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*Titelmusik*
Schwester Hanna
Wolfgang Wöller
(Sina, aus dem Handy) "So, Hanna, jetzt zu deinem Schlusswort.
Wofür stehst du ein und wofür wärst du bereit zu kämpfen?"
"Ich bin der festen Überzeugung,
dass Frauen endlich Zugang zu allen Ämtern der Kirche erhalten sollten.
Auch für das Priesteramt.
Auûerdem sollte das Pflichtzölibat abgeschafft werden.
Wenn uns das gelingt, dann wird die katholische Kirche
das Vertrauen vieler Menschen, die jetzt zweifeln, zurückgewinnen."
"Hanna, danke für deine offenen Worte."
Ist es fertig? - (Sina) Ja.
Und das können alle hören,
auch der Weihbischof und die Mutter Oberin?
Bin ich zu weit gegangen?
Warum fordert ihr nicht gleich, dass eine Frau zum Papst gewählt wird?
Ist das dein Ernst? - Nein.
Vielleicht hat Felicitas recht.
Wir können die jahrhundertealte katholische Kirche
nicht so auf den Kopf stellen.
Ich habe nicht das Bedürfnis, die Kirche zu reformieren.
Ich gehe zu Frau Krautstingl.
*Hupen* (Agnes) Ach, die Frau Pförtner.
Was ist das für Wachspapier? - Habe ich selber gemacht.
Darauf bin ich noch nicht gekommen. Wir kaufen das immer.
Ich habe noch ganz viel mehr Alltagsdinge,
die man selber machen kann, alles, um Plastik zu sparen.
Wenn Sie einen Kurs geben, ich bin dabei.
Was für einen Kurs? - Na ja, Sie sollten Kurse geben.
Schwester Hanna! Bin gleich wieder da.
Tut mir leid, dass ich Sie überfalle.
Was ist denn? Meine Schwester, Julia.
Sie ist seit Tagen von der Rolle, ich mache mir Sorgen.
Was ist passiert? Julia hat sich verliebt.
Es schien perfekt, jetzt meldet er sich nicht mehr.
Reagiert auf keine Nachrichten, scheint unauffindbar.
Ich brauche Julia im Laden, allein geht das nicht.
Die Bank sitzt uns im Nacken, Julia verkriecht sich daheim.
Na, Liebeskummer?
Eher eine waschechte Depression.
Ich dachte, wenn vielleicht mal jemand von auûen mit ihr redet...
Ja, ich kann es ja mal versuchen. Ja, danke.
Schwester Hanna!
Susie. Gelobt sei Jesus Christus.
Ja...
Was ist? Dreimal dürfen Sie raten.
Der Herr Wöller? Mhm.
Ist der Sitzungssaal dekoriert? Noch nicht.
Dann wird es Zeit.
Ich kann mich nicht um alles kümmern.
Aber Alex hätte Zeit.
Der Name wird in meiner Gegenwart nie mehr erwähnt.
Geben Sie ihm noch eine Chance. Wie weit ist die Gästeliste?
Der Weihbischof hat abgesagt. Was?
Weiû er, dass der Ministerpräsident kommt?
Er kommt "vielleicht". "Vielleicht"...
Im Glanze von 20 Jahren Bürgermeister Wöller
möchte sich jeder gern sonnen.
Tja, wenn Sie das sagen.
Wie wäre es mit einer Hymne mir zu Ehren?
Eine Hymne?
Etwas, was dem Ereignis gerecht wird.
Dieser Sänger, der damals bei der Benefizgala auftreten wollte,
wie heiût der gleich?
Freddy Braun. Genau, der ist mir was schuldig.
Und besorgen Sie mir einen neuen Referenten.
Also, Sie haben bereits den besten, den man sich wünschen kann.
Sie verwechseln Referent mit Verräter.
Ja was, haben Sie es endlich? Nein.
Diese Frau Denzer hat Alex vorgeschlagen,
als Bürgermeister zu kandidieren.
Die suchen einen neuen Kandidaten? Ja.
Oh. Alex hat den Vorschlag abgelehnt.
Aber Herr Wöller denkt, dass Alex ihn hintergehen wollte.
Frau Laban hat sicher versucht, das wieder einzurenken.
Wo ein Wöller, da kein Weg.
Ich muss sowieso zu ihm, wegen unserem Hofladen-Cafe.
Aber ich glaube nicht, dass ich ihn überzeugen kann.
(Salm, im TV) "Es ist unglaublich.
Noch einmal kurz zusammenfalten,
schon hat man nicht nur ein Wunder an Stauraum,
sondern, passen Sie auf...
Voila.
Das Ganze für nicht einmal 30 Euro.
Also, praktischer und günstiger geht nicht."
Wo er recht hat, hat er recht. Oder, Frau Krautstingl?
Bestellen Sie, was Ihnen gefällt.
Mit dem Dingsda, dem Handy, ist das doch so praktisch.
*Klopfen* Hallo, Frau Laban.
Schwester. Ist er da?
Er treibt mich mit seinen "20 Jahre Wolfgang Wöller" in den Wahnsinn.
Na ja, solange er Zeit für unser Cafe hat.
Momentan dreht sich alles um Wolfang Wöller.
Meine Damen... Guten Morgen, Herr Wöller.
Schwester Hanna. Ich arbeite an meiner Rede.
Also gut, bitte. Fassen Sie sich kurz.
Es wäre schön, wenn wir nun unser Hofladen-Cafe eröffnen könnten.
Wir hatten eine Abmachung. Ich möchte nicht unhöflich sein.
Aber ich habe im Moment keine Zeit. Mhm.
Und wenn Sie Alex Rauscher wieder einstellen?
Sie wissen doch, wie das mit Cäsar und Brutus ausgegangen ist.
Alex hat Sie nicht verraten.
Ja, man hat ihm angeboten, als Bürgermeister zu kandidieren.
Und er hat den Fehdehandschuh aufgehoben!
Aber gleich wieder fallen lassen.
Verzeihen Sie Alex und denken Sie lieber mal darüber nach,
warum Ihre eigene Partei überhaupt auf die Idee kommt,
ihn aufzustellen.
So was löst sich ganz schnell wieder in Wohlgefallen auf.
Aber was, wenn nicht?
Schauen Sie, ich bin seit 20 Jahren Kaltenthals Bürgermeister,
quasi eine Legende der Lokalpolitik.
Und daran wird sich auch nichts ändern.
Gut, dann laufen Sie von mir aus sehenden Auges in Ihr Verderben,
aber unterschreiben Sie vorher die Genehmigung für unser Cafe.
Wenn Sie mir versprechen,
den Namen Rauscher nicht mehr zu erwähnen,
wird sich dieser Vorgang sehr beschleunigen.
*Dramatische Musik*
Schwester Hildegard...
Was ist das? - Ein Geschenk.
Für wen? - Sie.
(Mutter Oberin) Sagen Sie...
Schwester Hildegard.
Ach, Herr Stolpe. - Mutter Oberin.
Ich frage Sie jetzt ganz direkt. - Nur zu.
Schwester Hildegard,
haben Sie entschieden, ob Sie mich nach Rom begleiten würden?
Ich? Nein.
Und Sie?
Noch nicht, aber ich gestehe, die Aufgabe reizt mich.
Und Schwester Hanna hat recht: Frauen haben zu wenig Einfluss
in der katholischen Kirche, wir könnten das ändern.
Die Aufgabe freut mich,
aber ich fühle mich wohl hier in München.
Ich bitte Sie, denken Sie noch einmal darüber nach.
Meine Entscheidung ist auch von Ihnen abhängig.
Ich hoffe, die wird uns nicht allzu sehr vermissen.
So, und jetzt auspacken.
Eine Sonnenbrille?
In Ihrer Sehstärke.
Partnerlook.
Entschuldigung, ich möchte mich nicht vordrängeln.
Entschuldigung, Frau Pförtner?
Julia ist oben in der Wohnung.
Da lang.
Frau Pförtner?
Frau Pförtner?
Schwester Hanna.
Ihre Schwester braucht dringend Ihre Hilfe.
Wenn Sam mir nur sagen würde, was ich falsch gemacht habe...
Sie sollten sich nicht schuldig fühlen.
So im Nichts zu verschwinden, das ist grausam.
Waren Sie denn bei ihm? Ich weiû nicht, wo er wohnt.
Sie wissen nicht, wo er wohnt? Es hat sich nie ergeben.
Wir haben uns meist in seinem Stammlokal getroffen.
Ja, dann versuchen Sie es dort. Und lasse mich noch mehr demütigen?
Ja, aber sich hier zu verkriechen, das bringt auch nichts.
Ich weiû, aber ich kann nichts dagegen tun.
Soll ich es mal versuchen?
Was soll das bringen?
Weiû ich nicht. Aber etwas muss passieren, so geht es nicht weiter.
Ich fühle mich geehrt, dass Sie bei einem Produkt
wie "Bürgermeister von Kaltenthal" an mich denken.
Wenn jemand unsere Botschaft an den Wähler ...
perfekt verkaufen kann, dann Sie, Herr Salm.
Sie müssen nur noch Ja sagen. - Also...
Mit meinem bekannten Namen und Ihren politischen Visionen
könnten wir Kaltenthal wieder bedeutend machen.
Machen wir es kurz.
Ich sage Ja.
Genau das wollten wir alle hören.
*Spannungsvolle Musik*
Das ist Nötigung. Erika hat angerufen.
Der Stammtisch wird nicht an andere weitergegeben.
Im "Ochsen" wird der neue Kandidat fürs Amt des Bürgermeisters gewählt.
Und das ist nicht Alex.
Lassen wir das mit den Förmlichkeiten.
Dis-le-moi, Klaus.
Darf ich fragen, was Sie hier tun?
Ich hatte Ihnen doch Hausverbot erteilt.
Ich bin eigentlich gar nicht da, nur ganz kurz.
Schreibt Schwester Hildegard etwa wieder?
Nein.
Wo ist sie?
Im Anflug, also, sie ist beschäftigt.
Leben Sie wohl, Herr Stolpe.
Äh, ja.
Exzellenz.
Ich hätte mich anmelden lassen, würde nicht in Ihrem Vorzimmer
einmal mehr das Chaos herrschen, und nicht nur da.
Ich hatte die groûe Freude,
Schwester Hannas neusten Podcast hören zu dürfen.
Ja, es befindet sich alles noch im Aufbau,
es herrscht Aufbruchstimmung.
Was Ihre Mitschwestern nicht darin hindert,
Thesen zu äuûern, die jenseits von Gut und Böse sind.
"Die Kirche muss mit der Zeit gehen",
wenn ich an Ihre Worte erinnern darf.
Ja, aber nicht zu deren Schaden.
Sie sind angespannt, seit bekannt ist,
dass es noch einen Bewerber gibt für die Nachfolge von Bischof Rossbauer.
Einen weiteren Bewerber? - Wer, das weiû ich nicht.
Das ist mir neu.
Wir sollten darauf achten, welche Signale wir nach Rom senden.
Ich bemühe mich, in der Nachfolgefrage neutral zu sein.
Selbstverständlich.
Ich hoffe nur,
dass es dann für Sie kein böses Erwachen gibt.
Herr Rauscher?
Schwester Hanna.
Ihre Freundin hat mich gebeten,
bei Herrn Wöller ein gutes Wort für Sie einzulegen.
Und?
Na ja.
Aber ... so schnell geben wir nicht auf, hm?
Wieso wollen Sie mir helfen?
Weil Sie gerne sein wollen wie der Herr Wöller,
aber im Grunde Ihres Herzens es einfach nicht sind.
Mir fehlt das Killer-Gen.
Ja...
Gibt es denn so gar nichts, womit Sie ihn milde stimmen können?
Sie haben es versucht. Das ist mehr, als ich erwarten konnte.
Geben Sie nicht auf.
Obwohl...
Verbinden Sie mich mit Professor Doktor Gerlinger.
Ach, Schwester. Frau Laban, was ist?
Man kann über Herrn Wöller viel sagen.
Aber das hat er nicht verdient. Was?
Seine Parteikollegen wählen im "Ochsen"
einen neuen Kandidaten für den Posten des Bürgermeisters.
Mir wollte er ja nicht glauben. Ja, jetzt tut er es.
Meine Lieben, heute ist ein groûer Moment für unsere Partei.
Erheben wir das Glas auf unseren neuen Kandidaten.
Danke.
Den neuen Bürgermeister von Kaltenthal, Sascha Salm.
Kompliment.
Judas im Gewande einer Frau.
Armes Kaltenthal. Herr Salm ist eine bekannte Persönlichkeit.
Und ihr wollt einem TV-Gauner, der überteuerte Heizdecken
an alte Omas verkauft, eure Stimme geben?
Warum nicht?
Apropos, für Heizdecken haben wir gerade ein sehr gutes Angebot.
Dann verkaufen Sie die.
Aber das hat mit Lokalpolitik nichts zu tun.
Wenn wir schon bei der Lokalpolitik sind, Herr...
Wöller.
Die Kindergärten befinden sich in einem verheerenden Zustand.
Was? Mhm.
Und es gibt keine Pläne, wie man Kaltenthal
auf den Klimawandel vorbereitet.
Stattdessen verschwenden Sie Ihre Zeit mit einem maroden Kloster.
Sie glauben, Sie können das besser? Nein, das weiû ich.
Das ist unseriös. Sie sind einfach nur peinlich.
Wie Sie meinen, Herr Wöller.
Trotzdem werde ich gewinnen. Und Sie gehen in Rente.
Gut, also, ich wünsche euch noch viel Spaû auf der Oppositionsbank.
Wie Sie sehen, haben Sie die richtige Entscheidung getroffen.
Gut gemacht, Herr Salm. Zum Wohl!
Wie viele Prüfungen willst du mir noch auferlegen,
bevor du mir endlich gibst, was mir zusteht?
Zuerst die Mutter Oberin,
dann Schwester Hanna, Bürgermeister Wöller...
Und jetzt einen direkten Kontrahenten. Ich bitte dich!
Monsignore Pisani ist zu sprechen.
Aber nur kurz, es herrscht Aufregung im Vatikan.
Was ist passiert? - Es hat gebrannt.
Monsignore Pisani, gelobt sei der Herr.
Was höre ich da? - Der Brand ist unter Kontrolle.
Aber einige Reliquien und Gemälde wurden stark beschädigt.
Eine Tragödie für die katholische Kirche und ihre Gläubigen.
Richten Sie dem Heiligen Vater aus,
wie sehr ich mit ihm und unserer Mutterkirche leide.
Das werde ich.
Umso wichtiger erscheint mir jetzt, dass gewisse Fragen,
wie zum Beispiel die Nachfolge von Bischof Rossbauer,
"rasch geklärt werden."
Solange die Restaurierung der Gemälde und Reliquien
nicht finanziert ist, wird er sich damit nicht beschäftigen.
Aber kommt nicht die Versicherung dafür auf?
Der Papst hat aus Kostengründen auf eine Versicherung verzichtet.
In solchen Momenten wünscht man sich ein Wunder oder einen gütigen Geist.
Monsignore Pisani...
Meine Diözese wird für die Kosten aufkommen.
Ist das Ihr Ernst?
Das kann ich nicht annehmen. - Das müssen Sie.
Das müssen Sie im Namen des Herrn und für die Gläubigen.
"Der Heilige Vater wird es Ihnen danken."
Ich lasse Ihnen eine vorläufige Kostenschätzung zukommen.
Gelobt sei der Herr.
In Ewigkeit, Amen.
Herr Wöller?
Ich habe gehört, was passiert ist.
Da opfert man ...
sein halbes Leben.
Sein Herz.
Seine Seele.
Und das ist der Dank dafür.
Verrat, wohin man auch sieht.
Und das zu meinem Jubiläum.
Nicht mal den Anstand hatten sie.
Kaltenthal, viel Glück mit meinem Nachfolger.
Also, ich in der 737, im Steigflug.
Es gibt einen Riesenknall, das rechte Triebwerk ist ausgefallen.
Die Leute hinten haben geschrien,
das habe ich durch die Cockpit-Tür gehört.
Und wisst ihr, was es war? Gänse.
Herr Rossmann?
Ja?
Wie geht es ihr?
Schlecht. Was dachten Sie denn?
Ich weiû es nicht.
Sie haben von heute auf morgen jeden Kontakt abgebrochen.
Wissen Sie, wie demütigend das ist? Ich habe viel um die Ohren.
Sie ist verzweifelt. Sie kann gar nicht mehr richtig arbeiten.
Ihre ganze Existenz ist gefährdet, und die ihrer Schwester.
Noch mal,
es tut mir leid, aber wir waren nicht lang zusammen.
Man spricht miteinander, wenn man sich trennt.
Egal, wie lange man zusammen war.
Ich spreche mit ihr.
*Klingeln*
*Er seufzt.*
Wolfi!
Wolfi, ich trete die Tür ein, wenn du nicht aufmachst!
Sag mal!
Was willst du?
Erika hat mir erzählt, was dir passiert ist.
Du hast da einen Fettfleck.
Ich habe was gegessen, bevor ich zu dir gefahren bin.
Aha. Wie siehst du überhaupt aus?
Wie ein Frührentner. Du bist Bürgermeister.
Ich lege alle meine Ämter nieder. Sollen die sehen, wo sie bleiben.
Reiû dich zusammen. Bademantel aus, und mach dich fertig.
Seit 20 Jahren opfere ich mich für diese Gemeinde auf.
Und zum Dank muss ich immer wieder darum betteln,
weiterhin meine Gesundheit für Kaltenthal ruinieren zu dürfen.
Damit ist Schluss!
Sollen sie wählen, wen sie wollen.
Den Seelenverkäufer aus dem TV.
Wenn ich dich um eins bitten darf, bei unserer Freundschaft...
Die weniger wert ist als Braten. Na ja...
Bis zu deiner Jubiläumsfeier hältst du die Füûe still.
Es wird keine Jubiläumsfeier geben, Hermännchen. Und damit basta.
*Klingeln*
Wissen Sie, wie spät es ist?
Wolfi dreht durch, will seine Jubiläumsfeier absagen.
Ja, das verstehe ich.
Er legt sein Amt nieder, kandidiert nicht mehr,
gibt sich völlig auf.
In wenigen Monaten bereut er das. Wer weiû, was er sich dann antut!
Ja... Überreden Sie ihn.
Dass er Bürgermeister bleibt. Mache ich.
Ich danke Ihnen. Gute Nacht.
(Anrufbeantworter) Wöller. Nachrichten nach dem Piep.
Hier ist Schwester Hanna. Könnten Sie mich zurückrufen?
Wir machen uns Sorgen um Sie. Danke.
(Nonnen singen) # ...neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke. #
# Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit. #
Herr, gib dem Herrn Wöller die Kraft und den Mut,
dass er nicht aufgibt.
*Himmlische Klänge*
Ich muss jetzt unbedingt zu Herrn Wöller.
Felicitas hat es aber eilig. Wo will sie denn hin?
Auf ihr Zimmer, da ist sie in letzter Zeit ständig.
Wenn sie sich auf ihr Zimmer verkriecht, ist irgendwas "strange".
Lela, arbeiten wir an unserem Podcast?
Gern, ich habe noch Zeit, bevor ich losmuss.
Frau Pförtner. Hat sich der Herr Rossmann bei Ihnen gemeldet?
Er hat mir eine SMS geschickt.
Es macht mich nervös, was er geschrieben hat.
Er entschuldigt sich und schreibt,
dass er auf eine weite Reise geht.
Ja, er ist Pilot.
Und dass er nicht der ist, für den ich ihn halte.
Sam tut immer, als sei das Glas halbvoll,
als ob alles gut ist.
Aber in seinen Augen habe ich oft das Gegenteil gesehen,
so eine merkwürdige Leere, als ob ihn irgendwas irgendwie runterzieht.
Ich bin in sein Stammlokal, und seine Jungs haben gesagt,
dass er den Deckel bezahlt und gesagt hat,
dass man Schulden bezahlt, bevor man verschwindet.
Das klingt allerdings nicht gut.
Das sind die Fotos, die er mir geschickt hat von überall.
Ist das die Fluggesellschaft, für die er arbeitet?
Ich glaube schon.
Kommen Sie mal mit.
Kommen Sie.
Felicitas?
Felicitas!
Ich mache mir Sorgen.
*Tür wird entriegelt.*
Warum schlieût du dich ein?
Weil sonst jeder hier hereintrampelt und mich stört.
Hilfst du mir, Putzmittel ohne Plastikzusatz herzustellen?
Ich habe aber nicht ewig Zeit.
Ich muss heute noch zu Frau Krautstingl.
Ich danke Ihnen trotzdem für Ihre Mühe. Auf Wiederhören.
Er arbeitet nicht mehr für die Fluggesellschaft.
Was? Warum nicht?
Das durfte mir die Frau am Telefon nicht sagen.
Die Diözese verfügt aktuell über ein Barvermögen in Höhe
von etwas mehr als 300.000 Euro.
Dagegen stehen Verbindlichkeiten... - Das kann warten.
Schicken Sie das Geld nach Rom zu Händen von Monsignore Pisani.
Die ganzen 300?
Der Heilige Vater und die ganze katholische Kirche leiden.
Wollen wir da päpstlicher sein als der Papst?
Nein, ich...
Sobald die Gemälde und Reliquien mit dem Geld unserer Diözese
bezahlt wurden, kümmern wir uns um alles Weitere.
Das Geld wird nicht reichen.
Monsignore Pisani hat eine Kostenschätzung geschickt.
Der Schaden geht in die Millionen.
Zwei bis drei Millionen, um genau zu sein.
Das können wir nicht finanzieren. - Es muss gehen.
Es muss.
Schicken Sie das Geld nach Rom, und dann brauche ich eine Liste
aller Makler für Luxusimmobilien im Groûraum München.
Ich verstehe nicht... - Tun Sie es, werter Sibelius.
Gelobt sei der Herr.
*Feierliche Orgelmusik*
Bischof Landkammer.
Herr Wöller?
Ich bin es, Schwester Hanna.
Herr Wöller!
Herr Huber schickt mich. Wir sorgen uns.
Doktor Gerlinger, hierher.
"Professor" Doktor Gerlinger, ne? So viel Zeit muss sein.
Ich bin es nicht gewohnt, in einem Cafe
über wissenschaftliche Dinge zu sprechen.
Der Apfelkuchen ist ein Traum. - Apfelkuchen?
Ja. Zwei Apfelkuchen und einen Cappuccino.
Für Sie? - Ja.
Zweimal bitte. Danke.
Was haben Sie für mich? - Vor dem Kuchen?
Was haben Sie rausgefunden? Ich kümmere mich um den Rest.
Es besteht die Möglichkeit,
auf der Gemarkung Kaltenthal Lithium zu finden.
Wahrscheinlich unterm Klosterwald. - Bitte nicht.
Wo liegt das Problem? - Was?
K... Kein Problem.
Hasso, bei Fuû! Komm.
Aua! Komm zu mir, Hasso.
Hallo, Herr... Huch!
Wer bist denn du?
Das ist Hasso von Grafenberg zu Stein.
Hasso, das ist Schwester Hanna.
Sind Sie unter die Hundehalter gegangen?
Er arbeitet für die Drogenfahndung und ist in Kaltenthal untergetaucht.
Was hat er angestellt? Er? Nichts.
Der Drogenhändler, der dank ihm festgenommen wurde,
hat Drohungen gegen ihn ausgestoûen, deswegen ist er in einer Art...
Hundezeugenschutzprogramm. Hasso, sitz!
Er macht, was er will.
Wie kann ich Ihnen helfen? Ja, ich brauche eine Adresse.
Schwester Hanna. Ja, es ist ein Notfall.
Das ist es bei Ihnen immer. Und jedes Mal tun Sie Gutes.
Sie bringen mich in Teufels Küche. Passen Sie auf.
Sie helfen mir, ich lege bei Hasso ein gutes Wort für Sie ein.
Hasso, sitz!
Wer ist es diesmal?
Der Mann heiût Sam Rossmann.
Und, Herr Meier? Könnten Sie mir noch einen Gefallen tun?
Noch einen? Ich sorge mich um Herrn Wöller.
Wenn Sie sich Sorgen machen, muss es ernst sein.
Seine Partei stellt einen anderen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl.
Heiliger Strohsack. Ja.
Hier, Sam Rossmann.
*Schelmische Musik*
"Er nahm seine Sonnenbrille ab, und in dem Augenblick...
Sie sah ihm in die Augen und wusste: Das ist der Mann, den sie ewig..."
*Telefon* Herr Stolpe.
Was machen Sie schon wieder hier?
Wenn der Weihbischof Sie sieht...
Ich habe die Lage sondiert. Die Luft ist rein.
Magdalenen-Orden. Sibelius?
Es steht neues Ungemach ins Haus. - Was ist denn?
Der Weihbischof hat mich um eine Liste mit Maklern gebeten,
die rund um München groûe und teure Immobilien verkaufen.
Das Kloster?
Angesichts der Tatsache, dass unsere Diözese
eine gröûere Geldsumme benötigt, steht dies zu befürchten.
Oh... Danke für die Warnung. Gelobt sei Jesus Christus.
*Düstere Musik*
Herr Rossmann.
Um Himmels willen, was ist passiert?
Mich hat ein E-Roller umgefahren.
Der Typ ist abgehauen. Wie schlimm ist es?
Nur ein Kratzer. - Wir nehmen ihn mit.
Zur Kontrolle. Ich komme mit.
Pass auf, Hasso. Im Rathaus ist er nicht.
Im "Ochsen" ist er nicht. Also...
*Hasso fiept.* Ja, ja, ja.
Herr Wöller?
Zu Hause ist er nicht...
*Spannungsvolle Musik*
Hasso?
Da bist du.
Herr Wöller?
Das war jetzt Zufall, oder?
Herr Wöller?
Herr Wöller?
(Salm, im TV) "Hand aufs Herz.
Wer möchte nicht gerne in ein warmes Bett steigen,
ohne Angst haben zu müssen, kurz darauf in Flammen zu stehen?
Nun, mit unserer Heizdecke 'Doris' kann Ihnen das nicht passieren.
Schauen Sie sich die Verkaufszahlen an.
Wer jetzt nicht handelt, der kommt zu spät."
*Schnarchen*
Er hat mir nicht gesagt, wieso der Weihbischof so viel Geld braucht...
Im Moment besteht nur der Verdacht, dass er das Kloster verkaufen will.
Ich würde es einen dringenden Verdacht nennen.
Mutter Oberin.
Hauptkommissar Hommert.
Entschuldigen Sie, aber es ist dringend.
Und warum können Sie nicht mehr fliegen?
Ich habe Probleme mit dem Gehör, das kam beim letzten Check-up raus.
Ich darf keine groûen Passagierflugzeuge mehr fliegen.
Als mich der Roller umgeschmissen hat,
habe ich kurz keine Luft bekommen und gedacht, ich sterbe.
Dann habe ich gedacht, es ist besser so.
Sie müssen Ihren Beruf aufgeben, das ist schlimm,
aber kein Grund, gleich ans Sterben zu denken.
Ich träume von der Fliegerei, seit ich klein bin.
Das ist alles, was ich habe und was ich bin.
Deshalb haben Sie sich von Frau Pförtner getrennt?
Als Pilot habe ich die ganze Welt gesehen.
Und ich habe nichts anbrennen lassen.
Und dann habe ich Julia getroffen.
Es hat mich umgehauen.
Dann verstehe ich noch weniger,
warum Sie jeden Kontakt abgebrochen haben.
Seitdem ich meine Verkehrspilotenlizenz verloren habe,
bin ich nur noch im Sturzflug.
Ich bin kurz vorm Crash.
Ich werde Julia nicht mit da runterreiûen.
Aber können Sie denn nicht kleinere Maschinen fliegen?
Touristen-Flüge über Kaltenthal? Ja.
Nee, danke.
Schwester Hanna?
Herr Meier, haben Sie ihn gefunden? Nein, aber dafür das hier.
Was?
Herr Rossmann... Machen Sie sich keine Sorgen.
Ich komme schon klar. Ist gut.
Schwester Hanna? Ja?
Sagen Sie Julia, dass es mir leidtut. Mache ich.
*Sanfte Klaviermusik*
*Sie liest leise den Brief.*
"Liebe Schwester Hanna, ich werde Kaltenthal verlassen ..." Verlassen?
"... und in ferne Gefilde reisen.
Im Moment des Abschieds wird es Zeit für die Wahrheit,
für die Gefühle, die verborgen im..."
Herr Wöller hat wohl getrunken, als er das geschrieben hat.
Gewiss.
Wissen Sie, wohin er reisen will?
Der Prospekt auf dem Wohnzimmertisch kam vom Reisebüro Suppan.
Könnten Sie da anrufen? Gewiss.
(Meier) Danke.
Gut. Schwester Hanna,
es geht ein Flug von Memmingen aus direkt in die Karibik.
Das schaffen wir noch, kommen Sie!
Das ist nicht zu schaffen. Doch!
Nein, selbst mit Blaulicht. Hasso?
Er lehnt den Rücksitz ab.
Wir kommen zu spät. Mein Dienstwagen kann nicht fliegen.
Aber ein Flugzeug kann fliegen.
Herr Rossmann! Gewiss. Hasso, du wartest hier.
Herr Rossmann, Sie müssen uns nach Memmingen fliegen.
Von hier? Ja, von wo sonst?
Das ist ein Sportflughafen. Und?
Ich steige nicht in Klapperkisten.
Das ist ein Notfall.
Haben Sie ein Flugzeug?
Lieûe sich organisieren. Ernsthaft?
Ich kenne den Flughafenbetreiber. Na dann!
Stopp! Erst müssen wir den Hund finden.
Es wurde ein Verfahrensfehler festgestellt.
Was heiût das? - Dass er freikommt.
Was? Ein brutaler Mörder? - Ja.
Wie gefährlich ist es für Sina? - Die Gefahr ist extrem hoch.
Ihre Aussage hat ihn ins Gefängnis gebracht.
Was passiert jetzt mit Sina?
Wir werden sie im Rahmen ihres Zeugenschutzprogramms
so weit wie möglich wegbringen müssen.
(Durchsage) "Flug A113 nach Kalamata ist am Ausgang 5B abflugfertig."
Herr Wöller. Ach...
Wir können keine Jubiläumsfeier ohne Ehrengast feiern.
Feiern Sie eine Trauerfeier.
Dann lese ich eben den Brief vor, den Sie mir geschrieben haben.
Herr Wöller, Sie wollen doch gar nicht weg von Kaltenthal.
In der Karibik sterben Sie vor Langeweile.
Sie gehören nach Kaltenthal.
Kaltenthal mag mich nicht mehr.
(Handy) "Alex Rauscher."
*Handy klingelt.*
Herr Rauscher?
Schwester Hanna? Mhm.
Wo ist Herr Wöller? Direkt neben mir.
Ich muss ihn dringend sprechen, es geht um Leben und Tod.
Er sagt, es geht um Leben und Tod.
Es tut mir leid, der Herr Wöller... "Sagen Sie ihm..."
Sagen Sie ihm ... ein Wöller würde niemals
kleine Kinder in Bergwerke schicken.
Hä?
Reden Sie mit ihm, ehe er noch weiter wirres Zeug redet.
Wöller, Ex-Bürgermeister. Wir sind auf Lithium gestoûen.
Wir können die Akkufabrik nach Kaltenthal holen. Sind Sie sicher?
Laut Professor Doktor Gerlinger besteht, ich zitiere,
"die sehr hohe Wahrscheinlichkeit eines Lithiumvorkommens
auf der Gemarkung Kaltenthal."
Worauf warten wir noch?
Die Sache hat nur einen Haken. Herr Wöller?
Chef? Sind Sie noch dran?
*Heitere Musik*
Danke, Herr Wöller. Gerne.
Wolfi, komm in meine Arme, Junge. Jetzt übertreib nicht, Hermine.
*Triumphale Musik*
Danke.
Es hat Spaû gemacht.
Reden Sie mit dem Flugplatzbetreiber.
Ich kann mir vorstellen, die brauchen gute Piloten.
Okay.
Der Staatsanwalt baut Mist, und ich soll bestraft werden?
Du schickst mich ans Ende der Welt.
In den brasilianischen Urwald. - Es geht nicht anders.
Kloster Kaltenthal ist mein Zuhause.
Du wirst dort Menschen helfen, die in Not sind.
Warum tut er das?
Niemand möchte, dass du uns verlässt.
Ich am allerwenigsten.
Ich verspreche dir, ich werde immer für dich da sein.
*Gefühlvolle Musik*
Was machst du hier?
*Gefühlvolle Musik*
Hi.
Hi.
Ich wollte mich entschuldigen.
Es war richtig scheiûe. Es war ... richtig scheiûe.
Ich wollte dich im Grunde nur... - Ich weiû.
Piloten sind nicht so cool, wie du gedacht hast.
Weiû ich auch.
Ich...
Wollen wir noch mal neu anfangen? - Das fände ich richtig gut.
*Fröhliche Musik*
# Für einen Tag will ich Bürgermeister sein. #
# Wie ein Pirat fang' ich dann meine Wähler ein. #
# Und dann ist mein Volk... #
Da steht sie, die Verräterin.
Das kannst du ihr nicht übel nehmen Das ist Politik.
Kommt er noch? - Wenn man vom Teufel spricht.
# Ich suche nach Stimmen für mein Rathaus. #
# Da zieh' ich dann ein und zieh' nie wieder aus. #
# Im "Ochsen" bestell' ich einen Schweinshaxen-Schmaus. #
Alex.
# Für einen Tag will ich Bürgermeister sein. #
Danke.
Seit 20 Jahren ist dieses Rathaus mein Zuhause.
Hier habe ich mich Tag für Tag zum Wohle meiner Gemeinde aufgeopfert.
Ich werde es auch weiter tun,
so lange ich als Bürgermeister gewählt bin.
Ich wünsche meinem Nachfolger,
dem derzeitigen Spitzenreiter unserer Partei, viel Glück.
Ja, danke.
Ich möchte ihm zuerst mal einen guten Rat mit auf den Weg geben.
Totgesagte leben länger.
20 Jahre Bürgermeister von Kaltenthal.
Also, wer glaubt, dass damit jetzt eine Ära zu Ende geht,
der täuscht sich.
Jetzt geht es erst richtig los.
Wo ein Wöller, da ein Weg!
Bravo!
Danke schön. Vielen Dank.
20 Jahre, Herr Wöller. Bis jetzt.
Was haben Sie damit gemeint, "Totgesagte leben länger"?
Kriege ich meinen Brief wieder? Wenn Sie verraten, was Sie planen.
Das werden Sie noch früh genug erfahren.
Hmm...
Mhm.
Untertitel im Auftrag der ARD, 2021
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