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.
Schwester Hanna
Wolfgang Wöller
*Lockere Musik*
*Die Nonnen beten laut.*
Schon ein merkwürdiges Gefühl.
Erst ist Claudia weg, jetzt Sina. - Da waren es nur noch vier.
Jetzt hör auf zu unken, Felicitas. Ach, streitet nicht.
Leben bedeutet Veränderung, und manchmal,
da muss man Vertrautes loslassen,
damit etwas Neues entstehen kann.
Denkt nur an unser Hofladen-Cafe.
Ob wir dafür je eine Genehmigung bekommen?
Herrn Wöller gehen irgendwann die Ausreden aus.
Wir dürfen nur nicht aufhören, ihn zu drängen. Und das tue ich heute.
(Lela) Guten Morgen. - Ich... äh... Entschuldigung.
Kann ich helfen? Ja, ich suche Schwester Hanna.
Ja, das bin ich. Ach... Ich bin Helene Münster.
Ja, worum geht es denn? Also, es ist so.
Mein Sohn Kai ist querschnittsgelähmt.
Sein Pflegedienst wird von der Caritas unterstützt.
Das ist ein kirchlicher Verein, ja? Die Caritas? Ja.
Der Pfleger, der meinen Sohn betreut, Omar,
ist ein Glücksfall für uns.
Aber jetzt soll er abgeschoben werden.
Gehen wir doch in den Schatten.
Ja, gern. Kommen Sie bitte mit.
Bitte schön, kommen Sie rein.
Setzen Sie sich.
Danke. Also, worum geht es?
Omar... Warten Sie, ich hab ein Foto von ihm.
Er stellte einen Asylantrag. Aber der wurde abgelehnt.
Weil Senegal als sicher eingestuft wird.
Solange er in der Ausbildung zum Krankenpfleger ist,
wird er laut Integrationsgesetz geduldet.
Ja, und wo ist das Problem?
Der Pflegedienst will die Ausbildung nicht fortsetzen.
Mein Sohn war nach seinem Verkehrsunfall völlig verzweifelt.
Er dachte an Selbstmord.
Und jetzt, dank Omar, trainiert er sogar für ein Rollstuhlrennen.
Ich verstehe nicht, warum er nicht bleiben kann.
Es gilt zu klären, warum die Ausbildung abgebrochen werden soll.
Hab ich versucht, aber keiner sagt was.
Sie als Nonne haben da doch einen ganz anderen Zugang als ich.
(Huber) Was willst du hier? Hier steht bald eine Fabrik,
die europaweit Akkus für E-Autos herstellt.
Aber da steht doch das Kloster. Noch.
Hör auf. Nicht schon wieder. Die Chinesen sind schon im Anflug!
Wieso tust du dir das noch an? Bald bist du kein Bürgermeister mehr.
Dann kommt der Kaufkanal-Fuzzi und heimst den Ruhm ein.
Ja, deswegen überlege ich, ob ich nicht doch noch einmal kandidiere.
Ohne Rückhalt in deiner Partei? "Liste Wöller".
Aber ein Wahlkampf kostet. *Er seufzt.*
Nein, bitte nicht schon wieder. Es geht um die Zukunft Kaltenthals.
Aber das kann ich nicht stemmen! Ich hole den Wanninger noch dazu.
Von dem kriegst du nichts. Nachdem du ihm die Adoption vermasselt hast.
Ich bewahrte den vor einem Fehler. Ja, auf meine Kosten.
Das Problem ist eher, dass du ihm die Freundin ausgespannt hast.
Du hast uns verkuppelt!
Du solltest dich mit ihr treffen, nicht wieder ins Unglück stürzen.
Also, Isolde tut mir gut. Ja, ja. Und gibt dir nur Möhrchen.
Willst du Unterstützung oder nicht? Ja, ich bin ja schon ruhig.
*Sina schluchzt.*
Du fehlst mir jetzt schon.
(gebrochen) Du mir auch.
*Er räuspert sich.* Um den Flug nicht zu verpassen...
Pass auf dich auf. Nun verschwinde, komm.
Alles Gute, Sina.
Danke, Hildegard. *Sina schnieft laut.*
Frau Laban, sitzen Sie nicht da wie eine Sonne, wenn sie untergeht.
Machen Sie mir bitte einen Kaffee. "Bitte"?
Einen Kaffee. Ist Alex schon da? Drin.
Ja, das läuft ja heute alles wie am Schnürchen.
Er hat "bitte" gesagt.
Gott zum Gruûe, werter Mitstreiter in Sachen Kaltenthal.
Was macht die Vorbereitung fürs Probebohren?
Ich muss nur noch den Nonnen im Kloster Bescheid sagen.
Kein Wort zu den Nonnen. Aber es findet im Klosterwald statt.
Hört die Oberin, dass wir Lithium fanden, verdoppelt die den Preis.
Die werden Fragen stellen. Seien Sie kreativ.
Gratuliere. Du bist in Top-Form für das Rennen.
Omar? - Zieh dir was an.
Du kühlst sonst zu schnell aus.
Ja.
Hast du dir überlegt, ob du bei uns einziehst?
Genug Platz hätten wir. - Deine Mutter fände das nicht gut.
Okay, Omar, was ist los? Du fandest die Idee doch auch gut.
Und nun machst du einen Rückzieher. - Kai...
(stammelnd) Ich kann nicht, tut mir leid.
Warum nicht? - Ich hör mit meiner Ausbildung auf.
Spinnst du? Das kannst du nicht machen.
Ich geh zurück in den Senegal und versuch dort, sie fortzusetzen.
Wieso? - Mach's mir nicht so schwer!
Ich kapier das einfach nicht. - Kai...
Es tut mir alles so leid.
Omar, jetzt...
Omar!
Hallo, Schatz.
Was ist denn? - Omar hört auf.
Schmeiût hin, lässt mich sitzen. - Ja. ich weiû.
Was? - Omars Chefin rief mich deshalb...
Und du sagst nichts. - Ich...
Bevormunde mich nicht, nur weil ich ein Krüppel bin.
Dann gibt es noch Probebohrungen im Rahmen der Klimaforschung,
zur Nutzung von ... Erdwärme?
Zum Prüfen des Grundwasserspiegels? Klingt gut. Da kriegen alle Angst.
Wir behaupten, eine Absenkung droht.
Eine Gefahr für die Bausubstanz. Es braucht nur noch ein Gutachten.
Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Lassen Sie sich was einfallen.
Entschuldigung, wissen Sie, wo ich Herrn Toure finde?
Wieso? Weil ich mit ihm sprechen möchte.
Sie sind doch eine Kollegin, oder?
Omar ist drin. Geradeaus und rechts.
Danke, Frau... Kolb.
Kolb.
Hallo. Wo finde ich Herrn Toure? Den Gang runter.
Danke.
Herr Toure? Ja?
Ich bin Schwester Hanna. Haben Sie Zeit?
Worum geht's? Frau Münster möchte, dass ich mich
dafür einsetze, dass Ihre Ausbildung weitergehen kann.
Man will mich hier nicht haben. Und ich will mich nicht aufdrängen.
Ich weiû nicht, wen Sie mit "man" meinen,
aber Frau Münster wünscht sich, dass Sie bleiben, und Kai auch.
Wollen Sie mir nicht sagen, was passiert ist?
Ich habe eine Kollegin sexuell belästigt.
Ist das so?
Mein Kollege Markus behauptet das.
Und seine Freundin Elvira, die ich angeblich belästigt habe, auch.
Diese Ausbildung in Deutschland zu machen,
war eine Riesenchance für mich.
Und jetzt... *Sie seufzt.*
Ja, aber dann müssen Sie sich wehren.
Sie haben Rechte. Ich habe keine Rechte.
(zaghaft) Mutter Oberin?
Ich weiû, Sie vermissen Sina, aber...
Loslassen war nie meine Stärke.
Was gibt's denn? - Haben Sie sich schon entschieden?
Ich werde mich in Rom als Leiterin der Ordenskongregation bewerben.
Alles andere liegt dann in Gottes Hand.
Auûer Ihrer Entscheidung.
Ob Sie mich gegebenenfalls begleiten.
Sie kennen meine Meinung. - Noch ist alles offen.
Der Vatikan kann eine Schlangengrube sein.
Aber Kloster Kaltenthal, das liegt ganz in der Hand des Weihbischofs.
Ja, darum muss ich mich in der Tat kümmern.
*Schelmische Musik*
*Telefon klingelt.*
Bischöfliches Ordinariat, Bruder Sibelius.
Hildegard, was kann ich für dich tun?
Hast du Neuigkeiten für mich, was Kloster Kaltenthal angeht?
Es geriet einiges in Bewegung,
ich wollte mich schon bei dir melden.
Moment, bitte. - Jenny Winter.
"Ich habe einen Termin." - Einen Moment, Frau Winter.
Es tut mir leid, ich muss weitermachen.
Ich ruf später noch mal an. Gelobt sei Jesus Christus.
Wir rufen da nicht mehr an. Wir fahren hin.
Fünf Minuten, unten.
*Motor knattert laut.*
*Vergnügliche Musik*
*Er singt.*
Am, tam-tam, ti-am...
Herr Stolpe? - Oh, Schwester.
Was machen Sie hier?
Icke komme, Sie zu entführen. - Entführen?
In die beste Gelateria nördlich der Alpen.
Das Pistazieneis da ist...
Also... - Aber wie soll ich den aufsetzen?
So rum, von oben.
Und auûerdem, ich hab keine Zeit jetzt.
Kommen Sie... Ein bisschen Dolce Vita.
Ja. - Herr Stolpe.
Ich erlebe mein Dolce Vita, wenn ich bete.
Herr Stolpe, guten Morgen. - Morgen.
Warum gucken Sie denn so traurig?
Sieht doch nach einem schönen Tag aus.
Ich... - Gelobt sei Jesus Christus.
Amen.
Und das heiût, für ein Objekt dieser Gröûenordnung
würden Sie welche Vermarktungsstrategie wählen?
Die Strategie der Diskretion, Exzellenz.
Ich habe genug Kontakte, um den Verkauf still abzuwickeln.
Was mir sehr entgegenkommt.
Erzählen Sie mir doch mehr davon.
Wie viel Zeit haben Sie, Exzellenz?
Und deshalb dachte ich, ich gebe dir als Erstem die groûe Chance,
mich in meiner Kandidatur zu unterstützen.
Also, zuerst bootest du mich bei Fürst Bertram aus.
Dann verlässt mich Isolde mit deinem besten Kumpel Huber.
Ja, und zum Dank dafür verlangst du ein bisschen Geld von mir, oder?
Ja. Weiût du, was schön wäre?
Was? Wenn du jetzt gehen würdest.
Vergiss den Fürsten. Wenn du mich fragst, der hat uns nur ausgenützt.
Wenn du meinst, ich bin der Depp... Ich wollte nie adoptiert werden.
Das hat er dir nur eingeredet.
Warum sollte der das? Um den Preis hoch zu treiben?
Ohne mich wärst du jetzt mit einem Kriminellen verwandt.
Na ja... Ich hätte Isolde zur Fürstin machen können.
Aber sie ist wieder bei Hermann.
Andere haben auch hübsche Töchter.
Ja, das mag schon sein. (seufzend) Aber keine ist wie sie.
Dann gib nicht so schnell auf.
Du hintergehst deinen besten Freund?
So richtig läuft das zwischen den beiden auch nicht.
Und ich will nicht noch mal erleben,
dass mein bester Freund im Liebeskummer ertrinkt.
(stammelnd) Soll das heiûen,
die Isolde würde wieder zu mir zurückkommen?
Wenn du willst, kann ich ja da ein bisschen vorfühlen.
Das würdest du für mich tun? Klar.
Wenn mich jemand unterstützt, den unterstütze ich doch auch. Dich.
Schau, hier rechts. Kugelschreiber ist da.
So.
Sehr gut.
Bei allem Respekt, ich weiû nicht, wieso Sie sich einmischen.
Frau Münster kam... Sie ist keine Beteiligte.
Sie ist die Mutter eines Patienten. Es geht hier nicht nur um Pfleger.
Omar ist Teil der Familie. Er und Kai sind richtig gute Freunde.
Wir streben eine für alle zufriedenstellende Lösung an.
Für Omar ist die Lösung nicht zufriedenstellend.
Er muss abbrechen und das Land verlassen.
Womit er zufrieden sein kann. Frau Kolb zeigt ihn dann nicht an.
Aber er bestreitet die Vorwürfe.
Es gibt einen Zeugen von dem Vorfall, den Herrn Specht.
Also zwei Aussagen gegen eine. *Hanna seufzt.*
Es muss doch auch Ihr Anliegen sein, Mitarbeiter zu behalten.
In Zeiten des Pflegenotstandes. Ist es ja auch.
Aber wenn ich Herrn Toure behalte, verliere ich zwei andere.
Und das kann ich mir nun mal nicht leisten.
(Jenny) Wiedersehen. - Der Herr sei mit Ihnen.
Frau Winter.
Lassen Sie mich raten. - Schwester Theodora, wie schön.
Ihr Erscheinen hat nicht zufällig mit Kloster Kaltenthal zu tun?
Sie verstehen, dass ich dazu keine Auskunft geben darf.
Einen schönen Tag noch.
Ist seine Exzellenz im Büro? - Ja, aber Überraschungsbesuche...
...schätzt er nicht?
*Klopfen*
Exzellenz? - Schwester Theodora.
Entschuldigen Sie diese Art Überfall...
Was ist denn so dringend, wenn ich fragen darf?
Es geht um Kloster Kaltenthal. Haben Sie Verkaufsabsichten?
Sagen wir, ich lasse die Situation für einen etwaigen Verkauf prüfen.
Als ich Sie neulich fragte, haben Sie gesagt...
Da brannte der Vatikan noch nicht.
Um die Brandschäden der Fresken und Gemälde zu bezahlen, ist Geld nötig.
Da gibt es andere Möglichkeiten! - Ihr Engagement in allen Ehren.
Aber selbst Sie werden mir beipflichten müssen,
dass ein Gebäude in der Gröûenordnung von Kloster Kaltenthal
für nur vier Nonnen
kein vernünftiges wirtschaftliches Verhältnis mehr ist.
Aber... - Schon gar nicht,
wenn diese mit aufwieglerischen Podcasts der Kirche schaden.
Sie hatten mir Ihr Wort gegeben. - Ich sagte:
Ich veräuûere Kloster Kaltenthal nicht ohne Ihre Zustimmung
an Herrn Wöller, mehr aber auch nicht.
Sie spielen mit dem Feuer, wenn Sie Frau Winter damit beauftragen.
Sie spielt mit verdeckten Karten.
Oh, ich danke für den Hinweis, Schwester.
Aber ich denke doch, dass ich einer Frau Winter gewachsen bin.
Wie Sie meinen, und da Sie ja grundsätzlich das Recht haben,
über meinen Kopf hinweg und gegen meinen ausdrücklichen Wunsch
das Kloster zu verkaufen, bleibt mir nur noch die Frage,
ob ich in Rom Grüûe ausrichten darf?
(drucksend) Sehen Sie, ich habe, wie gesagt, die Marktlage sondiert.
Bei einem Verkauf hole ich natürlich Ihr Einverständnis ein.
Respektive das Ihrer Nachfolgerin.
Meiner Nachfolgerin? - Schauen Sie...
Wenn wir auch in vielen Punkten oft nicht einer Meinung sind,
so bin ich doch davon überzeugt,
dass jemand wie Sie
in Rom wirklich Groûes bewirken kann.
*Klopfen* Hallo, Frau Laban.
Schwester. Ist er da?
Alex ist bei ihm. Die planen was, aber fragen Sie mich nicht, was.
Ich weiû es noch nicht. Kaffee? Danke.
Wie geht's Ihnen, da er nicht mehr zur Wahl steht?
Sie waren Ihr halbes Leben in seinem Vorzimmer.
Tja.
Ich kann mir noch nicht vorstellen, dass in der nächsten Amtszeit
ein anderer in diesem Büro sitzt.
Es gibt Gerüchte, dass er doch kandidieren will.
Was, ohne seine eigene Partei im Rücken?
Tja, bei Herrn Wöller weiû man nie. Ach so.
Ein Gutachten, das erklärt,
warum im Klosterwald Probebohrungen anstehen.
Ich bat Sie, sich eine Ausrede einfallen zu lassen.
Und Sie kommen mit einer Fälschung an.
Wenn das Schwester Hanna erfährt, dann gnade uns Gott.
Schwester Hanna. Welch Freude, Sie zu sehen.
Seit wann freuen Sie sich, mich zu sehen?
Ein Mann reinen Gewissens wird sich doch mal freuen dürfen.
Warum steht dann die Genehmigung fürs Hofladen-Cafe noch aus?
Was? Bei so reinem Gewissen.
Immer noch nicht? Herr Wöller.
Dann klemme ich mich da dahinter. Bitte.
War's das jetzt? Nicht doch.
Dann gehe ich jetzt. Nehmen Sie das mit, bitte.
Schwester Hanna? Wiedersehen.
Danke. Machen Sie's sich gemütlich.
Herr Wöller... Ja.
Es gibt da einen Auszubildenden in der Pflege,
der hervorragende Arbeit leistet, aus dem Senegal.
Aber aufgrund von ungeprüften Anschuldigungen
soll der jetzt entlassen werden.
Was hab ich damit zu tun? Die Pflegeleiterin, Frau Spahn,
die will dieser Sache nicht nachgehen, aber für Omar,
da geht es um die Existenz, der wird abgeschoben.
Wir müssen ihm helfen. Wir?
Sie sind der Bürgermeister.
Es geht um Ihre Gemeinde. Und auûerdem...
Sie sehen doch nicht tatenlos zu, wie ein Leben zerstört wird.
Gerade jetzt. Gerade jetzt?
Ja, ja, wenn die Gerüchte stimmen...
Gerüchte? Dass Sie doch zur Wahl antreten.
Sagt wer? Dann stimmt es also.
(seufzend) Also, wir sollten uns lieber
um die dringend benötigten ausländischen Pflegekräfte kümmern.
Genau. Dann sind wir uns ja mal einig.
Ja. Schön.
Was ist das denn?
(rufend) Felicitas?
Felicitas, schau mal.
Schau dir mal diese Kartons an. - Was ist damit?
Da hat irgendjemand seinen ganzen Müll bei uns abgeladen.
Ein Saugroboter.
Stell dir mal vor, wir hätten so was.
Wir müssten nie mehr fegen.
Aber dass die Leute ihre Kartons bei uns abladen, ist nicht nett.
Sieh es mal positiv, Agnes.
Derjenige warf es wenigstens nicht in den Wald.
*Kies knirscht.* Stimmt. Wir bekommen Besuch.
Grüû Gott. - Hallo.
Entschuldigen Sie die Störung, mein Name ist Emma Graf.
Ich hab Sie im Internet gefunden. - Mich? Im Internet?
Nein, nein, das Kloster. Ich hab Klöster recherchiert.
Das hier ist doch ein Kloster, oder? - Ja, schon.
Wieso? - Könnte ich Ihren Chef sprechen?
Hanna ist nicht da, sie ist unterwegs.
Wenigstens kümmert sich der Bürgermeister darum.
Ja, wenn Sie meinen, dass er da was ausrichten kann.
Ich rede mit Frau Kolb und Ihrem... *Poltern*
Ah, das ist mein Sohn Kai.
Kai, Schwester Hanna.
Hallo. Wo willst du hin?
In mein Zimmer. - Willst du nichts essen?
Ich hab keinen Hunger.
Und beim Rennen morgen werde ich nicht teilnehmen.
Ja aber ... wieso denn? - Du weiût genau, wieso.
Oje. Kai ist sauer auf mich.
Weil ich ihm nicht gesagt hab, dass Omar geht.
Ich hab so Angst, dass er wieder depressiv wird.
Wissen Sie denn schon, wer sich um ihn kümmert, wenn Omar gehen muss?
Frau Spahn hat gemeint, sie würde vermutlich Markus Specht einsetzen.
Angeblich der Einzige, der noch Kapazitäten hat.
*Hanna seufzt unterdrückt.*
So, ein Bier und ein Mineralwasser. Danke.
Brauchst du Seife und Handtuch dazu? - Ich trinke das, freiwillig.
Gut. Darf's auch was zu essen sein? Ja, Schweinsbraten.
(zögernd) Ich nehme einen Salat, ohne Öl.
Ohne? Ohne.
Wie lange willst du dir Isoldes Terror noch antun?
Nein, es geht um meine Gesundheit. Du bist das leidende Elend.
Wieso soll gesundes Leben Spaû machen?
Ich weiû nicht. Wenn Isolde dich lieben würde,
dann doch so, wie du bist, und nicht, wie sie dich will.
Du nanntest sie mal... Ja.
...die Einzige, die mich je liebte. Auch ein Wöller irrt sich mal.
Das ewige Hin und Her macht mich verrückt.
So, bitte sehr. Ein Schweinsbraten. Ja.
Wunderbar. Und ein Salat. Guten Appetit.
Danke. Wann kannst du morgen anfangen?
Womit? Den Probebohrungen im Klosterwald.
Was für Probebohrungen?
Erzähle ich dir, wenn du mich mal lässt!
Frau Kolb? Ja?
Wir begegneten uns heute Morgen schon. Ich bin Schwester Hanna.
Worum geht's? Um Herrn Toure.
Ich würde gern wissen, was vorfiel.
Er hat mich während der Betriebsfeier belästigt.
Seitdem haben Sie ein Problem mit ihm?
Oder hatten Sie das schon vorher? Elvira?
Alles okay? - Sie befragt mich wegen Omar.
Ich bin Schwester Hanna. Und Sie?
Specht. Aha.
Ich wollte wissen, was vorfiel mit Herrn Toure.
Wir haben alles gesagt. Sie ist traumatisiert.
Ja, aber... Nix aber.
Meine Freundin ist das Opfer.
Los, komm.
*Sie seufzt.*
Und Rizinusöl zum Zähneputzen?
Bekommt man davon nicht Durchfall? - Nein.
Also, hoffentlich nicht.
Die anderen jagen Sie schon nicht davon.
Mich davonjagen? Hanna, da bist du. Hallo.
Oh mein Gott.
Mein Auflauf.
Hier ist ja was los.
Ich bin Schwester Hanna. Emma Graf, hallo.
Was kann ich für Sie tun? Ja, also, es ist so.
Ich bin Schauspielerin.
Man bot mir eine Hauptrolle in einer internationalen Serie an.
Ich soll eine Nonne spielen. Eine, die grade erst anfängt.
Eine Novizin. Ja.
Das Problem ist, ich weiû nicht, wie das ist, Novizin sein.
Meine Agentin rät mir, das Klosterleben zu recherchieren.
Damit ich die Rolle glaubhaft spielen kann. Aha.
Ich weiû nicht, ob das geht, aber ich dachte an eine Art Praktikum.
Hier bei uns? Ich nerve auch nicht.
Und wie lange? Ein paar Wochen?
Ich muss erst die Erlaubnis unserer Mutter Oberin einholen. Ja, klar.
Doch ich wüsste nicht, was dem entgegen steht.
(leise) Geil.
Ich muss morgen sowieso ins Mutterhaus.
Wissen Sie, wo ich in der Nähe übernachten kann?
Wenn Sie wollen, können Sie hier in ein Gästezimmer.
So was haben Sie? Ja.
Ja, gerne. Gut.
Hier lang.
Herr Stolpe.
Ich hab doch gesagt, dass ich keine Zeit habe.
Geben Sie sich 'nen Ruck. Sie werden's nicht bereuen.
Ich bereue bereits, mich auf die Diskussion eingelassen zu haben.
Ich verspreche Ihnen das beste Pistazieneis hier.
Bitte einmal die Konventionen sprengen. Für mich.
Also gut. Aber ich sitze vorne.
Sind Sie mal Roller gefahren? - In meiner Jugend.
Also gestern.
Das ist wie "Ein Herz und eine Krone".
Audrey Hepburn und Gregory Peck.
Die zusammen nach Rom fahren.
*Motor springt blubbernd an.*
Darf ich? - Ja.
(Stolpe) Italien, wir kommen. - Juhu!
Mutter Oberin... Sie sind wie immer zu spät.
Äh, Sie wollen verreisen? Ja, ich muss nach Rom.
Darf ich fragen, warum? Die Kongregationsleitung ist vakant.
Und Sie wollen sich für den Posten bewerben?
Ich könnte im Vatikan mehr bewegen als hier.
Auch was Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche betrifft.
Ja, das wäre gut. Aber... Was täten Sie an meiner Stelle?
Ich weiû es nicht. Ich bin sehr gern hier.
Auch wenn mir unwohl ist, weil der Weihbischof Sondierungsgespräche
mit Frau Winter über den Verkauf von Kloster Kaltenthal führt.
Wie bitte? Er versicherte mir: ganz ohne Herrn Wöller.
*Hanna seufzt.*
Jetzt geht das schon wieder los.
Gibt es noch irgendetwas, was ich vor meiner Abreise wissen sollte?
Ja, es fehlen immer noch die Genehmigungen fürs Hofladen-Cafe.
Und ich wollte Sie um die Erlaubnis für einen neuen Gast bitten.
Es geht um eine junge Schauspielerin,
die das Klosterleben studieren will.
Eine Art Novizin?
Na ja, eine richtige Novizin ist sie nun nicht.
Rechnerisch wäre sie natürlich ein Neuzugang.
Dann sind Sie einverstanden?
Wenn wir damit Weihbischof Landkammer
ein wenig Wind aus den Segeln nehmen können... ja.
*Sie seufzt.*
*Friedvolle Musik*
Guten Morgen, Schwester Agnes. - Kevin, guten Morgen.
Guten Morgen, alle zusammen.
So toll, dass ihr alle helfen wollt.
Was ist denn da drauûen los? - Ach.
Agnes und ein paar Schülerinnen wollen den Klosterwald entmüllen.
Wie engagiert ihr hier seid. - Lela.
Emma. - Die Schauspielerin?
Ja. - Habe es schon gehört. Willkommen.
Ja, danke, aber erst muss noch eure Ober-Chefin Ja sagen.
Äh... Ah, die Mutter Oberin.
Ja, oder so.
Möchtest du einen Kaffee? Tee?
Einen Tee gerne. Danke. - Ja, gern.
Kann ich irgendwas tun? Helfen?
Ich muss in die Kita. Frag Agnes, ob sie Hilfe im Hofladen braucht.
Und hast du Lust, mit mir nachher ein Interview zu machen?
Interview? - Wir haben einen Podcast.
Einen Podcast habt ihr auch? - Also ja?
Ja, sofort. Unbedingt.
Sorry, aber ich bin total geflasht vom Leben bei euch.
Wie die meisten.
Unglaublich, was in der Natur landet.
Zigarettenstummel sind der häufigste Müll an der Küste.
Wirfst du einen in acht Liter Wasser,
killt das alle Kleinstlebewesen darin.
Jährlich werden sechs Billionen Zigaretten geraucht.
Hör auf, Kevin. - Ich mach doch alles, was ich kann.
In Portugal wurde ein Pottwal angespült,
der hatte 100 Kilo Müll im Bauch.
Mir wird schlecht. - Das ist traurig.
*Leises Rattern*
Wartet mal.
Hört ihr das auch?
*Rattern*
Wie viel Meter haben wir?
Wir haben gerade erst angefangen, circa 20.
Und wie viel müssen wir? Laut Mineralogie sind bis zu 250...
Herr Wöller, was machen Sie denn hier?
Fracking ist hier verboten. Eine Riesen-Umweltsauerei.
Kevin, jetzt lass Herrn Wöller erst mal sich erklären.
Schwester Agnes, wie geht es Ihnen?
Gut.
Gut. Und dir, Kevin? Und es hat eine miese Energiebilanz.
Ja, ich weiû. Aber wir sind die Guten.
Das Grundwasser ist abgesunken. Es gibt ein Gutachten darüber.
Das Grundwasser?
Aber wir brauchen unser Wasser.
Sie sollten zu Petrus beten, dass er es regnen lässt.
Ich war genauso enttäuscht, als ich das hörte.
Da bestellten wir Herrn Huber,
um herauszufinden, ob der Grund nachgegeben hat
und alles einsturzgefährdet ist. Ja.
Das Kloster inbegriffen.
Unser Kloster ist... ist einsturzgefährdet?
Ich weiû, man könnte denken, ein Fluch liegt über dem alten Kasten.
So viel Dinge, die da hier so passieren.
Ein Fluch? Aber keine Angst, Schwester Agnes.
Darum bin ich ja da. Um Böses von Ihnen abzuwenden.
Am besten, Sie nehmen die Kinder
und bringen sich in Sicherheit.
Gefährlich. Das ergibt keinen Sinn.
Wieso sollte das Grundwasser absinken?
Keine Angst, Kevin, ja? Wir klären das.
Du kannst zu Hause nachschauen, im Internet, digital.
Aber ich finde es... - Kevin.
Lass gut sein, lass uns gehen. Der Herr Wöller weiû, was er tut.
Auf Wiedersehen, Herr Wöller.
(alle drei) Auf Wiedersehen.
Omar hat das nie so gemacht. - Weil der Kanake keine Ahnung hat.
Kanaken sind die Ureinwohner der Südsee.
Und Omar kommt aus dem Senegal.
Mir egal, woher der kommt. Nun bleibt er meinem Mädel fern.
Was laberst du da für einen Unsinn?
Wer weiû, was der sonst mit deiner Mutter...
Sag mal, spinnst du? - Sei doch nicht so naiv.
Weiû doch jeder, wie die drauf sind. - "Die"?
Die Migranten. Die gehören alle wieder rausgeschmissen.
Raus.
Raus!
Ich will dich hier nicht mehr sehen.
Verschwinde, zieh ab!
Du hast sie doch nicht alle.
Was? Wo gehen Sie denn hin? - Ich hab die Schnauze voll.
Schönen Tag noch. - Was ist?
Frau Münster?
Ach. Gut, dass ich Sie noch erwische.
Ich muss längst zur Arbeit.
Ich hab mein Handy vergessen, nun ist der Pfleger weg.
Kai kommt nicht allein klar, ich muss...
Hat der Bürgermeister nichts getan? Nein.
Ich sprach erst heute Morgen mit Frau Spahn.
Das gibt's nicht. Was passiert denn jetzt?
Ich meld mich wieder bei Ihnen, ja? Ja.
Pass auf, Hasso, hiernach reagierst du auf Körpersprache und Stimme.
(autoritär) Hasso, bei Fuû.
Ha... Hasso.
Hasso, bei Fuû. *Er seufzt.*
Oh. Hallo, Hasso. Mach schön Platz.
Ja, fein, braver Hund.
Herr Meier? Können Sie mir einen Gefallen tun?
Ich brauche Ihre Hilfe. Mach ich doch gerne.
Es geht um einen jungen Mann aus dem Senegal.
Ihm wird vorgeworfen, eine Kollegin sexuell belästigt zu haben.
Ich kenne keine solche Anzeige. Weil es keine gibt.
Aber sein Arbeitgeber will ihn jetzt entlassen.
Er bestreitet es, aber will sich nicht wehren.
Das hört sich nicht unschuldig an. Trotzdem.
Ich bin überzeugt, dass er es ist.
Gibt es Zeugen des Vorfalls? Ihren Freund.
Aber ich hab das Gefühl, dass sie Angst vor ihm hat und deshalb lügt.
Wie bringe ich sie dazu, die Wahrheit zu sagen?
Gäbe es eine Anzeige, könnte man ihm oder ihr
die strafrechtlichen Konsequenzen einer Falschaussage nennen.
Aber so...
Vielleicht könnte man mit Verleumdungsklage drohen.
Danke, Herr Meier. Bitte.
Hasso, sitz.
*Sanfte Musik*
Hanna.
Gut, dass du endlich da bist. Vielleicht bricht bald alles ein.
Wie kommst du denn darauf?
Sagt Herr Wöller. Das Grundwasser ist abgesunken.
Und jetzt bohrt Herr Huber oben im Wald.
Wie, der bohrt? Um herauszufinden, ob wir alle einsturzgefährdet sind.
Einsturzgefährdet! Schon wieder? Ja.
Der Herr Wöller klang sehr besorgt.
Wo willst du denn wieder hin?
Wohin wohl? Ins Rathaus.
Sag bitte Emma, dass sie ihr Praktikum hier machen darf.
Hä?
Meine erste Rolle nach der Ausbildung war eine Magd.
Da hast du dich auch schon so vorbereitet?
Die Geschichte spielt ja im Mittelalter,
also las ich erst mal alles, was es über diese Zeit gibt.
Sachbücher, historische Romane...
Ich wollte mich reindenken und reinfühlen,
in die Zeit und in die Figur.
Und auch reinriechen. - Reinriechen?
Körperhygiene wie heute kannten die Menschen damals ja nicht.
Deswegen habe ich mich drei Wochen nicht gewaschen.
Das machte dich wohl nicht beliebt. - Nee, nicht wirklich.
Aber der Film wurde sehr erfolgreich.
Gut, dass wir uns jeden Morgen waschen.
Und euch die Zähne putzt. - Ja.
Schwester, hereinspaziert, hier wird was Tolles vorgeführt.
Es liegt alles hier für Sie bereit.
Was ist das? Ein geologisches Gutachten.
Das mich veranlasst hat, schnell zu handeln. Zu Ihrem Wohl natürlich.
Grundwasserabsenkung? Ja.
Einsturzgefahr? Ja.
Wissen Sie, was mich stutzig macht? Nein.
Dass Sie uns zu Hilfe eilen. Das ist meine Natur.
Ich kann nicht anders. In der Not wachse ich über mich hinaus.
Und was tun Sie für Omar? Welcher Omar?
Der junge Pfleger, zu Unrecht beschuldigt und ausgewiesen.
Ja, das sagen Sie. Helfen Sie mir oder nicht?
Ein Vorschlag: Wenn Sie mir versprechen,
dass Herr Huber seine Bohrungen durchführen kann...
Dann fahren Sie mit mir jetzt zur Pflegedienstleiterin zum Gespräch?
Wer hätte das gedacht, Schwester? Was?
Wir ziehen am selben Strang.
Noch dazu in dieselbe Richtung.
Dann übernimmst du bitte Frau Mandl.
Und du hast ja eh den Herrn Jacob.
*Klopfen*
Gott zum Gruûe, die Damen und der Herr.
Herr Bürgermeister. Haben Sie einen Moment?
Wir machen hier später weiter. - Sind Sie Herr Specht?
Ja, wieso? Bleiben Sie ruhig bequem sitzen.
Worum geht's denn? Im weitesten Sinne um den demografischen Wandel.
Herr Specht, ist Ihnen das ein Begriff?
Ja, klar. Das ist doch schon mal was.
Was wollen Sie von mir? Ich hab ihn nicht angezeigt.
Ich prüfe, ob ein Offizialdelikt vorliegt.
Mit entsprechenden Konsequenzen. - Konsequenzen?
Stellt sich heraus, dass Herr Toure zu Unrecht beschuldigt wurde,
würden Sie wegen Falschaussage belangt werden.
Ja, aber noch ist es ja nicht so weit.
Sie können mit der Wahrheit alles richten.
Eine Falschaussage aber würde mit Freiheitsstrafe bis zu...
Fünf Jahren geahndet werden. - Fünf Jahre?
Hat Herr Toure Sie beim Betriebsfest vor einer Woche sexuell belästigt?
Dann haben Sie gelogen. Warum?
Er ... wollte mir zeigen, wie man im Senegal tanzt.
Und dann? Es hat Spaû gemacht, bis...
Bis was? Bis Ihr Freund dazu kam.
Markus hat es falsch aufgefasst und ist explodiert.
Wieso haben Sie es nicht erklärt?
Omar war plötzlich verschwunden.
Dann wollte Frau Spahn wissen, was los ist.
Markus sagte ihr, Omar hätte mich belästigt und...
Mich hat überhaupt niemand gefragt.
Dann war's irgendwie zu spät.
Dass wir in unserer Gemeinde in der Pflege so gut aufgestellt sind,
liegt vor allem an den Fachkräften mit Migrationshintergrund.
Alle, die diesen Beruf ausüben, werden geschätzt, auch von mir.
Aber vor allem von all denen, die diese Hilfe brauchen.
Aber meine Mutter pflegt trotzdem nicht so einer.
Haben Sie nicht zugehört? Habe ich doch erklärt.
Die gehören nicht hierher. - Markus.
Was redest du denn da? - Was denn?
So bist du nicht. - Meine Meinung...
Frau Kolb nimmt die Anschuldigungen gegen Herrn Toure zurück.
Haben die dich unter Druck gesetzt?
Lass dir das nicht gefallen. - Da war nichts.
Macht doch alle, was ihr wollt.
Ich geh arbeiten. - Wirst du nicht, Markus.
Zumindest nicht für uns. Du hast dich gegen das Team entschieden.
Unser Land fährt voll gegen die Wand, und ihr kapiert es nicht.
Unser Land fährt nur dann gegen die Wand,
wenn Leute wie Sie Hass säen, Ängste schüren.
Aber das werden wir mit aller Kraft verhindern.
*Motor stoppt.* *Sie murmelt leise.*
Herr Toure! Herr Toure!
Was soll das?
Du musst nicht weg. Ich hab gesagt, wie es wirklich war.
Es tut mir leid, dass ich gelogen habe. Entschuldige.
Heiût das, ich kann bleiben?
Frau Spahn will Ihre Ausbildung fortsetzen. Sie braucht Sie.
Ich weiû nicht, was ich sagen soll. Beeilen wir uns.
Womit? Kai zu sagen, dass Sie bleiben, damit er doch teilnimmt.
Nicht teilnehmen? Ist der verrückt? Los doch. Sagen Sie es ihm selbst.
*Türklingel*
(lachend) Ah, kommt rein.
(fröhlich) Kai? Kai, du hast Besuch.
Omar?
Ich dachte, du bist weg. - Wäre ich auch.
Wenn sich die beiden nicht so für mich eingesetzt hätten.
Du bleibst hier? - Ich hab dir geholfen, du mir.
Wenn deine Mutter einverstanden ist,
zieh ich hier ein, bis auf Weiteres.
Du darfst bei uns wohnen, so lange du willst.
Unter einer Bedingung. - Was kommt jetzt?
Du nimmst am Rennen teil. Und wehe, du gewinnst nicht.
Und deshalb danke ich als Bürgermeister
und Schirmherr des Behindertensports in Kaltenhal
allen... allen,
die durch ihr groûes Engagement
die Inklusion in der Gemeinde voranbringen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Herr Salm, bitte hierher.
Ja, eine Sekunde. Hab's gleich. - Ein Foto, bitte.
*Auslöserklicken* Bitte hierher.
Kommt, wir gehen rüber zu den tapferen Athleten.
Schwester, Gott zum Gruû. Ich komm mal dazwischen.
Ja. So...
Gut trainiert, toi, toi, toi.
*Jubelrufe*
Los, Kai! - Los, los, los!
Komm!
*Jubel*
*Omar jubelt.*
*Triumphierende Musik*
Kai, ich bin so stolz auf dich. Herzlichen Glückwunsch.
Gut gemacht. Ja, auch von mir.
Ein wohlverdienter Sieg.
Vielen Dank Ihnen, Herr Wöller.
Auch für den Einsatz für Omar.
Auf den Bürgermeister ist Verlass.
Kai, ich gratuliere dir herzlich zu deinem sensationellen Sieg.
Wie fühlst du dich? - Ich, ja... Platt, aber happy.
Gute Antwort, du solltest in die Politik gehen.
Auf diese Idee kommen zurzeit einige.
Du musstest alleine mit deinem Pfleger trainieren,
weil es hier in Kaltenthal keine Behindertensportgruppe gibt?
Ja, aber ohne Herrn Wöller wär ich nicht hier. - Stimmt.
Um Herrn Wöller geht's heute mal nicht.
Heute stehen Leute wie du im Mittelpunkt.
Und das ist auch gut so. So, kommt ihr mit?
Herr Wöller? Ja.
Sie taten heute Gutes, auch wenn das etwas untergegangen ist.
Danke. Sie werden gegen ihn antreten, hm?
Würden Sie mich denn wählen?
Das bleibt mein Geheimnis.
Untertitel im Auftrag der ARD, 2021
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