All language subtitles for Wochenendrebellen.2023.1080p.BluRay.x264.AAC5.1-[YTS.MX]

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Original subtitles

(Fußballfan-Gesänge)

(Trommeln)

(Getrommel)

(Gesang) Happy birthday to you Happy birthday...

... to you

Happy birthday, lieber Jason

Happy birthday to you!

Hiiii... -Glückwunsch, mein Schatz.

Alles Gute zum Geburtstag.

Au, au! -(Kichern)

(Sanfte Gitarrenmusik)

So, Jason, wir bauen jetzt eine Brücke.

Und dafür brauche ich bitte eine Schiene mit zwei Sch...

Das ist der Bahnhof, oder? -Jason?

Mein Schatz, alles okay?

Asperger Autismus ist für Menschen wie uns nicht leicht zu verstehen.

Aber ich kann Ihnen sagen, dass Ihr Sohn

eine ganz andere Wahrnehmung haben kann als wir.

Das heißt? -Das kann heißen,

dass das, was wir als Hintergrundgeräusche kaum wahrnehmen,

für Ihren Sohn Störgeräusche sind.

Dass er Probleme hat, mit Gleichaltrigen zu agieren.

Dass er soziale und emotionale Signale nicht deuten kann,

alles wörtlich nimmt.

Es kann aber auch heißen, dass er Spezialinteressen entwickelt.

In Mathe, Physik oder Musik.

Oder auch, dass er sich Regeln und Routinen aufbauen muss,

um die Anstrengungen des Alltags zu bewältigen.

Wird das so bleiben?

(Ärztin) Seine genaue Entwicklung kann ich nicht vorhersagen.

Aber Fakt ist, Autismus ist eine Behinderung und nicht heilbar.

(Musik: Cover von "Lean On Me")

Wir gestalten sein Leben möglichst gut und geben ihm alles, was er braucht,

versprochen?

Versprochen.

(Song) I'll be your friend If you just call me

(Musik: "Let's Go Down" von Familiy of the Year)

(Song) Let's go to the river

Let's go to the creek

Let's go down in the water

And cool off this hot week

Let's go down to the river

Let's go to the lake

Let's burn a fire

And give this scene a break

Let's get out of the city

Let's go run in the street

Let's sit down in the holy water Where the air is clear and clean

Maybe Seb and you Could grab some firewood

And me and Vi Will take care of the booze...

Willkommen bei Bobo's beste Burger, ich bin Jessi.

Was kann ich für dich tun? -Hallo, Jessi. Ich bin Mirco.

Als Operations Manager supervise ich überall Filialen

und diese schöne hier auch.

Cool. -(Kaugummiblase platzt.)

Ist der Chef da? -Ist hinten und heult.

Was?

Chef! -Was ist schon wieder?

(Mirco) Hey, Manfred. -Mensch, Mirco.

Das ist ja 'ne schöne Überraschung.

Was machst du hier? -Wir waren verabredet.

(seufzt) Ja, richtig. -Hm...

Alles in Ordnung? -Ja. Alles gut.

Schau mal, 'ne Kleinigkeit für Heike, ein Crémant.

Mensch... Danke. Wie kann ich dir helfen?

Äh...

Leider bekommt diese Filiale im Internet vermehrt schlechte Bewertungen.

Unmotiviertes, unfreundliches Personal. -Richtig.

Das kann ja ein Bot geschrieben haben.

Okay, Jessi, das Problem ist, hier steht relativ explizit:

"Die Frau mit dem Nasenring hat uns nicht bedient.

Als wir darauf hinwiesen, wurde sie patzig.

Sie kann sich ihre Burger in ihre...

... schlecht gelaunte Fresse schieben."

Boah, ist das mies. -Mhm.

Aber mich meinen die damit nicht, safe.

Für alle Mitarbeiterinnen mit Nasenring, die's außer dir hier nicht gibt:

Bei der Arbeit wird sich auf die Kunden konzentriert. Bobo's Basics.

Bobo's Basics? -Aus der Schulung.

Heike ist ausgezogen. Sechs Stunden.

Ich hab keine Schulung gemacht. -Wie hat sie das hinbekommen?

Manfred, das tut mir leid. -(Manfred) Heike!

Warum tut sie mir das an? -Das kriegen wir wieder hin. Komm.

Äh, Jessi. -Hm?

Du bist hier mal kurz die Chefin, okay? Mach's besser.

Chefin. -Ja.

(Manfred jammert.) -(Mirco) Kriegen wir hin.

Hallo und willkommen bei Bobo's beste Burger, ich bin Je...

...ssi. Wie kann ich helfen?

Was haben wir gesagt? -Ich bin der Beste.

Ja. Und? -Alkohol ist böse.

Und? -Es gibt noch mehr schöne Frauen.

Ja, so will ich's hören.

Mach's gut. Ruf jederzeit an.

(Navi) Ankunft Zielort Hotel Mundo in zehn Kilometern.

(Schritte)

Jason, alles okay?

Ich möchte einen Vortrag über den Big Crunch halten.

Es ist vier Uhr nachts. -Erst in drei Minuten. Kommst du?

Wie wär's morgen früh?

Morgen ist kalendarisch gesehen erst in 20 Stunden und drei Minuten. Komm.

Ich meine, nach dem Schlafen.

Forscher haben verschiedene Theorien, wie das Universum enden könnte.

Unser Kosmos dehnt sich immer weiter aus.

Man vermutet eine unbekannte Dunkle Energie als Antrieb der Expansion.

Aber eines Tages könnte das Wachstum stoppen und sich wieder umkehren.

(hallend) Unser Universum würde in sich zusammenfallen.

Es würde enden, indem die Sterne kollidieren

und sich alle Schwarzen Löcher zu einem einzigen verbinden, verbinden,

das sich im letzten Atemzug des Kosmos...

... selbst verschluckt und die Welt damit für immer auslöscht.

(Leises, dumpfes Rauschen)

Gute Nacht. -Na, das lohnt sich ja jetzt nicht mehr.

(Sanfte Gitarrenmusik) -(Handywecker summt.)

(Baby brabbelt.)

Alles gut?

Schön essen, hm? Essen. Hier, guck mal. Schön essen.

(schreit) Mamsi!

(Er atmet schneller.)

Nein! Nicht! Nicht mit dem Lappen!

Lucy, Regel 1: Keine Speisen dürfen weggeworfen werden,

es sei denn, sie sind drei Tage lang unberührt.

Regel 2: Fleisch darf nur zweimal pro Woche gegessen werden,

weil man 15.000 Liter Wasser für ein Kilo Rindfleisch braucht.

Einwegplastik ist verboten.

Regel 4: Auf meinem Teller dürfen sich die Bestandteile nicht berühren.

Ohne Ausnahmen. Und es wir auch nicht geteilt.

Meine Reste dürfen erst gegessen werden, wenn ich fertig bin.

Dann ist es ja nicht mehr meins.

Wollen wir Klettverschluss-Schuhe kaufen?

(Sanft-beschwingte Musik)

(Angespannte Musik)

Nein! Nein, das ist mein Platz. Sofort runter da!

Mami, sag ihr, sie soll da runter!

Wäre das möglich bitte? -Nein, soll sich Ihr Sohn dort hinsetzen.

Es ist mein Platz! Ich will da sitzen! -Sein Lieblingsplatz.

Wer Tyrannenkindern alles durchgehen lässt...

Ich bin kein Kind! Ich will da sitzen! -Pscht!

Mami, lös das Problem! -Jason. Ruhig, ruhig.

So was Verzogenes. -Er ist Autist!

Runter! -So 'ne Modekrankheit,

die aus jedem Kind was Besonders macht. -Dahin!

(leise, verzerrte Stimme) Steh auf. Steh auf. Steh auf.

Du sollst dich da hinsetzen! -Jason. Nimm die Tasche.

Passen Sie auf, Sie haben keine Ahnung, wie dieser Junge sich fühlt.

Sie würden keine Sekunde mit ihm tauschen.

Das ist ein Riesenproblem für ihn mit seinem Platz,

während Sie leicht etwas weiter drüben sitzen können.

Also wer glaubt hier, was Besonderes zu sein?

Danke schön.

(Lucy brabbelt.)

(Er atmet schwer.)

Alles gut, Jason. -(Laute Kinderstimmen)

Ey, saß wieder jemand auf deinem Platz?

Henry, hör auf. Wie oft noch?

Königskuss.

Ich liebe dich. -Ich weiß.

Hi, Jason.

(Sanfte Gitarrenmusik)

Was sind meine Termine heute?

12 Uhr: Telefonat mit Frau Brinkhaus. -Weiter.

Kühlschrank reparieren. -Weiter.

(Musik: "Hero", Family of the Year)

(Laute Stimmen, Zischen, Fahrradklingel, Klacken)

(Rasseln)

(Kreischen)

(Dumpfes Rollen)

(Song) So let me go

I don't wanna be your hero

I don't wanna be a big man

I just wanna fight like everyone else

(Metallisches Rattern)

(Rumsen)

Jason, zähl noch mal die Planeten auf.

Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.

Sorry, ich kann's mir nicht merken. Wie?

Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun,

nach Distanz von der Sonne.

Der Größe nach wären es Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun,

Erde, Venus, Mars, Merkur.

Und Pluto? Den hast du vergessen, du Schlaubi.

Dem wurde 2006 der Planetenstatus aberkannt.

Auch wenn ich Kritiker davon bin, ich kann das nicht einfach mitzählen.

(Junge) So ein Depp. -(Mädchen) Streber.

(Tonsignal zum Unterrichtsbeginn)

(Lehrerin) Äh, wir kommen noch mal zurück

auf das, äh, Johannesevangelium und die Wundergeschichte,

wo, äh, Jesus einen Blindgeborenen,

äh... heilte und wieder sehend machte. -Das ist Quatsch.

Äh, wie bitte? -Das ist überhaupt nicht möglich.

Blinde durch Lehm auf den Augen heilen. Das ist medizinisch vollkommen unmöglich.

Na ja, aber es ist ja schließlich eine, äh, Wunderheilung...

100.

Was?

Sie sagten hundertmal "äh" in dieser Stunde.

Ähm, Jason, jetzt mal Schluss mit deiner ständigen Störerei.

Weißt du, wie schwer es ist, ohne "äh" auszukommen,

wenn man frei spricht?

Du hältst ein Referat, dann siehst du's.

Nein, das werde ich nie tun.

Rede über Sterne. Das interessiert dich doch.

Nein. -Doch.

Nein! Ich lasse mir von einer Verschwörungstheoretikerin nichts sagen.

Sie verbreiten Dinge, die wissenschaftlich falsch sind.

(energisch) Ich werde deine Eltern einbestellen.

(AB) Sie haben eine neue Nachricht.

Schatz, die Schule hat angerufen. Es gibt wieder Probleme im Unterricht.

Ähm, die wollen diesmal, dass wir beide kommen.

Könntest du bitte Würzburg verschieben und um 16 Uhr in der Schule sein?

Es wäre wichtig, glaube ich.

(Henry) Wir sind Bayern, ihr Dortmund. -(Mädchen) Aber wir sind weniger.

(Junge) Und Jason? -(Henry) Bitte nicht.

Jason, bist du Bayern-Fan oder Dortmund-Fan?

Oder FC-Spasti-04-Fan? -"Spasti" sagt man nicht.

Ich bin Albert-Einstein-Fan. -Ja, aber für welchen Verein bist du?

Ich hab mir noch keinen ausgesucht. -Der wird einem in die Wiege gelegt.

(Spieluhr und Babygeschrei)

Das verstehe ich nicht. -Weil er rausgefallen ist aus der Wiege.

Weil er auf den Kopf geknallt und ein Spasti ist.

Ah... -(Lachen)

Aua!

Wir haben Verständnis für Ihre Situation, aber Jason hat täglich Ausraster.

Das geht nicht. -(Klopfen)

Entschuldigung, ich...

Wir kommen an unsere Grenzen, der Klassenverband wird sehr strapaziert.

Das Stören, die Beschimpfungen. -Aber das meint er nicht so.

Er will niemanden verletzen.

Es wird auch körperlich, wie bei Henrys Hand.

Wieso? Was ist mit der Hand? -Die ist nur verstaucht.

Verstaucht? -Und Jason wurde wie so oft provoziert.

Er wirkt so unausgeglichen. Was könnte ihn zufriedener machen?

Entspannter? Glücklicher? -Er ist glücklich, oder?

Glück hat für Jason eine ganz andere Dimension als für uns.

Das ist, wenn bei ihm im Kopf Ruhe ist. Keine Reizüberflutung.

Er bekommt eine Chance, sich zu bewähren.

Gut. Eine Chance ist gut. Die werden... -Bewähren?

Wie bewähren? -Sich integrieren. Das muss klappen.

Und wenn nicht? -Gebe ich eine Förderschul-Empfehlung.

(entsetzt) Förderschule?

'ne Förderschule.

(bestimmt) Das war dein letzter. Autojoker. Ich fahre nicht mehr mit.

Wir müssen auf 1,5 Tonnen CO2-Ausstoß runterkommen,

damit wir auf die vereinbarte klimaverträglichere Lebensweise kommen.

Das funktioniert nicht mit Autofahren. -Und die 70.000 km im Job radle ich?

Die Bahn ist CO2-neutral.

Ja, klar, dann steige ich dreimal um, nehme die S-Bahn und dann die Tram.

Da komme ich gar nicht mehr heim. -Sie hustet, sie hustet!

Tröpfcheninfektion! -Okay.

Fenster runter! -Das ist nicht schlimm.

Mach es runter! Mach es runter! -Ja, ja.

Es ist runter. -Meins auch!

Ja, mach ich.

(genervt) Mein Sohn muss sich nicht bewähren, um Schulbildung zu bekommen.

Hallo. -Fatime, ich pinkle.

Ja.

Förderschule klingt nicht total verkehrt. -(entsetzt) Nicht total verkehrt?

(Mann) Spiel geht weiter! -(beide) Ja!

Schon 'ne Regelschule kann Jason kaum mit dem nötigen Wissen versorgen.

Jason will diese Welt komplett verstehen. Das hat für ihn elementare Bedeutung.

Verstehst du das? -Ja.

Nee, eben nicht.

Du wolltest die Kühlschranktür richten. -Nächstes Wochenende.

(Tür quietscht.)

Er ist so klug, so interessiert. -Fatime, ich weiß.

So neugierig. Ich lese jeden Tag mit ihm. -Ich weiß. Ich weiß es doch. Ich weiß es.

Ich kenne jede seiner Routinen und weiß, dass Jason Verlässlichkeit braucht.

Du hast keine Ahnung, wie ausgeglichen er ist, wenn er tun kann, was er liebt.

(überspitzt) Ich hab keine Ahnung? Weil Mirco arbeiten geht,

das Haus abbezahlt, und das Essen und Wünsche unseres Ökodiktators.

Aber es macht dir auch Spaß. -Ist das jetzt ein Vorwurf?

Ich bin am Ende meiner Kräfte.

Und das würdest du sehen, wenn du mehr daheim wärst.

Was soll ich tun? Ich wäre gern mehr da.

Ich muss arbeiten! -Hör auf! Ich höre immer das Gleiche.

"Es wird noch mal kurz total hart. Noch dies und das, dann wird's normal."

Aber ein Scheiß wird normal. Du arbeitest und hast keine Zeit,

weil du Geld verdienen musst, damit wir irgendwann Zeit haben...

Ach, lasst euch nicht stören. Auch ein Malzbier, Gerd?

(Gerd) Ja. -Gerne.

(Fußball im TV) -Mann, die kommen dahinten nicht raus.

Euer Tor steht da vorne, ihr Pfeifen.

Fertig mit Streiten? -Nein. -Niemand streitet.

(Oma) Tauscht doch mal. -Was?

Eure Rollen. -Sehr gern, Ömchen.

Ach, seid ihr euch einig? Schön. Okay, super Idee.

Du übersetzt für 2,50 die Stunde.

Wir schnallen den Gürtel enger, verkaufen das Haus, ich hüte die Kinder.

Macht dir das Spaß, zu provozieren?

Spaß? -(Gerd) Zurück zum Torwart!

Vater, wir wollen was besprechen. -Ich greif erst ein beim Wort "Trennung".

(leise) Hey... Hey.

Ich liebe Jason, aber ich kann nicht mehr.

Und ich hab Angst, dass ich ihm nicht geben kann, was er braucht.

Redet ihr wieder über mich? -Hey.

Ich will auf eine ganz normale Schule. -Wir wollen das Gleiche und helfen dir.

(Gerd) Jason, du musst zum Fußball. Das ist das beste Spiel überhaupt.

Tragik, Tore, Jubel.

Begeistert Millionen Fans weltweit jedes Wochenende neu. Ah ja.

Das ist es. -(TV) Einwurf Pfortner.

Die müssen mehr nach vorn spielen.

(Gerd) Das ist nicht mit anzusehen! -Ich verstehe Fußball nicht.

Du verstehst Schwarze Löcher, Jason. Dagegen ist Fußball ein Kinderspiel.

Warum hatte ich keine Mannschaft in der Wiege?

Wie, was meinst du?

Emma hat gesagt, man bekommt eine Mannschaft in die Wiege gelegt.

Wie soll das überhaupt gehen? Legt man elf Spieler in eine Wiege?

Nein, das sagt man einfach nur so.

Normalerweise wird man Fan von dem Verein in der Stadt, wo man geboren ist.

So ist das. -(Jason) Das ist Quatsch.

Papa ist Düsseldorf-Fan, Mami Dortmund. Das ergibt keinen Sinn.

Es ist Zufall.

Ja, das ist total zufällig. -Das ist Liebe. Der hat keine Ahnung.

Ich war immerhin Kreismeister. -In der E-Jugend, da warst du so groß.

Ich will einen Lieblingsverein. -Düsseldorf.

Dortmund. -(Gerd) Ja.

Nee, ich muss mir erst alle anschauen.

Im Fernsehen? -Nein, im Stadion natürlich.

Gucken, ob der Verein nachhaltig ist, behindertengerechte Toiletten hat und so.

Das sieht man nicht im Fernsehen. -(Gerd) Spielen macht glücklich.

Du musst selber spielen, in 'ner Mannschaft.

Dann findest du auch Anschluss, dann klappt's auch mit der Schule. -Nein.

Ich spiele nicht mit anderen, auch nicht Fußball. -Ach Jason.

Ich will einen Lieblingsverein.

Ich hab einen Vorschlag. Am Wochenende gehen wir ins Stadion und gucken Spiele.

Und dafür lässt du dich in der Schule nicht mehr so provozieren.

In Ordnung.

Okay.

Und du nennst die Religionslehrerin nicht mehr Verschwörungstheoretikerin.

In Ordnung. -(Mirco) Hm.

Auch wenn sie eine ist.

Versprichst du's? -Versprichst du's mir?

Auf die rechte Hand? Wir suchen einen Lieblingsverein?

Abgemacht.

Erste, zweite und dritte Liga. Das sind 56 Vereine.

Die schauen wir uns alle an, im Stadion. Dann entscheide ich.

Äh... 56. -Du hast es versprochen.

(Gerd) Da hast du dir ein schönes Ei gelegt.

(Fatime, ironisch) Dann viel Spaß. -Vielleicht tut's ihm gut, rauszukommen.

Vielleicht haben wir ihn zu sehr in Watte gepackt.

(überrascht) Wir? -Wi...

Ähm...

Was soll denn schon sein? -(ironisch) Reizüberflutung. Meltdown.

Das Gegenteil von dem, was er braucht. Aber jo... was soll schon sein?

Oder...

... es geht alles gut. Kann ja auch sein, hm?

Das würde ich mir sehr wünschen.

Für ihn und... auch für uns beide.

Ich hab schon meinen Plan.

Eine Beförderung? -Äh, ich hab mal zusammengeschrieben,

wie der Laden sich entwickelt hat, seit ich den Job mache.

Customer Satisfaction: 38 Prozent... -Ich kürze das jetzt mal ab.

Die Zahlen sind gut, wunderbar. Aber weißt du, was mir wichtiger ist?

Das hier ist eine Familie. -Ja.

Und du bist Teil davon. Ein wichtiger Teil.

Also Hosen runter, wo drückt der Schuh? Ist was mit deiner Frau?

Was? Nein, nein, die braucht nur ein bisschen... Entlastung.

Und Jason will... Er will seinen Lieblingsfußballverein finden.

Bayern München. Die gewinnen immer. Da wird wenig geheult. Sagt mein Sohn.

Nein, er muss alle deutschen Profi-Vereine sehen.

Vor Ort. -Oh.

Ja.

Das heißt, du brauchst mehr Zeit.

Ja.

Und du willst mehr Geld.

Ja.

Mehr Geld für weniger Arbeit.

Ähm...

Ja.

Also willst du meinen Job.

Wir machen Folgendes. Wir eröffnen unsere nächste Filiale in Lettland.

Aber an dem Tag haben Rainer und ich unseren 30. Hochzeitstag.

Wer fährt also stattdessen hin? -Ich?

Einfach da sein, Schleife durchschneiden, Interviews, Fotos.

Und mit denen gehe ich dann zum Vorstand.

Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt. -Christiane, du bist ja der Wahnsinn, ey.

Ich muss jetzt in einen Call.

Okay, das...

Äh, danke.

Yes!

Chef? -Noch hab ich den Job nicht.

Heißt das nicht, weniger Zeit? -Nein.

Momentan ist das Auto sechs Tage die Woche mein Büro.

Wenn ich den Job bekomme... dann ist das Büro mein Büro.

Ich bin zu Hause, fünf Tage die Woche. Und ich kriege mehr Geld.

(Jason) Papsi!

Geh zu ihm. Hat schon dreimal nach dir gefragt.

Papsi! -Bin gleich wieder da. Komme!

Pack deine Sachen. Morgen geht's los.

Die sind schon gepackt. -Ah ja, gut. Natürlich.

Hast du schon entschieden, wo's hingeht? -Bayern.

München? -Nein.

Nürnberg. Max-Morlock-Stadion.

Okay. Und warum?

Ich hab's ausgelost.

(Fatime) Habt ihr alles? -Ja.

Natürlich nicht.

Wie sollen wir alles mitnehmen? Wir haben, was wir brauchen. -Okay.

Ich wünsche euch eine gute Reise, viel Spaß.

Kommt gesund wieder. -Mhm.

Königskuss.

Hofnarr-Kuss.

Tschüss, du Maus. -Komm mal her.

(Lautlos)

Wie bitte?

Ich sagte: "I love you." -Nee, du stummst es.

Was? "Stummen" ist überhaupt kein Wort. -Trotzdem.

Sieht aus wie "colourful". -Was?

"Colourful", "I love you", dieselben Lippenbewegungen.

Würd ich gern wieder hören. Wenn nicht in meiner Muttersprache, dann auf Deutsch.

Das ist unfair, Albanisch ist sehr schwer.

Papsi, komm jetzt! -(leise) Colourful?

Vorsichtig sein! -(Mirco) Jaha!

(Sanfte Musik)

(Lebhafte Musik)

Du hast Schuhe aus Leder an.

Aus der Haut von Kühen. Die sterben dafür.

Die Kuh ist längst tot. Die wird nicht lebendig, wenn ich die Schuhe wegwerfe.

Ich kaufe mir Stoffschuhe. -Wenn die aufgetragen sind.

Alles klar.

(Rauschen)

Big Crunch! So würde sich vielleicht der Big Crunch anfühlen.

Das Universum kollabiert zunehmend unter der Wirkung der Gravitationskraft,

bis es schließlich völlig verschwindet.

(Knarren)

Umgekehrter Urknall.

Wow.

(Dynamische Musik)

Okay, wir brauchen Stadion-Regeln.

Super Idee. -Regel 1:

Kein Spiel darf abgebrochen werden. Wir müssen bis zum Ende bleiben.

Okay. -Regel 2:

Wir sitzen immer bei den richtigen Fans. -Die stehen aber meistens.

Dann stehen. -Da ist es eng. Man berührt sich.

(Stimme) Jason entscheidet, ob man ihn berühren darf.

Er entscheidet, ob man ihn berühren darf.

Regel 3: Spieler dürfen nicht zu viele bunte Schuhe tragen.

4: Es darf nicht alles voll mit Werbung sein.

5: Es dürfen keine Nazis unter den Fans sein.

6: Das Maskottchen darf nicht peinlich sein.

7: Es muss Wert auf Umwelt und Nachhaltigkeit gelegt werden.

8: Die Spieler dürfen keinen Einschwörungskreis machen.

Das sind aber ganz schön... -Guten Morgen.

Interesse an einer Versicherung? Auto? Hausrat?

Sie arbeiten bei der Deutschen Bahn. Wieso verkaufen Sie Versicherungen?

Ich hab 'nen Clown gefrühstückt. -(Saftiges Beißgeräusch)

Papsi, 'nen echten Clown? -Nein, nein, er macht nur Spaß. Das...

Ich nehme das Chili con Carne bitte. -Das Chili. Für dich, mein Kleiner?

Ich bin nicht klein. -Oh, sorry. -Ja.

Großer, hm? -Ja.

Also ich nehme einmal die Nudeln mit der Tomatensoße.

Aber die Soße neben die Nudeln, nicht drauf. Verstanden?

Hab ich verstanden. -Die Soße darf die Nudeln nicht berühren.

Wollen wir's mal anders probieren? -Nein.

Aye, aye, Sir. Kriege ich ein "bitte"? -Nein, ich sag nie "bitte" und "danke".

Heute ist ein besonderer Tag. Wir probieren's. -Nein.

Warum sagt er: "Aye, aye, Sir."?

Wir sind doch nicht auf dem Schiff. -Das ist ein superlustiger Geselle.

Der ist nicht superlustig. -Nein, das war ironisch.

Mit "lustig" meine ich "unlustig". Ist 'ne Floskel, macht keinen Sinn.

"Ergibt". "Macht Sinn" ist falsch. -Apropos machen,

ich muss jetzt echt arbeiten, okay?

Danke.

So.

(nachhallend) Einmal die Nudeln. Und das Chili.

(Stimme) Keine Soße an den Nudeln. -Sie berühren sich.

Die Soße berührt die Nudeln. -Sie darf die Nudeln nicht berühren.

Sie berühren sich. Soße und Nudeln.

Das sind drei winzige Stellen. Alles gut.

Nein! Die Soße darf die Nudeln nicht berühren!

Ich hab das extra gesagt! -Im Bauch vermischt es sich sowieso.

(Stimme) Berühren. -Regel ist Regel! Mach was!

Es ist überhaupt... -Jetzt!

Okay. Ist gut, ist gut. Ähm... Entschuldigung.

Gibt's ein Problem? -Die Soße sollte extra...

Ist sie doch. -Die Soße darf die Nudeln nicht berühren!

Könnten Sie uns 'ne neue Portion bringen, die Soße in 'nem Extragefäß? Ich zahl es.

Ja. -Nein!

Nein? -Nicht wegwerfen!

Kein Problem, ich esse die bekleckerten Nudeln.

Okay? -Nein, ich teile mein Essen niemals!

Jason, jetzt drehen wir uns im Kreis. -Die Soße läuft drüber!

(Stimme) Die Soße darf die Nudeln nicht berühren.

Wir regeln das. -Friss deinen Scheiß alleine!

Jason! -Sie müssen ihm Grenzen aufzeigen.

Er meint das nicht so. -Papsi!

Lös das Problem! -Sie müssen ihm sagen...

Kümmern Sie sich um Ihre Suppe, okay? -Lös das Problem!

Ja. -Kleiner Diktator.

Nennen Sie meinen Sohn nicht Diktator! -Ich bin nicht klein!

Pack zusammen.

Shit!

(schrill) Man darf kein Essen...

... verschwenden!

Ich hatte es ihm extra gesagt. -Ich weiß.

Okay, neuer Plan.

Wir fahren heim, gucken "Sportschau". Da ist es trocken und warm.

Vielleicht kommt sogar Opa vorbei. -Wenn du dein Versprechen brichst,

verzeihe ich dir das niemals.

Guck mal...

... Mario Götze, der hat das WM-Tor geschossen.

Super Fußballer. Aber dann ist er zum FC Bayern gegangen

und hat nicht mehr gut gespielt.

Was ich sagen will:

Nicht jeder Mensch ist für jede Umgebung geeignet, und das ist völlig okay.

Verstehst du?

Ich bin nicht Mario Götze, und ich hab Hunger.

Okay. Nach Hause will er nicht? Er muss völlig überfordert sein.

Er sollte doch selbst entscheiden, was er sich zutraut, oder?

Äh, wenn er so langsam weiterisst, verpassen wir eh den Zug.

Dann sind wir kurz vor acht zu Hause. -Passt auf euch auf.

Colourful. -Colourful.

So, Jay-Jay.

Aufgegessen? Ah ja.

17 von 29 Maiskörnern. Immerhin.

(ungeduldig) 18 von 31. -Was?

War ein Witz. Ich bin nicht Rainman.

(Trommeln)

(Fans) Hier regiert der FCN!

Hier regiert der FCN!

Hier regiert der FCN!

Komm, wir machen 'ne Luftblase. Komm.

(Stimmengewirr)

Du siehst, dass es eng wird? -Ja.

Ähm, dass nicht alle ganz nüchtern sind?

(Sie singen.)

Äh, ja. -Dass man, ähm...

Dass man abgetastet wird, wenn man reinwill?

(zögerlich) Ja. -Und das ist alles okay für dich?

Äh... ja.

Du brichst ab, wenn's dir zu viel wird.

Mir... -Wir wählen ein Codewort.

Du benutzt es oder nicht, wie du denkst. Wir sagen einfach... "Umschaltspiel".

Was heißt das? -Umschaltspiel ist,

wenn man von Angriff auf Abwehr umschaltet und umgekehrt, okay?

Äh, Papsi...

Ein Erwachsener und ein fast Erwachsener.

Nordkurve.

Nee, bitte nahe Nordkurve.

(Sprechchor von Fans) -(Verkäufer) Block 42, 50 Euro.

(Mirco) Aber für beide? -Ja.

Viel Spaß! -Danke.

(Fans) Hier regiert der FCN!

Hier regiert der FCN!

Hier regiert der FCN! Hier regiert der FCN!

(Rattern) -(Fans) Hier regiert der FCN!

(Lautes Stimmengewirr)

(Fans) Hier regiert der FCN!

Hier regiert der FCN!

(Fangesänge)

(Leise monotone Musik)

Alles klar, viel Spaß beim Spiel! Weiter!

Warum werde ich nicht abgetastet? -Kinder können auch so rein. -Komm.

Ich bin kein Kind. Also abtasten.

Hätte ich Pyro dabei, würden Sie arbeitslos.

Alles klar, komm her. Arme auseinander!

(Dumpfes Rauschen, schrille Töne)

(Knistern)

(Ordner) Was haben wir denn da? Buh!

Alles klar, nur ein Späßchen gemacht. Auf geht's.

Viel Spaß beim Spiel! -(Musik im Stadion)

(Lied) ... ist unser FCN

Sein Stern, er wird für immer

Am Fußballhimmel steh'n

(Fans singen mit) Die Legende lebt Wenn auch die Zeit vergeht

Unser Club Der bleibt besteh'n

Die Legende lebt Wenn auch der Wind sich dreht

Unser Club Wird niemals untergeh'n

(Applaus)

(Fangesänge und Getrommel)

(Anpfiff)

(Trommeln) -(Pfiff)

(Geschrei)

(Knistern) -(Pfeifkonzert)

(Fans) Schiri, du Hurensohn! Schiri, du Hurensohn!

Schiri, du Hurensohn! -Was singen die da?

(Fans) Schiri, du Hurensohn! -Äh, ich versteh's auch nicht so richtig.

Kannst du mal nachfragen? -Na... Nachfragen?

"Schiri, du Uhrensohn" singen die. -Der Schiri hat ja die Uhr.

Ach so, Uhr... Uhrensohn. Ja na klar!

Schiri, du Uhrensohn!

Schiri, du Uhrensohn!

Seid ihr das erste Mal hier? -Ja, wir suchen 'nen Lieblingsverein.

Oh, das haben wir auch durchgemacht. -Ja?

Ja. Ist gut, wenn's nicht einfach die Bayern sind.

Da lernst du nix fürs Leben. -Außer gewinnen.

Ein Tipp. 2:1 ist das optimale Ergebnis, um einen Lieblingsverein zu finden.

Wieso? -Du brauchst 'nen Sieg.

Und ein Gegentor.

6:0 schraubt die Erwartungen so hoch, dass du im Anschluss enttäuscht wirst.

Aber heute bei den Clubberern ist 2:1 nicht unwahrscheinlich.

1:1 ist aber noch wahrscheinlicher. -Clubberer?

Na ja, so heißen die Nürnberger.

1. Fußball-Club Nürnberg.

Aber so können die Spieler von jedem Club heißen,

zum Beispiel 1. Fußball-Club Kaiserslautern

oder der 1. Fußball-Club Köln.

Die könnten sich auch Clubberer nennen. -Ja so heißen sie aber nicht.

Ja könnten sie aber! Das ist nicht logisch, Papsi.

Okay. Also... kein Lieblingsverein.

Was ich auch nicht verstehe: Warum Uhrensohn?

Wie kann man denn ein Sohn einer Uhr sein?

Das, das weiß ich jetzt auch nicht so... -(Pfiff)

Oh Mann! Mann!

(Trommeln)

Papsi! -Hm?

Wir fahren nach Berlin! -Cool!

Alte Försterei! -(leise) Das ist wieder so weit weg.

(Fans singen) Eisern Union

Oh-oh-oh, oh-oh!

(Dumpfes Rumsen)

Alles okay?

(Fans singen) Eisern Union!

(von Band) Wer spielt immer volles Rohr? -(Fans) Eisern Union, Eisern Union

(Band) Wer schießt gern ein Extra-Tor? -(Fans) Eisern Union, Eisern Union

Eisern Union

Immer wieder Eisern Union

Eisern Union Immer weiter ganz nach vorn

Mit Eisern Union

(Anpfiff) -(Jubel)

(Trommeln)

(Fans singen) Eisern Union

(Trommeln)

Alles klar? -Ja.

(Sanfte, harmonische Musik)

(Stumme Szenen, nur Musik)

(alle) Tor!

(Mann) Tor! -(Stadionsprecher) 1. Spielminute:

Tor für den 1. FC Union Berlin! -Wir setzen uns hin.

Torschütze: unsere Nummer 14... -Ja?

Guck, was mit der Anzeigentafel passiert.

1. FC Union Berlin: -(Fans) Eins!

Krass.

Und? Lieblingsverein?

Elf Spieler mit fünf verschiedenen Schuhfarben.

(Rockige E-Gitarren-Musik)

Ja.

(Song) Wir sammeln Diamanten Treffen alte Bekannte

Wir liegen uns in den Armen

Egal, wer wir mal war'n

Hier ist unser Herz

Unsre Tränen, unser Glück

Hier ist unser Herz

Königskuss. -Wir dreh'n nicht mehr zurück

Bist unser Alles

Immer und ewig

Hier geht alles

Hier sind wir König

Oh-oh, oh-oh-oh-oh...

(Stumme Szene, nur Musik)

(Song) Ihr seid uns herzlich willkommen

Ob Rebell oder Freund

Haben's mit allen aufgenommen Und wir haben's nie bereut

(Fans singen) Steht auf Wenn ihr Schalker seid

Steht auf Wenn ihr Schalker seid

Steht auf Wenn ihr Schalker seid

Ich steh nicht auf, ich bin ja kein Schalker.

(Song) Hier ist unser Herz Unsre Tränen, unser Glück

Hier ist unser Herz

Wir dreh'n nicht mehr zurück

Bist unser Alles

Immer und ewig

Hier geht alles

Hier sind wir König

Oh-oh, oh-oh-oh-oh

Oh-oh

Oh-oh-oh-oh

Oh-oh

Oh-oh-oh-oh

Oh-oh

Oh-oh-oh-oh

Papsi! Und ich will doch selber in einem Fußballverein spielen.

Was? Wieso denn das? -Opa hat gesagt, ich soll's ausprobieren.

Das finde ich erst mal gut.

Aber du weißt, das ist ein Kontaktsport.

Mhm.

(Trainer) Auf geht's! Hoch! -Sie tragen alle bunte Schuhe.

(Trainer) Gut.

Das wird bestimmt toll.

Nur wenn wir gewinnen. -Ist nicht so wichtig.

Hauptsache, du hast Spaß. Wo spielst du?

Na ja, hinten in der Kette. -Wow. Super, großartig.

Jason, auf geht's! Kommst du?

Wenn irgendwas ist, also... wenn du dich nicht wohlfühlst,

dann lass dich austauschen, okay? -Okay.

Okay. -(Trainer) Kommt her!

Komm.

Na komm.

(Kind) Los, komm jetzt. Ja, los!

(Trainer) Hey. -Oh nein.

Was hat er denn? Komm. -(Junge) Ach, egal.

(Trainer) Zicke, zacke! -(Kinder) Zicke, zacke, zicke, zacke!

Hoi, hoi, hoi!

(Pfiff) -(Trainer) Los geht's!

Huhu! Auf geht's!

(Anpfiff) -(Trommeln)

Ball laufen lassen. -Geh dahin!

Fünferkette im Spiel gegen den Ball! -Jason, lass. Mach einfach weiter.

Nicht rumlaufen! Fünferkette!

Shit. -(Jason) Fünferkette!

Au! -(Jason) Trottel!

(Trommeln)

Warum hast du den nicht gehalten? Schlimmer als Pannen-Oli!

Der hat 'nen Ball in sein Tor geköpft! Gibt's doch nicht!

Springen kannst du auch nicht wie ein Torwart! Viel zu klein!

Halt den doch einfach! -(Trainer) Jason! Jason!

Komm her.

Jason, das geht so nicht. In einem Team macht man anderen keine Vorwürfe.

Vor allem nicht auf dem Platz. -Der ist schlecht.

Ey, Jay.

Du beschimpfst niemanden mehr. Willst du noch mal rein?

Ich kündige. -(Trommelschlag)

Ich... -Wir sind für Inklusion, aber...

Tut mir leid, aber... danke für den Versuch.

(Sanfte Gitarrenmusik)

Papsi. -Hm?

Ich glaube, ich mache mal 'ne Pause vom Selberspielen.

Vielleicht mache ich irgendwann ein Comeback.

Meine besten Jahre kommen ja noch.

Stimmt.

(Jason) Und bevor du mich fragst, ob ich weiß, warum der Torwart weinte:

Ja, weiß ich. -Okay.

(Jason) Aber er ist ein schlechter Torwart.

(Sanfte Gitarrenmusik)

(TV) Voyager 1 hat unser Sonnensystem verlassen.

Ich hab heute über das Wrong-Planet-Syndrom gelesen.

Ah ja? -Ja.

Darin stand, dass Autisten oft das Gefühl haben,

auf dem falschen Planeten gelandet zu sein.

Weil sich alle im Umfeld ganz anders verhalten als sie selbst.

Weißt du, Jason,

als das damals zu uns kam, mit deiner Diagnose,

da hab ich zu deinen Eltern gesagt: "Jason ist schon richtig, so wie er ist.

Er erinnert mich an meinen Vater.

Der war auch so.

Einfach...

... besonders."

Ja.

Ich mochte meinen Vater,

deinen Urgroßvater.

Sehr.

Und deshalb kommen wir vielleicht auch so gut miteinander aus. Ich versteh dich.

Und wenn die anderen dich nicht verstehen, dann...

Aber ich handle logisch und nachhaltig effizient.

Nur die anderen halt nicht. -Ich versteh das.

(Fangesänge und Trommeln)

(Sprechchöre)

(Stadionsprecher) Last, not least Nr. 44: Josip...

(Fans) ... Stanišić!

(Musik im Stadion)

Das Stadion besteht aus 2784 Luftkissen. -Ah nee.

Man nennt es auch Schlauchboot. -Äh...

(Fans singen) FC Bayern

Forever number one

You can call us The champions of the world

FC Bayern, forever number one

We're much better than...

FC Bayern

Forever number one

Die singen: "Forever number one." -Äh... ja.

"Forever" heißt "für immer", also auch künftig.

Aber das können sie gar nicht wissen, was passieren wird.

(Jason atmet schwer.) -Gescheiter Bub.

Das gefällt mir. -(Fans singen) FC Bayern

Forever number one

You can call us The champions of the...

Papsi!

Fortuna! -(Lucy beginnt zu schreien.)

(Fangesänge und Trommeln)

Papsi, da ist ein Aufzug. -Den müssen wir nicht fahren, oder?

In der Vereinbarung... -Ja, aber wir müssen ins Stadion.

(Fans singen) Fortuna, olé, olé, olé!

(Blues-Musik)

Regel Nr. Dings:

Keinen Spielbeginn verpassen. -Die Regel gibt es nicht.

Willst du die Einlaufmusik verpassen? Yes!

(Lied) 95 olé

95 olé

95 olé

95 olé, 95 olé -Wir sitzen da oben.

Na komm.

(Fans singen mit) 95 olé

95 olé

95 olé

95 olé

95 olé

Olé, olé

95 olé

95 olé, 95 olé

95 olé

Mann, das ist so toll hier, oder? Die Fans, die Stimmung,

das Stadion, oh, das packt einen so.

Im Innersten.

Stimmt's?

Hey, hey, hey, es ist völlig in Ordnung.

So wie dir jetzt ging's mir damals auch, und da wusste ich: Das ist mein Verein.

Mensch, wir beide! Fortunen! Ich freu mich so.

Ich hab Rauch in den Augen, deswegen tränen die so.

(Gesang) 95 olé

95 olé -Ach so.

95 olé

95 olé

95 olé

(Rockmusik)

95 olé

Ich will auf die Süd.

Wohin?

Auf die Süd. So nennt man die Fantribüne in Dortmund.

Ist die beste der Welt. -Sagt wer?

Mami.

Sagen alle. Wenn du das nicht weißt, bist du kein Fußballfan.

Ich weiß, was die Süd ist, danke.

Und ich weiß, was da los ist. 25.000 Fans dicht an dicht.

Die grölen und singen 90 Minuten am Stück.

Weiß nicht, ob du das packst. -Du hast es versprochen.

Und es ist Mamis Lieblingsverein. Lös das Problem, ich will auf die Süd.

(Signal zum Unterrichtsende)

(Kinder reden laut durcheinander.)

(Fangesänge)

(Trommeln)

(TV) Die Südtribüne meldet sich laut. -Die gelbe Wand, so was gibt's nur da.

Und da...

... stehen unsere beiden jetzt, mittendrin.

(Fans) BVB!

BVB!

BVB!

BVB!

BVB!

BVB!

BVB! -Guck mal, wir sind da drüben.

BVB!

BVB!

(Mirco) Dahinten.

(Knisterndes Rattern)

(Sprechchöre)

Sorry, Entschuldigung.

(Fangesänge) -Jason, dahinten ist eine Lücke.

(Dröhnende Fangesänge)

Hier, hier ist gut. Hier ist gut, okay?

Siehst du was?

(Sprechchöre)

Ah!

(Lied) When you walk

Through a storm

Hold your head up high

Mein Sohn ist Autist! Er ist Autist!

(Lied) Walk on through the wind

Walk on...

... through the rain

Though your dreams be tossed...

... and blown

(Fans singen mit) Walk on

Walk on

With hope in your heart

And you'll never walk...

... alone

You'll never walk...

(Anpfiff) -(Jubel und Trommeln)

(singen) Auf geht's, Dortmund!

Rote Karte! Rote Karte!

Okay? Zu laut? -(Ohrenbetäubender Lärm)

Nein, es geht.

(Trommeln)

(Pfiff, Jubel)

Ah! Ah! -Da hab ich nicht dran gedacht.

Ah, ah! -Jason, schau mich an, schau mich an.

Wir gehen ins Hotel, wir ziehen dir was Trockenes an, okay?

Wir gehen ins Hotel. Alles gut?

Nein. -Nein?

Nein. Wir bleiben bis zum Abpfiff.

Nein.

(Fans rufen) Heja BVB, heja BVB!

Heja, heja...

(Song) Walk on

Walk on

With hope... -(Nicht zu hören)

... in your heart

And you'll ne... -Okay?

...ver walk...

... alone

Was für ein Teil! Was für ein Teil! -Ja.

Papsi. -Ja?

Das war großartig. Mein Herz hat schneller geschlagen.

Das war toll. -Aber...

Der ganze Beton hat gebebt, wirklich. -Normalerweise...

Diese Bierdusche, da hättest du voll ausrasten müssen.

Hier nicht. Ich weiß jetzt, was ich ertragen muss, um das zu genießen.

Papsi, im Stadion mach ich die Regeln! Rebellische Regeln.

Wir sind die Wochenend-Rebellen. -Wochenend-Rebellen?

Wochenend-Rebellen. -Finde ich gut. Finde ich gut.

(Klimpern)

Ich würde gern mein Malzbier erheben...

Warum zwinkerst du mir zu?

Ich glaube, ich kann sagen,

wir haben ihn.

Lieblingsverein, wirklich? -Und es ist... Borussia Dortmund!

Nein! Schön. -Mann, ja. Und er war so toll.

Wir waren auf der Süd, und er hat sich... -Warum lügst du?

Ich habe keinen Lieblingsverein.

Aber dein Herz hat doch schneller geschlagen.

Na und? -Alles war perfekt.

Saubere Klos, keine Verschwendung von Ressourcen, weltbeste Stimmung.

Und was ist das hier?

Emma. -Wir sagten, keine blöden Maskottchen.

Ich sage dir, die ganze Welt ist neidisch auf die Süd.

Nicht mein Verein, aber er ist top.

Wie kannst du das wissen, wenn du nicht bei allen warst? Das ergibt keinen Sinn.

Was, wenn dir keiner von den 56 gefällt? -Dann suchen wir in Europa.

In Europa? -Jo.

Wah.

In Europa gibt es Hunderte von Vereinen. -215.000.

Was? -Es gibt nicht Hunderte, sondern 215.000.

Und du willst alle sehen? -Ja.

Tut mir leid, aber so alt wirst du nicht.

Das weißt du nicht. Daran wird geforscht. Samstag fahren wir zu Verl gegen Aue.

Da fahren wir nirgends hin, da muss ich arbeiten.

In Riga, und das weißt du seit Monaten. -Ich habe mich bemüht!

Und du hast gesagt, an den Wochenenden fahren wir ins Stadion!

Samstag ist Wochenende!

(Lucy brabbelt.)

(Tür wird zugeknallt.) -Wart ihr wirklich auf der Süd?

Ja. -Woah. Die besten Fans der Welt.

Woher willst du das wissen? Hast du alle gesehen?

(demütig) Ich hab mich noch nie bei dir bedankt.

Ich weiß nicht, wie du das alles hingekriegt hast, Tag für Tag.

Fällt dir was auf?

Ich war beim Friseur. -Hab ich gesehen.

Hast du nicht. -Toll. Ich hab's gesehen.

(Tür wird geöffnet.) -Ich komme mit.

Äh, wohin? -Nach Lettland.

Nein. -Doch.

Nein. -Doch, ich hab die Stadien gegoogelt.

Ich will zu Valmieras FK ins Jāņa Daliņa Stadion.

Da.

Da gibt's ein Spiel? -10:30 Uhr, Valmieras FK gegen Riga FC.

Valmieras FK gegen Riga FC? Klar, ist ein Klassiker.

Ist viel zu weit. Kommt nicht infrage. -Ist bisher irgendwas schiefgegangen?

Hab ich uns in Schwierigkeiten gebracht?

Nein.

Okay. Hey, warte mal, warte mal.

Diesmal hab ich ein paar Regeln.

Der Termin ist echt wichtig für uns alle, den darf ich nicht verbocken. -Okay.

Ich mache den Plan, und es gibt keine Abweichungen. -Okay.

Der Job hat absolute Priorität.

Du setzt dich dort ruhig in eine Ecke, bis ich fertig bin. -Ja.

Traust du dir das zu? -Ja.

Gut.

Ach so. Und diesmal habe ich das Codewort, ja?

Wenn ich sage: "Umschaltspiel", machst du, was ich sage, ohne Diskussion.

Okay. -Versprochen?

Versprochen, wenn wir das Spiel schauen.

(Mirco) Deal.

(Dynamische Musik)

So, los geht's. Zwei Männer auf großer Fahrt.

(Hardcore-Punk-Musik)

Was singen die da? -"War Inside My Head" heißt das Lied.

"Krieg im Kopf", ein Lied über mich. -Was? Was meinst du?

In meinem Kopf sind so viele Gedanken gleichzeitig,

und sie passen nicht zusammen.

Wie damals im Zug. -Ja.

Die Nudeln mit Soße konnte ich dem Kellner nicht zurückgeben,

um nichts zu verschwenden.

Und dir auch nicht, weil ich kein Essen teile.

Das ist wie bei einem Computer,

der Befehle bekommt, die sich widersprechen.

Da crasht das System.

Verstehst du? -Mhm.

Oder wie Krieg im Kopf.

(Dynamische Musik)

(Song) I've been dreaming again last night

You showed up to the war in my mind

Sneaking up quietly

To the place beside me

Blue flowers among green leaves

The fabric on a golden skin

Wow.

And I saw you wearing every color

I saw you lying in the summer

No, I never wanna wake the truth

Play your role in every other dream

Leave the illusive taste Of what there could have been

You don't hold me tight...

Hey, zum Hotel geht's da lang. -Ich will dir was zeigen.

Aber es ist Nacht. -Ja eben.

Lettland hat eine besonders geringe Lichtverschmutzung.

Wo gehst du denn jetzt hin? -Zum Stadion!

(Song) ... of what there could have been

You don't hold me tight

But still won't leave me

(Mirco) Ohne Menschen auch ganz schön. -Es ist immer schöner ohne Menschen.

Nur mit dir und Mami ist es schön.

Zeig mal, wie spät ist es? -Äh, es ist... ist kurz vor halb zwölf.

Ja, genauer.

Komm, komm, schnell! -Was ist denn jetzt schon wieder?

(Jason) Komm! -Wo willst du denn hin?

(Jason) Na, zum Mittelkreis.

Gib mal deine Uhr.

Kurz noch...

(Mirco lacht.)

Woher weißt du das? -Gegoogelt.

Hier kommen viele Leute her, um das zu sehen.

Wie hier die Lichter ausgehen? -Nein. Da.

(Zarte Musik)

Wow.

(Sphärischer Frauengesang)

(Jason) Weißt du, wann es noch viel stärkere Polarlichter gab,

die man noch viel weiter sehen konnte? -Wann?

(Jason) 1859.

Man nennt es das Carrington-Ereignis.

Was war da?

(Jason) Es traf ein so großer Sonnensturm die Erde,

dass auf der ganzen Welt die Telegrafenleitungen durchbrannten.

Und da waren die Polarlichter sogar bis nach Hawaii zu sehen.

(Mirco) Ha.

Und 2012,

da ist die Erde einem ähnlich großen Sonnensturm nur knapp entgangen.

Wenn die Erde da getroffen worden wäre, dann wären viele Menschen gestorben.

Auch du und Mami vielleicht, und mich gäbe es gar nicht.

Das wäre schade.

Ja.

Papsi,

wenn wir wieder zurück sind, dann gebe ich mir noch doller Mühe, okay?

Ich will später Astrophysiker werden,

und wie soll das klappen, wenn ich auf eine Förderschule muss?

Ich will nicht auf die Förderschule. -Das verstehe ich.

Du hast so viel geschafft.

Und ich glaube fest, wenn du das willst,

dann kannst du alles schaffen, grade du.

(Gefühlvolle Musik)

(Klackern, Sprühen)

Fuck.

Fuck!

Oh Scheiße. -Was ist los, Papsi?

Meine Tasche ist weg. Äh, sorry, sorry, ähm...

Did you see anybody? Somebody took my bag. Do you speak...

Mann! -Ich muss aufs Klo.

Wir mü... -Ich muss aufs Klo!

Wir müssen erst meine Tasche finden. -Nein! Ich muss aufs Klo!

Sorry. Excuse me. Did you see anybody with a suitcase?

A suitcase to pull... -Ich muss mal.

Gleich, gleich, gleich.

Auf Toilette. -Okay.

(Frau spricht lettisch.)

Komm schnell, komm.

(Jason hustet.)

Hier kann ich nicht gehen. (Würgen)

Das können nicht die richtigen Klos sein. Wo sind denn die richtigen Klos?

Ja guck mal, hier gehen die Leute eben auf diese... Uh...

Aber ich gehe nicht auf Stehklos. Das weißt du.

Das ist ein Stehklo und dreckig. -Okay.

Lös das Problem! Lös es jetzt! -Was soll ich denn machen?

Es gibt hier... -(Lettisch)

(schreit) Wo soll ich Pipi machen?

(Der Mann sagt etwas auf Lettisch.) -(Mirco) Ja, thank you. Thank you.

Lös jetzt das Problem! -Okay. Kannst du ausnahmsweise im Steh...

Nein, ich stehe nicht. -Okay. Komm, wir gehen raus.

Schaff ich nicht. Ich kann's nicht mehr halten.

Lös das Problem jetzt!

Ich muss mal! -Okay, okay. Gib her.

Zieh die Hose runter. Komm.

Schnell. Vorsicht.

(Lettisch)

Ziel richtig, okay? -Mhm.

(Männer sagen etwas auf Lettisch und lachen.)

What's so funny? Mind your own fucking business.

(Lachen) -(Mann) Fuck your own business.

Scheiße.

Willst du mich verarschen, Mann? -(Lettisch)

Was ist dein Problem?

Ich will aber das Spiel sehen. -Wir können jetzt nicht das Spiel sehen.

Ich muss den Zug bekommen. -Du hast es versprochen.

Es gelten meine Regeln. -Deine Regel sagt:

Du machst den Plan, und es gibt keine Abweichungen.

Der Plan war, dass wir das Spiel sehen. -Das war er, ehe ich in der Scheiße lag

und der Typ mir die Nase fast gebrochen hat.

Du sagtest, dass du pünktlich in der Filiale sein muss, nicht wie.

Okay, du bist doch ein Freund von Logik. Kann ich so 'ne Filiale eröffnen?

Nein. Ich brauch 'ne Dusche, Verbandszeug und was anzuziehen, was nicht stinkt.

Kriege ich dein Wasser? -Nein. Jeder hatte eine Flasche.

Meine ist weg. -Regel Nr. 8: Es wird nicht geteilt.

Ich will mir dir Hände waschen. Gib her! -Du hättest besser aufpassen müssen.

Danke für nichts, ey.

(Durchsage auf Lettisch)

Erinnerst du dich noch an das Codewort, wenn's richtig zählt?

Jetzt zählt's. Umschaltspiel. Komm, los. Wir müssen rennen.

Jason.

Du hast es versprochen. -Du hast mir das Spiel versprochen.

Wir haben gesagt, der Job hat Priorität. Komm, das ist kein Witz. Komm!

Nein. -Jason!

Jason, komm... -(Pfiff)

Fuck.

Das macht dir Spaß, oder? -Was?

Mich zu quälen.

Weißt du, was jetzt passiert? Den Job kann ich knicken.

Die Arbeit ist dir wichtiger als ich. -Weißt du, warum ich diesen Job will?

Warum ich so viel arbeite? Für dich.

Wir alle machen alles für dich. Wir drehen uns nur noch um dich.

Wir reißen uns den Arsch auf, jeden Tag. Für dich!

Du machst das nicht für mich. Du bist lieber bei der Arbeit als bei mir.

Ach, das...

Weißt du, was? Ja. Und weißt du auch, warum?

Weil alles einfacher ist, als bei dir zu sein, Jason.

Du setzt dich jetzt da rüber. Ich hole uns ein Taxi. Setz dich.

(Traurige Musik)

Äh... Hello, ähm...

I am right by the station, ähm...

Gott, wo bin ich. At the station of... Jason, wo...

Jason?

Jason?

Jason!

(Melancholische Musik)

(verzweifelt) Jason!

Jason!

(Unverständlich)

Jason!

Jason!

Jason!

I'm looking for my son. Jason Nawrath. Jason!

Ten years old, about 1.45 high. He is...

(Traurige Klaviermusik)

(Traurige Musik)

(niedergeschlagen) Ich hätte nicht so ausrasten dürfen.

Das wird er mir nie verzeihen.

Wenn er's nicht tut, dann weil er nicht anders kann.

Aber du, Mirco, du kannst anders.

Als ich ihn in dem Aufzug gesehen hab...

Ich glaube, ich hab zum ersten Mal was kapiert.

Der wird ein Leben lang in seinem Aufzug fahren.

Und alles, was wir tun können, ist...

... mit ihm zu fahren.

Jay-Jay!

Können wir vielleicht kurz reden?

Können wir vielleicht kurz reden, Jay-Jay?

Christiane, ich weiß, du bist sauer und hast keine Zeit.

Hör mir kurz zu. Ich geh gleich wieder. Ich hab's verbockt.

Keiner hat die Schleife durchgeschnitten, keiner hat berichtet.

Du hast mir die Chance geboten, und... ich hab dich blamiert.

Ich wünschte, ich könnt's dir erklären...

Mein ganzes Berufsleben habe ich damit verbracht, Dinge zu regeln, hinzukriegen.

Da bin ich super drin, deswegen mache ich den Job.

Aber das hier ist mein Sohn.

Den kann ich nicht regeln.

(Sanfte Musik)

Oder hinkriegen. Will ich auch nicht.

Er soll das glücklichste Leben leben, das er leben kann.

Ich will Zeit für ihn haben. Das geht mit meinem alten Job nicht.

Und für den neuen komme ich nicht mehr infrage, das ist klar.

Also... muss ich jetzt kündigen.

Jay-Jay, ich hab was für dich.

Ich komm jetzt kurz rein, ich komm...

Jay-Jay, guck mal, das Olympiastadion ist doch unser letztes Stadion.

Es gilt als eins der Top-10-Stadien, und ich dachte mir,

was ist, wenn wir da alle zusammen hinfahren?

Quasi als Familienausflug. Nach Berlin.

Weißt du, wer spielt?

Hertha gegen Dortmund. Ist doch irre.

Ich schiebe dir die Karten durch. Kannst du nur mal anschauen.

(Schritte)

War nicht leicht, die Karten zu bekommen. Opa und ich mussten zocken.

Hey, Jay-Jay, können wir uns nicht einfach wieder versöhnen?

Das kommt doch sicher von "Sohn", oder? "Versöhnen".

Es kommt von "Sühne", und die Antwort ist: Nein.

Gib her, komm.

Na ja, war 'ne Idee mit dem Fußball.

Weißt du, es geht nicht nur um heute oder morgen.

Es geht doch auch darum, was ist, wenn wir mal nicht mehr da sind.

Wenn keiner mehr da ist, der... 'ne Luftblase um ihn bildet.

Was dann?

Ich weiß.

Wusstest du, dass 1859 so ein krasser Sonnensturm war,

dass überall die Leitungen durchbrannten? -Nein.

Ich glaube, ich hab 'ne Idee.

Ich brauche deine Hilfe.

(Dynamische Musik)

Und in diesem Forschungszentrum kann ich richtig forschen? -Bestimmt.

12,4 Kilometer in 46 Minuten.

Wie praktisch so ein Lastenfahrrad ist! -Superpraktisch.

Was macht der hier?

Na, Jay-Jay. Ich hab 'ne Überraschung für dich.

Ich warte auf dich.

Viel Spaß!

(Lucy brabbelt.)

Willkommen im Kids-Club. -Ich will in keinen Kids-Club.

Wieso nicht? -"Kid" bedeutet "Kind".

Und ich bin kein Kind. -So?

Ja. Und ich bezweifle, dass man sich dort für Quantenmechanik interessiert.

Aber du kennst dich damit aus? -Ja.

Du bist... -(beide) Zehn.

Zehn. Die Jugendgruppe ist ab zwölf. -Ich will den Professor sprechen.

Du kannst auch mit mir reden. -Mit dem Professor!

So, dieser junge Mann hier wird dir jetzt mal die Quantenmechanik erklären.

Ich bin Prof. Sieben. Hallo.

Nawrath. Das ist Jason.

Er hat keine Ahnung. -Das stimmt.

Toll, dass du dich dafür interessierst.

Interessierte junge Menschen sind die Zukunft in der Wissenschaft.

Das bin ich. -Wenn das so ist,

hast du was vom Pauli-Prinzip gehört?

Das Pauli-Prinzip hat nichts mit dem Fußballverein St. Pauli zu tun.

Nein, das hat es wirklich nicht.

Die Tatsache, dass quantenmechanische Teilchen ununterscheidbar sind,

führt zu einer antisymmetrischen Wellenfunktion für fermionische Teilchen.

Bei Vertauschung kommt es zum Vorzeichenwechsel der Funktion.

Daraus resultiert, dass zwei Teilchen

niemals in allen Quantenzahlen identisch sind.

Ähm...

Ich glaube, ich habe da etwas, was dich interessieren kön...

Wir gehen einfach hinterher. -Wenn Sie mir bitte folgen würden.

(Lautlos)

Ja.

(Sphärische Klänge)

Hierauf sind wir besonders stolz: unser Planetarium.

Lust auf einen kleinen Ausflug ins Weltall?

Nun heben wir von der Erde ab und verlassen das Sonnensystem.

(Sanfte Harfenklänge)

(Sieben) Hier sehen wir einen planetarischen Nebel.

Planetarische Nebel haben nichts mit Planeten zu tun.

(Jason, leise) Aber er existiert nicht länger als einige zehntausend Jahre.

Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Sternenleben ist das sehr kurz.

Wenn du einmal die Woche zu uns kommst, kannst du da noch viel öfter hochgucken.

Und an der Chaostheorie forschen?

(erfreut) Ja, das auch.

Die Chaosforschung entstand erst in den 1960er-Jahren.

Vorher dachte man, Chaos ist ein Fehler.

Jetzt wissen wir, das Chaos ist ein fundamentaler Bestandteil der Natur.

Aber da erzähle ich dir sicher nichts Neues.

Kann ich auch zweimal die Woche kommen?

(Gefühlvolle Musik)

Alles das hier hast du organisiert, stimmt's? Für mich.

Ja.

Kannst du mir verzeihen? -Was genau?

Alles, was ich in der Pampa zu dir sagte. -Nö.

Nö? -Da gibt's nichts zu verzeihen.

Es ist logisch, dass du lieber arbeitest, als Zeit mit mir zu verbringen,

wenn's für dich anstrengend ist. -Aber...

Ich kann dir nie verzeihen, dass du die Regel gebrochen hast.

Wir wollten das Spiel sehen.

Nie? -Nie.

Nie, nie. -Nie, nie.

Nie!

Ist "nie" nicht genau dasselbe wie "forever number one"?

Kann man doch nicht wissen. Ist doch in der Zukunft.

Nur, wenn du nur noch alle zwei Wochen einmal Fleisch isst, statt jede Woche.

Suchen wir noch nach 'nem Verein? -Wir fahren morgen nach Berlin.

(Trommeln)

(Gerd) Schade, dass das mit der Fortuna nicht geklappt hat.

Aber hat dir dein Papa nicht von den Allofs' erzählt?

Oder von Harry Katemann? -Wer ist Harry Katemann?

"Wer ist Harry Katemann?" Schleuder-Harry.

Wer? -Der Flankengott mit den goldenen Händen.

"Geh da mit der Birne ran, jetzt kommt Harry Katemann."

Das ist 'ne Legende.

Der konnte den Ball beim Einwurf bis vors Tor werfen. Und hart!

Konnte er auch gut schießen? -Ja klar.

Aber erst mal konnte er gut werfen. -Warum ist er nicht Handballer geworden?

(Heitere Musik)

Tja...

(Song) Lean on me When you're not strong

And I'll be your friend

I'll help you carry on

For it won't be long

Till I'm gonna need somebody to lean on

(Handy summt.)

Ist deine Chefin. -Ah nee, lass klingeln. Lass klingeln.

Hallo, hier ist Jason. -Jason?

Ach so, Jason! Gib mir mal den Papa.

Äh, hallo. Hallo, Christiane. -Hallo, Mirco. Pass auf.

Ich habe vor 28 Jahren bei Bobo angefangen, mit zwei Filialen.

Eines hab ich in all den Jahren gelernt: Wir sind eine Familie.

Hier sollen nicht Menschen für andere Familien arbeiten

und dabei keine Zeit mehr für ihre eigene haben, also:

Ich nehme deine Kündigung nicht an. Lass uns reden.

Wir kriegen das hin, dass du mehr Zeit für deine Familie hast.

Wirklich? -Ja. Und, Jason, nimm die Bayern.

Lean on me

When you're not strong

And I'll be your friend...

80 Millionen Bakterien.

For it won't be long

Till I'm gonna need...

... somebody to lean on

Zu meiner Zeit ging man im Sonntagsanzug ins Stadion.

Genau. -So alt bist du nun auch wieder nicht.

Vater, hast du die Tickets? -Ja.

Das Stadion wurde von den Nazis gebaut.

Äh... ja. -Da gehe ich nicht rein!

Was? -Papsi, ich will woandershin.

Jason. -(Fatime, Gerd) Jason!

(Mirco) Warte! -Beeilung!

Wieso? Hey, wo willst du hin? -Nach Babelsberg, 4. Liga.

Eins der schönsten Stadien im Land. Mit ausklappbaren Flutlichtmasten. Komm!

Anstoß in 43 Minuten! -Hier ist DFB-Pokal. Das war echt teuer.

Das ist mir egal! Ich geh in das Stadion nicht rein! -Okay.

Was ist das für ein Spiel? -Babelsberg gegen FC Eilenburg. Komm!

FC Eilenburg? Ich glaub, ich steh im Wald. -Komm!

Na, was darf's sein? -Ist das ein E-Taxi?

Aus regionalem Anbau. -Autos werden nicht angebaut.

War ein Witz.

Was machst du denn jetzt? -Ich löse das Problem.

Was denn nun? -Wir fahren nach Babelsberg.

Los! -Aber da spielt Hertha gegen Dortmund!

Ich weiß! -Das war teuer.

Meine Worte! -Fahrt ihr doch einfach zu zweit.

Und ich geh mit Opa und Ömchen hier rein. -Sehr gute Idee.

Ja? -Bist du sicher?

Ja. Das ist ein Vater-Sohn-Ding. Das bringt ihr zusammen zu Ende.

Bist ein guter Vater.

(Gerd) Komm. Los, jetzt komm schon! -Ja.

Babelsberg bitte.

(Ska-Musik: "One Step Beyond" von Madness)

(Mirco) Danke. -Boah, ist das ein hässliches Stadion!

Was? -Nein, Papsi. Das war Ironie.

Ir...

Hab ich's falsch verwendet? -Äh...

Es, es gefällt dir? -Ja.

Okay, Gott sei Dank.

Ja...

(Weiterhin Musik von Madness)

Viel Spaß!

Ja.

(Weiterhin Ska-Musik)

Guck mal, da drüben...

(Fans) SV Babelsberg! SV Babelsberg!

Ganz schön hier, oder? -So muss ein Fußballstadion aussehen.

Eine schöne alte Tribüne, ein schöner Rasen und Flutlichtmasten.

Und treue Fans, obwohl sie immer in der 4. Liga spielen.

Ja, aber eben 4. Liga.

Vielleicht steigen sie ja doch noch irgendwann auf. -Ja.

(Trommeln, Sprechchöre)

Komm.

Babelsberg! Babelsberg! Babelsberg!

(Pfiff)

(grölt) Geh doch nach Hause Du alte Scheiße!

Geh doch nach Hause, geh zu dir!

Hey, hey, piano, piano. -Hab dich nicht so.

Bist du 'n Zuckerpüppchen? -Nein, ich will nur nicht berührt werden.

(lallt) Ah, ist gut. Ist akzeptiert.

Scheiße kann nicht nach Hause gehen. Die hat ja keine Beine.

Geh doch nach Hause Du dumme Sau, du!

Geh doch nach Hause, hau doch ab! -(Pfiff)

(erfreut) Papsi, keine bunten Schuhe. Keine Nazis.

Das sind Pfandbecher.

Papsi, ich sehe kein Maskottchen. -Stimmt, die haben keins.

(Gefühlvolle Musik)

Ja! -Ja!

(Pfiff)

Guck. 2:1 soll das ideale Ergebnis sein, um seinen Lieblingsverein zu finden.

Papsi, ich glaube, ich hab ihn.

Was? -(freudig) Ich hab 'nen Lieblingsverein.

(enttäuscht) Papsi, die machen 'nen Kreis.

(Fans) Hey, hey, hey, hey, hey, hey!

Papsi. -Hm?

Ich muss dir was sagen.

Ich will, dass unsere Reisen nie aufhören.

Papsi, ich will die ganze Welt sehen. Mit dir.

Die ganze Welt? -Nein, das ist metaphorisch gemeint.

Niemand kann die ganze Welt sehen. Dafür ist das Leben zu kurz.

Hast du mir gesagt.

Mir geht's genauso.

Ich will auch nicht, dass das aufhört.

Papsi, ich brauche dir nicht zu sagen, dass ich dich liebhab.

Das weißt du ja.

(Sanfte Musik)

I love you.

Të dua shumë.

(Rauschen)

(Mirco) Big Crunch! -Nicht so laut, Papsi.

Ihr habt sicherlich gemerkt, dass ich in manchem anders bin als ihr.

Das ist erst mal nichts Besonderes. Jeder hier ist anders als jeder andere.

Ich kann einfacher mit Dingen umgehen, wenn ich eine Erklärung für sie habe.

Nun könnt ihr mich nicht verstehen und ich euch noch viel weniger.

Aber eine Erklärung gibt es zumindest. Und die ist, dass ich Autist bin.

Ich habe euch meine besten Stärken und größten Schwächen anvertraut.

Ich habe euch gesagt, was ich wegen meines Autismus nicht ertragen kann.

Ich habe erklärt wie gutes Zusammenleben und -arbeiten funktionieren kann,

aber auch, wie ihr mich ärgern und traktieren könnt.

Vorher wusstet ihr's noch nicht, wenn ihr mich belastet, nun wisst ihr's.

Und jeder, der das trotzdem weiter macht...

... ist ein Arschloch.

Ich hab keinmal "äh" gesagt.

(Musik: Andreas Bourani, "Auf uns")

(Song) Wer friert uns diesen Moment ein?

Besser kann es nicht sein

Denkt an die Tage, die hinter uns liegen

Wie lang wir Freude und Tränen schon teilen

Hier geht jeder für jeden durchs Feuer Im Regen stehen wir niemals allein

Und solange unsre Herzen uns steuern

Wird das auch immer so sein

Ein Hoch auf das, was vor uns liegt

Dass es das Beste für uns gibt

Ein Hoch auf das, was uns vereint

Auf diese Zeit Auf diese Zeit

Ein Hoch auf uns, uns

Auf dieses Leben

Auf den Moment

Der immer bleibt

Ein Hoch auf uns, uns

Auf jetzt und ewig

Auf einen Tag

Unendlichkeit

Wir haben Flügel Schwören uns ewige Treue

Vergolden uns diesen Tag

One love Ein Leben lang ohne Reue

Vom ersten Schritt bis ins Grab

Ein Hoch auf das, was vor uns liegt

Dass es das Beste für uns gibt

Ein Hoch auf das, was uns vereint

Auf diese Zeit Auf diese Zeit

Ein Hoch auf uns, uns

Auf dieses Leben

Auf den Moment

Der immer bleibt

Ein Hoch auf uns, uns

Auf jetzt und ewig

Auf einen Tag

Unendlichkeit

Ein Hoch auf uns

Ein Feuerwerk Aus Endorphinen

Ein Feuerwerk Zieht durch die Nacht

So viele Lichter Sind geblieben

Auf uns

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