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Original subtitles

* Rockiger Gitarrenpop *

* Dröhnendes Scheppern *

* Metallisches Scheppern *

(Postbote) Guten Tag, Frau Sachs.

(Anne) Was ist mit meinem Tor?

Ist nichts passiert, war nur ein kleiner Schubser.

Ist nicht für mich.

Sie sind nicht Julia Sachs?- Nein.

Aber Sie können ihr das Paket bestimmt geben?

Nein.

Ja, aber da steht doch Sachs.

Tatsächlich?

Ja. Und die Adresse stimmt auch. Also ...- Also?

Also, gebe ich das Paket hier ab. Job ist erledigt.

Nehmen Sie's wieder mit! - Mann ...

Hören Sie, ich habe echt einen engen Zeitplan.

Die Uhr tickt ...

Okay, gut. Wie Sie wollen ...

Es war mir eine Freude.

Durchgeknallte Alte ...

* Schuss *

Julia Sachs ist seit zehn Jahren nicht hier gewesen.

Also nimm dein Paket wieder mit und verschwinde.

Habe ich mich klar ausgedrückt?

(Postbote) Ja ... ja ...

* Westernmusik *

* Motor wird gestartet. *

* Quietschende Reifen *

* Tor quietscht und scheppert. *

* I Wanna Dance With Somebody / Whitney Houston *

# Yeah.

Woo.

Hey yeah.

Haa.

Ooh yeah.

Ah-ha.

Yeah.

I wanna dance.

Clock strikes upon the hour and the sun begins to fade.

Still enough time to figure out how to chase ... #

(Julia) Guten Morgen, meine Süße.

(Tilda) Guten Morgen, Mama.

Ich hab nur ganz wenig Zucker reingemacht.

Oh, ich hab Hunger!

* Schlürfen *

* Knuspern *

# Oh, I wanna dance with somebody,

I wanna feel the heat with somebody.

Yeah, I wanna dance with somebody,

with somebody who loves me.

Oh, I wanna dance with somebody,

I wanna feel the heat with somebody.

Yeah, I wanna dance with somebody ... #

Ich muss zur Schule!

Du musst gar nichts. Das ist das Wichtigste.

Ich will aber.

Ich will aber nicht, dass du gehst.

Mama, ich muss! - Nein.

Tschüss, Mama.

Streberin!

* Westernklänge *

* Pferd schnaubt. *

Zurück! Hübscher, komm!

Zurück! Zurück! Zurück!

Brrr!

* Ruhige, abenteuerliche Westernmusik *

* Ketten klirren. *

* Stumpfer Schlag gegen Holz. *

Aaah. * Pferd wiehert. *

Aaah.

* Langes Wiehern *

Komm, Hübscher.

* Wiehern *

* Anne stöhnt. *

Ach, Scheiße.

(Beamter) Also, nicht erschienen, ja?

Dann hören Sie mir zu! Der Bus ist nicht gekommen.

Dafür kann ich ja nichts.

T E S T S E I T E

Ja, hier steht: Ihre letzte Bewerbung haben Sie auch nicht geschrieben,

weil Ihr Kind krank war.

War sie auch.

Ist das jetzt hier ein Verhör, oder was?

Nein, ich wundere mich nur ein bisschen über Sie.

Frau Sachs, ich bin nicht dumm.

Ich sehe Hunderte wie Sie hier, jeden Tag.

Und über Jahre hat man so ein gewisses Gespür dafür entwickelt,

wer sich wirklich um die Arbeit bemüht und wer nicht.

Haben Sie auch ein Gespür dafür, wie es alleine mit einem Kind ist?

Nein.

Na, das hab ich mir gedacht.

Sie denken wirklich, dass ich mir hier keine Mühe gebe, he?

Doch ich glaube schon, dass Sie sich Mühe geben, aber, Frau Sachs,

es ist nicht genug.

Sie müssen sich mehr Mühe geben.

Ich?

Ja. Also, ich tue das nicht gern, es tut mir leid.

Aber ich sehe mich gezwungen,

Ihnen die Bezüge für die nächsten drei Monate zu kürzen.

Das glaube ich nicht.

Das können Sie mir glauben.

Ihr Handeln hat Konsequenzen. Das müssen Sie lernen.

Dass Sie mir meine Bezüge kürzen, das glaube ich Ihnen schon.

Nur, dass es Ihnen leidtut,

das denke ich nicht.

* Ruhige Musik mit schleppender Melodie *

* Aufgeregtes Atmen *

Hi, Denni. Ich bin's. Ja ...

T E S T S E I T E

* Langsame Westernmusik *

* Klappernde Hufe auf Kopfsteinpflaster *

Tach, Jens.

(Jens) Hallo, Anne.

Ich brauch was für mein Bein.

Wir haben geschlossen.

Was? Die ist doch auf?

* Wiehern *

(Jens) Mag sein, wir haben aber trotzdem geschlossen.

Kannst du Tilda morgen nehmen? (Mariam) Hast du 'n Date?

T E S T S E I T E

Nein, 'nen Job.

Was für Denni.

Der?- Mhm ...

Der ...

Ach komm, jetzt mach dir mal nicht ins Hemd.

Ich krieg das schon irgendwie hin.

Mann, Julia, lass die Finger von dem.

Die Arschlöcher vom Jobcenter haben mir mein Geld gekürzt.

Was soll ich machen?

Mein Gott! Julia, werd erwachsen.

Wenn du Geld brauchst, dann geh arbeiten.

Spielst du jetzt hier die Mutter, oder ... oder was?

Was denn? Das ... Mach doch, was du willst.

Ja, mach ich auch. - Ja?

Ja. Ich mach ...

Och, Mari ... Och, jetzt ...

Ciao, Julia.

* Heavy Cross / Gossip *

Fuck, Mann.

(Schlesinger) Frau Sachs.

Äh, das Tor stand offen.

Was gibt's?

Bernd Schlesinger. Ich bin der neue Pastor in der Gemeinde.

Haben Sie 'ne satanistische Messe abgehalten?

Nein. Wie kommen Sie darauf?

Weil Sie hier gelandet sind. Strafversetzt?

Wissen Sie, ich würde gern für die Menschen in meiner Gemeinde da sein.

Mir wurde gesagt, dass sich hier vie- le von der Kirche abgewendet haben.

Haben Sie mal Ihren Vorgänger kennengelernt?

Nein, das war mir nicht vergönnt. Mhm ...

Der hatte so eine Fahne, dass die Fliegen von der Decke gefallen sind.

Ja ...

Nun ja, wir sind alle nicht unfehlbar, denke ich.

Ja ...

Jedenfalls würde ich die Kirche gern zu einem Ort der Begegnung machen.

Ein Ort, wo sich Menschen gegenseitig stützen können.

Hören Sie mal, Meister. Herr ... Schlesinger!

Schlesinger.

Sie haben det wirklich schön gesagt,

aber wissen Sie, ich brauche wirklich ... Ah!

Geht's Ihnen gut?- Aua!

Oh Mann, ey.

Soll ich Ihnen ein Glas Wasser holen?

Ich will Schnaps!

Da!

Wollen Sie auch einen?

Nee, danke. Ich trinke keinen Schnaps.- Gut.

Sie leben hier allein?

Ja.

Bestimmt nicht mal einfach, sich so ganz allein durchzuschlagen.

Hören Sie, Sie verschwenden Ihre Zeit.

Ich habe mit Ihrem Verein nix am Hut.

Und mit mir will hier auch keiner Gemeinde sein.

Fragen Sie die anderen.

Ich habe einen Pakt mit dem Teufel persönlich geschlossen.

So wirken Sie ganz gewiss nicht auf mich.

Gehen Sie! Tun Sie sich den Gefallen.

* Schlesinger stammelt. *

Raus!

(Schlesinger) Was?

Sag mal, hab ich ein Handtuch vorm Mund, oder was?

Raus! - Also ...

Mann ...

Nicht schummeln.

Mach zu!

Hey, na!

Hi, hi, hi, hi.

Okay, aufmachen!

Oh, danke!

Gefällt's dir? - Mhm.

Ja?

Guck mal!

Die habe ich gekauft.

So, was denkst du?

Wie findest du die? - Schick!

Krass. - Oder?

Sind wir jetzt reich?

Ja, ein bisschen.

Hast du etwa 'nen neuen Job?

Komm, wir tanzen.

(Beide singen) # Ein einsames Königreich,

und ich bin die Königin.

Der Wind, er heult so wie der Sturm ganz tief in mir.

Mich zu kontrollieren, ich hab es versucht.

Lass sie nicht rein!

Lass sie nicht sehen, wie du bist, nein!

Das darf niemals geschehen.

Du darfst nichts fühlen, zeig ihnen nicht ... #

* Türklingel *

# ... dein wahres Ich. #

* Türklingel *

Mein Gott, ich mach ja schon leiser.

* Lachen *

* Klopfen *

(Polizist, off) Polizei! Aufmachen!

Mama? Fuck, fuck, fuck, fuck ...

Alles gut.

(Polizist, off) Ich hör, dass Sie da sind.

Ich hab dich ganz doll lieb, ja? Ganz, ganz, ganz doll.

(Polizist, off) Tür aufmachen! Ja, ich komm!

(Polizist) Tach! Sind Sie Julia Sachs?

Ja.

Ihnen wird folgender Tatvorwurf gemacht:

Beteiligung an einem bewaffneten Raubüberfall

durch Fahren eines Fluchtfahrzeugs.

Die waren gar nicht bewaffnet. Das wird sich noch klären.

T E S T S E I T E

Außerdem hat der Typ dem das Geld geschuldet.

Ist das Ihre Tochter?

* Hahn kräht. *

(Mariam) Komm.

Hallo Frau Sachs, kennen Sie mich noch?

Tach, Mariam.

Das ist Tilda.

Tilda, das ist deine Oma.

Dürfen wir kurz reinkommen?

Warum?

Es gibt ein Problem, wegen Tilda.

Ich brauch keine Probleme, hab meine eigenen.

Julia ist im Knast.

Bei Paul, also bei meinem Mann, da läuft es grad nicht so gut.

Ich muss jetzt mehr Stunden machen, Nachtschichten plus meine drei.

Ich pack's mit Tilda einfach nicht mehr.- Tja.

Schätzchen, hättest sie nicht nehmen sollen.

Sie hätten sie ins Heim gesteckt.

Es ist doch nur für eine kurze Zeit.

Wenn es bei uns wieder läuft, dann kann Tilda sofort zurück.

Kann hier kein Kind gebrauchen. Das ist Julias Kind.

Und Julia ist es, die Scheiße gebaut hat.

Und jetzt soll ich ihr den Arsch abwischen? Die Zeiten sind vorbei.

Das kannst du in der Pfeife rauchen.

Ich dachte immer, Julia übertreibt.

Aber Sie sind wirklich zum Kotzen.

Raus!

Komm, Tilda, wir gehen.

* Schwermütige Musik *

Was passiert denn jetzt mit der Kleinen?

(Mariam) Keine Ahnung. Das Jugendamt wird schon was finden.

Schlimmer als hier, kann's ja wohl nicht sein.

Wie lange dauert's denn, bis du sie wieder nehmen kannst?

Nicht so lange, ein paar Wochen vielleicht.

Tilda heißt du, richtig?

Kannst einfach Anne zu mir sagen.

Du bleibst ja jetzt eine Weile hier.

Wenn irgendwas ist, dann ...

Aber Familie is nich, dass det klar is ...

Gut, du willst nicht mit mir reden, soll mir recht sein.

Hab's eh lieber ruhig.

Wenn du Hunger hast, bedien dich.

Ich muss jetzt in den Stall.

Du brauchst keine Angst zu haben.

* Ruhige Musik *

* Pferd schnaubt laut. *

* Pferd schnaubt leise. *

* Ruhige Musik *

Det haste dir so gedacht, meine Sonne.

* Ruhige Musik *

* Lautes Rücken *

Das ist immer noch mein Haus.

* Hahn kräht. *

Ach, sieh einer an! Dornröschen ist wach geworden.

Ich hoffe, du hast gut geschlafen, in meinem Bett!

Ja richtig, du redest ja nicht mit mir.

Hab ich vergessen.

Da ist Milch, Tasse ist im Schrank.

Also hör mal, ich habe heute eine Menge zu tun.

Dabei kann ich dich nicht brauchen.

Am besten, du verziehst dich mit deinem Esel

und siehst zu, wie du den Tag rumkriegst, kapiert?

Das ist ein Einhorn.

Ach hoppla, du kannst ja doch sprechen.

* Ruhige Musik *

* Musik wird etwas beschwingter. *

Wo willst'n du hin?

Was soll'n det werden?

Was det werden soll, hab ich gefragt?

Hier bleibe ich nicht.

Bleib stehen. - Lass mich los!

Au!

Mann, lass mich!

(Schreiend) Au! Sach ma, du Aas!

Kommst eh gleich wieder und dann kannste was erleben!

* Malmendes Kauen des Pferdes. *

Tilda?

Tilda?

Tilda?

Ich bin doch kein scheiß Babysitter!

* Motor zündet nicht. *

* Motor zündet nicht. *

Komm schon!

Du Arschloch!

* Ruhige Musik *

* Ruhige Musik *

Tilda?

* Musik wird spannender. *

* Hupen und quietschende Reifen *

* Hupen *

Tilda?

Hier bin ich!

Mann, bist du wahnsinnig?

Mann, ich hab gedacht ...

Weißt du, was dir hätte passieren können? Ich dachte ...

* Windspiel klimpert. *

* Eule ruft. *

* Grillen zirpen. *

Das hier ist die Grenze.

Das hier ist meine Seite ...

und das da ist deine.

Ich habe auf deiner nichts zu suchen und du nicht auf meiner.

Alles klar?

Welcher Tag ist heute?

Freitag.

Freitag, Samstag, Sonntag ...

Am Sonntag ruft mich Mama immer an.

Also, hier hat deine Mama seit Jahren nicht mehr angerufen.

Noch nicht mal, um mir zu sagen, dass es dich gibt.

Nacht.

* Hahn kräht. *

* Hahn kräht. *

* Hahn kräht schrill. *

* Stöhnen *

* Vogelgezwitscher *

* Lautes Ausatmen *

* Mehrere Hähne krähen. *

* Spannend-rhythmische Gitarrenmusik *

Jetzt reicht's!

* Hähne krähen. *

Was machst du?

* Hähne krähen. *

Du gehst zurück. - Ich komme mit.

Nein! - Doch!

* Wellblech scheppert. *

Das ist nichts für Kinder.

Du bleibst hier und damit hat sich's!

Ich komme mit.

Sch!

* Hahn kräht. *

(Flüsternd) Na komm!

* Hahn kräht. *

(Flüsternd) Du bleibst hier und passt auf, dass keiner kommt, okay?

So, auf geht's, Jungs!

* Stahldraht knackt. *

Schreit!

* Aufgeregtes Gegacker *

* Stahldraht knackt *

* Aufgeregtes Gegacker *

Hopp, hopp, hopp. Ja, super.

Na komm, hopp, hier raus.

* Gackern *

Pass auf, Oma.

Komm, wir hauen ab.

* Lautes Gegacker *

Gehst du schon mal zu den Hühnern? Mhm.

* Ruhiges Gegacker *

Wirf mal weiter von dir weg, dass alle was kriegen.

* Zufriedenes Gackern *

* Tilda kichert. *

(Holger) Tachchen.

Wat willste?

T E S T S E I T E

Ich freu mich auch, dich zu sehen, Anne.

Ich dachte, ich guck mal vorbei.

Hier soll ein kleines Mädchen wohnen.

Und wie ich sehe, stimmen die Gerüchte.

Was geht's dich an?

Darf man fragen, wer die Kleine ist?

Nö.

Schön ruhig ist es hier.

Suchst du ein Urlaubsziel?

Bin leider ausgebucht. - Hm.

Du weißt nicht zufällig, was mit Bohms Kampfhähnen passiert ist?

Bohm hat Kampfhähne?

Hatte! War ja kaum zu überhören.

Ist mir gar nicht aufgefallen.

Jemand hat die Käfige aufgemacht, heute Morgen.

Weißt du, was die Viecher gemacht haben?

Die haben sich gegenseitig totgehackt.

Ja, war 'ne Riesensauerei. Bohm ist stinksauer.

Tja, ich hoffe, ihr findet den Mistkerl.

Ich sagte ihm, dass du heute Morgen einen Termin in der Stadt hattest.

Ich war den ganzen Morgen hier.

Wir haben nichts gesehen und nichts gehört.

Und ich kann sehr gut alleine auf mich aufpassen.

Gut.

Was haben wir denn hier?

T E S T S E I T E

Ein Bonbon.

Tschüss.

Und pass auf, Anne,

irgendwann bist du den Leuten einmal zu viel auf den Schlips gelatscht.

Und wenn die Kleine mal sechs ist, dann ist sie schulpflichtig.

Wie alt bist'n du? - Acht.

* Rhythmisch-beschwingte Musik *

Ich bring dich jetzt zur Schule, das mach ich.

Aber das erste und einzige Mal, dass ich da hingehe.

Keine Elternabende, keine Lehrergespräche, nichts.

Wenn du Probleme kriegst, musst du sehen, wie du klarkommst. Kapiert?

Und was sagt du, wenn sie fragen, wo deine Mutter ist?

Dass meine Mama arbeitet und mich nicht dabeihaben kann.

Ich kann nicht brauchen, dass die sich auch noch das Maul zerreißen.

Die sind hübsch, was?

Die hat Matti geschnitzt.

Also, dein Opa.

Mein Opa ist schon lange gestorben?

Ja.

Schade, dass er schon tot ist.

Er war so lustig, sagt Mama, und so lieb.

Mama ist deswegen immer noch ganz doll traurig.

Ja ...

Dein Bett.

Erzählst du mir eine Geschichte?

Mama erzählt mir abends immer eine.

Ich kenn keine Geschichten.

Aber du musst doch ein Märchen oder so kennen.

Nein. - Nur 'ne Kurze!

Zeit zu schlafen.

Bitte!

Also gut.

Es war einmal ein Wolf,

der hatte großen Hunger.

Also ist er losgegangen und hat gesucht,

ob irgendjemand blöd genug ist, ihm aufzumachen.

Und siehe da, da waren sieben blödsinnige, kleine Geißlein.

Und die hat er alle gefressen.

Und als er gerade gehen wollte, da kam Mutter Geißlein nach Hause,

die hat er zum Nachtisch gefressen.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann frisst er noch heute. Ende.

Das stimmt gar nicht. Die Geschichte geht anders.

Der Wolf frisst das kleinste Kind nicht,

und dann schneidet die Mutter dem Wolf den Bauch auf.

Das ist die nette Version für Kinder.

Im echten Leben werden die Dummen gefressen.

Gute Nacht.

Gute Nacht, Oma.

* Ruhige Musik *

Was ist?

Kann ich bei dir schlafen?

Da unten knackt es so unheimlich.

Yippie.

* Ruhige Musik *

Scheiß ich Dukaten, oder was?

Ein paar normale Buntstifte werden's ja auch tun.

Folienstifte, haben sie gesagt.

Der Verein war mir schon immer suspekt.

Komm, probier mal.

Eins, zwei, drei.

* Lachen *

Das war der Lieblingsplatz von deinem Opa.

War meine Mama auch schon hier?

Ja, klar.

Dein Opa hat hier immer Geschichten erzählt, stundenlang.

Was für Geschichten?

Dein Opa war gut im Geschichtenerzählen.

Hat die ganze Schlucht Opa gehört?

Ja, und der Wald drumrum auch.

Hat er geerbt. Was heißt geerbt?

Na ja, erst hat der Wald den Eltern von Mattis gehört,

und als die gestorben sind, hat er ihn bekommen.

Und jetzt gehört er dir.

Und wenn du ... gestorben bist, dann gehört er ... meiner Mama ...

und dann mir.

Irgendwann mal.

Das ist mein Wald!

* Anne lacht. *

Hat er gehört.

(Lehrer) Es handelt sich um zwei Jungen aus der Klasse über Tilda.

Jedenfalls hat Tilda einen der Jungen so gebissen, dass es geblutet hat.

Und sie weigert sich standhaft, sich zu entschuldigen.

Wenn zwei Jungs, zwei ältere, ja,

auf Tilda losgehen und die sich dann zu wehren weiß.

Ich finde, dann spricht das für Tilda.

Und außerdem ich meine, wo waren denn da Ihre Lehrer?

Die sollen ihre Arbeit machen und auf die Kinder aufpassen.

Komm, wir gehen.

Anne?

Kann ich dich einen Moment alleine sprechen?

Gehst du schon mal. Ich komm gleich.

Wie kommst du klar mit ihr?

Bestens.

War kein guter Anfang.

Hat eben Temperament. - Hm, ja.

Aber kann es sein, dass Tilda etwas belastet?

Ich halte es für sinnvoll,

dass du dich mal mit unserer Schul- psychologin über Tilda unterhältst.

Ich habe noch nie mit so 'nem Quacksalber geredet

und werde auch jetzt nicht damit anfangen.

Hat es Tilda nicht verdient, dass es mit ihr besser läuft als mit Julia?

Nur weil du ein paar Mal mit meiner Tochter gevögelt hast,

heißt das nicht, dass du eine Ahnung hast, was bei uns los war.

Ach, du dachtest, das wusste ich nicht.

Und du warst bei weitem nicht der Einzige.

Also, bilde dir bloß nichts ein.

* Türknallen *

Ich habe gesagt, keine Schwierigkeiten!

Ich will mit dem Laden nichts zu tun haben.

Aber die haben gesagt, dass du die böse Hexe bist.

Deshalb haste dich gehauen?

Blödsinn.

Komm.

Hast du meine Mama weggejagt?

Komm jetzt.

Stimmt das?

Stimmt das?

Ich will wissen, ob das stimmt.

* Ruhige, melancholische Musik *

Steh auf.

Ich will nicht mehr bei dir sein. Ich will zu meiner Mama.

Glaube mir, das will ich auch, aber deine Mutter ist im Gefängnis.

Und jetzt steh auf.

Nein.

Tilda!

* Ruhige, melancholische Musik *

* Vogelgezwitscher *

Weißt du, deine Mama und ich,

wir haben uns gestritten.

Ich war wütend und ...

dann ist sie gegangen.

Warum habt ihr euch gestritten?

Es ist zu kompliziert, verstehst du noch nicht.

Aber ihr könnt euch doch wieder vertragen.

* Anne verneint. *

Wir besuchen Mama und dann vertragt ihr euch wieder.

Nein.

Warum?

Weißt du, mein Auto ist viel zu alt.

Das würde es gar nicht schaffen bis zum Gefängnis.

Komm ...

Na komm, wir machen Pfannkuchen.

* Heitere, ruhige Musik *

Tilda, komm runter.

Tilda!

Tilda, kommste jetzt? Sonst mach ich dir Beine.

Ich kann auch raufkommen.

Sach mal. Hey, Faultier.

Was is'n los mit dir?

Du glühst ja.

* Unheilvolle Klänge *

* Bremsen auf Schotter *

Ich muss zu einer Apotheke. - Mhm.

Tilda ist krank, deswegen.

Scheint ja in der Schule ganz schön für Furore zu sorgen, wa?

Hat eben Temperament.

Durchschlagende Gene.

Die Kleine ist dir wie aus dem Gesicht geschnitten.

Ja, wird mal 'ne richtige Schönheit.

Doch, ey, du warst immer das hübscheste Mädchen im Dorf.

Das haben alle gesagt.

Kann schon sein,

dass ihr euch nachts wegen mir die Hose nassgemacht habt.

Aber tagsüber habt ihr euch die Nase zugehalten,

wenn ich vorbeigelaufen bin.

Die vom Messi-Hof.

Säuft dein Alter noch oder hat er sich schon aufgehangen? Ho, ho ...

Ich hab da nie mitgemacht, det weißt du.

Ich find's gut, dass du dich mit Julia wieder vertragen hast.

Ich hab doch gar nicht mit Julia geredet.

Ja, aber die Kleine wohnt doch jetzt bei dir, oder?

Was geht's 'n dich an?

Na ja, immerhin bin ich so was wie Julias Patenonkel.

Blödsinn.

Doch, als Julia geboren wurde, hat Matti mich gefragt.

Für ihn war ich Teil der Familie.

Und wo war dein Familiensinn, als sie mir den Wald wegnehmen wollten?

Ist Matti dir als Geist erschienen und hat gesagt, hilf den anderen?

Ich hab denen nicht geholfen.

Und ich war auch nicht auf deren Seite.

Auf meiner warst du auch nicht. Ich bin der Bürgermeister.

Ich kann mich nicht auf irgendeine Seite stellen.

* Ruhige Musik *

Soll ich dir eine Geschichte erzählen?

'Ne schöne.

Ich erzähl dir 'ne schöne, ja?

Mhm!

* Vogelgezwitscher *

Oma?

Wat'n?

Können wir zum Dorffest?

Nein.

Aber ich bin wieder gesund.

Bitte.

Ich habe "nein" gesagt.

Ich will aber zum Fest! Alle gehen hin.

Und das ist genau der Grund, warum ich da nicht hingehen werde.

* Scheppern *

Wenn dann mach's richtig.

* Lautes Scheppern *

Auf die Schubkarre.

* Treibende Spannungsmusik *

Zieh!

* Mehrfaches lautes Scheppern *

Zieh!

* Lautes Scheppern *

Richtig mit Wucht! Zieh!

* Klirren *

Getroffen!

* Lachen *

* Treibende Musik endet langsam. *

(Schlesinger) Wie geht's Ihrer Wunde? Ist sie gut verheilt?

Danke, war nur ein Kratzer.

Ich freue mich, Sie hier zu sehen.

Sie sind wirklich gelebte christliche Nächstenliebe, wa?

Ich habe meine Gemeinde inzwischen ganz gut kennengelernt.

Ich bin selbst in 'nem Dorf aufgewachsen.

Wenn was schiefgegangen ist

und der Fußballverein verloren hat oder sonst was,

immer waren wir schuld.

Glauben Sie mir, ich mag das nicht,

wenn sich alle einig sind, wer der Buhmann ist.

Oma!

Ich will Limo.

Ich könnte auch ein Bier vertragen.

* Heiter-beschwingte Countrymusik *

* Heiteres Stimmengewirr *

* Schwingtür quietscht. *

(Luise) Dass du dich hierher traust.

Tach, Luise.

Das Fest ist für's Dorf. Wir wollen dich hier nicht.

Jan, die kriegt nix.

Schlampe.

Du hast auf uns geschissen, jetzt scheißen wir auf dich.

Vermehren sich, wie die Karnickel, wa?

Dafür musste Jenny unbedingt studieren?

Was Jenny macht, geht dich gar nix an.

Ach so. Damals war es dir aber ungemein wichtig, dass ich verstehe,

warum deine kluge Jenny unbedingt studieren musste, wa?

Und bei dir war's der Fernseher, richtig?

Bei dir der Trecker.

Deshalb sollte ich doch meinen Wald hergeben. War doch so?

Wir hätten alle was davon gehabt, wenn die die Siedlung gebaut hätten.

Aber dir war das scheißegal, du hast nur an dich gedacht.

Richtig.

Peng!

Komm, wir gehen.

* Schwingtür quietscht. *

(Anne u. Tilda) ... ein Stock, ein himmelblauer Unterrock.

Und vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran,

Hacke, Spitze, Ladybum.

Und eins, zwei ... (Frau Heimrath) Frau Sachs?

Guten Tag, ich bin Frau Heimrath, ich komme vom Jugendamt.

Ich bin hier wegen Tilda.

Hey Tilda, na, wie geht's?

Du siehst aber toll aus mit deinem Schnurri.

Ähm, ich habe erst vor Kurzem erfahren,

dass Tilda nicht mehr bei Frau Winkler wohnt.

Haben Sie ein Problem damit?

Wollen wir das vielleicht lieber drinnen besprechen?

Ach so, ja, klar.

Gehst du spielen?

Hier lang.

Bitte.

Ich bin Ihnen sehr dankbar,

dass Sie Tilda so unkompliziert bei sich aufgenommen haben.

Aber ... das ist nicht erlaubt.

Ach so?

Bitte.

Tilda darf nicht ohne das Einverständnis der Mutter

an eine andere Obhut gegeben werden.

Selbst wenn es die Oma ist.

Und ich habe Tildas Mutter darüber informiert,

dass sie jetzt hier ist.

Und sie war darüber leider gar nicht glücklich.

Wenn Sie einverstanden sind,

dann holen Frau Winkler und ich Tilda morgen ab.

Dann haben Sie noch ein bisschen die Gelegenheit, sich zu verabschieden.

Aber Mariam hat ja gar keine Zeit.

Wir werden Sie unterstützen, so gut es geht.

Aber was ist, wenn es nicht klappt ... bei Mariam?

Wenn sie es nicht schafft?

Also ich zweifle da gar nicht dran, dass Frau Winkler ...- Wenn nicht?

Dann werden wir etwas für Tilda finden, wo es ihr gut geht.

Ein Heim.

Nein, eher eine Pflegefamilie.

Aber ich werde alles in meiner Macht stehende tun,

dass es nicht dazu kommt.

Auf Wiedersehen, Frau Sachs.

* Melancholische Gitarrenmusik *

Guck mal.

Det hier ist doch voll schön.

Dann vielleicht das hier noch mal? Guck!

Nein!

Komm, zieh's doch mal an. - Mann!

Was willst du denn anziehen, oder willst du in Unterhosen gehen?

Das ist ein Nachthemd.

Du ziehst kein Nachthemd an,

wenn Mariam und Frau Heimrath dich abholen kommen.

Mann!

Die denken ja, wir sind total verwahrlost. Zieh das aus! Mann!

Ich ziehe das T-Shirt an und damit basta.

Sag mal, spinnst du?

Gib das her.

Lass los! Das ist meins, jetzt ...

Ich hasse dich.

Tilda!

Tilda?

Tilda, es tut mir leid.

Willst du lieber hierbleiben?

Upsa.

Dann bleibst du hier.

* Klopfen *

(Frau Heimrath) Frau Sachs?

* Tür knarrt. *

(Frau Heimrath) Tilda?

(Mariam) Vielleicht hat sie sich einfach mit der Uhrzeit vertan.

(Frau Heimrath) Warten Sie mal.

* Telefon klingelt. *

Sch!

(Mariam) Ich muss zurück, meine Kinder warten.

* Telefon klingelt. *

(Frau Heimrath) Ja, das hilft nichts. Da müssen wir wieder fahren.

(Mariam) Ja, das wird vielleicht irgendein Problem mit ...

* Erleichtertes Ausatmen *

Sie sind wirklich wieder gefahren. Wahnsinn!

Komm, wir gehen schwimmen.

(Frau Heimrath) Das ist schwer, Tilda wieder loszulassen,

aber das Sorgerecht liegt bei der Mutter, auch wenn die in Haft ist.

Und die darf bestimmen, bei wem Tilda wohnt.

Meine Tochter und ich, ja ...

Also, wir verstehen uns nicht besonders.

Das hab ich schon mitbekommen.

Und sie denkt doch dabei gar nicht an Tilda,

sondern das geht doch nur gegen mich.

Ich habe dem Kind mein Wort gegeben, dass sie bei mir bleiben kann.

Verstehen Sie das?

Frau Sachs? Frau Sachs!

Ich habe doch gesehen, wie vertraut Sie mit Tilda sind.

Und ich halte das auch nicht für unbedenklich,

sie da jetzt wieder rauszureißen.

Ich kann meine Bedenken anbringen ...

und meinen Eindruck schildern,

dass es für Tildas Wohl zuträglicher wäre, wenn sie bei Ihnen bleibt.

Aber dann entscheidet das Familiengericht.

Dann brauch ich 'nen Anwalt.

Nee, also fürs Familiengericht

brauchen Sie nicht unbedingt einen Anwalt.

Aber es erhöht meine Chancen.

Natürlich.

Natürlich.

Aber es wäre schon das Beste,

wenn Sie und Ihre Tochter sich einig werden.

Also, reden Sie doch mal mit Ihrer Tochter.

* Dramatisch-langsame Gitarre *

Hey, kann ich dich mal kurz sprechen?

Tut mir leid, was neulich auf dem Fest passiert ist.

Das mit Luise, das war nicht in Ordnung.

Was geht's dich an?

Alle haben gesagt, dass sie dich nicht hätte verjagen dürfen.

Das sehe ich übrigens genauso.

Ja, wollte ich jedenfalls nur kurz sagen.

Hast ja jetzt gemacht. Mhm, na dann.

Holger? - Hm?

Hast du morgen schon was vor?

* Hallende Schritte und klimpernde Schlüssel *

* Tür quietscht. *

* Tür wird geschlossen und abgeschlossen. *

Kuchen musste ich vorne abgeben.

Ist hier eh nicht erlaubt, weiß eigentlich jeder.

Ich kenne mich nicht so aus mit Gefängnis.

* Automatischer Türöffner summt. *

Und?

Gefällt's dir?

Ja, gemütlich.

Schöne Aussicht.

Wie geht's Tilda?

Gut.

Hat den ganzen Pausenhof im Griff.

Hat sie sich gefreut über die Briefe?

Ja ...

Ich würde Tilda gerne bei mir behalten.

Also, bis du wieder raus bist.

Du musst da nur unterschreiben.

* Julia atmet genervt aus. *

Tilda hat was Besseres verdient, als ich.

'Ne Mutter im Knast?

Sie kommt sonst ins Heim.

Okay, ... dann ist das so.

Ich kann's nicht.

Hast du mal darüber nachgedacht, wie es für mich war nach Papas Tod?

Kannst du einmal an was anderes denken, als an dich?

Ich habe dich gebraucht.

Es geht um Tilda.

Es war ein Unfall. Okay?

Mama, es war ein fucking Unfall.

Ja, der ist passiert, weil er losgefahren ist, um dich zu suchen.

Weißt du, was ich mir oft gewünscht hab?

Dass du gefahren wärst und nicht Papa.

* Raschelndes und zerreißendes Papier *

Ich will hier raus!

* Türöffner summt. *

T E S T S E I T E

* Ruhige Musik mit dramatischen Akzenten *

* Tür quietscht. *

* Gurt blockiert. *

* Gurt blockiert. *

Und?

Ich brauch 'nen Anwalt.

Wie willst du den bezahlen?

Das weißt du ganz genau, du Vogel.

* Dramatische Gitarrenmusik *

* Im Radio läuft Countrymusik. *

T E S T S E I T E

(Luise) Was willst du hier?

Ich hab was mit dir zu bereden.

Ich verkaufe ...

den Wald.

Für die Zufahrtsstraße.

Dann könnt ihr eure Siedlungen endlich bauen.

Also?

Was "also"?

Na ja, kaufst du?

Aber ich brauch das Geld sofort.

Ich hab kein Geld.

Außerdem weiß ich nicht, ob das Ganze überhaupt noch zustande kommt.

Ihr habt gesagt, dass alles nur an der scheiß Straße gescheitert ist.

Ja, das stimmt allerdings.

Na ja, die könnt ihr ja jetzt dann bauen.

Ja, was weiß ich, ob die die Siedlung überhaupt noch wollen.

Überleg dir's.

Mein Angebot gilt nur jetzt.

Wo soll ich denn so schnell so viel Geld herkriegen?

(Enkelin) Ich hab Geld, Oma. Das kannst du haben.

(Luise) Ach du. Behalt mal dein Geld, mein Schätzchen.

Wie viel Geld kannst du mir denn jetzt geben?

2000.

Den Rest kriegst du, wenn der Gemeinderat grünes Licht gibt.

Wenn nicht, kriege ich meinen Wald zurück.

* Im Radio läuft Countrymusik. *

* Pferd wiehert. *

Was denn? Was hätte ich denn machen sollen?

Hm?

Was hättest denn du gemacht?

* Ruhige Musik *

Hast dich schick gemacht für's Gericht? Gut siehst du aus.

Ähm, ich meine, sie ist ja diejenige, die nicht will,

dass die Kleine bei dir bleibt, richtig?

Ja.

Na ja, sie war ja jetzt nicht unbedingt ein Engel im Dorf.

Und ähm ...

Julia hatte eine Menge Scheiße zu fressen

und ist auf ihre Weise damit umgegangen.

Ja.

Ja! - Ja, ja, schon gut.

* Vogelgezwitscher *

* Motorengeräusch nähert sich. *

Was hat der Richter gesagt? Kann ich bei dir bleiben?

Oh ...

Angeschmiert.

Kannst bei mir bleiben, wir haben gewonnen!

Ja!

* Lachen *

* Hämmern *

* Entspannte Musik *

Wie lange wollen sie Julia eigentlich noch behalten?

Ungefähr vier Monate.

Müsste halten, wa? - Mhm!

Ach, das ist Bär.

Sieht aus wie 'n Hund.

Julia hat sich immer einen Teddy gewünscht,

da hat sie ihn Bär genannt.

Fand den so süß.

Eigentlich hat Matti mir den geschenkt.

Damals auf'm Rummel in Prenzlau.

Das war ganz am Anfang. Ja, ich weiß.

Eigentlich wollte ich dich da auch fragen, ob du mit mir hingehst.

Matti war schneller.

Ja ...

Ich kann ja dann den Rest ...

Den kann ich ja dann morgen wegräumen. - Okay.

Entschuldigung. - Entschuldigung.

Geh mal.

Tada!

Nacht!

Gute Nacht!

* Entspannte Musik *

* Zufriedenes Ausatmen *

Tilda?

Tilda?

Ja?

Magst du rüberkommen?

* Zufriedenes Ausatmen *

* Entfernte Kinderstimmen *

(Schlesinger) Guten Tag, Frau Sachs.

Guten Tag!

Ich war neulich beim Gericht.

Die haben gesagt, das Jugendamt hat einen Brief von Ihnen bekommen.

Ja. Es tut mir leid,

wenn ich mich zu sehr in Ihre Angelegenheiten gemischt habe.

Es ist nur ... Ich habe Tilda ja im Religionsunterricht.

Und ich habe gesehen, wie gut sie sich entwickelt.

Was?

* Schulklingel * (Schlesinger) Oh!

Kann dein Auto weit fahren?

Ich denke schon.

Du hast doch was vor.

Warum fragst du so was?

Will meine Mama besuchen, aber Omas Auto schafft das ja nicht. - Hm?

Ich könnt euch schon fahren.

Wohin fahren?

Zu Julia. - Nichts.

Das Thema hatten wir.

Du hast gesagt, dass wir nicht fahren können,

weil dein Auto es nicht schafft.

Ich habe gesagt, selbst wenn ich fahren wollte,

würde es mein Auto nicht schaffen. Aber ich will nicht, kapiert?

Guter Kaffee.

Findest du nicht, die Kleine hat ein Recht darauf, ihre Mutter zu sehen?

Ich denke, die Batterie ist hin.

* Ruhige Musik *

Na? Komm, steig ein!

Was hast du denn deiner Oma erzählt? Dass ich bei Lisa bin.

Das kannst du deiner Oma erzählen.

Wenn die erfährt, dass ich dich fah- re, macht die mich 'nen Kopf kürzer.

Ich weiß, wie sie ist.

Warum haben meine Mama und meine Oma sich gestritten?

Schwer zu erklären.

Weißt du, die beiden sind sich ziemlich ähnlich.

Die sind stolz und störrisch wie Esel.

Ja!

Und als Matti, also dein Opa, nicht mehr war,

T E S T S E I T E

da waren die beiden schrecklich traurig.

Und irgendwie haben sie es nicht geschafft,

gemeinsam traurig zu sein und sich gegenseitig zu trösten.

Verstehst du?

* Rhythmische Gitarrenmusik *

Ich hab dich so vermisst.

Können wir Fußball spielen?

Komm schon.

Los jetzt!

* Freudenrufe *

Tor!

Wenn ich hier raus bin, dann fangen wir ganz neues Leben an, okay?

Wir machen alles so, wie du dir das vorstellst.

Dann möchte ich, dass wir bei Oma wohnen. Alle zusammen.

Das geht nicht.

Aber du hast gesagt, wir machen so, wie ich es mir wünsche.

Und ich will bei Oma wohnen. Mit dir.

Tilda, wir würden uns die ganze Zeit nur streiten.

Dann müsst ihr euch eben wieder vertragen.

Das ist nicht so einfach.

Wenn ich nicht bei euch beiden sein kann,

dann will ich bei keinem von euch sein.

Ach, Tilda ...

Dein Ernst?

Okay, ich ... kann mal mit Oma reden.

Ich rede mit ihr. Okay?

Und wohnen wir dann bei Oma? Auf gar keinen Fall!

Du kannst in den Ferien zu ihr.

Okay?

Komm her!

Komm her!

Ich hab dich lieb.

* Telefon klingelt. *

* Telefon klingelt. *

Sachs? - (Frau Heimrath) Ja, hallo, Heimrath, vom Jugendamt.

'N Abend.

... dass Ihre Tochter frühzeitig aus der Haft entlassen wird.

Jetzt schon?

Sie möchte Tilda morgen Nachmittag bei Ihnen abholen.

Verstehe.

Ja. Sagen Sie das Ihrer Enkelin?

Ja. Wiederhören.

Wer war das?

Wer jetzt? - Na am Telefon.

Ach so, das war der Schornsteinfeger.

Der kommt nächste Woche.

* Ruhige Musik *

* Frösche quaken. *

Anne?

Tach.

Was verschafft mir die Ehre?

Kannst du mir Geld leihen?

Geld? Wofür?

Kannst du?

Können wir das vielleicht morgen ...

Also warte doch mal! Jetzt hau doch nicht gleich ab.

Ich, ähm ...

Komm rein! Ich hab noch Einnahmen von der Tombola drin rumliegen.

Hätte ich längst einzahlen müssen.

findest du mich im Dorfteich wieder,

mit dem Gesicht nach unten.

Hier, 500, 500 und noch mal 400.

Reicht det?

Wenn du in Schwierigkeiten bist, du weißt, du kannst auf mich zählen.

Mann ey, Anne, wirklich.

Ist das so schwer, mal ein bisschen nett zu sein?

Ach so, ich soll mich auf den Tisch legen, Beine breit machen,

weil du mir Geld gegeben hast oder wat?

Okay. Entschuldige bitte. Ich ... Tut mir leid.

* Laszive Musik *

* Rumpeln *

* Rumpeln *

* Lachen *

* Vogelgezwitscher *

Wohin fahren wir denn?

Weg.

Aber ich hab doch heute Schule.

Darum kümmere ich mich schon.

Ich bin heute nach der Schule mit Lisa verabredet.

Steig ein!

Sie zeigt mir heute ihr Trampolin.

Der Bus fährt gleich ab, nun steig ein!

* Lauter Dieselmotor *

Das gestern am Telefon, das war nicht der Schornsteinfeger.

Weiß ich.

Es war die Frau vom Jugendamt.

Deine Mama kommt früher raus, will dich abholen.

Keine Sorge, du bleibst bei mir.

Aber ich will zu Mama.

Was?

Stimmt das, willst du lieber zu deiner Mama?

Mhm.

Bist du sauer?

Quatsch.

Na komm.

Gehen wir mal.

* Ruhige, melancholische Musik *

* Vogelgezwitscher *

* Langes, angespanntes Ausatmen *

* Ruhige, melancholische Musik *

* Stoßartiges Ausatmen *

* Musik verstummt. *

Da ist Mama!

* Traurige, akzentuierte Musik *

* Freudenrufe von Tilda *

Hi!

* Traurige, akzentuierte Musik *

Hier.

Na los.

Willst du mir noch was zu trinken holen? - Mach ich.

Scheint ja, als hättet ihr euch richtig gut verstanden.

T E S T S E I T E

Mhm, ... tja.

Du hattest Recht.

Sie hat's besser hier, als bei Mari.

Wenn ihr es noch im Hellen zurückschaffen wollt,

dann müsst ihr jetzt losmachen.

Danke,

dass du sie ins Gefängnis gefahren hast, das war ...

Das war groß von dir.

Ich habe sie nicht ins Gefängnis gefahren.

Ja, aber sie hat mich ja besucht.

Ich war es nicht.

T E S T S E I T E

Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre sie gar nicht mehr zu dir gekommen.

Okay.

Ich dachte echt, du hättest dich verändert.

Tja.

* Melancholische Musik *

Danke.

Komm, Tilli. - Tschüss, Oma.

* Klingel *

* Klopfen *

Komme!

Anne? Was ist los?

Du hast Tilda zu Julia gefahren ...

ins Gefängnis.

Ja.

Wer hat dir erlaubt, dich in meine Angelegenheiten einzumischen?

Tilda ist ein Kind.

Die hat ein Recht ihre Mutter zu sehen.

Das hätte sich Julia vorher über- legen können, dass sie ein Kind hat,

was sie nicht sehen kann, wenn sie ins Gefängnis einfährt.

Findest du nicht, dass es Zeit ist, dass du Frieden machst mit Julia?

Ich brauch es nicht.

Und dich brauche auch nicht.

Weißt du, keiner kann dir vorschreiben, wie du leben willst.

Wenn du lieber allein sein willst, bitte. Ich stör dich nicht mehr.

* Scheppern *

* Bizarre Klänge *

* Bizarre, unruhige Klänge *

* Vogelgezwitscher *

* Eule ruft. *

* Bizarre, unruhige Klänge *

(Mann, off) Ein Stück weiter nach rechts.

(Mann 2) Gut so?

Sieht aus, als würdet ihr die Straße bauen?

(Luise) Der Gemeinderat muss noch zustimmen, dann geht's los.

Ich hab unsere Abmachung nicht vergessen, du kriegst dein Geld.

Hab gehört, Jenny ist bald fertig.

Ja, sie ist dann Ärztin.

Die Kinder sollen dann wieder zurück zu ihr.

Ich habe mich gerade an sie gewöhnt.

Kenne ich.

Ich muss dann mal wieder.

Wiedersehen, Luise.

Du?

Freunde?

Prost. - Prost.

Ich habe mich übrigens mal ein bisschen umgehört, im Gemeinderat.

Ich hab das Gefühl, da könnte man vielleicht was machen.

Die Straße ist ja sauteuer, weißte?

Und die Kassen sind sowieso leer.

Wenn man da so ein bisschen nachhilft,

könnte man den ein oder anderen auf unsere Seite ziehen.

Auf unsere Seite?

Ja, du weißt schon, ich, ähm ...

Wenn sie die Straße nicht bauen, kriegst du den Wald zurück.

Lass sie doch die scheiß Straße bauen.

Was? Ich dachte ...

Du willst den Wald gar nicht zurück?

Ich dachte wegen Matti ...

Matti ist tot.

Prost.

Die haben ihre Siedlung und ich meine Ruhe.

So gesehen, verstehe ich.

Außerdem ist es an der Zeit,

dass ich Julia ein bisschen unter die Arme greife.

Hast du Lust auf einen Ausflug?

Nach Berlin?

Warum nicht?

Aber heute nicht mehr.

Prost. - Prost.

* Ruhige Musik *

Weißt du ... äh ...

Ich fand das schön neulich, als du da warst.

Ähm ...

Also, ich weiß ja nicht, wie du darüber denkst,

aber von mir aus könntest du jederzeit, wenn du ...

Äh, wenn ...

Also nur, wenn du möchtest, natürlich.

Äh ...

Ja, wollte ich auch schon mit dir darüber reden.

Echt? Wie? Was meinst du denn?

Na ja, der Hof ist ja zu groß für mich alleine.

Und ... ich hab gedacht, ich könnte ja vielleicht bei dir ...

Wie? Einziehen meinst du, bei mir?

Ja, wieso nicht?

Ja.

Also, ich meine, du kannst jederzeit für eine Nacht bleiben bei mir

oder auch für ein paar Nächte oder so, ne. Aber ...

Aber findest du nicht, dass wir uns vielleicht mit dem Zusammenziehen

ein bisschen mehr Zeit nehmen sollten?

Ich meine, ich kann mir das total gut vorstellen, aber ich weiß nicht,

vielleicht ein bisschen schnell, oder?

Oh, du bist so ein Miststück, Anne!

Selber.

Da ist es.

Viel Glück.

Danke.

Tilda! Hol mal noch Olivgrün, bitte!

* Vogelgezwitscher *

Die hab ich ihr nicht gegeben, das war ein Fehler.

In der Nacht, als Matti losgefahren ist ...

Er hat gesagt, du kommst schon zurück.

Aber ich habe darauf bestanden,

dass er dich sucht.

Ich hatte solche Angst, dass dir was passiert.

Es tut mir leid.

Oma!

* Lachen *

Komm rein.

* Heitere Musik mit Gesang und Gitarre *

Untertitel: OMNIMAGO GmbH im Auftrag des ZDF 2024

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