All language subtitles for Um Himmels Willen - S19E08 - Wunschkind.deu

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Original subtitles

*Titelmusik*

Schwester Hanna

Wolfgang Wöller

*Sanfte Musik*

Entschuldigt. Guten Morgen. (alle) Guten Morgen.

Lange nicht mehr so gut geschlafen.

Herr Wöller kann das nicht von sich behaupten.

Der Herr hält seine gütige Hand über uns.

Wir sollten nicht schadenfroh sein.

Niemand ist schadenfroh, Felicitas.

Nur froh, dass der Weihbischof das Kloster nicht an ihn verkaufte.

Dann sollten wir alle wirklich nur beten,

damit die jungen Damen auch wirklich Novizinnen werden wollen.

Ich muss los in den Kindergarten. - Oh, Hanna?

Hilfst du uns beim Überzeugen? Das geht leider nicht.

Der Weihbischof will mich sprechen. Mit der Mutter Oberin.

Ich hoffe, das ist nichts Schlimmes. Es geht nur um die Schnuppertage.

*Es klingelt.*

Ach, guten Tag.

Ich bin Lena Wieser. Ich suche Schwester Hanna.

Das bin ich.

Wollen Sie reinkommen? Ja, danke.

Setzen Sie sich doch.

*Baby schmatzt leise.*

*Lena atmet schwer.*

Wie kann ich Ihnen helfen?

Meine Frau Britta ist vor sechs Wochen...

bei der Geburt von Elly gestorben.

Das tut mir sehr leid.

Das Problem ist, dass ich vor dem Gesetz nicht Ellys Mama bin.

Britta war die leibliche Mutter.

Ich wollte Elly adoptieren, so haben wir es besprochen.

Aber Brittas Eltern halten mich für keine gute Mutter.

Sie wollen das Sorgerecht. Und mit welcher Begründung?

Sie mögen mich nicht. Für das, was wir standen, ihre Tochter und ich.

Ja, aber... Das reicht zum Glück nicht aus fürs Sorgerecht.

Ich bin nach Brittas Tod zusammengebrochen.

Ich war mehrere Tage im Krankenhaus, wurde psychologisch betreut.

Verständlich. Sie verloren den liebsten Menschen.

Doch das Jugendamt überlegt, mir Elly wegzunehmen.

Dabei bin ich ein Jahr freigestellt. Ich bin Werbetexterin, hab gespart.

Britta hat mir auch was hinterlassen.

Danach hätte Elly eine Tagesmutter.

Aber weiß das Jugendamt das alles? Ja.

Aber Brittas Eltern sind eisern.

Denken Sie, Sie könnten mit dem Jugendamt reden?

Ja. Das werde ich versuchen.

Danke, Schwester Hanna.

Guten Morgen. Morgen, Bruderherz.

Und: Frühstück? Bitte nicht.

*Er seufzt.* Sag mal...

Haben wir gestern dasselbe getrunken? Dasselbe, ja.

Du aber das Doppelte. Deswegen.

Ich brauch eine Kopfschmertablette. Ich hab was Besseres.

Was ist das?

Probiers's einfach. Okay.

(hustend) Boah, ey. *Er stöhnt.*

Zwei rohe Eidotter, Chilli, Essig, Salz. Lass dir das patentieren.

Mit deinen Nonnen machst du daraus ein Geschäftsmodell.

Bitte erwähn in meiner Gegenwart nie wieder das Wort Nonne.

Ich sag dir mal was, Wolfgang.

Niederlagen machen einen erst groß.

Schau mich an. Diese Hose.

(betont) Beste britische Ware.

Mein Herrenausstatter-Laden war in Kiel ein Begriff.

Bis das Internet und die Billigware aus China kamen.

Ich bin zwar bankrott, aber ich trage meine Klamotten mit Würde.

Mhm.

Also, bitte sorge dafür, dass ich so was nie wieder trinken muss.

Dann helfe ich dir wieder auf deine Beine.

Ich habe dich nicht gesucht, damit du mir hilfst. Ich weiß.

Ich pack das allein. Zuerst ein Auto.

Du musst flexibel sein auf dem Arbeitsmarkt.

Ein Auto kann ich nicht annehmen. Brotbeck ist mein bester Verkäufer.

Er besorgt dir was Anständiges auf vier Rädern.

Ist das dein Ernst? Ja.

Um einen Anzug kümmern wir uns ebenfalls.

Ihr neues Buch ist ein weiterer literarischer Meilenstein.

Die Verkäufe schießen durch die Decke.

Das beruhigt die Mutter Oberin hoffentlich.

Herr Huber hat die zweite Mahnung geschickt.

Soll ich mit ihm verhandeln? - Das überlassen wir lieber ihr.

Gut. Konzentrieren wir uns auf die zusätzlichen Einnahmen.

Was für zusätzliche Einnahmen?

Ich plane eine Lesereise.

Wir bereisen Europa und füllen die Säle.

Äh... Wie stellen Sie sich das vor?

Sie lesen, ich mache die Organisation.

Anfangs nur die Hauptstädte Europas, zum Schluss eine Lesung vorm Papst.

Ich fand die Nummer vom vatikanischen Konzil.

Der Oberin geht es nicht gut. - Ich hole Ärzte.

Ich hätte das Buch nicht schreiben dürfen.

Der Weihbischof hat es verboten. Wie soll ich da auf Lesereise?

Hallo, Hildegard. Hallo, Hanna.

Es ist besser, wenn Sie jetzt gehen. Herr Stolpe.

(bedrückt) Schwester Hanna.

Was hat er denn? Er wollte mit mir auf Lesereise.

Ich hab Nein gesagt.

Das hält ihn doch nicht auf. *Scheppern*

Die Mutter Oberin erwartet dich bereits.

Schwester Hanna, ich...

*Oberin seufzt.* Um Gottes willen. Kommen Sie.

Setzen Sie sich. *Sie keucht.*

Soll Schwester Hildegard einen Arzt holen?

Alles gut, ich brauch nur einen Schluck Wasser.

Ja.

Es ist unverantwortlich, was Sie da tun.

Gab Schwester Hildegard Ihnen den Auftrag... Nein.

...mich zum Arzt zu schicken? Nein.

Schlimm genug, dass Sie es nicht allein sehen oder sehen wollen.

Ich geh schon zum Arzt, wenn es nötig ist.

Kümmern wir uns um die wichtigen Dinge. Sie sind wichtig.

Mich ärgert, dass der Weihbischof

heimlich das Kloster verkaufen wollte.

Zum Glück konnten wir das abwenden.

Erfährt er von Claudias Schwangerschaft,

macht er es uns wieder schwer.

Schwester Hildegard? - (eifrig) Exzellenz.

Schwester Hanna ist bereits bei der Mutter Oberin.

Möchten Sie verreisen? - Äh, was?

Äh ... Nein, die hat jemand vergessen.

Vergessen. - Ja. So... in etwa.

*Er brummt.*

*Oberin hustet.* - Bleiben Sie sitzen.

Bleiben Sie sitzen.

Schwester Hanna. Weihbischof Landkammer.

Großartig. Großartig, dass sich so viele junge Frauen

fürs Klosterleben interessieren.

Das haben Sie gut gemacht. Wir freuen uns auch sehr.

Um den Weinberg des Herrn zu bestellen, braucht's junge Menschen.

Wir sind uns der Verantwortung bewusst.

Der Vatikan würde das auch gerne hören.

Die Anzahl an Novizinnen ist erschreckend klein.

Umso schöner, dass sich diese Frauen für unser Leben interessieren.

Und genau darüber wollte ich mit Ihnen sprechen.

Wir müssen unseren jungen Bräuten Christi

ein Gottesbild vermitteln, das Substanz hat.

Demut, Bescheidenheit,

Gehorsam und Enthaltsamkeit sind die Stützen des klösterlichen Lebens.

Wer das nicht gänzlich verkörpert, ist bei uns fehl am Platz.

Und Menschlichkeit? Ja, das sowieso.

Wir bemühen uns, ein ehrliches Bild des Klosterlebens zu zeigen.

Aber wir wollen nicht, dass sie weglaufen.

Ein Leben im Orden erfordert spirituelle Disziplin.

Wir müssen die Spreu vom Weizen trennen.

Kloster Kaltenthal ist so beliebt,

weil wir den Menschen vorbehaltlos zuhören und helfen.

Wir müssen an der Außenwelt teilhaben.

Wir müssen uns öffnen und uns nicht hinter Regeln verschanzen.

Weihbischof, wir sind ein Orden, eine Gemeinschaft auf Augenhöhe.

Und es wäre nett, wenn Sie mich beim nächsten Mal informieren,

wenn Sie das Kloster verkaufen wollen.

Schon gar nicht für lächerliche zwei Millionen.

Sie wissen, Bischof Rossbauer gab seine Kompetenzen viel zu oft ab.

Ich werde das anders handhaben. Gewöhnen Sie sich daran.

Und Sie beweisen mir besser, dass Sie den Weinberg des Herrn

zu bestellen wissen.

(mahnend) Im Sinne des Ordens.

*Sie seufzen.*

Was haben Sie über die angehenden Novizinnen?

Keine junge Frau geht mehr freiwillig ins Kloster.

In Schwester Sinas Blog steht, die sind begeistert.

Traue nie einer Nonne, die versucht, ihr Kloster zu retten.

Wer weiß, wie die ticken? Einer schreib ich.

Ah ja. Susie Molitowski.

Ich tat so, als ob mich das auch interessiert.

Sehr gut. Und wie tickt die? Ich meine, was hat die gesagt?

Nicht viel. Aber sie kommt von hier. Lernen Sie sie kennen.

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen.

Wie denn? Gehen Sie mit ihr Kaffee trinken.

Ich muss Ihnen doch nicht erklären, wie man Frauen bezirzt.

Nein, natürlich nicht.

Aber sie ist nicht so mein Typ. Ach so.

Susie arbeitet in einem Buchladen. Aha. So 'ne Art Bücherwurm?

Mhm. Das nenne ich eine Herausforderung.

Aber die Damen dürfen sich nicht im Kloster einnisten.

Wir müssen wissen, was da los ist.

Enttäuschen Sie mich nicht, Romeo.

*Sie schreit auf.* Das wollte ich nicht.

Ich hab mich verlaufen. Ronnie Hübner.

(stammelt) Oh. Entschuldigung... Schwester Agnes.

Soll ich Ihnen das abnehmen? - Ach, das ist ja nett. Gerne.

Ich wollte noch Gemüse ernten.

Ihr Gemüsegarten ist wunderschön. - Danke.

Ich wollte immer Gärtner werden. - Aha. Warum hat es nicht geklappt?

*Gänse schnattern.*

Ich hatte eine schwere Kindheit, hab nie was Rechtes hinbekommen.

Oh. - Hm.

Das tut mir leid.

Ach, danke.

(seufzt) Das tut so gut, Schwester.

Hier mit Ihnen entlangzulaufen.

Ich wohn gerade bei meiner Tante. Manchmal muss ich da einfach raus.

Darum kam ich her. Ich mag es hier. - Sie haben sich nicht verlaufen?

Auch. Beides. - Beides.

Meine Mutter ist vor Kurzem gestorben.

Ich fühl mich so verloren. - Oh.

Das tut mir leid.

Haben Sie denn Arbeit?

Nein.

Vielleicht könnten Sie mir hier im Gemüsegarten helfen

und in unserem Hofladen?

Also, ich kann nicht sehr viel bezahlen.

Aber Sie wären an der frischen Luft, würden was lernen.

Im Ernst? - Ja.

Ich würd's umsonst machen.

Ich will ja vor allem was lernen. - Gut.

Hallo, Herr Wöller.

Wenn Sie kommen, um Ihren Triumph zu feiern,

weil Sie mir den großartigen Deal vermasselten,

habe ich leider wenig Zeit.

Sie wollten unser Kloster kaufen.

Das ist nicht exzellent, sondern hinterhältig.

Sie ließen mich ins Unglück rennen. Wenn das nicht hinterhältig ist...

*Sie seufzt.* Lassen Sie uns nicht streiten.

Ich verzeihe Ihnen. Sie mir?

Mhm. Aha.

Ich ahne, dass Ihr Friedensangebot mit einer Bitte verbunden ist.

Es geht um Lena Wieser. Man will ihr ihr Kind wegnehmen.

Ihre Ehefrau, Britta Reichard, ist bei der Geburt verstorben.

Die Adoption ist noch nicht durch,

nun wollen die Großeltern das Sorgerecht haben.

Ich kann da nichts machen, so traurig das klingt.

Für Frau Wieser ist das katastrophal. Sie ist die Mutter.

Das sagen Sie. Juristisch ist sie das nicht.

Sie kennen die Zusammenhänge nicht.

Frau Wieser ist krank. Wie meinen Sie das?

Ich hab einen guten Draht zu den Reichards. Die haben erzählt:

Sie wollte sich umbringen vor drei Jahren und war in der Psychiatrie.

Davon wusste ich nichts.

So eine labile Person kann alleine kein Kind großziehen.

Aber dann sollten die Reichards ihr besser Hilfe anbieten,

anstatt ihr das Kind wegzunehmen.

Aber offensichtlich hat Elly bei den Großeltern das bessere Zuhause.

Auf mich machte Frau Wieser keinen labilen Eindruck.

Wegen ihrer Vergangenheit wird ihr das Kind weggenommen?

Überlassen Sie das doch dem Jugendamt und dem Gericht.

Sie helfen mir nicht? Ich habe Ihnen alles dargelegt.

Mehr kann ich nicht tun, tut mir leid. Ich hab Gemeinderatssitzung.

Sie entschuldigen mich. *Sie seufzt.*

Wenn Wöller nur noch seinen Referenten schickt,

warum halten wir dann überhaupt noch Sitzungen ab?

Damit du dich aufregen kannst. Entschuldigen Sie die Verspätung.

Können wir dann anfangen? Nur du hältst uns noch auf.

Was ist mit dem Kloster? Was soll sein?

Du willst es schon wieder kaufen. - Zwei Millionen, ein Schnäppchen.

Einen Preis gibt's also schon? Aber es wurde noch nicht gekauft.

Sag, wofür du es brauchst. Oder wir frieren sämtliche Gelder ein.

Das, was ich jetzt sage, wenn das diesen Raum hier verlässt,

dann war's das mit dem Leuchtturmprojekt.

(mahnend) Wolfgang.

Wir fanden unter dem Kloster eine Burg aus dem Mittelalter.

Und jetzt kommt's: von Heinrich dem Löwen.

Das ist dein Leuchtturmprojekt?

Wir bauen die Burg wieder auf,

originalgetreu mit den Werkzeugen, Materialen wie damals.

Drehst du jetzt völlig durch?

So ein Projekt dauert Jahre und verschlingt Millionen.

Das ist richtig. Nur verdienen wir Millionen.

Eine Schnapsidee. Aber eine, die funktioniert.

Du brauchst Geld, um das anzuschieben.

Dafür habe ich einen US-Investor.

Der wird das Kloster erwerben und Stein für Stein abtragen

und in Amerika wieder aufbauen.

Also brauch ich so zwei Millionen, um das Kloster zu erwerben.

Niemand gibt dir für so eine Schnapsidee zwei Millionen.

Das ist eure Entscheidung. Entweder in Armut verharren oder mir folgen.

Gut.

Das war's für heute. Oder willst du noch was sagen?

Heinzi? Ach.

Hallo, Frau Wieser. Hallo, Elly.

Gibt es Neuigkeiten? Ja.

Bitte.

Herr Wöller ist leider der Ansicht, Elly sollte zu den Großeltern.

Und das Jugendamt? Ja, die sperren sich leider auch.

Es tut mir leid. *Baby greint leise.*

Elly zu verlieren, wird mich umbringen.

*Hanna seufzt.*

Warum sagten Sie nichts von Ihrem Aufenthalt in der Psychiatrie?

Ich hatte Angst, Sie helfen mir dann nicht.

Dass Sie auch glauben, ich könnte keine gute Mutter sein.

Nein. Aber gehen Sie doch offensiv damit um und verstecken es nicht.

Sind Sie denn wieder gesund?

Durch Britta änderte sich alles. Ich bin ein anderer Mensch.

Und wenn Elly bei mir ist, dann auch ein Teil von ihr.

(seufzt) Ja... Und wenn Sie sich alle gemeinsam um Elly kümmern?

Sie könnten eine Art Sicherungsnetz aufbauen.

Es wäre schön, wenn Elly ihre Großeltern oft sieht.

Und sich dadurch auch unsere Beziehung ändert.

Ich stehe noch in Kontakt mit meiner Therapeutin.

Ich kann sie auch jederzeit anrufen. Würden Sie mal kurz...?

(stammelt) Äh... Ja.

Vorsichtig. Ja...

Ich zeig Ihnen was.

(sacht) Hallo.

Ja.

Hier. Britta und ich hatten eine Hütte am Riegeler See gepachtet.

Sie sehen sehr glücklich aus.

Trotz Brittas Tod freue ich mich darauf:

mit Elly dort zu spielen, ihr das Schwimmen beizubringen.

Mit ihr Blumen... *Türklingel*

Entschuldigen Sie mich. Ja.

Frau Spier. - Darf ich reinkommen?

Erst möchte ich wissen, warum. - Machen Sie's nicht so schwer.

Was soll das heißen? - Wir haben uns lange beraten.

Wir haben es uns nicht leicht gemacht.

Nein, bitte nicht. Schwester Hanna?

Wir glauben, Elly ist bei ihren Großeltern sicherer.

Das gilt bis zum Gerichtsentscheid. Es tut mir leid.

Guten Tag. Frau Spier vom Jugendamt.

Sie nehmen mir Elly weg. - So können Sie stabil werden.

Nein.

Ich bin Schwester Hanna. Ich helfe Frau Wieser.

Überdenken Sie es noch mal? Der Richterspruch steht noch aus.

Vielleicht spricht die Justiz das Kind Frau Wieser noch zu.

Jetzt gibt's keine Alternative. Das kann Monate dauern.

Kindeswohl hat Vorrang. Rechtlich ist sie nicht die Mutter.

Können Sie ihnen nicht noch einen Tag geben?

Damit sie in Ruhe packen und sich an die Situation gewöhnen kann.

Elly ist ja nicht akut gefährdet.

Also gut, morgen früh um neun. Aber dann ohne Diskussion. Danke.

Wiedersehen. Wiedersehen.

*Hanna seufzt.*

Wir geben nicht auf.

Ich lasse Sie nicht allein.

Grüß Gott, Frau Laban.

Herr Breitner. - Ja.

Schick! - Oh, danke.

Hat mir Wolfgang geschenkt. Und ein Auto dazu.

Mir schenkt er nicht mal Pralinen zu Weihnachten,

und Sie bekommen gleich ein Auto.

Frau Laban. Machen Sie mir einen Kaffee, bitte.

Mir bitte auch. Danke. - Gern.

Das ist der neue Anzug? Ja.

Boah. Steht dir aber gut.

Vielen Dank. Ich hab dir auch was mitgebracht.

Ein Geschenk, für mich? Mhm.

Oh...

*Friedhelm räuspert sich.*

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Sag nix.

Danke. Bitte.

Zwillinge. Über Geschmack kann man streiten, über guten nicht.

Steht dir wirklich gut. Dir auch.

(Sina) Hallo. - (junge Frauen) Hallo.

Ich freu mich, dass ihr da seid. Es wird schön mit euch.

Wir zeigen euch eure Zimmer, dann gibt's Tee und Kuchen.

Ich bleib kurz, Susie kommt noch. - Gut.

Kommt ihr? - Ja.

Hier sind viele junge Frauen.

Ja. Die wollen schauen, wie das Leben als Nonne ist. Grüß Gott.

Das ist ja toll, so viele. - Ja.

Sina, das ist Ronnie Hübner.

Er will helfen. - Hilfe ist immer gut.

Na, dann.

Hi, Susie. - Hallo, Schwester Sina.

Hallo, Susie. - Hallo.

In der Buchhandlung war viel los.

Ich zeig dir dein Bett. Dann Treffen im Refektorium.

Cool.

Ich fall fast um vor Hunger. Perfektes Timing.

Moment, der Schweinsbraten gehört meinem Bruder.

Tag, Herr Huber. - Schön, Sie zu sehen.

Erika? Ich hätt gern auch einen Schweinsbraten und ein Bier.

Schweinsbraten und Haxen sind aus. Eine Suppe?

Es gibt gute Nachrichten.

Der Gemeinderat hat die zwei Millionen bewilligt.

Nun hast du Geld, aber kein Kloster. Da kommst du ins Spiel.

Ist die Mahnung für die Sanierung an die Nonnen schon raus?

Die liegt schon bei denen.

Dann müssen die zahlen. Sonst wird das Kloster gepfändet.

Egal. Hauptsache, ich kriege die Zeche.

Traust du mir nicht? Ich kenne deine Träume.

Über Geld müssen Sie sich keine Sorgen machen.

Er ist der großzügigste Mensch.

Ach ja? - Er schenkte mir Auto und Anzug.

Und du mir die Fliege. Genau.

So, bitte sehr. - (seufzt) Danke.

Guten Appetit.

Wa... Was ist das denn?

Eine klare Brühe. - (trocken) Na, bravo.

Sie haben also mit Lena geredet? Ja.

Erst einmal mein aufrichtiges Beileid zum Tod Ihrer Tochter.

Das ist wirklich furchtbar. Britta war unser einziges Kind.

Sie hatte eine sehr intensive Beziehung zu uns.

Das hat sich geändert, als Lena plötzlich auftauchte.

Wieso sie Daniel verließ, haben wir nicht verstanden.

Sie hatte doch alles. Britta und Lena verliebten sich.

Lena hat mir Fotos gezeigt.

Die beiden schienen sehr glücklich zu sein.

Als sie schwanger wurde, war unser Verhältnis fast das alte.

Ich konnte ihr von meiner Schwangerschaft erzählen.

Tipps geben, gemeinsam Babysachen einkaufen.

Wir haben uns so sehr auf unsere Enkelin gefreut, und dann...

Warum ziehen Sie das Kind nicht gemeinsam groß?

Sie haben ein Farbengeschäft. Das ist sehr zeitintensiv.

Meine Frau bleibt bei Elly.

Lena war nach der Geburt zu nichts fähig.

Ich habe sie gefüttert, in den Schlaf gesungen.

Dann mussten Sie Elly wieder hergeben.

Das war sicher nicht leicht. Das hat damit nichts zu tun.

Einer selbstmordgefährdeten Frau überlasse ich Elly nicht.

Sie können sie nicht stigmatisieren.

Als ich Britta fragte, ob Lena denn geeignet sei als Mutter,

mit der Vorgeschichte.

Da sagte sie, sie stünde ja an Lenas Seite, wir müssten uns nicht sorgen.

Sie war der stabile Anker in dieser...

Beziehung, wie immer man das nennen will.

Aber jetzt gibt es Britta nicht mehr und wir...

wir müssen Elly schützen.

(Hildegard) Wer ist das? - Paula Kuhn, eine Schauspielerin.

Sie gehen doch glatt als Zwillinge durch.

(stammelt) Sie wollen, dass diese Dame für mich...

Diese Dame geht als Hildegard Hähnlein auf Lesereise.

Ja, aber das wäre Betrug. - Ach...

Und da ist noch Weihbischof Landkammer.

Dann machen wir kaum Werbung. Die Leute kommen von selbst.

Das erfährt niemand. Bitte, Schwester Hildegard.

Aber wenn das rauskommt, dann geraten wir in Teufels Küche.

Ich weiß nicht. Ich halte das nicht für eine so gute Idee.

Eine Lesung, in Murnau? Das ist ganz weit weg von München.

Klitzekleiner Testballon.

Bitte. - Ich weiß nicht...

(Oberin, über Sprechanlage) Machen Sie mir einen Tee.

*Oberin hustet.* - Gelobt sei Jesus Christus.

Sofort, Mutter Oberin.

*Sie seufzt wütend.*

Na, Meier? Gefällt Ihnen der Schlitten?

Ist das Ihrer, Herr Wöller? Mein Bruder ist stolzer Besitzer.

Ich habe etwas ungünstig geparkt? - Korrekt.

Dafür gibt's 'nen Strafzettel? Eigentlich schon.

Den übernehm ich. Nein.

Du hast jetzt einen großen Bruder. Passiert das noch mal:

alles auf mich, Adresse haben Sie.

Ich muss ins Rathaus. Wir sehen uns heute Abend.

Zum Essen. Hallo, wie geht's? Grüß Gott. Gut, danke.

Tja, schönen Tag noch.

*Mutter Oberin stöhnt auf.* *Sie hustet.*

*Oberin schnieft.*

*Scheppern* (stöhnt) Ist alles in Ordnung?

Ja, mit mir schon, aber nicht mit Ihnen.

Sie gehen jetzt zum Arzt.

Das ist nicht nötig, ich... Ich brauch nur Ruhe.

Entweder Sie gehen zum Arzt, oder ich rufe den Weihbischof an

und lasse ihn Sie von Ihren Aufgaben entbinden.

Das würden Sie nicht tun. - Oh doch.

Ich ertrage Ihr Elend nämlich nicht länger.

Vor allem aber mache ich mir sehr große Sorgen um Sie.

*Sie hustet.*

Also: Arzt oder Weihbischof?

In Gottes Namen, dann machen Sie einen Termin.

Beim Arzt.

*Frauen lachen.* Das sieht gut aus.

Nein, nun hast du's kaputtgemacht. - Susie!

Hallo. (flüstert) Der Boss. Hallo, Hanna.

Ich freue mich, dass Sie alle hier sind.

Schön, in so viele junge Gesichter zu schauen.

Schwester Sina und Claudia haben sehr lange gegrübelt,

wie wir Ihnen in so kurzer Zeit das Leben im Kloster zeigen können.

Unsere Verbundenheit zu Jesus Christus

und auch die Freude, die das Leben uns hier bereitet.

Vielleicht können wir ja die eine oder andere anstecken,

und sogar überzeugen, mit uns zu leben.

Gelobt sei Jesus Christus.

(alle laut) In Ewigkeit. Amen.

*Es klopft.* - Wiederhören.

Frau Winter. Welch Überraschung. - Na, das glaube ich nicht.

Bei den fadenscheinigen Gründen, um mich abzuwimmeln... Ich will zu ihm.

Ich melde Sie an. - Nicht nötig, danke.

Frau Winter, endlich. Ich will Sie schon den ganzen Tag erreichen.

Wohl eher das Gegenteil.

Äh, wenn Sie wegen Kloster Kaltenthal kommen...

Weswegen denn sonst? Da gab es 'ne kleine Verzögerung.

Gab's oder gibt's noch? Die gibt es noch.

Der Weihbischof hat den Verkauf des Klosters etwas verschoben.

Irgendwas mit Novizinnen. Sie wissen ja, die katholische Kirche.

Das heißt, es lief wieder mal alles schief.

Sie sehen das zu negativ. Kein Wunder, so zwischen Tür und Angel.

Wollen wir nicht zu Abend essen?

Warum nicht? Ich kenne ein wunderbares neues Zwei-Sterne-Lokal.

Oder bei mir? Mein Bruder kocht.

Wir können alles in Ruhe bereden. Ihr Bruder kocht?

Ja, ja... Entschuldigung.

Friedhelm, ich bin's. Ich bringe einen Gast mit, ist das in Ordnung?

Ich weiß nicht, ob es für drei reicht. Das sagst du zu spät.

Ein Künstler am Herd wie du kann doch zaubern.

Ehrlich gesagt, ich fühl mich gerade ein wenig überfordert.

Frau Winter, so heißt sie, schaut gleich vorbei.

Also wirklich 'ne ganz reizende Person.

Zeig dich von deiner besten Seite. Fahren Sie vor.

Ich komm gleich nach. Er freut sich auf Sie und ich natürlich auch.

*Alle reden durcheinander.*

*Sie verstummen.* - Ich... Gott zum Gruße.

Ich hoffe, ich störe nicht?

Herr Rauscher, was machen Sie denn hier?

Das sieht ja besser aus als beim Italiener.

Hat Herr Wöller Sie geschickt? Wegen des Schnupperkurses?

Um uns auszuspionieren? - Ich, äh...

(stammelt) Also... Nein.

Ich... hab was für Susie dabei. - Für mich?

Einen Roman über eine Nonne.

Italienisches Essen, Buchgeschenke.

Was kommt als Nächstes?

Tanzen statt beten? - Gute Idee.

Sag so was nicht, sonst betet Felicitas noch mehr.

(stockend) Es ist meine Schuld. Also, dass Alex...

Wir redeten über das Buch und ich sagte, ich will es lesen.

Es ist aber vergriffen, und er bot an, es mir zu bringen.

Ich dachte nicht, dass er wirklich kommt.

(trocken) Sehr interessant.

Und ich war sowieso in der Gegend.

Ehrenwort. Wenn Sie schon mal da sind,

können Sie auch mit uns essen, es ist genug da.

Danke.

Da sage ich nicht Nein.

Worum geht's in dem Buch? - Ums Klosterleben.

Erzählen Sie mir mehr über Ihre Großeltern.

Na ja, ich war sehr gern bei denen am Meer.

Verständlich.

Ich liebe beides, das Meer und die Berge

Haben Sie mal drüber nachgedacht, ganz ans Meer zu ziehen?

Na ja, das eine sind die Träume, und das andere ist Realität.

Makler verdienen in München mehr. - Aber Geld ist doch nicht alles.

Friedhelm, darf ich Sie was fragen? - Nur zu.

Hat Ihnen Ihr Bruder etwas über unser gemeinsames Projekt erzählt?

Nein. Er hat beiläufig was erwähnt, mehr weiß ich nicht.

Gar nichts? - Nein...

So. Wolfgang, du kommst genau richtig.

Eine meiner Stärken. Simsalabim, da ist Schampus drin.

Oh. - Großartig. Ich hol die Gläser.

Ihr Bruder ist sehr charmant.

Ah ja? Mhm.

Liegt in der Familie. Ja.

So. Was gibt's denn?

Ich bin gleich wieder da, ja? Okay.

Was soll denn das werden? Ja, wart's doch ab.

Du kannst so was einer Frau wie Jenny Winter nicht anbieten.

So was isst man auf dem Campingplatz.

Warum denn nicht? Ja...

Ich freu mich schon so aufs Essen. Ich sterbe vor Hunger.

Tja. Auf einen gemütlichen Abend, den wir hoffentlich genießen werden.

Ja. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Prost.

Ich hab so Hunger, ich fange an. Ich muss das probieren.

*Friedhelm seufzt wohlig.*

*Sie seufzt genießerisch.*

Das ist der beste Labskaus, den ich je gegessen hab.

Danke.

Ihre Großeltern mütterlicherseits kommen nämlich aus Kiel.

Ach so. Danke, Friedhelm.

(Alex) Bist du bös, dass ich herkam? - Es war etwas peinlich.

Findest du mich peinlich? - Nein.

Ich find das Buch interessant.

Eine Nonne, die wegen der Liebe das Kloster verlässt?

Ja. Man muss sich halt klar sein, warum man Novizin werden will.

Man sollte das wirklich durchdenken. - Ich mach das ja nicht aus Jux.

Wenn du's tust, bist du nur mit Gott verheiratet.

Ich weiß.

Wie ist es bei deinen Kolleginnen...

Meinen Mitschwestern? - Ja.

Da gibt es verschiedene Gründe. - Erzähl doch mal.

Horchst du mich aus? - Nein.

Ich will einfach verstehen, warum man ins Kloster geht.

Weil ich dich verstehen will.

(Felicitas) Du, Auferstandener,

du verbindest Himmel und Erde.

Gelobt seiest du.

(alle) In Ewigkeit, Amen.

*Hanna seufzt.*

Durch dich ist der Himmel nah.

Zeig uns deinen Himmel,

damit Hass und Feindschaft enden.

...und das Frühstück beginnen kann.

Hanna? Ja?

Die Morgenandacht ist noch nicht zu Ende.

Das dauert jetzt schon über eine Stunde.

So andächtig muss niemand am frühen Morgen sein.

Verzeihung, Herr.

*Gemurmel* - (Claudia) Wachtmeister Meier.

(überrascht) Herr Meier. Morgen.

Guten Morgen, ist was passiert?

(seufzend) Grüß Gott.

Frau Wieser war heute Morgen nicht zu Hause. Oh.

Sagen Sie mir, versteckt Frau Wieser sich hier?

Nein. Dürfen wir mal reinschauen?

Das können Sie tun, aber ich belüge Sie nicht .

Wenn Schwester Hanna das sagt, ist sie nicht hier.

Aber Sie wissen, wo sie steckt? Nein.

Damit verringert Frau Wieser ihre Chance auf das Sorgerecht deutlich.

Wiedersehen. (seufzt) Wiedersehen.

Herr Meier? Alles in Ordnung?

Wir dürfen nur ein Fleisch essen, seit Kevin mit Betty zu tun hat.

Hm? Fruchtfleisch.

Alles andere ist verboten. Gestern aß ich heimlich im Garten Bratwurst.

Dauernd hatte ich Angst, Kevin sieht es.

Die jungen Leute wollen die Erde retten.

Ich verstehe das ja mit dem Klimaschutz und allem.

Mir ist im Sommer in der Uniform auch echt heiß.

Aber muss man gleich auf alles verzichten?

Natürlich nicht. Aber irgendwo muss man doch mal anfangen.

Hm.

Sie aßen mit den Nonnen? Lasagne und Tomate Mozzarella.

Aha. Das klingt ja so, als würden Sie gern dabei sein.

Als Novizin? Als Papst.

Ach so. Verstehe. Ja...

Es wird schwer. Vorschläge?

Vielleicht schmeißen zwei von ihnen für Festival-Tickets hin.

Also gut, genehmigt.

Eine mag Politik. Ah ja?

Die will die Welt retten.

Ich frag meinen Onkel nach einem Praktikum bei der EU.

Weiter. Ruth bring ich in die katholische Studentengemeinde rein.

Okay. Was ist mit der Susie? Die wird ein harter Brocken.

Die mag Sie. Aber Gott noch mehr.

Dann müssen Sie charmanter sein als Gott.

Echt jetzt? Ist das nicht gemein?

Jemandem so Hoffnung zu machen? Nein, Sie befreien ihre Seele.

In 20 Jahren bereut sie es, Nonne zu sein,

aber die große Liebe ist weg.

Lieber einmal enttäuscht werden und noch eine Chance haben.

Ja? Ich kann Lieder davon singen.

*Sanfte Musik*

Frau Wieser?

Wie haben Sie mich gefunden?

Die Fotos, die Sie mir gezeigt haben.

Von Britta und mir.

Wie geht es Elly? Sie schläft.

(sanft) Lena.

Weglaufen ist keine Lösung.

Irgendwann wird man Sie finden. Die Flucht verwendet man gegen Sie.

Aber ich kann doch mein Kind nicht weggeben.

Wir finden einen guten Familienanwalt.

Ich sprech noch mal mit dem Jugendamt und Bürgermeister Wöller.

Sie müssen stark sein.

Nur dann können Sie das Gericht überzeugen.

Ich komme mit Ihnen.

*Hanna seufzt.* Gut.

Ihr dürft uns alles zum Klosterleben fragen.

Wie ist es, nichts zu besitzen?

Man braucht hier ja nichts.

Und ich habe noch nie was vermisst.

Und Klamotten? - Muss man nicht mehr bedenken.

Hat auch was.

Und Kinderkriegen?

Ist es nicht hart, zu wissen, dass man nie welche bekommen kann?

Ein wichtiger Punkt. Darüber muss man vorher nachdenken:

ob man auf Kinder verzichten kann.

Ich bin ja noch jung. Wenn ich mich nun später umentscheide?

Oder ich mich verliebe? - Da musst du wieder austreten.

Zumindest wenn der Typ gut aussieht. - Entschuldigung.

(Sina) Ja, weiter?

(Heidi) Hatte eine von euch denn schon mal Zweifel?

(Sina) So klar war das für mich nicht,

dass ich tatsächlich Novizin werde.

Aber es hat sich dann einfach richtig angefühlt.

Gut, dass Sie doch noch gekommen sind.

Ich weiß, das ist nicht einfach für Sie.

Übergeben Sie jetzt bitte das Baby.

(sanft) Komm, Elly-Schatz. Komm her.

*Elly knötert leise.* - Komm zu Oma, hm? Ja.

(stockend) Sie mag es am liebsten, im Tuch getragen zu werden.

Und sie liebt es, zu baden.

Ohne Schnuller kann sie nicht schlafen.

*Lena atmet beherrscht.*

Ich leg sie immer um 19 Uhr ins Bett.

Um 23 Uhr wacht sie noch mal auf und will ihr Fläschchen.

Ein fester Schlafrhythmus ist wichtig für sie.

Danke. Den wird sie bei uns haben.

Wenn irgendwas ist, wenn...

Ihr... Ruft mich immer an, wenn ihr Fragen habt.

*Er räuspert sich.*

Wir wissen das sehr zu schätzen. Danke, Lena.

Wenn sich das eingerenkt hat, komm sie besuchen.

Was soll sich denn einrenken?

Ihr nehmt mir Elly weg.

Sie waren sehr tapfer, Frau Wieser. *Lena schluchzt.*

*Klopfen*

Hallo, Frau Laban. Schwester Hanna.

Ist er da? Ja, aber sein Bruder...

Schwester Hanna. Herr Wöller?

Lassen Sie mich raten,

ich soll mal wieder für Sie die Kohlen aus dem Feuer holen?

Es ist wirklich dringend. Was ist denn?

Frau Wieser musste eben ihr Kind abgeben.

Da ist es endlich in den richtigen Händen.

Hätten Sie gesehen, wie sehr Frau Wieser dabei gelitten hat,

wüssten Sie, wohin Elly gehört.

Schrecklich. Man kann doch einer Mutter nicht das Kind entreißen.

Wenn du da was machen kannst, tu was, bitte.

Das finde ich auch. Ich bin Bürgermeister, nicht Gott.

Denn sonst müsste sie ja mich anbeten.

Ernsthaft: Ich kann dem Jugendamt nicht sagen, was es zu tun hat.

Dann geh ich eben sammeln, für einen guten Anwalt.

Vielleicht kann Jenny da helfen? Als Maklerin kennt sie jeden.

Sie kennen Frau Winter? Er kennt sie nicht.

Wir haben gestern zusammen gegessen. Er kennt sie nicht so richtig.

Dann werd ich mich wohl mit Frau Winter unterhalten müssen.

Über unser Kloster und so etwas. Schwester Hanna...

Wenn Frau Spier vom Jugendamt nicht auf Sie hört,

dann muss ich das wohl tun. Warten Sie.

Versprechen Sie, sich von Frau Winter fernzuhalten,

dann verspreche ich Ihnen, alles zu versuchen,

dass Reichards und Frau Wieser eine vernünftige Lösung für Elly finden.

Okay? Einverstanden.

Im Erfolgsfall bleibe ich Frau Winter fern.

So war das nicht gedacht. Anders wäre zu einfach.

*Er seufzt.*

Schau mal.

Das muss Elly Lena vom Hals gerissen haben.

*Zarte Musik*

*Türklingel*

*Stimmengewirr* Im Namen des Herrn.

Ich habe jede einzelne davon

für euch gesegnet.

Danke für das wahnsinnig gute Essen. - Danke.

Danke für die intensiven Tage. - Kommt gut heim.

Dagmar ist bei Elly. Vielleicht ist sie mit ihr eingeschlafen.

Wir sollen also ins Kloster kommen? Ja.

Wir können doch alle gemeinsam eine Lösung finden.

Schwester Hanna ist sich sicher, dass Frau Wieser das schafft.

*Sie atmet schwer.*

(Klaus) Dagmar hat Angst um Elly.

Gut, sie hat Brittas Tod ja noch nicht verwunden.

Wie auch? Vielleicht ist ja Elly ein Ersatz für Britta.

Aber auf Kosten von Frau Wieser.

Dagmar glaubte nie an die Liebe zwischen Britta und Lena.

Deshalb fühlt sie sich im Recht.

(schnieft) Hallo, Wolfgang. Hallo.

Ich...

Ich weiß nicht, ob das richtig ist, was wir da tun.

*Sie schluchzt.*

War das Röntgen der Lunge nötig, wegen einer lächerlichen Grippe?

Das war es, leider. Sehen Sie den Schatten hier?

Ein Rundherd, oder Schatten auf der Lunge.

Was bedeutet das? - Es könnte Lungenentzündung sein.

Aber wir müssen ausschließen, dass es ein Tumor

oder TBC ist. - Dann schließen Sie es aus.

Ich muss arbeiten. *Sie hustet.*

Wir machen eine Bronchoskopie

und entnehmen Proben für Untersuchungen.

Ob ich einen Tumor habe? - Mhm.

Ich mache Ihnen schnellstmöglich einen Termin fürs CT.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor bösartig ist?

Dazu kann ich noch nichts sagen. Erst nach den Untersuchungen.

Und? - Sie haben mir Blut abgenommen.

Das ist alles? - *Oberin lacht.*

Und dann wollen sie noch ein CT und eine Bronchoskopie machen.

So viel? Warum das denn? - Eben war es Ihnen noch zu wenig.

Was genau hat der Arzt denn gesagt? - Es könnte Lungenentzündung sein.

Oder ein Tumor.

(stammelt) Ein Tumor. Um Gottes willen.

Es könnte, Schwester Hildegard, es könnte.

*Getragene Musik*

Mutter Oberin?

Ich bin ein gläubiger Mensch.

Ich glaub ans Leben nach dem Tod und dass der Herr mich zu sich nimmt.

Ich habe keine Angst vor dem Tod.

*Sie seufzt schwer.*

Aber ich will noch nicht sterben.

Wir... werden die Adoption unterstützen.

Das wäre auch in Brittas Sinn gewesen.

Elly soll bei dir leben.

Ihr könnt Elly jederzeit besuchen, versprochen.

Danke.

Ich bin beeindruckt. Können Sie zaubern?

Sie unterschätzen mich, wie immer.

Aber jetzt lassen Sie bitte die Frau Winter in Ruhe.

Wenn Sie das Kloster in Ruhe lassen.

(beide) Schwören Sie...

Ich hoffe, Sie schlafen gut, wenn Sie den Schwur brechen.

Hoffe ich auch. *Sie zieht die Luft ein.*

Untertitel im Auftrag der ARD, 2020

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