All language subtitles for Kohlrabenschwarz.S01E04.GERMAN.1080p.WEB.h264-SAUERKRAUT

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Original subtitles

Legenden, Märchen und Mythen aus dem bayerischen Hinterland.

Ein Schmied geht einem Pakt mit dem Teufel ein.

Und er schafft so einen Türknauf, mit dessen Hilfe er jede Wand verwandeln kann in eine Tür.

Ich will eine Erklärung für das alles. Dringend!

In der sogenannten Thomasnacht haben Sie sich in ganz Bayern als blutige Daniel verkleidet.

Wenn irgendwo eine Tür offen war, dann haben Sie Ihr blutbesudeltes Bein hineingestrickt.

Hey, Arschloch!

Ein Hochhafters braucht um.

Ich kann dir nicht helfen.

Du hast gar nicht den Falkner angerufen.

Nope.

Sondern die beiden.

Wie kommen Sie dazu, mich einfach zu übergehen?

Ey, das ist so armselig, dass es niemand mehr traurig ist.

Herr Schwab, Sie sind am Leben.

Hören Sie, ich habe keine Lust auf Ihre Spielchen.

Ihnen fehlt nichts, beruhigen Sie sich.

Beruhigen?

Nein! Was? Ich war in dem... da... Was war das? Wo bin ich?

Sie haben aufgelegt und mich anschließend immer wieder weggedrückt. Was sollte ich tun?

SMS, Sprachnachricht, E-Mail, was weiß ich? Aber doch nicht das!

Ich verschwende diese komfortable Art des Reisens wirklich höchst widerwillig an Sie, das können Sie mir glauben.

Wenn Sie, Herr Schwab, also nun die Resthöflichkeit aufbrechten,

mir wenigstens ein paar Sekunden Ihrer kaninchenhaften Aufmerksamkeit zu schenken,

wäre ich Ihnen in höchstem Maße verbunden.

Wir sollten zum Punkt kommen,

bevor man beginnt, Sie zu vermissen.

Wollen Sie mir nicht erst mal verraten, wer Sie sind?

Erdmann.

Erdmann?

Wir kennen uns kaum.

Da mag ein Nachname doch zunächst genügen.

Haben Sie das Märchenbuch gelesen?

Ist das Märchenbuch von Ihnen?

Geliefert ja, verfasst nein.

Haben Sie es gelesen, Schwab?

Quer gelesen, ja.

Quer gelesen?

Ist das zu fassen?

Ich habe viel zu tun.

Wenn Ihnen daran gelegen ist, weitere Leben zu retten, dann lesen Sie das Büchlein vom ersten bis zum letzten Buchstabe.

Jeder einzelne dieser Geschichten könnte demnächst eine blutige Schneise durch Ihre Welt schlagen.

Und wenn Sie damit durch sind, machen Sie mit der nächstbesten Sammlung der griechischen Hausmärchen weiter,

Denn ich kann Ihnen kaum garantieren, dass das Erwachen auf die Region Oberbayern beschränkt bleibt.

Erwachen? Was?

Geschichten steigen aus dem Boden, suchen sich geeignete Körper und zwingen diese dazu, sich entlang der uralten Motive zu verhalten.

Wer ist denn hier der Psychologe?

Das hat doch nichts mit Psychologie zu tun.

Aber mit Ihnen hat es zu tun, Schwab. Ob Sie wollen oder nicht.

Warum denn ausgerechnet mit mir?

Ja, ich muss gestehen, dass ich darauf noch keine Antwort habe. Eine Ahnung nur. Nichts weiter bislang.

Und wollen Sie mir diese Ahnung...

Sobald aus der Ahnung Gewissheit wird, melde ich mich.

Besser, Sie drücken mich dann nicht wieder weg.

Soll das eine Drohung sein?

Lassen Sie mich die wichtigsten Punkte knapp paraphrasieren.

Oder auch nicht.

Ihre Zeit ist um.

Sehr bald wird man nach Ihnen sehen.

Da sollten Sie wieder zurück sein.

Aber wie soll ich denn?

Oh nein!

Oh doch!

Nein!

Stefan?

War das okay?

Ich will heim.

Stell dir mal vor, ich hab dich am Klingeln erkannt.

Ich fühl mich belästigt.

Was willst du?

Darf ich?

Unser altes Sofa ist lieb noch.

Noch?

Oh, bequem.

Warum habe ich das damals eigentlich nicht behalten?

Scheiße!

Was ist das denn?

Das, Susanne, ist ein ganz klassisches Ermittlungsdiagramm.

Aha.

Aber du weißt schon, dass das weniger nach Ermittlung aussieht als vielmehr nach Serienkiller.

In meinem Kopf war ein einziger Knoten und ich musste das ordnen.

Und jetzt weiß ich, wen ich rituell hinrichten muss, damit die Stimmen in meinem Kopf verschwinden

oder was?

Gott sei Dank hängt da kein Bild von mir.

Ich hatte keins mehr.

Scherz.

Sag mal, ist das?

Nein.

Den hat meine Mutter für dich gestrickt.

Du wolltest doch immer, dass ich den irgendwann mal verwende.

Sag mal, was soll das hier?

Ach Mensch Susanne, ich hab dich nicht hergebeten!

Du würdest nie jemanden herbeten, wenn du Hilfe brauchst.

Ich brauch keine Hilfe!

Stefan, ich kenne dich. Und das wäre ja nicht das erste Mal.

Früher, da konnte ich wenigstens noch aufpassen, dass du nicht verwahrlost.

Verwahrlose? Bitte?

Du bist ganz allein und...

Es ist ja nicht gesund, wie man sieht.

Du könntest doch ab und zu bei uns im Gästezimmer übernachten.

Warum soll ich denn jetzt plötzlich im Gästezimmer übernachten?

Das meint der Franz.

Der Franz?

Ja, und der Franz meint außerdem wäre es ja ganz gut,

falls du dich da nicht nur von Drunkfood ernähren würdest.

Aha, ach du, dann bestell doch dem Franz ganz liebe Grüße

und sag ihm, dass ich alt genug bin, mich eigenverantwortlich zu ernähren, ja?

Ist das so?

Ja, das ist so.

Na, dann gucken wir doch mal.

Oh Gott.

Du ernährst dich von Paprikachips?

Sag ich noch da.

Cornflakes?

Sag ich auch noch da.

Mit Cola statt Milch?

Hatte ich nicht mehr da!

Du, vielen Dank für deine Fürsorge, aber...

Ach shit, es ist schon so spät.

Hast du noch was vor? Duschen vielleicht?

Bin Mittwochs immer in der psychologischen Beratungsstelle.

Das wusste ich gar nicht.

Hast du endlich meinen Rat befolgt?

Wie schön.

Ich bin der, der berät!

So, und jetzt muss ich mich fertig machen.

Brauchst du noch irgendwas?

Du brauchst was.

Und zwar Hilfe.

Danke, es geht mir gut. Ja?

Frau Kösler, ich steh schon auf dem Parkplatz, ich bin gleich oben.

Abgesagt.

Dann ist der erste Termin jetzt um Viertel nach drei, ne?

Ja, okay.

Nee, nee, ganz im Gegenteil.

Ich krieg die Zeit schon rum, ja.

Ja, bis später.

Was brauchst du denn, Stefan?

Alles.

Danke, Miguel, dass du mich dazwischen geschoben hast.

Es tut mir leid, dass sich das mit der Susanne immer noch so umtreibt, Stefan.

Nein, nein, ich bin nicht wegen der Susanne da.

Sondern?

Ich, äh, ich wollte wissen, naja, ob bei mir alles... oder ob ich...

Okay. Und jetzt das Ganze bitte nochmal in Fachtermini, Herr Kollege.

Gesund.

Hurra.

Sehen Sie sich noch beschäftigt?

Nein, nein. Alles gut.

Wunderbar. Dann würde ich die Dame mit direkt reinschicken.

Ja, klar.

Stefan Schwab. Guten Tag.

Nikola Eschweyer.

Meine Kollegin Anna Leitner hat Sie mir empfohlen.

Anna. Ja, klar. Hat sie erzählt.

Bitte. Kaffee? Oder Tee?

Nein, danke.

Ja, dann wenigstens städtische Besprechungskekse, oder?

Okay, gut.

Also, Frau Eschweyer, wie kann ich Ihnen denn helfen?

Ach, vielleicht ist es auch gar nicht so wild. Also, ich habe in letzter Zeit ein bisschen Schwierigkeiten zu schlafen.

Haben Sie vielleicht ein bisschen viel Stress im Moment?

Nee, nicht mehr als sonst. Ehrlich gesagt, Polizeiarbeit. Aber ich glaube, das ist es nicht.

Ich kann nicht einschlafen oder eigentlich will ich gar nicht einschlafen, weil dann die Träume

kommen. Und was sind das für Träume? Albträume. Und sind das immer die gleichen oder sind das

Unterschiedliche? Beides. Ich sehe einen Mann, der mich anstarrt und dann...

Freue ich mich. Du bist also rundum gesund. Das ist doch schön.

Ja, nein. Wieso? Weil das bedeutet, dass ich mir diesen ganzen Wahnsinn nicht

Ja, natürlich nicht. Ich bin doch dabei gewesen.

Nicht immer.

Wie bitte?

Was verheimlichst du mir, Schatz?

Da brauchen Sie gar nicht so zu schauen.

Bei uns Evangelen gibt es Gottselibat.

Also manchmal fällt es mir schwer zu glauben,

dass wir die modernere Konfession sein sollen.

So, was lesen Sie denn jetzt vor?

Irgendwas mit Sinn der Strafe, Blut und Tod?

Du hast aber schon auch einmal das Neue Testament gelesen, oder?

Okay, irgendwas mit Sünde, Strafe, Kreuzigung und Tod?

Barmherzigkeit, Liebe und Vergebung.

Magst du vielleicht nach dem Gottesdienst noch einmal vorbeischauen?

Da bin ich leider schon vergeben, Schatz.

Zauber.

Hi.

Hi.

Schön, dass du es einrichten konntest.

Geht doch.

Entschuldigung, ich habe den ganzen Tag damit verbracht, Suchanfragen in unserer Datenbank

zu überprüfen.

Warum das denn?

Die Schulamtsdirektorin hier in Rosenheim, Sabine Obermüller, hat einen Drohbrief an

ihre Privatadresse erhalten.

Weil?

Weil sie Turnhallen für Geflüchtete bereitgestellt hat.

Und es war nicht das erste Mal, dass sie bedroht wurde.

Oh Mann.

Aber in diesem Brief wurden zum ersten Mal die Namen ihrer Kinder und deren Schulen erwähnt.

Fuck.

Eigentlich hat die Familie aber inzwischen eine geheime Privatadresse.

Okay, ihr geht also davon aus, dass es bei euch einen Datenleak gibt?

Entweder im Einwohnermeldeamt oder bei uns.

Nikola und Kollege Bielmeier kümmern sich drum.

Aber ich muss die ganzen Suchanfragen durchgehen, was total nervt, weil die KollegInnen immer

Vergessen, sich aus der Datenbank auszulocken.

Verstehe, weil es quasi jeder gewesen sein kann.

So ist es.

Aber jetzt erzähl mal,

was kann ich denn für dich tun,

verehrter Herr Schwab?

Als ob ich mich nur mit dir treffen würde,

weil ich was von dir will.

Ähm, also,

beruflich.

Ich meine,

natürlich ist da auch

nicht,

Keine Sympathie im Spiel.

Diese Art von Kompliment lässt jede Frau innerlich erbeben.

Was ich sagen will ist, ich möchte, dass du weißt,

dass ich dich nicht nur als Polizistin schätze, sondern eben auch als...

Als Informantin.

Als Polizistin und Informantin, natürlich.

Aber eben auch als...

Mensch.

Irgendwie.

Ich glaube, ich habe noch nie etwas Romantischeres gehört.

Die Ironie habe ich bemerkt.

Das hoffe ich.

Meine Kollegin Nicola war übrigens sehr angetan von dir, also von deiner Eigenschaft als Psychologe.

Danke für die Rückmeldung, freut mich.

Danke nochmal, dass es so schnell geklappt hat.

Weiß sie denn Bescheid?

Jaja, sie hat mir alles erzählt.

Die Schlafstörungen, die krassen Albträume, ihre Beziehungsprobleme, das klingt echt

ganz schön heavy alles.

Albträume sind wohl aktuell das Belastendste.

Ich habe ihr ein paar Entspannungsübungen gegeben, Routinen zum Einschlafen.

Sie kann natürlich ab sofort regelmäßig in die Beratungsstelle kommen, aber...

Sorry.

Frau Sahle, hallo.

Oh, äh, soll ich kurz...

Nein, nein, im Gegenteil. Wir haben den Gotthold gefunden.

Was?

Frau Sahle, wenn er einen Türknopf bei sich hat, müssen Sie ihm den unbedingt abnehmen.

Kein Türknopf und kein Puls.

Okay.

Danke, dass Sie uns das alles erzählen, aber ich möchte nicht, dass Sie wegen mir Ärger

bekommen mit dem Herrn Faltner.

Sie erzählen Ihnen das aber nicht und Sie müssen das wissen.

Weil?

Weil Sie anscheinend irgendwie zuständig sind für den ganzen Psycho-Killer-Horror-Kram.

Das sieht der Herr Kreuz aber anders.

Ich sehe das so.

Frau Salle, ich muss Sie darauf hinweisen, dass Sie gerade ein Disziplinarverfahren riskieren.

Schon klar.

Der Faltner wollte ja nicht mal, dass ich mich bei Ihnen melde.

Was?

Wow.

Okay.

Das ist...

Mir egal.

Machen Sie sich mal auf stumm.

Weiß jemand, wo der Herr Oberreuther ist?

Wer?

Mein Kollege.

Typ angepasster BPOC.

Angepasster was?

Ich sehe einen Mann.

Hier ist niemand außer uns, das sehen Sie doch.

Ah, okay.

Dann ist er wahrscheinlich draußen und kotzt.

Das kann doch nicht wahr sein.

Krass, oder?

Der Typ sieht aus, als hätte er die Steine aufgefressen.

Oder jemand wollte, dass er so aussieht.

Na, Gia?

Hey, Chris. Geht's wieder?

Ja, geht schon.

Du, ich hab überlegt.

Meinst du, wir sollten vielleicht trotzdem der Leitner Bescheid sagen?

Damit sie es dann dem Schwab erzählt?

Ja, ich...

Ich meine, die sollten das wissen, oder?

Dir ist schon klar.

Wenn das rauskommt, dann kannst du deine Karriere vom Bullen zum Kanzler vergessen.

Ja, schon.

Aber das könnte echt wichtig sein.

Und ich trau der Leitner und dem Schwab ehrlich gesagt mehr als dem Falbner.

Ich auch.

Hallo, hier ist der Schwab.

Und die Leitner.

Okay, alles klar.

Hallo zusammen.

Also, ich hab gehört, dass die Spusi bisher keine Spuren einer zweiten Person gefunden hat.

Bisher? Ja, dann müssen wir den Bericht abwarten.

Den hat der Herr Falbner frühestens morgen auf dem Tisch.

Und je nachdem, wann er dann Mittag macht, wissen sie es auch.

Ich bin Ihnen echt sehr dankbar.

Passt schon.

Dito.

Frau Sörle!

Herr Oberreuther zur Absperrung!

Die Feuerwehr will raus!

Yes, Sir! Herr Feipner, Sir!

Wir kommen!

Alles okay?

Ich nehme an, deine Kollegin hat dir nicht erzählt, was sie in ihren Albträumen sieht, oder?

Nee.

Warum?

Weil wir hierdrauf gerade die Verfilmung davon gesehen haben.

Ach komm, das kann doch jetzt nicht...

Hast du ihre Nummer?

Ja, klar. Dann ruf sie mal an und hör mal nach, ob...

Nee, wirklich. Also, Stefan. Ich weiß auch nicht. Ruf sie doch bitte mal an.

Okay.

Anne, hey.

Hallo.

Ist was passiert?

Nee, gar nix. Ich wollte nur mal wissen, wie es dir geht.

Ach, müde, wie immer. Und Karsten und ich hatten vorhin wieder Streit.

Ja, das tut mir echt leid.

Jaja, er kommt gleich zu mir und dann wollen wir reden.

Ja, vielleicht kriegt er euch ja wieder einen.

Naja, oder wir zwei machen bald mal wieder einen Single-Abend.

Ja, oder so. Dann bis morgen. Und ich drücke die Daumen für gleich, ja?

Ja, danke dir.

Ciao.

Bis morgen, ciao.

Ich kann die Niki nicht aufgrund der Beschreibung eines Albtraums verhaften lassen, ne?

Natürlich nicht.

Sie ist zu Hause, sie hat sich mit ihrem Freund davor gestritten, der das hoffentlich bezeugen wird.

Und was, wenn die Forensik sagt, dass der Gotthold da schon länger gelegen hat?

Stefan, entschuldige, aber nur weil sie das träumt, heißt das doch noch lange nicht, dass...

Natürlich nicht.

Aber in Anbetracht der letzten Fälle und vielleicht ist sie ja sogar selber in Gefahr.

Okay, vielleicht kann ich sie dann erstmal befragen.

Irgendwie, ohne dass sie...

Und was sind das für Träume?

Albträume.

Ich sehe einen Mann.

Haben Sie ein bisschen Stress im Moment?

Haben Sie das Märchenbuch gelesen? Sehen Sie das Märchenbuch schwach?

Und zwar gründlich.

Wenn die Percht umgeht, vor dir steht, dich berührt, Sünden vorführt, wirst du richtendich.

Sicherlich.

Sicherlich.

Bitte schweigen Sie nach dem vermaledeiten Piepton,

denn ich hasse es, mir von diesem Ding diktieren lassen zu müssen,

dass ich etwas abzuhören habe.

Danke.

Hallo, Herr Erdmann, Schwab hier.

Entschuldigung, dass ich auf Ihre Mailbox spreche,

aber ich würde Sie bitten, mich so schnell wie möglich zurückzurufen.

Ich habe eine Frage, wegen der...

Herbst...

Erdmann!

Ich wollte eigentlich Stefan Schwab sprechen.

Susanne, ich warte auf einen Anruf, ich bin gerade im Auto.

In deinem Zustand? Mutig.

Stefan, nur fürs Protokoll, ich habe der Susanne gesagt, dass das erschmarrn ist.

Worum geht's und warum habe ich plötzlich Angst?

Pass mal auf, ich habe einen Vorschlag.

Jetzt hätte ich es geahnt.

Jetzt warte doch mal, ich kenne da diesen Coach, den Sigi.

Der kommt ab und zu in mein Café und...

Nee, nee, bitte kein Coaching.

Ich hab's dir gesagt.

Nein, der Sigi, der ist kein typischer Coach.

Aber doch hoffentlich mit Klangschalen und Healing-Crystals.

Ach, das kann er bestimmt auch, also wenn du das magst.

Aber wahrscheinlich kostet das dann mehr.

Susanne, ich muss jetzt Schluss machen.

Er macht so meditative Sittings am Tinninger See.

Susanne, bitte!

Ganz entspannt mit Aura-Arbeit und Chakra-Balancing.

Du, frag ihn einfach.

Du wirst ihn mögen. Der ist ein ganz naturverbundener, uriger Typ.

Lass uns das bitte ein andermal besprechen.

Jetzt machst du wieder zu. Das ist so typisch für dich.

Weißt du, was dein Problem ist?

Ja, denn es spricht gerade mit mir. Susanne, ich muss Schluss machen.

Dein Problem ist, dass du immer nur in deiner eigenen Welt lebst.

Nein, dass du nichts anderes gelben lässt und alles andere für dich immer nur als Bedrohung siehst.

Aber weißt du was? Bleib in deiner eigenen kleinen Welt, so wie du sie gerne hättest und blende einfach alles andere aus.

Ich ruf dich zurück.

Das ist nicht Ihr Ernst.

Sie wollten etwas von mir.

Was ist denn mit meinem Auto?

Nicht mehr allzu viel, denkt mir.

Sie...

Sie werden mir den Schwaben bezahlen.

Sie sind nicht rangegangen.

Ich will mein Auto zurück.

Machen Sie sich um Ihren Wagen bitte keine Gedanken.

Was soll das heißen?

Das soll heißen, dass Sie sich um Ihren Wagen keine Gedanken machen müssen.

Wirklich.

Gar keine.

Nie wieder.

Sie werden mir diesen Wagen bezahlen.

Warum fragen Sie nach der Perch der Schwabe?

Weil der Gotthold tot aufgefangen ist.

Das...

Sehr bemerkenswert, aber...

...in Hals und Mund voller Kiesel...

...mit Steinen gefüllt.

Das ist ein mächtiges Bild, aber...

...nicht zwingend Pärchtschen-Ursprungs.

Ich hatte davor eine Patientin, eine Kollegin von Frau Leitner,

die ziemlich genau das gealbträumt hat, was dem Gotthold passiert ist.

Vor oder nach der Tat?

Bevor die Leiche gefunden wurde.

Hm, und daraus schließen Sie, dass eine Pärchte umgeht?

Das würde ich so nicht sagen, aber das Gedicht in Ihrem Buch...

Wenn die Percht umgeht, vor dir steht...

Genau das. Da träumen die Opfer von ihren Sünden und...

...richten sich selbst. So ist es.

Verwandt mit Frick, der Gattin des nordischen Gottes Odin,

und verbunden mit Frau Holle aus den Grimmschen Hausmärchen,

belohnt die Percht am Menschen, die Gutes tun...

So wirkt es nicht gerade.

...und bestraft andere mit Wahnsinn oder Tod.

So schon eher.

Nebenattribute der Pärchter sind Eisen und Stroh.

Besonders hübsch zu sehen in den alpenländischen Rauhnachtsumzügen.

Das Pärchenspringen.

Pärchenspringen, Pärchentreiben, Pärchentanz.

Launiges Brauchtum und die Pärcht immer mittendrin.

Aber sind die Rauhnächte nicht erst im Dezember?

Wenn gewisse Dinge zusammenkommen,

muss unweigerlich erwachen, was bislang unruhig schlief.

Ginge das etwas konkreter?

Ginge es, sicherlich.

Vielen Dank.

Da wahl ich nicht für.

Aber lesen Sie lieber selbst.

Keine Edelsohn, bitte.

Ist die Frage gestattet, warum Sie das Buch nicht behalten und selbst losziehen?

Sie können doch Ihre Würmer lossetzen.

Ich wünsche mir sehr, dass Sie mir glauben, wenn ich Ihnen sage,

dass ich jede Sekunde bereue, die verstreicht,

Bis man mir endlich erlaubt, aktiv zu werden, Herr Schwab.

Das ist mir zu nah.

Ich tue alles das, was ich tun kann und noch etwas mehr. Dies muss genügen.

Zum Beispiel mich aus dem Auto rausfressen lassen, ja?

Unter anderem ja.

Erdmann, der Wagen war noch top in Schuss und ich nehme an, Ihr Wurm hat keine Haftpflicht.

Das fragen Sie ihn am besten selbst.

Ihre Adresse ist die Talhammerstraße 12 in Wiesbach?

Bitte nicht.

All das hatten Sie in Ihrem Auto vergessen, gern geschehen. Vergessen, klar. Auch wenn Gott dir

zugestünde, dass du lebst in Schand und Sünde, gibt es eine, die dich trotzdem richtet,

auf Straf und Sühne nicht verzichtet. Denkst du, du bleibst unentdeckt? Eine? Noch denkst du,

keiner kommt dir drauf? Hörst Ketten? Siehst du Wasser? Lauf! Die Pärchter könnt auch Gutes

geben, schenkt Reichtum, Wissen oder Leben. Andere sperrt sie in Träume ein. Bei manchen

Muss es Ende sein? Und wie die Sage es berichtet, hat sich so mancher selbst gerichtet.

Heilig sind wir alle nicht, so sei die Percht uns das Gericht.

Hallo Stefan. Du, Niki hat, also ich weiß nicht ob sie hat, sie sagt sie ist im Revier neben Nebilmaier

aufgewacht und Nebilmaier ist tot. Fuck. Sie hat Alarm ausgelöst und sich quasi selbst unter

Mordverdacht gestellt. Was? Der Kreuz will sich mal wieder selber kümmern. Ich beeile mich. Alles

Alles klar. Danke.

Was wollen Sie hier?

Frau Eschweyer ist meine Patientin.

Den hatten Sie denn sonst noch auf der Psycho-Couch? Den Kraxler und den Hoffner vielleicht?

Wo ist denn Frau Eschweyer jetzt?

Hoffentlich jetzt im Verhörraum. Denn so habe ich das angeordnet.

Gut, dass Sie da sind. Niki geht es gar nicht gut.

Niki geht es noch deutlich schlechter. Niki steht unter Mordverdacht, Frau Leitner.

Wo liegen Ihre Prioritäten?

Bei der Aufklärung dieses Falls natürlich, Herr Kreuz.

Das würde ich Ihnen auch geraten haben, denn ansonsten...

Herr Polizeipräsident, ich freue mich.

Also, äh, nein, natürlich nicht über das Datenleck und auch nicht über diesen, äh...

Ja, wir gehen davon aus, dass auch die vorherigen...

Ja. Äh, nein, ich meine... Ja.

Alles, was Sie meinen.

Ja.

Dass wir... Ja, ja.

Woher soll ich denn wissen, ob die Pärchter selbst auch von Albträumen geplagt wird?

Denken Sie, ich lade alle Schreckensgestalten wöchentlich zum Kaffeekränzchen ein?

Ein einfaches Ich-Weiß-Es-Nicht hätte mir genügt, aber vielen Dank für die Hilfe.

Wenn Sie Grund zu der Annahme haben, dass diese Frau Eschweyer eine Pärchter ist,

dann halten Sie um aller Dämonenwillen einen gebührenden Abstand ein.

Abstand ist nicht das Problem.

Erdmann, was ist mit den beiden los? Was können wir tun?

Ich sage Ihnen erst einmal, was Sie auf keinen Fall tun.

Sie dürfen sie nicht...

Herr Oberforscher?

Ich war es nicht!

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