All language subtitles for Um Himmels Willen - S18E08 - Wunderheiler.deu

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Original subtitles

*Titelmusik*

Schwester Hanna

Wolfgang Wöller

*Geheimnisvolle Musik*

Heißt das, Frau Winter kommt täglich?

Ihr gehört das Kloster. Wir können sie kaum daran hindern.

Aber sie hat Herrn Wöller betrogen.

Der Luxusbunker war seine Idee.

Und diese Maklerin

schnappt ihm unser Kloster vor der Nase weg.

Du hast nicht ernsthaft Mitleid mit Herrn Wöller?

Nein, aber Herr Wöller landet nicht

mit dem Hubschrauber in meinen Gemüsebeeten.

Diese Maklerin hat alles verwüstet.

Felicitas, leg mal das Handy weg. - Was soll ich stattdessen machen?

Was ist mit deinen Patienten? - Sprechstunde ist ab 13 Uhr.

Ah, mein Stiefvater kommt.

Meinst du, er kann uns helfen?

Ich hoffe, er kann herausfinden, welchen Plan Frau Winter verfolgt.

Hallo, Leo. Guten Morgen.

Ich hoffe, ich störe nicht. Aber nein.

Hast du noch eine Minute, bevor Frau Winter kommt?

Ich würde gern was mit dir besprechen.

Aber natürlich. Komm, wir gehen in die Kapelle.

(seufzend) Ja, ich ...

Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll.

Deine Mutter und ich respektieren die Privatsphäre.

Ich ging nie an ihren Schreibtisch. Oh. Lass mich raten:

Mama hat dir hinterherspioniert. Nein.

Ich hab ihr hinterherspioniert. Oh.

Das Fenster stand offen, einige Papiere waren runtergefallen.

Und als ich sie aufheben wollte ... Da hast du was?

Da habe ich einen Befund gesehen.

Einen Befund?

Gertrud hat Brustkrebs.

*Sie atmet schwer.*

Wie ... Wie schlimm ist es?

Wenn ich das wüsste. Was meinst du damit?

Sie spielt das runter: "Es ist doch gar nichts."

Und ich soll mir keine Sorgen machen ...

... und niemandem was sagen, schon gar nicht mir.

Das ist so typisch. Muss sie denn operiert werden?

Ihr Arzt sagt angeblich, dass eine OP nicht nötig ist.

Wer behandelt sie? Das sagt sie mir nicht.

Ich würde den Arzt ja nur durchleuchten und heruntermachen.

Da hat sie ja nicht unrecht.

Sie soll die beste Behandlung haben.

Sie ist meine Frau, ich mache mir Sorgen.

Du musst mit ihr reden. Ja. Ich fahre gleich zu ihr.

Frau Winter!

Leo Maybach. Ich grüße Sie.

Ich hab noch gar nicht mit Ihnen gerechnet.

Schwester. Frau Winter. Auf Wiedersehen.

Ich war etwas zu früh und habe die Gelegenheit genutzt,

mich umzusehen.

Gehen wir in mein Büro. Da können wir ungestört plaudern.

So. Kommen Sie doch bitte weiter. Hier.

Darf ich fragen, wie Sie von unserem Projekt gehört haben?

Die übliche Geschwätzigkeit in Adelskreisen.

Ah. Bitte.

"Adelskreise"?

Lukrative Investments wie das Ihre

bleiben auch Blaublütern nicht lange verborgen.

Dann sind Sie also ... - Nein, nein, nein.

Ich bin nur Geschäftsmann.

Ich habe viele Freunde aus alten Familien.

Hm. Interessant.

Wie darf ich mir Ihr Investitionsangebot denn vorstellen?

Ja, sagen wir mal, es handelt sich um einen Altersruhesitz

der ganz besonderen Art.

Da machen Sie mich aber neugierig, Frau Winter.

*Sie lacht.* Na, das will ich doch hoffen.

Aber bevor wir uns in Details verlieren:

Es gibt eine Voraussetzung für ein Projekt-Investment.

Die wäre? - Wenn man einsteigt, dann sofort.

Was eine Upfront-Commission beinhaltet.

Das ist etwas ungewöhnlich.

Wäre das ein Problem für Sie? - Von wie viel reden wir?

300.000

*Er lacht.*

Wenn's sonst nichts ist.

Guten Morgen, die Damen. (alle) Guten Morgen.

Darf ich vorstellen: Herr Wöller, Bürgermeister von Kaltenthal,

mein bald ehemaliger

und Ihr vielleicht bald zukünftiger Chef.

Wann kann die Erste hinein?

Nicht vor meinem ersten Kaffee.

Ah. Herr Treptow wartet in Ihrem Büro.

Warum sagen Sie das nicht gleich?

Verzeihung, wenn ich etwas anmerken darf:

Sind Sie sicher, was Sie da tun?

Hätte einer wie ich Zweifel, dann gute Nacht, Kaltenthal.

Wenn Frau Laban bald nicht mehr im Vorzimmer sitzt ...

Frau Laban sucht eben ihre Zukunft

als Chefhostess auf einem Schiff.

Und Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten.

Aber die Damen da draußen ... Schluss mit Lamentieren.

Liefern Sie den endgültigen ultimativen Beweis,

wie wir Ederer und Auingen niederzwingen.

Ich durchsuchte das Archiv,

aber wir haben keine Urkunde über die Gründung der Gemeinde Auingen.

Aber im Auinger Archiv. Da habe ich keinen Zutritt mehr.

Was machen wir jetzt? Was heißt "wir"?

Sie verschwinden wieder in Kaltenthals Katakomben

und beweisen, dass Kaltenthal älter ist als Auingen.

Ich kann doch nicht den ganzen ... Sie können, Treptow.

Wenn nötig, Tag und Nacht. Tag und Nacht?

Wer was finden will, der findet was. Kapiert?

Kapiert.

*Melancholische Musik*

(flüstert) Hallo, Mami.

Hanna. Was für eine schöne Überr...

... eine schöne Überraschung.

Wie geht es dir? Lass dich anschauen.

Du siehst müde aus. Ach, nein.

Möchtest du Kaffee? Nein danke.

Oder Kuchen? Danke, ich brauche nichts.

*Sie seufzt.* Ich wollte mit dir reden.

Ich hab mir gedacht, dass er gleich zu dir rennt.

Mama, Leo macht sich große Sorgen um dich.

Und ich auch. Was völlig unnötig ist.

Ich bin in guten ärztlichen Händen.

Ihr braucht euch also gar keine Sorgen zu machen.

Erschöpft siehst du aus. Ja. Was völlig normal ist.

Dr. Stadlmeier sagte, das gibt sich

und ich bin bald wieder die Alte.

Ist das dein behandelnder Onkologe?

Und wozu willst du das wissen? Weil du meine Mutter bist.

Und ich dich liebe und Angst habe um dich.

Dr. Stadlmeier riet zur Heilkräutertherapie.

Also ... Und bevor du jetzt irgendwas sagst:

Er hat schon Patientinnen mit ähnlichen Symptomen

mit seiner Therapie völlig geheilt.

Hast du eine zweite Meinung gehört? Wozu?

Weil Heilkräuter nicht bei Brustkrebs helfen.

Operation ist auch kein Allheilmittel.

Die Entscheidung solltest du den Ärzten überlassen.

Das hab ich doch. Dr. Stadlmeier hat das entschieden.

Ich meine Ärzte, die auch anders therapieren als mit Kräuterwickeln.

Wusstest du, dass mehr Menschen durch Krankenhauskeime sterben

als durch Unfälle?

Ich weiß nur, du stirbst, wenn du nichts gegen den Tumor unternimmst.

Das ist mein Körper,

und ich entscheide, was damit passiert.

*Sie seufzt schwer.*

Und?

(seufzend) Granit. Das war zu erwarten.

Hat sie dir den Befund gezeigt? Nein.

Ich hab überlegt,

damit bei einem Arzt eine zweite Meinung einzuholen.

Hinter Mamas Rücken ...

Du kennst doch einen Arzt hier gut. Dr. Brendel, aber ...

Ich kümmere mich um Frau Winter, du dich um Dr. Brendel.

Bitte. Nur um sicherzugehen. Also gut. Ja.

Mein Gespräch mit Frau Winter ...

Ihre Hauptaufgabe wäre es natürlich,

mich als Bürgermeister zu unterstützen.

Wäre das was für Sie? Oh, absolutely.

I mean, Support ist bei mir ganz klar A-Level.

Da wären wir total agreed. Waren Sie mal im Auinger Rathaus?

Sie klingen wie der Ederer.

Cool. Äh, die Nächste, bitte.

Und keine Fragen vor dem ersten Kaffee.

Okay. Keine Fragen stellen.

Merken Sie sich auch was, ohne es aufzuschreiben?

Nichts aufschreiben? Genau.

Mal Stift und Block beiseitelegen. Ah. Ja, ja.

Gut. Äh ... Einfach mal Stift jetzt ...

Die Nächste, bitte.

Die Nächste, bitte.

Wie Sie sehen, liegen meine Stärken im proaktiv-dynamischen Handeln.

Die Nächste.

Hallo, Frau Laban. Schwester Hanna.

Er hat noch Besuch, aber es wird wohl nicht mehr lange dauern.

Der Vorstellungsmarathon? M-hm.

Wollen Sie es sich nicht doch noch überlegen?

Mein Entschluss steht. Wirklich?

Mache ich jetzt einen Rückzieher,

nimmt er mich gar nicht mehr ernst.

Und die Abschiedsfeier ist vorbereitet.

Wie läuft's mit den Bewerberinnen? Er sagt, super.

Was können Sie alles? Alles.

Zehn-Finger-Such-System?

Nee, aber ich kann singen.

*Sie schmettert opernhaft.*

Angeblich ist eine Bewerberin geeigneter als die andere.

Glauben Sie ihm das? Wir sprechen von Wolfgang Wöller.

Nicht jeder Schuss ist ein Treffer.

Die Nächste, bitte. Nur noch sie.

Aber bevor Sie fragen: Nein.

Ich möchte mich nicht bewerben.

Die erste gute Nachricht heute.

Bitte, Schwester, kommen Sie rein.

Danke.

Wie lang dauert es noch, bis Sie vernünftig werden?

Das war allein ihre Entscheidung, den Brocken hinzuwerfen.

Mich trifft da keine Schuld.

Sie lassen Frau Laban aus Sturheit lieber ziehen.

Ich hab genug Freunde, die mich brauchen.

Ich kann mich nicht auch noch um sie kümmern. Ende der Durchsage.

Bringen Sie's mir schonend bei: Wie piesacken Sie mich heute?

Frau Winter. Oje.

Die Immobilienfirma Vetus will unser Kloster mit allen Schikanen

in eine Luxusbunkeranlage verwandeln.

Wie bitte? Im Gewand einer Seniorenresidenz natürlich.

Und hinter Vetus steckt Frau Winter.

Die versucht, Ihre Idee zu vermarkten.

Und die Baugenehmigung?

Sie tat bei meinem Stiefvater so, als ob alles in Butter

und sie in Kontakt mit dem Bürgermeister sei.

Mit mir? Das wüsste ich.

Wohl mit dem anderen Bürgermeister. Ach so.

Die sitzt beim Ederer auf dem Schoß. So was.

Was machen wir denn jetzt? Wir gegen die.

Und wo ein Wöller ... ... da ein Weg, aber ...

Ich hoffe, Sie haben recht. Sie können sich auf mich verlassen.

*Heitere Musik*

Hey. Mach den Kittel zu, Mann.

Grüß Gott, Schwester. - Grüß Gott. Von wem sind Sie?

Firma Keller. Wir bringen Gemüse. - Kommen Sie.

Schwester Hildegard, stellen Sie sich vor:

Das Geld aus dem Klosterverkauf ist eingetroffen.

Ach ja, und das heißt? - Dass Frau Winter Wort hielt.

Ja. Zumindest diesbezüglich. - Wie meinen Sie das denn?

Hanna hat mir erzählt,

neuerdings tauchen im Kloster ständig Fremde auf.

Frau Winter führt die durch den Klosterwald.

Den Klosterwald? - Dort ist eine alte Bunkeranlage.

Dafür gibt es sicher eine Erklärung. - Wenn Sie meinen.

Frau Winter hat mir versichert, dass der neue Eigentümer

das Kloster in eine Seniorenresidenz umwandeln wird.

Gut. Wir fahren ins Kloster. - Jetzt?

Ja, wann sonst? *Hildegard seufzt.*

Was kann ich für Sie tun? - Keinen Mucks, sonst ...

Entschuldigen Sie, aber ich hab nur die Auto...

Waffe runter. Ganz ruhig, ihr beiden. Euch passiert nichts.

Wir wollen nur zu Gloria Wachowsky.

Dann gehen wir auch wieder.

Gloria wer? - (barsch) Gloria Wachowsky.

Die einzige Gloria, die wir kennen, ist Gloria in excelsis Deo.

Das könnte sie sein, oder? - Klappe, Schwachkopf.

Ihnen werden die Witze noch vergehen, wenn wir fertig sind.

Dr. Brendel? (Brendel) Drei Milligramm Atroxin.

Schwester Hanna. Haben Sie kurz Zeit?

Natürlich. Worum geht's? Schauen Sie mal.

Dieser Befund hier ist von meiner Mutter.

Oh. Wird sie bei uns operiert?

Nein. Ihr Arzt hat ihr von einer Operation abgeraten.

Darf ich fragen, welcher Kollege? Dr. Stadlmeier. Sagt er Ihnen was?

Der mit Kräutersaftkuren arbeitet?

Ja, aber reicht denn so eine Therapie bei meiner Mutter aus?

Alternative Heilmethoden sind gut.

Aber bei Krebs ... Es könnte sein, dass der Befund nicht korrekt ist.

Es könnte ein gutartiger Tumor sein, der sich zurückbildet.

Dazu braucht es eine Gewebeentnahme.

Wenn Sie wollen, spreche ich mit ihr.

Sie vertraut klassischen Ärzten nicht mehr.

Schwarze Schafe gibt's überall. Sie folgt diesem Doktor grad blind.

Kann man irgendwie feststellen, ob der seriös arbeitet?

Seine Therapie ist im legalen Bereich.

Aber bei einem eindeutigen Befund sähe das anders aus.

Wie eindeutig?

Wenn es ein bösartiger Tumor ist und eine OP damit erforderlich ist.

Danke. Sehr gerne. Wiedersehen.

Ich gehe davon aus, dass die Winter dem Ederer, also Auingen,

das Grundstück mit der Bunkeranlage verkaufen wird.

Sobald er die hat ... Erteilt er die Baugenehmigung.

Sobald Kaltenthal von Auingen eingemeindet wird.

Was ich verhindern werde. So Gott will.

Und die Laban geht? Ja.

Verlässt das sinkende Schiff. Sollten wir auch.

Sag mal, geht's noch? Wir schmieden jetzt einen Plan.

Und wir gehen zum Angriff über. Ich bin müde.

Ich will aufgeben. Ein Wöller gibt doch nicht auf.

Ein Huber schon gar nicht. Ist doch alles hin.

Also, jetzt reicht's mir mit deinem miesepetrigen Weltschmerz.

Ich bin dein Freund. Ich bin in der Not.

Ich brauche kein Häufchen Selbstmitleid, sondern 'nen Freund.

Auf den Verlass ist. Ich weiß nicht, Wolfi ...

Ich muss jetzt telefonieren. Und du rührst dich nicht vom Fleck.

(Oberin) Das Schwesternregister nützt nichts.

Im Kloster leben keine Privatpersonen.

Ich weiß, Gloria war da, lass das Gelaber.

Wo ist sie? - (Stolpe) Schwester Hildegard!

Wer kommt da? Keinen Mucks. - Es hat länger gedauert.

Ist alles in Ordnung? - (ängstlich) Aber sicher.

Ich hab nur so wenig Zeit heute.

Ich bin gleich wieder weg. Ich sichere die Zugänge.

(stammelt) Das ist ... nicht nötig.

Sie kennen mich. Hätte ich doch keine Ruhe.

Gefahren lauern hier überall.

Hände hoch. Und ganz ruhig hinsetzen.

Ich bin Klaus Stolpe. Ich bin nur Handelsvertreter für Frisörbedarf.

Ich darf nun wieder gehen, mit ihr. - Dürfen Sie nicht. Setzen.

Ja, ja, ja. Hinsetzen.

Ich sitze. - Du sagst mir jetzt, wo Gloria ist.

Die ist ... - Lassen Sie sich nicht drauf ein!

Es liegt an dir. Ich zähl bis drei. Eins, zwei ...

Kloster Kaltenthal. - Geht doch.

Ich weiß wirklich nicht, ob das ...

Vertrau halt deinem alten Freund.

Ich mache aus dir wieder den alten Hermann.

Ich bringe den Hermann auf Vordermann.

Simsalabim.

Wo hast du den her? Ja ...

Der wurde mir gestern ins Autohaus gebracht. Da hab ich ihn gekauft.

Wie schön. Nein, er soll dich erheitern.

Ein Auto? Ja, nicht irgendein Auto. So eins.

'n altes Auto? Ja. Oldtimer.

Steig halt ein. Schlüssel steckt. So rum oder so, mir wurscht.

*Wöller stöhnt genüsslich.*

Ja? (stöhnt) Ja.

Sag mal, gehört die Kappe auch dazu?

Ja, gratis, nehm ich auf meine Kappe.

Und? Na, bequem.

Nein, ich meine, wie fühlst du dich? Na ja ...

Schmeiß die Kiste an. Gern.

Genieße das Leben.

Sehr gut.

Und, Herr,

gib meiner Mutter die Kraft, diese Prüfung durchzustehen

und diesen Krebs zu besiegen.

Amen.

Hanna. Ja?

Ich hab das mitbekommen mit deiner Mutter. Das tut mir leid.

Danke, Sina.

Du bist immer so stark und zuversichtlich. Wie machst du das?

*Sie seufzt leicht.* Na, komm her.

Weißt du, ich denke, das hat mit meinem Glauben zu tun.

Aber hast du vor gar nichts Angst? Doch, natürlich. Vor vielem sogar.

Aber ich denke, dass Angst wichtig ist.

Sie mahnt einen zur Vorsicht.

Mein Bruder hat immer gesagt, Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Hast du ein gutes Verhältnis zu ihm?

Hatte.

Er starb letztes Jahr.

Das tut mir sehr leid.

(stockend) Ich kann nicht begreifen, dass er nicht mehr da ist.

Möchtest du darüber reden?

Ich weiß nicht. Nee.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Ich bin immer für dich da.

*Spannende Musik*

(genüsslich) Ich glaub's ja nicht. Ja, was hab ich gesagt?

In solchen Momenten bin ich König. Ja.

126.

Los, den schnappen wir uns.

Sag mal, war das gerade die Bullerei?

Kann sein. - Bist du zu schnell?

Keine Ahnung. - Ein Blitzer. Es gibt jetzt Fotos.

Wieso muss ich immer mit so Vollpfosten zusammenarbeiten?

Entschuldige dich bei mir! - Vorsicht.

Pass auf.

*Sie schreien auf.*

Das war aber knapp, Wolfi. Sind die auf der Flucht?

Ja ... Ist doch egal. Bei einem so herrlichen Tag.

Ich hab mich schon seit Jahren nicht mehr so happy gefühlt.

*Verbrecher stöhnt.*

(dumpf) Keine falsche Bewegung.

(Mutter Oberin) Messer.

Das Obstmesser, bitte.

Holen Sie Hilfe. Ich halte sie in Schach.

Okay. Schwester Hildegard?

Kommen Sie.

Hilfe. - Wachtmeister Meier, Gott sei Dank.

(atemlos) Wir wurden überfallen.

Herr Hommert, alles in Ordnung. Es war nur ein Schrecken.

In München soll trotzdem ein Arzt drauf schauen.

Ja, aber jetzt erst mal Sina.

"Ja. Sina wird umgehend von uns informiert."

Können Sie unauffällig in Kaltenthal Sina einladen und herbringen?

Mit Gottes Hilfe.

Und mit der von Wachtmeister Meier.

Wenn Sie mir den bitte geben können? - Herr Meier?

Ja? - Kommissar Hommert.

*Rasantes Handyklingeln* Was ist das für ein Klingelton?

Felicitas. Gib mir das ... - "HKHO".

Bitte, schnell, das ist wichtig. Hallo, hier ist Sina.

Jetzt?

Verstehe.

Ist alles in Ordnung?

Ich muss weg von hier.

Hallo.

Was ist da passiert? - Nur ein Kratzer.

Alles wird gut. Schwester Hildegard hilft dir packen.

Mutter Oberin, Hildegard, was ist passiert?

Sina muss umgehend nach München. Aber ich verstehe nicht. Warum?

Ich hab Ihnen nicht ganz die Wahrheit über Sina gesagt.

Kommen Sie, ich muss mit Ihnen reden.

Ah ja, die Jacke noch, die ... - Ja.

Schwester Hildegard? Ich werde das alles ganz schön vermissen.

Verrückt, oder? - Ich finde das nicht verrückt.

Beeilen wir uns. Es gibt keine Zeit zu verlieren.

So ...

Zeugenschutzprogramm!

Das erklärt, warum Sina nie etwas Privates erzählt hat.

Das Gespräch muss unter uns bleiben. Aber natürlich.

Gut. Mutter Oberin, noch etwas.

Es geht um Frau Winter. Hat das Zeit, bis Sina sicher ist?

Ich setzte meinen Stiefvater, Leo Maybach, auf sie an.

Er sollte Nachforschungen anstellen ...

Schwester ... Wir haben jetzt Beweise:

Frau Winter steckt hinter Vetus.

Sie will jetzt ohne Herrn Wöller Luxusbunker bauen.

Wie bitte? Sie wurden belogen und betrogen.

Ich werde mich mit unseren Anwälten beraten.

Vielleicht ist das noch anfechtbar.

Aber jetzt muss ich mich um Sina kümmern.

Mutter Oberin, es tut mir leid. - Schon gut, du hast keine Schuld.

Hanna? Ja?

Ich wollte euch nicht anlügen. Das weiß ich.

Auf Wiedersehen, ja? Und danke für alles.

Ich werd euch das nie vergessen. Ja, ist gut.

Ich will nicht drängeln, aber wir müssen los.

Sie beide fahren bei mir mit.

Wir melden uns, sobald wir in München sind.

Mutter Oberin, bitte.

Ja, und weil ihre Probleme, nun ja, sich nicht verschieben ließen,

blieb Sina leider keine Zeit für einen Abschied.

Was für Probleme? Das erklärt sie uns irgendwann.

Und ihr Telefon? Das hat sie mitgenommen.

(weinerlich) Wirklich? Mhm.

Wann kommt sie denn zurück?

Das wird man sehen. Das klingt, als dauert es länger.

Vielleicht. (schnieft) Das ist gar nicht gut.

Ich muss leider noch mal los.

Mit meiner Mutter reden. Bitte grüß sie lieb von mir.

Mach ich. Von uns allen.

So. Ja, nun mach schon. Soll ich wirklich?

Ja, wenn du's machst, kriegst du ein Cabrio.

Ja, dann.

Schatz, sieh mal, wer da ist.

Hallo, Mama. Ach, Hanna.

So oft wie die letzten 24 Stunden sah ich dich seit Wochen nicht.

Sie sprach mit Dr. Brendel. Ja.

Hab ich mich nicht klar ausgedrückt? Doch, das hast du.

Aber Dr. Brendel meint ... Ist mir egal, was die Ärzte meinen.

Du vertraust Stadlmeier dein Leben an.

(nachdrücklich) Richtig. Meins. Mein Leben.

Was ist mit meinem Leben? Was ist mit unserem Leben?

Dr. Stadlmeier hat gesagt, ich soll mich nur noch um mich kümmern.

Merkst du nicht, wie der dich manipuliert?

Ich möchte nicht streiten.

Und wenn du nicht an meiner Seite sein willst,

steh ich's eben allein durch.

*Er seufzt.*

Wohin willst du denn?

Packen. (seufzend) Aber Mama ...

Wir finden einen Weg.

Guten Morgen. - Guten Morgen.

Guten Morgen.

Wie siehst du denn aus?

Ich habe Jens' ... Herrn Lehners Kindern versprochen, picknicken ...

Schon wieder babysitten? Herr Lehner ist wohl ständig beschäftigt.

Herr Lehner kommt mit.

Ach.

Möchtest du einen Tee?

Gut für die Seele. - Gerne.

*Wöller stöhnt.*

*Es klingelt.*

*Er stöhnt.*

*Es klingelt erneut.* (unwirsch) Ja, ist ja gut.

Du? Um die Zeit?

Wolfi, ich liebe dich.

Wie bitte? Natürlich als Freund.

Was du für mich getan hast ... Getan? Was hab ich getan?

Du hast mir das Auto geschenkt.

Ich habe ... Ja. Mein Leben hat wieder Sinn.

Die Krise ist wie weggeblasen.

Es gibt keinen großzügigeren Freund als dich.

Ja, also ... auch wenn ich gestern nicht ganz nüchtern war, aber ...

Vielen Dank. Was soll ich sagen? Gern geschehen.

Ich bin's, Leo. Hanna. Wie geht's dir?

Ich hab kein Auge zugemacht.

(seufzend) Dann ist Mama nicht zurückgekommen?

Zumindest ließ sie mich wissen, sie wohnt jetzt im "Ochsen".

Ich ... Ich hab wirklich Angst um sie.

Dr. Brendel machte eine Andeutung,

wie man Dr. Stadlmeier auf den Zahn fühlen könnte.

"Ob er sauber arbeitet oder nicht." Und, wie?

Geht man mit einem Befund zu ihm, der eine OP erforderlich macht,

"und er lehnt dann immer noch eine OP ab ..."

Weist man ihm Fehldiagnostik nach. Genau.

Es tut mir leid.

Herr Ederer hat drauf bestanden ... Schon recht.

Herr Kollege.

Was verschafft mir die Ehre, dass Sie mir hier ...

Ihre Aufwartung machen?

Herr Wöller. Ja.

Davon kann gar keine Rede sein.

Ich war in der Nähe und dachte mir, ich frag mal nach,

ob Sie vielleicht eine Vorstellung haben,

welches Genie hier am Werk gewesen ist?

Das ist doch Kaltenthal-Style.

Ja, also ... Ich meine ...

Ich muss mich mehr um die Gemeinde kümmern als um so Schnickschnack.

Wenn das der Grund Ihres Besuches ist,

kann ich nur sagen: traurig, traurig.

Das ist nicht der Grund. Nicht nur. Okay. Ach so.

Weil das alles ja demnächst in meinen Beritt gehört,

schaue ich mir die Bude mal an.

Die Bude? Das ist etwas flapsig formuliert.

Aber Sie sind ja schon mehr so oldschool unterwegs.

Wenn man sich das hier so anschaut.

Na ja.

Wenn ich demnächst die Geschicke der beiden Gemeinden lenken werde,

dann wird sich das alles ändern.

Aber das hat Sie nicht mehr zu interessieren.

Für Sie heißt es nur noch "Bye-bye Wöller".

Schon Pläne für die Zeit danach?

Immer nur Ortsschilder mit Farbe beschmieren,

das ist doch auf Dauer etwas unbefriedigend, hm?

Wissen Sie, was eigentlich richtig unbefriedigend ist?

Ihr Besuch. Daher wünsche ich Ihnen nun einen schönen Tag.

Dito. Lieber Kollege.

Ach, und für die Zeit, die Ihnen noch bleibt:

Have a good time.

*Es klopft.*

Seit wann klopfen Sie an? Ich wusste nicht, wie es Ihnen geht.

Wo doch der Herr Ederer ... Aber ...

Ich wollte fragen, ob Sie sich schon entschieden haben?

Entschieden? Wofür?

Für meine Nachfolgerin. Ach, das.

Soll ich die Übergabe machen, müsste das heute noch passieren.

(seufzend) Ja ... Also ... (Treptow) Hallo.

Ich hoffe, ich störe nicht. Ich habe einen sensationellen Fund gemacht.

Wir reden morgen. Ich bin nur noch heute da.

Entschuldigung, zeigen Sie mal, was haben Sie denn da?

Ja, sehen Sie die alte Schrift

über mittelalterliche Ritterspiele?

Ritterspiele? Ja, und unsere Vorfahren

haben vor tausend Jahren sie ausrichten lassen.

Moment, das heißt ja, Kaltenthal ist mehr als tausend Jahre alt.

Ja, mindestens.

Dagegen ist ja Auingen mit seinen 800 Jährchen ...

... ein Treppenwitz. Ja.

Zeigen Sie, was ein Kulturreferent kann,

und organisieren Sie eine Tausendjahrfeier.

Ja, Verzeihung, aber so eine Feier kann nur

an einem historisch korrekten Ort stattfinden.

Das dürfte doch kein Problem sein. Nur ...

Der richtige Ort ist ...

*Gertrud stöhnt auf.* Du schon wieder.

Wie geht's dir? Noch gut.

Aber wenn du die Absicht hast, mich das im Stundentakt zu fragen,

dann wird es bestimmt bald schlechter.

Mama, ich mach mir nur Sorgen.

Ich entschied mich für das, was gut für mich ist.

Trau mir das doch zu! Das würde ich.

Wenn du entscheiden würdest und nicht Dr. Stadlmeier.

Ach, gut, dass Sie da sind. Jetzt nicht.

Mama, warte mal. Herr Wöller? Ja?

Ich sprach mit der Mutter Oberin ...

Kein Interesse, aus dem Kloster kann werden, was will.

Was? Ich diskutiere nicht mehr.

Mama, bitte. Also ... Mama.

Ach ... *Sie seufzt.*

(Hermann) Du siehst viel besser aus.

Ja. Das hat auch seine Gründe.

Herr Wöller, ich verlange eine Erklärung.

Gestern waren wir doch noch gemeinsam gegen Frau Winter.

Und heute habe ich erfahren, dass Kaltenthal

200 Jahre älter ist als Auingen.

Du hast also bei der Gemeindezusammenlegung ...

... die Nase vorn. So ist es, Hermännchen.

*Sie seufzt.* Ja ...

Aber einen letzten Gefallen könnten Sie mir doch tun?

Danach sind Sie mich ohnehin wohl für immer los.

Also gut. Worum geht es?

Schwester, gibt es Neuigkeiten? - Nein.

Ich hab mit Herrn Stolpe telefoniert. Er ist wohlauf.

Nichts von Schwester Sina? Gloria? - Bisher noch nicht.

*Telefon klingelt.* Magdalenen-Orden.

Sina ... äh, Gloria ...

Gloria? Wie geht es Ihnen?

Ganz gut. Aber ich wär lieber noch im Kloster Kaltenthal.

Wo sind Sie?

Das darf ich Ihnen leider nicht sagen, sagt Herr Hommert.

Herr Hommert ist bei Ihnen? Das beruhigt mich ein wenig.

Sie müssen sich nicht sorgen. Ich bin in Sicherheit.

Wie lange wird es dauern?

Nächste Woche muss ich zurück nach Berlin zur Prozessvorbereitung.

Sie schaffen das, Gloria.

Danke, Mutter Oberin.

(Schwester Claudia) Ich muss leider langsam zurück.

Aber der Tag war ein Traum.

Aber sie warten im Kloster auf mich.

Als Nonne hat man wahrscheinlich nicht so viel Freizeit.

Normalerweise nicht.

Ich weiß nicht, ob ich das fragen darf ...

Warum ich Nonne wurde?

Ja.

Ich dachte damals, das sei richtig für mich.

"Damals".

Papa!

Pia lässt mich nicht mitspielen.

Na warte. - Ich mach das. Komm.

Pia? Warum lässt du Oskar denn nicht mitspielen?

Ich möchte allein üben. - Aber zu zweit ist schöner.

(lachend) Eins ... zwei ... drei.

Dass ich Ihren Ehemann spielen soll ...

"Deinen". Wie bitte?

Ich nehme mal an, wir duzen uns nach 23 Ehejahren.

Ah ja, gut.

Woher hast du eigentlich die Unterlagen?

Von Dr. Brendel ausgeliehen.

Also, wenn Stadlmeier von einer Operation abrät,

dann haben wir ihn. Kompliment.

Du arbeitest mit allen Tricks.

Ich könnte sagen, das hab ich von dir.

Ja. Das hast du gerade gesagt. Also, dann komm. Wolfi.

(grübelnd) Mhm ... Und Sie, Herr Mandl,

sind von Beruf was, wenn ich fragen darf?

Mein Mann ist ... Privatier.

Privatier? Ah ja. Schöner Beruf.

Und was denken Sie, Herr Doktor? Hat mein Mann eine Chance?

Da besteht aus meiner Sicht gar kein Zweifel.

Mein Mann kann vor lauter Sorge schon gar nichts mehr essen.

Nicht nur die Liebe, auch die Sorge geht durch den Magen.

Mein bisheriger Arzt meinte, ich muss dringend operiert werden.

Ja, damit ich wieder gesund werde und vor allem überlebe.

Die Kollegen von der konservativen Schulmedizin denken schwarz-weiß.

Und wollen Kasse machen.

OPs bringen mehr Geld als Kräutertherapien.

Aber die Krankenkasse zahlt die OP. Im Gegensatz zu Ihrer Therapie.

Aber hier geht's doch nicht ums Geld.

Sondern die Gesundheit Ihres Gatten.

Da hörst du es, Schatzi. Also, Sie raten mir von einer OP ab?

Ja.

Sie empfehlen stattdessen eine Kräutertherapie?

Das wäre die Therapie meiner Wahl, ja.

Trotz des schweren Befunds?

Gut. Ich denke, das wird der Ärztekammer reichen.

Ärztekammer?

Ja. Sie haben richtig gehört.

(stammelt) Moment.

Hallo, Mama.

Hanna. Ich hab Herrn Wöller dabei.

Und ... Doktor Stadlmeier.

Frau Maybach. - Meine Tochter, mein Arzt und Sie.

Wie darf ich das verstehen?

Der Doktor wollte Ihnen eine wichtige Mitteilung machen.

Ich passe auf ... Nehmen Sie Platz.

... dass er auch die passenden Worte findet.

(herumdrucksend) Ja, Frau Maybach, ich ... Wie soll ich es sagen?

Ich sah mir Ihre medizinischen Unterlagen noch mal gründlich an

und bin zu der Ansicht gekommen, dass es doch sinnvoll wäre,

eine Operation in Erwägung zu ziehen.

Zwingt Herr Wöller Sie dazu?

Ja, das kann man so nennen. Ich ...

Ich meine nach wie vor, dass zu oft und zu schnell operiert wird.

Wirtschaftliche Belange werden wichtiger.

Aber in Ihrem Fall, betrachtet man den Verlauf des Tumors,

sollten Sie das Risiko einer OP eingehen.

Sie ... Sie haben sich geirrt?

Zum zweiten Mal in kurzer Zeit, wie ich gestehen muss.

Ich werde in mich gehen. - Aber was soll denn das heißen?

Erst einmal, dass du dir einen neuen Arzt suchst.

Wo kriege ich nun einen neuen Arzt her?

Zum Glück gibt's einen engagierten Bürgermeister, der hilft.

Er kennt den Chef des hiesigen Krankenhauses.

Er wird dir einen Termin besorgen.

Wir sollten keine Zeit verlieren.

Ich muss doch ... erst alles ins Reine bringen.

Ich kann nicht ... Mami, Mamilein.

Ich schlage vor, du fährst heim, packst deine Sachen,

und ich fahre dich dann später ins Krankenhaus, ja? Na komm.

Aber ... Ja, aber ... Komm. Na komm. Na komm.

Ich hab dich lieb. Ich dich auch.

So, Sie hören dann von der Ärztekammer.

Wieso? Ich dachte ...

... Sie ziehen weiter verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche?

Nicht solange ich Bürgermeister der Gemeinde bin.

Haben wir uns verstanden?

Bis gleich, Mami, ja?

Ich komm gleich. Ja. Also dann.

Was heißt hier "dann"? Herr Wöller, wir haben noch einen Termin.

Termin, wir? Also wirklich, Herr Wöller.

Die Abschiedsfeier für die Frau Laban.

Ihnen ist klar, dass das die letzte Chance ist?

Letzte Chance? Wofür?

Frau Laban zu sagen, sie soll nicht gehen.

Ja ... war ja ihre Idee. Ihre?

Ja, nicht meine.

Na, worauf warten Sie noch?

(Treptow) Liebe Frau Laban, Sie werden mir fehlen.

Sie mir auch.

Die Opposition verliert eine Verbündete. Was tun wir ohne dich?

Wobei sich eher die Frage stellt, was Wolfgang ohne dich tun soll.

Wo steckt er überhaupt?

Ich glaube, der kommt nicht. Es ist ihm nicht wichtig genug.

Nimm es nicht so schwer.

Ah, Herr Wöller. Ja.

Ich muss dringend mit Ihnen reden. Nicht jetzt, Treptow.

Oh, danke sehr.

Ja ... *Er räuspert sich.*

*Gläsernes Klirren*

(stockend) Äh, liebe Frau Laban.

Ich weiß, dass ich nicht immer der Chef gewesen bin,

den Sie sich gewünscht haben.

Und in Erinnerung an diese gemeinsamen vergangenen Zeiten,

ja, auch an das, was wir beide durchgestanden haben,

erlaube ich mir, Ihnen dieses kleine Geschenk zu überreichen.

Danke.

Herr Wöller. Die ist doch viel zu kostbar.

Kostbar ist nur die Zeit,

die wir miteinander verbringen durften, liebe Frau Laban.

Mehr als ein halbes Leben. Seite an Seite.

*Er räuspert sich.* Also, ich wünschte,

dass die Zeit nicht jetzt und hier zu Ende geht.

Aber ... deswegen eine Frage:

Könnten Sie sich vorstellen,

dass wir diesen Weg weitergehen?

In guten wie in schlechten Zeiten?

Bis dass der Tod uns scheidet? Ja, also ... Quasi.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll.

(stockend) Ja.

Ich will.

*Grillen zirpen.*

Also dann.

Danke für den schönen Tag.

Gern.

Claudia.

Ja?

Es war wirklich ein sehr schöner Tag.

Ich hab solche Angst. Jetzt müssten sie doch fertig sein.

Und? - Die Operation ist gut verlaufen.

Der bösartige Tumor ist entfernt.

Lymphknoten? Nicht befallen.

Unser Chefarzt spricht ausführlich mit Ihnen.

Danke. Danke.

Herr, ich danke dir.

Frau Laban. Herr Wöller.

Sitzen Sie nicht da wie ein Pinguin in der Wüste.

Machen Sie mir einen anständigen Kaffee.

(leise) Hallo. Was macht die Tausendjahrfeier?

Tja, dazu bräuchten wir das Kloster. Das Kloster?

Ja, weil die Ritterspiele damals genau da stattgefunden haben.

Das sagen Sie erst jetzt? Wollte ich gestern schon.

Jetzt hören Sie mal auf mit diesen Ausreden.

So eine Nachricht zurückzuhalten, wissen Sie, was das jetzt bedeutet?

Na ja ... so ungefähr.

Herr Ederer? Schwester Hanna.

Gut, dass Sie ... Frau Winter?

Schwester Hanna.

Die Frau Winter und ich, wir ... wir ...

Wir teilen Ihnen mit: Das Kloster muss bis zum 15. geräumt werden.

Äh, bis zum 15.? *Reifen knirschen.*

Was macht der jetzt schon wieder hier?

Wie, bitte schön, soll denn das gehen?

Wir Schwestern brauchen doch erst eine neue Bleibe.

Sie werden natürlich nicht obdachlos.

Als Auinger Bürgermeister steht ... Frau Winter.

Herr Wöller. Lang nicht gesehen.

Weil Sie mich meiden, seitdem Sie mich hintergangen haben.

Es ist wirklich nichts Persönliches. Ja, ja.

Schwester Hanna, wenn ich irgendwie helfen kann ...

Man teilt uns mit, wir müssen unser Kloster räumen.

Was? Wozu ich bemerken möchte:

Ich war dabei, Ihnen Asyl anzubieten, als ich rüde ...

Asyl, in Auingen, so weit kommt's noch.

Ich weiß nicht, warum Sie sich noch einmischen.

Ihre Tage sind gezählt. Täuschen Sie sich nicht.

Nie. Damit geht's schon los.

Diese Messe, Herr Kollege, ist noch nicht gesungen.

Ist sie nicht? Keine Sorge, Schwester Hanna.

Noch lange nicht. *Sie seufzt.*

Untertitel im Auftrag der ARD, 2019

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