All language subtitles for 28_250_1991_Kinderlieb

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Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR

* Tatort-Titelmusik *

(Schimanski pfeift und summt)

(Schimanski summt ein Lied)

Hallo. Morgen. Wie geht es? - Hallo.

Komm. Stoff. - Okay.

Vorwärts.

* Hupen *

* Wecker kräht *

* Wecker * Guten Morgen.

Nein. - Lass mich hinein.

Wie kann ein Mensch so früh schon so munter sein?

Komm unter die Dusche.

Was ist in dich gefahren, Horst? Mensch, es ist gut.

Beeil dich. Mensch. - Meine Herren.

Es ist schade um jede Minute.

Es ist ein Lüftchen draußen, ein Tag zum Heldenzeugen.

Ich stehe nicht auf Helden.

Hauptsache, du stehst erst mal.

Dir fehlt Bewegung, Dicker. - Mir fehlt mein Bett.

Kontemplative Muße ist dir ein Fremdwort.

Zuschauen, einschlafen, nachdenken.

Alles zu seiner Zeit, wie Salomon sagt.

Jetzt ist Bewegung angesagt.

Salomon der Weise spricht: "Laute Fürze stinken nicht."

(Thanner lacht)

Ist etwas?

Du weckst mich.

Keine Sorge, mein Lieber. Es bleibt ein Unikat.

Besuchst du heimlich Volkshochschulkurse? - Was?

Du drückst dich so gewählt aus. - Abbau von Bildungsprivilegien.

Was?

Haha. Das geht doch.

(Schimanski jauchzt)

Hoppla. - Verzeihung.

* Musik *

Ja, ja.

Hau das Ding doch rein. Ihr seid absolute Laienspieler.

Komm, rein damit. - Mann.

Ja.

* Musik *

Jemand ist ins Wasser gefallen. - Scheiße. - Horst.

Bleib ruhig. Beweg dich nicht so viel.

Ich hole eine Leiter.

Hau ab. Du liegst sonst auch drin. Verschwinde.

Ich komme.

Wenn die Not am größten, ist die Rettung am nächsten.

Hey. - Ich hey dir gleich was.

Vorsicht.

Hier, Horst.

Beweg dich nicht so viel.

Ich kann mich gleich nicht mehr bewegen.

Beeil dich. - Famous last words.

Gut. - 10:1, dass er es schafft.

Ich wette dagegen.

10:1, dass ich Sie wegen unter- lassener Hilfeleistung drankriege,

wenn Sie nicht verschwinden.

Einen Moment, Horst. Fass an. - Mist.

Hier ist etwas.

Fahr mal zu deinen Kameraden zurück. Hau ab.

Oh Gott.

Sie hat mindestens 2 Tage im Wasser gelegen. Sie war vorher tot.

Sie ist an ihren inneren Verletzungen gestorben.

Wieso innere Verletzungen?

Sie ist vergewaltigt worden, eindeutig.

Sperma-Spuren, schwere Verletzungen am Unterleib und...

Lassen Sie sie zugedeckt.

Ist es notwendig, dass wir bleiben? - Nein.

Danke.

Komm.

Tut mir leid, Schimmi.

Bei den als vermisst gemeldeten ist kein Mädchen in dem Alter dabei.

In den letzten 3 Tagen schon gar nicht.

Zwei 14-Jährige sind die Jüngsten, was wir haben.

Die Älteste ist 79 Jahre.

Gibts doch nicht. Ein Kind ist seit 3 Tagen verschwunden.

Und niemand vermisst es. - Leider gibt es doch.

Vielleicht war das Kind schon länger verschwunden.

Das ist doch unwahrscheinlich.

Es war doch nicht allein auf der Welt.

Wer weiß, wo die gelebt hat?

Na gut. Das wissen wir nicht.

Wir wissen, dass sie tot ist. Vergewaltigt.

Geh mit dem Foto zum See.

Vielleicht hat sie einer gesehen oder kennt sie.

Vielleicht haben wir Glück. Und frag v.a. die Kinder.

Wozu, wenn keiner darauf reagiert? - Du gehst zum See.

Die Spurensicherung hat gesagt,

dass das Kind wahrscheinlich woanders vergewaltigt worden ist.

Okay, okay. Ich gehe zum See.

(Kinder reden durcheinander)

Wie heißt die Dame?

Frau von Stein. - Alter Adel, was?

Sie klang sympathisch und intelligent.

Was du alles raushörst, ist erstaunlich. - Ja.

Hoffentlich kann sie die Kleine identifizieren.

Wir sind deshalb hier.

Auf das Foto in der Zeitung wollte sie sich nicht festlegen.

Sie bittet zur Audienz.

Quatsch. Sie hat Unterricht. - Ausrede. Sie wollte nicht kommen.

Wo finden wir Frau von Stein? - Kommt darauf an, welche.

Was? - Eine auf dem Friedhof von Weimar.

Die mir bekannte im Lehrerzimmer.

Kannst du dir jetzt erklären,

warum ich vorzeitig aus der Schule abgehauen bin?

Ja.

Ja, das ist sie. Ich hatte gehofft... - Was?

Was hatten Sie gehofft?

Ich hoffte, dass ich mich irre,

dass sie es nicht ist.

Verstehe. War sie Ihre Schülerin? - Ja, von der 1. Klasse an.

Wie heißt das Mädchen?

Manuela Czermak.

Hier, bitte. Komm.

Mit "Cz". - Danke.

Weiter. Wie alt ist das Mädchen?

Wer sind ihre Angehörigen? Horst.

Horst.

Sie ist 9 Jahre grad geworden.

Sie wohnte bei ihrer Mutter in der Oberhausener Straße 28.

Der Vater ist gestorben vor einem halben Jahr.

Der Vater interessiert im Moment nicht. Entschuldigung.

Wann haben Sie sie zum letzten Mal gesehen?

Am letzten Dienstag.

Mittwoch bin ich mit der Klasse ins Skilager gefahren.

Manuela war zur verabredeten Zeit nicht im Zug.

Es hat uns nicht gewundert.

Sie hat öfters gefehlt. Und am Sonntag sind wir zurückgekommen.

Kein langer Urlaub, aber besser als gar keiner.

Da wird mir einiges klar.

Was?

Sie denken, Manuela ist krank.

Die Mutter denkt, sie ist beim Skifahren.

Also vermisst sie keiner.

Aber spätestens am Sonntagabend

müsste die Mutter etwas gemerkt haben.

Als die Kleine nicht nach Hause gekommen ist.

Das Gepäck? Wo ist das Gepäck geblieben? - Was?

Menschenskind. - Wieso?

Falls Sie noch was zu erzählen haben, Herr Thanner hört gern zu.

Ich haue ab. Tschüs. - Wieso? Horst.

Nicht übel nehmen.

Das nimmt ihn mehr mit, als er zugeben kann.

Seine Art, sich vor Gefühlen zu schützen.

Marsch, rein. Es klingelt. - Kripo Duisburg.

Sie sind vorläufig festgenommen. Bitte kommen Sie mit.

Ich? Wieso denn? - Das erfahren Sie aufm Präsidium.

Ich bin ein Unschuldiger. - Gehen wir.

Überlegen Sie sich das nächste Mal Ihre Witze.

Andere können auch komisch sein. Ha. Ha.

Sie war ein nettes, liebes Kind: fleißig, aufmerksam im Unterricht.

Trotzdem ließen ihre Leistungen immer mehr nach.

In katastrophalem Ausmaß. Sie musste beinahe auf eine Sonderschule.

Ich war deswegen schon bei ihrer Mutter.

Ja.

Sie als Lehrerin haben zweifellos eine große Verantwortung.

Wie kommen Sie damit zurecht?

Bei so vielen Kindern.

Hatte denn Manuela Freunde? - In der Schule? Ja, Karin.

Obwohl Karins Mutter von der Freundschaft nicht begeistert war.

Wieso?

Manuela war oft altklug und kokett. Es hat die anderen abgestoßen.

Was ist ihr eigentlich passiert?

Das kann ich Ihnen nicht...

Der Befund ist noch nicht da.

* Schulgong *

Ich muss in meine Klasse.

Kann ich mitkommen? Ich möchte Karin kennenlernen. - Sicher.

Herr Kommissar. - Ja?

Da. - Guten Tag.

(Kinder reden durcheinander)

(Kind) Die Frau Stein kommt.

Mein lieber Scholli. - Karin.

Kommst du mal bitte.

Aha. Guten Tag. - Tag.

Dies ist Herr Thanner, der möchte ein paar Fragen stellen.

Du bist also Karin. - Ja.

Du bist die Freundin von Manuela?

Nein. Die ist immer komisch.

Petra ist jetzt meine Freundin. - Ach so, gut.

Äh... - Du kannst dich wieder setzen.

Danke. Wiedersehen.

Ich würde Ihnen gerne noch ein paar Fragen stellen.

Wie wäre es, wenn wir uns nach dem Unterricht sehen könnten?

Vielleicht essen wir was zusammen. - Gut.

Wiedersehen. - Wiedersehen.

* Musik *

Mann. Du bist wirklich...

* Musik *

(jemand weint)

Frau Czermak.

Mein Name ist Schimanski. Ich bin von der Kripo Duisburg.

Oh, Mann. Wie ist das passiert?

Sie sollten die Backe kühlen, sonst schwillt das Auge zu.

Ein Junge hat mich fast umgerannt auf der Treppe.

War der das?

Das ist Markus.

Wer ist Markus? - Mein Sohn.

Tja, Frau Czermak, wenn ich Ihnen irgendwie helfen kann, dann...

Ich weiß, es ist nicht einfach,

einen Halbstaken ohne Vater großzuziehen.

Es tut mir leid, Frau Czermak.

Ich muss Ihnen ein paar Fragen stellen.

Als Manuela am Sonntagabend nicht nach Hause gekommen ist,

da müssen Sie sich doch Sorgen gemacht haben.

Warum haben Sie nicht die Lehrerin angerufen?

Oder Manuela als vermisst gemeldet?

Sie wollte bei Karin bleiben. Das war doch abgemacht.

Das haben die Mädchen öfter gemacht.

Karins Mutter wollte sie abholen.

Karin, das ist die Freundin, was? - Ja.

Ja. Und?

Weiter.

Ach ja. Bevor ich es vergesse.

Haben Sie ein neueres Foto von... (sie weint)

Haben Sie kein Foto von Manuela?

Entschuldigung.

Ich finde es nicht gut, wenn Sie alleine bleiben.

Haben Sie keine Freunde oder Verwandte,

die sich um Sie kümmern können?

Kann ich mal telefonieren? Wo ist das Telefon hier?

Hier Schimanski. Sie werden gebraucht, Doktor.

In der Oberhausener Straße 28.

Bei Czermak.

Entschuldigen Sie. Darf ich Ihnen Fragen stellen?

Sie wissen Bescheid. - Was meinen Sie?

Kennen Sie dieses Mädchen hier? - Ja, vom Sehen.

Haben Sie beobachtet,

dass sie am Mittwoch da aus dem Haus gekommen ist?

Als ob ich nichts zu tun hätte. - Davon gehe ich erst mal aus.

Denken Sie nach. Mittwoch früh um 8 Uhr.

Mittwoch? Da habe ich auf den Klempner gewartet.

Die Wasserkasten im Klo ist undicht.

Haben Sie sie gesehen?

Das Mädchen? Nicht, dass ich wüsste.

Kennen Sie den Jungen? Er heißt Markus.

So. Er heißt Markus. Ich habe ihn gesehen.

Es wird mit ihm und der Familie nicht gut enden.

Seitdem der Vater tot ist, macht jeder, was er will.

Dieser Bengel hat keinen Respekt vor Erwachsenen.

Und treibt sich in Spielhöllen rum, wie in der Dammstraße.

Möchte nicht wissen, wo der das Geld herhat.

* Spielautomaten-Musik *

Wechseln Sie mir das Geld.

* Spielautomaten-Geräusche *

Er kann nichts dafür.

Du schlägst deine Mutter. Mich rennst du über den Haufen.

Davon wird es auch nicht besser.

Du denkst, ich weiß nicht, wie dir zumute ist.

Irrtum.

Ich weiß, du hast deine Schwester sehr lieb gehabt.

Aber du kannst nicht die ganze Welt zusammenschlagen.

Das bringt es auch nicht.

Warum hast du deiner Mutter ne dicke Backe geschlagen?

Markstücke, bitte.

Zeig deinen Ausweis.

Du sollst mir deinen Ausweis zeigen.

Na wird es bald.

Das kann man auch anders sagen.

Ja, aber ich habe kein Bock. Also komm.

Was denn? 29... Du bist 28 Jahre alt.

Da siehst du aber alt aus.

Und die Kids, die hier rumlaufen, sehen viel zu jung aus.

Kannst du lesen? Hier.

Ich höre nichts.

"Auszug aus dem Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit."

Schön, dass es Ihnen hier gefällt.

Danke schön.

Hier gehen wir hin,

wenn uns die Kantine aus dem Halse raushängt.

Leider nicht oft.

Das würde Ihnen bald auch zum Hals raushängen. - Ja.

Was wollten Sie noch von mir wissen?

Bitte? - Sie hatten noch Fragen.

Natürlich. Entschuldigung.

Ich wollte Sie fragen... - Wo wurde sie gefunden?

Ich war mit meinem Kollegen Schlittschuhfahren.

Wir haben Manuela in dem See gefunden.

Ach. Sie ist ertrunken.

Nein. Sie war vorher tot.

Sie ist sexuell missbraucht worden.

Oh mein Gott. Das ist ja furchtbar.

Ja. - Und...

Da ist mein Kollege. Bin gleich wieder da.

Warum setzt du dich nicht zu uns? - Ich hab Hunger und will essen.

Deine Balzerei geht mir aufn Sack. - Balzerei?

Außerdem bin ich sauer. - Warum?

Ich muss der Mutter den Tod der Tochter beibringen.

Den durchgedrehten Sohn muss ich zur Vernunft bringen.

Und du lässt den Gourmet raushängen.

Ich lasse nichts raushängen. Ich rede mit einer Zeugin.

Was machst du hier?

Ich bestelle mir Essen. Einmal... ... Pommes mit Mayo.

Was soll das werden, wenn es fertig ist?

Schuhe, in denen ich keine Blasen kriege.

Warum kann man keine eingetragenen Schuhe kaufen.

Guter Beruf: Schuhe-Zugeher. Pferde werden auch zugeritten.

Geh nach England.

Jeder Butler wird dir die Schuhe eintragen.

Hat sich was getan auf die Suchmeldung hin? - Jede Menge.

Ja, und?

Angeber, Mitmischer.

Wichtigtuer und geile Böcke. Hier.

Einer hat sie in Frankfurt auf dem Babystrich gesehen.

Ein anderer auf dem Düsseldorfer Flughafen

in Begleitung eines fetten Orientalen.

Viel Brauchbares ist es nicht.

Wir müssen am Ball bleiben. Was sollen wir machen?

Die Mutter sagt nichts. Stand kurz vorm Kollaps.

Es ist kein Wunder.

Wir sollten uns noch mal den See vornehmen.

Was? - Klamotten der Kleinen suchen.

Nach dem Rucksack, Skiern. - "Wir" heißt auf Deutsch "ich"?

Ja, auf Holländisch auch. Komm.

Du gibst uns doch noch die Ehre. Das ist ja toll.

Red keinen Quatsch. Hilf mir. - Gibts dafür einen Grund?

Das sind die Sexualdelikte an Kindern der letzten 3 Jahre.

Gut. - Also.

Ich dachte schon, du wirst Lehrer. - Du denkst, ich trage.

Wozu Menschen alles fähig sind.

Ein Wahnsinn.

Das ist der reinste Horror.

Man muss schon zufrieden sein,

wenn der Täter nicht der Vater, der Bruder oder der Onkel ist.

Die Mütter sagen nichts wegen der Schande.

Weil nichts sein kann, was nicht sein darf.

Trautes Heim, Glück allein.

Für die Kinder ist ihr Zuhause die reine Hölle.

Der Vater ist zum Glück in unserem Fall schon weggefallen.

Wieso? - Weil er tot ist!

Ach so, ja. Entschuldige.

Was hältst du hiervon?

Heiner Köglmeier, ein ehrenwerter Familienvater,

in geordneten Verhältnissen lebend,

wird von einem minderjährigen Jugendlichen angezeigt.

Er habe ihn sexuell missbraucht.

Der Junge ist in desolatem Zustand, angeblich Gelegenheitsstricher,

will den Köglmeier wahrscheinlich erpressen.

Alles spricht für den Mann und gegen den Jungen.

Das Verfahren wird nicht eröffnet.

Der Mann ist über jeden Zweifel erhaben.

Der Junge kommt in ein Heim.

Ja, traurig. Ein Fall von vielen Fällen.

Nun rate, wie der Junge heißt.

Sag bloß... Czermak? Markus?

(sprechen unverständlich)

Ich verstehe den Jungen gut.

Der wird einfach nicht mit seiner Situation fertig.

Wie sollte er auch?

Nach seiner Veranlagung, abgesehen von den Verhältnissen.

Wir kommen schließlich nicht als weißes Blatt auf die Welt.

Ihm bleibt nichts übrig, als blind um sich zu schlagen.

Okay, gut.

Aber können Sie nicht konkreter sagen, warum er Sie angezeigt hat?

Und dann so speziell.

Auf so eine Idee muss man erst mal kommen mit 14 Jahren.

Haben Sie ne Ahnung, auf was für Ideen schon die 12-Jährigen kommen.

Die Ahnung haben wir.

Und wir wissen auch, dass nicht alles nur gesponnen ist.

* Klopfen * (Köglmeier) Ja.

2 Herren sind hier vom Gesundheitsamt.

Ich komme gleich.

Ich bin auch für Einweisungen in Heime zuständig.

Frau Czermak ist nach dem Tod ihres Mannes zu mir gekommen

und hat um Erziehungshilfe gebeten.

Sie wurde mit ihrem Sohn nicht mehr fertig. Er ließ sich nichts sagen.

Aufsässig, klaute, demolierte, was ihm unter die Finger kam.

Bekannte Symptome. - Was für Symptome?

Hilferufe. Ich kenne es. - Ja, sollten Sie.

Was hat das mit der Anzeige zu tun?

Sie wollten es doch konkreter. - Er ruft um Hilfe. Und?

Er war nicht der Einzige, der Hilfe brauchte,

seine Mutter, seine Schwester.

Ich habe einen Mitarbeiter hingeschickt.

Der hat eine Heim-Einweisung für nötig gehalten.

Ich habe sie befürwortet.

Dann hat mich Markus zu Hause aufgesucht.

Es war mehr ein Überfall.

Er hat mich gebeten, ihn nicht ins Heim einzuweisen.

Ich habe versucht, ihm klarzumachen, dass es für alle das Beste wäre.

Dann ist er ausfallend und aggressiv geworden.

Ich musste ihn vor die Tür setzen.

Er hat sich gerächt.

Er braucht einen Feind, um mit sich selbst klarkommen.

Da haben Sie sich angeboten.

Es ist nicht das 1. Mal.

Den Job vom Köglmeier möchte ich auch nicht haben.

Keine Angst, den gibt dir auch keiner. Dazu brauchst du Geduld.

Sie verstehen immer alles. Sie entschuldigen damit alles.

So kommt die Welt nie in Ordnung.

Schimanskis philosophische Stunde.

Entschuldige, wenn ich in deinem Revier wildere.

"Ich kann den Jungen so gut verstehen."

Er soll nicht verstehen. Er soll ihm helfen.

Das tut er. - Ach. - Das ist doch grotesk.

Ein Mann mit der Position

wird von einem seiner Schutzbefohlenen beschuldigt,

er habe ihn sexuell missbraucht. - Das ist grotesk, ja.

Ich will seinen Job nicht haben.

Ja. - Mahlzeit. Danke.

Herr Krüger nimmt mir die notwendigen Gänge ab

wegen Manuelas Beerdigung.

Ich schaffe es nicht.

Ich wollte Kaffee kochen.

Möchten Sie auch? - Danke.

Ja, danke. Sehr gerne.

Gut, dass ich Sie hier treffe. Ich wollte morgen kommen.

Wie lange dauert es noch,

bis der Leichnam des Mädchens freigegeben wird?

Die arme Frau.

Ich weiß es nicht.

Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Ich dachte, die Sache sei klar. - So einfach ist das nicht.

Ich wäre Ihnen dankbar,

wenn Sie die Formalitäten beschleunigen könnten.

Es geht mir um Frau Czermak, sie muss endlich zur Ruhe kommen.

Und solange das Mädchen nicht beerdigt ist...

Kann ich verstehen. Ich kümmere mich darum. - Danke.

Ich muss leider gehen. Meine Frau erwartet mich zurück.

Das Leben geht weiter. Meine Herren.

Ich muss gehen. Ich bin spät dran.

Ich sehe wieder rein.

Warum haben Sie Markus in ein Heim einweisen lassen?

Ich wusste mir nicht mehr zu helfen.

Er hat gemacht, was er wollte.

Hat sich nichts mehr sagen lassen, sich aufgeführt.

Ich hab manchmal gedacht, er ist nicht ganz normal.

Er hat dann angefangen zu stehlen.

In Kaufhäusern. Irgendetwas.

Nur um zu stehlen. Egal, ob er brauchen konnte oder nicht.

Ich wollte es beenden.

Ich habe ihn angefleht. Er hat mich ignoriert.

Ich hatte Angst um ihn. Wollen Sie? - Nein, danke.

Milch, Zucker? - Ja, gerne.

Er hat es mir nie verziehen. Bis heute nicht.

Ich wollte nur sein Bestes.

Er hat sich geweigert, mich zu sehen. Bis heute Morgen.

Er hat mir die Zeitung gebracht.

Warum hat er Sie geschlagen?

Er gibt mir die Schuld.

Weil ich Manuela nicht zum Bahnhof gebracht hab.

Wenn Sie wüssten, was ich mir für Vorwürfe mache.

Mir war nicht wohl am Mittwoch morgen.

Manuela sollte mit dem Bus fahren. - Welcher Bus ist das?

Um 20 min nach 8 Uhr, fährt alle 20 min.

Welche Linie ist es?

Die 921.

Sie wissen nicht, ob Manuela in den Bus gestiegen ist.

Ich habe die Skier runtergetragen, bin dann wieder raufgegangen.

Mir ging es wirklich schlecht. Es war kalt und windig.

Hätte ich sie doch zur Bahn gebracht.

Wie viel Zeit war noch bis zur Abfahrt des Busses?

Wann sind Sie wieder rauf in Ihre Wohnung?

Frau Czermak.

Was hatte Markus für ein Verhältnis zu Manuela?

Er hat sie geliebt.

Er hat alles für sie gemacht. Und war rührend besorgt um sie.

Klingt so, als ob Sie eifersüchtig waren.

Haben Sie ihn deswegen ins Heim gesteckt?

Zartfühlend war das nicht. - Wieso? - Wieso Eifersucht?

Es war nicht richtig. Aber ich hatte ein komisches Gefühl.

Gefühle helfen uns nicht weiter.

Wir müssen schnell mit Markus reden.

Ja, und es wäre nicht falsch, Mutter und Sohn gegenüberzustellen.

Na. - Fehlanzeige.

Und der Busfahrer?

Auch Fehlanzeige.

Manuela war am Mittwoch nicht im Bus.

Der Busfahrer kannte sie.

Es gab kein Mädchen mit Skiern im Bus. - Es sind höchstens 10 min.

Jemand muss doch die Kleine gesehen haben. - Ja.

Eine alte Frau sitzt im Fenster gegenüber der Wohnung von Czermaks.

Ich hab sie mal gefragt, aber mir sagt sie nichts.

Versuch du das noch mal, bitte.

Vielleicht kann sie sich an was erinnern.

If you don't succeed at once, keep on trying.

Ja, immer wieder "trying". Es ist unser Job.

Und morgen setzt du ein Bild in die Zeitung.

"Wer hat das Mädchen am Mittwoch um 8:20 Uhr gesehen..."

Und so weiter. Was würdest du machen ohne mich?

Ich würde es alleine machen. - Tja.

Markus ist nicht da. Ich weiß nicht, wo er steckt.

In der Schule ist er nicht. Er war auch die Nacht nicht da.

Wie verträgt sich das mit Ihrer Aufsichtspflicht?

Sollen wir sie einsperren?

Der muss sich hier tierisch wohlgefühlt haben.

Das hat nichts mit uns zu tun.

Mit was hat das was zu tun? - Mit seiner Schwester.

Sie ist tot. - Das weiß ich auch.

Ich mache mir deshalb Sorgen.

Sein Glaube an die Polizei, an die Gerechtigkeit ist weg.

In Ordnung, Herr... - Andreas.

Sagen Sie einfach Andreas. - Andreas.

Warum hat er den Glauben an die Polizei verloren?

Das fragen Sie? - Ja, ausgerechnet ich.

Ich möchte es gerne von Ihnen hören.

Ich habe Zweifel, ob die Geschichte zwischen Markus und Köglmeier

sich so abgespielt hat, wie es in den Akten steht.

Genauso wenig weiß ich, ob seine Heim-Einweisung gerechtfertigt war.

D.h. dass Herr Köglmeier nicht die Wahrheit gesagt hat.

Nein. Er hat "seine Wahrheit" gesagt.

Wenn es nicht so schwer wär, an den Jungen ranzukommen.

Ich kann nur warten.

Markus ist ein toller Junge.

Er ist vielleicht zu sensibel. Aber kann man es sein?

Ich weiß es nicht. Aber das Leben wird dadurch schwieriger.

Das Gleiche gilt für sein Gerechtigkeitsgefühl.

Der steht immer auf der Seite der Schwächeren.

Sie machen ihn zum Heiligen. - Ich bin nicht der Papst.

Ich auch nicht.

Wir möchten ihm gerne...

... einen schwarzen Flecken auf seine Seele fragen.

Der Junge weiß mehr als wir.

Er ist verstört und gefährdet. - Wir müssen ihn finden.

Sonst ergeht es ihm wie seiner Schwester. Helfen Sie uns.

Und verraten uns, wo wir ihn finden können.

Gucken Sie mal auf der Vulkanstraße.

Er hat dort Freunde. Oder was er dafür hält.

Haben Sie ein Foto? - Ja, bei seiner Akte.

Hi Opi. - Hallo. - Wie wäre es?

Er ist fast 1,60 m groß.

Er trägt meistens eine Lederjacke. Hast du ihn gesehen?

Ich bin nicht von der Sitte. Ich suche Markus Czermak.

Kenne ich nicht. - Du? - Nie gehört.

Ich kann mich umhören. - Zu gütig.

Tagchen.

Habt ihr den schon einmal gesehen?

1,60 m groß. Lockenkopf. Er trägt oft eine Jacke mit...

Markus.

* Musik *

Markus.

Guten Tag. Ich suche Mädchen.

Nein, nein. Mädchen hab ich gesagt.

Richtige Mädchen. So.

Fällt dir jetzt was ein? - Verpiss dich, perverses Schwein.

* Schiffshupe *

* Musik *

Markus?

Ich werde alt.

Perverses Schwein.

Du bist der Zweite, der es heute sagt.

Hab ich von den Kollegen der Sitte bekommen.

Sie kennen die Szene gut.

"Teenie, 18, sucht lieben Onkel für Zoo-Besuche."

Es heißt 6-jähriges Mädchen. Der Onkel darf dann das Tier rauslassen.

Woher willst du das wissen?

Die Kollegen können die Annoncen dechiffrieren.

Aber sie können nichts tun.

Und wenn, dann sind die Strafen lächerlich.

Du wirst fürs falsche Parken strenger bestraft.

Der Besitz von Kinder-Pornos... ...ist doch ne Schweinerei.

Aber nicht strafbar. - Gibts doch nicht. - Doch.

Wir können nichts machen.

Solange die da oben sich nicht

zu einer Gesetzesänderung durchringen können, nicht.

Unsere liberale Gesellschaft produziert seelische Krüppel.

"Wir suchen liebevollen Onkel

für unsere unternehmungslustige Tochter."

Ich weiß nicht, ob ich den Zweck von deinem Lesen richtig deute.

Willst du etwa...?

(Thanner klingelt)

Ich habe ein vollständiges Angebot vom Klassiker bis zum Hit.

Und sollte ich etwas nicht haben, besorge ich es Ihnen, kein Problem.

Wollen Sie eine Kassette ansehen?

Lassen Sie sich Zeit.

Gehetzte Kunden sind unzufriedene Kunden, sage ich immer.

Die Auswahl soll ein Genuss sein.

* Musik *

Ich bin... Wie soll ich es Ihnen sagen?

Ich bin ein Anfänger. Ich kenne mich noch nicht so richtig aus.

Jeder ist mal Anfänger, dazu bin ich da.

Wenn Sie mir behilflich sein könnten, wäre ich Ihnen dankbar.

Ich frage mich... Nein.

Ich frage Sie.

(Thanner stöhnt)

Ich habe den dringenden Wunsch...

Wie kann ich in einen persönlichen Kontakt

zu einem dieser zauberhaften Wesen kommen?

Den Wunsch kann ich leider nicht erfüllen.

Sie müssen auf eine dieser Annoncen antworten.

Ich kann Ihnen nichts vermitteln. Das ist nicht mein Geschäft.

Ich verstehe. Da muss man vorsichtig sein.

Na ja.

Dann muss ich mich erst mal mit Magazinen begnügen.

Und raus bist du.

Ene, mene, muh. Und raus bist du.

Eins, zwei...

Drei, vier, fünf, sechs...

...auszusuchen...

7, 8, 9, 1O.

Ich komme.

Frei. Frei.

Melanie.

Sechs, sieben, acht, neun, zehn.

Horst, schau dir das an. Das ist unglaublich. Hier Manuela. Markus.

Alles im Angebot. Und die Mutter weiß von nichts. Von wegen.

Die haben ihre Tochter prostituiert.

Die weiß genau, wer Manuela auf dem Gewissen hat.

Das ist mindestens ein Jahr alt.

Eben. Ein alteingeführtes Geschäft.

Hat sie von ihrem famosen Mann übernommen.

Und da er an seiner Tochter so ein delikates Vergnügen hat,

warum nicht Geld verdienen mit seinem Schätzchen.

Horst, schau dir das an, das sind Kinder.

Die Eltern verkaufen ihre Kinder.

Kinder sind das Eigentum ihrer Eltern.

Die kaufe ich mir jetzt, die Frau Czermak.

Ich komme erst zurück, wenn ich den Jungen habe.

* Musik *

* Spielautomaten-Geräusche *

* Musik *

* Musik *

Frau Czermak?

"Schimanski"-Rühreier schmecken dir bestimmt.

Wie viele Eier willst du haben?

Ich nehme immer 4. Du bekommst 2 Eier.

In Ordnung?

Uno. Deck schon mal den Tisch.

Kriegst du Appetit?

So.

Na ja. Ich bin wie eine Mutter zu dir.

So. Na bitte.

Fertig.

Ein kleines Häppchen für dich.

Ja. Na, das sieht doch aus, was?

Mhm.

Willst du etwas zu trinken?

Hey.

Also. Guten Appetit.

So was kriegst du nicht im Heim.

* Telefonklingeln *

Telefon.

Ja? Thanner. Ich esse.

Was?

Gut. Ich komme sofort.

Ich bin schon unterwegs. Bis gleich.

Ich muss schnell weg. Fühl dich wie zu Hause.

Du. Ich meine es so, wie ich es sage.

Also, tschüs.

* Tür wird abgeschlossen *

So. Wir fangen jetzt den Porno-Händler.

Wollen Sie nicht lieber zugeben,

dass Sie auch als Vermittler tätig sind?

Ohne meinen Anwalt sage ich kein Wort.

Sie kennen sich aus, was?

Thanner. - Ja. - Komm her.

Er braucht nicht zu reden. Gibt das alles schriftlich.

C wie... Czermak.

Und K...

K wie...

Köglmeier. Haben wir es doch.

Bitte, meine Herren...

Jetzt nicht reden. Das überlassen Sie Ihrem Anwalt.

Frau Köglmeier? - Ja.

Kripo. Wir wollen mit Ihrem Mann sprechen. - Er ist weggefahren.

Wann und wohin? - Vor 1 h. Wohin weiß ich nicht.

Ist das bei Ihnen so üblich? - Er ist angerufen worden.

Von wem weiß ich nicht. Dann ist er gleich weg.

Rührender Mann. Ich muss zum Auto.

Sie wissen von nichts, was?

Null Ahnung.

Sie tun mir leid. Das meine ich ehrlich.

Horst. - Tschüs.

Sie haben Markus Czermak.

Er liegt im Krankenhaus, auf der Intensivstation. - Was?

* Musik *

(Arzt) Er ist nicht bei Bewusstsein.

Er ist geschlagen worden, wahrscheinlich gestürzt.

Ein Schädelbasisbruch.

Ich kann noch nicht sagen, ob er durchkommt.

Es spricht einiges dafür.

Wenn er wieder zu sich kommt, geben Sie uns Bescheid.

Lassen Sie niemanden zu ihm. Wir müssen als Erste mit ihm reden.

Bitte sagen Sie ihm nicht, dass seine Mutter tot ist.

Das muss ich machen.

Wir wollen erst einmal zusehen, dass er der Welt erhalten bleibt.

Was ist mit ihm? Sie sagen mir nichts. - Richtig so.

Ich hoffe, dass sie ihn durchbringen.

Der Vater verunglückt tödlich.

Die Tochter wird vergewaltigt und umgebracht,

die Mutter ermordet, der Sohn liegt auf der Intensivstation.

Alles nacheinander in einer Familie.

Sie waren Manuelas Lehrerin.

Da wollen Sie mir weismachen, Sie hätten nichts bemerkt?

Ich habe 34 Schüler. - Sie kümmern sich nicht um jeden.

Kann ich, aber nicht so viel, wie ich möchte.

Ich war bei ihrer Mutter.

Manuela hat in die Hose gemacht. Das ist nicht normal.

Sie hat mich rausgeworfen.

Ich soll mich nicht einmischen. Was sollte ich tun?

Zum Jugendamt gehen? Das hätte die Heimeinweisung bedeutet.

Besser als tot.

Ist Ihnen nie der Gedanke gekommen, dass sie missbraucht worden ist?

Sie sind wirklich ahnungslos.

Oder wollen Sie nicht belästigt werden mit den Problemen anderer?

Jedenfalls habe ich keine Lösungen dafür parat.

Falls das eine Art Gericht über meine Qualität als Mitmensch

sein soll, beenden wir die Unterhaltung besser.

Das überlassen Sie uns.

Und das ist keine Unterhaltung. - Horst.

Du hast recht. Ist Ihnen kurz vor Manuelas Tod etwas aufgefallen?

Sie war nicht anders als sonst.

Doch, etwas war. Aber ich dachte mir nichts dabei.

Sie ist von einem Mann mit einem blauen Luxus-Auto abgeholt worden.

Ich wette, dabei hat sie sich auch nichts gedacht.

Ich dachte, es ist ein Verwandter.

Wie sah der Herr aus? - Weiß ich nicht.

Das weiß sie nicht.

Die Auto-Nummer wissen Sie nicht. - Doch.

Und? - DUMM.

DU-MM.

Ich weiß die Zahlen nicht. Aber das dürfte kein Problem für Sie sein.

Ich kann es nicht leiden.

Eine so intelligente Frau kann nicht so blind sein.

Vielleicht ist sie gar nicht so intelligent. Sie ist normal.

Sie denkt immer nur an sich. - Normal?

So.

Ja.

Hey. Was ist los?

Hund weg. - Buh.

Halten Sie den fest.

Beruhig dich.

Es ist gut.

Tag. - Tag.

Wir wollen zu Herrn Krause. - Ja?

Sind Sie angemeldet? - Ja. - Kripo Duisburg.

Kommen Sie.

(Schimanski pfeift)

Was denn? Herr Krüger? - Krause.

Ganz einfach Krause.

Krüger ist auch nicht kompliziert.

Wieso sagte die Czermak, Sie heißen Krüger?

Hat sie das? Sie müssen sich verhört haben.

Haben Sie das amtliche Kennzeichen DU-MM 4431?

Ja. Habe ich falsch geparkt?

Aber kommen Sie bitte rein.

Meine Frau. Schimanski und... - Thanner. - Kripo Duisburg.

Würdest du uns einen Kaffee machen?

Für mich nicht, danke. - Nein.

Etwas Herzhafteres? Cognac?

Keine Umstände.

Sie haben mit dem Wagen Manuela von der Schule abgeholt?

Ja, manchmal. Ich habe mich ein wenig um sie gekümmert.

Nehmen Sie Platz.

Wie war Ihre Beziehung zur Familie? - Gut.

Ich war, wie soll ich das sagen, ihnen freundschaftlich verbunden.

Es klingt entsetzlich hochgestochen.

Ich war mit ihnen befreundet.

Mit der Familie Czermak?

Anfangs nur mit Herrn Czermak.

Wir hatten dasselbe Hobby: Modellfliegen.

Nach seinem Tod habe ich mich um die Familie gekümmert.

Seine Frau war hilflos. Ich sie finanziell unterstützt.

Czermak hat wenig verdient. Die Witwen-Rente war gering.

Was hatten Sie für ein Verhältnis zu den Kindern?

Zu Manuela ein sehr gutes.

Sie brauchte einen Vater.

Ich habe ihr, so gut ich konnte, einen Ersatz geboten.

Und zum Jungen?

Niemand kam mit ihm zurecht.

Der Tod des Vaters hat ihn aus der Bahn geworfen.

Ich denke, ich könnte gut einen Schluck vertragen. Sie auch?

Die Leiche von Manuela ist nun freigegeben.

Sie können sie beerdigen lassen.

Gut. Weiß Frau Czermak es schon? Das wird eine Erleichterung sein.

Frau Czermak ist tot.

Nein. Wie ist das passiert?

Wann haben Sie sie zuletzt gesehen?

Vorgestern. Als wir uns bei ihr getroffen haben.

Fabelhafter Schauspieler. - Das klingt alles plausibel.

Und menschlich. Es war ein wenig zu viel.

Ich nehme es ihm nicht ab. - Ja, alles Theater.

Vielleicht weiß seine Alte nichts von einen Bumsgeschichten.

Sie hat ihn richtig angestarrt.

Vielleicht wird sie so zu unserer Verbündeten.

Ich würde ihn am liebsten festnehmen. - Wir brauchen Beweise.

Wir müssen ihn ständig beschatten lassen.

Und jetzt? - Wir fahren zu Frau Köglmeier.

Sie wissen nicht, wo Ihr Mann ist. - Wir glauben ihr.

Dass sie nicht weiß, dass ihr Mann Päderast ist, glauben wir auch.

Er steht auf kleine Jungs, aber das wissen Sie.

Markus Czermak liegt zusammengeschlagen

auf der Intensivstation.

3-mal dürfen Sie raten, wer es gewesen ist.

Manuela wurde missbraucht und getötet. Von wem wohl?

Ich glaube, Sie wollen, dass er bestraft wird.

Hart bestraft wird.

Und so von seiner Neigung befreit wird.

Sie wissen, was er für eine Neigung hat.

Ich weiß, wo er ist.

Ja. Ich habe Markus geschlagen. Er ist gestürzt, ich bin weggerannt.

Er wollte mich erpressen.

Er hat im Heim rausgekriegt,

dass ich auch zu anderen Jungs Beziehungen habe.

Er wollte mich erpressen. Da bin ich ausgerastet.

Ich gebe alles zu. Aber ein Mörder bin ich nicht.

Möglich. Aber was nützt es Ihnen?

Wir müssen der Öffentlichkeit einen Sündenbock liefern.

Sie sind gut dafür geeignet. Verlassen Sie sich drauf.

Sie werden der Mörder sein.

Aber ich war es nicht.

Moment.

Und? - Er war es nicht.

Die Blut-Analyse ist negativ.

Sein Erbgut ist nicht übereinstimmend mit dem Sperma.

Hab ich mir gedacht. Danke.

Hat er gestanden? - Er weiß nicht, was gut für ihn ist.

Ein Geständnis würde sich bestimmt positiv auswirken.

Aber weitere Jahre sind ihm egal. - Ich war es nicht.

Erzählen Sie das dem Richter.

Bring ihn zurück. Er langweilt mich.

Ja. Kommen Sie. Da lang.

Fragen Sie Herrn Krause. Aber das trauen Sie sich nicht.

Er war scharf auf Manuela.

Es reicht nicht für einen Haftbefehl. Nie und nimmer.

Was haben Sie in der Hand?

Nichts. Nur die vage Verdächtigung von Köglmeier.

Und Vermutungen und abenteuerliche Kombinationen.

Herr Krause ist ein angesehener Bürger.

Jeder Anwalt holt ihn raus.

Das käme auf einen Versuch an. Unterschreiben Sie jetzt.

Ich mache mich doch nicht lächerlich.

Außerdem verbitte ich mir diesen Ton.

Wenn ich Sie richtig verstehe, heißt es nichts anderes,

als wenn Krause ein Beamter wäre oder Metaller,

würde er sich nicht lächerlich machen.

Das habe ich in Ihrem Interesse überhört.

Ich bin am Anfang meiner Karriere.

Die lasse ich mir von Ihnen nicht vermasseln.

Mannomann, haben wir ne Justiz.

Der ist Untersuchungsrichter. "Ich bin am Anfang meiner Karriere."

Charakterlos und feige. Aber er hat recht.

Wir haben nichts Konkretes in den Händen. - Sag. Spinnst du?

Krause befummelt weiter kleine Mädchen.

Ich verstehe dich nicht.

Alles klar? - Er ist drin. - Sonst noch etwas?

Danke.

Erledigen Sie dies vorrangig. * Klopfen *

Guten Tag. - Herr Schimanski, was führt Sie zu mir?

Ich habe keine Zeit.

Ein wichtiger Termin. Gut, ein paar Minuten.

Bitten Sie die Herren um Geduld. Kommen Sie.

Ich habe keine Geheimnisse.

Das dürfte für Ihre Damen auch interessant sein.

Ich pflege meine Gespräche nicht auf dem Marktplatz zu führen.

Warum? Sie brauchen doch die Öffentlichkeit nicht zu scheuen.

Sie sind eine Person des öffentlichen Interesses.

Meine Damen, wussten Sie, dass Ihr Chef, den Sie sicher aller verehren,

dass der bei erwachsenen Frauen keinen hochkriegt?

Verlassen Sie das Büro. - Warum?

Habe ich was Falsches gesagt?

Bei keiner dieser hübschen Damen, da lege ich meine Hand ins Feuer,

* Klopfen *

Ach, der Marktplatz füllt sich. Kommen Sie rein, meine Herren.

Haben Sie gewusst,

dass der ehrenwerte Herr Krause eine Vorliebe für kleine Mädchen hat?

Sie sind krank. Rufen Sie die Polizei.

Lassen Sie es. Hergeben.

Ich hör sowieso auf. Ich hab die Schnauze voll von Ihrem Chef.

Das wird ein Nachspiel haben. - Das hoffe ich sehr. Für uns alle.

* Musik *

Menschenskind.

(ein Kind schreit)

Du sollst... - Nein.

Das gibts doch nicht.

Spinnen Sie? Sind Sie verrückt?

Entschuldigung. - Jetzt ist aber gut.

Ich bin bescheuert. Ich sehe schon Gespenster.

Ich werde wahnsinnig.

Du sollst sofort zum Alten kommen.

Er bekam wegen dir Druck vom Präsidenten.

Der Krause reagiert schnell. Er hat gute Beziehungen.

Das Schwein ist schwer zu schlachten. Aber ich kriege ihn.

Du musst aufpassen.

Das Krankenhaus rief an.

Der Junge ist bei Bewusstsein. - Eine gute Nachricht.

Hänschen. Krieg mal raus, wie der Vater Czermak gestorben ist. - Ja.

Sag dem Alten, er soll froh sein, wenn er mich nicht sieht.

Tag.

Es war dämlich von mir, dich in meiner Bude einzusperren.

Entschuldige.

Markus, pass mal auf.

Deine Mutter ist tot.

* Musik *

Wer hat dich so zugerichtet?

Köglmeier.

Aber warum?

Er weiß, wo Krüger wohnt.

Er sollte mir helfen, an ihn heranzukommen.

Wie wolltest du es erreichen? Wolltest du ihn erpressen?

Ich wusste, dass auch andere Kinder... - Ja, ja.

Ja, ich weiß.

Und damit hast du ihm gedroht.

Warum bist du hinter Krüger her?

* Musik *

Er war schon früher bei uns, als mein Vater noch lebte.

Mein Vater hat Fotos und Videos von meiner Schwester gemacht.

Er hat sie verkauft.

Und dann ist Krüger gekommen.

Er wollte Manuela haben. Aber mein Vater hat sie nicht hergegeben.

Wahrscheinlich wollte er nur den Preis hochtreiben.

Er hätte sie verkauft.

Wenn er nicht in der Badewanne... Er hätte sie verkauft.

Krüger ist wiedergekommen, ich meine, als dein Vater tot war.

Und hat deiner Mutter ein Angebot gemacht.

Richtig?

Ich habe ihr gedroht, wenn sie darauf eingeht, dann...

Sie hat mir versprochen, das tut sie niemandem an.

Wie Sie zu dem Haftbefehl gekommen sind, ist mir ein Rätsel.

Mein Anwalt wird es klären. - Das ist mir egal.

Er hat Manuela so missbraucht, dass sie daran gestorben ist.

Anschließend hat er die Mutter umgebracht,

um das zu vertuschen.

Sie brauchen eine Arzt. Wann soll ich das getan haben?

Tun Sie nicht so dämlich. Am Sonnabend.

Zwischen 17 und 19 Uhr.

Ich war von 14 bis etwa 20:30 Uhr zu Hause, dann sind wir essen gegangen.

Meine Frau bestätigt es.

Ein Gelegenheits-Stricher beschuldigt mich.

Sie spielen den Inquisitor. Der Schuss geht nach hinten los.

Sie denken, wir haben keine Beweise, keine Zeugen.

Den einzigen Zeugen haben Sie umgebracht.

Irrtum. Wir haben einen Zeugen.

Sie selber.

Und Ihre unverwechselbaren Erbanlagen.

Haben Sie mal was vom den genetischen Fingerabdruck gehört?

DNS-Fingerprinting?

Sicher nicht. Es ist auch egal.

Das Sperma in Manuelas Körper wird beweisen, dass Sie der Täter sind.

Das ist doch billig. So unter Preis verkaufen wir Sie nicht.

Ist okay. Kommt.

Gratulation.

Ausgezeichnete Arbeit, Herr Schimanski.

Danke.

Die Aktion hat einen kleinen Fehler.

Wie man hört, hat sich der Täter beinahe erschossen?

Ja. Aber das wäre zu simpel gewesen.

Haben Sie keine Angst, sich lächerlich zu machen?

Ich darf mich irren. - Ja, das haben Sie allerdings.

Was Ihre Karriere angeht, haben Sie sich auch geirrt.

Du wollltest rauskriegen, wie der Vater Czermak starb.

In der Badewanne. - Ja, ich weiß.

Er hat sich die Haare geföhnt.

Idiot. Der Fön ist dabei ins Wasser gefallen.

Der Fön ist ins Badewasser gefallen. Exitus.

"Das Mädchen dachte: Es ist Nacht.

Es ist egal, wenn ich nackt bin.

Es zog sein Hemd aus und gab es dem Kind.

Als das Mädchen nackt dastand, fielen die Sterne vom Himmel.

Sie wurden zu Talern.

Das Mädchen trug wieder ein Hemd. Es war schöner als das erste Hemd.

Das Mädchen sammelte viele Taler."

Es ist jetzt reich. - Ja.

Ach.

Tag. Wie geht es dir?

Gut siehst du aus.

Du. Du bist hier bald raus, wenn du so weitermachst.

Wir können dann etwas unternehmen.

Wir können ins Kino gehen, oder Disco, wohin du willst.

Wohin du willst.

Hast du den Film "Murphys Gesetz" mit Charles Bronson gesehen?

Kannst du dich erinnern,

wo Bronson die Heizsonne in die Badewanne schmeißt?

Exitus.

Ich weiß nicht, wie der Junge mit seinem Leben fertig werden soll.

Er wird es nicht.

Aber er ist nicht der Einzige.

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