Und ihr Kinder, ihr seid jetzt also Effi und Geert.
Übrigens, da fällt mir ein, Geert, das bedeutet doch, ein schlanker Stamm,
wenn ich mich nicht irre. Und Effi wäre dann...
gewissermaßen der Efeu, der sich darumranken muss.
Fang bloß nicht an zu dichten, Briest. Das liegt jenseits deiner Möglichkeiten.
So? Ja, da könntest du Recht haben.
(Musik)
Das ist ein jahrhundertealter Baumbestand hier gewesen.
Was machst du hier? - Nichts, ich wollte...
Ich dachte, dass...
Ich bin so stolz auf dich. Weißt du, Effi,
Innstetten war jung, er sah gut aus.
Ich warzum ersten Mal richtig verliebt. Trotzdem habe ich deinen Vater geheiratet.
Weißt du, warum? Damit du hier aufwächst.
Und nicht in irgendeiner muffigen Garnisonswohnung.
Sie haben mir den Landkreis angeboten. Zigmal. Habe nicht angebissen.
Immervon Vorgesetzten abhängig sein? Hier kann ich tun, was ich will.
Ich konnte es mir nun mal nicht aussuchen.
Irgendwann hast du auch noch dein Rittergut, da wette ich.
Gouverneur einer deutschen Afrikaprovinz entspricht mehr meinen Vorstellungen.
Weiß ervon deinen weit gesteckten Zielen? - Ich bring ihn dazu, dass er umdenkt.
Er muss. Lhr alten Agrarierwollt nicht wahrhaben,
dass die Welt sich verändert, größerwird. Viel größer.
Das ist ja saublöd. Ausgerechnet jetzt.
Die Ernte steht an und ich muss meinen Gutsverwalter in die Wüste schicken.
Ist sie verheiratet? - Ja, mit dem Gärtner.
Das kann man nicht durchgehen lassen. Dafürträgt man die Verantwortung.
Effi liebt es, Post zu bekommen.
Gut, dann werde ich jeden Tag schreiben.
(Musik)
Hier muss noch was weg.
(Klopfen)
Ist gerade angekommen. - Danke.
Von Geert.
Willst du nicht lesen?
Ich finde seine Briefe immer ausgesprochen klug.
Du liebst Geert doch, oder?
Alle, die lieb zu mir sind, die hab ich auch lieb.
Wie Dagobert?
Hättest du lieber ihn heiraten wollen?
Wirklich? Warum? - Aber das weißt du doch.
Mit dem kann man nun mal keinen Staat machen.
Aber irgendwas hast du.
Ist dir alles nicht romantisch genug? Also, was ist?
Ich weiß es nicht. Er macht mirAngst.
Willst du, Elfriede von Briest, den hier anwesenden Geert Wilhelm von Innstetten...
als deinen Ehemann aus Gottes Hand nehmen, bis dass der Tod euch scheide,
so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.
Ja, mit Gottes Hilfe.
Der Herr segne euch und behüte euch.
Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
(Musik)
(Effi schreit)
(Musik)
Schau. Es ist zwar nicht der Lido, aber es hat seinen eigenen...
etwas rauen Charme. - Ja.
Was ist das? - Ein Grab.
Hier? - Erwar Chinese.
(Musik)
Danke, Friedrich.
Ja, Rollo! Ja, hallo. Guter Hund! Du guter Hund!
Mein alter Friedrich dient schon seit der Uni.
Christel kocht.
Johanna.
Wenn du irgendetwas brauchst, sie ist für dich da.
Kutscher Kruses Frau hat wieder 'ne Besprechung mit ihrem schwarzen Huhn.
Dann wollen wir die beiden lieber nicht stören, was, Effi?
Komm, ich zeig dir die Zimmer.
Das ist dein Reich.
Das ist sehr schön.
Gefällt's dir? - Ja, wirklich, es ist alles so...
Na? ...schön fremd.
Das stammt alles noch vom alten Kapitän. - Ach so.
Ich will hier keine Wurzeln schlagen. Ich will in den Reichstag.
Ins Ministerium, nach Berlin. - Und die Blumen sind wunderbar.
Sind vom Apotheker. - Gieshübler, natürlich!
Alonzo Gieshübler, unser bestes Stück.
Bringen Sie meiner Frau den Tee?
(Musik)
Soll ich lhr Bett fertig machen? - Mein Bett?
Sie sind doch bestimmt müde. - Ja.
Wollen Sie vorher noch ein Bad nehmen? Wasser ist fertig.
Ja, ist gut.
(Musik)
Gnädige Frau? Soll ich heißes nachschütten?
Gut!
Danke!
Ich wasch lhren Rücken.
Aua!
Entschuldigung.
(Spannende Musik)
Geert?
Guten Morgen, gnädige Frau. - Wie spät ist es denn?
Grad 9. - Und der Herr ist schon auf?
Lang schlafen kann er gar nicht leiden.
Ich lag die halbe Nacht wach, Johanna. Da war so etwas Merkwürdiges.
Was meinen Sie? - Geräusche.
Als würden Schleppen über die Dielen schleifen. Als tanze man da oben heimlich.
Ich konnte die weißen Schuhe fäst sehen.
Schon auf?
Was ist denn mit dem Saal oben, Geert? - Was weißt du denn über den Saal?
Gar nichts.
Die ganze Nacht kam's mir nurvor, als würde da oben leise getanzt.
Und Johanna sagt, die Vorhänge schleifen auf dem Boden. Lass sie doch abschneiden.
Oderwenigstens die Fensterzumachen. Das Geräusch macht mir irgendwie Angst.
Also, ich hör nichts.
Dieser Chinese, der hat hier gelebt, oder? - Ja, natürlich.
Als Thomsons Diener musste er das ja. - Irgendwas war mit ihm.
Wieso? - Du weißt etwas, das hör ich dir an.
Thomsons Tochterverschwand während ihrer Hochzeit hier im Haus irgendwie.
Sie ist nie wieder aufgetaucht. Der Chinese soll der Letzte gewesen sein,
mit dem sie getanzt hat. Heißt es. - Und?
Zwei Tage später ertrank er. Die Gemeinde wollte ihn nicht auf dem Friedhofhaben.
(Musik)
Ich freu mich auch.
Ich mein, dass wir ein Kind kriegen.
(Musik)
(Gelächter, Stimmen)
Wünschen Sie was, gnädige Frau? - Nein. Danke.
(Musik)
Der Chinese soll der Letzte gewesen sein, mit dem sie getanzt hat...
Gnädige Frau?
Bitte bleiben Sie bei mir.
Haben Sie schlecht geträumt?
Dieses Haus...
Hier ist etwas Furchtbares passiert.
Erwill nicht, dass man drüber redet. Ich bleibe bei Ihnen,
bis der gnädige Herr nach Hause kommt.
Morgen. - Morgen, Friedrich.
Wegen dieses Zwischenfälls heute Nacht... - Ich will hierweg.
Ist dir klar, dass du gewisse Autorität gegenüber Hausangestellten ausstrahlst.
Ich will nach Hause. - Geh in die Apotheke.
Lass dir ein leichtes Schlafmittel geben. - Bitte! Lass uns ein anderes Haus suchen.
Ich kann mich doch mal umhören. Ja, Geert? - Das wirst du schön bleiben lassen.
Ich bin am Ende, wenn sich das rumspricht. - Bitte, Geert!
Ein Landrat verkauft nicht sein Haus, weil die Frau schlecht geträumt hat.
Effi!
Entschuldige.
Du musst dir keine Sorgen machen. Das ist dein Zustand, Liebes.
Da sind die Frauen anfällig für alle möglichen Stimmungen.
(Musik)
Wunderschönen guten Tag. - Guten Tag, Herr Gieshübler.
Lhre Blumen waren wieder schön. Sie müssen mirverraten, wer ihre Floristin ist.
Sie steht vor Ihnen. Ja, so was mache ich natürlich selber,
immer auf die jeweilige Person zugeschnitten, wie eine gute Medizin.
Ja. Ich möchte ein Schlafmittel, Herr Gieshübler.
Darfich fragen, wieso?
Ja, dann kann ich Ihnen auch keins geben.
Nein.
Oh.
Wissen Sie, ich glaube, ein Schlafmittel ist ziemlich das Letzte, was Sie brauchen.
Sie brauchen eher eine kräftige Anregung, nein, Aufregung!
Ist es das nicht?
Diese Stille.
Man fühlt sich so... so... - Ja.
Ich glaube, ich weiß, wie schwermütig Frauen sein können.
Ich werde mirwas überlegen. Ich hätte es längst tun sollen.
Ich habe mich schon viel zu lange von unserem Miefhier einnebeln lassen.
In dem Nest passiert nichts Aufregendes, wenn wir nicht dafür sorgen, Frau Landrat.
Meine Güte, was wollen Sie denn anstellen? - Keine Ahnung! Haben Sie denn eine Idee?
Ich?
Jedenfälls, wenn ich eine habe, sind Sie die Erste, die's erfährt.
(Musik)
Guten Tag.
Herr Bürgermeister! Schön, Sie zu sehen. Viel Vergnügen.
Vielen Dank. - Und noch viel Vergnügen.
Guten Tag.
Sieh mal an! Crampas ist doch gekommen. Angeblich wollte er nach Berlin und sehen,
dass wir endlich eine Garnison kriegen.
Gieshübler, alter Knabe, wie geht's Ihnen?
Frau von Crampas, schön, dass Sie da sind. ...die Bürgerschaft erst mal sagen,
ob sie die Soldaten auch wirklich will. Solange die sich nicht entscheiden können,
sag ich im Ministerium nichts mehr. - So. Darfich vorstellen.
Frau von Crampas. - Freut mich.
Majorvon Crampas.
Entschuldigen Sie, aber das Umzugs-Chaos hatte uns doch sehr in seinen Krallen.
Vielleicht sind Sie auch ein Mann überraschenderAuftritte, Major.
Da stimmt doch vollkommen, Crampas. Er hat übrigens einen Drang zum Theater.
Verwandte Seelen erkennen sich gleich. Gieshüblerwill mich überreden,
die Kessiner Gesellschaft mit einem Stück aus dem kulturellen Tiefschlaf zu reißen.
Wie sieht's aus? Sind Sie dabei? - Ich?
Nein, ich... ich kann doch nicht... - Hm?
Verehrte Frau von Crampas, gestatten Sie, dass ich lhren Gatten morgen Nachmittag...
zu einem Ausritt entführe? Sie kommen doch mit, Crampas?
Jungs!
Bernhard! Heinrich!
Junges Leben muss seine Kräfte messen. Bekommt der Körper nicht, was er braucht,
schwächen wir unsere seelischen Kräfte. - Da hörst du's.
DerArzt hat ihr Spaziergänge verordnet. - Die mache ich ja auch.
Erst zum Wäldchen, dann durch die Dünen. - Nach Ihnen sind die Dünen zweifellos...
das Schönste, was wirzu bieten haben, gnädige Frau Landrat.
Ich weiß noch, es ist keine 40 Jahre her, da hat der gute Louis Napoleon in Paris...
mal eben den Mob zusammenschießen lassen. - Man hört, der Fürst ist in Varzin.
Lhm geht die Engländerin auf die Nerven. - Sie nimmt sich zu viel heraus.
Warum spricht der Kaiser kein Machtwort? Nach allem, was er Bismarck verdankt.
Was halten Sie denn davon, dass unsere Victoria da ein liberales Kuckucksei...
ins Nest gelegt hat?
Ich finde es großartig, dass der Kronprinz eine Frau geheiratet hat, die er liebt.
Und die ihn liebt.
Sie kann ihm keinen Thronfolger schenken. - Aber das macht sie doch menschlich.
Tun Sie was für die Gesundheit derArmen? Und für die Bildung von Frauen?
Was sie an den Ideen vom Fröbel findet, kann ich nicht nachempfinden.
Soll lhr Kind im Kindergarten aufwächsen? - Ich hätte es jedenfälls gern,
wenn es mit anderen Kindern spielen kann.
Glauben Sie, der Mensch wird dann gut, wenn man ihm nur mehr Freiheiten lässt?
Finden Sie, Freiheit ist etwas Schlechtes? - Ich finde,
Major Crampas nimmt sich viel heraus. Wie er immerzu zu uns herüberstarrt.
Impertinent. - Wie seine schrecklichen Kinder.
War das nötig? DieserAufstand eben? - Merkst du nicht, wie ich um Hilfe rufe?
Nein. Du merkst anscheinend gar nichts. - Ich weiß sehrwohl,
Kessin ist nicht gerade dein Traum. Aber hier sind nun mal die Wähler,
die uns nach Berlin bringen können. Ich dachte, du siehst das eher praktisch.
Glaubst du, sie vertrauen einem Mann, der nicht zu seiner Frau steht?
Jetzt hör aber auf. Was weißt du denn, mit deinen paar Jahren?
Vermutlich denken die, du bist Atheistin. - Dann geh mal fleißig in die Kirche.
(Musik)
Hallo? Hallo!
Hey! Was machen Sie da? Kommen Sie zurück. - Gehen Sie weg!
Ich kenne Sie. Sie sind Mädchen bei Bode. - Sie ist tot.
Wissen Sie, wer ich bin? - Ja!
Dann kommen Sie aus dem Wasser. Man wirft sein Leben doch nicht einfäch so weg.
Auch wenn ein geliebter Mensch stirbt. - Geliebter Mensch?
Boshafte alte Schachtel! Das halbe Leben hab ich ihre Launen ausgehalten.
Und hab niemanden. Und dann gibt mir die Familie nicht mal meinen letzten Lohn.
Dann kriegen Sie den jetzt eben von mir, aber kommen Sie aus dem Wasser!
Kommen Sie zurück!
Die Zeugnisse sind in Ordnung.
Sie können die Stelle haben. - Heilige Mutter Gottes! Danke!
Viel Platz haben wir hier nicht gerade. - Wir richten hier ein Bett für dich ein.
Dann kann Roswitha bei mir schlafen. - Johanna.
Das ist Roswitha. Sie wird meiner Frau bei dem Kind zur Hand gehen.
Richtig auf den Rücken drehen. Richtig auf den Rücken drehen.
Kräftig drücken. Mund zu!
Bitte.
Du bist ja ein prächtiger kleiner Kerl. - Es ist ein Mädchen, Herrvon Innstetten.
Ach ja? Ach so.
Und genauso hübsch wie ihre Mama.
Du süße Kleine. Meine kleine Prinzessin, du.
Ja, ja...
Was hat sie denn? - Ja, machen Sie sich keine Sorgen.
Beruhigt sich schon wieder, die kleine Annie.
Ist genauso schön wie die Mutter.
Deshalb braucht sie was Schickes. - Oh, guck mal!
Sie sind ein Zauberer. - Nett, dass Sie das sagen.
Deshalb sollten Sie auch bei unserem Theaterprojekt mitmachen.
Moment. Wir planen nämlich, "Ein Schritt vom Wege".
Ist das lhre Idee? - Crampas meint,
man muss das Publikum mit populären Stücken heranziehen. Bitte!
Sie müssen die Ella spielen. Bitte! - Und Crampas?
Muss aufjeden Fall die Regie übernehmen. - Sie sehen, ich hab ein kleines Kind.
Ich möcht wohl fragen, ob HerrApotheker meiner Frau ihre Tropfen mithat.
Und dem Huhn geht's gut?
(Musik)
War der etwa baden?
Wir haben Ende September. Morgen, Crampas.
Morgen, die Herrschaften.
Baronin.
Innstetten.
Sie werden sich noch den Tod holen. - Wissen Sie nicht mehr?
Der Wahrsager in Paris hatte mir doch einen soldatischen Abgang versprochen.
Aus den Ausritten wird vorläufig nichts. Meine zweite Amtsperiode...
steht demnächst zur Wahl. Da muss ich im Landkreis Präsenz zeigen.
Schade! Ich hab ein Damenpferd bekommen. Die Baronin könnte mal mit uns ausreiten.
Der Wagen wäre jetzt fertig. - Ich habe mich anders entschieden.
Ich fähre selbst. Kruse bleibt hier, begleitet meine Frau beim Ausreiten.
Zusammen mit dem Major. Johanna soll die Reitsachen meiner Frau herrichten.
Kommen Sie, ich fähr Sie nach Hause. - Lieber erst zu Gieshübler.
Wenn's Ihnen nichts ausmacht. - Schönen guten Morgen, die Herren.
Der rechte Mann am rechten Ort. Wollte zu Ihnen, um über das Stück zu reden.
Bei dem lhre Gattin ja leider nicht mitspielen will.
Also, an mir liegt's nicht. Kommen Sie.
Dann, bis heute Nachmittag.
Mein kleiner Schatz!
(Musik)
Major!
Respekt, Baronin. Respekt! Lassen Sie mich Ihnen helfen.
Ich bin nass geworden, Kruse. Das kommt vor, wenn man am Meer lebt.
Weiß Innstetten, wen er da geheiratet hat? - Wen denn?
Eine Frau, die die Gefähr liebt. - Warum sind Sie mit ihm befreundet?
Ich möchte lieber über uns beide sprechen. - Sie sind ganz schön eingebildet.
Ich könnte meinem Mann davon erzählen. - Nein, das werden Sie nicht tun.
Erwürde es viel zu ernst nehmen. - Er ist ein ernsthafter Mensch.
Ja. Und auch ein Freund des gepflegten Grusels.
Was? Was meinen Sie denn damit?
Haben Sie das nicht mitgekriegt? Lm Krieg hat er immerversucht,
die Kameraden mit Gespenstergeschichten zu beeindrucken.
Ertut so, als glaubt er nicht an so was! - Nein, ertut so, als glaubt er daran.
Was hat er Ihnen aufgetischt? Hm?
Ja, das würde ihm ähnlich sehen. So ein Landrat ist viel unterwegs.
Die junge Frau allein. Wenn sie sich ängstigt, wird sie nicht leichtsinnig.
Hören Sie doch auf!
(Musik)
Du überraschst mich aufunserer letzten Station durch ein merkwürdiges Resümee...
deiner Reiseerfährung, mein Kind. - Nenn mich nicht immer "mein Kind".
Ich bin deine Frau. Und nicht mehr das kleine, dumme Ding aus der Pension,
dass sich Vetter Schmettwitz an den Hals geworfen hat,
nachdem er gnädigst die Arme ausbreitete.
Du loser Schalk. - Also wirklich, Gieshübler!
Was machen Sie denn da? Wollen Sie Christus darstellen?
Oder gedachten Sie sich in die Lüfte zu erheben und davonzufliegen?
Oh.
Frau Baronin.
Gieshübler hat nicht locker gelassen. - Sie konnten uns nicht im Stich lassen.
Nein. - Er ist ein wunderbarer Regisseur.
Und hoffentlich ein annehmbarer Fürst von Sulzingen.
Also dann, fängen wir an?
Haben Sie das auch schon empfünden? Eine leidenschaftlich wehmütige Sehnsucht,
dass man sein Leben fortwerfen und sich ins Ungewisse stürzen möchte.
Ich weiß, es rächt sich, wenn eine Frau solche Gedanken in sich aufkommen lässt.
Aberwenn man jung ist und plötzlich in die große weite Welt hinausgeführt wird,
um dann in viel schlimmere Grenzen gesperrt zu werden...
Da könnte die Sehnsucht... ...da könnte die Sehnsucht...
...schon mal übermächtig...
Da könnte die Sehnsucht übermächtig werden und nach der Tat verlangen.
Sie fühlen die Stimme der Natur in sich stärker als die gesellschaftlichen Regeln,
die jede Frau zur Sklavin jämmerlicher Vorurteile machen.
Warum sollte das Weib nicht frei seinen Neigungen folgen dürfen wie der Mann?
Der Trieb ins Weite, Regellose, Freiheit, führt uns an die Tafel des Genusses.
Das geht zu weit. Sie überschätzen mich.
Wissen Sie, wer ich bin?
Die Brieftasche in lhrer Hand haben Sie doch bei Bodenbach gefünden, nicht wahr?
Crampas?
Ja.
Ja, ich denke, wir brechen hier ab, das war sehr schön, das lassen wir so.
Ich danke Ihnen allen! Wir sind heute ein ordentliches Stück weitergekommen.
Ich hab so manche Schwierigkeiten. - Dafür sind doch auch Proben da.
Das machen wir schon. - Ja.
Sie begleiten mich doch noch ein Stück? - Ja. Natürlich.
Dann, gute Nacht. - Gute Nacht.
Was haben Sie? - Ich bin glücklich.
Ja, vor allem, wenn's so spät ist...
Dann wünsche ich Ihnen eine gute Nacht. - Vielen Dank, Gieshübler, Ihnen auch.
Was wollen Sie?
Das Gleiche, was Sie wollen.
Komm!
Bitte! Wir müssen damit aufhören. - Ich kann dich glücklich machen.
Ich habe vorhin auf dich gewartet.
Effi! Warst du das, die eben gelacht hat?
Crampas?
Lhrer Frau war's unheimlich im Dunkeln, da hab ich einen Witz gemacht.
Offensichtlich war er gut. - Lieb, dass du mich abholen wolltest.
Es ist spät. - Allerdings.
Crampas ist ein Sklaventreiber.
Aber dafürwird lhre Frau ganz Kessin von den Sitzen reißen. Nach der Premiere...
haben Sie den Wahlkreis so gut wie in der Tasche. Ich gratuliere.
Kommen Sie gut nach Hause. - Gute Nacht.
Gute Nacht.
Merkwürdiges Zusammentreffen. Du und Crampas. Allein.
Mitten in der Nacht. - Wieso?
Außerdem sind wir mit Gieshübler gegangen. - Crampas wohnt in einer anderen Richtung.
Er ist eben Kavalier. - Sieh dich vor!
Crampas hat ziemlich lockere Ansichten über junge Frauen.
Kommt immer auf die Frau an, oder?
Beim nächsten Mal holt dich Kruse mit der Kutsche ab.
(Poltern)
(Musik)
Effi, beruhige dich. Wach auf.
Effi!
Effi, keine Angst.
Es ist vorbei. Pst...
Muss das ausgerechnet heute sein? Bist du auch rechzeitig zur Premiere da?
Ich glaub, du hast Lampenfieber.
(Musik)
(Rollo bellt)
Rollo, komm her! - Rollo!
Komm her. Hm!
Wo ist das Frauchen, hm? Such Effi! Such!
Rollo! Du elender Verräter!
Ich hätte nicht gedacht, dass du kommst. - Ich auch nicht.
Und ich geh auch gleich wieder.
Warte. Langsam.
Langsam.
Schau mich an.
Effi? Was hast du? - Was?
Nichts.
Dieses Gefühl...
War es das erste Mal?
Ist das jetzt Liebe? - Nein.
Das ist Freiheit. - Ach, Crampas.
Noch mal.
Haben Sie aufuns gewartet? - Brauchen Sie noch was?
Das war ein richtiger Erfolg, Johanna. Und meine Frau der Mittelpunkt des Abends.
Gute Nacht. - Gute Nacht.
Schade, dass wir das Personal nicht mitgenommen haben. Sie lieben dich.
Sie müssen dich lieben.
Ich weiß, ich kritisiere dich oft. Und du hast es bestimmt nicht leicht.
Schon wegen deines Alters.
Aberverdammt noch mal, ich weiß auch, was für ein unverschämtes Glück...
ich mit dir habe.
Was ist denn?
Du machst mir so viele Komplimente. - Ich hab was nachzuholen.
Das ist alles? - Ja, was denn noch?
Oder glaubst du etwa, ich verheimliche dir irgendetwas?
Nein.
Ich liebe dich. - Ja.
Ich liebe dich auch.
(Musik)
(Crampas) Göttliche! Wenn du diese Zeilen liest, ist der Himmel aufunserer Seite.
Wann sehen wir uns morgen? Alle meine Sinne warten auf dich.
(Musik)
Sie sind da? Ich such Sie die ganze Zeit. - Ich musste noch mal in die Apotheke.
Aberwarum haben Sie mich nicht geschickt? - Mir geht's gut, ich brauchte Bewegung.
Was wollten Sie denn von mir?
Ach so. Ja, wegen morgen Mittag... - Was?
Sie hatten keinen Zander, nur Barsch. Ist Ihnen das auch recht?
Ja, sicher.
Möchten Sie, dass ich Ihnen die Haare mache?
Ein destruktiver Mensch! Eugen Richter. Findet den Sozialismus gefährlich,
kritisiert die neuen Gesetze trotzdem. Und warum glaubt er, unbedingt...
für die Juden sprechen zu müssen, frag ich dich.
Der Kanzlerverlässt schon jedes Mal den Reichstag, wenn er anfängt zu reden.
Ich mache einen Spaziergang. - Da können Annie und ich doch mitkommen.
Nein! Mit dem Kind ist das zu weit.
Aber geh später auf der Straße zur kleinen Wirtschaft und warte da.
Ich komm da vorbei, und dann gehen wir gemeinsam zurück.
Komm.
(Musik)
Ich hab solche Angst, Crampas.
Wir haben ein Recht auf das, was mit uns geschieht.
Wir könnten irgendwo anders hingehen. - Für meine Frau wär's das Ende.
Und die Kinder? - Die Kinder, die nehmen wir einfäch mit.
Ach, Effi.
Du darfst alles nicht so schwer nehmen. Das bringt dich nur um den Genuss.
Geert hat ganz Recht.
Du bist ein rücksichtsloser Verführer. Komm, Rollo!
Crampas, mein Entschluss ist unumstößlich gefässt.
Ich muss dieser gänzlich aussichtslosen Sache ein Ende bereiten.
...geben Sie ihm diese Liste und erledigen alles, was er Ihnen aufträgt.
Guten Abend, gnädige Frau.
Na?
Wie geht es meiner kleinen Frau heute? - Gut.
Du wirkst so verändert in letzter Zeit. Gleichgültiger.
Ich muss nach Berlin. Für 8 Tage. - Warum?
Anscheinend will das Ministerium mich bei ein paar neuen Gesetzen dabeihaben.
Ich würde Dagobert so gern wiedersehen. - Doch nicht jetzt.
Ich werd dir bestimmt keine Last sein. - Es kommen bessere Gelegenheiten.
Es ist mirwichtig. Wenn du mich liebst, darfst du mich jetzt nicht allein lassen.
Das klingt, als würdest du vor irgendwas fliehen. Fragt sich nur, wovor.
Das weißt du doch. Vor diesem unheimlichen Haus, in dem du mich zwingst zu leben.
Vor diesem grässlichen Chinesen, der mich jedes Mal zu Tode erschreckt.
Du tust alles dafür, dass ich an diesen Spuk hier glaube. Weil es dir so passt,
damit du mich einsperren kannst in deinen Käfig aus Angst.
Ich muss mit Johanna durchgehen, was sie mir alles einpacken soll.
Und wenn ich aus Berlin zurückkomme, wird alles anders, das verspreche ich dir.
(Musik)
Die Lindenblüten. - Ach, ist das etwa die Baronin?
Frau von Rasenapp. Tag, Gieshübler. - Schönen guten Tag. Einen Moment.
Sagen Sie, was macht lhr Mann denn eigentlich immer noch in Berlin?
Warum lässt er seine Frau so lange allein? - Es heißt, er soll nach Tanger.
Der Sultan hätte sich eine Eismaschine gewünscht.
Wir sprachen gerade vom Major. Gieshübler singt ja in den höchsten Tönen von ihm.
Sie etwa auch? - Ich? Nein.
Verkehrt er nicht in lhrem Hause? - Er hat eine positive Ausstrahlung.
Das empfinden alle so. - Nur seine Frau anscheinend nicht.
Die Ärmste hat sich mir anvertraut.
Sie ist mit den Kräften am Ende. Ich mach mir Sorgen, dass sie sich was antut.
Wollen Sie nicht wissen, warum? - Es warwohl ein vertrauliches Gespräch.
Das war es.
(Musik)
Geert.
Was hältst du vom Ministerium?
Du wirst Minister? - Jetzt bin ich erst mal Ministerialrat.
Wir gehen nach Berlin, Effi. - Ja. Also ist es vorbei.
Hab ich's dir nicht versprochen? Du bist endlich da, wo du hingehörst.
Ja. Endlich.
(Musik)
Effi, lass uns fliehen!
Nein.
Nur noch einmal.
(Musik)
(Crampas) Göttliche, wie kann ich jemals in Ruhe leben, nun, da ich dieses Geschenk
des Himmels erleben durfte. Wie sollen meine Tage verlaufen ohne dich.
Du lässt mich allein in diesem öden Nest, und ich fühl mich entwurzelt wie noch nie.
Kruse lässt fragen, ob er aufladen kann.
Ich wünsche nochmals gute Reise - Können wirfähren, Johanna?
Komm, Rollo, rein mit dir. Ja... - Danke für alles.
(Musik)
Deren Zeitung verkauft sich doch unter der Theke viel besser als drüber.
Der Staat muss die soziale Frage lösen. Sonst wird seine Autorität untergraben.
Darfich vorstellen, Ministerialdirektor Wüllersdorf. Mein Vorgesetzter.
Kompliment, gnädige Frau. Ich dachte, Innstetten übertreibt mit der Schwärmerei.
Aber ich sehe, er hat allen Grund dazu. Gratuliere zur neuen Wohnung.
Da kann sie dann alles nach ihren Vorstellungen einrichten.
Ich bringe sie zur Droschke. Ach... und du hast Besuch!
Guten Tag, gnädige Frau. - Guten Tag, Johanna.
Dagobert! - Tag, Effi.
Schau! Jetzt bin ich Oberleutnant.
Gratuliere! - Ich wollt bloß mal guten Tag sagen.
Jetzt bin ich doch nach Berlin gekommen. - Ja, hiertut sich was, das sag ich dir.
Bald sind's 2 Millionen.
Gott, bist du schön.
Ich hab gar nicht gewusst, wie sehr ich dich brauche.
Du bist noch böse? - Ihn hätt ich manchmal erschießen können.
Vielleicht hast du aber auch Glück gehabt. - Im Spiel aufjeden Fall.
Ab jetzt werden wir ganz viel zusammen unternehmen, ja?
Du bist doch böse. Was? Dann sag schon.
Wir sind Freunde.
Du bist zu gefährlich geworden.
Cousine.
Warum hast du mich damals nicht gefragt? - Was?
Sie wollen schon gehen? Ich nehme an, wir sehen uns jetzt öfter.
Ich empfehle mich.
Komischer Kerl, dein Vetter.
(Musik)
Herzlich willkommen, Frau Baronin. - Ach, Wilke!
Effi! - Papa.
Wie geht's dir? - Viel besser. Ich freu mich so auf Annie.
Die kommen morgen Nachmittag mit dem Zug. - Annie! Annie!
Na, nicht so ungestüm. Das gehört sich nicht für eine feine Dame.
Entschuldigung, Herr Rat. Wir sind so aufgeregt wegen der Reise morgen.
Hast du denn dein Gedicht schon gelernt? Dann kannst du mir es ja aufsagen.
Mama, wirwarten so lange schon,
durch Wochen und Tage und Stunden.
Und Annie springt aus ihren Schuhen und ruft willkommen.
Tja, da hast du noch viel Arbeit vor dir.
Meine elegante Tochter. Ich glaube, die Kur in Bad Ems hat gut angeschlagen.
Sie sieht richtig erholt aus. - Ich dachte, Hulda kommt zur Begrüßung.
Der Pastor schickte sie nach Friesack. Sie muss ihre Erbtante pflegen.
Eine Vorsichtsmaßnahme, wegen der Rathenower Husaren.
Aber jetzt hat sie jemand mit Tantchens Arzt gesehen. Der Mann ist verheiratet.
(lnnstetten) Liebe Luise, lass mich zuallererst danken,
für die Anteil nehmenden Zeilen, die du mir, wie schon oft, gewidmet hast.
Wenn ich so über die Jahre hinwegblicke, kommt es mir recht eigentlich so vor,
als seiest du stets derferne, aber ruhende Pol in meinem bewegten Leben gewesen.
Ich muss dir nicht sagen, warum Effi das niemals werden konnte.
Aber sei unbesorgt, ich liebe meine Frau und harre ungeduldig ihrer Rückkehr.
Ich hege die Hoffnung, dass sie nach der Kur ihre häufigen Schwächeanfälle...
überwunden hat und endlich wieder so in der Berliner Gesellschaft auftreten kann,
wie wir alle uns das wünschen.
Entschuldige! Aber dein Zimmer war eben immer das Schönste.
Für die paar Tage kannst du doch in mein altes gehen, oder?
Ich hörte, Wüllersdorfwechselt ins Kriegsministerium. Was denkst du?
Innstetten wird doch sein Nachfolger. Ich glaube, du kannst es nicht erwarten,
dich ins Getümmel zu stürzen.
Roswitha! Roswitha!
Ich kann's. Au! Au... - Du lieber Himmel!
Johanna!
Wir müssen den Doktor holen. - Das dauert. Bring uns Verbandsstoff.
Verbandsstoff? - Ja.
Im Nähkästchen der gnädigen Frau liegt immerwelcher. Im untersten Fach.
Da ist kein Schlüssel.
Was ist denn hier los?
"Wie sollen bloß meine Tage verlaufen ohne dich? Du lässt mich allein...
in diesem öden Nest, und ich fühle mich entwurzelt wie noch nie.
Aberwahrscheinlich ist es die Rettung und wir müssen noch dankbar sein,
dass das Schicksal diese Trennung über uns verhängt, bevor uns die Gesellschaft...
in Acht und Bann schlägt.
Direktor Wüllersdorf.
Was soll ich dazu sagen? Wie sieht's denn bei Ihnen aus?
Ist es denn wirklich so schlimm, dass einer sterben muss?
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.
Sie müssen es wissen.
Es ist so viel Zeit vergangen seitdem. - Weiß Gott!
Aber Verjährung? Bei so etwas?
Wär das nicht ein Zeichen von Schwäche? - Hören Sie, Innstetten.
Wenn Sie von mir den Rat hören wollen, zu vergeben und zu vergessen, gut.
Ich habe damit überhaupt kein Problem. Mirwürde es vermutlich genauso gehen.
Ich hab's mir selbst verbaut.
Der Fleck aufmeiner Ehre hat jetzt einen Mitwisser.
Auf dessen absolute Verschwiegenheit Sie sich verlassen können, das wissen Sie.
Versetzen Sie sich doch mal in meine Lage. Beijedem Wort, beijedem Blick...
zwischen meiner Frau und mir, fühle ich mich unter Beobachtung.
Mirwar das vorher auch nicht so klar.
Aber ein Mitwisser oder 1000, macht gefühlsmäßig keinen Unterschied.
Man ist eben niemals nur ein einzelner Mensch. Man ist Teil eines Ganzen.
Und im Zusammenleben hat sich irgendetwas gebildet,
nach dessen Regeln wir alles beurteilen, auch uns selbst.
Oh Gott, ich finde es fürchtbar, wie Sie Recht haben, Innstetten.
Und ich sag Ihnen noch was. Mit unserer Ehre ist es wie mit Gott.
Wirfinden ihn nur, wo's auch was kostet.
Das ist ein Götze, Wüllersdorf. Aber man muss dem Götzen dienen, solange er gilt.
So fünktioniert diese Welt nun mal. - Ich breche gleich nach Kessin auf.
Dann hat der Major morgen lhre Forderung. Übermorgen früh ist die Sache erledigt.
Sicher sind Sie ein guter Schütze. - Crampas aber auch.
Tatsächlich? Vielleicht vergessen Sie, was ich Ihnen eben gesagt habe.
Sie werden sich doch nicht vor der Verantwortung drücken?
Nein. Nein, natürlich nicht. Wirklich schade um lhre Frau.
Sie kommen!
Wo ist Annie? - Sie waren nicht im Zug.
Was hat das zu bedeuten, Effi? - Sind nicht rechtzeitig fertig geworden.
Innstetten hätte doch längst telegrafiert. - Ich fähr mit dem nächsten Zug los.
Mach mal nicht gleich die Pferde scheu! Lässt sich doch alles klären.
Heinrich! Zum Telegrafenamt.
Was machst du hier draußen?
Ich dachte grad, hier hat alles angefängen.
Verstehst du das?
"Annies Besuch verschoben, Ministerialrat abwesend. Johanna."
Wie hat er's aufgenommen? - Wundervoll, ehrlich gesagt.
Hat für einen Moment die Fassung verloren. Dann schlug er einen Ort in den Dünen vor,
von wo aus man einen schönen Blick auf das Meer hat.
Für ihn ist alles irgendwie ein Spiel. - Aufmich wirkte er ausgebrannt.
Verzeihen Sie mir, Alonzo. Sie sind der einzige Mensch, den ich bitten wollte.
Irgendwie war's ja auch unsere gemeinsame Zeit, nicht?
Gehen Sie einfäch weg. Sie können es noch.
Seien Sie, was Sie immerwollten: Frei. - Sie scheinen ja nicht viel Vertrauen...
in meine Schießkünste zu haben.
Na, was nützt es, wenn Sie damit ein Menschenleben auf lhr Gewissen laden?
Sagen Sie "nein" zu diesem albernen Steinzeitritus.
Da kommen sie!
Crampas, ich... - Sei still!
Von Geert. Endlich! Er ist an dich, Briest.
Briest!
Lass uns mal allein, Wilke.
Ich will's von dir hören.
Hattest du was mit diesem Crampas? - Was?
Man hat seine Briefe gefünden.
Mein Gott, Effi! - Wie viel Uhr ist es?
Teufel! Halb 9. - Was?
Er ist vielleicht schon tot. - Wer?
Bereit, meine Herren?
Eins!
Zwei!
Feuer!
Innstetten! Sie...
Sie... Sie völlig verblödeter Idiot.
Gehen Sie mir aus den Augen! Ich will Sie nie wiedersehen.
(Musik)
Er lebt. Von Wüllersdorf. - Gott sei Dank!
Nein! Nein!
Du hast einen anderen Ausgang gewünscht. - Luise!
Du stehst jetzt allein, Effi.
Nach der Scheidung wird natürlich ihm das Kind zugesprochen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dir weiteren Umgang mit Annie gestattet.
Und hier hast du auch kein Zuhause mehr.
Sag ihr das, Briest.
Ja.
Wenn du hierbleibst, müssen wir sämtliche gesellschaftlichen Kontakte abbrechen.
Moment. Das hört sich so an, als ob wir auf so was angewiesen wären.
Es geht es um unsere moralischen Maßstäbe. Alle sollen wissen, dass wirverurteilen,
was sie gemacht hat.
Auf das Schärfste.
Ohne Wenn und Aber.
Und so ist das.
Ach so.
(Musik)
Bitte. Wir schließen in 15 Minuten. - Ja, danke sehr.
Ich möchte drei Brote. - Und welche?
Und rein damit. - Was sind das fürwelche?
Sie wird immer hübscher.
Aber so ernst. - Die Annie? Sie haben sie wiedergesehen?
Na und?
Ach, da wird sie sich aber gefreut haben. - Ich hab mich wiederversteckt.
Ja, jetzt guck nicht so vorwurfsvoll. Es waren viel zu viele Menschen drum rum.
Hierher kommt sie ja nun mal nicht. - Ich kann nun mal so nicht mit ihr reden.
Und ich kann so nun mal nicht kochen, wenn hier dauernd das Gas abgestellt wird.
(Musik)
(Türklingel)
HerrApotheker! - Ist der Baron zu sprechen?
Bitte.
Bitte.
Gieshübler, sind Sie das? - Ich hoffe, ich störe Sie nicht.
Gar nicht. Gehen wir in den Salon.
Darfich Ihnen etwas zu trinken anbieten?
Johanna, sehen Sie nach dem Kind.
Ich dachte, ich würde Sie nie wiedersehen.
Nun komme ich mit einer Bitte zu Ihnen. Einer dringenden Bitte.
Und ich tue dies einzig und allein für lhre Frau.
Lhr geht es nicht besonders gut. - Ist sie wieder krank?
Lhr ehemaliges Kindermädchen Roswitha hat mir einen verzweifelten Brief geschrieben,
weil sie sich die Schuld an dem Unglück gibt. Lhre Frau leidet über Gebühr...
unter der Trennung von Annie, Herrvon Innstetten.
Sagen Sie mir ganz ehrlich:
Empfinden Sie für lhre Frau noch etwas?
Ich kann nicht schlafen.
Na, so was.
(Musik)
(Klopfen)
Annie! - Guten Tag. Ich soll zu meiner Mutter.
Ja, komm rein!
Komm!
Komm!
Annie.
Na, komm.
Meine Süße!
Ich hab dich so vermisst.
Ist das die Narbe, wo du auf die Treppe gefällen bist?
Komm.
Was gibt's Neues? Erzähl mirwas von dir.
Hier, nurfür dich! - Rollo wird langsam fäul, sagt Papa.
Ich hab dich schon einmal getroffen, auf der Straße. Weißt du das?
Aber ich hab mich nicht getraut, dich anzusprechen. Ist das nicht verrückt?
Ich bin doch deine Mutter.
Und bist du immer noch so gut in der Schule?
Doch. - Was ist dein bestes Fach?
Religion. - Ah, wirklich?
Und was macht Johanna? - Die wartet unten aufmich.
Ach.
Aberwird ihr nicht langweilig? Wir haben doch noch so viel vor.
Es gibt Kakao und Kuchen. - Ich will sie nicht lange warten lassen.
Wie rücksichtsvoll von dir.
Aberwir haben uns heute auch erst mal nur so wiedergesehen.
Jetzt kommst du mich ja öfter besuchen.
Kommst mich jetzt öfter besuchen?
Wenn du möchtest. - Ja.
Dann könnten wir die Eichhörnchen füttern. - Wenn du möchtest.
Oderwir gehen zu Schilling Eis essen. - Wenn du möchtest.
Wenn du möchtest, wenn du möchtest! Was bist du denn? Eine sprechende Puppe?
Ein Automat? Kannst du nur das sagen, was man dir eingetrichtert hat?
Wirwollen Johanna nicht warten lassen. - Frau Baronin darf sich nicht aufregen.
Komm!
(Musik)
Erwar das. Er hat das dem Kind beigebracht.
Weil er Gieshübler nicht offen "nein" sagen wollte. So ist er.
Und ich hab mich neben ihm immer so klein gefühlt. Dabei ist er es. Er ist klein.
Rachsüchtig. Grausam. Wie meine Eltern. Sollen das eure moralischen Maßstäbe sein?
Lhr Heuchler! Eure Tugendhaftigkeit ekelt mich an. Ich hasse euch.
(Musik)
So? Findet er? - Ja. Ein verfehltes Leben.
Gewissermaßen.
Sein beruflicher Erfolg bedeute ihm nichts mehr, so hat er sich ausgedrückt.
DerArme! Das muss schwerfür ihn sein. Er hat ja durchaus Gutes in sich.
Aber natürlich hat er das.
Eben nur so viel, wie jemand haben kann, der ohne rechte Liebe ist.
Vielleicht war es ja auch unsere Schuld.
Hätten wirvon Anfäng an strenger zu dir sein müssen?
Oderwarst du nicht reiffür die Ehe? - Ein Leben wurde ausgelöscht.
Dabei hab ich ihn noch nicht mal geliebt.
Dass Crampas sterben musste, ist einzig und allein Innstettens Schuld.
Regierung und Justiz machen sich schuldig, weil er nur 2 Wochen Haft bekommen hat.
Effi, das ist ein weites Feld. Ein zu weites.
Ich hab es jedenfälls gründlich satt, den Großinquisitorzu spielen.
Komm einfäch wieder nach Hause. - Nach Hause?
Für immer.
Haben sich denn auf einmal eure moralischen Maßstäbe verändert?
Komm schon!
Wenn sie will, kann die Gesellschaft immer ein Auge zudrücken.
Kann schon sein, dass die Gesellschaft auch mal ein Auge zudrücken kann, Papa.
Ich kann es nicht.
(Musik)
(Junge) Deutsche Rundschau! Kaufen Sie eine Ausgabe Deutsche Rundschau!
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(Musik)
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