All language subtitles for Das Sacher. In bester Gesellschaft - S01E01 - Teil 1.deu

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil) Download
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

* verspielte Orchestermusik *

(Erz�hlstimme Portier) Die erz�hlte Geschichte beginnt im Jahre 1892.

An einem, ja, auf den ersten Blick ganz gew�hnlichen Abend.

Im Hotel und der Patisserie lief alles wie am Schn�rchen.

Aber es war kein Abend wie jeder andere.

Sehr gut!

Unser Patron lag im Sterben.

Wir alle haben uns gro�e Sorgen um die Zukunft unseres Hauses gemacht.

* Telefonklingeln *

Hallo? Hotel Sacher.

Wagner! Ich bin jetzt dann bei meinem Mann.

K�mmern Sie sich um die G�ste drinnen.

Selbstverst�ndlich haben wir ge�ffnet!

* melancholische Gitarrenmusik *

Brauchst dir keine Sorgen machen, Eduard.

Im Hotel geht sich alles aus.

Vater l�sst sich entschuldigen - irgendeine unaufschiebbare Sache.

Ach?

Guten Abend! Durchlaucht, Durchlaucht.

Mayr, wie geht's dem Patron?

Es steht leider schlecht.

(Erz�hlstimme Portier) Diskretion: oberstes Gebot eines Portiers.

Nie d�rfen G�ste mit schlechten Nachrichten behelligt werden.

Am allerwenigsten solche, die uns zum ersten Mal beehren.

Wie dieses junge Ehepaar aus Berlin.

(Mann) Tach! Aderhold.

Aus Berlin? Herzlich willkommen in Wien.

(Erz�hlerstimme) Diese Begegnung sollte ungeahnte Folgen haben.

Am wenigsten ahnten das die Paare selbst.

(Portier) Sie sind auf Hochzeitsreise?

Gratulation im Namen des Hauses.

Wenn Sie bitte die Formalit�ten erledigen?

K�ss die Hand.

Es bringt Sie jemand aufs Zimmer. - Mhm.

Hat er "K�ss die Hand" gesagt? * Beide lachen. *

* ruhige Musik, Traben *

Ich hoffe, du bist gl�cklich. - Geh, Traunstein!

Wir sind doch erst seit drei Monaten verheiratet.

Wenn ich da schon ungl�cklich w�r ...

Danke sch�n!

* sanfte Musik *

Darauf, dass wir ausnutzen, was dieses Haus zu bieten hat!

Auf uns! - Auf meine Frau.

Die Sch�nste und Kl�gste.

* Die Kirchenglocken l�uten. *

* Traben *

* Klirren von M�nzen *

* Stimmengewirr *

* leise, angespannte Musik, Hundegebell *

* Die Musik steigert sich. *

* Sie schreit auf. *

* Schreie, Kampfger�usche *

* treibende Musik *

* aufregende Orchestermusik *

Ich krieg dich, du Mistst�ck!

* aufregende Orchestermusik *

* heitere Orchestermusik *

Guten Abend, Vater.

* treibende Orchestermusik *

* Schrei *

* Schrei *

* Schrei, d�stere Musik *

(schreit) H�r auf!

* spannungsvolle Musik *

* Die Musik verstummt. *

* �ngstliche Laute *

* Der Mann sackt zu Boden. *

* entfernte Orchestermusik *

* Das M�dchen weint. * (beruhigend) Schsch, schsch.

Ist schon gut.

* Schluchzen, schwerm�tige Musik *

* Wasser tropft. *

* schwerm�tige Musik *

(leise) So.

(leise) Musst keine Angst haben.

Er kann dir nichts mehr tun.

Er ist weg!

* schwerm�tige Musik *

(leise) Du musst nicht weinen.

* Rasseln von Ketten *

* Traben *

* nachdenkliche, verspielte Musik *

Gut hat der Eduard ausgeschaut.

Als wenn er endlich ausschlafen m�cht.

Was wird denn jetzt mit uns?

Ich hab heut meiner Tante geschrieben.

Vielleicht bezahlt sie mich aus, ich bin der einzige Erbe.

Und dann?

Wir k�nnten unseren eigenen Gasthof haben, Flora.

Ja, aber jetzt noch nicht.

Jetzt bestimmt noch nicht.

Wenn's hier nicht weitergeht, wird sie uns helfen.

Nicht plauschen! Los, an die Arbeit mit euch!

Die G�ste sollen nicht das Nachsehen haben!

Bist schon bei den Papieren?

Wir werden einen Verwalter einsetzen,

bis ich einen K�ufer mit gutem Preis finde.

H�ttest was sagen k�nnen.

Davon k�nnen wir die Hypotheken ausl�sen.

Und was mein eigenes Geld betrifft ...

Der Eduard, der h�tt ...

(leiser) Der h�tt das anders gewollt.

Ich bin froh, wenn ich den Schaden f�r die Familie eingrenze.

Ich f�hre das Haus weiter, Schwiegerpapa.

Die Konzessionen laufen alle auf Eduard.

Einer Frau werden sie den Titel Hoflieferant nie �berlassen!

Mir brauchen sie nichts zu �berlassen!

Dem Haus sollen sie den Titel lassen.

* Klopfen * (beide) Ja!

Verzeihung, aber der Herr ist von der Polizei.

Meine Verehrung! Lechner, Polizeihospitant.

Ihr untert�nigster Diener.

Mein herzliches Beileid, Frau Sacher, Herr Sacher.

Bitte nachsichtigst um Vergebung, dass ich ausgerechnet heut ...

Es geht um die Stadler Marie, die Tochter Ihrer W�scherin.

Was ist mit der Kleinen?

Sie ist gestern nicht nach Haus gekommen.

Wir haben ihren Suppentopf gefunden, und es war ein Toter in der N�he.

Und?

Ich werd Ihre Leute befragen m�ssen.

Ja, gut, dann machen Sie das.

Der Mayr wird Sie begleiten. Sehr wohl, gn�dige Frau.

Schauen Sie, dass die Polizei das Haus hinten raus verl�sst.

Dank Ihnen.

Na ja, wenn der Herr der Polizeipr�sident w�re.

Guten Tag! Habe die Ehre!

Das Hotel ist mein Leben, Franz.

Ich werd's nicht aufgeben.

Verehrte Frau Sacher.

Dass wir in einem Totenhaus sind, h�tten sie uns sagen k�nnen.

Wir w�ren doch nicht umgezogen.

Bringt es Ungl�ck? - Ach was!

Herzliches Beileid! Vielen Dank!

Ich bin untr�stlich! Wie traurig!

Wenn Sie irgendetwas brauchen, sagen Sie es einfach.

(Frau) Meine Liebe!

Es tut mir so leid.

Von Traunstein.

Was f�r eine Trag�die!

Sie k�nnen was f�r mich tun. Bitte.

Richten Sie den Herrschaften in der Hofburg aus,

dass wir selbstverst�ndlich in Betrieb sind!

Und wenn beim Kaiser zu schnell abger�umt wird,

wartet hier immer gutes Essen auf sie.

Ich �berbringe die Nachricht gerne. Ich danke Ihnen.

Kommst du, Kathi?

* Telefonklingeln *

(leise) Das war doch die Schratt! Die Hofschauspielerin!

Sie soll was mit dem Kaiser haben, die Kaiserin soll protegieren.

Hofgeschw�tz, Konstanze! Davon mag ich nichts h�ren.

Ich bin jetzt bis f�nf in der Hofburg beim Kaiser.

(Schratt) Einige Restaurationen hoffen, sie k�nnen die Lucke f�llen.

Jaja.

Denen vom Bristol und Imperial st��t es auf,

dass eine Fleischhauertochter das Haus �sterreich f�hrt.

Der gute Eduard.

Ausgerechnet die Grippe rei�t ihn aus dem Leben.

Zu viel ist es ihm geworden.

Wei�t du auch, warum?

Weil ich ihm alles abgenommen hab.

Hinter einer Frau stehen gefiel ihm nicht.

Da stirbt er lieber.

Und ich hab ein schlechtes Gewissen.

* traurige Klaviermusik *

Die M�nner brauchen uns nur, wenn's passt.

Soll ich dir einen Tisch herrichten lassen?

Nein, ich muss gleich weiter zur Schneiderin.

Sie haben mir eine Probe mit dem Kutschera avisiert.

Dank dir f�r deinen Besuch.

Servus! Servus!

Gn�dige Frau.

Es wird hier alles weitergehen, Flora.

Und dieses M�del, das verschwunden ist?

Die kanntest du also?

Die Mutter w�scht f�r die Frau Sacher,

der Vater f�hrt die Kohlen.

Einfach verschwunden auf dem Weg nach Haus.

Man sagt, dass es Leut gibt, die die kleinen M�dels abpassen.

Aber was!

Um sie dann nachts ... - Was?

In d�monischen Ritualen zu opfern. - So ein Unsinn!

Einen Toten hat's gegeben.

Die Madame vom Etablissement bei der Oper hat ihn gefunden.

Nahe der Kellert�r.

Was redest du da? - Unter den Stra�en,

da gibt's geheime G�nge.

* R�uspern *

Servus, Stanzerl! - Ihr Sohn ist in der Hofburg.

Haben Sie von der Entf�hrung geh�rt, Schwiegerpapa?

Und dem toten Mann?

Ich hab der Frau Sacher bereits kondoliert.

Ich mein ... - Lass gut sein!

Lass gut sein, Stanzerl.

Da schau her!

Ein Puppenhaus willst du dir also einrichten?

Ihr Sohn meint, das ist unn�tiger Luxus.

Der meint so manches.

Ich red mit ihm.

Blass schaust du aus, hm?

Ich hoffe, mein Sohn erf�llt seine ehelichen Pflichten.

* Er lacht. *

Die Post, gn�dige Frau.

Alles Rechnungen.

Die Lieferanten haben Angst, ihr Geld nicht zu bekommen.

Legen Sie das auf meinen Schreibtisch.

Sehr wohl, gn�dige Frau.

Der Verwalter vom Baron Rothschild m�cht gern kondolieren.

Herr Schuster?

Es stimmt mich sehr traurig, dass ich Sie...

Also, dass ich Sie unter diesen Umst�nden...

Sehr aufmerksam. Ich danke Ihnen.

Mayr? Stellen Sie die Blumen in mein B�ro.

Sehr wohl!

* schwerm�tige Klaviermusik *

Wenn ich irgendetwas F�rderliches tun k�nnt,

dann lassen Sie mich's wissen. F�rdern Sie meine Unternehmung.

Ich br�ucht� einen guten Leumund f�r meine Konzession.

Selbstverst�ndlich.

Es wird mir eine Ehre sein.

Danke Ihnen!

* schwerm�tige Klaviermusik *

* Traben *

* Vogelgezwitscher, Schnauben der Pferde *

(Mann) Durchlaucht.

* Stimmengewirr *

Danke!

(Mann) Wie �blich, Durchlaucht?

Sind Sie Schriftstellerin?

Mein Mann und ich haben einen Verlag gegr�ndet.

Was Sie nicht sagen!

Darf ich? - (z�gerlich) Ja.

Sind Sie das erste Mal in Wien? - Mhm.

Martha Aderhold. - Izabela Constanze Nagy-K�roly.

Verheiratete Prinzessin Traunstein. - Sie sind Ungarin.

Unsere Familie hat ein Gut nahe Budapest.

Sie f�hren einen Verlag f�r Romane? - Ja.

(Mann) Verzeihen Sie. Gestatten?

Danke!

* Stimmengewirr *

Danke!

Darf's f�r Sie noch ein Kaffee sein, gn�dige Frau?

Ja, noch einen mit Sahne. - Sehr wohl.

Ein Verl�ngerter mit Schlag.

Wie aufregend!

Ich liebe lange Geschichten, die gut ausgehen.

Am liebsten tr�um ich mir eigene... Das hab ich schon als Kind gemacht.

Aber jetzt bin ich verheiratet.

Wir richten uns grad in einem Gut an der Traun ein.

Mein Mann hat Verpflichtungen in der Hofburg.

Morgen werd ich dort eingef�hrt.

Als Hofdame werd ich gefordert sein.

Abwechslungsreich! Aber Sie wissen ja, wie sie ist.

Nein. Wer? - Die Kaiserin.

Sie ist st�ndig unterwegs: Korfu, Madeira, usw.

Ich hoff, dass Ihre Majest�t nicht mich daf�r ausw�hlt.

Es soll schreckliche M�rsche geben, kilometerlang!

Darf ich vorstellen? Mein Mann Maximilian Aderhold.

Prinzessin von Traunstein. - Freut mich!

Wir m�ssen. - Ist's schon sp�t?

Die Kutsche f�hrt bald.

Wollen Sie Wien schon wieder verlassen?

Aber Sie sind doch auf Hochzeitsreise!

Wir machen noch Station in Prag.

So.

Wir hatten viel zu wenig Zeit zum Kennenlernen.

Darf ich Ihnen vielleicht schreiben?

Ich geh schon mal vor. - Ja.

Unsere Anschrift in Berlin.

Ja.

Leben Sie wohl!

Vielleicht auf ein Wiedersehen? - Ja, vielleicht.

Also, auf Wiedersehen! - Wiedersehen!

* Stimmengewirr *

Wie �blich, Durchlaucht? - Nein, Wagner.

Bringen Sie mir Tinte und Papier zum Briefeschreiben.

Dann ist er bald da. - Sehr wohl.

* Unterhaltungen *

* entfernte Orchestermusik *

* Die T�r knarzt. *

Sachertorte.

So eine sch�ne Torte hast bestimmt noch nie gehabt.

F�r dich ganz alleine.

Kannst essen wie die feinen Leute.

Ja.

Ist nicht sch�n so allein.

Aber jetzt sind wir nicht mehr allein. Stimmt's, mein Vogerl?

Bist doch mein Vogerl?

Kann ich nach Haus?

Was willst denn da?

Die Mama wartet doch auf mich. - Die warten nimmer.

Deine Familie wollt dich verkaufen!

Was glaubst denn, wo der Mann dich hinbringen wollt? Ins Freudenhaus!

Wo die M�dchen den M�nnern zu willen sind!

Von der Syphilis wollen sie sich heilen lassen! Mit Jungfrauen!

Deswegen holen sie kleine M�dchen von der Stra�e! Gl�ck hast gehabt!

* entfernte Orchestermusik *

Aber... ich pass ja auf auf dich.

Jetzt passiert dir nichts mehr.

Musst keine Angst mehr haben, Vogerl.

(leise) Ich pass auf dich auf.

* entfernte Orchestermusik *

Haben wir beide Gl�ck gehabt.

Gell, Vogerl?

Ich hab nix gemacht!

Der Tote ist ein Zuh�lter, der Minderj�hrige anliefert.

Vielleicht hat er sie weggelockt.

Lechner, Sie gehen den Auftrag zuverl�ssig an.

Aber nun nehmen Sie die Sache zu den Akten.

Es gibt genug in der Stadt, woran Sie sich profilieren k�nnen.

Sehr wohl, Herr Zentralinspektor.

* Stimmengewirr *

* angespannte Musik *

Guten Tag, Frau Stadler! - Gr�� Gott.

Bitte, setzen Sie sich.

Frau Stadler, wie oft arbeitet die Marie im Sacher?

Dreimal die Woche.

Ansonsten hat sie mir mit der W�sche geholfen.

Ist Ihnen vielleicht einmal aufgefallen,

dass irgendwer ein besonderes Augenmerk auf sie gelegt hat?

Naa.

Vielleicht einer von den feinen Herrn?

Um Gottes willen!

In den Etablissements ist sie nicht, seien Sie beruhigt.

Beruhigt?

Frau Stadler.

Frau Stadler? * Schluchzen *

Meine Mutter war auch eine Wei�w�scherin.

Ich werd Ihre Marie finden.

Das verspreche ich Ihnen.

* Klingeln *

Das Geburtsdatum der Marie? - Der 1.4.

'81.

Wissen Sie, wie viele in dieser Stadt um Konzessionen anstehen?

Aber als Frau...

Mein Weiterf�hren w�re im Sinne meines verstorbenen Mannes.

Was w�r, wenn Herr Sacher Senior das Unternehmen f�hrt?

Schlie�lich ist er der Erfinder der Sachertorte.

Ich f�hl mich wohl in Baden. Tun Sie was Produktives, Kluges!

Ich...

Ich bitt� Sie wirklich untert�nigst.

Man k�nnt� ja die Formalit�ten einreichen.

* Uhrschlagen *

Wenn's sein muss.

Aber versprechen kann ich Ihnen nix.

* verspielte Musik, Traben *

(nach�ffend) K�ss die Hand, gn�dige Frau!

Guten Morgen! - Da sind wir wieder.

Endlich zu Hause!

Drei Tage lesen! - Bitte eine Tasse Bohnenkaffee.

Aber... - Keinen Braunen, keine Melange.

Eine Tasse schwarzen Bohnenkaffee mit Wasser.

Ohne Dekoration. - Aber Ihr...

Papa.

Warum hast du denn nicht telegrafiert?

Hab ich.

Das ist der Mann, der die Chuzpe hatte, meine Tochter zu heiraten.

Ich h�tte gerne... - Hinter meinem R�cken, ohne Rabbi!

Wir sind Atheisten. - Ach?

So weit ich wei�, ist er Protestant.

Es ist eine Sache, zu heiraten, ohne etwas zu sagen.

Eine andere, mich in einem Brief zu fordern,

ich solle dir dein Erbe auszahlen.

Ich hab dich gebeten.

K�nnen Sie meiner Tochter ein Heim bieten?

Werden Sie sie auf H�nden tragen?

Martha ist wohl keine Frau, die auf H�nden getragen werden m�chte.

Sie untersch�tzen Ihre Tochter, wenn Sie glauben,

sie macht sich von M�nnern abh�ngig. Wir folgen anderen Idealen.

Wollen wir nicht... - Was meinen Sie mit diesen Idealen?

Wir arbeiten gleichberechtigt.

Wir bauen gerade einen Verlag auf. - Ach so!

Wir haben in Wien und Prag Verbindungen gekn�pft.

Welche Erfahrungen haben Sie im Buchgesch�ft?

Maximilian wird einen Teil der B�cher selber schreiben.

Na dann: Masel tov!

Es riecht nach gebratenen Eiern mit Speck.

Da konntest du nie Nein sagen!

Setz dich erst mal hin.

Nachher unterhalten wir uns in Ruhe.

* melancholische Musik *

Danke, Hedwig.

* melancholische Musik, Vogelgezwitscher *

Kleine Verleger gibt's zu Hauf, die Gro�en machen die Gesch�fte.

Wir haben schon einige Schriftsteller gefunden.

Das hei�t noch lange nicht verkaufen. - Das wei� ich doch!

* Vogelgezwitscher, Kinderstimmen *

Wir planen eine Fortsetzungsreihe f�rs kleine Geld.

Inzwischen k�mmern wir uns um junge Schriftsteller.

Hm? Eine gesunde Mischung aus Unterhaltung und Anspruch.

* Kinderlachen *

Vertrau uns doch, Papa.

* Fahrradklingel *

Max tr�gt so viel in sich.

Aus ihm muss etwas in die Welt. - Deshalb willst du einen Verlag?

Was ist verkehrt daran?

Dass du alles f�r ihn tust. Was tut er f�r dich?

Er liebt mich.

Ein Mann muss f�r seine Frau sorgen, nicht umgekehrt.

Warum muss eine Frau unbedingt schwach sein?

* Kinderlachen *

Ich m�chte doch nur, dass es dir gut geht.

Dass du gl�cklich bist.

Ich konnte dich nicht um Erlaubnis fragen.

Ich hatte Angst, dass du Nein sagst,

und ich dann nicht mehr den Mut zu alldem hab.

Verzeih mir, wenn ich dich verletzt hab.

* Traben, verspielte Musik *

* Fahrradklingel, Vogelgezwitscher *

Mutters Kette.

Mutter hat befohlen, dass ich sie dir zur Hochzeit gebe.

Sie h�tte dir nie etwas befohlen. - Hast du eine Ahnung!

Und grade deshalb hoffe ich, dass du,...

dass ihr so gl�cklich werdet wie deine Mutter und ich.

Mutter h�tte gemocht, dass du ein eigenes Gesch�ft aufmachst.

Und du?

Gef�llt's dir auch?

* Vogellaute *

* W�rgen *

Sie sind guter Hoffnung.

Man sollte den Arzt kommen lassen, um es zu �berpr�fen.

(�ngstlich) Guter Hoffnung? - Mhm.

Ihr Mann wird sehr gl�cklich sein.

(leise) Untersteh dich, irgendjemand ein Wort zu sagen!

* angespannte Musik *

* Die T�r f�llt ins Schloss. *

* Sch�sse von drau�en *

* schwerm�tige Orchestermusik *

* Knistern des Kaminfeuers *

Mein Gott, so eine Freude! Vielleicht wird's ein Bub.

Ein Geschenk des Himmels!

(Mann) Konstanze!

Was f�r eine Freude!

Ich hoffe, es wird ein M�dchen.

F�r einen Buben haben wir Zeit - viele M�dchen zuerst.

Ich komm gerade aus dem Dorf.

Hier werden wir die Schule bauen.

Im Haus daneben ist der Arzt und Platz genug f�r die Hebamme.

Ein modernes Dorf, Konstanze.

Unsere M�dchen k�nnten dort zur Schule gehen.

Traunstein! Doch nicht mit den Bauernkindern!

Wer wei�, wie die Welt in f�nf Jahren aussieht?

Tust du mir einen Gefallen?

Jeden, den du willst.

Ich m�cht, dass die Flora aus dem Sacher zu mir kommt.

Die Zofe hier ist alt, und ich kann ihr nicht vertrauen.

Frau Sacher wird das M�dchen nicht hergeben.

Eben. Das spricht f�r Flora.

Ich w�rd mich in deiner Abwesenheit weniger einsam f�hlen.

Ich schaue, was ich machen kann.

Aber da w�r noch was:

Ich wollt meinen Mann um Erlaubnis fragen,

ob ich eine Freundin einladen darf.

Du kennst sie aus dem Sacher.

Erinnere dich: Martha Aderhold aus Berlin.

* verspielte Musik *

Ich hab dir von ihr erz�hlt.

Dann sollten wir ihren Mann auch einladen.

"Ist der Dichter der Sch�pfer eines Neuen

oder der Finder von etwas, das f�r jeden da liegt?"

Romantheorie, w�! Der kommt mir nicht ins Sortiment!

H�r auf, alles schwarzzumalen.

Ich soll mich damit besch�ftigen, damit ich besser schreibe?

Ich will eine Nische finden.

Du redest wie dein Vater!

Du sollst schreiben, ohne ans Geld zu denken.

Ich brauch Vertrauen, Martha! Vertrauen!

Ein Werk im Kopf wird von Forderungen zerst�rt!

Dein Vater kommt, nimmt mir den Atem, setzt mich unter Druck!

Und du? Du machst da weiter!

* Uhrticken *

'tschuldige, Martha, Martha... Ich will...

Ich bin noch nicht beisammen, dein Vater steckt mir in den Knochen.

* Stimmengewirr *

Ah!

Wie man h�rt, gibt's Neuigkeiten?

Ich hoffe, es wird ein Junge.

Dann kann ich nachholen, was ich bei meinem Sohn vers�umte.

* Lachen *

Anstatt auf die Jagd zu gehen, hat mein Sohn den Ehrgeiz,

unser Verm�gen im Dorf zu verteilen.

Schule und Krankenstation sind den Leuten l�ngst versprochen.

Versprechungen sind, wie das Wort schon sagt,

"Versprechungen".

Die Untertanen danken ihrem F�rsten die stete Sicherheit.

Aber mach sie dir gleich, und sie werden dir widersprechen.

Dieser moralische Grundsatz ist aus der Mode gekommen, mein Herr.

Da schau her, was du nicht sagst.

Da halt ich's doch lieber mit eurem Heine:

"Die Moden kommen und gehen."

Mir ist �brigens zu Ohren gekommen,

dass du deinen Dienst als K�mmerer Seiner Majest�t gern abgibst?

Der Hof ist seit Rudolfs Tod nur noch eine Kulisse.

Ich hab dort keine Aufgabe.

Also arbeite ich, wo ich etwas bewirke:

Auf unseren G�tern.

Na dann: Prost!

(leise) Prost.

* Knistern des Kaminfeuers *

* Hundegebell *

Gute Nacht, meine Liebe!

Du machst dich l�cherlich!

Es erstaunt, dass du von "unserem" Verm�gen sprichst.

Es ist mein Geld, das ich ausgebe.

Das ist das Verm�gen deiner Frau!

Du bist hier in meinem Haus.

Und... noch ein guter Rat von mir:

Du solltest mit uns auf die Jagd gehen.

Ein Mann, der nicht jagt, hat keine Eier!

Das werden dich deine Landarbeiter sp�ren lassen.

Und nicht nur die.

So, meine Herren.

* aufgeregtes Klatschen * Das Gastgewerbe-Aufsichtsamt kommt!

Sie wissen, was das bedeutet.

Erzherzog Otto hat sich angek�ndigt,

im Separee f�nf speist der englische Botschafter.

Sie schon wieder!

Ziehen Sie sich sofort saubere Handschuhe an! Aber fix!

Johann, Flora, auf ein Wort.

Es geht um ein Angebot des Prinzen von Traunstein.

Er bittet mich, Flora nach Gut Traunstein zu geben.

Es gibt gutes Geld.

Ich hab vereinbart, dass dein Vertrag zwei Jahre geht.

Danach bist du frei.

Kannst selbstverst�ndlich wieder zur�ckkommen.

Aber nach Traunstein willst du nicht. Ich wei�, ihr wollt heiraten.

(Flora) Ja. Ich mache das f�r euch.

Und f�r den Prinzen.

Mayr! Welche Freude!

Ist frei hinten?

Selbstverst�ndlich, Hoheit. Nummer 6. - Sehr fein.

* Lachen *

* stimmungsvolle Geigenmusik *

Mayr, wunderbar! - Geile Sau!

Danke!

Meine Herrschaften! Wir k�nnen uns selber helfen. Wiederschauen.

Hervorragend!

Moscha! Drah di um! * Sie lachen. *

* Geigenmusik *

Wann ist das Haus zuletzt einer Komplettreinigung unterzogen worden?

Das kann man so gar nicht sagen, Herr Kommiss�r.

Denn schlie�lich wird bei uns, wie Sie sehen k�nnen,

ununterbrochen geputzt. - Na sch�n!

Dann gehen wir in die K�che. - Bitte.

* flotte Geigenmusik, Lachen *

* Geigenmusik *

* Rumpeln und Lachen von drinnen *

Was ist, wenn die Kommiss�re einen pers�nlich fragen,

was man den ganzen Tag im Haus so sieht?

Siehst ja nix. * Lachen von drinnen *

Oder h�rt.

Was h�rst denn?

Au�er, dass sich unsere G�ste wohlf�hlen.

* Lachen von drinnen *

Sie werden hier kein St�ubchen finden.

Keine Sorge, wir finden immer was.

Bitte sch�n.

Geben Sie mir eine Serviette, bitte.

Wie meinen? Eine Serviette.

Danke sch�n.

So! Herr Kollege.

Eine Schikane. Das kenn ich vom Milit�r.

* Er bl�st ins Schl�sselloch. *

(Portier) Meine Herren.

Glauben Sie, dass die Minister Seiner Majest�t hier essen w�rden,

wenn sie Angst haben m�ssten

von Ungeziefer durch ein Schl�sselloch spioniert zu werden.

Was glauben Sie, was wir erleben.

Das wei� ich nicht.

Ich kann Ihnen nur versichern:

Bei uns werden Sie weder Ungeziefer noch Insekten oder Nagetiere finden.

* Klingeln *

* Eine T�r wird ge�ffnet. *

* Er lallt betrunken. *

A member of the imperial household. - Diskretion!

Meine Herren, Diskretion! - (schreit) Champagner, Mayr!

Champagner! - Sehr wohl.

Aber schnell! - Let's move on, darling.

Darling, me... Wir nehmen the same Men� as the Erzherzog.

Genau dasselbe Men�! The same as the Erzherzog!

Ah, Frau Sacher.

K�ss die Hand, gn�dige Frau. * Der Erzherzog lacht. *

Kaiserliche Hoheit.

(schreit vergn�gt) Mizzi! * Sie lachen ausgelassen. *

Du Schlawiner!

Meins!

Wagner! Zusperren!

* langsame, schwerm�tige Musik *

Sie werden dir daraus keinen Strick drehen.

Immerhin handelt es sich um Seine Kaiserliche Hoheit,

Erzherzog Otto von �sterreich.

Die anderen H�user w�ren froh um solche G�ste.

Anna, die Kinder, die meinen... Die Kinder.

Die waren so brav heut.

Ich geh ihnen gute Nacht sagen.

Wagner bringt dir was Gutes zum Trinken.

* leise Musik *

Die Noten zeigen, was die Instrumente spielen sollen.

Jeder Ton steht zum n�chsten wie ein Buchstabe in einem Wort.

Und aus den W�rtern werden S�tze.

So entsteht Musik.

Ich hab Hunger.

Wir essen sp�ter.

Setz dich hin, mach deine Aufgaben.

Oder willst du den Boden wischen im Sacher f�r die feinen Herrschaften?

* leise Musik *

Wenn du eine Partitur nimmst, musst du sie wieder zur�cklegen,

wo sie war.

* geheimnisvolle Musik *

Was willst du ihnen sagen, wo du warst?

Und wenn sie eins und eins zusammenrechnen,

dann denken sie an den Toten.

(leise) Ich hab dich gerettet, Marie.

Und jetzt besch�tz ich dich vor der Welt da drau�en.

Zur Premiere vom "Figaro" kommt unsere Kaiserin.

(fl�stert) Die Sisi? - Ja.

Wenn mein Vogerl brav ist, darf's die Kaiserin sehen.

Dann gehen wir gemeinsam in die Oper.

* geheimnisvolle Musik *

Haha!

(lachend) Dicke Weiber stemmen, das kann er!

Macht doch mal hinne da, M�nner.

Was soll der Chef dazu sagen?

Tag, Herr Menning. - Ich w�r dann soweit.

Geben Sie uns noch etwas Zeit. - Ist denn nichts bei?

Ihr Fu�boden liegt voll Geschichten. - Halblang!

In der Ruhe liegt die Kraft. - Alles will wohl�berlegt sein.

Das hab ich geh�rt. - Springen Sie ins kalte Wasser.

Warten aufs Gl�ck bringt nichts.

Man muss das Schicksal bei den H�rnern packen!

Sie sind ein Poet.

Reichen Sie was bei uns ein. - Lassen Sie mal.

Ich bin mehr f�rs Praktische.

Bringt den Laden auf Vordermann.

Sie werden sich noch nach ruhigen Zeiten zur�cksehnen,

wenn wir loslegen. - So lange Sie mich bezahlen.

Der Tischler beginnt am Montag mit dem Einbau der Stellage.

Stellage? Verstehe. - Mhm, ganz genau.

Ein Raum voll mit unseren B�chern. - Auch mit meinen.

Ich bin gespannt. - Kritiker sind begeistert!

Herr Aderhold, worum geht's in Ihrem ersten Werk?

Liebe. - Liebe?

Eine gro�e Liebe. - Aha. Interessant!

Woher sind Sie in Kenntnis dieser hehren Gef�hle?

Hab da eine Frau, die mich dazu emporhebt.

Verstehe.

Wir haben Post aus �sterreich bekommen.

Adelspost?

Sie w�nscht sich, dass wir sie auf Gut Traunstein besuchen.

Das sind hartn�ckige Personen!

Die wievielte Einladung ist das?

Wir k�nnten doch ein paar Tage Wien dranh�ngen?

Nee, fahr du mal alleine.

* entt�uschtes Seufzen *

Ich muss doch hier was ausbr�ten. Was Gro�es.

* liebliche Orchestermusik *

Frau Aderhold! Ich freu mich ja so! - Mein Gott!

Was f�r eine �berraschung!

Mein Mann l�sst sich entschuldigen.

Er schreibt an seinem Roman. - Und meiner ist in Wien!

Flora?

Ich hab sie der Sacher abgeschwatzt.

Kommen Sie! Ich zeig Ihnen Ihre Zimmer.

Nat�rlich bekommen Sie die Flora.

Anton, das Gep�ck!

Hatten Sie eine gute Anreise? - Vielen Dank, ja.

Wie geht es Ihnen? - Gut! Ich hoffe, Sie bleiben lang.

Wollen wir Du sagen? Wie Freundinnen, die sich lang kennen.

Gut. Martha. - (freudig) Konstanze!

Heute Abend trinken wir Champagner.

Aber jetzt machen Sie sich ...

Mach dich frisch.

Flora? - Nein, nein, danke.

Ich komm allein zurecht. - Och, bitte!

Verw�hn sie, dass die Frau Sacher vor Neid erblasst.

Sehr wohl. Kommen Sie?

Du hast mir sch�ne Briefe geschrieben.

Was soll man hier Anderes tun, als Papier beschreiben?

Traunstein will das Haus mit Kindern f�llen.

Du hast es gut.

Du bist frei.

Du gr�ndest einen Verlag, du reist allein.

So frei ist es gar nicht.

Denn ich trag die Verantwortung f�r das Geld, das Gesch�ft.

Danke!

Wenn mein Vater noch leben w�rde ...

Ich h�tte ihn gebeten, dass er mir noch die Freiheit l�sst.

Nach seinem Tod...

Mutter wollte mich versorgt wissen mit meinem Erbe.

Sie lebt in einem Stift und hat sich dem Herrgott verschrieben.

Wir sind ungl�ckliche Frauen, und alle anderen beneiden uns!

* Lachen *

* langsame Klaviermusik *

(leise) Aber wenn ich schreib,

dann kann ich mich in jedes Leben verwandeln.

Ich verlieb mich.

Und ich kann mich scheiden lassen.

Na ja, fast jeden Tag schreib ich etwas.

* langsame Klaviermusik *

Es bewegt sich.

Willst du einmal f�hlen?

Hier.

Die Hebamme meint, es k�nnt jederzeit soweit sein.

Darf ich mal was lesen?

Ich mein, eine deiner Geschichten.

Von mir?

* Vogelgezwitscher *

* bewegte Klaviermusik *

Es ist nicht so gut wie von einem echten Schriftsteller.

Wie geht's denn weiter?

Das wei� ich immer erst, wenn ich schreib.

Ist das falsch? - Nein.

Jeder Schriftsteller arbeitet anders.

Max zum Beispiel macht zuerst das Konzept.

Erst, wenn er die Geschichte kennt, f�ngt er an zu schreiben.

Ja, das ist sicher besser.

Wenn ich aufs leere Papier schau, dann h�r ich die Geschichte.

Als wenn sie mir jemand erz�hlt, und ich schreib einfach mit.

Wirklich?

Glaubst du, ich soll weitermachen?

Ich glaub schon.

Seine Durchlaucht ist angekommen. - Sofort.

Kein Wort zu Traunstein, dass ich schreib.

Es muss unser Geheimnis bleiben.

Traunstein hasst die Verpflichtungen in Wien und Ischl.

Ich h�tt nix gegen Abwechslung.

Lass es mich so ausdr�cken:

Ich bin mit meinem Land und den Arbeitern gut ausgef�llt.

Er tr�umt von einem Gut, das sich mit umliegendem Land verbindet.

Und was hei�t das?

Entschuldigung, ich bin Stadtkind.

Ich m�chte Sie nicht langweilen. - Nein, �berhaupt nicht!

Ich m�chte, dass sich die Kluften zwischen den Klassen f�llen,

damit jeder das Beste aus sich herausholen kann.

Wie beim Boden: Wir k�nnen nicht immer pflanzen und ernten.

Wir m�ssen N�hrstoffe zuf�hren.

Traunstein hat revolution�re Ideen.

Papa bezichtigt ihn der Freimaurerei.

Ist Ihre Frau daheim? - Sophie!

Sophie! - (von drinnen) Ja.

Gr�� Gott, Frau Stadler.

* langsame Kl�nge *

(Kind) Mama!

Gr�� Gott, Herr Inspektor. - Gr�� Gott.

Ich hab Ger�chte geh�rt, da h�tte ich gerne Ihre Best�tigung.

Was f�r Ger�chte?

Sie haben bis vor zw�lf Jahren als Dienstm�del gearbeitet?

Lassen Sie uns reingehen, ich w�rd gern mehr wissen.

* Kinderweinen *

Herr Inspektor, haben Sie eine Spur wegen der Marie?

Wenn man so will.

Das w�rd ich gern mit Ihnen besprechen.

* Kinderweinen *

(Mann) Was steht ihr herum?

Der Wagen muss bald voll sein!

* freudige Schreie *

N�chste Runde! Doppelter Einsatz? Seid ihr dabei?

Nat�rlich! Ich darf Sie einladen? - Auf keinen Fall!

Martha, wenn du Kredit brauchst, komm zu mir.

Eine Frau, die f�r sich selbst sorgt.

(schmerzerf�llt) Ah!

Die Wehen?

Ich wei� nicht.

Die Hebamme meint, dass eine Art von Ziehen...

Ich lass sie sofort rufen und nach dem Arzt schicken!

* schmerzerf�lltes St�hnen *

(angestrengt) Wartet!

* Keuchen *

* langsame, angespannte Musik *

Ist der Herr zu Hause? - Sind Sie angemeldet?

Nein.

Lassen Sie Ihre Karte hier, es ist heute ung�nstig.

Meine Verehrung, Durchlaucht. - Worum geht's?

Mein Name ist Lechner vom Polizeiagenteninstitut Wien.

Ich bitte, Sie in einer dringenden Sache sprechen zu d�rfen.

Ich kann nicht! Ich kann nicht!

Danke, dass du da bist.

* Hundegebell *

Ist mir unangenehm, aber es betrifft die f�rstliche Familie.

Bitte nehmen Sie Platz.

Euer Gnaden sehen mich als ergebensten Diener...

Kommen Sie zu Ihrem Anliegen!

Im Hause Ihres Vaters, des F�rsten von Traunstein,

hat ein M�del gearbeitet. Sophie.

Sophie wurde schwanger.

Zur Engelmacherin h�tte sie k�nnen, aber sie wollte nicht.

Also hat man sie verheiratet.

Und in der Ehe hat sie ein Kind zur Welt gebracht: Marie.

Marie Stadler.

Und dieses Kind... ist nun spurlos verschwunden.

Warum erz�hlen Sie mir das?

Erst wollte Frau Stadler es nicht erz�hlen,

sie ist jetzt ja verheiratet.

Der Stiefvater behandelt Marie wie seine eigene Tochter.

Aber jetzt, wo die Angst um Marie so gro� ist,

da hat sie sich mir anvertraut.

Was anvertraut?

Dass Sie der leibliche Vater sind.

* Uhrschlagen *

Wer ist in der Sache Ihr Auftraggeber?

Mich schicken Gewissen und Loyalit�t Eurer Durchlaucht gegen�ber.

Diese Kinder tauchen manchmal wieder auf.

Oft nach Jahren.

Aufs Schrecklichste verwahrlost.

Ich h�rte, Sie sind am Gemeinwohl interessiert?

Einfache Menschen sind Ihnen nicht egal?

Noch dazu ist das Ihr eigenes Fleisch und Blut.

Besser, ich find das M�del, als wir belassen es dem Zufall.

Meinen Sie nicht auch?

* entfernte Schreie *

Was wollen Sie von mir?

Ein Interesse Ihrerseits an der L�sung des Falls,

das w�r mir ein Ansporn.

* entfernte Schreie *

Sie verwenden das Geld f�r die Suche nach dem Kind!

Der Erbe wird geboren.

Ich will nicht l�nger st�ren.

Habe die Ehre!

* langsame, nachdenkliche Musik *

* Schreie *

* Babyschreie *

Wie wollen wir sie nennen?

(z�gerlich) Rosa?

Sie hat eine sch�ne rosige Haut.

Dann soll das unsere kleine Rosa sein.

Es ist ein M�dchen.

* Klaviermusik *

* Babyquengeln *

Danke, Anton.

Darf ich?

Meinen herzlichsten Gl�ckwunsch!

Auf Ihre Tochter! Diesen g�ttlichen Moment.

Ich...

Verzeihen Sie.

Ich habe eben erfahren, dass ich bereits ein Kind habe.

Auch eine Tochter.

Elf Jahre vielleicht.

Oder auch erst zehn.

* Knarzen des Fu�bodens *

Ich hab mit 15 ein M�dchen geliebt.

Sie war Bedienstete bei meinem Vater.

Etwas �lter als ich.

Sophie.

Eines Tages war sie verschwunden.

Man sagte mir, sie pflege ihre kranke Mutter.

Ich war jung, unerfahren, hab nicht nachgefragt!

Ich muss mich zu dem Kind bekennen.

Nein?

* dunkle Musik *

* Klingeln *

(leise) Vorsichtig.

* dunkle Musik *

* Klingeln, Orchester spielt sich ein. *

* Rumpeln * Schnell, Vogerl!

* Die M�dchen unterhalten sich. *

* Knarzen, dunkle Musik *

(fl�stert) So, Vogerl, komm.

* Klingeln, Orchester spielt sich ein. *

(fl�stert) Hier. Ja.

Hier.

Da sitzen Sie alle beisammen, die feinen Herrschaften.

Da rechts, das ist die Loge vom Grafen Kinsky.

Nach der Vorstellung gehen sie alle r�ber ins Sacher tafeln.

Aber du, mein Vogerl, du wischt ihnen nicht mehr auf.

Nein.

Ihre Majest�t!

Wieso schaut sie so traurig aus?

Sie schaut, wie eine Kaiserin schauen muss.

* Applaus *

* Heitere Orchestermusik setzt ein. *

* Weinen *

Entschuldigen Sie vielmals.

Anna Maria! Das geht nicht vor den G�sten!

Entschuldigen Sie vielmals.

Annilein, was hast du denn?

So, jetzt beruhig dich.

* lautes Kinderweinen *

(beruhigend) Sch, sch, sch, sch.

Weinst wegen dem Papa?

Schau, Anni: Der Papa hat uns verlassen.

Er ist jetzt in einer anderen Welt, wo's ihm ganz bestimmt besser geht.

Ja?

Stell dir vor, Annilein:

Mir haben sie heute Morgen die Konzession �bergeben!

Dass wir hierbleiben k�nnen, dass ich weitermachen kann!

Und ich werd weitermachen, Anni.

Das schw�r ich dir!

Ich werd ein Haus draus machen, in das alle wollen!

Zur Frau Sacher werden sie kommen.

Sie wollen zur Frau Sacher? Ja, gerne. Gerne.

Um acht Uhr einen Tisch in der Roten Bar f�r vier Personen.

Freu mich! K�ss die Hand!

* Die Glocken l�uten. *

Herr von Traunstein wurde k�rzlich Vater einer Tochter.

Sch�n, dass Sie uns beehren, Durchlaucht.

Mit besten Gr��en von Flora. - Vielen Dank!

Ich gratuliere Ihnen zur Geburt. Vielen Dank!

Die Gattin ist wohlauf? Ja. Ich muss meinen Vater sprechen.

* dunkle Musik *

* Stimmengewirr *

Es ist also ein M�dchen.

Stanzerl geht's gut? - Deine Enkelin hei�t Rosa.

Stanzerl ist jung, sie wird dir noch S�hne schenken.

Was ist? Was gibt's so dringend? - Sophie Stadler.

Du hast sie damals aus dem Haus gejagt!

Du kannst froh sein, dass ich das damals ohne Aufsehen geregelt habe!

Ich werde die Verantwortung daf�r �bernehmen.

F�r einen Bankert?!

Der vielleicht gar nicht mehr lebt?

* d�stere Musik *

Wie kommst du darauf?

Sie ist verschwunden. Was wei�t du davon?

Nichts.

Warum soll ich mich f�r ein Luder in der Gosse interessieren?

Weil sie meine Tochter ist.

Mach dich doch nicht wichtig!

* Babyweinen, Hundegebell. *

(Kind) Mama!

Frau Stadler!

Ich hab Auftrag, mit dem Papier jeden Monat zu kommen.

* H�hnergackern *

Habe die Ehre!

* Musik *

* Traben *

Los, rein!

* geheimnisvolle Musik *

Bei meinen Buben alles gut? Denen fehlt's an nichts.

Meine Herren.

Der Herr Zacharias! Flei�ig! Die Doktorarbeit m�sst bald fertig sein.

Gn�dige Frau, ja, n�chsten Monat. So bald schon?

Da werden Sie Kontakte brauchen f�r eine Anstellung.

Mit wem k�nnt ich Sie bekanntmachen?

Es ist sehr freundlich, aber... Wagner!

Bringen Sie dem angehenden Anwalt, was Leib und Seele zusammenh�lt.

Keine Sorge, ich geb Kredit, wie bei allen meinen Buben.

Ihr seid meine G�ste von morgen.

Sie k�nnen sich gerne �ber mich beschweren!

Dieser Ton ist eine Frechheit!

Wenn dem Herrn der Ton nicht gef�llt, besorge ich Ihnen eine Opernkarte.

Dort ist der Ton gewiss akkurat. Was gibt's?

Der gn�dige Herr will sich nichts erkl�ren lassen.

Womit kann ich dienen? Ich m�chte den Direktor sprechen!

Was w�nschen Sie denn? Ich meine, den HERRN Direktor.

Der Herr im Haus bin ich.

(Erz�hlstimme Portier) Frau Sacher machte das Hotel zum ersten Haus.

Nicht nur am Platz, sondern in �sterreich.

Und die G�ste kamen von �berall her zu uns ins Sacher, nach Wien.

Hier pulsiert das Leben.

Es war das Ende des alten Jahrhunderts,

und eine neue goldene Zeit begann.

Was unter der sch�nen Oberfl�che lag, war schnell vergessen.

Auch von dem Putzm�del, das unter der Oper verschwunden war,

hat man nix mehr geh�rt.

Und die Jahre vergingen.

* unheimliche Musik *

* Murmeln *

* lautes Rattern *

Danke, Menning. - Schau mal, hier.

"'Dame mit Schleier' ist ein Roman von einfacher, poetischer Sprache."

"Die Hauptfigur ist eine Landkarte weiblicher Psyche." Frauenroman!

"Ihr erstes Buch wurde sogar von der �sterreichischen Kaiserin gelobt."

"Wer verbirgt sich eigentlich hinter dem Namen Lina Stein?"

Das w�rde ich auch gerne wissen.

"Die Verlegerin sagte, Stein wolle ihre B�cher unbemerkt schreiben."

"W�re es nicht Zeit, dass sie sich ihrer Leserschaft offenbart?"

Oder sich mir offenbart?

Das gr��te Interesse empfinden wir am Unbekannten. Oder?

Aber als Verleger m�chte ich die Frau kennen, die diese Erfolge fabriziert.

Freuen wir uns doch daran, dass wir sie unter Vertrag haben.

Martha!

Derselbe Kritiker hat mein Buch verrissen.

Das wird schon, Herr Aderhold.

Was ist los, M�nner?

Wir haben zu tun! - Martha?

Was ist denn los?

Doktor Kraft soll dich mal gr�ndlich untersuchen.

Wir m�ssen die Buchmesse vorbereiten.

Kritiker wollen auch versorgt sein, und ich muss nach Wien.

Ich kann mir Kranksein nicht leisten.

Ich bin auch nicht krank. - Leg dich hin.

Ich hol dir ein Glas Wasser. Menning!

Danke! - (Menning) Was gibt's?

Martha geht's schlecht. Holen Sie Doktor Kraft.

Ich schick den Kleinen.

Paul! Lauf mal r�ber zum Kraft.

(Traunstein) Ich habe Pflichten auf Gut Traunstein.

Mich w�rde es freuen, Sie bei Hofe zu wissen,

weil wir f�r Gemeinsames eintreten

und an einem liberalen �sterreich mitarbeiten.

Was halten Sie vom Ministerium des �u�eren?

Als B�hme sehr viel, ja.

Ich setz mich f�r eine Volont�rstelle ein.

Sie brauchen mir die Post nicht nachschicken.

Das hat Zeit, bis ich zur�ck bin. - Sehr wohl.

Sie entschuldigen mich?

* leise Klaviermusik *

Post von den Aderholds.

Ein neues Buch von Lina Stein.

"Dame mit Schleier".

Wann wirst du zur�ck sein?

Die Schneiderin hat sich zwei Anproben erbeten.

Die Hofburg f�llt wohl aus.

Die Kaiserin ist bis zu einem unbekannten Datum in Genf.

* leise, getragene Musik *

Gute Reise!

Kinder? - Ja?

Wenn ihr brav seid, bringt euch die Mama was mit.

Das sagst du uns schon tausendmal! - Diesmal mach ich's!

Baba! - Baba!

* vergn�gte Kinderrufe *

Ihre Frau ist nun endlich schwanger.

Verbringen Sie die Zeit ruhig, kurze Spazierg�nge,

Di�t, keinen Alkohol oder Kaffee. - Ja.

Eine Laune der Natur, die Sie warten lie�.

Vielen Dank, Herr Doktor. - Bitte!

Auf Wiedersehen!

Hedwig, bitte.

(freudig) Mensch, Martha!

Jetzt sind wir eine Familie.

Max... - Bitte.

Tu, was der Doktor sagt. - Es ist nur die �belkeit.

Du �bernimmst die Kritiker, ich fahr nach Wien.

Dann mach ich alles so, wie ihr es wollt.

Du machst erst mal gar nichts.

Max... - Ich fahr nach Wien.

Ich bring dir alles hierher.

Ein kleiner Luftwechsel wird mir guttun.

Die Strapazen der Reise? - Ach komm, Max!

Wien war bisher immer meine Sache.

Ich werd mich �berwinden.

Du willst nur Lina Stein kennenlernen.

Wenn das Kind da ist, werd ich ohnehin mehr machen m�ssen.

Das ist unumg�nglich.

Ich muss ihr schreiben, sie muss entscheiden,

ob sie dir ihre Identit�t offenbart.

Klingt doch vielversprechend.

Oder ist Lina ein Mann, von dem ich nichts erfahren darf?

Geh, Johann, gibst dem Lumpi Marillenmarmelade?

Der hat heut seinen melancholischen Tag.

Tag! - Ah!

Herr Aderhold! Herzlich willkommen.

Sch�ne Gr��e auch von meiner Frau. Vielen Dank!

Traunstein hat eine Opernkarte f�r Ihre Frau hinterlegt,

Herr Verleger.

Ich w�nsch Ihnen noch einen guten Aufenthalt!

Julius ist viel unterwegs,

und am Abend mag er nicht viel erz�hlen.

Jaja, so sind sie, die M�nner.

Aber du wolltest den Sohn des Rothschild-Verwalters heiraten.

Mach das Beste draus, Annilein. Du wolltest!

Wie geht's den Schwiegereltern? Gut, glaub ich.

Ja, du S��er! Hm?

Du geh�rst jetzt der Anni.

Du f�hrst jetzt mit ihr heim.

Bist ihr braves Hunderl, gell?

Die Anni hat n�mlich heute Geburtstag.

Alles Gute! Halt kurz.

Der leistet dir ab jetzt Gesellschaft.

Ja, schau! Freust dich?

Ja.

Ja, schau einmal.

Der Schlenther macht, was er will!

Jetzt soll's naturalistischer werden am Hoftheater!

Also, bitte!

Entweder ich spiel Theater oder bin naturalistisch.

Anni, du bist aber gro� geworden.

Franz weigert sich, den Schlenther zur R�son zu bringen.

Ein Kaiser mischt sich nicht ein bei einem Intendanten.

Aber bitte, ist ja sein Hoftheater!

Deine Hunderl schlagen ein bei Hof.

Jeder will auf einmal so ein Viech haben.

Ja, kommst du zu mir? * Das Baby weint. *

Ist das deiner, Anni? Anni wird heut 17.

Was? J�ssas, die Zeit vergeht!

Jetzt bist bald zwei Jahre verheiratet.

Na ja, alles Gute!

Ich muss was essen. Ich lass dir einen Tisch richten.

Ich muss nach Haus. Eine Schand! Nie hast Zeit!

Na ja, ich lass dir einen Wagen rufen.

* Babyquengeln. *

* Traben *

* Das Orchester spielt sich ein. *

(Max Aderhold) Guten Abend!

Herr Aderhold! Ist was mit der Martha?

Keine Sorge. Wir sind in freudiger Erwartung.

Oh, sch�n! Geht's ihr gut? - Den Umst�nden entsprechend.

Die Reise w�r zu anstrengend.

Sie hat mir nicht gesagt, dass Sie verabredet sind.

Bitte. - Danke.

Ich m�cht mich aber nicht auf den Platz dr�ngen.

* Klingel *

Wahrscheinlich hat mir die Martha nach Traunstein geschrieben.

Auf die Post ist kein Verlass!

* Klingel *

* ruhige Musik *

* Klopfen *

Servus.

* ruhige Musik *

Gn�dige Frau ist in der Oper?

Die ist um zehn aus.

Ich hab's im Blick.

Bitte komm endlich nach.

Es findet sich bestimmt eine gute Anstellung bei uns.

Bei uns? - Ja.

Au�erdem ist es viel friedlicher auf Gut Traunstein.

Siehst, und ich mag den Trubel!

* St�hnen *

Passt eh auf, dass nix passiert. - Wieso immer ich?

Du merkst es als Erster.

* feierliche Orchestermusik *

(fl�stert) Viele Musiker da unten.

Jetzt versteh ich, warum Martha gern nach Wien f�hrt.

Die Oper war ausgezeichnet.

* Glockengel�ut *

�brigens: Martha hat mir Ihr neues Buch geschickt.

Ah ja? - Mhm.

Hat sie nicht gesagt.

Ich hab's gelesen. - Kann nicht sein!

Ich hab erfahren, wie unsicher sich ein Mann mit Gef�hlen sein kann.

Und dass es ihn schmerzt.

Das Buch wurde verrissen.

Sie vermissen Mangel an Konturen und Strukturen.

Ein Roman ist keine Doktorarbeit!

Die Menschen wollen neuerdings alles verwissenschaftlichen.

Gl�cklich sein kann man sich nicht vornehmen.

Und wenn der Schmerz gar zu gro� ist...

Wann ist es denn so weit?

Das Kind! Wann soll es denn kommen?

�h, ... im Fr�hjahr.

Sch�n.

Dann wird die Martha wohl weniger Zeit f�r neue B�cher haben.

Ich dachte, wir beide geh�ren zusammen.

Ja, aber...

In Wien hab ich nur die paar Gassen und das Sacher kennengelernt.

Und jetzt?

Jetzt kennst die Welt?

Du verstehst nicht, was anders ist. - Dann sag's mir.

Ich will verstehen, warum wir nicht zusammen sind.

Weil ich wichtige Arbeit hab.

Kleider zurechtlegen und Haare putzen?

Was ist daran so wichtig? - Das ist es nicht.

Es war ein sehr sch�ner Abend!

* leise, langsame Musik *

Wir werden wieder was von der Stein rausbringen.

Martha hat Ihnen bestimmt die B�cher geschickt.

Sie m�ssen den Roman Ihres Helden weiterschreiben!

Ich m�cht die Fortsetzung lesen. - Na dann.

Hat Martha Sie mit der Stein bekanntgemacht?

Kennen Sie Lina Stein?

Nein.

Verzeihung. - Gute Nacht!

Gute Nacht!

* leise, angespannte Musik *

Verzeihung. Ich hab alle Seiten der letzten Woche kopiert.

Das hast du gut gemacht, Flora. Vielen Dank!

Geh jetzt zu Bett.

Gute Nacht. - Ja, gute Nacht.

* nachdenkliche Musik *

"Gl�cklich sein kann man sich nicht vornehmen."

(Konstanze) "Wenn der Schmerz zu gro� ist, suchen wir nach einem,

der uns tr�stet."

* Verkehrsger�usche *

* Klopfen *

Ja?

* Die T�r wird ge�ffnet. *

Guten Abend.

Ich dachte ... an eine gute Zigarre

und ein Glas Wein aus Ihrem Weinkeller.

Waren Sie in der letzten, quietschenden Tram?

Inkognito.

Ich hab dem B�rgermeister gesagt, das ist eine Zumutung,

der L�rm vor meiner Haust�r!

Aber das interessiert den Lueger nicht.

Das Sacher ist ihm ein Dorn im Auge.

Die G�ste sind ihm zu bunt, zu international.

* Uhrschlagen *

Aber heut bin ich vers�hnt.

* leise, sanfte Musik *

Weder der Portier noch sonst wer hat mich bemerkt.

* Lachen *

Ja, das Sacher ist eben ein diskretes Haus.

Wie sch�n.

Hier bist halt Gast,

egal, wer du bist.

(leise) Komm.

* Klingel *

Bitte. - Danke sch�n.

Ist jemand zu Hause? - Ja.

Papa! Sch�n, dich zu sehen.

Geht es dir gut? - Alles bestens.

Magst du was trinken? - Ja.

Hedwig, richtest du bitte etwas?

Ich hoffe, Max' Buch verkauft sich gut?

Hast du es gelesen? - Mutiger Titel.

Ah!

Wie lang bleibst du denn?

Max ist in Wien, wir h�tten also Zeit f�r uns allein.

Guter Posten im Kontor, die Frau Stein.

Bleibst du �ber Nacht? - Gern. Sehr gern.

Ihr Stil ist unterhaltsam, anspruchsvoll. Das gef�llt mir.

Alles in Ordnung? - Jaja. Alles gut.

Ich komm gleich.

Sobald jemand in meiner N�he ist, kann ich nicht schreiben.

Wie halten Sie's mit dem Alleinsein?

Mit drei Kindern findet man nicht leicht Ruhe.

Es sei denn, ich sperr mich in mein N�hzimmer ein.

Dort ist es herrlich still und melancholisch.

Und dort schreiben Sie Ihre wunderbaren Romane.

Martha hat nichts gesagt.

* angespannte Musik *

Sie sind Lina Stein.

Sie sind es.

(leise) Niemand wei� es.

Nicht einmal mein Mann.

Aber ich wei� es jetzt.

(fl�stert) "F�llest wieder Busch und Tal."

"Still mit Nebelglanz,

l�sest endlich auch einmal meine Seele ganz."

* Stimmengewirr *

* dramatische Musik *

Ich ... bitt Sie um Entschuldigung.

Aber ... d�rft ich ...

D�rft ich ...

D�rft ich die hohen Herrschaften ...

ganz kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten.

Ich hab die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen,

dass ... Ihre Majest�t ...

(weinend) unsere geliebte Kaiserin...

* traurige Musik *

Es gab einen Mordanschlag.

* erschrockene Ausrufe *

Unsere Kaiserin ist tot.

* aufgeregtes Stimmengewirr *

Sie ist tot!

Ich kann's nicht fassen.

Mayr! Haben Sie Prinzessin von Traunstein gesehen?

(leise) Diskretion, Herr Aderhold. Diskretion!

* Stimmengewirr *

* Klopfen *

(Max) Konstanze?

* Klopfen *

Maximilian, ich bitt Sie!

Lina?

* schwerm�tige Musik *

* Klopfen *

* schwerm�tige Musik *

* Die T�r wird aufgesperrt. *

Es ist so schrecklich! - Pscht, jetzt ist alles gut.

Ich bin doch da.

Sie zerst�ren alles.

Wir d�rfen das nicht!

* schwerm�tige Musik *

Was ist passiert?

Was ist oben passiert?

Ihre Majest�t...

Ist sie gestorben?

Ermordet!

Ein Unbekannter, ein Geisteskranker.

Mariechen ... - Lass mich in Ruh!

Komm! - Lass mich in Ruh!

* Sie schl�gt die T�r zu. *

Marie!

Marie! Du bist undankbar!

Undankbar bist du!

Wo w�rst denn, wenn ich dich nicht gerettet h�tte?

Komm, wir essen was.

So eine feine Suppe hast gemacht. Vogerl!

Isst halt allein, W�rtner!

Was tust du?

Ich geh.

Drau�en bist nicht sicher. - Das ist Unsinn!

Wo willst denn hin?

Zum Kohlenhof? Zu deinem Stiefva...?

Wie meinst du das? Hm?

Tot w�rst l�ngst, h�tte ich dich nicht besch�tzt.

Wie meinst du das mit Stiefvater?

Hm?

Der Mann am Kohlenhof, das ist nicht dein Vater.

Vielleicht hat er dich verkauft.

Dann w�rde er es wieder tun.

Woher wei�t das?

Die Leute erz�hlen's.

Dass deine Mutter dich mitbrachte aus dem Haus vom F�rsten von Traunstein.

* leise, schwerm�tige Musik *

* gequ�lte Laute *

Hedwig, bitte, hol Doktor Kraft.

* St�hnen *

Schnell!

Oh mein Gott! Kind!

* St�hnen *

Was f�r ein schrecklicher Tod.

Das wird meinen Ungarn das Herz brechen,

dass ihre K�nigin so sterben musste.

Wenn man uns nur nicht die Rechte nimmt.

Der alte Kaiser ist zu allem f�hig.

Aber nein! Er wird ihr Andenken in Ehren halten.

Bitte nicht.

Mein Mann w�rd's riechen.

Der Hof wird Order geben wegen der Beisetzung.

Dazu wird mein Mann nach Wien kommen.

Du musst jetzt gehen. - Gleich.

Bitte, Max! Ich muss mich ankleiden. - Psch.

* Schritte *

Das ist hier alles zu viel f�r dich.

Wenn du nicht mit Max dar�ber sprichst, tu ich es.

Nein! Nein.

* Uhrticken *

Wenn kein Kind kommt, muss ich das akzeptieren.

* Eine T�r wird ge�ffnet. *

Das war gelogen mit dem Traunstein.

Bei den feinen Herrschaften gibt's nichts f�r dich.

Hier. Das hab ich beim Toten gefunden.

Das hat ein feiner Herr gezahlt, damit man dir was antut.

Ist alles Lug und Trug auf der Welt!

Nur wir sind echt.

So hast mich doch erzogen.

Zu was Besserem hast mich erzogen.

Zu was ganz Besonderem.

Ich bin was Besonderes, hast du gesagt.

Warum willst du denn unbedingt nach Wien?

Du kannst es ihm sagen, wenn er wiederkommt.

Denk doch an deine Gesundheit.

Es war unser Kind.

Hedwig.

* unheimliche Musik *

* langsame, melancholische Klaviermusik *

(Erz�hlstimme Portier) Der Tod unserer Kaiserin

hat die Gem�ter aufs Heftigste ersch�ttert.

Alles war anders, nix schien mehr sicher.

Was geheim und jahrelang vergessen war,

stieg aus der Gruft herauf und kam zu uns ins Sacher.

Niemand hat die Marie erkannt, das fr�here Putzm�del.

Doch alle haben gesp�rt,

dass mit ihrem Auftauchen ein f�rchterliches Unheil heraufzog.

* verspielte Orchestermusik *

* Klopfen *

Herein.

Post f�r Ihren Mann, Durchlaucht. - Was ist es denn?

(Erz�hlstimme Portier) Sie war besorgt,

dass das ein erster schmutziger Anwurf gegen sie sein k�nnte.

Doch anders als bef�rchtet, gab ihr dieser Brief die Chance,

von ihrer eigenen peinlichen Eskapade abzulenken.

Ich brauch einen Wagen.

Schnell!

* Musik *

Flora, mein Hut!

* Musik *

* Klingeln *

* Traben *

* spannungsvolle Musik *

* Klingeln *

Untertitel im Auftrag des ORF, 2016

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.