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* Autoschloss klickt. *
* unheilvolle Musik *
* Es läuft heitere Musik. *
Bei Ihnen passt noch alles? - (Mann) Passt, danke.
* bedrohliche Musik *
Was kann ich Ihnen bringen? - Einen Wodka und ein Bier, bitte.
Kommt sofort.
So, bitte sehr.
Ist hier noch frei?
* Schreie *
* mysteriöse Titelmusik *
* unheilvolle Musik *
(Mann) Ich habe die Kugel richtig gespürt.
Am Kopf, so ein Windhauch.
Armer Kerl. Ich war... Ich war nur ganz zufällig hier.
Ich wollte noch was frühstücken vor der Arbeit.
Sie arbeiten hier in der Nähe?
Ja, eine kleine Software-Firma.
* Handy klingelt. *
Entschuldigung.
Ist noch mal meine Frau, ich muss da rangehen. - Natürlich.
Hallo.
Vielleicht war es auch ein Spinner,
der einfach drauf los geschossen hat.
Ein Amoklauf.
Hm.
Aber warum hat er dann aufgehört?
* unheilvolle Musik *
(Lanz) Gibt es was Neues, Andi? - Ja.
Hier, der war in der Innentasche seiner Jacke.
Ein USB-Stick. Mal sehen, was drauf ist.
* Handy klingelt. *
Ja, Paul? - "Also, Hülsen sind hier keine."
"Gibt es Fahrzeugspuren?" - Wahrscheinlich ein Motorrad.
Es gibt einen Reifenabdruck. Mehr Spuren hat er nicht hinterlassen.
Wenn du mich fragst: Könnte ein Profi gewesen sein.
Wir haben inzwischen den Namen des Opfers: Ben Nouri, verheiratet.
Jemand muss seiner Frau Bescheid sagen.
Und mit "jemand" meinst du hoffentlich nicht mich?
"Wie oft soll ich eigentlich noch?"
Bis du dich etwas wohler damit fühlst.
Ich schicke dir die Adresse. - Ja. Ja, hast schon recht.
Ich mache die ganze Scheiße.
Heute kein Fahrrad?
Ist nichts drauf.
Manchmal sind die Daten verschlüsselt
und es sieht nur so aus, als wäre der Stick leer.
Die IT soll noch mal drauf schauen.
Das Opfer hat bei M.A.G. gearbeitet.
Sie wissen, wer das ist? - Schon mal gehört.
Ist eine Rüstungsfirma hier in München.
Rüstungsfirma.
Wenn der Anschlag irgendwie damit zusammenhängt ...
könnte das ein großes Ding sein.
Mhm. Finden wir es raus.
Fahren wir zusammen?
Gerne.
* spannungsvolle Musik *
Böhmer, Kripo München. Frau Nouri?
Guten Tag. Vera Lanz, Kripo München.
Wir werden erwartet. - Danke.
* Piepen *
Haben Sie Ihren Dienstausweis?
Danke. - (Mann) Entschuldigung.
Unsere Sicherheitsmaßnahmen
erscheinen vielleicht etwas übertrieben.
Aber wir forschen und entwickeln in einem äußerst sensiblen Bereich.
Waffen.
Optische Systeme, künstliche Intelligenz hauptsächlich.
Für Waffen. - Unter anderem.
Ist das ein Problem?
Nee, aber dann kann man das auch sagen.
Frau ... Lanz? Bitte, hier lang.
* elektronisches Piepen *
Warum wurde auf Ihren Mitarbeiter geschossen, Herr Bergdorf?
Bergerhoff. - Bergerhoff.
Danke.
Zunächst einmal: Ben war nicht nur einfach ein Mitarbeiter.
Er war ein genialer Ingenieur,
einer der besten, mit denen ich je gearbeitet habe.
Und ... er war ein Freund.
Haben Sie dann vielleicht eine Ahnung,
warum er heute in Straßlach war?
Ganz schön weit weg. Hätte er nicht hier sein sollen? - Er hatte frei.
Nur heute?
Den ganzen Monat.
Aber ich weiß gar nicht, warum das relevant ist.
Ich würde gerne seinen Arbeitsplatz sehen
und mit seinen Kollegen reden, ja?
Sicher, kommen Sie.
Ach, Kirchner. Sie haben ja noch zu tun im Präsidium, nicht wahr?
Ist klar. Bis später.
Moment, Sie können hier nicht einfach so rumlaufen.
Passt schon. Ich habe doch den hier.
(Lanz) Herr Bergdorf?
Bergerhoff.
Ah, ja.
(Frau Nouri) Ein Hotel wäre besser gewesen.
Aber er wollte unbedingt hierbleiben.
Vielleicht hat er sich noch Hoffnung gemacht.
Wie lange waren Sie jetzt getrennt? - So ... knapp zwei Monate.
Das hier ist eigentlich das Gästezimmer.
(weinerlich) Entschuldigung. - Schon gut.
Gab es einen bestimmten Grund für die Trennung?
Nicht nur einen.
Sie sehen ja, er hat getrunken.
(Böhmer) Wer nicht. - Was?
Ich wollte die Scheidung.
Ich glaube, das hat ihn vielleicht
noch mehr aus dem Gleichgewicht gebracht.
Haben Sie eine Idee, wer es auf ihn abgesehen haben könnte?
Ist Ihnen was aufgefallen?
Kommen Sie, ich muss das wissen. Könnte wichtig sein.
Ich habe keine Ahnung, ich weiß es nicht.
Ich kannte ihn gar nicht mehr richtig.
* mysteriöse Musik *
Den hier nehme ich mit. - Wieso?
Und ich schicke die Spurensicherung.
Die Kollegen sollen sich hier etwas umsehen.
Muss das sein? - Frau Nouri, hier geht es um Mord.
Wenn ihn jemand vorsätzlich ermordet hat,
wollen Sie doch auch wissen, wer es war und warum?
Ja, Böhmer hier.
Schickt doch mal ein paar Leute in die Gottfried-Keller-Straße 7.
Nouri.
(Kirchner) Die machen fast 600 Millionen Euro Umsatz.
Und die meisten haben noch nie von denen gehört.
Wer gibt schon damit an, Waffen zu produzieren?
Ja, schon okay in diesen Zeiten.
Ich bin froh, dass wir nicht nur Blümchen schwenken.
Blümchen schwenken?
Das kommt ausgerechnet von dir, Mister "super politisch korrekt"?
Mir fällt es auch nicht leicht, das zu sagen.
Also, ich habe das alles schon erlebt:
Wettrüsten, Atomwaffen, wir gegen die Russen.
Das kann schnell ins Auge gehen. - Wir haben keine Wahl, oder?
Die Angestellten der M.A.G. haben nur Floskeln von sich gegeben.
Wahrscheinlich, weil Bergerhoff danebenstand.
Hatten Sie mehr Glück?
Ich habe mit Leuten in der Kantine gesprochen.
Ben Nouri war mal einer der Top-Leute in der Firma.
War? - Das ist es ja. Seit ein paar Wochen lief es nicht mehr.
Der kam betrunken zur Arbeit, hat mehr Fehler gemacht.
Dieser "Urlaub" war mehr zwangsweise.
Also war er auf der Abschussliste.
Da ist noch was.
Vor zwei Wochen wurde Nouri auf offener Straße niedergeschlagen.
Kollegen mussten ihn aufsammeln. - Ach, nee.
Er hat gesagt, er kann sich an nichts erinnern. Angeblich.
Erst wird er niedergeschlagen, dann kriegt er eine Kugel ab.
Ein Zufall zu viel, wenn ihr mich fragt. - Mhm.
Außerdem, schon komisch: Seine Frau hat mir gar nichts gesagt davon.
Die muss davon gewusst haben. Er wohnte ja noch bei ihr.
(Kirchner) Dann hat sie es bewusst verschwiegen.
Sie hatte was dagegen, dass wir uns noch mal umschauen.
Also, irgendwas ist da faul.
Was ist mit dem Stick? Gibt es Ergebnisse?
Da ist wirklich was drauf, verschlüsselt.
Die Kollegen versuchen, den Code zu knacken.
Wisst ihr, was ich verdächtig finde?
Das Gewehr, mit dem geschossen wurde,
stammt aus russischer Produktion.
Ja, und?
Gott, das ist nicht dein Ernst.
Warum nicht? Ich sage nur, der gute alte KGB.
(Kirchner) FSB. - Ich lasse euch dann mal alleine.
Und seine Frau ist eine russische Agentin?
Du hast zu viel James Bond geschaut.
Na, wenigstens den kennt er.
Das stimmt. "Liebesgrüße aus Moskau".
Das ist ein Klassiker und aktueller denn je.
(Lanz) Paul! - Können wir gerne mal anschauen.
(Lanz) Paul. - Ich habe noch eine VHS zu Hause.
(Kirchner) Da ist er. 23.46 Uhr.
Das ist ungefähr die Uhrzeit, als Nouri niedergeschlagen wurde.
Das stammt von einer Überwachungskamera,
nur eine Straße weiter.
Die Kollegen glauben, es könnte der Angreifer sein. - Der telefoniert.
Wir können prüfen, welche Nummern zu der Zeit dort eingeloggt waren.
Machen Sie das. * Telefon klingelt. *
(Kirchner) Die IT. Kirchner?
Sie wissen jetzt, was auf dem USB-Stick drauf ist.
Haben Sie noch mehr Kopien davon?
Sagen Sie uns erst mal, was das ist.
Das ist nichts Besonderes. Das ist alles sehr technisch.
Aber das ist nicht der Punkt.
Das hier ist Eigentum unserer Firma.
Warum, glauben Sie, hatte er diesen Stick bei sich?
In seinem Urlaub?
Vielleicht wollte er noch daran arbeiten.
Das ist doch kompletter Blödsinn.
So nervös wie Sie sind, ist das schon was Wichtiges.
Selbst ich erkenne, dass es um ein Waffensystem geht.
Kommen Sie mal mit.
Natürlich ist das streng vertraulich, was denken Sie denn?
Und ich verlange alle Kopien zurück oder ich muss Anwälte einschalten.
Also, in erster Linie ist das ein Beweismittel, Herr Bergerhoff.
Nouri hatte in letzter Zeit Probleme.
Das war kein Urlaub, Sie wollten ihn nicht mehr in der Firma haben.
Wer sagt das?
Sie hätten doch nie zugelassen,
dass er sensible Daten bei sich trägt.
Wer weiß, was er damit vorhatte.
Sie behaupten doch, Nouri wäre ein Freund.
Er wird erschossen, und Sie machen uns die Arbeit schwer.
Er war ein Freund.
Aus dem Grund will ich keine Gerüchte über ihn verbreiten.
Er hatte Probleme, aber er hätte nie...
Was? Er hätte Sie nie verraten?
Vertrauliche Informationen geschmuggelt und weitergegeben?
Jetzt hören Sie doch mal auf.
An wen denn, bitte? - Sagen Sie es mir.
Wenn was davon nach draußen dringt, dann mache ich Sie fertig.
Das wird ein Shitstorm, den haben Sie noch nicht erlebt.
Das mag vielleicht pathetisch klingen,
aber davon hängen Menschenleben ab.
Unsere Sicherheit.
Sie haben recht. Das klingt pathetisch.
Wissen Sie, was? Sie können mich mal.
Vielen Dank. Wir haben alles, was wir brauchen. Schönen Tag noch.
Kirchner?
Jetzt.
* ansteigende bedrohliche Musik *
(Lanz) Der war auf 180. Wir haben ihn aus dem Konzept gebracht.
Ich habe gemerkt, wie empfindlich er ist.
So wie er tickt, macht er bald Fehler. - Und jetzt?
Suchen wir denjenigen, mit dem Nouri verabredet war.
Da, schau her. Sie räumen ja schon auf.
Ihre Kollegen haben ein Chaos hinterlassen.
Also, noch größeres Chaos als vorher?
War das wirklich nötig? - Doch, schon.
Wir sind nämlich auf paar interessante Sachen gestoßen.
Kann es sein, dass Ihr Mann dringend Geld brauchte?
Er hat sehr gut verdient. - Trotzdem.
Wir haben Mahnungen gefunden, Finanzunterlagen.
Ihr Mann hat an der Börse spekuliert,
und das nicht besonders erfolgreich.
Davon weiß ich nichts.
Warum haben Sie mir nicht erzählt, dass Ihr Mann angegriffen wurde?
Er hatte eine richtig üble Kopfverletzung.
Mir hat er gesagt, das war ein Unfall.
Unfall.
Er tauchte mit einem Verband auf und hat gesagt, er sei gestürzt.
Und das haben Sie ihm geglaubt?
Keine Ahnung, er hat getrunken, er hat gelogen.
In dem Moment war es mir egal, gebe ich zu.
Also, ich glaube, dass Sie mehr über diesen Angriff wissen,
aber es mir nicht sagen wollen und ich frage mich, warum.
Man hört ja immer wieder,
wie die Polizei manchmal mit Menschen umgeht.
Hätte nicht gedacht, dass mir das mal passiert.
Ein Tag nach dem Tod meines Mannes.
Ja, dann störe ich nicht länger und lasse Sie weiter packen.
* angespannte Musik *
Servus.
Local Burgers.
Du, vegetarisch?
Ja, ist mir egal. Hauptsache, lecker. - Mhm.
Bei dir ist es halt umgekehrt: Hauptsache, vegetarisch.
Wir haben eine Handynummer.
Um 23.46 Uhr waren im Umkreis der Kamera mehrere Handys eingeloggt,
aber nur eine Nummer ist nicht registriert, anonym.
Wie sieht es aus, fahren wir?
Du fährst.
* Motor startet. *
* geheimnisvolle Musik *
Ich habe Sorgen um meine Tochter, wenn sie mit dem unterwegs ist.
Ich habe auch einen Namen.
(Frau) Du übertreibst. - (Vater) Ich übertreibe?
Auf den wird geschossen, und ich übertreibe?
Vera Lanz, Kripo München. Tag, Herr Pfister.
Polizei. Sehr gut, vielleicht können Sie das hier aufklären.
(Pfister) Komm, Mila, wir gehen schon mal rein.
(Lanz) Darf ich fragen, wer Sie sind?
Heiko Weber.
Ich will sichergehen, dass es meiner Tochter gut geht.
Nach all dem. Darf ich das nicht? - Kein Grund, rumzuschreien.
Ich schreie nicht. - Mila geht es gut. Sie ist in Sicherheit.
Kannst du mir das garantieren?
Ich nehme sie jetzt mit. - Das tust du nicht. Geh jetzt, bitte.
Wir können später darüber sprechen, okay?
Ja?
Herr Pfister, wir sollten uns noch mal unterhalten.
Ja. Bitte.
Danke.
Hat Milas Vater Grund, sich Sorgen zu machen?
Nein. Nein, natürlich nicht.
Mein Ex-Mann steigert sich da in was rein. - Sicher?
Oder wäre es möglich, dass der, der geschossen hat, wiederkommt?
Wegen Ihnen? - Bitte, jetzt fangen Sie auch noch damit an, das ist...
Sie hatten ja erwähnt,
dass Sie für eine Software-Firma arbeiten, hier in der Nähe.
Was Sie allerdings nicht erwähnt haben, ist,
dass diese kleine Firma zu einem größeren Konzern gehört:
ein großer amerikanischer Waffenhersteller.
Ben Nouri, der Mann, der erschossen wurde,
hat ebenfalls für einen Rüstungskonzern gearbeitet.
Ja, und?
Wissen Sie, wie viele Leute hier für einen Rüstungskonzern arbeiten?
War es nicht eher so,
dass Herr Nouri Ihnen etwas übergeben sollte, einen USB-Stick?
Das... Das ist wirklich abenteuerlich.
Ich... Es war ein Platz frei, ich wollte mich setzen.
Ich kannte den Mann nicht. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort.
Ich kann Sie und Ihre Familie nur beschützen,
wenn Sie mir die Wahrheit sagen.
Schützen vor was?
(Mila) Wie findest du es?
* düstere Musik *
Hier rechts, hier rechts. - Ja, ich habe es gehört.
Und gib mal ein bisschen Gas.
Fahr mal langsam. Fahr mal langsam jetzt hier, ja? Langsam.
Hier muss er irgendwo sein. Weiter, weiter, weiter.
Weiter.
Weiter.
Fahr weiter.
Stopp. * Reifen quietschen. *
Pass auf, dass mein Handy nicht fettig wird.
Du hast gebremst. - Du hast "Stopp" gesagt.
Fahr mal hier rechts ran. - Meine Fresse.
* spannungsvolle Musik *
Ah, da ist ja unser Übeltäter.
Kripo München. Mein Name ist...
Scheiße. - Super, ey. Hey!
Hey, stehen bleiben!
* turbulente Elektromusik *
* Lied: "Ooh La La" von Goldfrapp *
(Mann) Aua!
Scheiße.
* Elektromusik verklingt. *
* angespannte Musik *
Ganz ruhig. Jetzt langsam aufstehen.
Schon gut. Ich mache nichts. - Umdrehen.
Hände ans Eisen.
* Er lacht triumphierend. *
Habe mir schon gedacht, dass er hier ist.
Kenne mich hier ziemlich gut aus, jeden Winkel.
Angeber. - Das nennt man Erfahrung.
Na, na, na. - Das nennt man moderne Technik.
Und meins?
(Böhmer) Marcel Kosek.
(mit scharfem "s") Kosek. - Kosek.
Na ja, wie auch immer.
Das da ...
auf der Aufnahme, das da bist du.
Und weißt du, woher wir das wissen?
Ich laufe den Gehweg entlang.
Wieso bist du vor uns weggerannt?
Da kommen zwei komische Typen auf mich zu.
Hätte jeder sein können. - Willst du mich verarschen?
Außerdem ...
ist vor der Polizei weglaufen nicht strafbar, oder?
Du hast mehrere Vorstrafen:
Körperverletzung, unerlaubter Waffenbesitz.
Kurz bevor diese Aufnahme gemacht wurde,
ist ein Mann angegriffen worden.
Und dieser Mann ... ist jetzt tot.
Erschossen. - Damit habe ich nichts zu tun.
Du hängst da auf jeden Fall mit drin, mein Freund.
Hier, auf der Aufnahme, da rufst du jemanden an. Wer ist das?
Ich bin doch nicht blöd. Ihr habt das Video?
Wow. Sonst gar nichts.
Das heißt, ich kann gehen.
Mein Handy?
* mysteriöse Musik *
Das geht mir so was von auf den Sack.
Heute glaubt jeder, er wäre Jurist,
nur weil er was im Internet gelesen hat.
Aber er hat recht. Wir können ihm nichts anhaben.
Die Nummer, die er anrief, ist nicht registriert.
Wir können sie nicht orten. - Der Typ hat Nouri angegriffen.
Und, wer weiß, die Schießerei könnte er auch gewesen sein.
Fragt sich nur, wer ihn beauftragt hat.
Wo bleibt denn eigentlich Vera?
* Rascheln *
* Handy klingelt. *
Hey, Paul.
Ich stehe noch vor Pfisters Haus.
Ich hatte so ein Gefühl.
Mhm.
Nein, noch nichts. Bis jetzt.
Jetzt passiert was. Ich melde mich.
* unheimliche Musik *
Guten Abend, Herr Pfister.
Und Sie sind?
* spannungsvolle Musik *
* Tür wird geöffnet. *
Und?
Was spricht denn unsere Teri Myers so?
Nichts, außer: Wir sollen das amerikanische Konsulat informieren.
Wieso trifft sich Pfister mit einer Ami-Tante in der Nacht
und nimmt Kohle von ihr?
Gute Frage. Vielleicht kann er uns das ja beantworten.
Dann werde ich mal das Konsulat informieren. - Tu das.
Ach, und Paul?
Lass dir Zeit.
* Tür wird geöffnet und geschlossen. *
Ihre Bekanntschaft aus den USA scheint ziemlich bedeutend zu sein.
In gewisser Weise ist sie Ihre Chefin, nicht wahr?
Ja. Wir haben nur was besprochen. - Hm.
Was macht sie gerade jetzt hier in München?
Und vor allem: Warum übergibt sie Ihnen 50.000 Euro in bar?
Ich würde gerne auf meinen Anwalt warten. - Hm.
Unsere Pressestelle wird bald eine Mitteilung herausgeben.
Wir erwähnen die Verbindung des Opfers zur Rüstungsbranche,
den USB-Stick und natürlich die Beziehung zu den USA.
Das dürfen Sie nicht. - Hm?
Ich meine, Sie dürfen ja keine Namen nennen.
Ich denke nicht, dass das nötig sein wird.
Die Hinweise auf die Rüstungsfirma werden ausreichen,
und jeder wird wissen, um wen es sich handelt.
Ich kann mir vorstellen,
dass die amerikanischen Medien diese Schlagzeile gerne aufgreifen.
Hängt ganz von Ihnen ab.
Ich ...
würde gerne was trinken.
Sie und Ben Nouri waren in dieser Wirtschaft verabredet, richtig?
* Sie stöhnt. * Sagen Sie einfach, was Sie wissen.
Dann können wir diese ganze Angelegenheit diskret behandeln.
Ist das eine Drohung? - Das ist ein Angebot.
* Er atmet tief aus. *
Ja, Ben Nouri wollte zu uns wechseln.
Neuer Job. Er war bei der M.A.G. nicht mehr ... glücklich.
Und Sie wurden losgeschickt, um das Ganze einzufädeln,
weil Sie ... hier vor Ort waren?
Ja, genau. Ist doch nichts dabei.
Doch. Wenn es um Industrie-Spionage geht, schon.
Ben Nouri hat Ihnen vertrauliches Material angeboten,
das von der M.A.G. entwickelt wurde.
Ich denke, er wollte Geld dafür.
Sie haben Geld von Ihrer Chefin bekommen,
wohl als Bonus für Ihre Dienste.
Was wollen Sie von mir? - Ich will wissen, wer Ben Nouri getötet hat.
Ich... * Tür wird geöffnet. *
Hallo.
Was für eine Überraschung. - Tja.
Gehen wir doch kurz in mein Büro. - Gern.
Die Firma, für die Pfister arbeitet,
ist einer unserer größten Kunden.
Ich brauche keine Entschuldigung. Das war nur ein unpassender Moment.
Nee, das ist keine Entschuldigung, das ist eine Erklärung. - Hm.
Ich kann den Fall auch abgeben. - Nein, Unsinn.
Wir sind erwachsen. Wir können Privates und Berufliches trennen.
Können wir das? - Ja.
Also, falls wir dazugelernt haben.
Du hast kein Problem damit, dass der Verteidiger eines Verdächtigen
und die zuständige Beamtin Sex miteinander haben?
Solange der nicht auf meinem Schreibtisch stattfindet. - Hm.
Ich kann aber keine Rücksicht auf dich nehmen. - Dito.
Dann verlange ich, dass du ihn sofort gehen lässt.
Es sei denn, du lässt ihn verhaften.
Die Frage ist nur, warum? - Industrie-Spionage.
Ich hoffe, du hast Beweise. - Hm.
Warum tun Sie mir das an, Frau Lanz?
Internationale Industrie-Spionage. Geht es nicht eine Nummer kleiner?
Die Indizien sind offensichtlich.
Soweit ich das sehe, hat er nichts zugegeben.
Außer, dass Nouri einen neuen Job haben wollte. Entschuldigung.
Aber wenn wir etwas mehr Druck ausüben und ihn festnehmen?
Das amerikanische Konsulat hat mich wach geklingelt.
Das ist mir noch nie passiert.
Fühlen Sie sich geehrt.
Tue ich auch ... ein wenig.
Das heißt doch nur, dass wir auch an was dran sind.
Ja, das glaube ich auch. Aber das reicht noch nicht.
Wir müssen uns hundertprozentig sicher sein.
Das heißt, wir lassen Pfister und Mrs Teri Myers einfach gehen?
Mal angenommen, es stimmt alles, was Sie sagen.
Dann ist das ein Fall von Wirtschaftskriminalität.
Ihre Aufgabe ist es, einen Mord aufzuklären. - Mhm.
Was, "mhm"?
Ich könnte ein bisschen Unterstützung gut gebrauchen.
Dieser Job hat mich meine Ehe gekostet. Was wollen Sie noch, hm?
Sie wissen, dass ich Sie immer unterstütze.
* getragene Klaviermusik *
Da reiten sie hin, in den Sonnenuntergang.
Alles in Ordnung mit dir und... - (Lanz) Mhm.
(Böhmer) Mhm. - Was gibt's?
Nichts.
Wenn Nouri vertrauliches Material an die Konkurrenz verkaufen wollte,
wer hatte Interesse, das zu verhindern?
Sie kennen die Antwort. - Bergerhoff.
Dann ratet mal, wer mit Nouris Frau telefoniert hat über Wochen hinweg.
Das letzte Mal noch kurz bevor Nouri erschossen wurde.
Anschnallen, Mila, ja?
So, da hast du den Georg. Ich muss kurz mit der Mama reden, ja?
Du willst weg? Mit ihr?
Ohne mir was zu sagen? - Ich muss dir gar nichts sagen.
Du kannst nicht einfach aufkreuzen, wenn es dir passt.
Dafür hast du ja gesorgt, hm?
Wir fahren in den Urlaub. - Willst du mich verarschen?
Alles in Ordnung?
Wo fahrt ihr hin?
Sie ist mein Ein und Alles, das weißt du.
Und dieser Wichser bringt sie in Gefahr.
Das reicht jetzt. Komm, verschwinde.
* düstere Musik *
Ich hab dich lieb.
Hoffen wir mal nicht, dass er recht hat.
(Kirchner) Herr Bergerhoff.
Ja, ich wäre auch lieber woanders.
Ich wollte mich entschuldigen
für den kleinen Ausrutscher bei unserem letzten Gespräch.
Ich hoffe, Sie zeigen mich nicht an.
Ich bin nicht so empfindlich.
Nouri stand mit Vertretern
einer großen amerikanischen Rüstungsfirma
in Kontakt, kurz vor seinem Tod.
Was?
* Er räuspert sich. * Mit wem?
Er hatte Geldprobleme. Er hat getrunken.
Sie müssen gewusst haben, dass er ein Risiko darstellt.
Und was macht man mit einem Risiko?
Ernsthaft?
Sie meinen, ich hätte einen Mitarbeiter,
einen Freund umbringen lassen, in einem vollbesetzten Lokal?
Haben Sie nichts Besseres zu tun?
(Kirchner) Ich habe recherchiert, woran Sie arbeiten:
Zielsysteme für Drohnen.
Die erkennen Ziele automatisch und vernichten sie.
Das ist die Zukunft,
ein Millionengeschäft, ein heiß umkämpfter Markt.
Und deshalb bin ich ein Mörder?
Weil wir Waffen produzieren? Sie haben auch eine Waffe.
Können wir bei Ben Nouri bleiben?
Nein, ich schäme mich nicht für das, was wir tun.
In dieser Welt kommt man nicht nur mit netten Worten weiter.
(Kirchner) Bei Nouri kamen Sie mit netten Worten auch nicht weiter.
Sie mussten zu härteren Mitteln greifen.
Da sind Freunde schnell scheißegal.
(Lanz) Sie und Frau Nouri haben in letzter Zeit
mehrmals miteinander telefoniert, ungewöhnlich oft, würde ich sagen.
Wir haben darüber gesprochen, was wir tun können, um Ben zu helfen.
Das glaube ich sofort.
Und, eine Nummer zu viel?
Nee, das war genau richtig. Der wird immer nervöser.
Aber was genau hat jetzt diese Nina Nouri damit zu tun?
* unheilvolle Musik *
* Unheilvolle Musik steigert sich. *
Hey!
Ja, wen haben wir denn da, hm?
* Böhmer lacht. *
Frau Nouri. Mit Ihnen wollte ich mich auch noch unterhalten.
(Böhmer) So.
(überbetont) Kosek.
Du kannst so viel online nachschauen, wie du willst.
So leicht kommst du hier nicht mehr raus.
Am besten, ich halte die Schnauze.
Leute, die labern, landen im Knast. - Ah, ja?
Steht das auch im Internet, oder was?
Ähm, da fällt mir ein ...
du hast mich ganz schön umgerannt vorhin.
Es kann auch sein, dass du nach meiner Waffe gegriffen hast.
Habe ich nicht. - Doch. Doch, hast du.
(Lanz) Hm.
Jetzt, wo ich richtig drüber nachdenke.
Aber vielleicht irre ich mich auch. Das hängt jetzt ganz von dir ab.
Was willst du?
Dass du jetzt anfängst zu labern!
Schnauze halten ist nicht immer am besten, vor allem nicht für dich.
Was wolltest du in dem Haus?
Ich sollte was holen. - Geht es auch genauer?
Computer, Tablets, USB-Stick. Ich sollte alles mitnehmen, was ging.
Für wen arbeitest du? Wer hat dich angeheuert?
Keine Ahnung, wie der heißt. Wir haben telefoniert.
Und der ... hat dich auf Nouri angesetzt?
Er wollte mir nicht sagen, um was es geht.
Ich sollte ihm Angst machen und habe dafür 10.000 bekommen.
Dafür hast du ihm einen über die Rübe gehauen.
Das sollte gar nicht so fest sein. Es ist superschwer, nur leicht...
Es war halt zu hart.
Und der geheimnisvolle Typ da am Telefon, woher kanntest du den?
Ein Kumpel von 'nem Kumpel. Du weißt doch genau, wie es läuft.
Ist doch auch nur ein Job. Die beim Amt haben ja nichts für mich.
Besonders schlau bist du nicht, was?
Und für Geld würdest du alles tun. Sogar jemanden erschießen.
Was? Nein. - Du solltest Nouri Angst machen.
Als das nicht klappte, hast du ihn abgeknallt!
Ich habe hier niemanden abgeknallt. * Tür wird geöffnet. *
Ihr Auftraggeber weiß nicht, dass wir Sie verhaftet haben.
Können Sie ihn kontaktieren?
Das wäre jetzt deine Chance.
Wir haben ein Treffen vereinbart ...
wo ich ihm Nouris Sachen übergeben soll.
* Radio spielt im Hintergrund. *
Kann sein, dass dieser Typ doch was ahnt und nicht kommt.
Na, jetzt wart mal ab.
Die Chefin und de Boer... Was läuft denn da eigentlich?
Warum denn so neugierig?
Das nennt man Interesse.
Manchmal ist das nicht so einfach.
Und bei Rita und dir? Ist es eher einfach oder kompliziert?
Wollen wir zwei jetzt ernsthaft über Beziehungen reden?
Also, in meiner Generation redet man über so was.
In meiner Generation labert man nicht, da macht man.
Na, dann machen wir mal.
* spannungsvolle Musik *
Kripo München.
Herr Bergerhoff.
Na, wir kennen uns ja bereits.
Herr Kirchner.
(Lanz) Sie wussten, dass Nouri vorhatte,
geheime Daten zu verkaufen.
Also ließen Sie ihm eine kleine Warnung zukommen.
Was hätte ich denn tun sollen?
Zur Polizei gehen? Ihn verklagen?
Glauben Sie, die Amerikaner lassen sich davon beeindrucken?
Die Klage wäre im Sand verlaufen, und die machen dann Milliarden
mit dem, was wir hier entwickelt haben.
Sie haben Marcel Kosek 10.000 Euro überwiesen, von Ihrem Privatkonto.
Es fällt mir trotzdem schwer, zu glauben,
dass Sie allein den Auftrag gegeben haben.
Es ist aber so.
Ben war mein Freund.
Aber ich war sein Vorgesetzter, er war in meiner Abteilung.
Ich habe ihn sehr lange geschützt.
Auch noch, als klar war, dass er ...
eine Bedrohung für uns darstellt.
Aber am Ende ging es auch um meinen Job.
Und der Einbruch? Was haben Sie sich davon erhofft?
Ben hat uns bestohlen.
Ich wollte sicherstellen, dass wir wiederbekommen, was uns gehört.
Wir haben mit Nina Nouri gesprochen.
Sie haben ihr Angst gemacht.
Sie haben ihr gesagt, wenn ihr Mann Geheimnisse verrät,
würden Sie Schadensersatz fordern.
Sie würde alles verlieren: das Haus ...
und all das Vermögen, was noch übrig ist.
Ich wollte nur, dass Nina auf ihn einwirkt, ihn davon abhält.
Sie hat Sie angerufen.
Eine Stunde, bevor ihr Mann auf der Straße niedergeschlagen wurde.
Sie hat Ihnen gesagt, wo Sie ihn finden können, richtig?
Ich wollte nicht, dass Ben irgendwas passiert.
Ben sollte wissen, dass es Konsequenzen gibt.
Die Konsequenzen haben wir ja gesehen.
Dafür bin ich nicht verantwortlich.
Hm.
Anstiftung zu Köperverletzung und Einbruch.
Mehr können wir nicht nachweisen. - Was ist mit Nouris Frau?
Bis jetzt höchstens Beihilfe.
Einen Teil des Rätsels hätten wir gelöst.
Wir wissen aber nicht, wer Nouri erschoss. - (Kirchner) Wieso?
Bergerhoff gab den Auftrag, Kosek hat ihn ausgeführt.
Kosek hat eine Vorstrafe wegen Waffenbesitzes und kein Alibi.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kosek ein Mörder ist.
Dann hat er jemand anderes beauftragt.
Wir tappen völlig im Dunkeln.
Ich weiß, wie das klingt, James Bond und so.
Aber wenn es doch die Russen waren?
Die wollen nicht, dass Amis die Technik bekommen.
Ob wir oder die Amis, wo ist da der Unterschied?
* Tür wird geöffnet. * Wir haben noch ein Problem.
Frau Lanz. - Herr Hartmann.
(Hartmann) Wie befürchtet:
Das Konsulat hat offiziell Beschwerde gegen Sie eingereicht.
Sie hätten eine US-Bürgerin festgehalten, ohne Grund.
Und gedroht, ein renommiertes US-Unternehmen zu verleumden.
Das ist nur die halbe Wahrheit.
Ich muss das trotzdem weiterleiten.
Damit ist die Sache für uns erledigt. - Wie schön.
Ich hoffe, Sie sind in dem Fall einen Schritt weiter. - Ja.
Wir sind sozusagen auf der Zielgeraden, nicht wahr?
Schön zu hören. - Mhm.
Ich muss dann mit Frau Lanz noch ein paar Formalitäten klären.
(Lanz) Hm.
Bitte.
(de Boer) Ich habe das nicht veranlasst.
Das waren die Amerikaner. - Ist okay.
Nein, nein. - Wirklich. Doch.
Ich will, dass du weißt: Ich falle dir nicht in den Rücken.
Warum hat das amerikanische Konsulat so scharf reagiert?
Teri Myers hat beste Verbindungen, auch zu US-Geheimdiensten.
Das ist politisch so verfilzt.
Das ist schlimmer als in der bayerischen Provinz. Keine Chance.
Hm.
Bleibt noch Jan Pfister. - Das ist doch nur ein Handlanger.
Außerdem zieht er bald in die USA.
Wurde befördert und kriegt dort einen tollen Job. - Als Belohnung?
* ansteigende unheilvolle Musik *
Seit wann steht das fest?
Schon seit ein paar Wochen.
Erinnern Sie sich an unser Gespräch, direkt nach dem Mord?
Sie haben behauptet, Sie waren nur zufällig in der Wirtschaft.
War das auch eine Lüge? Sind Sie häufiger dort?
Ja. Ich bin da regelmäßig.
Ich dachte, ich treffe mich mit Nouri, wo ich mich gut auskenne.
Warum ist das so wichtig?
Sehen Sie, wir dachten, jemand hatte es auf Nouri abgesehen
und Sie waren zufällig in der Schusslinie.
Was, wenn es genau umgekehrt war?
* Auto hupt mehrmals. *
Jan!
Ich habe versucht, dich zu erreichen.
Mila ist weg. - Was?
Wir waren im Hotel, ich war nur ganz kurz weg.
Und dann war sie nicht mehr da. - Hotel? Was für ein Hotel?
Ich dachte, wir wären da sicher. - Sicher? Vor wem?
Keine Ahnung. Vor denen, die geschossen haben.
Ich weiß auch nicht mehr.
Wer wusste, wo Sie sich mit Ihrer Tochter aufhalten? - Niemand.
Was ist mit Ihrem Ex-Mann? - Ich habe ihm Bescheid gesagt.
Ich wollte ihn erreichen, er ging nicht ran.
Was hielt er davon, dass Sie in die USA ziehen, mit Ihrer Tochter?
Er war nicht begeistert.
Er war außer sich.
Er hat kein Sorgerecht und Angst, dass er sie nicht mehr sieht.
Kein Sorgerecht? - Weil er sie geschlagen hat.
Das Kind? - Nein, er hat Mila nie was getan.
Aber dir.
Kirchner, was finden Sie auf die Schnelle über Heiko Weber raus?
Sekunde.
Fuck. Das ist ein kompletter Waffennarr.
Mit allem, was dazugehört.
Und was noch?
Da ist ein Foto von einer Blockhütte. Er steht davor.
"Ich schicke es Ihnen."
Sagt Ihnen diese Hütte was?
Ja, die Straße runter, nicht weit von hier.
Sie bleiben hier. Du fährst.
Kirchner? Rufen Sie eine Fahndung raus.
Weber ist wahrscheinlich bewaffnet.
* bedrohliche Musik *
* Bedrohliche Musik verklingt. *
Hallo.
Die Sicherheit des Kindes steht an erster Stelle.
Hast du was? - Ja.
Achtung.
Hier lang. Da lang.
* turbulente Streichmusik *
(Polizist) "An alle zur Verfügung stehenden Einsatzmittel:
Geiselnahme im Kreis München, Hofoldinger Forst, Markweg.
Täter ist bewaffnet und hält ein Kind in seiner Gewalt."
* bedrohliche Musik *
Kennst du noch einen anderen Weg?
Fahr mal zurück.
Wirst sehen, wir werden Spaß haben. Ein kleines Abenteuer.
Ich kann dir zeigen, wie man Pilze sucht.
Ich will nach Hause.
Dein Zuhause ist bei mir. Ich bin dein Papa, oder?
Kann ich mein Handy wiederhaben?
Wieso? Hier ist eh kein Empfang.
Ich will nur Mama Bescheid sagen.
Was ist denn los mit dir, hm?
Kann ich nicht etwas Zeit mit meiner Tochter verbringen?
Ist das so schlimm?
Nein.
Gut. Gut.
* spannungsgeladene Musik *
Schatz? Wir müssen jetzt sehr leise sein.
* turbulente Musik *
(Mila) Nein, nein!
* unterdrückte Schreie *
Leise. Du musst leise sein.
Bitte, ganz leise. - Lass das!
Lass mich sofort raus! Lass das!
Lass mich raus, Papa!
(dumpf) Lass mich raus!
(Funk) "92-34 hat Blickkontakt."
(heiser) Bitte, Papa!
Bitte. Papa, bitte, lass mich raus!
(Lanz) Herr Weber, hier ist die Polizei.
Wir wissen, dass Ihre Tochter bei Ihnen ist. - Alles in Ordnung!
Aber ihre Mutter macht sich große Sorgen. Ich wollte nur nachschauen.
* Sie atmet schwer. *
(Polizist) "Alle Einsatzmittel bereit."
(Lanz) Noch ist nichts passiert.
Kommen Sie einfach raus, und wir reden.
Gehen Sie weg!
Das kann ich leider nicht.
(Polizist) "Auf Eigensicherung achten."
Ich nehme an, Sie haben Angst, dass man Ihnen Mila wegnimmt?
Nach der Scheidung ... wollte sie zu mir.
Zu mir!
Und jetzt muss ich um Erlaubnis fragen, wann ich sie sehen darf?
Das ist doch krank!
Das ist unfair, das verstehe ich.
Letztes Mal hat sie gesagt, sie hat jetzt zwei Papas.
Bald kennt sie mich nicht mehr.
Sie wird mich vergessen!
Die... Die haben einfach entschieden, dass sie weggehen.
Tausende Kilometer entfernt, und ich kann nichts dagegen tun.
Gar nichts! - Aber das hier bringt doch auch nichts.
Bitte, kommen Sie raus, und wir reden in aller Ruhe.
(Frau Pfister) Heiko, ich bin es. Bitte hör auf! - (Lanz) Zurück.
Sie wollen mich reinlegen. - Gehen Sie zurück, verdammt!
Zurück. - Geht es Mila gut? Hast du ihr was getan?
Was getan? Was getan, du Scheißwichser?
Du hast keine Ahnung!
Dann lass sie gehen! - Ja, damit du sie mir wegnehmen kannst?
Ich bin ihr Vater, ich!
Du bist kein Vater. Ihr geht es besser ohne dich! - Zurück.
Runter.
(Lanz) Unten bleiben. * Schuss *
Runter. Unten bleiben.
(Lanz) Herr Weber?
Herr Weber? * Pfister stöhnt schmerzvoll. *
Verpisst euch.
* Klirren und Rumpeln *
(Weber) Mila!
* Musik bricht ab. *
(Lanz) Nichts Dummes machen.
Habe ich das Arschloch erwischt? - Hände über den Kopf.
Jetzt.
Er will mir meine Tochter wegnehmen.
Erst meine Frau, dann Mila.
Und das hier macht es irgendwie besser?
Was kann ich denn sonst tun?
Wie soll ich mich wehren?
Sie haben auf ein Lokal voller Unschuldiger geschossen
und einen Mann getötet, der hiermit nichts zu tun hatte.
Ich würde alles für meine Tochter tun.
Ich habe nichts mehr. Gar nichts.
Es ist vorbei.
Wo ist da noch der Sinn?
Irgendwann wird Ihre Tochter nach Antworten suchen.
Soll das die letzte Erinnerung sein, die sie an Sie hat?
Tun Sie ihr das nicht an.
* zarte Klaviermusik *
* Musik überlagert Dialog. *
(Lanz, dumpf) Ja.
Ja, genau, die kriegen ihn wieder hin.
Er hat Glück gehabt, wieder mal.
Passt schon.
Gehen Sie nach Hause, Kirchner. Der Job ist erledigt.
* Handy klingelt. *
Ja, ist noch was?
Ich habe dir doch geschrieben, dass ich okay bin.
Mhm.
Badewanne klingt großartig.
Also dann, bis später, Hannes.
* gefühlvolle Gitarrenmusik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2025
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