All language subtitles for Das Sacher. In bester Gesellschaft - S01E02 - Teil 2.deu

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Original subtitles

(Portier) Alles begann 1892 in einer ereignisreichen Nacht.

Wagner? Ich bin bei meinem Mann.

W�hrend Anna Sacher am Sterbebett ihres Mannes wachte,

begegneten sich in unserem Hotel zwei jung verheiratete Paare.

Die Von Traunsteins und die Aderholds.

Zur gleichen Zeit wurde eines unserer kleinen Putzm�del,

die Marie Stadler, entf�hrt.

Keiner hat etwas bemerkt.

Wir fanden ihren Suppentopf, und einen Toten.

(Portier) Wir hatten Sorge um die Zukunft unseres Hotels.

Frau Sacher war entschlossen, es selbst zu f�hren.

Ich werd ein Haus draus machen, in das alle wollen.

Ich kann nicht! Ich kann nicht!

(Portier) Als Konstanzes erstes Kind geboren wurde,

erfuhr Georg von Traunstein, dass er bereits eine Tochter hatte.

Diese Marie Stadler, die verschwunden war.

Ich finde Ihre Marie. Versprochen.

(Portier) Konstanze begann, unter Pseudonym zu schreiben.

Martha Aderhold wurde Verlegerin und Vertraute.

Soll ich weitermachen?

Ich glaub schon.

(Portier) Martha wurde schwanger.

Ihr Mann Maximilian �bernahm die Verlagsreise nach Wien.

Dort wurden die Umst�nde sehr kompliziert.

Sie sind Lina Stein.

Niemand wei� es. Nicht einmal mein Mann.

(Portier) Die Marie Stadler jedenfalls hatte �berlebt.

Im Notenarchiv, tief unter der Oper.

Als sie von ihrem Vater erfuhr, verlie� sie ihr Versteck.

Mit ihr kam das unheilvolle Geheimnis zutage.

Und nichts sollte bleiben, wie es war.

* spannungsvolle Musik *

* verspielte Orchestermusik *

Ich bin die Prinzessin Von Traunstein.

Was willst du von meinem Mann?

Das sag ich nur ihm.

Du stellst in deinem Brief eine impertinente Behauptung auf.

Wie kommst du zu dieser Frechheit?

Wenn's a Frechheit ist, warum sind Sie dann gekommen?

Wenn du glaubst, du kannst uns an der Nase herumf�hren,

dann glaub!

Inspektor Lechner.

Habe die Ehre, Durchlaucht.

Die �btissin hat die Polizei informiert.

Das M�del steht unter meinem Schutz.

Sehr wohl. Vorerst sind allerdings die Umst�nde aufzukl�ren.

* geheimnisvolle Musik *

Du bist die Marie Stadler?

Ja.

Kennst du den W�rtner, den Notenwart vom Opernhaus?

Ja.

* geheimnisvolle Musik *

Er ist tot aufgefunden worden.

Wie, tot?

Ich werd dich aufs Pr�sidium mitnehmen m�ssen.

Ich hab ihm nix tan.

Das wird sich aufkl�ren.

Das M�dchen wird auf freien Fu� gesetzt, sollte sie unschuldig sein.

Ich lasse Sie benachrichtigen. Habe die Ehre, Durchlaucht.

Ergebenste Gr��e an Ihren Gatten.

(Marie) I hab ihm nix tan!

* Schluchzen *

Vielen Dank.

Martha Aderhold?

Georg!

Was f�r eine Freude!

Das ist so lange her!

(Portier) Schauen Sie, ein Portier ist wie ein Feldherr.

Er muss alles beobachten, Skandale vermeiden.

Schnellstens muss er taktische Z�ge erdenken.

Komm mit!

Konstanze hat nicht gesagt, dass Sie kommen. Wie geht's Ihnen?

Ich freu mich, Sie zu sehen.

(Portier) Die G�ste verlassen sich drauf, dass sie gut aufgehoben sind.

Egal, was passiert.

Willkommen im Hotel Sacher, gn�dige Frau. Durchlaucht.

Niklas! Pass auf mit dem Koffer!

Der Koffer ist Teil des Gastes und ebenso sorgsam zu behandeln.

Verzeihung.

* unruhige Musik *

Geh, Johann?

Bring bitte das Gep�ck aufs Zimmer und schau, dass alles gerichtet ist.

Johann! Ich hoffe, es geht gut.

Sehr gut, Durchlaucht.

Sie waren lang nicht auf Gut Traunstein. Sie sind willkommen.

Herzlich willkommen im Sacher. Frau Sacher.

Guten Tag. Gn�dige Frau.

Ich wollte den Tag zusperren, aber es ist viel los.

Ich kann die G�ste nicht entt�uschen.

Unsere Kaiserin ... tot.

Ein Gedanke, den man gar nicht denken mag.

Erst der Kronprinz, dann die Mutter.

Was da noch alles kommt.

Na ja, aber ich red und red.

Ich w�nsch trotz des Anlasses einen sch�nen Aufenthalt.

Wenn Sie was brauchen: Der Wagner erf�llt Ihnen jeden Wunsch.

Vielen Dank. - Danke.

Ich darf Sie vielleicht auf ein Glas Wein einladen?

Sehr gerne. - Sch�n.

Ich hab deine Kammer gesehen.

Hat nicht ausgeschaut, als h�tt der W�rtner dich gezwungen.

Hast du gedacht, besser als der Kohlenhof?

Warum genau jetzt?

Irgendwann muss jeder Mensch gehen.

F�r deine Geschichte w�r's besser,

wenn die Polizei dich hilflos gefunden und gerettet h�tte.

* beunruhigende Musik *

Die Polizei hat dich befreit.

Weil ich dem W�rtner auf der Spur war.

Deshalb hat er sich umgebracht.

Tut mir leid f�r ihn.

Soll man sich lieber fragen, ob du ihn umgebracht hast?

Ich brauch keinen umbringen.

(ironisch lachend) Ja.

Das wei�t du, und das wei� ich.

Aber so ein Gericht...

sieht das Notenarchiv nicht als Gef�ngnis.

Marie, ich glaub, du bist ein schlaues M�del.

Unterschreib das Protokoll.

Dann darfst gehen.

Hm?

* spannungsvolle Musik *

Was willst jetzt machen?

Gehst zu deiner Mutter ... oder zu deinem Vater?

(Lechner) Marie!

Mir hast es zu verdanken, wenn du ein herrschaftliches Leben f�hren kannst.

* geheimnisvolle Musik *

Na, Lechner, haben S' am Ende recht behalten.

Einen Lorbeerkranz setzt Ihnen niemand auf wegen dem M�del, gell?

Aber ...

Geduld haben S' bewiesen und einen langen Atem.

Ich w�nsch mir immer noch ein Kind, aber die Hoffnung ist nicht so gro�.

Sagen Sie so etwas nicht.

Ich kann Sie mir gut als Mutter vorstellen, Martha.

Unternehmen ist auch wie ein Kind.

Konnten Sie Ihre Pl�ne auf dem Gut verwirklichen?

Wir haben schon eine Schule, einen Arzt, eine Hebamme.

Wir zahlen den Arbeitern mehr. - Gro�artig.

Die Leute sind trotzdem unzufrieden.

Warum?

Sie tragen zu wenig Verantwortung.

Sie sehen sich zu gern als Opfer der Umst�nde.

* ruhige Musik *

Ich erinnere mich gern an Ihren Besuch auf dem Gut.

Ja.

Uns trennen so viele Kilometer.

* ruhige Musik *

Darf ich Sie und Ihren Mann heute Abend zum Essen einladen?

Konstanze w�rde sich auch freuen, dass Sie hier sind.

Sehr gern.

Hat sich die Schneiderin gemeldet?

Durchlaucht k�nnen jederzeit zur Anprobe kommen.

Durchlaucht sind auch hier.

Ach!

* unheilvolle Musik *

Konstanze!

Du hast Post. Von einer Marie Stadler.

* unheilvolle Musik *

Sie behauptet, dass du ihr leiblicher Vater bist.

* unheilvolle Musik *

Martha!

Was machst du denn hier?

Das ist eine �berraschung.

Dass ihr so ein Geheimnis drum gemacht habt!

Was �ndert es an Konstanzes Talent, wenn ich davon wei�?

Gute Idee, ein Pseudonym zu w�hlen.

Wie du sagst: Faszination geht vom Unbekannten aus.

Ja, nat�rlich haben wir uns kennengelernt. Das wollte ich.

Ich bin ja ihr Verleger, wie du.

Max?

Du hast nicht gesagt, dass du ihr mein Buch schickst.

Ja, wenn zwei Schriftsteller �ber ihre Arbeit sprechen...

Du hattest recht, ich h�tt nicht aufh�ren sollen.

* melancholische Musik *

Martha?

Du hast es verloren.

* melancholische Musik *

Es ist meine Schuld, Martha.

Es ist...

* melancholische Musik *

Du hast an ihre Mutter gezahlt?

Die ganzen Jahre?

Es war meine Pflicht.

Ohne mir ein Wort zu sagen!

Ich bitte unseren Anwalt, Maries Zukunft zu regeln.

Nein.

Wir werden das M�del zu uns nehmen.

Das w�rde dem Getratsch nur recht geben!

Wir tun was Gutes f�r ein armes M�del, das gefangen war.

Wir kommen unserer menschlichen Verpflichtung nach.

Ganz in deinem Sinn, Traunstein.

Martha!

Martha!

* melancholische Musik *

Ich war �berrumpelt, ehe ich zum Denken gekommen bin!

Dann der Tod der Kaiserin, das ganze Durcheinander!

Martha, die Welt steht Kopf!

Es war doch nix!

Bitte!

* melancholische Musik *

* Max keucht. *

Nagy-K�roly Konstanze!

(auf Ungarisch) Was f�r eine Freude in all der Trauer!

Das ungarische Volk ist untr�stlich.

Gro�e Aufregung in Budapest, ob der Tod unserer K�nigin

einen Einfluss auf die Politik des Hofes uns gegen�ber hat.

(auf Ungarisch) Es ist so traurig.

Aber ich bin zuversichtlich. Wir Ungarn sind ein starkes Volk.

Ich erinnere mich gern an Ihren Herrn Vater.

Es war ein gro�es Vergn�gen, mit ihm Gesch�fte zu machen.

Durchlaucht wollten Bescheid bekommen, wenn der Wagen da ist.

Ich muss dringend zur Schneiderin. - Oh!

Es sollte ein Ballkleid werden.

Aber jetzt...

Ah!

Die Welt kann noch so sehr in Trauer versinken,

die Damen denken an ihren Putz

und vers��en uns damit die bittersten Stunden.

Meinen Sie, mir st�nde in Anbetracht der dramatischen Zuspitzung der Lage,

in der sich das Kaiserreich, unser �sterreich-Ungarn, befindet,

etwas Gedeckteres besser zu Gesicht?

Der Mann von Welt wirkt nicht durch Mode.

Die Mode wirkt durch den Mann von Welt, Herr Graf.

Mayr, Chapeau! - K�ss die Hand, Herr Graf.

Rufen Sie mir einen Couturier, ich werde mich umgestalten.

Sehr wohl.

Marie?

Marie!

Wir sind sehr gl�cklich, dass es dir so gut geht.

Wei�t du, dein Vater ... dein Stiefvater

und ich haben uns jahrelang gekr�nkt vor Sorge.

* Hundegebell, Babygeschrei *

Wir sind gl�cklich, dass es dir gut geht.

* melancholische Musik *

Was ist los, habt's nix zu tun? An die Arbeit!

* melancholische Musik *

* ged�mpfte Stimmen von drau�en *

Erstaunlich, wie schnell sich Marie von der Gruft erholt hat.

Erz�hlt sie manchmal von dort?

Na. Gar nix.

Was wird sonst unter der Dienerschaft getratscht?

Man ... findet's ehrenwert, dass ...

Sie und der gn�dige Herr sie aufgenommen haben.

Aha.

Dass die ...

Mutter von der Marie vor 20 Jahren im Haus gearbeitet haben soll.

Aus der Zeit ist nur mehr der Hausdiener da, der redet nicht viel.

Vielleicht erf�hrt man einmal mehr �ber ihre Erlebnisse.

Ich k�nnt alles in einer Geschichte zusammenfassen.

(mit slawischem Akzent) Die B�hmen brauchen Rechte wie die Ungarn.

Zacharias ...

Die politische Eigenst�ndigkeit der slawischen V�lker,

etwas anderes kommt nicht infrage.

Separate nationale Interessen schaden uns!

Wir brauchen ein starkes Land!

Regiert von den Besten. Demokratisch gew�hlt.

Egal, ob B�hme, Ungar, Deutscher, Ruthene!

Gemeinsame politische Arbeit �ber nationale Schranken hinweg!

Wir B�hmen, wir wollen endlich unsere nationale Identit�t.

K�nnen wir unsere gemeinsame Identit�t finden?

Seine f�rstliche Hoheit ist angereist und w�nscht, Sie zu sprechen.

* Vogelgezwitscher *

Sie entschuldigen mich?

* bewegte Musik *

Den Bankert im Haus aufnehmen geh�rt bestraft!

Wei�t du, was das f�r deinen Ruf bedeutet? F�r deine Familie?

Ihr Schicksal w�re anders, h�tte ich von Anfang an f�r sie gesorgt!

Ich mache das wieder gut!

Gutmachen? Wie naiv bist du eigentlich?

Na, du bist nicht naiv. Du bist eitel.

Du hebst dich �ber alle und alles, pfui Teufel!

Ihr wollt alles zerschlagen!

An das danach denkt ihr nicht!

Ich will nichts zerschlagen! - M��ige deinen Ton.

Ich will mich unserer Privilegien w�rdig erweisen.

Indem du wie der P�bel redest?

Jedenfalls nicht mit Gewalt und Willk�r!

Du und deinesgleichen...

* vertr�umte Musik *

Gr�� Gott.

* Zacharias st�hnt. *

* vertr�umte Musik *

Sie stammen nicht von hier?

Nein, aus Praha. Eine Tagesreise mit dem Wagen.

Ihre Familie vermisst Sie nicht?

�h, mein Vater ist gefallen in der Schlacht bei K�niggr�tz.

Im selben Jahr bin ich geboren.

Mein �ltester Bruder f�hrt das Familiengesch�ft.

In der N�he von Hradschin. Eine kleine Ma�schneiderei.

Meine Mutter ist auch schon seit l�ngeren Jahren tot.

(Marie) Sind Sie mit ihm verwandt?

Mit wem?

Mit seiner Durchlaucht.

Ah, nein, Frau Sacher hat uns einander vorgestellt

und ein gutes Wort f�r mich eingelegt.

Ein gutes Wort f�r Sie eingelegt.

Hmm ...

Geritten bin ich noch nie.

Ach? Ja, das...

* vertr�umte Musik *

* Klappern *

* Hundegebell *

* Vogelgezwitscher *

* Schuss *

* Hundegebell *

Ihr geht nachher mit dem Kinderfr�ulein die Ponys versorgen.

Auf dich, Rosa, wartet der Reitlehrer.

Ich mag auch! - Irma, du bist noch zu klein.

Marie!

Man hat im ganzen Haus nach dir gesucht.

Kein Wunder, dass ihr sie nicht gefunden habt. An der frischen Luft.

Sie sollte die Umgangsformen einer Dame erlernen.

�hm, das ist meine Schuld, ich habe sie okkupiert.

Ich bin ein freier Mensch, niemand "okkupiert" mich.

Nun, liebes Kind, als Gast in diesem Haus

wirst du dich unterordnen m�ssen.

Ich bitte dich, meine Liebe.

* Besteckgeklapper *

Irma, iss.

Gr�� euch Gott.

Vater.

* unheilvolle Musik *

Wie ich sehe, sitzen alle eintr�chtig beisammen.

* unheilvolle Musik *

* leises Seufzen *

Es h�tt alles viel schlimmer kommen k�nnen.

Stellen Sie sich vor, Schwiegerpapa.

Wenn sie die Marie ermordet gefunden h�tten.

Oder...

Es ist schlimmer gekommen, Stanzerle.

Viel schlimmer.

* genervtes St�hnen *

(mit deutschem Akzent) Das geht so nicht!

Werd mal paar Teile besorgen.

Wann l�uft sie wieder?

Kann ich nicht sagen, Herr Aderhold.

Ich hasse es!

* melancholische Musik *

Machen Sie Feierabend, Menning.

* melancholische Musik *

(Menning) Na denn.

Warum beschimpfst du mich nicht endlich?

* melancholische Musik *

* Seufzen *

* melancholische Musik *

Auf Menning! Treue Seele.

Auf den kann man sich verlassen.

Fangen wir neu an, Martha.

Ich sollte weniger arbeiten. - Ja.

Ich entlaste dich, ich mach den ganzen Kram.

Damit du nicht schreiben musst.

Ich werd wieder schreiben.

Wenn unser Sohn auf der Welt ist.

* entferntes Hundegebell *

Ich glaub, ich wollt Lina Stein f�r mich allein.

"Nich geklappt", w�rde Menning sagen. - Nein.

Ja.

Wei�t du was? - Hm?

Ich werd Lina Stein verlassen.

Was?

Den Verlag sollte sie nicht wechseln, oder?

Auf keinen Fall.

Wir haben Lina Stein gro� gemacht und sie uns, wir sind quitt.

(lachend) Na warte! Pulle her!

Pulle her!

* Lachen, beschwingte Musik *

* ruhige Musik *

Ein Stammbuch unserer Familie.

Hab's im Regal g'funden.

Hat lang keiner ang'schaut.

Ich bin ein Gegenwartsmensch.

Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen.

Was dieser gewollt hat, m�ssen wir erforschen,

wenn wir zu wissen w�nschen, was jener will.

Er hat dir wohl viel beigebracht, dieser W�rtner.

* unheilvolle Musik *

Unsere Kaiserin hat die Gedichte Heines geliebt.

Das hat man in der Zeitung lesen k�nnen.

Sie haben sie pers�nlich gekannt?

Die Kaiserin war sehr auf sich bezogen.

Sie hat den Hof viel zu oft br�skiert.

* unheilvolle Musik *

Hast du sie in der Oper gesehen?

I werd Ihnen nix erz�hlen �ber die Zeit dort.

So?

Warum denn nicht?

* geheimnisvolle Musik *

Es war schrecklich.

Oder ... war's gar faszinierend?

Der W�rtner war so h�sslich.

Aber manchmal auch sch�n.

Sie sollten nicht �berlegen, wie Sie mich zum Reden bringen.

Ist doch der Grund, warum Sie Ihren Gatten mich aufnehmen haben lassen.

Oder?

* unheilvolle Musik *

Mein Leben ist spitz und scharf.

Schneiden Sie sich nicht dran, Stiefmama.

(singend) "O Theophil, du warst mein Alles auf der Welt."

Danke! Wenn der Gem�seh�ndler kommt, freimachen. Gr��e von meiner Frau!

(singend) O Martha, o Martha, hast du dir grade Fr�hst�ck bestellt?

* Lachen *

Oh, Stromrechnung.

Telefonrechnung.

Wir k�nnen im Tiergarten spazieren gehen.

Schneemann bauen.

Ja, das k�nnen wir.

Wer schreibt denn?

Die Traunsteins laden uns zu Silvester ins Sacher ein.

(Konstanze) "Ich denke oft an den Sommer auf dem Gut."

"Du hast mir Mut gemacht, mein Leben nicht zu begrenzen."

"Ich bin aufgewacht. Durch dich, Martha."

"Daf�r kann ich dir gar nicht genug danken."

"Bitte lass uns Frieden machen."

"Vielleicht ist der Beginn des neuen Jahrhunderts der richtige Zeitpunkt."

* zauberhafte Musik *

Die Nullen schauen aus wie der Eingang zur Personaltoilette.

Ja.

Vielleicht h�ngen S' die Nullen a bisserl versetzt zueinander.

Aufsteigend versetzt oder absteigend versetzt, gn�dige Frau?

Gut muss es ausschauen.

Kommt's, Putzis!

Sehr wohl, gn�dige Frau.

Moment, nicht die Nuller - der Neuner ist das Problem.

Schaut aus wie eine umgefallene Sechs. Niklas!

Dreh einmal den Neuner, Sechser, den Neuner um!

* zauberhafte Musik *

Nicht so, jetzt haben wir 1600! In die andere Richtung!

Nicht so, jetzt ist es wie vorher!

Herr im Himmel, gib ihm Hirn!

Einen wundersch�nen guten Abend.

* Gel�chter, Stimmengewirr *

Guten Abend.

Da schau her, Herr Graf! Das freut mich!

Habe die Ehre.

Annilein, mein Schatz! Guten Abend, Mama.

Guten Abend. Gr�� dich.

Wie geht's den Schwiegereltern?

Recht gut, gn�dige Frau. Vater l�sst gr��en.

Er bleibt heute am Gut und meldet n�chstes Jahr seinen Besuch an.

Mit dem Hunderl habt's noch a Freud'?

Sie macht uns sehr gl�cklich.

Seit sie nicht mehr in die Ecke stritzelt.

Sie ist wirklich lieb.

Ich muss mich um die G�ste k�mmern.

Herr Poldi, bringen S' meiner Anni zwei Glaserln Champagner, bitte.

* entspannte Musik *

(lachend) Herr Doktor, wirklich!

Ah, entschuldigen Sie mich, die Traunsteins.

Willkommen, Sie sehen entz�ckend aus!

Sie auch. Willkommen.

Willkommen zur�ck, Marie. Gro� bist du geworden.

Bl�de Idee, nach Wien zu kommen!

Wir feiern! Morgen gehen wir in Sezession und Burgtheater.

Unterricht ab 06:45, so stell ich mir den Jahrhundertbeginn vor.

Wir machen's uns sch�n!

Martha! Sch�n, dass ihr gekommen seid!

Danke f�r die Einladung. - Martha.

Georg. - Maximilian Aderhold.

Georg Maria von Traunstein. - Guten Abend.

Endlich lerne ich Sie kennen.

Sie sollten uns auf Gut Traunstein besuchen.

Gerne.

Unsere Frauen wollen sicher kurz allein sein.

Ich stelle Sie meinen Freunden vor. - Ja.

Und bitte sagen Sie Georg zu mir.

* entspannte Musik *

Martha?

Du wirst doch mein neues Buch lesen?

Was passiert ist, tut mir leid.

K�nnen wir uns nicht davon erholen?

Du bist also in vier Wochen fertig?

Da warst du sehr flei�ig.

Meine Flora ist ein gro�es Gl�ck.

Sie kopiert die Seiten bis zum Morgengrauen.

Leg dir eine Schreibmaschine zu.

Aber das klappert doch.

Du bist erfolgreich. Warum sagst du's deinem Mann nicht?

Vielleicht freut es ihn.

Traunstein darf die Geschichten niemals lesen.

Dann erf�hrt er doch, was ich wirklich denke.

Nehmen S' so viele Geheime, wie S' brauchen. Sie haben freie Hand.

Irgendwann bleibt was an den hohen Herren h�ngen.

Pospiszil?

Ist die Quelle glaubw�rdig? - Jawohl.

Beobachten S' die Herren von der Friedensliga.

Sie bekommen Spesen, wenn Sie reisen. - Danke.

Machen S' nimmer zu lang.

Ordentlicher Schreibtisch, und das neue Jahr kann kommen.

Feiern tun S' auch a bissl?

Ich geh auf ein Bier in die Drei Kreuzer.

Na dann w�nsch ich Ihnen was f�rs neue Jahrhundert.

Danke, Herr Zentralinspektor. Ihnen auch und der gn�digen Frau!

* ausgelassene Musik *

Was f�r eine Hitze!

* entferntes Lachen *

Martha?

Was kann ich tun, dass wir wieder gut miteinander sind?

Bitte sag mir was.

Irgendwas.

Konstanze. Versuch einfach, nichts zu machen.

Das kann ich nicht.

Ich kann das nicht.

Martha?

Ich liebe dich.

Ich liebe dich.

Wie man einen Menschen nur lieben kann.

* fr�hliche Musik *

* Lachen *

* fr�hliche, schnelle Musik *

Kommt!

* Kreischen, Lachen *

Ich hoff, Sie sind zufrieden?

Wie immer ein gelungenes Fest, gn�dige Frau.

Danke, Wagner. - Danke.

Vincent Zacharias hat es Dank Ihnen weit gebracht.

(Georg) Er ist klug. Und loyal.

Man sollte eine Ehe f�r ihn arrangieren, nicht?

Eine Erbin oder verm�gende Witwe. Jemand mit Einfluss.

Die ihn in eine verantwortungsvollere Position bringt?

Das meinen Sie doch, gn�dige Frau.

Gewiss, Durchlaucht.

Sonst m�sst man's nicht arrangieren.

Ich denke dar�ber nach.

(alle) Zehn! Neun! Acht! Sieben! Sechs!

F�nf! Vier! Drei! Zwei! Eins!

* Jubel, Korkenknallen, Applaus *

(mehrere) Frohes neues Jahr! Prost!

* ruhige Musik, Stimmengewirr *

Martha! Ein gl�ckliches Neues!

Gutes Neues!

Wagner.

Mayr.

* Stimmengewirr, Lachen, ruhige Musik *

Auf alles, was vor uns liegt.

Auf das ganze neue 20. Jahrhundert.

* ruhige Musik *

Wollen Sie tanzen?

Ja.

* Musik: "An der sch�nen blauen Donau" von Johann Strauss *

Sie haben Marie Stadler zu sich genommen?

Es ist nicht unbedingt leicht mit ihr.

* Lachen *

Ich wei� nicht, was ich f�r sie tun kann.

Schenken wir ihr ihre Unabh�ngigkeit.

Vielleicht will sie einen Beruf lernen, studieren.

Das kann man in Wien mittlerweile als Frau.

Ja. Warum nicht. Marie ist sehr intelligent.

Und an keine Konvention gebunden.

Bei meinen anderen T�chtern ginge mir das nicht so leicht �ber die Lippen.

Ist doch merkw�rdig. Tanzen Sie mit mir?

Sehr gerne.

* Stimmengewirr im Hintergrund *

* Walzermusik *

Denkst du noch manchmal an uns? - Nat�rlich.

Ich bin froh, dass Traunstein nichts bemerkt hat und Martha uns verzeiht.

Es h�tte ein schlimmes Ende nehmen k�nnen.

Wie, schrecklich? Dass man uns k�pft?

Ein gelungenes Fest. - Wirklich?

Was h�ltst du davon, wenn wir Marie Stadler eine Wohnung in Wien mieten?

So gro�z�gig, Traunstein.

Das M�del wird verwahrlosen.

Lass uns schnell nach Hause fahren, Martha.

Ich muss wieder schreiben.

Ich muss viel schreiben, ich will ... - Alles?

Ich will dich.

* Walzermusik *

* sanfte Klaviermusik *

Schmeckt's?

* Er r�lpst. *

Anni, mein Schatz.

Annilein, soll ich dir ein Bett richten lassen?

Geben Sie her, Wagner.

Hast dich doch losmachen k�nnen?

Ich muss den Kindern doch ein sch�nes neues Jahr w�nschen.

Nat�rlich.

Komm.

* Sie kichern. *

(Portier) So �berschw�nglich wir es auch begr��t hatten,

ganz geheuer war uns das neue Jahrhundert nicht.

W�hrend im Sacher die Zeit stillzustehen schien,

wurde die Welt drau�en schneller. Der Fortschritt ver�nderte alles,

sogar die Menschen. Aus Kindern wurden Leute

und aus einigen Leuten wurde ... etwas ganz Besonderes.

Herzlich willkommen. Bitte sehr.

(Portier) Der Doktor Zacharias war vom Kaiser geadelt worden.

Er hatte geheiratet, allerdings nicht Marie Stadler.

Sondern ganz im Sinne seiner Karriere.

Guten Tag, Marie. - Tag.

Gr�� Gott, Marie.

Wir ziehen es hier vor, uns einen guten Tag zu w�nschen.

Setzen Sie sich doch.

Wir sind gerade in die Frage vertieft, ob ein Krieg,

der sich in radikaler Verbesserung des Bestehenden begr�ndet,

gerechtfertigt und notwendig ist. - Einen solchen Krieg gibt es nicht.

Glauben Sie, dass sich die Entstehung des Kosmos,

die Evolution, gewaltlos ihre Bahn bricht?

Wir leben nicht in der H�lle des Kosmos, sondern im Paradies Erde.

Altes sollte neben Neuem bestehen k�nnen.

Wir haben keine Zeit, das Gespr�ch zu vertiefen. Komm!

Ist gerade so interessant.

Folgen Sie Ihrem Vater, Fr�ulein.

Er muss in einer wichtigen Angelegenheit ins Ausland.

(Marie) Sei ein braves M�dchen, Irma.

In der Stadt h�rt man viel �ber deinen Salon.

Die Leute interessieren sich erst f�r die Geheimnisse einer Frau

und dann f�r ihre Gedanken.

Ich bin nicht die Leute.

Ich bedauere es sehr, dass ich beides nie kennen werde.

Eine kluge Frau gibt ihr Kapital niemals preis.

Ich bin sehr froh, dass ich das schnell gelernt hab.

In Berlin, f�hrt es Sie da in den Grunewald?

Guten Tag, Lechner.

Da treffen Sie sich wahrscheinlich mit Liberalen,

die bei uns unter Beobachtung stehen. - Fritz!

Sehr wohl, gn�dige Frau.

Ich h�rte, dass sich Ihr Sohn in Berlin mit Leuten trifft,

die der Friedensliga anh�ngen. - Ja.

Mein Georg hat sich verrannt.

In die europ�ische Idee.

Ein Vater hat's nicht leicht in diesen Zeiten.

So viel ich wei�, haben Sie nur T�chter.

Ja, glauben Sie mir,

die Weibsbilder sind schon v�llig n�rrisch geworden,

seit Schnitzler in seinen Theaterst�cken alles erlaubt wird.

�brigens auch ein Jud.

Die politischen Ambitionen des jungen Traunstein machen uns gro�e Sorgen.

Freiheit f�r die slawischen V�lker in den Kronl�ndern? V�lkerbund?

Frieden um jeden Preis?

Politik, die den Bestand des Reichs gef�hrdet.

Ich will, dass ein Exempel statuiert wird.

Eher nicht direkt gegen den verehrten Sohn Traunstein.

Einen Denkzettel.

Wir k�nnten uns einen aus der Gruppe um Traunstein herausgreifen,

der, sagen wir, nicht explizit im Blickfeld des Kaisers ist.

Aber durch radikale politische Ideen auff�llt.

Namen sind uns bekannt.

Machen Sie, was Sie f�r richtig halten.

Jedenfalls sollten wir nicht l�nger zusehen,

wie unser ganzes christliches Abendland Schaden nimmt.

Die Leute zerst�ren den Boden, auf dem sie stehen.

Vincent Zacharias.

Ein b�hmischer Nationalist.

Und Spionage.

Ich habe mehrfach berichtet,

dass er sich mit verd�chtigen Subjekten trifft.

Zacharias ist ein Proteg� vom jungen Traunstein.

Darauf brauchen Sie keine R�cksicht mehr zu nehmen, Lechner.

Ich handle einen guten Preis f�r Papas Haus aus.

Und dann lass ich mich beraten, wie wir es anlegen.

Ich werde keinen Pfennig von seinem Erbe anr�hren.

Danke.

Du wirst nicht merken, aus welchem Topf wir wirtschaften.

Wiedersehen, Menning. - Gute Reise, Frau Aderhold.

Komm gesund wieder!

Menning, ich will nicht gest�rt werden.

Ich les das Manuskript von der Stein. - Ist es denn da?

Ihre Frau hat danach gefragt. - Ah ja?

Die Post ist bei mir gelandet, gestern.

Na, Junge, was machst du denn da, ha?

(Konstanze) "Liebe Martha, lieber Maximilian."

"Ich hoffe, es geht euch gut. Endlich ist mein neues Buch fertig."

"Ich bin aufgeregt, wie ihr es aufnehmen werdet."

"Hier ist alles wie immer, die Tage gehen und ich bin nur froh,

weil ich in den letzten Monaten meine Arbeit hatte,

die eigentlich keine Arbeit ist."

Du Gl�ckliche.

* melancholische Musik *

(Menning) Machen Sie nicht zu lange!

Einen sch�nen Abend.

Komm, Junge, Feierabend.

* melancholische Musik *

Ich verbiete dir den Umgang mit Marie Stadler.

Eine unm�gliche Person!

Sie hatte jede M�glichkeit, aus ihrem Leben etwas zu machen.

Stattdessen macht sie sich wichtig.

Sie f�hrt einen Salon. Und ist unabh�ngig.

Mit unserem Geld kann man gut unabh�ngig sein. Irma!

Als Prinzessin von Traunstein

hast du gegen�ber der Familie Verpflichtungen.

Wenn bekannt wird, wo du dich herumtreibst,

interessiert sich kein Mann f�r dich. - Ich bleibe frei.

Kind! - Eigenes Geld verdienen.

Mein Leben wird famos sein.

Eine alte Jungfrau wirst.

Vom Almosen deiner Familie abh�ngig.

Arme Rosa, jetzt kommst du unter die Haube.

Dann kannst nicht mehr machen, was du willst.

Du musst machen, was er sagt. - Schluss!

Womit ist Schluss?

Mit Rosas Freiheit.

Durchlaucht, ein Anruf von einem Herrn Aderhold.

Ich bin mir noch unsicher.

Vor allem wegen dem Ehemann, hast du den verstanden?

Die Frau und der Mann sind ganz verschieden in der Liebe.

Er hat alles erfahren, ist ohne Illusion und m�de.

Sie ist unschuldig, tr�umt.

Aber du wei�t, dass ein Mann auch unschuldig ist.

Dass er niemals alles erf�hrt.

Aber das Buch gef�llt dir, ja?

Auf alle F�lle? - Ja, ohne Zweifel.

Und du? Wie geht's dir?

Gut.

Martha ist in Bremen.

Ihr Vater ist vor ein paar Wochen gestorben.

Oh, das tut mir leid.

Soll ich dir meine Gedanken aufschreiben oder

wollen wir uns treffen?

Ich werde gesch�ftlich in Wien sein.

Ich f�nd es sch�n, wenn wir uns wiedersehen.

* heiteres Klavierspiel *

Irma!

Dein Rumgehampel passt nicht zu unserer Musik.

Dann spiel halt so wie ich tanz.

Wirst schon sehen. Spiel weiter.

* heitere Klaviermusik *

* melancholische Musik *

So sch�ne Bilder macht Madame Dora.

Ist grad wie ein Gem�lde.

Wie eine Majest�t schaust aus.

Herrscherin �ber ein Imperium.

Unsterblich wirst sein.

Wie dein Hotel Sacher.

Als kleines M�del hab ich

in der Schlachterei von meinem Vater den Tod kennengelernt.

Ich hab ihn geh�rt.

Und ich hab ihn gerochen in der Fr�h, wenn sie geschlachtet haben.

Ich hab kein gutes Verh�ltnis zum Sterben.

Wenn's nach mir ging, g�b's keinen Tod.

* Klopfen * Ja?

Verzeihung.

Da schau her, komm nur herein.

Gr�� Gott, Frau Sacher. - Gr�� dich.

Der Johann und du, hm?

Dass ihr euch �ber die Jahre treu geblieben seid, ist sch�n.

Ist eine Freud', dich zu sehen.

Ich wollte nicht st�ren, nur kurz servus sagen.

Ich w�nsch dir einen sch�nen Abend.

Lass mir den Johann gr��en. Mach ich. Guten Abend.

Was meinst, Julius?

Sollt ich mein Geld in Kriegsanleihen anlegen?

Nein. Es gibt keinen Krieg.

Wird aber viel davon geredet an meinen Tischen.

Wir haben unser Geld gut angelegt. In dein Hotel Sacher.

Ach, Julius.

Du hast mir �ber viele schwere Zeiten hinweg geholfen.

Ich dank dir.

Immer mit gro�er Freude.

Ich wei�, dass du seit dem Tod deiner Frau �ber Heirat nachdenkst.

Aber ich bin eben keine Privatperson.

Die Unternehmung, die ich f�hr, kann nur eine Person f�hren,

die �ber jedes menschliche Gepl�nkel erhaben ist.

Du bist eine Institution, Anna.

Und deswegen sch�tze ich unser ... Inkognito.

Mehr als alles andere auf der Welt.

* Klopfen * Herein?

Trinkst ein Glasl mit mir?

Ich hab gedacht, du schaffst es heut nimmer.

* entspannte Musik *

Meine Tante ist gestorben.

Sie hat mir 8000 Gulden hinterlassen.

Und ...

deshalb wollte ich fragen,

also,

ob wir endlich...

Ja.

Und ich w�rde auch seine Durchlaucht fragen...

Ob du zu uns nach Traunstein kommst?

Warum hast du nie auf meine Briefe geantwortet?

Wohin h�tt das gef�hrt?

Vielleicht hast du andere M�nner gehabt?

Nein.

Hast du andere Frauen gehabt?

Ich hab versucht, dich zu vergessen.

Und Martha?

Martha ...

Martha ist ...

Martha ist ein guter Mensch.

Traunstein auch.

Hast du eine Idee f�r deinen neuen Roman?

Der Herr Verleger plant.

Ich will nicht noch mal ein paar Jahre auf ein neues Werk warten.

Obwohl, wir k�nnten auch alles hinter uns lassen.

Portugal, Kanada, Neuseeland.

Frei sein.

Frei sein.

Dar�ber schwadroniert meine Tochter Irma auch bei jeder Gelegenheit.

Sie glaubt, sie muss ihrer altmodischen Mama sagen,

was das Leben zu bieten hat. - Kluges Kind.

Mach mal die Augen zu.

Ist f�r dich.

Ich wei� doch, dass du keine Schreibmaschine magst.

Ich w�rd gern die Geschichte der Marie Stadler schreiben.

Weil du dich an deinem Mann r�chen willst?

Aber geh, Max.

Mich interessiert die Marie. Und wie sie sich gerettet hat.

* Kr�henrufe *

Georg?

Martha.

Ich dachte mir, wenn ich schon mal in Berlin bin, komm ich vorbei.

Das trifft sich gut, warten Sie.

Ich komm grad aus Bremen. - Darf ich Ihnen das abnehmen?

Vielen Dank, Wiedersehen.

Kommen Sie.

Guten Tag, Hedwig. Darf ich dir Georg von Traunstein vorstellen?

Das ist Hedwig, die gute Seele des Hauses.

Ich hab die Post ins Wohnzimmer gelegt.

Ihr Mann l�sst gr��en, er f�hrt �ber Prag nach Wien.

Er wird Sie von unterwegs anrufen.

Gut.

Hedwig, du kannst gehen. Ich koch heut selbst.

Also, wenn ich Sie zum Essen einladen darf.

Mit Vergn�gen, aber nur, wenn ich zur Hand gehen darf.

* nachdenkliche Klaviermusik *

Wir haben mit den Vertretern der Friedensliga heftig diskutiert.

Ein Teil von ihnen glaubt an einen Krieg,

der Europa neu strukturieren kann.

Ein Krieg kann unm�glich die L�sung f�r unsere Probleme sein.

Ist es nicht schrecklich, dass Gewalt und Zerst�rung

immer so eine Faszination auf uns Menschen aus�ben?

Jetzt stehen sich die europ�ischen Staaten wie Raubtiere gegen�ber.

Ah! - Haben Sie sich wehgetan?

Nein, alles gut.

Als h�tte es den Wiener Kongress nie gegeben.

Wenn interessiert der Frieden, wenn Frieden ist?

Kosten Sie mal. Ist ein Rezept von meiner Mutter.

Viel Vanilleschote und eine Mischung aus Rum und Zimt.

Mhm, fantastisch.

Nicht zu s��?

Nein.

Frau Sacher w�rd vor Neid erblassen.

Das d�rfte sie nicht h�ren.

Als Bub bin ich gern in der K�che gegessen beim Personal

und hab ihnen zugeschaut.

Aber Kochen kann ich trotzdem nicht.

Wollen Sie nicht noch bis morgen in Berlin bleiben?

Wir k�nnten ins Adlon, Kaffee trinken,

ins Kabarett gehen...

Na ja, Sie werden sicher erwartet.

Nichts, was sich nicht verschieben l�sst.

Ich m�sst allerdings...

�h, ja, nein... Bitte f�hlen Sie sich frei,

das Telefon zu benutzen, die Schreibmaschine...

Das Postamt ist gleich um die Ecke.

Gut. - Die erste T�r rechts.

Bitte sagen Sie meine Termine die n�chsten zwei Tage ab.

Ich bleib l�nger in Berlin.

Wie bitte?

Was ist passiert?

Vincent Zacharias, Sie kennen ihn, ist verhaftet worden.

Man wirft ihm Spionage vor.

Es tut mir leid, Martha, ich muss...

Nein, nein, selbstverst�ndlich. Sie...

Sie m�ssen sich sofort auf den Weg machen.

Das tut mir leid.

Ich komm mit nach Wien.

Max ist sowieso dort.

Ich, ich beeil mich, ja? - Gut.

* Zugsignal *

Wenn ich den Zacharias nicht protegiert h�tt,

dann w�r er jetzt vielleicht nur Assistent bei Gericht,

aber er h�tt keine Schwierigkeiten.

Ja, ich hab den Franzl eh schon bem�ht,

dass er was tut f�r den Zacharias. Aber du wei�t ja eh.

Der Kaiser macht halt alles andere lieber als Politik.

Manchmal, wenn er so dasitzt, wenn er nicht die Augen offen h�tt...

Sei mir nicht b�s. Ich muss weiter.

(Portier) Durchlaucht. Gn�dige Frau.

Ich werde Durchlaucht sofort Bescheid sagen,

dass Durchlaucht angekommen sind.

Meine Frau ist in Wien? - Ja, sehr wohl.

Danke Ihnen, Mayr,

ich k�mmere mich jetzt um unsere verehrten G�ste. Gn�dige Frau.

Durchlaucht.

* Telefonl�uten *

Durchlaucht, ich ... ich mach mir ein wenig Sorgen um den Zacharias.

Spionage! Also, das will mir nicht in den Kopf.

Es kann sich nur um ein Missverst�ndnis handeln.

Sie werden sich doch seiner annehmen, nicht?

Selbstverst�ndlich!

Dank Ihnen.

Georg.

Sie m�ssen bestimmt telefonieren?

Ich geh schon mal rauf und sag Konstanze guten Tag.

Sie wird sich freuen, Sie zu sehen.

* Klaviermusik *

* spannungsvolle Musik *

Hebt nicht ab.

* Telefonl�uten *

(Maximilian) Was ist denn los?

(Konstanze) Hm. * Telefonl�uten *

H�r mal, der W�rtner z.B. k�nnte ein Gleichnis sein.

F�r was?

F�r die Beherrschung des Mannes nach der Sehnsucht seiner Triebe

oder irgend so was.

Max, ich schreib nicht in Gleichnissen.

Auch besser so. * T�rklopfen *

Herein!

* Die T�r geht auf. *

* spannungsvolle Musik *

Martha!

* spannungsvolle Musik *

* gef�hlvolle Geigenmusik *

Hm.

Alles in Ordnung?

Aber, frag gar nicht! - Hm.

Aderhold, guten Tag. Schicken Sie mir bitte einen Pagen. Danke.

Gehen Sie bitte.

Ein Anruf von dir h�tte uns allen diese Peinlichkeit erspart.

Wahrscheinlich wolltest du sie uns nicht ersparen.

Wir haben uns lang genug was erspart, Max.

An wen schreibst du denn da die ganze Zeit?

Da ich schon mal hier bin, werde ich unsere Schriftsteller treffen.

Bringen Sie die bitte zur Post?

Mein Verlag, meine B�cher, meine Schriftsteller.

Disziplin, Kontrolle. Jetzt Martha, zeig doch einmal, was du...

* Schluchzen *

Das Leben ist so sinnlos.

Mein Leben ist nicht sinnlos.

* gef�hlvolle Klaviermusik *

Frau Aderhold.

Kommen S' mit in mein B�ro.

Ist Trennung denn wirklich die einzige M�glichkeit?

Ich hab so oft dar�ber nachgedacht.

Was kommt denn danach? - Hm.

Das Schicksal.

Schauen Sie, gn�dige Frau,

ich seh das hier jeden Tag.

Menschen, die sich lieben.

Menschen, die sich aus Liebe zerst�ren.

Die Liebe, die...

Ja, die ist halt sehr fl�chtig.

Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf.

Mir hat mein Sacher immer Kraft und Trost gegeben.

Sie haben doch auch ein eigenes Gesch�ft.

Und B�cher sind was f�r die Ewigkeit.

Und jetzt gehen S' runter

und trinken einen Kaffee mit viel Schokoladenlik�r

und mit viel Schlag. Doch, doch, glauben Sie's mir.

Wenn's da weh tut,

braucht der Mensch viel S��es.

Ich erwarte die Anw�lte im Sacher!

Nein, sofort!

Wir m�ssen Zacharias auf freien Fu� bekommen.

Ja. Danke.

Ich werde abreisen, nach Traunstein.

Ich bleib die n�chste Zeit hier.

* langsame Klaviermusik *

* Stimmengewirr *

* R�uspern *

Er ist viel zu s��.

Aber es hilft ein bisschen.

Wie geht's Ihrem Freund?

Ich wei� es noch nicht.

Ich habe Vincent Zacharias� Karriere bef�rdert

und mich selbst aus den Spielchen und Intrigen des Hofes rausgehalten.

Er hat meine Pflichten dort �bernommen.

Und jetzt wird ein Exempel statuiert.

Gegen unsere Gesinnung.

* langsame Klaviermusik *

Es ist nicht unsere Zeit, Martha.

Ich wei�.

Bitte sch�n.

Nehmen S' dem Herrn die Fesseln ab. Und dann warten S' bitte drau�en, ja.

Habe die Ehre, gn�dige Frau.

Guten Tag, Baron von Zacharias.

Marie!

Ich habe mir den Vorteil zunutze gemacht

und habe Sie einen Augenblick allein.

Wie damals.

Ich w�rd Ihnen alles erkl�ren.

L�ngstens vergessen.

Mein Leben k�nnte nicht besser sein.

Sie ...

Sie waren der einzige Mensch ...

Der erste und einzige,

der mich wie ein Wesen aus Fleisch und Blut behandelt hat.

Einfach und lebendig.

Daf�r wollt ich Ihnen Dank sagen.

Marie, ich hab...

an Pflichten geglaubt,

an Verpflichtungen.

Und ... ich habe sie �ber meine Gef�hle gestellt.

Machen Sie sich nichts draus.

Meine Freiheit ist mir allemal das Liebste.

Ich wollte Sie noch mal sehen.

Ich mag nicht, wenn zwischen Menschen etwas offen ist.

Das ist wie ein Sog.

Das l�sst einem keine Ruhe.

(Georg) Marie?!

Guten Tag!

Bin gerade im Gehen.

Gr�� dich Gott.

Adieu.

Ich w�nsch Ihnen Gl�ck.

Vincent Zacharias. Herr Fuchs. Herr Straub. Unsere Anw�lte.

Du sollst mit den Engl�ndern konspiriert haben?

Klar.

Warum hast du das gemacht?

Ich dachte, dass wir uns vertrauen k�nnen.

Wir.

Wir ... stammen aus anderen Welten.

Und das hat sich nicht durch einen Titel ver�ndert.

Auch nicht dadurch, dass ich versucht habe,

mich in allem anzupassen.

Dir ebenb�rtig zu sein.

Du bist von Gottes Gnaden.

Ich bin einfach nur ein B�hme, der nach seiner Selbstbestimmung sucht.

Aber Vertrauen, Georg ...

braucht Augenh�he.

"Es gelingt Frau Stein vorz�glich, die Sehnsucht ihrer Figuren

nach einem erf�llenden Leben zu beschreiben."

Das haben Sie sich verdient. So viele N�chte.

Du verurteilst mich, nicht wahr?

Nein.

Flora, wir kennen uns schon so lang.

Du kannst ruhig ehrlich zu mir sein.

Sie sind Hausfrau, Mutter.

Sie schreiben so sch�ne Geschichten.

Sie machen all diese Dinge und ich bin immer nur die eine.

Die Flora.

(Konstanze) Was?

Oh Gott!

Sie wollen Zacharias zum Tode verurteilen.

Stimmt's denn, was sie ihm vorwerfen?

Dass die B�hmen nicht endlich die nationale Selbstbestimmung erhalten,

hat ihn dazu gebracht, sich in Demokratie von Briten

helfen zu lassen.

Das gilt in diesen Zeiten als Hochverrat.

Er ist aus deinem Schatten getreten und hat sich dabei verrannt.

Was sind deine Pl�ne?

Ich habe keine Pl�ne.

Aderhold hat in Berlin alles aufgegeben und wohnt jetzt im Sacher.

* Sie lacht kurz. *

Das traust du mir zu?

Gibt's in dieser Sache noch etwas, das mich �berraschen kann?

Ich erwarte ein Kind.

Deine �berlegenheit bringt mich um den Verstand!

Halt deinen Mund! Halt doch einfach mal deinen Mund!

Geh jetzt, bitte.

Gute Nacht, Gro�vater.

Ja, ja.

Ihr k�nnt auf eure Zimmer gehen.

Sie k�nnen alle gehen.

Liebst du ihn?

Seit wann interessiert du dich f�r die Liebe?

Ich habe immer versucht, ein guter Familienvater zu sein,

dir deine W�nsche zu erf�llen.

Du wei�t doch gar nichts von mir, Traunstein.

Du hast dich immer nur f�r deine Utopien engagiert,

meine Mitgift daf�r gebraucht.

Interessiert hast du dich nie f�r mich.

Es ist halt deine Natur.

Ich hab mich damit arrangiert.

Aber ich bitt dich...

drangsalier mich nicht auch noch mit deiner Tugendhaftigkeit.

(Portier) Und dann ist Realit�t geworden,

womit die ganze Zeit �ber kokettiert worden ist.

Hurra, hurra.

Dat hat uns noch gefehlt.

(Portier) Dieser Krieg war die Bankrotterkl�rung an die Vernunft.

Nehmen Se och eenen?

* traurige Musik *

Du kommst wieder.

Johann, versprich mir,

dass du heil und sicher aus dem Krieg zur�ckkommst.

Schw�r�s mir.

Bitte schw�r�s mir.

Ich schw�re.

Und dann bleiben wir f�r immer zusammen?

Ja.

F�r immer.

(Portier) Ich bedaure au�erordentlich.

Nein, tut mir leid. Vollkommen ausgebucht.

Schauen Sie, ich seh da leider Gottes keine M�glichkeit.

Durchlaucht. Und?

Die Anw�lte haben das Todesurteil verhindern k�nnen.

Er ist seiner �mter und Titel enthoben

und wurde mit seiner Familie aus Wien ausgewiesen

und unter Hausarrest gestellt.

Hat ihn seine Existenz gekostet,

aber wenigstens nicht das Leben. - Ja.

Was sind das f�r Zeiten!

Sie entschuldigen mich? Durchlaucht.

Du bist schwanger?

Ist das Kind von mir?

Ich hab mich f�r meine Familie entschieden. Endg�ltig.

Bin ich der Vater?

Ich werde diesem Kind das gleiche Leben erm�glichen

wie meinen T�chtern.

Du willst aus meinem Kind einen Traunstein machen?

Alle reden nur von diesem Krieg.

Ich will Frieden.

Frieden?

Die Welt wird auseinanderbrechen!

Wahrscheinlich muss sie auseinanderbrechen,

damit wir endlich mal wieder was f�hlen.

F�hlen, Konstanze!

Lass gut sein, Max.

Geh jetzt.

Ich ... bin der Vater.

* Die T�r f�llt zu. *

* Vogelzwitschern *

* Kinderstimmen *

Ah, Tag, Herr Aderhold.

Hast du meinen Brief bekommen?

Konstanze erwartet ein Kind.

Darf ich trotzdem hierbleiben?

Ich muss arbeiten, Martha,

ich muss gegen diesen verfluchten Krieg arbeiten.

Das kann ich nur hier. Bei dir.

* spannungsvolle Musik *

(Maximilian) "Wenn F�rsten Krieg wollen, so beginnen sie ihn

und lassen sich dann von einem Juristen beweisen,

dass das Recht auf ihrer Seite sei�, h�hnte Fritz von Preu�en.

Nicht nur F�rsten sind in den Krieg gezogen, auch gew�hnliche M�nner.

Die Menschheit will mit einem Faustschlag zur Ordnung rufen,

weil sie sich nicht mehr vertraut. An ihre eigene Vernunft nicht glaubt.

Dieser Krieg wird unsere Kultur zerst�ren, Europa die Zukunft rauben.

Guter Text, Max.

Danke.

* Telefonl�uten *

Aderhold.

Martha!

Wie geht�s dir?

Du willst sicher mit Max sprechen.

Ist er denn wieder in Berlin?

Martha, bist du noch da?

Ich geb ihn dir.

Warte!

Eigentlich wollt ich dich sprechen.

Es ist sch�n, deine Stimme zu h�ren.

* gef�hlvolle Musik *

Wei�t du noch, bei der Geburt von der Rosa, wie du bei mir warst?

Und unsere gemeinsamen Tage in Wien, die unser Geheimnis waren.

Niemand wusste, dass ich deine Schriftstellerin bin und du...

Leb wohl, Konstanze.

Viel Gl�ck!

Ist das Kind auf der Welt?

Nein.

Ich glaub, es wird ein Bub.

Und ich wollt dich nach einem Namen fragen.

Andreas.

Andrasz.

Sch�n.

Ich versteh zum ersten Mal, was Traunstein meint.

Jeder von uns hat seinen Platz in der Welt.

Wenn er ihn nicht ausf�llt, entsteht Verwirrung und Schmerz.

Das Entscheidende ist der Platz in uns selbst.

Leb wohl, Max.

Leb wohl.

* traurige Musik *

Wir haben es nicht geschafft, ein Liebespaar zu sein.

Und Eltern zu werden.

Warum eigentlich nicht? Warum haben wir es nicht geschafft, Martha?

* traurige Musik *

* unheimliche Musik *

Mit Dank zur�ck!

Besser h�tte mein Leben gar nicht beginnen k�nnen.

Wenn die Ratten aus ihren L�chern kriechen, dann ist's das Ende.

Die Ratten!

Gegen diese Plage wird all ihr Geld nichts ausrichten k�nnen.

Ich h�tte deine Geburt verhindern m�ssen.

Der Dienstmagd das Kind aus dem Leib rei�en lassen.

Aber jetzt bin ich Ihr Blut.

Marie von Traunstein!

Nein, das ... das gef�llt mir nicht wirklich.

Mit ihrem Geschlecht ... geht's zu Ende. Gro�papa!

* unheimliche Musik *

Hilfe! Hilfe!

Hilfe!

Das kommt nicht infrage! Du bleibst hier.

Mutter bekommt ein Kind von einem anderen.

Ich brauch eure Farce nicht mehr l�nger mitspielen.

Was deine Mutter und ich machen, ist unsere Sache.

Aber die Familie geht uns alle an. - Familie? Um Marie und ihre Mutter

hast du dich nicht gek�mmert! Die sind auch Familie, oder?

Irma, du bist erst 17! - Mit 17 hast du geheiratet.

Aber ich soll nicht dort leben, wo ich will?

Wohin willst du denn? - Zu mir!

Zu meiner Schwester.

Das Kind tut mir leid, dass es in diesen Sarg geboren wird.

Untersteh dich! Du entschuldigst dich sofort bei deiner Mutter!

Willst du mich einsperren? Wie der W�rtner die Marie?

* St�hnen *

Ich brauch die Hebamme und den Arzt.

Anton!

(Mathilde) Mutter!

* St�hnen *

Mathilde, geh bitte auf dein Zimmer.

Den Arzt und die Hebamme!

* schmerzerf�lltes St�hnen *

Du wirst es lieben wie unsere drei T�chter?

Ja.

Danke, Georg.

* Schreie *

* Telefonl�uten *

Aderhold.

Ja.

* spannungsvolle Musik *

Was ist los, Max?

Es ist ein Junge.

* d�stere Musik *

* ruhige Musik *

* leises Babywimmern *

(Portier) Der Maximilian Aderhold sah seine Aufgabe

als Chronist dieses Krieges. Darum ging er an die Front.

Vier Jahre hat der Krieg gedauert. 20 Millionen Tote.

Die H�lfte davon Zivilisten.

Ja, einige unserer G�ste kehrten zur�ck ins Sacher.

Aber sie waren nicht mehr die, die jubelnd losgezogen waren.

Das muss man auch sagen.

Sie hatten mit dem Frieden gespielt und verloren.

Alle haben wir verloren.

* Stimmengewirr *

Ah.

Laphroaig.

Berry Brothers & Rudd.

Bottling, �h ...

* Spricht auf Ungarisch. *

�h, 1908.

Fast, Herr Graf, 1903.

Ach, Mayr, mit mir ist nichts mehr los.

Aber geh, Herr Graf, eine Unp�sslichkeit,

eine vor�bergehende Erscheinung.

So wie die derzeitigen Zust�nde auch nix anderes sind

wie eine vor�bergehende Erscheinung. - Ja.

Nur gut, dass das Franz Josef nicht hat erleben m�ssen.

Er war immer gegen einen Krieg.

Jetzt ist es noch viel schlimmer.

Es tut mir so leid, Anna,

mit deinem Schuster.

Sind wir nochmal Witwen geworden, ohne verheiratet gewesen zu sein.

Wagner, wissen Sie noch damals,

wie mein seliger Mann, der Eduard und ich

Sie im Variet� angesprochen und in unser Hotel geworben haben?

Als w�r's heut, gn�dige Frau.

* Schnaufen *

Bleiben S' noch ein bisserl bei uns sitzen, Szemere.

Ich geb Ihnen selbstverst�ndlich Kredit. Keine Widerrede.

Auf unsere Gesundheit.

Auf Ihre g�tige Gastfreundschaft, gn�dige Frau Sacher.

Auf Ihre unverg�ngliche Sch�nheit

und Ihren unvergleichlichen Charme. Aber gehen S'.

Ja, ja, als junges M�del h�bsch zu sein, ist eine Gnade,

aber als alte Frau sympathisch zu bleiben,

das muss man sich erst verdienen, nicht?

* dramatische Musik *

Frau Sacher? Johann?

Johann!

Wagner, bringen S' einen Whiskey f�r den Heimkehrer!

Na, rasch! Sehr wohl.

Ja, Johann.

* dramatische Musik *

"Selbst wenn der Beschuss endlich nachgelassen hat,

und der Soldat einen Augenblick hoffend den Kopf hebt,

t�tet heimt�ckisch das Gas."

"Ich habe das Gef�hl, dass das Licht ausgegangen ist."

"Dass wir die Grenze �berschritten haben."

"Wie soll der Frieden aussehen, auf den wir alle warten?"

* dramatische Musik *

Ich wollt nicht st�ren.

Maximilian Aderhold ist gefallen.

Das tut mir leid.

Ich komme ein anderes Mal wieder. - Nein! Nein.

Worum geht's denn?

Der Johann ist in Wien.

Die Frau Sacher hat's mir geschrieben.

Dass er mir nicht Bescheid gibt, weil ihm der rechte Arm fehlt.

Und da m�chtest du nat�rlich zu ihm?

Aber ich m�cht auch den Andreas nicht...

Er wird dich vermissen, Flora.

Und er wird mit seinem Vater vorliebnehmen m�ssen.

Fahr nur.

Ich darf dich nicht aufhalten.

Ihre Frau hat mich mal gebeten,

den Schl�ssel f�r Sie aufzubewahren.

Er geh�rt zum Sekret�r Ihrer Frau.

* dramatische Musik *

(Konstanze) "Ich versprach mich im Angesicht Gottes der Ehe,

reinen Herzens."

"In guten wie in schlechten Tagen."

"Zumindest dachte ich das damals, denn ich war noch ein halbes Kind."

"Zu jung, um die Widerspr�che des Lebens zu verstehen."

"Mir fl�stere man zu, was in den R�umen der Dienstboten l�ngst

kein Geheimnis mehr war: Dass mein zuk�nftiger Ehemann

eine Dienstmagd geschw�ngert hatte."

"Ein Kind gezeugt mit einer Frau aus dem Volk."

"Eine Tochter."

"Sie w�rde gr��er werden und erfahren, wer ihr Vater ist."

"Wom�glich w�rde sie Anspr�che stellen, ihr Recht einfordern."

"Wie sollte ich da ruhig in die Zukunft sehen?"

"Wie sollte ich mich jemals sicher f�hlen?"

Deine Mutter, Irma,

ist die Schriftstellerin Lina Stein.

Lina Stein beschreibt in ihrem letzten Buch

die Geschichte einer jungen Braut,

die vom unehelichen Kind ihres Br�utigams erf�hrt

und den Gedanken daran nicht ertragen kann.

Sie beschreibt, dass sie ihren Schwiegervater um Hilfe bittet.

Du meinst, Mutter hatte was mit Maries Entf�hrung zu tun?

Wenn es stimmt, was deine Mutter schreibt,

hat Vater einen Entf�hrer bezahlt, um Marie...

Ich bitte Sie! Das ist typisch f�r Ihre Frau.

Immer musste sie im Mittelpunkt stehen.

Jetzt will sie sich f�r meine Entf�hrung verantwortlich machen.

Ich hab die Gruft �berlebt und dabei will ich's belassen.

Besuch.

Der Herr Traunstein.

Wie ich h�rte, sind Sie zum Zentralinspektor bef�rdert worden.

Die junge Dame Republik

will eben nicht nur von alten Herren,

sondern auch von jungen Kr�ften umschmeichelt werden.

Ihre korrupten Dienste f�r das alte Regime sind nicht vergessen.

Alte Seilschaften geh�ren zer- schlagen, sonst w�chst nie was Neues!

Lassen Sie sich einen Tee geben, Fritz.

Sehr wohl, gn�dige Frau.

Hast du denn Pl�ne f�r die Zukunft, Irma?

Vielleicht werde ich f�r die Zeitung arbeiten.

Irma leitet sehr talentiert unsere Diskurse.

Vielleicht kommen Sie an einem Abend vorbei.

Gern. Marie. - Wiedersehen!

Andreas, wir gehen.

Vater!

Was glaubst du?

K�nnte Mutter das wirklich getan haben?

Ich wei� es nicht, Irma.

Ich hab deine Mutter nie wirklich gekannt.

Und das bedaure ich sehr.

Komm.

Den Titel musste Traunstein zwar aufgeben,

aber f�r was Besseres h�lt er sich noch.

Halten wir uns nicht beim Alten auf. Es wird bald etwas ganz Neues kommen.

* Musik aus dem Grammophon *

(Portier) Ja, nat�rlich w�rde was Neues kommen.

Aber was sollte das sein?

Dar�ber hat sich niemand Gedanken gemacht.

Unsere alte Welt haben wir zerst�rt.

Die gab's nicht mehr.

Und jetzt standen wir ratlos vor den Tr�mmern dieser Zerst�rung.

Martha Aderhold und Georg von Traunstein blieben

treue G�ste des Hauses

und Andreas, ja, der wuchs heran.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Mayr, sch�n Sie so gesund wiederzusehen.

Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Herr von Traunstein.

Wir sollen jetzt nur mehr Traunstein hei�en.

Ja, ich wei�, kleiner Herr von Traunstein.

Na, du bist aber vergesslich.

Ein Portier vom Hotel Sacher ist nicht vergesslich,

der ist diskret, wei�t du?

Da schau, der kleine Andrasz! Gr�� dich.

Schaust ganz aus wie der Papa.

Aber alle sagen, ich bin ganz die Mama.

Hallo Andreas.

Ich bin die Martha. - Geht es gut, gn�dige Frau?

Na komm, kleiner Herr.

Ich zeig dir, wo meine Sacherbuben fr�her gesessen sind.

Kannst gern mitgehen.

Ein St�ck Sachertorte wirst haben wollen.

Mit Schlagobers? Na freilich,

sonst ist's ja nur die halbe Freud, nicht.

* hoffnungsvolle Musik *

Na dir schmeckt's, hm?

Und wie!

Dem F�rsten Metternich hat sie auch gut geschmeckt.

Das war der Erste, der sie gegessen hat.

Ist das lang her, Frau Sacher? Ja, das ist lang her.

Sehr lang.

Und jetzt ist's aus.

Nein, Andrasz, nein, nein.

Die Torte, die ist nie aus.

Schau.

Danke Ihnen, Wagner.

"Geschichte einer Verf�hrung."

"F�r Martha."

* nachdenkliche Musik *

Ist jetzt unsere Zeit?

Papa, ich hab zwei Sachertorten gegessen.

* Telefonklingeln *

Mayr, ich bitte Sie.

Hotel Sacher, hallo.

Ja, selbstverst�ndlich haben wir ge�ffnet, nat�rlich.

Ah, ja, darf ich einen Tisch reservieren?

Auf den werten Namen. Wie viele Personen?

Ja. Freuen wir uns. K�ss die Hand. Wiederh�ren.

Na bitte, es geht doch.

* beschwingte Musik aus den 20er-Jahren *

Untertitel im Auftrag des ORF, 2016

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