All language subtitles for Für immer im Herzen.deu

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Original subtitles

als Julia Berger

als Isabell Gruber

als Richard Berger

als Stefan Gruber

als Dr. Tom Boppard

Wo sind die Vorbestellungen?

Tut mir Leid. Hier die letzten Zahlen.

"Ballonreisen für Singles", beide sofort über 15 000.

Nicht schlecht.

Die Auflage ist 20. Eine zweite sollten wir andenken.

Mach mir einen Telefontermin mit Judith Brenner! Ich habe eine Idee.

Die Vorbestellungen für den zweiten "Nebelreich"-Band.

Die Ankündigung als deutscher "Herr der Ringe" klappt. 150 000.

Super. 20 mehr als gedacht.

Zickt sie noch wegen der Buchmesse? Sie hat noch nicht zugesagt.

Komisch. Ich rede selber mit ihr.

Ich gehe da lieber alleine hin.

Mecker nicht! Meinst du, ich will Schwester und Vater sehen?

Dafür lade ich dich morgen zum Essen ein. Bis morgen Mittag!

Aus dieser Orange zaubere ich ein Geburtstagsgeschenk.

Da bin ich gespannt.

Du musst herkommen.

Sag: "Verwandle dich in mein Lieblingsgetränk!"

Oder vielleicht "Liebesgetränk"?

Verwandle dich in mein Lieblingsgetränk!

Pusten!

Oh! Whisky!

Vielleicht will deine Mama auch etwas.

Was ist mir dir los?

Was ist denn?

Mein Bein!

Wir haben doch Salbe draufgetan.

Lass das Tablett! Soll ich es mir angucken?

Ruf Tante Julia an und frag, wo sie bleibt! Sie freut sich bestimmt.

Wann kommst du? Hier sind nur Erwachsene.

Hier kommt leider der Nächste.

Man sagt: Das Leben fängt mit 66 an. Ich habe also noch Zeit.

Ich klage nicht. Ich habe eine junge Frau und zwei erfolgreiche Töchter.

Einen Enkel. Ich schaffe noch 50 Liegestützen.

Vormachen!

Ich habe vage gehofft, meine Tochter Julia würde heute hier erscheinen.

Sie steckt wohl tief in Arbeit. Aber kein Vorwurf, das hat sie von mir.

Tante Julia! He, mein Lieblingszauberer!

Bist du schwer geworden!

Hallo allerseits! Es tut mir Leid. Ich hatte viel zu tun im Verlag.

Hallo, Herr Papa! Hallo, meine Liebe!

Wo ist Fred?

Er konnte nicht. Er lässt grüßen.

Ja. Man dankt.

Alles, alles Gute zum Geburtstag!

Danke dir! Danke!

Das Buffet ist eröffnet.

Na, Kleine? Wo ist das Geschenk?

Ich habe viel Text zu lernen. Der Regisseur ist ein Psychopath.

Ich habe einen Gutschein für Papa. Ein Gutschein? Der Klassiker.

Warum ist deine Arbeit wichtiger als meine?

Du wolltest das Geschenk besorgen.

Herzlichen Glückwunsch!

Was ist das? Gutschein.

Für einen Morgenrock. Damit du in Amerika eine gute Figur machst.

Von Julia und mir.

Danke! Danke auch dir!

Und? Hast du Lust auf eine kleine Testfahrt?

Hast du ein neues Auto?

Ja. Es wartet auf einen Co-Piloten.

Was hast du denn da?

Super. Wie machst du das?

Ein Zauberer verrät nie seine Tricks. Puste mal!

Beide: It's magic!

Musik: Die Prinzen.

Geil!

Bei der ersten Tour brauchst du doch deine Lieblingsmusik.

Ist ja irre!

Machen wir damit mal eine Reise?

Gern.

Hat der Antiblockiersystem? Du kannst auf Eis voll bremsen.

Stefan! Häng dich nicht so weit raus!

Trottel am Steuer.

Alles okay?

Mein Gott, Stefan!

Tut es weh? Sag doch was!

Halt das mal fest! Wir fahren sofort ins Krankenhaus.

Nein, ich will zu Mama.

Es kann eine Gehirnerschütterung sein.

Bitte fahr erst zu Mama!

Die Band spielt "Girl From Ipanema".

Eine Tochter fährt durch die Gegend, die andere macht Männer verrückt.

Toll, wenn man Kinder hat!

Ach komm!

Stefan!

Was ist passiert? Tut mir Leid. So ein Idiot ...

Er muss ins Krankenhaus. Er wollte nicht.

Weil er weiß, was am besten ist.

Papa! Verdammt!

Es ist nur eine Platzwunde.

Die muss geröntgt werden.

Wir fahren alle ins Krankenhaus. Du fährst nicht!

Ich kann doch ... Wir haben's gesehen.

Isabell, ist es okay ... Er will es nicht. Ich ruf an.

Tschüs, mein Tapferer!

Abgesehen vom Unfall, wie war das Fest?

Du kennst doch meinen Vater. Ich habe dir Langeweile erspart.

Ach ja? Wirklich!

Die Vorspeise. Danke!

Was hältst du jetzt davon?

Ja. Klingt gut.

Da kann man nur hoffen, dass sie es ernst meinen.

Wenn Bill Holbrook das schreibt, meint er es so.

Da haben sich die Flüge nach New York gelohnt. Danke!

Ihr seid ein Verlagshaus mit wachsenden Umsätzen, hier etabliert.

Das, was sie suchen. Was ist der nächste Schritt?

Die checken euch durch, dann wird verhandelt.

Ein Angebot, euer Aufsichtsrat zockt. Dann einigt man sich.

Allerdings favorisiert man in Europa das Vier-Augen-Prinzip.

Die Amerikaner wollen nur einen Geschäftsführer. Ihr seid zwei.

Walter ist ein reiner Zahlentyp.

Die wollen jemanden, der das Buchgeschäft kennt.

Walter sähe das anders.

Ich bin der Motor des Verlages. Der Aufsichtsrat weiß das.

Du leitest vielleicht bald einen der größten deutschen Verlage.

Dann sollten wir heiraten, schon aus Steuergründen.

Wir segeln um die Welt. Das wäre doch was, oder?

Ein Handy läutet.

Sorry!

Mein Vater. Ich muss ran.

Vincent van Gogh.

Guten Tag! Ich möchte zu Stefan Gruber auf die Kinderstation.

Wann kam er? Gestern. Wo ist die Kinderstation?

Dort ist er nicht. Er ist auf der 14.

Wo ist die Onkologie?

Isabell, du kannst hier nicht rauchen!

Er ist noch in der Narkose.

Stefan!

Ich bin's.

Hörst du mich? Ja.

He, kleiner Zauberer! Was machst du für einen Quatsch?

Weiß ich auch nicht.

So geht das die ganze Zeit.

Julia, kannst du mal kommen?

Ich bin gleich wieder da.

Sie haben doch seinen Kopf untersucht. Da war nichts.

Ja.

Da war nichts. Dann haben sie das Bein angesehen.

Das tut ihm schon länger weh.

Von verändertem Gewebe war dann die Rede.

Das heißt konkret?

Ich habe jetzt das Ergebnis der Biopsie.

Es tut mir Leid, dass es gedauert hat, aber wir wollten sicher sein.

Wir haben im Oberschenkel Knochenwucherungen gefunden.

Es sah aus wie eine Knochen- entzündung. Das wäre kein Problem.

Aber?

Diese Wucherungen wurden als Krebsgewebe diagnostiziert.

Es ist bösartig. Wir wissen noch nicht, ob der Krebs gestreut hat.

Das kann doch nicht stimmen. Leider ist es so.

Diese Krebsart befällt vornehmlich die langen Röhrenknochen der Beine.

Bei Stefan den Oberschenkel.

Wir werden natürlich alles tun, um Stefan zu helfen.

Definieren sie Hilfe präziser!

Julia, bitte! Was?

Wir machen eine Chemotherapie. Wie lange?

Ein Zyklus sind drei Tage, fünf Wochen Pause.

Werden ihm die Haare ausfallen?

Isabell! Was denn? Das kann man doch sehen.

Dass Leuten dabei Haare ausfallen.

Richtig, das kann passieren. Die Überlebenschancen steigen aber.

Und wie hoch sind die Chancen?

Papa!

Dieser Knochenkrebs ist sehr aggressiv.

Bei einem Jungen in Stefans Alter gibt es Heilungschancen.

Können Sie das in Zahlen ausdrücken?

Das tue ich ungern.

Im Idealfall, wenn alles gut geht: 60 bis 65 Prozent.

Er darf nicht sterben. Stefan nicht auch noch!

Er stirbt nicht, Isabell.

60 bis 65 Prozent.

Das ist nicht so schlecht.

Er darf es nicht erfahren. Er kann's nicht einordnen.

Keiner hat vor, ihm das zu sagen.

So Leid es mir tut, aber ich muss in den Verlag.

Ist das so dringend? Was soll ich denn tun?

Ich kann doch auch nichts machen.

Isabell war 20, als sie Peter kennen lernte und schwanger wurde.

Ihre große Liebe.

Was war denn mit ihm?

Du hast mir nie erzählt, wie er gestorben ist.

Ein Autounfall.

Stefan war erst vier.

Scheiße!

Isabell zog wieder zu meinen Eltern.

Da ging sie noch auf die Schauspielschule.

Das war genau zu der Zeit, als meine Mutter krank wurde.

Ein Doktor Krämer aus Zürich forscht wohl an einer chemiefreien Therapie.

Aber besonders weit scheint er damit noch nicht zu sein.

Das Telefon läutet.

Sorry!

Berger.

Regine?

O je! Die Telefonkonferenz hab ich vergessen. Nein, stell mal durch!

Möchtest du heute hier schlafen? Gern. Ich dachte nur ...

Hi, Bill! How are you?

Great, thanks!

Reiseerzählungen. Eine deutsche Ally McBeal.

Aber nicht so 90er-mäßig. In aller Welt. Anfang 30.

Länger als vier Wochen ist sie nie gebunden. Sie sucht die Erfüllung.

Sie gerät in Schwierigkeiten, weil sie sich immer einmischt.

Also Chaos pur. Alles anders als im Katalog.

Handeln in Bazaren, Affären. Aber alles gut recherchiert.

Insider-Informationen. Greta Struck in Ceylon.

Greta Struck in Tunesien.

Klingt ziemlich gut.

Würdest du das kaufen?

Wenn es flott geschrieben ist.

Das läge ja dann an dir.

Es hat nichts genutzt. Die Ziegler ist ausgebucht.

Eben noch Lehrerin, tut sie jetzt wie Thomas Mann.

Und spielt die Konkurrenz aus.

Wenn sie nicht bleibt, haben wir ein Problem.

Du becirct sie noch.

Was kostet der Spaß?

Das ist ein Konzept für Reiseromane. Kein Spaß.

Inklusive Druck und Vertrieb kommt uns das Ganze auf runde 250.000.

Die "Neuen Reisen für Singles" verkaufen sich übrigens optimal.

Niemand hat das bisher ausprobiert. Eben, Walter. Eben!

Deshalb wird es höchste Zeit. Es ist provokant, innovativ.

Und sexy.

Okay.

Wie du meinst.

Die Ziegler flirtet mit dem Lenhart-Verlag?

Lass das meine Sorge sein! Wir werden zusammen essen.

Da wünsche ich dir aber viel Erfolg.

Danke! Ich weiß, das kommt von Herzen.

Wieso haben wir bei "Nebelreich 1" keine Option auf Sequels erworben?

Weil du es nicht wolltest.

Du meintest: "Wen interessiert ein Roman, der im Nebel spielt?"

400 000 ist die Antwort.

Das soll ich gesagt haben?

Ja.

Das ist ja sehr witzig.

Dein Vater hat angerufen. Was will er?

Ob du dich verabschiedest.

Verabschieden?

Das kann nicht dein Ernst sein. Das ist doch nicht mehr normal.

Stefan braucht uns, Isabell auch. Und du gehst zur Tagesordnung über.

Wir haben alles versucht. Wir konnten nicht umbuchen.

Wir waren eine Stunde im Reise- büro. Weißt du, was das kostet?

Stellt es Stefan in Rechnung!

Wir waren bei ihm, es geht ihm besser.

Isabell sagt, es ist okay.

Dann ist ja alles in Ordung! Sarkasmus!

Was hätte sie sagen sollen? Zum ersten Mal im Leben nein zum Vater?

Ihr Sohn kann sterben und du gehst in die Sommerfrische.

Nur ein paar Wochen. Er wird nicht gleich sterben.

Er ist in Händen guter Ärzte. Du wirst das wieder anders sehen.

Was soll das heißen?

Du hast dich mit dem Arzt angelegt nach einem Semester Medizinstudium.

Ich wünsch dir eine tolle Reise. Genieße das Meer und das Popcorn!

Poliere deine Golfschläger! Wenn etwas ist, sag ich's der Mailbox.

Wir sollen wegen deiner Karriere hier bleiben.

Stell dir vor: Die guten Zellen kämpfen gegen die bösen Zellen.

Die Medikamente sind die Pistolen für die guten Zellen.

Deshalb musst du sie immer nehmen.

Damit den Guten die Munition nicht ausgeht.

Und meine Haare? Kann ich eine Glatze bekommen?

So schlimm wird das nicht.

Hättest du gerne eine Glatze?

Das kann passieren, weil die Guten daneben ballern. Das wächst nach.

Die Kinder singen: "Wo ist die Kokosnuss?"

Er hustet stark.

Okay. Showtime!

Ich suche den Jungen Stefan, bei dem ich das hier abgeben soll.

Tante Julia!

Entschuldigung. Ich ...

Der Doktor war sowieso fertig und ich möchte eine rauchen.

Auf Wiedersehen!

Hi! Hier.

Das ist nicht dein Ernst, oder?

Lieber ein Eis?

Könntest du ...?

Ich hab Angst, dass das abgeht, wenn ich mich bewege.

Okay.

Wie geht es dir?

Wieder besser.

So schnell bekommen sie einen Zauberer nicht klein.

Du übst schon wieder? Ich hab's versucht.

Ich bin zu langsam.

Willst du etwas aus deinem Zimmer?

Ich kann sowieso nichts machen.

Opa bringt mir etwas aus Amerika mit.

Toll.

Du und Mama, ihr geht aber nicht weg, oder?

Bist du denn irre?

Versprochen?

Ja.

Wir passen auf, dass die alles richtig machen.

Wenn ich den loswerfe, bin ich noch da, wenn er wieder zurückkommt?

Ja, natürlich.

Natürlich bist du dann noch da.

Ich rede kurz mit deiner Mama. Okay.

Ich bin gleich wieder da.

Isabell, was ist los?

Ich glaube, ich kann das nicht.

Was meinst du denn damit?

Sie haben mir heute erklärt, was die Chemotherapie bedeutet.

Ihm fallen die Haare aus, die Nägel vielleicht.

Ihm wird schlecht sein, er wird Fieber haben.

Das ist eine Riesenliste.

Ich weiß.

Und jetzt soll ich in seinem Zimmer schlafen.

Das zweite Bett. Sie wollen, dass ich hier schlafe. Wochen, Monate.

Sie sagen ...

... dass die Chancen besser sind mit seiner Mutter.

Ich kann doch nicht sagen, dass ich das nicht mache.

Wir sind zu zweit. Das schaffen wir schon.

Klar. Du kannst ja meine Rolle noch übernehmen.

Ganz locker schaffst du das, wie bei Mutter damals.

Riech mal, wie es hier riecht! Nach Tod.

Hörst du irgendwas?

Die Geräusche sind gedämpft. So, als ob alles vorbei wäre.

Dann geht eine Klingel los. Da wird man irre.

Das ist eine Kinderkrebsstation.

Das weiß ich.

Es geht im Moment um Stefan, nur um Stefan.

Er spürt, was los ist. Er hat Angst.

Er braucht dich.

Es ist schwer. Aber du bist die Große, er ist der Kleine. Ja.

Ich bin da. Ich weiß, dass du das schaffst.

Wie geht es meinem Engel?

Es tut mir Leid, dass ich einige Tage nicht kommen konnte.

Sie haben mich nicht weggelassen. schlimm.

Geil, "King Blue Four". Das hab ich noch nicht.

Wow!

Das machst du ja klasse.

Was ist eigentlich "bösartiger Krebs"?

Wie kommst du jetzt darauf?

Niklas sagt, er hat bösartigen Krebs.

Ich bekomme dieselbe Flüssigkeit wie er.

Das heißt nicht, dass du das Gleiche hast.

Das ist keine gute Idee, wenn ihr unter euch Hobby-Mediziner spielt.

Aber wir sind auch nicht blöd.

Gibt es sonst irgendetwas, was du brauchst oder gerne hättest?

Die roten Turnschuhe. Mama sagt, ich bekomm sie erst zum Geburtstag.

Das ist ja noch ewig lange hin.

Da wollen wir mal sehen, ob wir das beschleunigen können.

Ich behalte den Linken. Der Rechte ist für Benni.

Wieso?

Sie mussten Bennis linkes Bein abnehmen. Bei mir ist's das rechte.

Stefan, kein Mensch will dir dein Bein abnehmen.

Wenn die guten Zellen die bösen nicht besiegen?

Hör mal!

Im Film gewinnen immer die Guten.

Im Leben ganz oft auch.

Aber nicht immer.

Aber weißt du, wann sie gewinnen?

Wenn man selbst ganz fest glaubt, dass sie gewinnen.

Okay.

Gut gemacht.

Wahrscheinlich haben Benni und du nicht die gleiche Schuhgröße.

Wo ist deine Mama? Ich weiß nicht.

Wie? Ich weiß nicht.

Sie hat hier geschlafen vor zwei Tagen. Dann musste sie kurz weg.

Kam sie nicht wieder?

Ich will zu Mama.

Wahrscheinlich ...

Wahrscheinlich musste sie noch mal ins Theater.

Ich gehe sie jetzt suchen und bringe sie dann zu dir.

Sag ihr, ich will, dass sie kommt.

Isabell, ich bin's. Julia.

Isabell, mach bitte auf!

Was willst du denn hier?

Mach die Kette weg! Ich will rein.

Ich mache gerade Tee. Willst du einen?

Was ist denn hier los?

Jetzt könnte ich einen Wasserkocher brauchen. Wieso habe ich keinen?

Isabell, was ist los?

Alles in Ordnung. Du bist doch gekommen.

Stefan ist in der Klinik. Du solltest bei ihm sein.

Ach ja?

Ich wollte seine Sachen holen, hab sie in den Koffer gepackt.

Dann wollte ich los und ... ich kann nicht.

Was heißt das?

"Ich kann nicht."

Ich habe so ein Gefühl, als ob ...

So ein Gefühl, als ob ...

Ein Gefühl, als ob mir jemand das Herz herausreißt.

Ich habe nicht geschlafen. Ich sehe ständig Kinder ohne Haare.

Du weißt, dass Stefan auf dich wartet?

Ja! Ich weiß, dass er auf mich wartet!

Dass Schläuche aus ihm kommen! Hältst du mich für bekloppt?

Warum stehst du dann hier rum?

Weil ich keine Kraft mehr habe und mein Kind vielleicht stirbt.

Weil ich ihm erzählen muss, wie schön das Leben ist. Blabla.

Weil einem ein Bein fehlt, gestern einer gestorben ist.

Alle mussten hin, damit sie sehen, dass der Tod auch normal sein kann.

Für mich ist das nicht normal. Ich kann das nicht.

Es tut mir Leid, aber ich kann es nicht machen. Es ist dein Job.

Ja.

Stimmt.

Hör auf!

Lass mich! Lass mich!

Es ist sowieso besser so. Lass mich in Ruhe!

Isabell weint.

Hilf mir bitte!

Natürlich helfe ich dir.

Es tut mir Leid, dass es so lange dauerte. Wie geht's Ihnen?

Wieso mir? Wie geht es meiner Schwester?

Was hat sie denn?

Wie es geht, haben Sie mitbekommen. Was sie hat, ist schwer zu sagen.

Versuchen Sie es!

Ein Nervenzusammenbruch mit einem depressiv-suizidalen Schub.

Wir haben ihr etwas zum Schlafen gegeben.

Ist Ihre Schwester besonderem Stress ausgesetzt gewesen?

Ihr Sohn hat Krebs. Es kann sein, dass er stirbt.

Der Vater des Kindes ist auch tot.

Ich schätze, das spielt alles mit hinein.

Ich informiere den Therapeuten.

Aber was Sie sagen, klingt nicht nach schnellen Lösungen.

Was heißt das?

Ich meine: Wie lange kann das denn dauern?

Das lässt sich nicht genau sagen. Sie muss zuerst mal hier bleiben.

What do you mean: "not available"?

They've rented a car for a couple of days.

Okay. Then I would like to leave a message for him, please.

Was willst du jetzt machen?

Zuerst suche ich eine gute Klinik.

Ich will nicht, dass Isabell zwischen Alkoholikern sitzt.

Und Stefan?

Ich engagiere jemanden. Bei 4,5 Millionen Arbeitslosen!

Und ich kann nach der Arbeit zu ihm und auch mal zwischendurch.

Tja.

Was heißt hier "tja"?

Ich schaffe das schon.

Ich glaube, dass du das schaffst.

Aber du brauchst jetzt all deine Kraft.

Deshalb musst du überlegen, was dir selber gut tut.

Meine Arbeit tut mir gut.

Nebenbei für jemanden da zu sein, vielleicht auch.

Und was ist mit uns?

Daher weht also der Wind.

Bisher war klar: Wir sind zusammen, aber wir leben nicht miteinander.

Aber in letzter Zeit verbringen wir kaum noch Zeit miteinander.

Es scheint dir egal zu sein, ob ich bei dir schlafe.

Was will uns der Dichter damit sagen?

Wir driften auseinander.

Und es ist wenig hilfreich, wenn ...

Wenn du dich jetzt noch mehr isolierst.

Von uns.

Wir könnten mal zusammen segeln.

Wir könnten uns mehr Zeit füreinander nehmen.

Wir könnten uns mal hinsetzen und du erzählst, wie es aussieht in dir.

Es sieht so aus wie immer in mir.

Nur noch ein bisschen stressiger. Zufrieden?

Nein. Du willst eine Beziehung auf Abruf.

Aber du willst keine wirkliche Nähe.

Weil es nicht in deinen Plan passt, zu sagen: "Ich brauche dich."

Weißt du was? Ich hab eine Idee.

Ich gehe jetzt nach Hause.

Wenn sich die Lage beruhigt hat, verbringen wir ein Wochenende.

Ein bisschen segeln und uns erzählen, wie es in uns aussieht.

Gute Nacht!

Also, Julia.

Die drei Psychiatrien in der Nähe haben Aufnahmestopp.

Für eine psychosomatische Klinik steht sie auf der Warteliste.

Ich habe Druck gemacht, bin aber keine Angehörige.

Wann kann sie da hin?

Das ist unmöglich. Was ist mit den Privatkliniken?

Südlich von hier. Nicht billig. Die Krankenkasse zahlt nicht.

Was kostet der Spaß?

1600 Euro.

Das geht doch.

Wer kann sich das leisten?

Solche Leutchen wie du.

Okay. Gut. Melde sie an!

Musst du nicht weg? Ich habe für 15 Uhr den Zauberer bestellt.

Du grüne Neune! Jetzt komme ich zu spät. Wenn etwas ist: über Handy.

Was sage ich Stefan?

Dass Mutti bald gesund ist und ihn lieb hat.

Danke!

Ich habe Hunger vom vielen Zaubern. Ihr auch?

Die Kinder rufen: Ja!

Zaubern wir einen Kuchen? Die Kinder: Ja.

Was für einen?

Sie rufen: Erdbeerkuchen. Schokolade.

Schokoladenkuchen hört sich gut an. Bitte die Zutaten!

Etwas Mehl.

Etwas Schokopulver.

Was fehlt uns noch zu einem Schokokuchen?

Alle: Ein Ei!

Etwas rühren.

Etwas Zaubersalz hinzu.

Das Ganze fängt an zu brennen.

Jetzt kommt ihr mit eurem Zauberspruch.

Ein Kind: Abrakadabra.

Was? "Arme Tante Barbara"?

Ach so. Abrakadabra.

Jetzt alle zusammen!

Alle: Abrakadabra!

Das hast du echt klasse gemacht.

Spitzenmäßig.

Die Papierschlangen haben du und Mama nicht mitbekommen.

Sie schickte den Zauberer.

Er verrät mir den Kuchentrick. Ich hab's nicht rausbekommen.

Zauberer verraten keine Geheimnisse.

Unter Kollegen schon. Ach so!

Gute Reise, mein Kleiner!

Tschüs!

Stellen Sie sich nach hinten, dann können Sie seine Hand halten!

Es wird laut. Wollen Sie Kopfhörer?

Wieso? so ist.

Okay.

Hallo! Ich bin da.

Ich bin da, mein Kleiner.

Ein lautes, pulsierendes Maschinengeräusch ertönt.

Entschuldigung. Aber das geht hier nicht.

Was denn?

Das tut mir Leid.

Stefan, ich bin gleich wieder da.

Wann genau?

20 Uhr. Wunderbar. Hat sich die Ziegler doch herabgelassen!

Mal sehen, ob sich deine Hartnäckigkeit gelohnt hat.

Natürlich bin ich da, wenn Bill Holbrook kommt. Spinnst du?

Wenn ich die Ziegler unter Dach und Fach bekomme, wird alles toll.

Nein, Regina, jetzt nicht! Ich muss rein. Bis später! Tschüs!

Wo ist Stefan?

Das wollte ich machen.

Enschuldigung, dass ich Ihre Termine nicht kenne.

Ihre Ironie ist unangebracht.

Sagen Sie das dem Jungen, der Sie brauchte!

He!

Ich kann das. Was ist denn?

Du bist weggegangen, wie Mama und Opa.

Es war blöd, aber ... Dass ich allein war, war egal.

Nein. Ich bin gleich zurück. Nach 30 Minuten.

Du hast gelogen. Mir gehen die Haare aus.

Mach das nicht extra!

Du sagst nicht, was Mama hat. Du hast gesagt, es tut nicht weh.

Es tut weh. Du wolltest für mich da sein.

Das bin ich auch. Ich rede mit Ärzten, bin bei Untersuchungen.

Was soll ich tun? Nicht lügen! Geh weg!

Das ist normal. Halten Sie still!

Die Angst der Kinder wandelt sich in Aggression.

Die Aggression wendet sich gegen die, die ihnen am nächsten sind.

Aua!

Was gibt es da zu lachen?

Drehen Sie sich um!

Ich würde Ihnen gerne etwas zum Lesen geben.

Ich brauche kein Buch über Kinderpsychologie.

Das tibetische Buch vom Leben und Sterben.

Soll ich jetzt Buddhist werden?

Über Sterbeprozesse aus buddhistischer Sicht.

Man kann auch sagen: aus menschlicher Sicht.

Sie wollten ihm helfen, aber geben hiermit zu, nicht daran zu glauben.

Lesen Sie mal genau, was da steht: "Vom Leben UND Sterben"!

Tres bon. Mes compliments.

Merci, Madame Ziegler!

Sehr gut, danke!

Yvette ...

Ich gestehe, ich bin täglich hier.

Die wirtschaftliche Krise greift auf die Qualität der Restaurants über.

Das stimmt! Wo kann man denn noch essen?

Yvette, wie lange kennen wir uns?

Drei Jahre?

Meinst du nicht, wir sollten über etwas anderes als Essen reden?

Es ist mir peinlich.

Korrekter wäre, wenn sich deine Agentin erst an uns gewandt hätte.

Du bist unsere Top-Autorin.

Über Bedingungen kann man, muss man reden. Das ist das Geschäft.

In der Höhe der Vorschüsse liegt Lenhart weit über euch.

Ja, gut, Vorschüsse.

Bei Lenhart bist du einer von 10 oder 15 Fantasy-Autoren.

Glaubst du, da bist du noch ein Star wie bei uns?

Dafür verstehe ich zu wenig vom Verlagswesen.

Dafür hast du ja mich.

Der Vertrag für "Nebelreich 3" liegt unterschriftsreif vor.

Ich will dir nichts vormachen, aber bei uns bist du die Nummer eins.

Und Newman Bay Publishing in New York sieht das übrigens ähnlich.

Newman Bay?

Ja. Newman Bay. Es besteht die Idee einer Kooperation.

Das wäre auch dein Entree auf dem US-Markt. Ich will nicht drängen.

Denk mal darüber nach!

Tante Julia!

Du bist ja wach.

Kannst du kurz kommen?

Jetzt decke uns zu, dass wir ganz im Dunkeln sind!

Stefan, warum machen wir das?

Ich will wissen, wie das ist, wenn man begraben ist.

Davon merkt man dann doch gar nichts mehr.

Wenn man weiß, wie es ist, hat man vielleicht keine Angst.

Hast du Angst?

Ja.

Jeder hat die.

Du auch?

Es ist ja auch so schön auf der Welt. Man will nicht weg.

Tut sterben eigentlich weh?

Es gibt Menschen, die sagen, dass es ziemlich schön ist.

Sterben?

Na ja. Dort zu sein, wo man dann ist.

Im Himmel?

Nicht unbedingt.

Da kommt man nur hin, wenn man jetzt schläft.

Wer als Zweiter stirbt, muss den anderen immer im Herz behalten.

Dann bleiben wir immer zusammen.

Okay.

Versprochen?

Versprochen!

Ich hole was zum Aufwischen.

Die erste Woche mussten wir sie stabilisieren.

Seit ein paar Tagen nimmt sie an der Einzel- und Gruppensitzung teil.

Was meinen Sie, wann sie ...

Wann sie wieder in Ordnung ist?

Das kann man nicht sagen. Zumal "in Ordnung" viel bedeuten kann.

Wie geht es dir jetzt?

Besser.

Ein bisschen schlapp noch.

Die ersten Tage bekam ich Medikamente, aber es geht besser.

Danke!

Kannst du das Stefan geben? Ich hab's für ihn gemacht.

Sie haben eine Werkstatt.

Das ist ja toll.

Wie geht es ihm?

Den Umständen entsprechend gut.

Sagst du ihm, dass ich immer an ihn denke?

Sicher.

Was soll das heißen?

Das heißt ...

Ich sage es ihm, natürlich.

Du meinst, ich mache es mir gemütlich.

Nein. Ich meine, ich sage es ihm.

Ich wollte ihn nicht im Stich lassen.

Niemand sagt das!

Sagen Sie ihr, was Sie fühlen!

Seit Stefan in der Klinik ist, kommt alles wieder hoch.

Das ist doch okay.

Was ist denn daran okay?

Ich meine ...

Du musst dir keine Sorgen um Stefan machen.

Ich bekomme das hin.

Klar. Du bekommst das wieder hin.

Oh, Gott! Es ist egal, was ich jetzt sage. Es ist sowieso falsch.

Du machst doch eh, was du willst.

Das war schon immer so. Ich bin die kleine Doofe.

Aber als Mama krank wurde, durfte ich die Pflegerin spielen.

Und du hast weiter studiert.

Sie hat nachts gegen die Wand geklopft. Ich habe ihr geholfen.

Das stimmt nicht! Erstens war Vater da und zweitens habe ich ihr ...

Er hat sich extra Nachtdienst geben lassen.

Ich wache deshalb heute noch auf. Und jetzt Stefan!

Dann kommst du vorbei und sagst, du bekommst es hin.

Ich zahle 1600 Euro pro Woche, dass sie mir erklärt, ich bin schuld?

Auf die Gefahr hin, dass es Ihnen nicht gefällt: ja.

Sie sieht ihr Leben an. Sie lernt, Gefühle zuzulassen und auszudrücken.

Das ist was. auf dem Weg.

Gut. Ich auch. Auf Wiedersehen!

Jede Übernahme ist delikat. Man posaunt es nicht in die Welt hinaus.

Du sagst es einer Autorin?

Mit welchem Grund?

Ich brauchte ein Argument. Lenhart zahlt ihr den doppelten Vorschuss.

Sollte ich sagen, dass du ihre Bücher naiv findest?

Ihre Agentin rief an, ob Newman Bay eine US-Ausgabe garantieren würde.

Um sieben Uhr früh. Mir fiel fast die Kaffeetasse runter.

Der Taxifahrer sagt den Amis: "Ihr kauft also den Contrast-Verlag."

Walter, jetzt beruhigen wir uns.

Wenn ich Recht habe, unterschreibt die Ziegler.

Dann sieht die Welt wieder ganz anders aus.

Ich hab schlechte Nachrichten. Die Ziegler ist abgesprungen.

Sie kommen um zwei. Es ist halb zwölf. Haben wir eine Strategie?

Die Frage ist: Wie verhalten wir uns in der Sache Ziegler?

Sie hat gewechselt. Wir können nur mit offenen Karten spielen.

Sie jubeln nicht. Die fallen nicht in Ohnmacht.

Was haben wir zu bieten außer Reisegeschichten?

Wir haben demnächst:

24 Romane, 12 Kinderbücher, 4 Sachbücher. 40 Neuerscheinungen.

Das ist nicht schlecht.

Leider nichts Weltbewegendes.

Hilft es, wenn du dauernd Untergangsstimmung verbreitest?

Ich weise auf Tatsachen hin. Hast du noch etwas?

Wenn ich etwas hätte, läge es auf dem Tisch. Was hast du denn noch?

Dein Ton gefällt mir nicht. Jetzt nicht die Nerven verlieren!

Ich versuche nur, klar zu machen, dass wir ...

Ein Handy läutet.

Entschuldigung!

Doktor Boppard? Ja?

O nein!

Selbstverständlich.

Das kannst du nicht machen. Die Amis kommen in zwei Stunden.

Ich bin gleich wieder da. Ich schaffe das.

Du schaffst es nicht.

Ich finde es bewundernswert, aber das hier ist kein Halbtagsjob.

Eher ein 18-Stunden-Job. Und du haust aus der Sitzung ab.

Du lieferst Walter Argumente.

Keine Sorge, ich schaffe das!

Versuche auszuatmen! Ganz ruhig! Ein und aus.

Ich verspreche, es ist gleich vorbei.

Etwas Sauerstoff, dann geht es dir besser.

Ein und aus. Gut durchatmen!

Und ein und aus.

Ein und aus. Und jetzt leg dich hin!

Und weiter: ein und aus.

Siehst du? Schon wieder vorbei.

Fühlst du dich besser?

Sehr gut!

Wie konnte das passieren?

Es kann sein, dass er ein Medikament nicht verträgt.

Es kann aber auch sein, dass es ein Zeichen ist für Lungenmetastasen.

Wir untersuchen es. Vermutlich ist es nur eine allergische Reaktion.

Dann muss das Medikament sofort abgesetzt werden.

Darauf wäre ich nicht gekommen.

Entschuldigung! Aber ich bin nur noch im Verlag oder im Krankenhaus.

Ich kann nicht mehr.

Gut, dass Sie das einmal sagen.

Habe ich Ihnen etwas getan, oder was ist los?

Im Gegenteil. Ich bin froh, dass auch eine Frau wie Sie das sagt.

Eine Frau wie ich?

Was heißt das?

Der Piepser geht an.

Entschuldigung! Ich muss weg.

Können Sie noch bei ihm bleiben? Das ist heute unmöglich.

Es wäre gut, wenn jemand da wäre.

Ich riskiere meine berufliche Existenz.

Sie müssen wissen, was wichtiger ist.

He, kleiner Zauberer!

He, was machst du denn für einen Quatsch?

Ich weiß auch nicht.

Ich muss ein paar Stunden weg.

Kannst du nicht bleiben?

Ich würde gerne, aber heute ist es wichtig.

Aber ich doch auch. Deshalb bin ich ja da.

Ich sterbe nur einmal.

Sag doch so was nicht!

Stefan seufzt im Schlaf.

Stefan, alles wird gut. Ich bin da.

Ich bin bei dir.

Jemand klopft an die Tür.

Ihre Reservierung wurde storniert.

Vielleicht wurde eine Nachricht hinterlassen.

Bei aller Liebe, aber wir sind kein Info-Stand. Wir sind das Savoy.

Ein Handy läutet.

Hallo, Papa! Endlich ...

Julia, was ist los? Du hast dreimal hier angerufen.

Ist etwas mit Stefan? Wie, Isabell?

Krank?

Das verstehe ich nicht.

Was hat sie denn?

Isabell hatte einen Nervenzusammenbruch.

Es ist richtig, dass du uns benachrichtigt hast.

Aber sie ist doch jetzt in dieser Klinik.

Ich verstehe etwas nicht.

Das heißt doch, dass beide professionell betreut werden.

Ich verstehe nicht, warum du zurückgerufen hast.

Danke, dass Sie es möglich gemacht haben zu erscheinen.

Zur Aufsichtsratssitzung des Verlages. Herr Rupp, bitte!

Julia, ich will mich kurz fassen. Ich habe nur eine einfache Frage.

Bist du noch als Geschäftsführerin tätig?

Eine dämliche Frage. Sie stellt sich aber.

Du ziehst nicht mit. Die New Yorker waren brüskiert.

Du warst nicht beim Meeting.

Ich musste etwas Familiäres regeln.

Frau Berger, Sie sind Herz und Seele des Contrast-Verlags.

Jeder akzeptiert, dass es anderes gibt als die Arbeit.

Sind die familiären Angelegenheiten jetzt geregelt? Das ist die Frage.

Mein Neffe hat bösartigen Knochenkrebs.

Seine Mutter hatte deshalb einen Nervenzusammenbruch.

Ich kümmere mich derzeit allein um den Jungen.

Verstehe. Obwohl das keine konkrete Antwort ist.

Frau Berger, wir würden gerne wissen, woran wir sind.

Julia, niemand hier will dich weghaben. Das ist keine Frage.

Doch so wie im Moment funktioniert es nicht.

Okay. Was schlägst du vor?

Es bestünde die Möglichkeit, dass ich für einen gewissen Zeitraum

die Geschäftsführung alleine übernehme, bis alles geregelt ist.

Einfachere Entscheidungen und ein besseres Bild nach außen!

Womit faktisch du den Verlag alleine in der Hand hättest.

Irrationalität ist hier keine Hilfe, Julia.

Du nutzt meine Lage zu deinem Vorteil!

Julia, ich bitte dich!

Wir sollten die Stimmung nicht noch verschärfen.

Wir müssen für das Wohl des Unternehmens entscheiden.

Tatsache scheint zu sein, dass dieses gefährdet ist.

Mein Vorschlag deshalb: Wir kommen am Monatsende noch mal zusammen.

Die Zeit bis dahin sollten Sie nutzen, um sich zu entscheiden.

Überlegen Sie sich, wo Ihr Platz ist, Frau Berger.

Musik: Die Prinzen.

Onkel Fred war auch hier.

Er hat mir ein Buch über Segeln gebracht.

Schon viel besser, Mama.

Tante Julia ist auch schon da.

Sie kommt gerade her.

Das Freizeichen ertönt.

Wenigstens das Tuten wollte ich hören.

Ich fahre gleich zu ihr. Soll ich etwas ausrichten?

Gib ihr den dicksten Kuss der Welt!

Störe ich?

Danke!

Ich habe die Auswertungen bekommen. Es sieht gar nicht schlecht aus.

Sein Tumor wuchs nicht weiter. Wir fanden keine neuen Metastasen.

Auch nicht in der Lunge.

Und das heißt?

Wir können vielleicht bald über seine Entlassung nachdenken.

Wunderbar!

Das ist keine Entwarnung. Operieren müssen wir.

Bis zur OP ist alles gut, was der Erholung dient. Er war lange hier!

Hätten Sie Platz und Zeit? Könnte er bei Ihnen wohnen?

Natürlich. Ich hab viel Platz, wenig Zeit.

Mein Verlag steht gerade vor einer Übernahme. Das kommt alles dazu.

Dass Sie trotzdem so viel hier sind, ist großartig.

Es tut ihm gut. Das sehen Sie ja.

Danke für die Blumen!

Glauben Sie, er schafft es?

Keine Ahnung.

Je fester wir daran glauben, desto größer sind seine Chancen.

Das ist keine richtige Antwort.

Ich habe so oft geglaubt, ein Kind kommt durch, und mich geirrt.

Manchmal dachte ich, der Fall ist aussichtslos, und das Kind lebt.

Weißt du noch: unser Baumhaus?

Wir wollten dort übernachten und Papa bekam einen Anfall.

Damals war Mama auch noch da.

Ich bin mir sicher, du beschäftigst dich hier viel mit deiner Kindheit.

Aber jetzt ist jetzt, Isabell.

Ja. Warum sagst du das?

Weil du wieder mit Mamas Tod anfängst.

Eines habe ich hier gelernt: Wie ich die wurde, die ich heute bin.

Und wie bist du die geworden, die du bist?

Ich musste mich um alle kümmern.

Hat dir das deine Therapeutin erklärt?

Nein. Es fiel mir einfach wieder ein.

Der Sinn der Therapie kann nicht sein, dass du mir die Schuld gibst.

Und dass du dich permanent entschuldigst für dein Leben.

Es geht dabei nicht um Schuld.

Wir beide haben verschiedene Rollen einstudiert, die wir heute spielen.

Ich habe diesen Satz schon einmal gelesen.

In einer Frauenzeitschrift. Nur war die billiger als das hier.

Was rede ich nur für ein Zeug? Entschuldige! Es tut mir Leid.

Ich weiß.

Ich wäre auch lieber draußen als hier.

Ich wäre gerne mal einen Tag hier drin.

Vielleicht können wir bald mal tauschen.

Der war von Stefan. Ich soll dir den dicksten Kuss der Welt geben.

Sehr gut! Ich glaub's nicht. Du segelst nicht das erste Mal.

Ich bin ein in vielen Dingen begabtes Mädchen.

Ist Segeln jetzt so schrecklich, wie du es dir vorgestellt hast?

Man denkt, man muss so viel tun, um glücklich zu sein.

In Wahrheit muss man gar nichts tun.

Hier drinnen war es nicht so schlimm, aber draußen.

Ich will nicht eingebildet klingen.

Aber eine Tante, die mitdenkt, ist gut, oder?

Du siehst aus wie ein Zauberer. David Copperfield wäre neidisch.

Hallo! Abmarschbereit?

In drei Wochen sehe ich dich wieder. Versprochen?

Versprochen!

Die ganze Station ist stolz auf dich. Du warst großartig.

Danke! Ich hoffe, ich sehe Sie nie wieder.

Ja. Es war schrecklich, Sie kennen zu lernen.

Geht ja ganz gut.

Ich komme mal vorbei, um nach dir zu sehen.

Mama!

He!

Komm her!

Du hast ja kurze Haare.

Ja. Bloß kein so schönes Tuch wie du.

Schön, dass du da bist!

Für mich?

Dein Geburtstag ist es ja nicht. "Herzlich willkommen" gab es nicht.

Ich hatte nicht viel Zeit zur Vorbereitung.

Halt!

Kannst du auch rückwärts gehen?

Wieso? mal sehen.

Ein bisschen seitlich, ein bisschen seitlich.

Und jetzt umdrehen!

Das ist ja toll, dass ihr gekommen seid!

Keiner sagte, dass du so cool aussiehst. Wie ein Magier.

Hat euch niemand gesagt, dass ich nicht im Krankenhaus war?

Ich war bei Harry in Hogwarts.

Hast du den Film schon gesehen?

Sie reden durcheinander.

Kommen wir gleich zur Sache! Sie kennen die Fakten und Vorwürfe.

Wir baten Sie, eine Entscheidung zu treffen.

Und ich habe sie getroffen.

Und ich habe versucht, einen Teil der Probleme wieder gutzumachen.

Probleme, die ich verursachte.

Ich sprach persönlich mit Bill Holbrook.

Dem Chef von Newman Bay in New York.

Ich schilderte ihm die Lage und habe mich entschuldigt.

Er ist bereit, neu in die Verhandlungen einzutreten.

Was soll das bringen, wenn die New Yorker es sich noch mal anschauen?

Nein. Die Frage, die im Raum steht, ist doch die:

Wird sie auch in Zukunft zur Gänze dem Verlag zur Verfügung stehen?

Zur Gänze auf gar keinen Fall.

Wie bitte?

Ich habe dem Verlag immer meine Zeit ganz zur Verfügung gestellt.

Wie du, Walter. Bei dir wird sich sicher nichts ändern in Zukunft.

Aber mir sind die Augen geöffnet worden. Wir sind alle nur Menschen.

Wesen, die nicht immer so funktionieren, wie wir wollen.

Ein Handy läutet.

Ich bin bereit, für den Verlag da zu sein.

Mit meiner Erfahrung und mit meinem Herzen.

Es gibt eine Grenze. Sie sollten das wissen, wenn Sie entscheiden.

Julia, kommst du mal, bitte?

Entschuldigung!

Berger.

Doktor Boppard.

Was?

Sagen Sie, dass das nicht wahr ist!

Julia!

Gott sei Dank!

Was ist passiert?

Wir wollten bei Alfredo Eis essen. Dann ist Stefan zusammengebrochen.

Er hat Lungenmetastasen.

Professor Heise untersucht gerade, wie weit der Krebs gestreut hat.

Stefan wird bald aus der Narkose erwachen.

Sie können dann zu ihm.

Stefan ist ein starker Junge.

Leider hat er ein Rezitiv mit Knochenmarksbefall.

Der Krebs hat sich im Skelett ausgebreitet.

Operativ lässt sich daran nichts machen.

Auch eine weitere Chemotherapie hat wenig Chancen auf Erfolg.

Tückisch ist: Die Krankheit lässt sich nicht berechnen.

Es tut mir unendlich Leid.

Das kann doch nicht wahr sein.

Ihr sagtet, es ginge ihm besser.

Er stirbt! Sie sagen, er stirbt.

Er war doch wieder zu Hause.

Papa, es ist gut.

Du bist zu spät!

Das Telefon läutet.

Ich denke, dass er Sie noch hören kann.

Wenn Sie ihm noch etwas sagen wollen, wäre das ein guter Moment.

Danke, mein kleiner Zauberer!

Möchtest du bei mir mitfahren?

Ich gehe noch mal rein. Ich komme nach.

Ach so.

Für dich. Er war in Stefans Schreibtisch.

"Liebe Tante Julia, heute habt ihr mich aus dem Krankenhaus abgeholt.

Es war toll, Jan, Benny und Jule wieder zu treffen.

Mama denkt, ich schlafe. Aber ich schreibe dir jetzt.

Ich hatte vergessen, mich zu bedanken.

Nicht nur, weil du da warst für mich. Weil du meine Tante bist.

Endlich bin ich zu Hause und kann in meinem Bett schlafen.

Mama hat noch kein einziges Mal gesagt, dass ich aufräumen soll.

Aber das kommt bestimmt noch.

Du bist sicher auch froh, daheim sein zu können.

Wer will schon im Krankenhaus sein? Toll war, dass du immer da warst.

Als ich ins Krankenhaus kam, hatte ich Angst, dass ich sterben könnte.

Auch weil ich nicht wusste, was los war. Es ging aber allen so.

Jetzt hab ich keine Angst mehr, weil du da bist. Und Mama auch.

Und Doktor Boppard.

Hier sind viele liebe Menschen.

Der Sinn ist vielleicht, dass man deshalb nicht alleine sein kann.

Deshalb muss man keine Angst haben.

Es gibt immer jemanden, der sich um einen kümmert.

Opa hat angerufen. Er sagte, er bringt ein großes Geschenk mit.

Und er sagte, er vermisst mich.

Ich habe dich unheimlich lieb.

Wenn du gehst, freue ich mich schon aufs Wiedersehen.

Das Tollste ist: Wir sind immer zusammen, wie wir es versprachen.

Für immer im Herzen."

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