All language subtitles for Hotel Sacher - Das Sacher - 2016 - EP II (av 2) - HD 1920x1080p

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Original subtitles

(Portier) Alles begann 1892 in einer ereignisreichen Nacht.

Wagner? Ich bin bei meinem Mann.

Während Anna Sacher am Sterbebett ihres Mannes wachte,

begegneten sich in unserem Hotel zwei jung verheiratete Paare.

Die Von Traunsteins und die Aderholds.

Zur gleichen Zeit wurde eines unserer kleinen Putzmädel,

die Marie Stadler, entführt.

Keiner hat etwas bemerkt.

Wir fanden ihren Suppentopf, und einen Toten.

(Portier) Wir hatten Sorge um die Zukunft unseres Hotels.

Frau Sacher war entschlossen, es selbst zu führen.

Ich werd ein Haus draus machen, in das alle wollen.

Ich kann nicht! Ich kann nicht!

(Portier) Als Konstanzes erstes Kind geboren wurde,

erfuhr Georg von Traunstein, dass er bereits eine Tochter hatte.

Diese Marie Stadler, die verschwunden war.

Ich finde Ihre Marie. Versprochen.

(Portier) Konstanze begann, unter Pseudonym zu schreiben.

Martha Aderhold wurde Verlegerin und Vertraute.

Soll ich weitermachen?

Ich glaub schon.

(Portier) Martha wurde schwanger.

Ihr Mann Maximilian übernahm die Verlagsreise nach Wien.

Dort wurden die Umstände sehr kompliziert.

Sie sind Lina Stein.

Niemand weiß es. Nicht einmal mein Mann.

(Portier) Die Marie Stadler jedenfalls hatte überlebt.

Im Notenarchiv, tief unter der Oper.

Als sie von ihrem Vater erfuhr, verließ sie ihr Versteck.

Mit ihr kam das unheilvolle Geheimnis zutage.

Und nichts sollte bleiben, wie es war.

Ich bin die Prinzessin Von Traunstein.

Was willst du von meinem Mann?

Das sag ich nur ihm.

Du stellst in deinem Brief eine impertinente Behauptung auf.

Wie kommst du zu dieser Frechheit?

Wenn's a Frechheit ist, warum sind Sie dann gekommen?

Wenn du glaubst, du kannst uns an der Nase herumführen,

dann glaub!

Inspektor Lechner.

Habe die Ehre, Durchlaucht.

Die Äbtissin hat die Polizei informiert.

Das Mädel steht unter meinem Schutz.

Sehr wohl. Vorerst sind allerdings die Umstände aufzuklären.

Du bist die Marie Stadler?

Ja.

Kennst du den Würtner, den Notenwart vom Opernhaus?

Ja.

Er ist tot aufgefunden worden.

Wie, tot?

Ich werd dich aufs Präsidium mitnehmen müssen.

Ich hab ihm nix tan.

Das wird sich aufklären.

Das Mädchen wird auf freien Fuß gesetzt, sollte sie unschuldig sein.

Ich lasse Sie benachrichtigen. Habe die Ehre, Durchlaucht.

Ergebenste Grüße an Ihren Gatten.

(Marie) I hab ihm nix tan!

Vielen Dank.

Martha Aderhold?

Georg!

Was für eine Freude!

Das ist so lange her!

(Portier) Schauen Sie, ein Portier ist wie ein Feldherr.

Er muss alles beobachten, Skandale vermeiden.

Schnellstens muss er taktische Züge erdenken.

Komm mit!

Konstanze hat nicht gesagt, dass Sie kommen. Wie geht's Ihnen?

Ich freu mich, Sie zu sehen.

(Portier) Die Gäste verlassen sich drauf, dass sie gut aufgehoben sind.

Egal, was passiert.

Willkommen im Hotel Sacher, gnädige Frau. Durchlaucht.

Niklas! Pass auf mit dem Koffer!

Der Koffer ist Teil des Gastes und ebenso sorgsam zu behandeln.

Verzeihung.

Geh, Johann?

Bring bitte das Gepäck aufs Zimmer und schau, dass alles gerichtet ist.

Johann! Ich hoffe, es geht gut.

Sehr gut, Durchlaucht.

Sie waren lang nicht auf Gut Traunstein. Sie sind willkommen.

Herzlich willkommen im Sacher. Frau Sacher.

Guten Tag. Gnädige Frau.

Ich wollte den Tag zusperren, aber es ist viel los.

Ich kann die Gäste nicht enttäuschen.

Unsere Kaiserin ... tot.

Ein Gedanke, den man gar nicht denken mag.

Erst der Kronprinz, dann die Mutter.

Was da noch alles kommt.

Na ja, aber ich red und red.

Ich wünsch trotz des Anlasses einen schönen Aufenthalt.

Wenn Sie was brauchen: Der Wagner erfüllt Ihnen jeden Wunsch.

Vielen Dank. - Danke.

Ich darf Sie vielleicht auf ein Glas Wein einladen?

Sehr gerne. - Schön.

Ich hab deine Kammer gesehen.

Hat nicht ausgeschaut, als hätt der Würtner dich gezwungen.

Hast du gedacht, besser als der Kohlenhof?

Warum genau jetzt?

Irgendwann muss jeder Mensch gehen.

Für deine Geschichte wär's besser,

wenn die Polizei dich hilflos gefunden und gerettet hätte.

Die Polizei hat dich befreit.

Weil ich dem Würtner auf der Spur war.

Deshalb hat er sich umgebracht.

Tut mir leid für ihn.

Soll man sich lieber fragen, ob du ihn umgebracht hast?

Ich brauch keinen umbringen.

(ironisch lachend) Ja.

Das weißt du, und das weiß ich.

Aber so ein Gericht...

sieht das Notenarchiv nicht als Gefängnis.

Marie, ich glaub, du bist ein schlaues Mädel.

Unterschreib das Protokoll.

Dann darfst gehen.

Hm?

Was willst jetzt machen?

Gehst zu deiner Mutter ... oder zu deinem Vater?

Marie!

Mir hast es zu verdanken, wenn du ein herrschaftliches Leben führen kannst.

Na, Lechner, haben S' am Ende recht behalten.

Einen Lorbeerkranz setzt Ihnen niemand auf wegen dem Mädel, gell?

Aber ...

Geduld haben S' bewiesen und einen langen Atem.

Ich wünsch mir immer noch ein Kind, aber die Hoffnung ist nicht so groß.

Sagen Sie so etwas nicht.

Ich kann Sie mir gut als Mutter vorstellen, Martha.

Unternehmen ist auch wie ein Kind.

Konnten Sie Ihre Pläne auf dem Gut verwirklichen?

Wir haben schon eine Schule, einen Arzt, eine Hebamme.

Wir zahlen den Arbeitern mehr. - Großartig.

Die Leute sind trotzdem unzufrieden.

Warum?

Sie tragen zu wenig Verantwortung.

Sie sehen sich zu gern als Opfer der Umstände.

Ich erinnere mich gern an Ihren Besuch auf dem Gut.

Ja.

Uns trennen so viele Kilometer.

Darf ich Sie und Ihren Mann heute Abend zum Essen einladen?

Konstanze würde sich auch freuen, dass Sie hier sind.

Sehr gern.

Hat sich die Schneiderin gemeldet?

Durchlaucht können jederzeit zur Anprobe kommen.

Durchlaucht sind auch hier.

Ach!

Konstanze!

Du hast Post. Von einer Marie Stadler.

Sie behauptet, dass du ihr leiblicher Vater bist.

Martha!

Was machst du denn hier?

Das ist eine Überraschung.

Dass ihr so ein Geheimnis drum gemacht habt!

Was ändert es an Konstanzes Talent, wenn ich davon weiß?

Gute Idee, ein Pseudonym zu wählen.

Wie du sagst: Faszination geht vom Unbekannten aus.

Ja, natürlich haben wir uns kennengelernt. Das wollte ich.

Ich bin ja ihr Verleger, wie du.

Max?

Du hast nicht gesagt, dass du ihr mein Buch schickst.

Ja, wenn zwei Schriftsteller über ihre Arbeit sprechen...

Du hattest recht, ich hätt nicht aufhören sollen.

Martha?

Du hast es verloren.

Es ist meine Schuld, Martha.

Es ist...

Du hast an ihre Mutter gezahlt?

Die ganzen Jahre?

Es war meine Pflicht.

Ohne mir ein Wort zu sagen!

Ich bitte unseren Anwalt, Maries Zukunft zu regeln.

Nein.

Wir werden das Mädel zu uns nehmen.

Das würde dem Getratsch nur recht geben!

Wir tun was Gutes für ein armes Mädel, das gefangen war.

Wir kommen unserer menschlichen Verpflichtung nach.

Ganz in deinem Sinn, Traunstein.

Martha!

Martha!

Ich war überrumpelt, ehe ich zum Denken gekommen bin!

Dann der Tod der Kaiserin, das ganze Durcheinander!

Martha, die Welt steht Kopf!

Es war doch nix!

Bitte!

Nagy-Károly Konstanze!

(auf Ungarisch) Was für eine Freude in all der Trauer!

Das ungarische Volk ist untröstlich.

Große Aufregung in Budapest, ob der Tod unserer Königin

einen Einfluss auf die Politik des Hofes uns gegenüber hat.

(auf Ungarisch) Es ist so traurig.

Aber ich bin zuversichtlich. Wir Ungarn sind ein starkes Volk.

Ich erinnere mich gern an Ihren Herrn Vater.

Es war ein großes Vergnügen, mit ihm Geschäfte zu machen.

Durchlaucht wollten Bescheid bekommen, wenn der Wagen da ist.

Ich muss dringend zur Schneiderin. - Oh!

Es sollte ein Ballkleid werden.

Aber jetzt...

Ah!

Die Welt kann noch so sehr in Trauer versinken,

die Damen denken an ihren Putz

und versüßen uns damit die bittersten Stunden.

Meinen Sie, mir stünde in Anbetracht der dramatischen Zuspitzung der Lage,

in der sich das Kaiserreich, unser Österreich-Ungarn, befindet,

etwas Gedeckteres besser zu Gesicht?

Der Mann von Welt wirkt nicht durch Mode.

Die Mode wirkt durch den Mann von Welt, Herr Graf.

Mayr, Chapeau! - Küss die Hand, Herr Graf.

Rufen Sie mir einen Couturier, ich werde mich umgestalten.

Sehr wohl.

Marie?

Marie!

Wir sind sehr glücklich, dass es dir so gut geht.

Weißt du, dein Vater ... dein Stiefvater

und ich haben uns jahrelang gekränkt vor Sorge.

Wir sind glücklich, dass es dir gut geht.

Was ist los, habt's nix zu tun? An die Arbeit!

Erstaunlich, wie schnell sich Marie von der Gruft erholt hat.

Erzählt sie manchmal von dort?

Na. Gar nix.

Was wird sonst unter der Dienerschaft getratscht?

Man ... findet's ehrenwert, dass ...

Sie und der gnädige Herr sie aufgenommen haben.

Aha.

Dass die ...

Mutter von der Marie vor 20 Jahren im Haus gearbeitet haben soll.

Aus der Zeit ist nur mehr der Hausdiener da, der redet nicht viel.

Vielleicht erfährt man einmal mehr über ihre Erlebnisse.

Ich könnt alles in einer Geschichte zusammenfassen.

(mit slawischem Akzent) Die Böhmen brauchen Rechte wie die Ungarn.

Zacharias ...

Die politische Eigenständigkeit der slawischen Völker,

etwas anderes kommt nicht infrage.

Separate nationale Interessen schaden uns!

Wir brauchen ein starkes Land!

Regiert von den Besten. Demokratisch gewählt.

Egal, ob Böhme, Ungar, Deutscher, Ruthene!

Gemeinsame politische Arbeit über nationale Schranken hinweg!

Wir Böhmen, wir wollen endlich unsere nationale Identität.

Können wir unsere gemeinsame Identität finden?

Seine fürstliche Hoheit ist angereist und wünscht, Sie zu sprechen.

Sie entschuldigen mich?

Den Bankert im Haus aufnehmen gehört bestraft!

Weißt du, was das für deinen Ruf bedeutet? Für deine Familie?

Ihr Schicksal wäre anders, hätte ich von Anfang an für sie gesorgt!

Ich mache das wieder gut!

Gutmachen? Wie naiv bist du eigentlich?

Na, du bist nicht naiv. Du bist eitel.

Du hebst dich über alle und alles, pfui Teufel!

Ihr wollt alles zerschlagen!

An das danach denkt ihr nicht!

Ich will nichts zerschlagen! - Mäßige deinen Ton.

Ich will mich unserer Privilegien würdig erweisen.

Indem du wie der Pöbel redest?

Jedenfalls nicht mit Gewalt und Willkür!

Du und deinesgleichen...

Grüß Gott.

Sie stammen nicht von hier?

Nein, aus Praha. Eine Tagesreise mit dem Wagen.

Ihre Familie vermisst Sie nicht?

Äh, mein Vater ist gefallen in der Schlacht bei Königgrätz.

Im selben Jahr bin ich geboren.

Mein ältester Bruder führt das Familiengeschäft.

In der Nähe von Hradschin. Eine kleine Maßschneiderei.

Meine Mutter ist auch schon seit längeren Jahren tot.

(Marie) Sind Sie mit ihm verwandt?

Mit wem?

Mit seiner Durchlaucht.

Ah, nein, Frau Sacher hat uns einander vorgestellt

und ein gutes Wort für mich eingelegt.

Ein gutes Wort für Sie eingelegt.

Hmm ...

Geritten bin ich noch nie.

Ach? Ja, das...

Ihr geht nachher mit dem Kinderfräulein die Ponys versorgen.

Auf dich, Rosa, wartet der Reitlehrer.

Ich mag auch! - Irma, du bist noch zu klein.

Marie!

Man hat im ganzen Haus nach dir gesucht.

Kein Wunder, dass ihr sie nicht gefunden habt. An der frischen Luft.

Sie sollte die Umgangsformen einer Dame erlernen.

Ähm, das ist meine Schuld, ich habe sie okkupiert.

Ich bin ein freier Mensch, niemand "okkupiert" mich.

Nun, liebes Kind, als Gast in diesem Haus

wirst du dich unterordnen müssen.

Ich bitte dich, meine Liebe.

Irma, iss.

Grüß euch Gott.

Vater.

Wie ich sehe, sitzen alle einträchtig beisammen.

Es hätt alles viel schlimmer kommen können.

Stellen Sie sich vor, Schwiegerpapa.

Wenn sie die Marie ermordet gefunden hätten.

Oder...

Es ist schlimmer gekommen, Stanzerle.

Viel schlimmer.

(mit deutschem Akzent) Das geht so nicht!

Werd mal paar Teile besorgen.

Wann läuft sie wieder?

Kann ich nicht sagen, Herr Aderhold.

Ich hasse es!

Machen Sie Feierabend, Menning.

(Menning) Na denn.

Warum beschimpfst du mich nicht endlich?

Auf Menning! Treue Seele.

Auf den kann man sich verlassen.

Fangen wir neu an, Martha.

Ich sollte weniger arbeiten. - Ja.

Ich entlaste dich, ich mach den ganzen Kram.

Damit du nicht schreiben musst.

Ich werd wieder schreiben.

Wenn unser Sohn auf der Welt ist.

Ich glaub, ich wollt Lina Stein für mich allein.

"Nich geklappt", würde Menning sagen. - Nein.

Ja.

Weißt du was? - Hm?

Ich werd Lina Stein verlassen.

Was?

Den Verlag sollte sie nicht wechseln, oder?

Auf keinen Fall.

Wir haben Lina Stein groß gemacht und sie uns, wir sind quitt.

(lachend) Na warte! Pulle her!

Pulle her!

Ein Stammbuch unserer Familie.

Hab's im Regal g'funden.

Hat lang keiner ang'schaut.

Ich bin ein Gegenwartsmensch.

Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen.

Was dieser gewollt hat, müssen wir erforschen,

wenn wir zu wissen wünschen, was jener will.

Er hat dir wohl viel beigebracht, dieser Würtner.

Unsere Kaiserin hat die Gedichte Heines geliebt.

Das hat man in der Zeitung lesen können.

Sie haben sie persönlich gekannt?

Die Kaiserin war sehr auf sich bezogen.

Sie hat den Hof viel zu oft brüskiert.

Hast du sie in der Oper gesehen?

I werd Ihnen nix erzählen über die Zeit dort.

So?

Warum denn nicht?

Es war schrecklich.

Oder ... war's gar faszinierend?

Der Würtner war so hässlich.

Aber manchmal auch schön.

Sie sollten nicht überlegen, wie Sie mich zum Reden bringen.

Ist doch der Grund, warum Sie Ihren Gatten mich aufnehmen haben lassen.

Oder?

Mein Leben ist spitz und scharf.

Schneiden Sie sich nicht dran, Stiefmama.

(singend) "O Theophil, du warst mein Alles auf der Welt."

Danke! Wenn der Gemüsehändler kommt, freimachen. Grüße von meiner Frau!

(singend) O Martha, o Martha, hast du dir grade Frühstück bestellt?

Oh, Stromrechnung.

Telefonrechnung.

Wir können im Tiergarten spazieren gehen.

Schneemann bauen.

Ja, das können wir.

Wer schreibt denn?

Die Traunsteins laden uns zu Silvester ins Sacher ein.

(Konstanze) "Ich denke oft an den Sommer auf dem Gut."

"Du hast mir Mut gemacht, mein Leben nicht zu begrenzen."

"Ich bin aufgewacht. Durch dich, Martha."

"Dafür kann ich dir gar nicht genug danken."

"Bitte lass uns Frieden machen."

"Vielleicht ist der Beginn des neuen Jahrhunderts der richtige Zeitpunkt."

Die Nullen schauen aus wie der Eingang zur Personaltoilette.

Ja.

Vielleicht hängen S' die Nullen a bisserl versetzt zueinander.

Aufsteigend versetzt oder absteigend versetzt, gnädige Frau?

Gut muss es ausschauen.

Kommt's, Putzis!

Sehr wohl, gnädige Frau.

Moment, nicht die Nuller - der Neuner ist das Problem.

Schaut aus wie eine umgefallene Sechs. Niklas!

Dreh einmal den Neuner, Sechser, den Neuner um!

Nicht so, jetzt haben wir 1600! In die andere Richtung!

Nicht so, jetzt ist es wie vorher!

Herr im Himmel, gib ihm Hirn!

Einen wunderschönen guten Abend.

Guten Abend.

Da schau her, Herr Graf! Das freut mich!

Habe die Ehre.

Annilein, mein Schatz! Guten Abend, Mama.

Guten Abend. Grüß dich.

Wie geht's den Schwiegereltern?

Recht gut, gnädige Frau. Vater lässt grüßen.

Er bleibt heute am Gut und meldet nächstes Jahr seinen Besuch an.

Mit dem Hunderl habt's noch a Freud'?

Sie macht uns sehr glücklich.

Seit sie nicht mehr in die Ecke stritzelt.

Sie ist wirklich lieb.

Ich muss mich um die Gäste kümmern.

Herr Poldi, bringen S' meiner Anni zwei Glaserln Champagner, bitte.

(lachend) Herr Doktor, wirklich!

Ah, entschuldigen Sie mich, die Traunsteins.

Willkommen, Sie sehen entzückend aus!

Sie auch. Willkommen.

Willkommen zurück, Marie. Groß bist du geworden.

Blöde Idee, nach Wien zu kommen!

Wir feiern! Morgen gehen wir in Sezession und Burgtheater.

Unterricht ab 06:45, so stell ich mir den Jahrhundertbeginn vor.

Wir machen's uns schön!

Martha! Schön, dass ihr gekommen seid!

Danke für die Einladung. - Martha.

Georg. - Maximilian Aderhold.

Georg Maria von Traunstein. - Guten Abend.

Endlich lerne ich Sie kennen.

Sie sollten uns auf Gut Traunstein besuchen.

Gerne.

Unsere Frauen wollen sicher kurz allein sein.

Ich stelle Sie meinen Freunden vor. - Ja.

Und bitte sagen Sie Georg zu mir.

Martha?

Du wirst doch mein neues Buch lesen?

Was passiert ist, tut mir leid.

Können wir uns nicht davon erholen?

Du bist also in vier Wochen fertig?

Da warst du sehr fleißig.

Meine Flora ist ein großes Glück.

Sie kopiert die Seiten bis zum Morgengrauen.

Leg dir eine Schreibmaschine zu.

Aber das klappert doch.

Du bist erfolgreich. Warum sagst du's deinem Mann nicht?

Vielleicht freut es ihn.

Traunstein darf die Geschichten niemals lesen.

Dann erfährt er doch, was ich wirklich denke.

Nehmen S' so viele Geheime, wie S' brauchen. Sie haben freie Hand.

Irgendwann bleibt was an den hohen Herren hängen.

Pospiszil?

Ist die Quelle glaubwürdig? - Jawohl.

Beobachten S' die Herren von der Friedensliga.

Sie bekommen Spesen, wenn Sie reisen. - Danke.

Machen S' nimmer zu lang.

Ordentlicher Schreibtisch, und das neue Jahr kann kommen.

Feiern tun S' auch a bissl?

Ich geh auf ein Bier in die Drei Kreuzer.

Na dann wünsch ich Ihnen was fürs neue Jahrhundert.

Danke, Herr Zentralinspektor. Ihnen auch und der gnädigen Frau!

Was für eine Hitze!

Martha?

Was kann ich tun, dass wir wieder gut miteinander sind?

Bitte sag mir was.

Irgendwas.

Konstanze. Versuch einfach, nichts zu machen.

Das kann ich nicht.

Ich kann das nicht.

Martha?

Ich liebe dich.

Ich liebe dich.

Wie man einen Menschen nur lieben kann.

Kommt!

Ich hoff, Sie sind zufrieden?

Wie immer ein gelungenes Fest, gnädige Frau.

Danke, Wagner. - Danke.

Vincent Zacharias hat es Dank Ihnen weit gebracht.

(Georg) Er ist klug. Und loyal.

Man sollte eine Ehe für ihn arrangieren, nicht?

Eine Erbin oder vermögende Witwe. Jemand mit Einfluss.

Die ihn in eine verantwortungsvollere Position bringt?

Das meinen Sie doch, gnädige Frau.

Gewiss, Durchlaucht.

Sonst müsst man's nicht arrangieren.

Ich denke darüber nach.

(alle) Zehn! Neun! Acht! Sieben! Sechs!

Fünf! Vier! Drei! Zwei! Eins!

(mehrere) Frohes neues Jahr! Prost!

Martha! Ein glückliches Neues!

Gutes Neues!

Wagner.

Mayr.

Auf alles, was vor uns liegt.

Auf das ganze neue 20. Jahrhundert.

Wollen Sie tanzen?

Ja.

Sie haben Marie Stadler zu sich genommen?

Es ist nicht unbedingt leicht mit ihr.

Ich weiß nicht, was ich für sie tun kann.

Schenken wir ihr ihre Unabhängigkeit.

Vielleicht will sie einen Beruf lernen, studieren.

Das kann man in Wien mittlerweile als Frau.

Ja. Warum nicht. Marie ist sehr intelligent.

Und an keine Konvention gebunden.

Bei meinen anderen Töchtern ginge mir das nicht so leicht über die Lippen.

Ist doch merkwürdig. Tanzen Sie mit mir?

Sehr gerne.

Denkst du noch manchmal an uns? - Natürlich.

Ich bin froh, dass Traunstein nichts bemerkt hat und Martha uns verzeiht.

Es hätte ein schlimmes Ende nehmen können.

Wie, schrecklich? Dass man uns köpft?

Ein gelungenes Fest. - Wirklich?

Was hältst du davon, wenn wir Marie Stadler eine Wohnung in Wien mieten?

So großzügig, Traunstein.

Das Mädel wird verwahrlosen.

Lass uns schnell nach Hause fahren, Martha.

Ich muss wieder schreiben.

Ich muss viel schreiben, ich will ... - Alles?

Ich will dich.

Schmeckt's?

Anni, mein Schatz.

Annilein, soll ich dir ein Bett richten lassen?

Geben Sie her, Wagner.

Hast dich doch losmachen können?

Ich muss den Kindern doch ein schönes neues Jahr wünschen.

Natürlich.

Komm.

(Portier) So überschwänglich wir es auch begrüßt hatten,

ganz geheuer war uns das neue Jahrhundert nicht.

Während im Sacher die Zeit stillzustehen schien,

wurde die Welt draußen schneller. Der Fortschritt veränderte alles,

sogar die Menschen. Aus Kindern wurden Leute

und aus einigen Leuten wurde ... etwas ganz Besonderes.

Herzlich willkommen. Bitte sehr.

(Portier) Der Doktor Zacharias war vom Kaiser geadelt worden.

Er hatte geheiratet, allerdings nicht Marie Stadler.

Sondern ganz im Sinne seiner Karriere.

Guten Tag, Marie. - Tag.

Grüß Gott, Marie.

Wir ziehen es hier vor, uns einen guten Tag zu wünschen.

Setzen Sie sich doch.

Wir sind gerade in die Frage vertieft, ob ein Krieg,

der sich in radikaler Verbesserung des Bestehenden begründet,

gerechtfertigt und notwendig ist. - Einen solchen Krieg gibt es nicht.

Glauben Sie, dass sich die Entstehung des Kosmos,

die Evolution, gewaltlos ihre Bahn bricht?

Wir leben nicht in der Hölle des Kosmos, sondern im Paradies Erde.

Altes sollte neben Neuem bestehen können.

Wir haben keine Zeit, das Gespräch zu vertiefen. Komm!

Ist gerade so interessant.

Folgen Sie Ihrem Vater, Fräulein.

Er muss in einer wichtigen Angelegenheit ins Ausland.

(Marie) Sei ein braves Mädchen, Irma.

In der Stadt hört man viel über deinen Salon.

Die Leute interessieren sich erst für die Geheimnisse einer Frau

und dann für ihre Gedanken.

Ich bin nicht die Leute.

Ich bedauere es sehr, dass ich beides nie kennen werde.

Eine kluge Frau gibt ihr Kapital niemals preis.

Ich bin sehr froh, dass ich das schnell gelernt hab.

In Berlin, führt es Sie da in den Grunewald?

Guten Tag, Lechner.

Da treffen Sie sich wahrscheinlich mit Liberalen,

die bei uns unter Beobachtung stehen. - Fritz!

Sehr wohl, gnädige Frau.

Ich hörte, dass sich Ihr Sohn in Berlin mit Leuten trifft,

die der Friedensliga anhängen. - Ja.

Mein Georg hat sich verrannt.

In die europäische Idee.

Ein Vater hat's nicht leicht in diesen Zeiten.

So viel ich weiß, haben Sie nur Töchter.

Ja, glauben Sie mir,

die Weibsbilder sind schon völlig närrisch geworden,

seit Schnitzler in seinen Theaterstücken alles erlaubt wird.

Übrigens auch ein Jud.

Die politischen Ambitionen des jungen Traunstein machen uns große Sorgen.

Freiheit für die slawischen Völker in den Kronländern? Völkerbund?

Frieden um jeden Preis?

Politik, die den Bestand des Reichs gefährdet.

Ich will, dass ein Exempel statuiert wird.

Eher nicht direkt gegen den verehrten Sohn Traunstein.

Einen Denkzettel.

Wir könnten uns einen aus der Gruppe um Traunstein herausgreifen,

der, sagen wir, nicht explizit im Blickfeld des Kaisers ist.

Aber durch radikale politische Ideen auffällt.

Namen sind uns bekannt.

Machen Sie, was Sie für richtig halten.

Jedenfalls sollten wir nicht länger zusehen,

wie unser ganzes christliches Abendland Schaden nimmt.

Die Leute zerstören den Boden, auf dem sie stehen.

Vincent Zacharias.

Ein böhmischer Nationalist.

Und Spionage.

Ich habe mehrfach berichtet,

dass er sich mit verdächtigen Subjekten trifft.

Zacharias ist ein Protegé vom jungen Traunstein.

Darauf brauchen Sie keine Rücksicht mehr zu nehmen, Lechner.

Ich handle einen guten Preis für Papas Haus aus.

Und dann lass ich mich beraten, wie wir es anlegen.

Ich werde keinen Pfennig von seinem Erbe anrühren.

Danke.

Du wirst nicht merken, aus welchem Topf wir wirtschaften.

Wiedersehen, Menning. - Gute Reise, Frau Aderhold.

Komm gesund wieder!

Menning, ich will nicht gestört werden.

Ich les das Manuskript von der Stein. - Ist es denn da?

Ihre Frau hat danach gefragt. - Ah ja?

Die Post ist bei mir gelandet, gestern.

Na, Junge, was machst du denn da, ha?

(Konstanze) "Liebe Martha, lieber Maximilian."

"Ich hoffe, es geht euch gut. Endlich ist mein neues Buch fertig."

"Ich bin aufgeregt, wie ihr es aufnehmen werdet."

"Hier ist alles wie immer, die Tage gehen und ich bin nur froh,

weil ich in den letzten Monaten meine Arbeit hatte,

die eigentlich keine Arbeit ist."

Du Glückliche.

(Menning) Machen Sie nicht zu lange!

Einen schönen Abend.

Komm, Junge, Feierabend.

Ich verbiete dir den Umgang mit Marie Stadler.

Eine unmögliche Person!

Sie hatte jede Möglichkeit, aus ihrem Leben etwas zu machen.

Stattdessen macht sie sich wichtig.

Sie führt einen Salon. Und ist unabhängig.

Mit unserem Geld kann man gut unabhängig sein. Irma!

Als Prinzessin von Traunstein

hast du gegenüber der Familie Verpflichtungen.

Wenn bekannt wird, wo du dich herumtreibst,

interessiert sich kein Mann für dich. - Ich bleibe frei.

Kind! - Eigenes Geld verdienen.

Mein Leben wird famos sein.

Eine alte Jungfrau wirst.

Vom Almosen deiner Familie abhängig.

Arme Rosa, jetzt kommst du unter die Haube.

Dann kannst nicht mehr machen, was du willst.

Du musst machen, was er sagt. - Schluss!

Womit ist Schluss?

Mit Rosas Freiheit.

Durchlaucht, ein Anruf von einem Herrn Aderhold.

Ich bin mir noch unsicher.

Vor allem wegen dem Ehemann, hast du den verstanden?

Die Frau und der Mann sind ganz verschieden in der Liebe.

Er hat alles erfahren, ist ohne Illusion und müde.

Sie ist unschuldig, träumt.

Aber du weißt, dass ein Mann auch unschuldig ist.

Dass er niemals alles erfährt.

Aber das Buch gefällt dir, ja?

Auf alle Fälle? - Ja, ohne Zweifel.

Und du? Wie geht's dir?

Gut.

Martha ist in Bremen.

Ihr Vater ist vor ein paar Wochen gestorben.

Oh, das tut mir leid.

Soll ich dir meine Gedanken aufschreiben oder

wollen wir uns treffen?

Ich werde geschäftlich in Wien sein.

Ich fänd es schön, wenn wir uns wiedersehen.

Irma!

Dein Rumgehampel passt nicht zu unserer Musik.

Dann spiel halt so wie ich tanz.

Wirst schon sehen. Spiel weiter.

So schöne Bilder macht Madame Dora.

Ist grad wie ein Gemälde.

Wie eine Majestät schaust aus.

Herrscherin über ein Imperium.

Unsterblich wirst sein.

Wie dein Hotel Sacher.

Als kleines Mädel hab ich

in der Schlachterei von meinem Vater den Tod kennengelernt.

Ich hab ihn gehört.

Und ich hab ihn gerochen in der Früh, wenn sie geschlachtet haben.

Ich hab kein gutes Verhältnis zum Sterben.

Wenn's nach mir ging, gäb's keinen Tod.

Ja?

Verzeihung.

Da schau her, komm nur herein.

Grüß Gott, Frau Sacher. - Grüß dich.

Der Johann und du, hm?

Dass ihr euch über die Jahre treu geblieben seid, ist schön.

Ist eine Freud', dich zu sehen.

Ich wollte nicht stören, nur kurz servus sagen.

Ich wünsch dir einen schönen Abend.

Lass mir den Johann grüßen. Mach ich. Guten Abend.

Was meinst, Julius?

Sollt ich mein Geld in Kriegsanleihen anlegen?

Nein. Es gibt keinen Krieg.

Wird aber viel davon geredet an meinen Tischen.

Wir haben unser Geld gut angelegt. In dein Hotel Sacher.

Ach, Julius.

Du hast mir über viele schwere Zeiten hinweg geholfen.

Ich dank dir.

Immer mit großer Freude.

Ich weiß, dass du seit dem Tod deiner Frau über Heirat nachdenkst.

Aber ich bin eben keine Privatperson.

Die Unternehmung, die ich führ, kann nur eine Person führen,

die über jedes menschliche Geplänkel erhaben ist.

Du bist eine Institution, Anna.

Und deswegen schätze ich unser ... Inkognito.

Mehr als alles andere auf der Welt.

Herein?

Trinkst ein Glasl mit mir?

Ich hab gedacht, du schaffst es heut nimmer.

Meine Tante ist gestorben.

Sie hat mir 8000 Gulden hinterlassen.

Und ...

deshalb wollte ich fragen,

also,

ob wir endlich...

Ja.

Und ich würde auch seine Durchlaucht fragen...

Ob du zu uns nach Traunstein kommst?

Warum hast du nie auf meine Briefe geantwortet?

Wohin hätt das geführt?

Vielleicht hast du andere Männer gehabt?

Nein.

Hast du andere Frauen gehabt?

Ich hab versucht, dich zu vergessen.

Und Martha?

Martha ...

Martha ist ...

Martha ist ein guter Mensch.

Traunstein auch.

Hast du eine Idee für deinen neuen Roman?

Der Herr Verleger plant.

Ich will nicht noch mal ein paar Jahre auf ein neues Werk warten.

Obwohl, wir könnten auch alles hinter uns lassen.

Portugal, Kanada, Neuseeland.

Frei sein.

Frei sein.

Darüber schwadroniert meine Tochter Irma auch bei jeder Gelegenheit.

Sie glaubt, sie muss ihrer altmodischen Mama sagen,

was das Leben zu bieten hat. - Kluges Kind.

Mach mal die Augen zu.

Ist für dich.

Ich weiß doch, dass du keine Schreibmaschine magst.

Ich würd gern die Geschichte der Marie Stadler schreiben.

Weil du dich an deinem Mann rächen willst?

Aber geh, Max.

Mich interessiert die Marie. Und wie sie sich gerettet hat.

Georg?

Martha.

Ich dachte mir, wenn ich schon mal in Berlin bin, komm ich vorbei.

Das trifft sich gut, warten Sie.

Ich komm grad aus Bremen. - Darf ich Ihnen das abnehmen?

Vielen Dank, Wiedersehen.

Kommen Sie.

Guten Tag, Hedwig. Darf ich dir Georg von Traunstein vorstellen?

Das ist Hedwig, die gute Seele des Hauses.

Ich hab die Post ins Wohnzimmer gelegt.

Ihr Mann lässt grüßen, er fährt über Prag nach Wien.

Er wird Sie von unterwegs anrufen.

Gut.

Hedwig, du kannst gehen. Ich koch heut selbst.

Also, wenn ich Sie zum Essen einladen darf.

Mit Vergnügen, aber nur, wenn ich zur Hand gehen darf.

Wir haben mit den Vertretern der Friedensliga heftig diskutiert.

Ein Teil von ihnen glaubt an einen Krieg,

der Europa neu strukturieren kann.

Ein Krieg kann unmöglich die Lösung für unsere Probleme sein.

Ist es nicht schrecklich, dass Gewalt und Zerstörung

immer so eine Faszination auf uns Menschen ausüben?

Jetzt stehen sich die europäischen Staaten wie Raubtiere gegenüber.

Ah! - Haben Sie sich wehgetan?

Nein, alles gut.

Als hätte es den Wiener Kongress nie gegeben.

Wenn interessiert der Frieden, wenn Frieden ist?

Kosten Sie mal. Ist ein Rezept von meiner Mutter.

Viel Vanilleschote und eine Mischung aus Rum und Zimt.

Mhm, fantastisch.

Nicht zu süß?

Nein.

Frau Sacher würd vor Neid erblassen.

Das dürfte sie nicht hören.

Als Bub bin ich gern in der Küche gegessen beim Personal

und hab ihnen zugeschaut.

Aber Kochen kann ich trotzdem nicht.

Wollen Sie nicht noch bis morgen in Berlin bleiben?

Wir könnten ins Adlon, Kaffee trinken,

ins Kabarett gehen...

Na ja, Sie werden sicher erwartet.

Nichts, was sich nicht verschieben lässt.

Ich müsst allerdings...

Äh, ja, nein... Bitte fühlen Sie sich frei,

das Telefon zu benutzen, die Schreibmaschine...

Das Postamt ist gleich um die Ecke.

Gut. - Die erste Tür rechts.

Bitte sagen Sie meine Termine die nächsten zwei Tage ab.

Ich bleib länger in Berlin.

Wie bitte?

Was ist passiert?

Vincent Zacharias, Sie kennen ihn, ist verhaftet worden.

Man wirft ihm Spionage vor.

Es tut mir leid, Martha, ich muss...

Nein, nein, selbstverständlich. Sie...

Sie müssen sich sofort auf den Weg machen.

Das tut mir leid.

Ich komm mit nach Wien.

Max ist sowieso dort.

Ich, ich beeil mich, ja? - Gut.

Wenn ich den Zacharias nicht protegiert hätt,

dann wär er jetzt vielleicht nur Assistent bei Gericht,

aber er hätt keine Schwierigkeiten.

Ja, ich hab den Franzl eh schon bemüht,

dass er was tut für den Zacharias. Aber du weißt ja eh.

Der Kaiser macht halt alles andere lieber als Politik.

Manchmal, wenn er so dasitzt, wenn er nicht die Augen offen hätt...

Sei mir nicht bös. Ich muss weiter.

(Portier) Durchlaucht. Gnädige Frau.

Ich werde Durchlaucht sofort Bescheid sagen,

dass Durchlaucht angekommen sind.

Meine Frau ist in Wien? - Ja, sehr wohl.

Danke Ihnen, Mayr,

ich kümmere mich jetzt um unsere verehrten Gäste. Gnädige Frau.

Durchlaucht.

Durchlaucht, ich ... ich mach mir ein wenig Sorgen um den Zacharias.

Spionage! Also, das will mir nicht in den Kopf.

Es kann sich nur um ein Missverständnis handeln.

Sie werden sich doch seiner annehmen, nicht?

Selbstverständlich!

Dank Ihnen.

Georg.

Sie müssen bestimmt telefonieren?

Ich geh schon mal rauf und sag Konstanze guten Tag.

Sie wird sich freuen, Sie zu sehen.

Hebt nicht ab.

(Maximilian) Was ist denn los?

(Konstanze) Hm.

Hör mal, der Würtner z.B. könnte ein Gleichnis sein.

Für was?

Für die Beherrschung des Mannes nach der Sehnsucht seiner Triebe

oder irgend so was.

Max, ich schreib nicht in Gleichnissen.

Auch besser so.

Herein!

Martha!

Hm.

Alles in Ordnung?

Aber, frag gar nicht! - Hm.

Aderhold, guten Tag. Schicken Sie mir bitte einen Pagen. Danke.

Gehen Sie bitte.

Ein Anruf von dir hätte uns allen diese Peinlichkeit erspart.

Wahrscheinlich wolltest du sie uns nicht ersparen.

Wir haben uns lang genug was erspart, Max.

An wen schreibst du denn da die ganze Zeit?

Da ich schon mal hier bin, werde ich unsere Schriftsteller treffen.

Bringen Sie die bitte zur Post?

Mein Verlag, meine Bücher, meine Schriftsteller.

Disziplin, Kontrolle. Jetzt Martha, zeig doch einmal, was du...

Das Leben ist so sinnlos.

Mein Leben ist nicht sinnlos.

Frau Aderhold.

Kommen S' mit in mein Büro.

Ist Trennung denn wirklich die einzige Möglichkeit?

Ich hab so oft darüber nachgedacht.

Was kommt denn danach? - Hm.

Das Schicksal.

Schauen Sie, gnädige Frau,

ich seh das hier jeden Tag.

Menschen, die sich lieben.

Menschen, die sich aus Liebe zerstören.

Die Liebe, die...

Ja, die ist halt sehr flüchtig.

Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf.

Mir hat mein Sacher immer Kraft und Trost gegeben.

Sie haben doch auch ein eigenes Geschäft.

Und Bücher sind was für die Ewigkeit.

Und jetzt gehen S' runter

und trinken einen Kaffee mit viel Schokoladenlikör

und mit viel Schlag. Doch, doch, glauben Sie's mir.

Wenn's da weh tut,

braucht der Mensch viel Süßes.

Ich erwarte die Anwälte im Sacher!

Nein, sofort!

Wir müssen Zacharias auf freien Fuß bekommen.

Ja. Danke.

Ich werde abreisen, nach Traunstein.

Ich bleib die nächste Zeit hier.

Er ist viel zu süß.

Aber es hilft ein bisschen.

Wie geht's Ihrem Freund?

Ich weiß es noch nicht.

Ich habe Vincent Zacharias’ Karriere befördert

und mich selbst aus den Spielchen und Intrigen des Hofes rausgehalten.

Er hat meine Pflichten dort übernommen.

Und jetzt wird ein Exempel statuiert.

Gegen unsere Gesinnung.

Es ist nicht unsere Zeit, Martha.

Ich weiß.

Bitte schön.

Nehmen S' dem Herrn die Fesseln ab. Und dann warten S' bitte draußen, ja.

Habe die Ehre, gnädige Frau.

Guten Tag, Baron von Zacharias.

Marie!

Ich habe mir den Vorteil zunutze gemacht

und habe Sie einen Augenblick allein.

Wie damals.

Ich würd Ihnen alles erklären.

Längstens vergessen.

Mein Leben könnte nicht besser sein.

Sie ...

Sie waren der einzige Mensch ...

Der erste und einzige,

der mich wie ein Wesen aus Fleisch und Blut behandelt hat.

Einfach und lebendig.

Dafür wollt ich Ihnen Dank sagen.

Marie, ich hab...

an Pflichten geglaubt,

an Verpflichtungen.

Und ... ich habe sie über meine Gefühle gestellt.

Machen Sie sich nichts draus.

Meine Freiheit ist mir allemal das Liebste.

Ich wollte Sie noch mal sehen.

Ich mag nicht, wenn zwischen Menschen etwas offen ist.

Das ist wie ein Sog.

Das lässt einem keine Ruhe.

(Georg) Marie?!

Guten Tag!

Bin gerade im Gehen.

Grüß dich Gott.

Adieu.

Ich wünsch Ihnen Glück.

Vincent Zacharias. Herr Fuchs. Herr Straub. Unsere Anwälte.

Du sollst mit den Engländern konspiriert haben?

Klar.

Warum hast du das gemacht?

Ich dachte, dass wir uns vertrauen können.

Wir.

Wir ... stammen aus anderen Welten.

Und das hat sich nicht durch einen Titel verändert.

Auch nicht dadurch, dass ich versucht habe,

mich in allem anzupassen.

Dir ebenbürtig zu sein.

Du bist von Gottes Gnaden.

Ich bin einfach nur ein Böhme, der nach seiner Selbstbestimmung sucht.

Aber Vertrauen, Georg ...

braucht Augenhöhe.

"Es gelingt Frau Stein vorzüglich, die Sehnsucht ihrer Figuren

nach einem erfüllenden Leben zu beschreiben."

Das haben Sie sich verdient. So viele Nächte.

Du verurteilst mich, nicht wahr?

Nein.

Flora, wir kennen uns schon so lang.

Du kannst ruhig ehrlich zu mir sein.

Sie sind Hausfrau, Mutter.

Sie schreiben so schöne Geschichten.

Sie machen all diese Dinge und ich bin immer nur die eine.

Die Flora.

(Konstanze) Was?

Oh Gott!

Sie wollen Zacharias zum Tode verurteilen.

Stimmt's denn, was sie ihm vorwerfen?

Dass die Böhmen nicht endlich die nationale Selbstbestimmung erhalten,

hat ihn dazu gebracht, sich in Demokratie von Briten

helfen zu lassen.

Das gilt in diesen Zeiten als Hochverrat.

Er ist aus deinem Schatten getreten und hat sich dabei verrannt.

Was sind deine Pläne?

Ich habe keine Pläne.

Aderhold hat in Berlin alles aufgegeben und wohnt jetzt im Sacher.

Das traust du mir zu?

Gibt's in dieser Sache noch etwas, das mich überraschen kann?

Ich erwarte ein Kind.

Deine Überlegenheit bringt mich um den Verstand!

Halt deinen Mund! Halt doch einfach mal deinen Mund!

Geh jetzt, bitte.

Gute Nacht, Großvater.

Ja, ja.

Ihr könnt auf eure Zimmer gehen.

Sie können alle gehen.

Liebst du ihn?

Seit wann interessiert du dich für die Liebe?

Ich habe immer versucht, ein guter Familienvater zu sein,

dir deine Wünsche zu erfüllen.

Du weißt doch gar nichts von mir, Traunstein.

Du hast dich immer nur für deine Utopien engagiert,

meine Mitgift dafür gebraucht.

Interessiert hast du dich nie für mich.

Es ist halt deine Natur.

Ich hab mich damit arrangiert.

Aber ich bitt dich...

drangsalier mich nicht auch noch mit deiner Tugendhaftigkeit.

(Portier) Und dann ist Realität geworden,

womit die ganze Zeit über kokettiert worden ist.

Hurra, hurra.

Dat hat uns noch gefehlt.

(Portier) Dieser Krieg war die Bankrotterklärung an die Vernunft.

Nehmen Se och eenen?

Du kommst wieder.

Johann, versprich mir,

dass du heil und sicher aus dem Krieg zurückkommst.

Schwör’s mir.

Bitte schwör’s mir.

Ich schwöre.

Und dann bleiben wir für immer zusammen?

Ja.

Für immer.

(Portier) Ich bedaure außerordentlich.

Nein, tut mir leid. Vollkommen ausgebucht.

Schauen Sie, ich seh da leider Gottes keine Möglichkeit.

Durchlaucht. Und?

Die Anwälte haben das Todesurteil verhindern können.

Er ist seiner Ämter und Titel enthoben

und wurde mit seiner Familie aus Wien ausgewiesen

und unter Hausarrest gestellt.

Hat ihn seine Existenz gekostet,

aber wenigstens nicht das Leben. - Ja.

Was sind das für Zeiten!

Sie entschuldigen mich? Durchlaucht.

Du bist schwanger?

Ist das Kind von mir?

Ich hab mich für meine Familie entschieden. Endgültig.

Bin ich der Vater?

Ich werde diesem Kind das gleiche Leben ermöglichen

wie meinen Töchtern.

Du willst aus meinem Kind einen Traunstein machen?

Alle reden nur von diesem Krieg.

Ich will Frieden.

Frieden?

Die Welt wird auseinanderbrechen!

Wahrscheinlich muss sie auseinanderbrechen,

damit wir endlich mal wieder was fühlen.

Fühlen, Konstanze!

Lass gut sein, Max.

Geh jetzt.

Ich ... bin der Vater.

Ah, Tag, Herr Aderhold.

Hast du meinen Brief bekommen?

Konstanze erwartet ein Kind.

Darf ich trotzdem hierbleiben?

Ich muss arbeiten, Martha,

ich muss gegen diesen verfluchten Krieg arbeiten.

Das kann ich nur hier. Bei dir.

(Maximilian) "Wenn Fürsten Krieg wollen, so beginnen sie ihn

und lassen sich dann von einem Juristen beweisen,

dass das Recht auf ihrer Seite sei”, höhnte Fritz von Preußen.

Nicht nur Fürsten sind in den Krieg gezogen, auch gewöhnliche Männer.

Die Menschheit will mit einem Faustschlag zur Ordnung rufen,

weil sie sich nicht mehr vertraut. An ihre eigene Vernunft nicht glaubt.

Dieser Krieg wird unsere Kultur zerstören, Europa die Zukunft rauben.

Guter Text, Max.

Danke.

Aderhold.

Martha!

Wie geht’s dir?

Du willst sicher mit Max sprechen.

Ist er denn wieder in Berlin?

Martha, bist du noch da?

Ich geb ihn dir.

Warte!

Eigentlich wollt ich dich sprechen.

Es ist schön, deine Stimme zu hören.

Weißt du noch, bei der Geburt von der Rosa, wie du bei mir warst?

Und unsere gemeinsamen Tage in Wien, die unser Geheimnis waren.

Niemand wusste, dass ich deine Schriftstellerin bin und du...

Leb wohl, Konstanze.

Viel Glück!

Ist das Kind auf der Welt?

Nein.

Ich glaub, es wird ein Bub.

Und ich wollt dich nach einem Namen fragen.

Andreas.

Andrasz.

Schön.

Ich versteh zum ersten Mal, was Traunstein meint.

Jeder von uns hat seinen Platz in der Welt.

Wenn er ihn nicht ausfüllt, entsteht Verwirrung und Schmerz.

Das Entscheidende ist der Platz in uns selbst.

Leb wohl, Max.

Leb wohl.

Wir haben es nicht geschafft, ein Liebespaar zu sein.

Und Eltern zu werden.

Warum eigentlich nicht? Warum haben wir es nicht geschafft, Martha?

Mit Dank zurück!

Besser hätte mein Leben gar nicht beginnen können.

Wenn die Ratten aus ihren Löchern kriechen, dann ist's das Ende.

Die Ratten!

Gegen diese Plage wird all ihr Geld nichts ausrichten können.

Ich hätte deine Geburt verhindern müssen.

Der Dienstmagd das Kind aus dem Leib reißen lassen.

Aber jetzt bin ich Ihr Blut.

Marie von Traunstein!

Nein, das ... das gefällt mir nicht wirklich.

Mit ihrem Geschlecht ... geht's zu Ende. Großpapa!

Hilfe! Hilfe!

Hilfe!

Das kommt nicht infrage! Du bleibst hier.

Mutter bekommt ein Kind von einem anderen.

Ich brauch eure Farce nicht mehr länger mitspielen.

Was deine Mutter und ich machen, ist unsere Sache.

Aber die Familie geht uns alle an. - Familie? Um Marie und ihre Mutter

hast du dich nicht gekümmert! Die sind auch Familie, oder?

Irma, du bist erst 17! - Mit 17 hast du geheiratet.

Aber ich soll nicht dort leben, wo ich will?

Wohin willst du denn? - Zu mir!

Zu meiner Schwester.

Das Kind tut mir leid, dass es in diesen Sarg geboren wird.

Untersteh dich! Du entschuldigst dich sofort bei deiner Mutter!

Willst du mich einsperren? Wie der Würtner die Marie?

Ich brauch die Hebamme und den Arzt.

Anton!

(Mathilde) Mutter!

Mathilde, geh bitte auf dein Zimmer.

Den Arzt und die Hebamme!

Du wirst es lieben wie unsere drei Töchter?

Ja.

Danke, Georg.

Aderhold.

Ja.

Was ist los, Max?

Es ist ein Junge.

(Portier) Der Maximilian Aderhold sah seine Aufgabe

als Chronist dieses Krieges. Darum ging er an die Front.

Vier Jahre hat der Krieg gedauert. 20 Millionen Tote.

Die Hälfte davon Zivilisten.

Ja, einige unserer Gäste kehrten zurück ins Sacher.

Aber sie waren nicht mehr die, die jubelnd losgezogen waren.

Das muss man auch sagen.

Sie hatten mit dem Frieden gespielt und verloren.

Alle haben wir verloren.

Ah.

Laphroaig.

Berry Brothers & Rudd.

Bottling, äh ...

Äh, 1908.

Fast, Herr Graf, 1903.

Ach, Mayr, mit mir ist nichts mehr los.

Aber geh, Herr Graf, eine Unpässlichkeit,

eine vorübergehende Erscheinung.

So wie die derzeitigen Zustände auch nix anderes sind

wie eine vorübergehende Erscheinung. - Ja.

Nur gut, dass das Franz Josef nicht hat erleben müssen.

Er war immer gegen einen Krieg.

Jetzt ist es noch viel schlimmer.

Es tut mir so leid, Anna,

mit deinem Schuster.

Sind wir nochmal Witwen geworden, ohne verheiratet gewesen zu sein.

Wagner, wissen Sie noch damals,

wie mein seliger Mann, der Eduard und ich

Sie im Varieté angesprochen und in unser Hotel geworben haben?

Als wär's heut, gnädige Frau.

Bleiben S' noch ein bisserl bei uns sitzen, Szemere.

Ich geb Ihnen selbstverständlich Kredit. Keine Widerrede.

Auf unsere Gesundheit.

Auf Ihre gütige Gastfreundschaft, gnädige Frau Sacher.

Auf Ihre unvergängliche Schönheit

und Ihren unvergleichlichen Charme. Aber gehen S'.

Ja, ja, als junges Mädel hübsch zu sein, ist eine Gnade,

aber als alte Frau sympathisch zu bleiben,

das muss man sich erst verdienen, nicht?

Frau Sacher? Johann?

Johann!

Wagner, bringen S' einen Whiskey für den Heimkehrer!

Na, rasch! Sehr wohl.

Ja, Johann.

"Selbst wenn der Beschuss endlich nachgelassen hat,

und der Soldat einen Augenblick hoffend den Kopf hebt,

tötet heimtückisch das Gas."

"Ich habe das Gefühl, dass das Licht ausgegangen ist."

"Dass wir die Grenze überschritten haben."

"Wie soll der Frieden aussehen, auf den wir alle warten?"

Ich wollt nicht stören.

Maximilian Aderhold ist gefallen.

Das tut mir leid.

Ich komme ein anderes Mal wieder. - Nein! Nein.

Worum geht's denn?

Der Johann ist in Wien.

Die Frau Sacher hat's mir geschrieben.

Dass er mir nicht Bescheid gibt, weil ihm der rechte Arm fehlt.

Und da möchtest du natürlich zu ihm?

Aber ich möcht auch den Andreas nicht...

Er wird dich vermissen, Flora.

Und er wird mit seinem Vater vorliebnehmen müssen.

Fahr nur.

Ich darf dich nicht aufhalten.

Ihre Frau hat mich mal gebeten,

den Schlüssel für Sie aufzubewahren.

Er gehört zum Sekretär Ihrer Frau.

(Konstanze) "Ich versprach mich im Angesicht Gottes der Ehe,

reinen Herzens."

"In guten wie in schlechten Tagen."

"Zumindest dachte ich das damals, denn ich war noch ein halbes Kind."

"Zu jung, um die Widersprüche des Lebens zu verstehen."

"Mir flüstere man zu, was in den Räumen der Dienstboten längst

kein Geheimnis mehr war: Dass mein zukünftiger Ehemann

eine Dienstmagd geschwängert hatte."

"Ein Kind gezeugt mit einer Frau aus dem Volk."

"Eine Tochter."

"Sie würde größer werden und erfahren, wer ihr Vater ist."

"Womöglich würde sie Ansprüche stellen, ihr Recht einfordern."

"Wie sollte ich da ruhig in die Zukunft sehen?"

"Wie sollte ich mich jemals sicher fühlen?"

Deine Mutter, Irma,

ist die Schriftstellerin Lina Stein.

Lina Stein beschreibt in ihrem letzten Buch

die Geschichte einer jungen Braut,

die vom unehelichen Kind ihres Bräutigams erfährt

und den Gedanken daran nicht ertragen kann.

Sie beschreibt, dass sie ihren Schwiegervater um Hilfe bittet.

Du meinst, Mutter hatte was mit Maries Entführung zu tun?

Wenn es stimmt, was deine Mutter schreibt,

hat Vater einen Entführer bezahlt, um Marie...

Ich bitte Sie! Das ist typisch für Ihre Frau.

Immer musste sie im Mittelpunkt stehen.

Jetzt will sie sich für meine Entführung verantwortlich machen.

Ich hab die Gruft überlebt und dabei will ich's belassen.

Besuch.

Der Herr Traunstein.

Wie ich hörte, sind Sie zum Zentralinspektor befördert worden.

Die junge Dame Republik

will eben nicht nur von alten Herren,

sondern auch von jungen Kräften umschmeichelt werden.

Ihre korrupten Dienste für das alte Regime sind nicht vergessen.

Alte Seilschaften gehören zer- schlagen, sonst wächst nie was Neues!

Lassen Sie sich einen Tee geben, Fritz.

Sehr wohl, gnädige Frau.

Hast du denn Pläne für die Zukunft, Irma?

Vielleicht werde ich für die Zeitung arbeiten.

Irma leitet sehr talentiert unsere Diskurse.

Vielleicht kommen Sie an einem Abend vorbei.

Gern. Marie. - Wiedersehen!

Andreas, wir gehen.

Vater!

Was glaubst du?

Könnte Mutter das wirklich getan haben?

Ich weiß es nicht, Irma.

Ich hab deine Mutter nie wirklich gekannt.

Und das bedaure ich sehr.

Komm.

Den Titel musste Traunstein zwar aufgeben,

aber für was Besseres hält er sich noch.

Halten wir uns nicht beim Alten auf. Es wird bald etwas ganz Neues kommen.

(Portier) Ja, natürlich würde was Neues kommen.

Aber was sollte das sein?

Darüber hat sich niemand Gedanken gemacht.

Unsere alte Welt haben wir zerstört.

Die gab's nicht mehr.

Und jetzt standen wir ratlos vor den Trümmern dieser Zerstörung.

Martha Aderhold und Georg von Traunstein blieben

treue Gäste des Hauses

und Andreas, ja, der wuchs heran.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Mayr, schön Sie so gesund wiederzusehen.

Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Herr von Traunstein.

Wir sollen jetzt nur mehr Traunstein heißen.

Ja, ich weiß, kleiner Herr von Traunstein.

Na, du bist aber vergesslich.

Ein Portier vom Hotel Sacher ist nicht vergesslich,

der ist diskret, weißt du?

Da schau, der kleine Andrasz! Grüß dich.

Schaust ganz aus wie der Papa.

Aber alle sagen, ich bin ganz die Mama.

Hallo Andreas.

Ich bin die Martha. - Geht es gut, gnädige Frau?

Na komm, kleiner Herr.

Ich zeig dir, wo meine Sacherbuben früher gesessen sind.

Kannst gern mitgehen.

Ein Stück Sachertorte wirst haben wollen.

Mit Schlagobers? Na freilich,

sonst ist's ja nur die halbe Freud, nicht.

Na dir schmeckt's, hm?

Und wie!

Dem Fürsten Metternich hat sie auch gut geschmeckt.

Das war der Erste, der sie gegessen hat.

Ist das lang her, Frau Sacher? Ja, das ist lang her.

Sehr lang.

Und jetzt ist's aus.

Nein, Andrasz, nein, nein.

Die Torte, die ist nie aus.

Schau.

Danke Ihnen, Wagner.

"Geschichte einer Verführung."

"Für Martha."

Ist jetzt unsere Zeit?

Papa, ich hab zwei Sachertorten gegessen.

Mayr, ich bitte Sie.

Hotel Sacher, hallo.

Ja, selbstverständlich haben wir geöffnet, natürlich.

Ah, ja, darf ich einen Tisch reservieren?

Auf den werten Namen. Wie viele Personen?

Ja. Freuen wir uns. Küss die Hand. Wiederhören.

Na bitte, es geht doch.

Untertitel im Auftrag des ORF, 2016

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