All language subtitles for Um Himmels Willen - S19E09 - Zweiter Fr+-hling.deu

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Original subtitles

*Titelmusik*

Schwester Hanna

Wolfgang Wöller

*Lockere Musik*

(Meier) Ich helfe Ihnen. - Danke.

Die Hühner erkennen ihr Zuhause. - Froh, wer noch eins hat.

Na, was ist denn das für ein liebes Hundi? Servus, wie geht's?

Silke aus Nürnberg hat geschrieben. - Was schreibt sie?

Sie hat einen Praktikumsplatz in Brüssel.

Ohne sich beworben zu haben.

Zu dieser Chance will sie nicht Nein sagen.

Kopf hoch, es gibt noch mehr Bewerberinnen.

Guten Morgen. Herr Meier.

Entschuldigung. Schwester Agnes, haben Sie kurz Zeit?

Ich? - Es geht um Herrn Lindner.

Nehmen Sie die vermieteten Zwerghühner zurück?

Ich dachte, die Hühner fühlen sich wohl im Seniorenheim?

Es wird vermutet, dass die Tiere krank sind.

Die Heimleitung wollte eine Notschlachtung.

Notschlachtung? Noch leben sie ja.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe.

Ja, sie sind in meinem Wagen. - Die sind hier?

Warum sagen Sie mir das denn nicht? - Agnes!

Es sind doch nur Hühner.

Friedhelm? Hier ist eine Rechnung vom Herrenausstatter Haindl.

Wie siehst du denn aus? Ich geh golfen.

(stammelt) Ach so, ja, dann sind die 800 für deine Golfkleidung...

Steht ja Hose, Golfjacke. 800 Euro?

Ja. Es tut mir leid, Wolfgang.

Ich hab ja sonst nichts im Schrank, außer dem Anzug.

Den hab ich ja schon bezahlt. Ja. Wenn's zu viel wird...

Das sag ich ja nicht. Sondern nur: 800 Euro.

Ja, Qualität hat ihren Preis.

Jetzt guckst du wie unser Vati.

(seufzt) Mensch, Wolfgang.

Wenn unser Vater das noch erlebt hätte: wir beide, wieder zusammen.

Ja. *Telefon klingelt.*

Hast du dir ein Handy zugelegt?

Ja, 'tschuldige.

Ich weiß noch gar nicht, wie das geht. Draufdrücken.

Ähm... Hallo?

Jenny. Ja.

Ich bin schon auf dem Weg. Tschüss.

Sag mal, du gehst mit Jenny golfen?

Ja, hast du was dagegen? Ich? Nein, nein, nein.

Solange du nichts über das Kloster erzählst, kein Problem.

(seufzt) Wolfgang. Ich schweige wie ein Grab.

Ja? Wir sind Brüder.

Zwischen uns passt kein Blatt Papier.

Ich finde, die sehen doch ganz gesund aus, die Hühner.

Ja, Sibel und ich haben auch alles so gemacht, wie Sie gesagt haben.

Die Rosi... Achtung. - Guten Morgen.

Ach, der auch noch. - Kann ich helfen?

Ja, Sie können helfen, Rosi zu schnappen.

Das Huhn.

Aber Franz und Josef auch, nicht nur Rosi. Komm her, komm.

Danke, Hildegard. Richte der Mutter Oberin Genesungswünsche aus.

Gelobt sei Jesus Christus. Ist die Mutter Oberin krank?

Äh, ja. Die Ärzte rätseln noch, was es ist.

Kümmert sich Agnes um die Hühner? Ja.

Aber ich fürchte, das eigentliche Problem bleibt.

Eine Heimbewohnerin erkrankte ernsthaft.

Wahrscheinlich wegen der Hühner.

Da kann doch Herr Lindner... Tierhaltung ist verboten.

Er hielt die Hühner heimlich?

Ihm wurde der Heimplatz gekündigt. Er ist alt, hat keine Familie mehr.

Können Sie was tun? (seufzt) Ja.

Kommen Sie.

Haben Sie was vom Schulstreik am Freitag mitbekommen?

Vom Klimastreik? Aber ja.

Mein Sohn initiierte den mit. Ja?

Wo ist sie? - Ich hab sie.

Gott sei Dank. Aber da können Sie doch stolz sein.

Also, ich find das toll, wenn junge Leute sich engagieren.

Habt ihr sie? Ja.

Wir bringen sie in den Stall. Gut.

Schön, Sie wiedergesehen zu haben. - Danke.

Sie können die Hühner gern besuchen. - Danke schön.

Wiedersehn. - Wiedersehn.

Ich muss los. Schwester Hanna kümmert sich um Sie.

Ja. Danke. Bleiben Sie sitzen.

Wachtmeister Meier hat mir alles erzählt.

Also, soweit ich weiß, ist das Heim im Besitz der Gemeinde.

Wenn Sie wollen, lege ich ein gutes Wort für Sie ein.

Ach, das wär nett. Ja.

Und Sie können bei uns wohnen, bis alles geklärt ist.

Ja, das geht nicht, ich muss mich ja um Sibel kümmern.

Sibel? Ja, Sibel, das ist meine neue...

Ja, wie sagt man das, ohne dass es lächerlich klingt in meinem Alter?

Meine neue große Liebe. Aber das ist doch nicht lächerlich.

Ach? Nein, das ist wunderbar. Ich freu mich für Sie.

Danke. Ja, für mich ist das immer noch ein Wunder.

Ich hatte mit dem Thema abgeschlossen.

Plötzlich kam Sibel. Und ich hab Schmetterlinge im Bauch.

Und warum sorgen Sie sich jetzt um Sibel?

Weil sie krank geworden ist.

Ach, dann ist sie die Erkrankte.

Wir kümmerten uns gemeinsam um die Hühner. Für sie hab ich sie besorgt.

Das müssen Sie mir erklären.

Sibel wuchs auf einem anatolischen Hof auf,

nun sehnte sie sich nach Tieren.

Sie hat erste Anzeichen von Demenz.

Ich habe gelesen, dass der Kontakt zu Tieren da helfen kann.

Ich wollte doch nur, dass es ihr gut geht.

Stattdessen muss sie ins Krankenhaus, und ich bin schuld.

Wissen Sie, ich fahr jetzt ins Rathaus und kümmer mich darum.

Danke vielmals. Kann ich Sie mitnehmen?

Wenn Sie am Krankenhaus vorbeikämen?

Aber sicher. Kommen Sie. Danke.

Frau Laban? Wie wär's heut Abend?

Wie wär's, wenn Sie aufstehen würden?

Herr Laban? Ich mache Vertretung für Frau Laban.

Ja, ich bin da. *Wöller seufzt.*

Ich musste nur mit einem Kollegen was besprechen.

(sanft) Ja. Okay. Ich mich auch, ich freu mich, ciao.

Frau Laban hat mir alles erklärt.

Auch, wie stark ich meinen Kaffee möchte?

Ja. Natürlich. Ja, gut.

Bis dann, ciao. Frau Laban, was tun Sie denn hier?

Ist was mit Wolfi? - Können wir woanders hin?

Natürlich. Kommen Sie, bitte.

(druckst) Also, warum ich Sie sprechen wollte, ist...

Es geht um Herrn Breitner. - Wolfis Halbbruder.

Was halten Sie von ihm? - Ich mag ihn nicht.

Aber nur, weil er nur noch ein Thema hat...

Seinen Halbbruder. - Genau.

Aber worum geht's denn? - Ich war anfangs auch dafür,

dass sich Herr Wöller um ihn bemüht.

Aber dass er einzieht und Wöller ihm alles bezahlt, ist komisch.

Er hat ihm einen Wagen spendiert. - Das kann Ihnen doch egal sein.

Arbeitet man so lange zusammen, sorgt man sich um den anderen.

Ob man will oder nicht.

Wie ein altes Ehepaar. - Sie sind das alte Ehepaar.

Nehmen Sie Platz. - Da halte ich mich lieber raus.

Sagen Sie mal, Frau Laban,

Wachtmeister Meier hat doch den Breitner überprüft?

Nicht so richtig. - Ich bin nicht sein Kindermädchen.

Aber Sie sind sein einziger Freund.

Auch wenn er das grad vergessen hat.

Wie soll ich das denn machen?

Belagere ich ihn, denkt er, ich bin eifersüchtig.

Und was ist mit den Mittagspausen im Ochsen? Wäre das keine Gelegenheit?

Er kommt schon lange nicht mehr.

Und wenn, ist der Halbbruder dabei. - Lassen Sie mich nur machen.

So...

Bitte sehr. Bitte schön.

Bitte schön. Mhm.

Ihre romantischen Anwandlungen eben am Telefon

waren nicht nur reines Privatvergnügen?

Nein, nein, natürlich nicht. Das war Susie.

Und? Sie soll keine Novizin werden wollen,

aber ich kann nicht zaubern.

Dafür klappt das Praktikum in Brüssel. Silke ist weg.

Mit Susie gehen Sie in den Ochsen? Ja.

(stockt) Aber ich komme mir irgendwie schlecht dabei vor.

Das Mädchen lernt dank Ihnen tiefe Liebe kennen.

Niemand sagt, das beruht auf Gegenseitigkeit.

Sie müssen es ja nicht tun. Sie sind ja hier, um zu lernen.

Darum hat Ihr Onkel Sie ja zu mir geschickt.

Dann lernen Sie auch, wie Lokalpolitik funktioniert.

Ich möchte in die große Politik.

Glauben Sie mir, haben Sie jetzt schon Skrupel, fressen die Sie auf.

Einen Moment, wir haben gerade Visite.

Na gut. Ich danke Ihnen für alles.

Soll ich Sie später abholen? Nein, nein, nein.

Wollen Sie nicht doch bei uns übernachten?

Nein, sehr nett. Ich finde schon eine Lösung. Danke.

Gut. Wiedersehn. Danke. Wiedersehn.

Huch. Entschuldigung. Es war meine Schuld.

Es war meine Schuld. Nein, meine.

Ich hoffe, man kann sie noch essen. Alles Gute. Wiedersehn.

Sie wagen es, hierherzukommen? - Selin, ich wollte nur...

Ihretwegen ist Mutter fast gestorben.

Aber das habe ich doch nicht gewollt. Ich liebe sie.

Gehen Sie jetzt bitte. - Lassen Sie mich nach ihr schauen.

Bitte.

Merhaba, anne. - Merhaba.

Wie geht's dir? - Unkraut vergeht nicht.

Sag doch so was nicht. Schau mal, was ich dir mitgebracht hab.

Frische Feigen. - Danke.

Die sind grad runtergefallen. - Ich hab eh keinen Hunger.

*Sibel seufzt.* - Was ist los?

Gustav hat sich gar nicht bei mir gemeldet. Ich versteh das nicht.

Dogan amca lässt dich ganz herzlich grüßen und wünscht gute Besserung.

Und Cem hat so tolle Fotos gemacht.

Fotos? - Vom Familienurlaub in Aksehir.

Wo wir vor drei Wochen waren, mit den Kindern.

Ah ja? - Daran musst du dich doch erinnern.

Ach, Kind, ich bin so müde.

Wohn doch wieder bei uns und den Kindern, anstatt im Heim.

Ich will jetzt schlafen. Ich bin müde.

Wir reden ein anderes Mal darüber.

Ich komm morgen wieder. - Okay.

Pass auf dich auf. - Och ja...

Ihre Doppelgängerin hat gelesen... Also, zum Niederknien.

Übertreiben Sie nicht, Herr Stolpe? - Ich glaube, ich untertreibe noch.

Hätte ich nicht gewusst, Sie sind es nicht...

Das Aussehen ist eine Sache, aber kann diese Frau vernünftig lesen?

Die Leute hingen ihr an den Lippen.

Aber bei der Diskussion merkte man vermutlich...

Nein. Sie kannte alles auswendig, so gut war die vorbereitet.

Dann brauchen Sie mich ja demnächst nicht mehr.

Für die Lesungen nicht.

Ich würde ja sehr gern noch mehr von dieser famosen Doppelgängerin hören.

Nur erwartet die Mutter Oberin Weihbischof Landkammer.

Weshalb ich Sie... - Schwester Hildegard?

Verstecken Sie sich. - Melden Sie mich der Mutter.

Ich hab nicht viel Zeit. - Gelobt sei Jesus Christus.

Die Mutter erwartet Sie bereits, Exzellenz.

*Er seufzt.*

Exzellenz.

Danke, dass Sie so kurzfristig kommen konnten.

Bitte, nehmen Sie Platz. - Danke.

Tee? - Nein, danke.

Für mich nichts, ich hab's eilig. Worum geht's?

(stockend) Ich bin seit einiger Zeit gesundheitlich etwas angeschlagen.

Hoffentlich nichts Ernstes?

Ich weiß noch nicht, es könnte sein. - Oh, das tut mir aber leid.

Darum habe ich Sie hergebeten.

Ich möchte eine Weile im Kloster Kaltenthal bleiben,

zur Ruhe kommen, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind.

(stammelt) Gut, gut. Gut, ja. Aber wie...

In dieser Zeit...

Also, das Mutterhaus... Der Orden kann doch nicht ohne Führung...

Ich dachte an Schwester Hildegard.

Sie kennt sich aus und... - ...schrieb Kriminalromane.

(räuspert sich) In ihrer Freizeit.

Eine gewisse Öffentlichkeit kennt sie durchaus.

Daher erscheint sie mir, wenn Sie erlauben,

als Repräsentantin des ehrwürdigen Magdalenen-Ordens

denkbar ungeeignet.

Ich wüsste nicht, wo wir jetzt so kurzfristig Ersatz...

Oh, da... hätte ich schon eine Idee.

*Klopfen* Herein, wenn's keine Nonne ist.

Ich sagte doch... Hab's gehört, aber es ist wichtig.

Ja, das ist es ja bei Ihnen immer. Trotzdem, bitte.

Am Ende bedeutet das ja nur Ärger.

Es geht um Herrn Lindner, dessen Heimplatz gekündigt wurde.

Ich hab von dem Chaos gehört, das der alte Mann angerichtet hat.

Er wusste nicht, dass Schwester Anges' Hühner krank sind.

Gut zu wissen, dass die Hühner von Schwester Agnes sind.

Für eventuelle Regressansprüche.

Wenn Sie wirklich glauben,

Herr Hubers überzogene Rechnungen für die Sanierung des Klosterturms

und Ihre Regress-Drohungen zwingen uns nieder,

täuschen Sie sich.

Unser Kloster wird nicht verkauft. Na gut, warten wir es ab.

Drohen Sie weiter, aber bitte helfen Sie Herrn Lindner.

Das obliegt einzig und allein der Heimleitung.

Aber die Gemeinde ist Träger. Machen Sie Ihren Einfluss geltend.

Eine alte Frau ist im Krankenhaus, das halbe Seniorenheim hat Angst,

weil sie nicht wissen, welche Keime die Hühner anbrachten.

Und Ihnen geht es nur ums Wohl von diesem alten Herrn Lindner.

Er ist in höchster Not. Aber so einfach geht's nicht.

Sie müssen Ihren Horizont erweitern, das große Ganze sehen.

Sie helfen nicht. Doch. Beim großen Ganzen.

Dann kümmere ich mich eben alleine. Ja, gut.

Sagen Sie Frau Laban Bescheid, ich hätte gern Kaffee,

drei Semmeln: Salami, Schinken, Käse.

Ah, haben Sie wieder gelauscht?

Ihr Rufen war deutlich. Wo sind dann die Semmeln?

Es tut mir leid, aber ich kam heute noch nicht zu Besorgungen.

Keine Semmeln. Soll ich verhungern?

Entweder das, oder Sie gehen mal wieder in den Ochsen.

Ist euer Papa immer noch nicht da? - Ich weiß auch nicht.

Der hat wohl so viel zu tun wegen eures Umzugs.

Ich ruf mal auf seiner Arbeit an und frag,

ob die vielleicht wissen, ob er schon unterwegs ist.

Tutet.

Hallo, hier ist Schwester Lela vom Kindergarten.

Ich wollt fragen, ob Herr Lehner...

Auch nicht?

Ja, ich könnte die beiden mit zum Kloster Kaltenthal nehmen.

*Ruhige Musik*

Frau Rotkopf? Grüß Gott, Schwester.

Schwester Hanna, es geht um Herrn Lindner.

Was haben Sie mit ihm zu tun? Er war bei mir.

Und ich möchte Sie bitten,

die Kündigung seines Heimplatzes noch mal zu überdenken.

Nein. Er hat sich über mehrere Hausregeln hinweggesetzt.

Ich weiß, die Hühner...

Die Hühner waren nur die Spitze des Eisbergs.

Worum geht's noch? Er beschwert sich über alles.

Vor allem Frau Yilmaz betreffend.

Zuletzt wollte er türkisches Essen und drohte mit Hungerstreik.

Er ist halt sehr besorgt.

Wir müssen uns um die Bewohner kümmern, und das tun wir sehr gut.

Aber wir können nicht auf jeden Wunsch eingehen.

Und wir lassen uns nicht erpressen.

(Lindner) Eve hos geldin.

Eve hos geldin.

Herr Lindner.

Herr Lindner. Ja, auf... Oh Gott.

Entschuldigung. Schwester Hanna.

Ich hab Sie gar nicht bemerkt.

Dürfen Sie denn noch hier sein? Nein. Aber wo soll ich denn hin?

Ich bleibe hier, bis Sibel aus dem Krankenhaus kommt.

Bleiben Sie hier, handeln Sie sich Ärger ein.

Ach was. Seien Sie vernünftig.

Ich glaube nicht, dass die einen Alten wie mich rausschmeißen.

Ich habe mit Frau Rotkopf gesprochen.

Sie sagt, Frau Yilmaz' Tochter hat Anzeige gegen Sie erstattet.

Ach. Das wusste ich nicht, dass das von Selin kommt.

Aber wundern tut's mich nicht.

Sie kommen nicht so gut miteinander aus?

*Sie seufzt.* Was machen Sie eigentlich hier?

Einen Türkischkurs. So kann ich mit Sibel reden,

wenn ihr Deutsch schlechter wird.

Sie tun alles für Frau Yilmaz.

Ja. Ich liebe sie.

Aber... könnten Sie sich ein bisschen weniger beschweren?

Wenn ich mich nicht beschwere, wird alles noch schlimmer.

Kosten Sie doch bitte mal diesen... Pudding.

Der Löffel ist natürlich noch unbenutzt.

Was ist das denn? Ja. Erstens mal zu wenig.

Und zweitens schmeckt es zum Kotzen.

Ja, ich weiß... Irgendeine Pampe, mit Wasser angerührt.

Ich habe nichts gegen Sparsamkeit,

aber Frau Rotkopf übertreibt es, vor allem beim Essen.

Erika, Gott zum Gruße. Ein Helles, wie immer.

Welch seltener Gast. Tja.

Ich freue mich auch, dich zu sehen, Hermännchen.

Ohne siamesischen Zwilling?

Wenn du Streit suchst, steh ich auf und setz mich woanders hin.

Man sieht sich ja kaum. Ich arbeite an unserem Projekt.

Das hinderte dich früher auch nicht, mit mir im Ochsen zu essen, oder?

Bleib sitzen, ich bin still. - Bitte sehr.

Danke sehr. Also, wie ist der Stand?

Also, die ersten neuen Novizinnen sind bereits abgesprungen.

*Handy piept.*

Schlechte Nachrichten? Das ist Friedhelm.

Der hat Fotos gemacht vom Golfplatz.

Dein Bruder spielt Golf? Wieso nicht?

Zeig doch mal. Wieso?

Ich hab dich angesehen, als du die Fotos sahst.

Jetzt zeig mal. Sind wir nun Freunde oder nicht?

Er spielt mit Jenny Winter Golf?

Die lernte er zufällig bei mir zu Hause kennen.

Das musst du verhindern.

Ich kann nicht bestimmen, mit wem er Golf spielt.

Und wenn sie abspringt oder uns alles wegschnappt?

Das wird nicht passieren. Weil auf ihn Verlass ist.

Und wenn er mit ihr unter einer Decke steckt? Das tut er nicht.

Weil zwischen uns kein Blatt Papier passt.

Und wenn du so weitermachst, steh ich wirklich auf

und geh hungrig zurück in mein Büro.

Friede? Prost. Friede.

Hallo? Hallo?

Ist da jemand?

Ronnie? - Schwester Agnes.

Ich dachte, Sie graben Beete um. Was machen Sie hier denn?

Ich suche was. - Aha.

Und was? - Meine...

Kontaktlinsen. - (betroffen) Oh.

Warum vermuten Sie sie denn ausgerechnet hinter dem Altar?

Ja, ich hatte das Bedürfnis zu beten

und Gott näherzukommen und dachte, am nächsten bin ich ihm am Altar.

Oh. Das ist schön.

Es klingt zwar etwas merkwürdig... *Reifen knirschen.*

Herrje, wer kommt denn wieder?

Gehen Sie ruhig nachsehen. Ich komm klar.

Nein, ich muss noch den Altar schmücken mit Blumen...

Ich übernehme das gern für Sie.

Wirklich? - Ja.

Ach, Ronnie, Sie schickt wirklich der Himmel, wissen Sie?

Hallo, ihr zwei. Erinnert ihr euch noch an mich?

Ja, klar, du bist Schwester... - Agatha.

Fast. Schwester Agnes.

Ist Claudia auch da? - Ja. Sie ist in der Küche.

Ja!

Ist das gut, sie hierherzubringen? - Was sollte ich tun?

Herr Lehner hat sie nicht abgeholt und ist nicht zu erreichen.

Ist was passiert?

Jetzt mal den Teufel nicht an die Wand, Schwester Agatha.

Super. - Danke.

Wenn ich da an Ihren Bruder denke...

Dass jemand mit Ihrem Talent mit ihm verwandt ist: unglaublich.

Erzählen Sie ihm das aber bitte nicht, ja?

Sie Schmeichlerin.

*Sie lachen neckisch.* So, jetzt komm ich dran.

*Ruhige Musik*

Guten Tag. Grüß Gott, Schwester.

Was kann ich für Sie tun? Ich möchte mit Frau Demir sprechen.

Das ist meine Frau. Selin, kommst du mal bitte?

Das ist ja ein lustiger Zufall. Ja.

Sie wollen verreisen? Leider nein.

Ich bin hier, um mit Ihnen zu reden. Über Herrn Lindner.

Ich wüsste nicht, was es da zu reden gibt.

Frau Demir,

wegen Ihrer Anzeige wurde ihm der Heimplatz gekündigt.

Das können Sie doch nicht wollen. Ihre Mutter stand ihm nahe.

Ich weiß nicht, was er erzählt hat.

Aber sie war 40 Jahre verheiratet. Meinem Vater stand sie nah.

Mein Schwiegervater starb vor zwei Jahren. Das tut mir sehr leid.

Aber das bedeutet doch nicht, dass Ihre Mutter nicht auch wieder...

Aber nicht jemanden wie Herrn Lindner.

Meine Mutter ist Muslima. Sie steht uns nah. Wir sind ihre Familie.

Familie ist wichtig, klar.

Aber Freundschaft doch auch, finden Sie nicht?

Wenn Sie mich bitte entschuldigen.

Vielleicht denken Sie doch noch darüber nach?

Es tut mir leid, Schwester.

Auf Wiedersehen. Wiedersehen.

Habt ihr Hunger? - Ja.

Ich mach euch Pfannkuchen, ja? - Cool.

Und Düsseldorf? *Telefon klingelt.*

Ich geh schon. Das ist bestimmt euer Papa.

Wann ist denn der Umzug genau? - In vier Wochen.

Das wird toll. Neue Wohnung, neuer Kindergarten.

Ich würde lieber hierbleiben. - Weil du Düsseldorf nicht kennst.

Das ist eine schöne Stadt

mit einem riesigen Fluss, dem Rhein.

Claudia? Kommst du mal bitte?

Na klar.

Das war Herr Lehners Sekretärin.

Er hatte einen schweren Autounfall.

Er ist im Krankenhaus.

Mehr konnte sie nicht sagen. - Ich muss zu ihm fahren.

Guckst du nach den Kindern? - Klar.

Ich bin gleich wieder da, okay? - Okay.

*Mutter Oberin stöhnt.*

(stöhnend) Danke, Schwester Hildegard.

Laufen kann ich noch alleine. - Wie Sie wünschen, Mutter Oberin.

Gehen Sie schon mal rein und sagen, wir sind da.

Selbstverständlich.

Dann wirst du so lange die Stellung im Mutterhaus halten?

Leider nein. *Oberin räuspert sich.*

*Felicitas betet leise.*

Ja. *Felicitas verstummt.*

Liebe Mitschwestern, danke, dass Sie sich so kurzfristig hier einfinden.

Einige von Ihnen werden bemerkt haben,

dass es mir gesundheitlich nicht gut geht.

Was hast du? - Einen Rundherd auf der Lunge.

Was ist das? - Ein Schatten auf der Lunge.

Was es genau ist, müssen die Ärzte noch klären.

Es könnte ein Tumor sein, eine Lungenentzündung

oder TBC.

Jetzt hör aber auf. Wie schrecklich. - Sie hat ja recht.

Da mich das alles sehr in Anspruch nimmt

und ich der Verantwortung dem Orden gegenüber nicht mehr gerecht werde,

habe ich beschlossen, die Leitung vorübergehend abzugeben

und hier im Kloster Kaltenthal zu bleiben.

Weihbischof Landkammer und ich haben darüber beraten,

wer in der Zeit meiner Absenz

die kommissarische Leitung des Mutterhauses übernehmen kann.

Und wir haben uns entschieden, Ihnen...

liebe Schwester Felicitas... - (Agnes, leise) Was?

...diese Aufgabe zu übertragen.

Mir? - Ja.

Der Weihbischof hält viel von Ihnen. - Tut er das?

Dann muss ich mich seinem Wunsch beugen.

Glaubst du echt, du schaffst das? - Ja, warum nicht?

Mit Gottes Hilfe an meiner Seite.

Schwester Hildegard wird Sie in alles einweisen.

Jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich... bin erschöpft.

Soll ich Ihnen Wadenwickel machen? - Sehr gern.

Gut. - Ich komm mit.

Felicitas, wo willst du hin?

Ich geh beten. Willst du dich nicht um die Mutter Oberin kümmern?

Tue ich doch. Ich bereite mich auf meine neuen Aufgaben vor.

(seufzt) Oh mein Gott.

Grüß Gott, Frau Laban. Ist er da? - In seinem Büro.

Haben Sie was herausgefunden? - Mehr, als mir lieb ist.

Grüß dich, Wolfi. Hermännchen, stalkst du mich jetzt?

Ähm. Du hast ein Problem, Wolfi.

Als Kaltenthals Bürgermeister sind Probleme mein Beruf.

Dein Bruder golft wie ein junger Gott

und turtelt mit Frau Winter, dass bald Kirchenglocken läuten.

Unsinn. Ich habe es gesehen.

Was? Du warst auf dem Golfplatz und spionierst meinem Bruder nach?

Ich sorge mich um unser Projekt.

Friedhelm ist mein Bruder, nicht dein Feind.

Du hörst mir nicht zu. Ich höre dir genau zu.

Da hab ich endlich ein Stück Familie,

und du willst das aus blinder Eifersucht kaputtmachen.

Der Einzige, der hier blind ist, bist du.

Ich glaube, es ist besser, wenn du jetzt gehst.

Dann renn in dein Verderben.

Aber reiß mich diesmal nicht mit in den Abgrund.

(Laban, flüsternd) Was ist los?

Okay.

Herr Wöller? Ja?

Ich muss was erledigen. Ist es wieder der Zahn?

Äh, diesmal der andere.

Ich bin so schnell wie möglich zurück.

Verlasst doch alle das sinkende Schiff.

Herr Huber. - Frau Laban.

Wachtmeister Meier muss sich Herrn Breitner noch mal vornehmen.

Diesmal anständig. - Was ist denn los?

Er pussiert mit Frau Winter, und Wolfi ist blind vor Liebe.

Herr Wöller liebt Frau Winter noch?

Er steuert blindlings ins Verderben. - Ich spreche mit Herrn Meier.

Sie glauben also auch, mit Herrn Breitner ist was faul?

Ja. Oberfaul.

*Es klopft.* - Ja, bitte?

Frau Yilmaz? Ja?

Guten Tag. Ich bin Schwester Hanna vom Kloster Kaltenthal.

Hätten Sie einen Moment für mich? Ja.

(stammelt) Äh, Kloster...

Kaltenthal. Ah ja.

Das sagt mir was. Vermutlich wegen der Hühner,

die Herr Lindner heimlich im Heim hielt.

Der Gustav, ja. Wegen Gustav Lindner bin ich hier.

Er soll seinen Heimplatz nicht verlieren.

(seufzt) Mhm, alles meinetwegen.

Frau Yilmaz, darf ich Ihnen eine sehr persönliche Frage stellen?

Ja. Was hat Dr. Brendel diagnostiziert?

Ja, die Diagnose.

Ich vergesse so viel. Aber ich schreib mir alles auf.

Warten Sie.

Ja.

Eine bakterielle Infektion und keine... Wie heißt das? Ornithose.

Ach. Und die bakterielle Infektion, wo haben Sie die her?

Ja, der Herr Doktor hat gesagt, das kann ich mir überall geholt haben.

Vielleicht sogar im... Ucak...

(stöhnt) Wie heißt das?

Flugzeug? Ja. Ja, Flugzeug.

Wo sind Sie denn hingeflogen?

*Sie seufzt.* Ähm... Oh Gott.

(weinerlich) Ich weiß es nicht mehr. Ich vergess doch immer alles.

Das macht mir so viel Angst. Das verstehe ich.

Alles gut. Haben Sie jemanden, mit dem Sie darüber sprechen können?

Ja, mit Gustav. Ich hab ihm alles erzählt.

Wissen Sie,

ich vergesse sogar den Namen der Pflegerin hier im Heim.

Aber es ist alles nicht so schlimm, weil...

weil... der Gustav, der erinnert sich für mich.

(stockend) Das ist so ein netter Mensch.

Herr Meier. - Frau Laban.

Könnten Sie bitte noch mal Herrn Breitner überprüfen?

Warum? Das hab ich doch schon.

Ja, aber seine Vergangenheit, seinen Lebenslauf.

Ist was vorgefallen? - Herr Huber und ich sorgen uns.

Ja, Herr Huber ist mit Herrn Wöller befreundet, aber Sie auch?

Herr Wöller ist beileibe kein Engel und quält Sie so gern wie mich,

aber dass irgend so ein Betrüger seine weiche Seite ausnützt,

das hat er trotzdem nicht verdient. - Na ja...

Gut. Wenn Ihnen das so wichtig ist.

Danke. Vielen Dank.

Wenn Sie mal von mir was brauchen... - Essen Sie noch Fleisch?

Na ja, nicht jeden Tag, aber ab und zu schon, ja. Wieso?

Ich weiß nicht mehr, was ich noch essen kann,

ohne meinem Sohn zu schaden. - Das verstehe ich nicht.

Schädige ich mit meinen Essgewohnheiten das Klima,

lebe ich damit auf Kosten der nachfolgenden Generation.

Das kann man natürlich so sehen. - Und das ist das Problem...

Wachtmeister Meier, Frau Laban. Herr Wöller.

Wachtmeister Meier ist Ihr neuer Zahnarzt?

Wir sind uns zufällig begegnet.

Schönen Tag noch.

Du bist so hübsch, wenn du lächelst. - Quatschkopf.

Wirklich.

Jedenfalls, es war sehr schön mit dir.

Das fand ich auch. Danke noch mal. - Gerne.

Ähm, vielleicht... - Was?

Vielleicht könnten wir das ja mal wiederholen.

Aber dann fiel mir ein, du trittst ja bald in den Orden ein.

So akut ist das im Moment auch nicht mit dem Orden.

Also, 'ne Wiederholung wäre schon möglich.

Tschüss. - Tschüss.

*Er seufzt.*

*Handy klingelt.*

Na, wie ist es gelaufen, Romeo? Ich glaube, sie hat angebissen.

(seufzend) Dabei hat sie zum Anbeißen ausgesehen.

Ganz wichtig jetzt: kühlen Kopf bewahren.

Konzentrieren Sie sich auf die Aufgabe.

Wie viele sind noch auf der Liste? Eine, Nellie.

Die mit dem Nachhaltigkeitsfimmel? Mhm.

Ich hab eine Idee für ein nachhaltiges Lebensmodell für sie.

Das würde aber ein wenig kosten.

Mein Bruder kommt. Wir reden morgen drüber.

Wolfgang, Bruderherz, wie war dein Tag?

Das sollte ich dich fragen. Na ja, ich habe mich bemüht.

Nur der Golfball wollte nicht. Und Frau Winter?

Ah, Frau Winter. Ja.

Eine außergewöhnlich charmante Frau.

Aber ihr habt nicht über das Kloster geredet?

Kein Sterbenswörtchen. Worüber dann?

Gott und die Welt, vor allem über uns.

Dich und mich? Nein, sie und mich.

Ach so.

Hast du damit ein Problem? Nein, nein.

Ich hab zu ihr ein geschäftliches Verhältnis.

Gott sei Dank. Warum?

Wir haben diesen besonderen Draht zueinander.

Tatsächlich? Ja.

Kennst du das Gefühl, wenn man sich blind versteht?

Ja. Und du meinst, die Frau Winter tickt so...

...die fühlt so wie du? Ich weiß es.

Ich glaub, ich hab die Frau fürs Leben gefunden.

Fürs Leben? Ja, fürs Leben.

Aha.

*Es klopft.* - Ja?

Alles in Ordnung? Können wir was für Sie tun?

Alles in Ordnung, danke. Schwester Hanna?

Wissen Sie, wo dieser schöne Baum von Schwester Agnes ist?

Ja. Würden Sie mich begleiten?

Gern.

Wie alt mag er wohl sein? Was glauben Sie?

An die 200 Jahre vielleicht?

Er war schon da, als es uns noch nicht gegeben hat.

Und wird noch da sein, wenn es uns schon lange nicht mehr geben wird.

Sie haben Angst vor der Diagnose.

Ich glaube, ich habe Angst, mein Leben nicht gelebt zu haben.

Ich meine nicht das Leben im Orden,

sondern dass ich Dinge nicht ausprobiert habe.

Und dass mir jetzt keine Zeit mehr dafür bleibt.

Was sind das für Dinge? Als junge Frau wollte ich immer...

Gitarre spielen und singen wie Janis Joplin. Verrückt, oder?

Schwester Lela könnte Ihnen das beibringen.

In meinem Alter noch ein Instrument lernen...

Es ist nie zu spät.

Vielleicht haben Sie recht.

*Sanfte Musik*

Jens.

Claudia. - Oh Gott.

Hast du schlimme Schmerzen? - Ich bin so voller Medikamente.

Wo sind Pia und Oskar? - Die sind bei uns im Kloster.

Es geht ihnen gut, keine Sorge.

Was sagen denn die Ärzte?

Ich muss mindestens eine Woche hierbleiben.

Ich weiß gar nicht, wie, mit den Kindern.

Wenn du willst, dann kümmere ich mich um sie.

Kann ich das annehmen? - Klar.

Wie geht's dir?

Gut. - (zögernd) Und unserem Baby?

Dem geht's auch gut.

Das heißt, du ziehst erst mal ins Haus der Lehners?

Ich kümmere mich dort um die beiden. Solange Jens im Krankenhaus ist.

Geht doch schon eure Sachen packen.

Falls du Hilfe brauchst... - ...meld ich mich.

Ich ruf euch schon mal ein Taxi.

Oh. Ich muss auch los.

Ich muss ins Rathaus. Bis später.

Hallo, Susie. - (Sina) Hallo.

Hallo, Schwestern. Gelobt sei Jesus Christus.

Susie, möchtest du noch frühstücken? - Nein, ich...

Können wir... Können wir kurz reden?

Klar.

Du hast dich so bemüht, uns alles erklärt.

Deswegen sag ich's dir persönlich. Ich werde doch nicht Nonne.

Jetzt sag nicht, wegen diesem Alex. - Nein.

Ja... Irgendwie schon. - Bist du verliebt?

Ich glaube, schon. - Und er auch in dich?

Ich denke. - Aber du weißt es nicht.

Ich hab ihn nicht gefragt. - So was spürt man.

Das spürt man ganz tief in sich drin.

Ich will nicht, dass er dir wehtut. - Wieso sollte er?

Alex arbeitet für Bürgermeister Wöller.

Was hat das damit zu tun?

Der will nicht, dass ihr Nonnen werdet, der will das Kloster.

(stockend) Und, Susie,

ich hab einfach Angst, dass Alex das nicht ernst meint.

Das hör ich mir nicht an. Alex und ich haben eine Verbindung.

Dass du das schlechtmachst, ist das Letzte.

Susie. Susie!

Nein... Mann.

*Es klopft, Tür öffnet sich.* Frau Laban, endlich.

(erstaunt) Schwester Hanna.

Habit am Morgen bringt Kummer und Sorgen.

Aber manchmal auch wichtige Informationen.

Bitte. Danke.

Frau Yilmaz wurde nicht wegen der Hühner krank.

Das interessiert mich, weil...?

Weil die Strafanzeige gegen Herrn Lindner jeder Grundlage entbehrt.

Es gibt keinen Grund, ihn vor die Tür zu setzen.

Das lasse ich erst durch die Heimleitung prüfen.

Ja. Ich würde Ihnen eher empfehlen, die Heimleitung zu überprüfen.

Wieso das?

Ich glaube, Frau Rotkopf ist dabei, das Heim zu Tode zu sanieren.

Die zerstört den Ruf Ihrer Gemeinde.

Meiner Gemeinde? Ihrer Gemeinde.

Wir sollten zusammen hinfahren.

Ich bin ja schon zusammengefahren, als ich Sie sah. Scherz.

Herr Wöller.

Hier in diesem Kalender stehen alle deine Termine.

Das geht nicht. Das sind zu viele.

Im Moment ist es eher ruhig.

Also, ich brauche Zeit zum Beten.

Dafür finden wir schon eine Lücke. - Also, Hildegard, wirklich.

Man schiebt den lieben Gott nicht zwischen zwei Termine.

Entschuldigung, im Vorzimmer war niemand.

Ich möchte die Mutter Oberin sprechen.

Die Mutter Oberin ist... - Ich kenne Sie doch.

Sie wollten uns das Kloster wegnehmen.

Wegen des Klosters bin ich hier.

Wenn ich sie jetzt bitte sprechen könnte.

Das tun Sie. - Wie? Ich versteh nicht.

Ich bin die neue Mutter Oberin.

Nehmen Sie doch bitte Platz.

*Monotone Gitarrenklänge*

So? - Ja, fast.

Jetzt D-Dur: den Finger auf die G-Saite im zweiten Bund.

Den auf die hohe E-Saite, "eine alte Dame ging Hering essen".

Jetzt vier Saiten anschlagen.

Ist schwerer, als ich dachte.

Man braucht viel Geduld und muss üben, üben, üben.

*Telefon klingelt.* - Rathaus Kaltenthal, Laban.

Hallo, Frau Laban, Sie hatten wohl recht.

Friedhelm Breitner?

Es gibt eine dunkle Stelle in seiner Vergangenheit.

Ich habe damals was übersehen.

Er ist also ein... - ...Betrüger, ja.

Davon müssen wir wohl ausgehen. - Oh weh.

Herr Bürgermeister. Frau Rotkopf, bitte.

Schwester Hanna kennen Sie ja.

Sie bat mich, sie zu begleiten,

damit die unselige Angelegenheit mit Herrn Lindner bereinigt wird.

Sobald Herr Lindner das Stift verlässt, ist sie das.

Ah ja? Aber er weigert sich.

Wir müssen die Polizei einschalten.

Frau Demir zieht die Anzeige wohl zurück.

Bleiben die Regelverstöße. Er beschwert sich über alles.

Zu Recht, wie ich gehört habe.

Es wird gespart an allen Ecken und Enden.

Schreiben Sie mir vor, wie ich mein Haus zu führen habe?

Niemand macht Ihnen die Führung des Hauses streitig.

Aber das Heim gehört zur Gemeinde. Und die hat einen Ruf zu verlieren.

Der ist bestens. Nicht der der Küche.

Die Bewohner beschweren sich über das, was Sie anbieten.

Mir ist es in den letzten zwei Jahren gelungen,

die Kosten für die Küche auf die Hälfte zu drücken.

Das Essen hat trotzdem alle Vitamine und Nährstoffe.

Es geht doch nicht nur um Vitamine. Essen bedeutet doch viel mehr.

Wir sind ein Seniorenheim.

Kein Sternerestaurant. Werden Sie eins.

Der Ruf der Gemeinde ist heilig. Bevor die Presse etwas mitbekommt.

Eine Nonne erpresst mich sicher nicht.

Glauben Sie mir.

Wenn jemand weiß, wie Erpressung funktioniert,

dann Schwester Hanna.

So, du kannst dich gleich ausruhen.

Ach, habt ihr das schön gemacht.

Schwiegermama, das waren wir nicht.

Gustav! - Sibel.

Gustav.

Willkommen. Willkommen, daheim. - Danke.

Ja, hast du das... Oh Gott, wie heißt das auf Deutsch?

Das? Girlanden. Wie türkisch girland, Girlande.

Girlande... ja.

Willkommen zurück, Frau Yilmaz.

Danke schön. Herr Lindner, sie wollte Ihnen auch noch was sagen.

Ja, Herr Lindner, wenn Sie bleiben möchten, dürfen Sie gern bleiben.

Wirklich? - Aber ohne Hühner.

Aber ein Hühnchen und ein Hähnchen möchte ich behalten.

Was die anderen Diskussionspunkte angeht,

hab ich wohl die eine oder andere Idee von Ihnen zu schnell abgetan.

Wir reden noch mal darüber. Ja.

Gustav, ich freu mich so. - Ich auch.

*Sie spricht Türkisch.*

Das ist ein Familienessen.

Ja, Gustav gehört zur Familie.

Er ist ein Fremder. Er kennt nicht unsere Kultur, unsere Gewohnheiten.

Ohne Ihnen zu nahe zu treten, was wissen Sie von Herrn Lindner?

Außer, dass er nicht Ihrer Religion angehört?

Selin. Vielleicht hat Schwester Hanna recht. Hm?

Kizim, dein Vater wird immer in meinem Herzen sein.

Er war und ist der wichtigste Mensch in meinem Leben.

Außer dir, den Kindern und dir, Cem.

Sibel hat mir viel von Ihrem Vater erzählt.

Er muss wunderbar gewesen sein. - Das war er auch.

Und ich weiß, dass sie ihn immer noch liebt.

So wie ich meine verstorbene Frau.

Ich kann aber auch Ihrer Mutter Gefühle entgegenbringen.

Kommen Sie und trinken Sie einen Tee mit uns.

Tesekkür ederim. *Sibel flüstert auf Türkisch.*

*Handy klingelt.* Tesekkür.

Ja? Frau Winter.

Unsere Zusammenarbeit können Sie ab sofort als beendet betrachten.

Und warum? Entgegen Ihren Behauptungen

denkt der Weihbischof nicht ans Verkaufen.

Sie wollten mich beirren. Habe die Ehre.

Schlechte Nachrichten?

Ein vorübergehender kleiner Rückschlag, der mich nicht aufhält.

Sie geben nie auf, oder?

Stimmt es, dass Ihnen sämtliche Novizinnen abgesprungen sind?

(seufzend) Herr Wöller,

in der Sache ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Worauf Sie sich verlassen können.

Untertitel im Auftrag der ARD, 2020

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