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***
Anna Wallner Johannes, ihr Mann
mit Untertiteln aus Deutschland
Markus Wallner Arnold Grabosch
Durch die Taufe
nehmen wir dieses Kind in die Gemeinschaft der Christen auf.
Der Bub wurde in zwei alteingesessene Familien hineingeboren.
Er trägt das Taufkleid, das schon seine Mutter und Großmutter trugen.
Ich bitte die Eltern Anna und Johannes Wallner vorzutreten.
Ebenso die Paten Leni Wallner und Willi Gössler.
Welchen Namen geben Sie dem Kind? - Christian.
Benedikt Alois. - Ja.
Christian Benedikt Alois Wallner, ich taufe dich im Namen des Vaters.
Und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Die Taufe ist Zeugnis des Glaubens und Vertrauens und der Geborgenheit.
Empfange das weiße Kleid und trage es in Würde.
Geh hin in Frieden und werde ein glücklicher Mensch.
Du glaubst nicht, wie glücklich ich bin.
Anna!
Ich möchte gratulieren. - Ich danke dir.
Johannes.
Für diese Komödie komme ich gern her.
Markus muss seinem Bruder gratulieren.
Weil der ein Kind mit der Frau hat, die Markus selbst heiraten wollte.
Er hat doch ein Kind mit ihr. - Na und? Das nützt nichts.
Markus benahm sich damals schlecht. - Es kann gar nicht gut gehen.
Früher oder später gibt es einen Riesenwirbel um den Christeiner-Hof.
Gib mir das Geschenk. Ich hebe es für Christian auf.
Was ist da drin, Papa? - Das fragt man nicht, Elli.
Es gehört doch meinem Bruder. - Christian ist nur dein Halbbruder.
Blödsinn! Wo gibt's denn halbe Brüder?
Mein Papa hat es gesagt. - Stimmt das, Mama?
Die Leute reden viel.
Meine Mama sagt, du adolierst Elli vielleicht.
Du meinst adoptieren. - Adoptieren? Was ist das?
Das ist, wenn Johannes dich... - Ist was?
Ich erkläre es dir später, Spatzl.
Ich brauche ein Bier.
Sensationeller Wildbestand, schöne alte Bäume.
Das wird das Herzstück unserer Jagdgenossenschaft.
Ich kenne Jagdfanatiker, die zahlen dafür jeden Preis.
Ich hab's Ihnen ja gesagt.
Dieser Wald allein ist viel zu klein.
Aber alles zusammen, das wird ein Wahnsinnsgeschäft.
Sie kennen die Leute noch nicht. Die denken nicht so modern.
Überlassen Sie das mir, Penzinger. Meine Argumente werden überzeugen.
Schauen Sie!
Da juckt es in den Fingern.
Das wäre Wilderei, Herr Grabosch. - Wieso?
Der Hirsch steht im Wald vom Christeiner-Hof.
Ich warte,bis er das Revier wechselt. - Das macht der nicht.
Der ist standorttreu. Anna Wallner hat ihn seit Jahren angefüttert.
Anna Wallner? Christeiner-Hof? -Anna nahm den Namen ihres Mannes an.
Aber der Hof heißt nach altem Brauch Christeiner-Hof.
Dieses Prachtexemplar ist ihr Hirsch. - Wenn er fehlt, dann fehlt er eben.
Vor Jahren hat sich auch einer nicht daran gehalten.
Den haben sie hinter Gitter gebracht.
Mit Wilderern verstehen wir hier oben keinen Spaß.
Er jodelt.
Lass noch was übrig. - Was?
Du verschlingst ihn geradezu. - Hör auf.
Wie sagt man? "Auch eine alte Kuh schleckt gern noch mal Salz."
Was redest du? Willi und mich verbindet eben mehr.
Das hättest du gern.
Ohne mich hätte Mama den Christian nie gekriegt.
Elli! - Ich habe ihn mir so sehr gewünscht.
Wünschst du dir zu seiner Taufe auch etwas?
Freilich. Aber das sage ich nicht.
Rede dich nicht raus! Plötzlich fragt Elli, was Adoption heißt.
Da kann nur eines dahinter stecken!
Wir haben nie über Adoption geredet.
Darüber nachgedacht hast du aber!
Nein. Aber es wäre eine gute Idee.
Elli heißt immer noch Christeiner.
Soll sie plötzlich Wallner heißen?
So wie du jetzt? - Das habe ich nicht gesagt.
Aber wir sollten mal darüber reden. In Ruhe, und auf keinen Fall heute.
Anna hat Recht. Vor allem wegen Elli.
Sie wird im Dorf schon gehänselt.
Weil sie anders heißt als ihre Mutter. - Elli ist mein Kind!
Das merkst du ziemlich spät. - Hör auf.
Anna hat es mir verschwiegen! - Du wolltest nichts von ihr wissen.
Was weißt du? Du hast dich herumgetrieben, und jetzt...
Hört auf! - Fass mich nicht an.
Hört endlich auf! Ich kann diesen Unsinn nicht mehr hören!
Dem überlasse ich Elli auf gar keinen Fall!
Das sage ich dir. - He!
Unsere Begehung heute hat gezeigt, dass wir nur gemeinsam stark sind.
Jagdgästen mit wirklich viel Geld müsst ihr etwas Besonderes bieten.
Sonst kommen die nicht her.
Wir wissen das.
Sie müssen die anderen Jagdbesitzer überzeugen, nicht uns.
Was ist das? - Luftaufnahmen.
Das ist schon beeindruckend.
Von oben sieht man erst, welches Potenzial diese Gegend hat.
Ich möchte die Eigenjagden zu einer Genossenschaft zusammenschließen.
Vom Steinkar bis zum Hochkogel. Sabine von Auen ist davon begeistert.
Für ihr Hotel wäre das ein Segen. - Klar, dass sie nichts dagegen hat.
Eine Straße müsste gebaut werden und ein kleines Hotel im Jagdhaus-Stil.
Das klingt gut. - Für dich als Bauunternehmer bestimmt.
Jeder im Dorf profitiert von der Genossenschaft. Das garantiere ich.
Noch eine Runde, meine Herren? - Da sagen wir nie nein.
So ein anstrengender Tag. Schlaf jetzt schön.
Mama, wieso heiße ich Christeiner und der Christian heißt Wallner?
Weil du schon vor meiner Heirat mit Johannes bei mir warst.
Mein richtiger Papa ist der Markus. Dann müsste ich auch Wallner heißen.
Markus und ich wussten damals noch nicht, was Familie bedeutet.
Als du so alt warst wie Christian.
Deswegen sind du und ich auf dem Hof geblieben, bei Oma Zensi.
Später kam dann Johannes in das Tal zurück.
Wir haben gespürt, dass wir zusammen gehören.
Dem Johannes ging es genauso. Dann haben wir geheiratet.
Deswegen heißen Christian und ich jetzt Wallner.
Dann gehöre ich gar nicht zu euch. - Das kommt nicht auf den Namen an.
Sondern darauf,ob man sich lieb hat.
Ist er nicht nur mein halber Bruder?
Du hast ihn doch lieb. - Ja!
Halb lieb oder ganz lieb? - Ganz lieb.
Dann ist er auch dein ganzer Bruder.
Bleibst du hier, bis er einschläft? - Ich erzähle ihm eine Geschichte.
Aber keine Gruselgeschichte.
Es war einmal eine Entenmama, die hatte drei Entenbabys.
Was sagt der Herr Bauunternehmer? - Das hat Hand und Fuß.
Den Parkplatz würde ich verändern.
Wie wollen Sie das alles finanzieren?
Nach Schaffung der Rahmenbedingungen treten wir an die Pächter heran.
Bis dahin finanziert meine Firma AGB 60 Prozent der Vorkosten.
Arnold Grabosch Beteiligungen, München.
40 Prozent tragen die Gemeinde und die Vertragspartner.
Über eine Beteiligungsgesellschaft. - Sie steigen aber ordentlich ein.
Kleckern wäre hier ein Fehler.
Meine Einlage bekomme ich aber zurück,
wenn die Jagdgenossenschaft steht.
Nicht nur Ihre Einlage, Herr Berger. Sondern auch noch die Zinsen.
Vorsichtig kalkuliert werden das 300 Prozent sein.
300 Prozent? Gibt's das, Penzinger? - Na ja.
Bei lukrativen Projekten...
Es ist eines der lukrativsten Projekte, die ich je gemacht habe.
Ich sehe aber noch ein Problem. - Problem?
Der Wald vom Christeiner-Hof liegt doch mittendrin.
Anna Wallner macht bestimmt nicht mit.
Die hat noch keiner rumgekriegt.
Hat Ihnen Penzinger das nicht gesagt?
Ohne Annas Wald gibt es keine Jagdgenossenschaft am Hochkogel.
Natürlich haben wir darüber gesprochen.
Für mich gibt es keine Probleme, nur Lösungen.
Die kann auch nicht auf dem hohen Ross sitzen. Reich waren die nie.
Und ihre einfachen Gästezimmer blieben dieses Jahr leer.
Kein Wunder, die Leute wollen Komfort.
Und nachts kein schreiendes Baby.
Ich überzeuge Frau Wallner innerhalb einer Woche. Da wette ich mit Ihnen.
Wenn Sie Anna umstimmen, investiere ich ein paar tausend Euro.
Die anderen Jagdbesitzer ziehen garantiert nach.
Und jetzt gebe ich noch einen aus. - Auf die Jagdgenossenschaft!
Die Adoption geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Es würde ein paar Dinge klären. Für Elli und für uns.
Seit Christians Geburt fürchtet sie,
nicht mehr richtig zu uns zu gehören.
Nur weil sie anders heißt.
Mir passt es auch nicht, dass Markus so empfindlich reagiert.
Er sieht, wie glücklich wir sind.
Dann spürt er erst recht, dass er allein ist.
Elli würde Wallner heißen, so wie er.
Sonst würde sich nichts ändern.
Das hättest dann aber du erreicht und nicht er.
Hoffentlich lässt er mich morgen nicht im Stich.
Wir wollen Bäume zum Schlagen kennzeichnen.
Er wird kommen. Er hängt immer noch ein bisschen an dir.
Ja, das ist das Problem.
Geh du morgen mit ihm in den Wald.
Ich muss für Frau von Auen Zeichnungen fertig stellen.
Ich halte es für wichtig, dass du gehst.
Bei der gemeinsamen Arbeit kann man leichter reden.
Meinst du, das bringt was?
Ich will morgen zum Hochkogel hinauf. - Damit kommen Sie aber nicht rauf.
Sie brauchen einen Geländewagen. Ich leihe Ihnen meinen.
Ich verwende ihn nur für die Jagd.
Und Sie machen eine Spritztour? - Wir sind doch jetzt Partner.
Partner?
Ich hab's mir überlegt. Morgen überweise ich Ihnen meine Einlage.
Und zwar 10.000. Wenn einer die Anna überzeugen kann, dann sind Sie es.
Es macht Spaß, mit Ihnen Geschäfte zu machen.
Danke, Johannes. - Du hast schon Recht.
Es ist besser, wenn ich mit ihm gehe.
Versuch bitte auch Markus zu verstehen. Er hat es nicht leicht.
Ich mach das schon. Um 16 Uhr bin ich zurück.
Grüß euch zusammen. - Servus, Willi.
Gehst du in den Wald? - Ja, es muss weiter gehen.
Ist Elli schon in der Schule? - Da kennst du sie schlecht. Elli!
Ja, Mama. Ich schaffe den Schulbus schon noch. Ist das süß!
So ein weiches Fellchen.
Für wen ist das? - Rate mal.
Was machst du hier? Anna wollte doch kommen.
Schon, aber wir dachten uns...
Wenn du dir dafür nicht zu fein bist.
Gehen wir.
Den auch?
Nein, der muss noch ein paar Jahre wachsen. Das sieht doch ein Blinder.
Den auch nicht! Siehst du nicht, wie frei der steht?
Baumschule, 1.Klasse. Ist der Herr Ingenieur durchgefallen?
Warum können wir uns nicht wie vernünftige Menschen unterhalten?
Worüber sollten wir uns unterhalten?
Gut geschlafen? - Guten Morgen, Frau von Auen.
Würden Sie mir die Rechnung fertig machen lassen?
Reisen Sie ab? - Ja. Nein.
Ich will mich intensiver einarbeiten und näher am Projekt wohnen.
Ich lasse die Rechnung fertig machen. Auf die Firma?
Ja. Schicken Sie sie nach München, meine Sekretärin erledigt das.
Konnten Sie die Pläne studieren? - Ja, das klingt plausibel.
Die Zusammenlegung der Jagdreviere kurbelt den Tourismus an.
Alle werden daran verdienen.
Wollen Sie Geschäftsführerin des geplanten Jagdhotels werden?
Ich habe Interessenten aus München.
Eine regionale Lösung würde ich aber vorziehen.
Wie viele Zimmer planen Sie? - 10.
10? - Natürlich nur während der Saison.
Der Mehraufwand wäre begrenzt, aber der Gewinn beträchtlich.
Das klingt interessant. Pardon, die Rühreier müssen aufgefüllt werden.
Ich biete Ihnen an, bei der Beteiligungsgesellschaft mitzumachen.
Weil Sie es sind, liebe Freifrau.
Eigentlich dürfen da nur die Jagdbesitzer einsteigen.
Welche Summe stellen Sie sich vor?
Entscheiden Sie selbst, was Ihnen das Projekt wert ist.
Und wie viel Gewinn Sie machen wollen.
Mal schauen. Bis dann.
Schau gut zu, damit du mir später helfen kannst.
So, jetzt.
Ja...
Ich bin fertig im Stall. Soll ich dir helfen?
Ja, beim Mittagessen.
Elli kommt bald aus der Schule, und Leni will auch kommen.
Dass ich mal Leni Wallners Köchin werde, hätte ich nie gedacht.
Mama, soll sie für sich allein kochen, wenn Markus im Wald ist?
Kann sie deshalb kommen und gehen, wie sie will?
Sie gehört auch zur Familie. Sie ist genauso Oma wie du.
Einen wunderschönen guten Tag, die Damen.
Grüß Gott. - Grüß Gott.
Arnold Grabosch. Ich erkunde gerade die Gegend.
Es ist so schön bei Ihnen. Diese gute Luft und die Ruhe.
Gibt's hier auch Fremdenzimmer? - Freilich.
Bei der herrlichen Lage sind Sie bestimmt ausgebucht.
Nein. - Nicht ganz.
Für wie lange soll es sein? - Erst mal eine Woche.
Dann weiß ich mehr. - Ja.
Ich zeige es Ihnen gleich. - Gerne.
Die sind doch viel zu schwer.
Wenn sie voll wären, könnten wir darüber reden.
Und wegen der Ruhe... Wir haben ein kleines Kind.
Ich liebe Kinder.
Dann ist es recht. Kommen Sie.
Er liebt Kinder.
Markus!
Tschüs!
Maria, ich bitte dich recht schön...
Entschuldigung. Du natürlich auch.
Bitte macht, dass Christian ganz und gar mein richtiger Bruder ist.
Und dass der Papa nicht immer so traurig ist. Danke.
Jetzt muss ich heim. Sonst komme ich zu spät zum Essen.
Amen.
Grüß Gott, Elli. Hilfst du mir beim Schmücken?
Haben Sie zugehört, Herr Pfarrer?
Ich habe dich nicht belauscht.
Aber ein bisschen habe ich trotzdem gehört.
Ist es richtig, dafür zu beten? - Aber ja. Es ist ein Herzenswunsch.
Dafür sind unser Herr Jesus, Maria und alle Heiligen zuständig.
Beide? Geht's dann in Erfüllung?
Die Entscheidung musst du ihnen überlassen.
Das Zimmer gefällt mir sehr gut. - Sie können auch mit uns essen.
Sehr gern. Ich komme später mit meinem Gepäck wieder.
Dann mache ich es mir bei Ihnen richtig gemütlich.
Das ist doch Penzingers Auto. - Mit Autos kenne ich mich nicht aus.
So ein wohlerzogener Mann.
Das Geld können wir gut gebrauchen.
Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du unser Gast gewesen bist.
Amen. - Darf ich, Mama?
Aber natürlich, Spatzl.
War da Knoblauch drin? - Freilich. Das ist gesund.
Aber nicht eine ganze Knolle auf einmal.
Hast du Angst, dass dich heute keiner mehr küsst?
Wie meinst du das?
- Willi kommt jetzt öfter mal herunter.
Ich unterhalte mich gern mit ihm.
Du liest ja lieber solche Geschichten wie "Liebesfeuer in den Bergen".
Lass das! Das brauche ich zum Feuer anzünden.
Das ist aber ein verrückter Hopser! - Jetzt hast du einen Namen.
Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und...
Und des Heiligen Geistes. - Auf den Namen Hopserle!
Damit macht man keine Witze, Elli!
Du hast keinen Humor, Leni. Aber unser Herrgott hat ihn bestimmt.
Was ist denn los? - Heißt es Wallner oder Christeiner?
Das ist wichtig für dich. - Ja.
Was möchtest du? Wie soll das Hopserle heißen?
Wallner. Hopserle Wallner.
Markus, komm mal her.
Ist das ein Prachtkerl! - Hast du den noch nie gesehen?
Nein. - Anna hat ihn angefüttert.
Echt? Sein Handy läutet.
Ja, Anna? Wir sind fast fertig.
Ich frage ihn. - Markus, willst du heute bei uns mitessen?
Nein, heute nicht. Ich gehe jagen. - Es geht leider nicht.
Und morgen?
Mal sehen. - Ich bin in 1 Stunde zurück.
Dann mache ich mit Elli Hausaufgaben.
Okay. Bis dann.
Machst du bei Elli wieder auf Papa? - Verstehst du das nicht, Markus?
Elli leidet darunter, dass sie einen anderen Namen als ihre Familie hat.
Ich kann sie vielleicht adoptieren. - Ich rede mit einem Rechtsanwalt.
Wieso du? - Vielleicht nehme ich Elli zu mir.
Was redest du? Willst du sie aus der Familie herausreißen?
Ich bin genauso die Familie! - Weg von der Mutter?
Du willst mir mein Kind entfremden! - Entfremden?
Ich kümmere mich um sie, als wäre sie mein eigenes Kind.
Genau das meine ich! - Mit dir kann man nicht reden.
Du bist und bleibst ein sturer Bock. - Schleich dich nur!
Du nimmst mir mein Kind nicht weg! - Fass mich nicht an!
Und wie! Das wirst du schon sehen!
Ich schlage dir den Schädel ein! - Na, was ist?
Was?
Zwei Schüsse.
Verflixt!
Wer sagt's denn!
Wo bleibt Johannes? Er wollte mir bei den Schularbeiten helfen.
Er müsste längst hier sein.
Da bin ich, Frau Wallner. - Wir haben alles vorbereitet.
Fühlen Sie sich wie daheim. - Danke.
Herr Grabosch! Haben Sie unterwegs meinen Mann gesehen?
Oder seinen Bruder? - Nein, ich hatte Termine im Dorf.
Leider. Wenn ich irgendwie...
Wenn Sie was brauchen, sagen Sie es meiner Mutter.
Das Handy läutet.
Das Handy läutet noch immer.
Das passt nicht zu Johannes. Er ruft immer an, wenn es später wird.
Mach dir keine Sorgen. Markus ist doch bei ihm.
Den erreiche ich auch nicht.
Vielleicht sprechen sie sich mal aus.
Deswegen bin ich so unruhig. Markus wollte noch auf die Jagd gehen.
Vielleicht ist Johannes mitgegangen.
Der macht sich nichts aus der Jagd.
Er kommt sicher bald.
Da stimmt etwas nicht.
Hallo! Ist da jemand?
Hilfe! Hallo!
Anna! Wo willst du hin? - Ich suche Johannes.
Hast du Markus gesehen? - Der ging vor einer Stunde ins Tal.
Johannes kam nicht heim, und auf dem Handy erreiche ich ihn auch nicht.
Ich habe kein gutes Gefühl. - Komisch ist das schon.
Ich werde ihn suchen. - Gut. Ich komme mit.
Schau, Maunz. Der Christian.
Es war köstlich. Genau die richtige Menge Knoblauch.
Sie haben einen guten Geschmack. - Für mich wird's Zeit.
Ich habe ein Meeting im Dorf. - Was?
Das ist ein Treffen.
Mit Jagdbesitzern vom Hochkogel.
Wegen der Genossenschaft? Im Dorf redet man über nichts anderes mehr.
Das ist das wichtigste Vorhaben für diese Gegend in den nächsten Jahren.
Da geht es um hochkarätigen und ökologisch sinnvollen Tourismus.
Davon verstehe ich nichts. - Ich schon!
Wir können mehr Feriengäste brauchen. - Sehen Sie.
Wir ziehen alle an einem Strang.
Bis später.
Wie war das mit der alten Kuh und dem Salz?
Johannes!
Johannes!
Johannes!
Das hat keinen Sinn.
Sie hört Johannes' Handy läuten.
Hörst du das?
Es kommt von da unten.
Der Klingelton wird lauter.
Um Gottes willen, er liegt da unten! Johannes!
Anna!
Die Bergrettung. Du musst nur reden.
Anna, du kannst doch nicht... Hallo, hier ist der Willi.
Willi Gössler. Wir sind am Hochkogel.
Anna Christeiner und ich.
Johannes ist abgestürzt und hat sich schwer verletzt.
Warte doch, Anna! - So viel Zeit haben wir nicht.
Anna! Die Bergrettung ist gleich da!
Pass auf das Seil auf, Willi.
Anna... - Johannes!
Bleib liegen.
Er stöhnt vor Schmerz. Bleib liegen.
Ganz ruhig.
Markus, hier.
Geht, geht. Weiter, nebeneinander.
Weiter! - Passt's?
Ja, geht. Vorsicht, halt!
Geht weiter! Vorsichtig!
Es geht schon.
Wir machen gleich die Erstversorgung.
Das brauche ich nicht. Fahrt mich heim.
Johannes, spinnst du? - Du hältst dich raus.
Du musst auf innere Verletzungen untersucht werden.
Ich will nach Hause. Fahren wir!
Was ist mit dir?
Johannes, warte!
Wie ist das denn passiert? - Ich bin abgerutscht.
Und wo war Markus? - Der Markus... Was weiß ich.
Warum gehst du nicht ins Krankenhaus?
Wer weiß, wie schlimm die Verletzung ist.
Es geht schon. Die Ausbaupläne für das Golfhotel müssen fertig werden.
Sonst verliere ich den Auftrag.
Um Gottes willen, was ist das? - Ich hab ihn am Felsen aufgerissen.
Mama!
Ich brauche Jod. - Im Arzneischrank ist keins.
Ich hole es selbst. - Guten Abend.
Dr. Hemmerling. Sein Arm ... - Was ist damit?
Das ist kaum der Rede wert. - Aber das ist doch ...
Das ist nur ein Kratzer. - Es sieht nach einem Streifschuss aus.
Ein Streifschuss? - Ich hab ihn am Felsen aufgerissen.
So was sieht anders aus. - Johannes, was ist passiert?
Wie oft soll ich's denn noch sagen? - Es muss genäht werden.
Markus hustet.
Jesses, Maria! Warum kommst du nicht rein?
Wie geht's dem Herrn Ingenieur? - Er hatte noch mal Glück.
Er muss sich ausruhen. - Ach so.
Ich verstehe nicht, dass du nicht bei deinem Bruder warst.
Du musst ja nicht alles verstehen. - Ist oben im Wald etwas passiert?
Habt ihr euch ausgesprochen? - Klar. Und wie!
Ihr habt also wieder gestritten! - Darüber rede ich nicht mehr.
Warum vertragt ihr euch nicht? - Frag doch ihn!
Ich hatte solche Angst um dich.
Ich weiß nicht, wie es ohne dich ausgegangen wäre.
Das spürte ich. Sag mir bitte, was wirklich passiert ist.
Elli!
Ich wollte dem Johannes noch ein Kopfkissen bringen.
Dann liegt er weicher. - Das brauchst du doch selbst.
Ich könnte auch hier bleiben. - Dann komm ins Bett, Schatz.
Johannes, was ist los?
Nichts, gar nichts.
Ich habe Schmerzen. Hol mir eine Tablette.
Eine Tablette! Früher haben wir noch miteinander geredet.
Ein tiefer Seufzer.
Siehst du, Liesl? Schmieren und salben hilft allenthalben.
Bald kannst du wieder auf die Weide.
Guten Morgen, Frau Wallner. - Guten Morgen, Herr Grabosch.
Ihre Mutter hat mir alles erzählt. Kann ich helfen?
Beim Melken? - Nein. Helfen auf meine Art.
Aha. Auf Ihre Art.
Die Jagdgenossenschaft wäre eine Touristenattraktion für die Region.
Ich mag keine Großprojekte. Das hat man Ihnen sicher schon erzählt.
Sie würde den Waldbestand schützen. - Wegen des schlechten Holzpreises?
Ihr müsst doch für immer weniger Geld immer mehr abholzen.
Sonst rentiert es sich nicht mehr. - Das stimmt schon.
Mein Projekt würde den Teufelskreis durchbrechen.
Der Wald bliebe erhalten, ihr Waldbesitzer wärt die Geldsorgen los.
Das klingt gut. Und das Wild muss dann eh reduziert werden.
Abschussquoten und Anteile an unserer Gesellschaft sind Verhandlungssache.
Der Berger will ja mit ein paar tausend Euro einsteigen.
Frau von Auen mit noch viel mehr. - Mich können Sie vergessen.
Ich kann nicht mal einen Bruchteil davon leisten.
Ich mache Ihnen einen Vorschlag.
Ihre Familie ist alteingesessen und sehr beliebt im Dorf.
Aha.
Ihr Wald ist die Einlage. - Mein Wald?
Er hat den besten Wild- und Baumbestand am Hochkogel.
Sie bringen den Wald in die Jagdgenossenschaft ein.
Und ich werte Ihre Unterschrift als Einlage von 5000 Euro.
Ruhig, Liesl. Das scheint ein gutes Geschäft zu sein.
Ich rede mit meinem Mann darüber.
Das macht man doch als Frau so. Oder?
Vermutlich. Aber lange kann ich Ihnen dieses Angebot nicht machen.
Ich lasse mich nicht unter Druck setzen.
Das verstehen Sie sicher. Jetzt komm!
Grüß dich. - Markus.
Wie geht's Johannes? - Nicht gut.
Sag du's mir wenigstens. Was ist auf dem Berg passiert?
Keine Ahnung. Ich war schon auf der Jagd.
Ich mache weiter mit den Bäumen. - Ich komme gleich.
Und Johannes? - Er ist im Zimmer.
Vielleicht siehst du mal nach ihm.
Komm schon!
Grüß dich.
Du arbeitest ja schon wieder. Du bist aber ein zäher Hund.
Damit hast du wohl nicht gerechnet.
Was meinst du damit?
Wie geht's dir denn?
Was ist los, Johannes? So sehr haben wir auch nicht gestritten.
Ich bin etwas ausgerastet. Aber du kennst mich ja.
Ich meinte es nicht so.
Es tut mir Leid. - Du hättest besser zielen sollen.
Jetzt aber langsam!
Markus, du wolltest mich umbringen.
Spinnst du jetzt total?
Warum soll ich so was tun?
Vielleicht gönnst du mir Anna nicht.
Wenn's mich nicht mehr gibt,dann ...
Du unterstellst mir, dass ich ...?
Du hast auf mich angelegt. - Ich habe auf ein Reh angelegt.
Sehe ich aus wie ein Reh? Spar dir die Ausrede!
Du spinnst! Ich schieße doch nicht auf meinen eigenen Bruder.
Was ich gesehen habe, habe ich gesehen.
Wenn ich dich hätte umbringen wollen, hätte ich getroffen.
Das kannst du mir glauben, Bruderherz.
Grüß dich, Papa!
Jetzt nicht, Elli.
Papa!
Elli weint.
Elli.
Na komm, Schatz.
Der Papa hat mich nicht mehr lieb.
Das stimmt doch gar nicht. - Du hast's doch gesehen.
Das hat nichts mit dir zu tun. - Doch.
Bestimmt nicht. Er hat sich nur mit Johannes gestritten.
Ja, aber meinetwegen. - Nein, Schatzl.
Keiner hat mich lieb.
Alle haben dich lieb. Ich hab dich lieb, das Hopserle hat dich lieb.
Und der Markus auch. Ganz bestimmt. Das weiß ich.
Wenn Johannes schon nichts sagt, dann rede du wenigstens.
Ich habe auch nichts zu sagen.
Ich gehe kaputt, wenn nicht endlich einer von euch beiden redet.
Er sagt, ich war's.
Was warst du?
Ich soll auf ihn geschossen haben. - Der ist ja verrückt.
Ich habe geschossen, aber auf ein Reh. Ich hab's verfehlt.
Da waren noch andere Schüsse. - Andere Schüsse?
Dann muss doch noch jemand oben gewesen sein.
Wer soll denn das gewesen sein? - Außer mir, meinst du jetzt?
Ich weiß, dass du nie auf Johannes schießen würdest.
Dann sag's ihm. - Hört endlich auf damit!
Ich komme ja schon. Weshalb läufst du auch weg?
Mein Gott, hast du dich verheddert!
Klopfen an der Tür. Ja bitte?
Hallo, Herr Wallner. - Grüß Gott, Herr Grabosch.
Gratuliere. Ihr Umbau des Golf- Hotels soll ja bald fertig sein.
Haben Sie danach Zeit für ein neues Projekt mit Frau von Auen und mir?
Das kommt darauf an. Worum geht es? - Tiefbau, Hochbau ...
Frau von Auen und ich planen ein Jagdhotel am Hochkogel.
Ach! Herr Grabosch ...
Hier ist der Vertragsentwurf für Ihren Wald. Wie besprochen.
Danke. Aber ich muss jetzt mit meinem Mann allein reden.
Selbstverständlich. - Danke.
Bis später, Herr Wallner.
Wir redeten über einen neuen Auftrag.
Und wir müssen über unsere Familie reden.
Glaubst du wirklich, Markus ist zu so etwas fähig?
Hat er's dir also erzählt? - Ja. Du redest ja nicht mit mir.
Es gibt nichts zu reden. - Johannes, was soll das?
Soll ich den eigenen Bruder anzeigen?
Er war's nicht.
Du glaubst ihm also mehr als mir. - Warum soll Markus so was tun?
Vielleicht ist ihm jedes Mittel recht, dich zurückzubekommen.
Bist du noch normal? - Anna, wo stehst du eigentlich?
Markus ist dazu nicht fähig. Da war noch ein anderer Jäger oben.
Ich sah nur ihn. - Er war's nicht!
Warst du im Wald oder ich? - Ich glaube ihm.
Dann geh doch zurück zu ihm! Das Baby weint.
Das mach ich auch. Wir haben nämlich noch zu arbeiten!
Und der Markus hilft mir dabei.
Sein Handy läutet.
Wir hatten vereinbart, dass ich Sie anrufe.
In einer Woche habe ich das Geld.
Wir hatten vereinbart, dass Sie bis zum Monatsende still halten.
Gut, gut. In drei Tagen haben Sie das Geld.
Natürlich. Sie können sich darauf verlassen.
Hallo, Herr Penzinger. - Grüß Gott, Herr Grabosch.
Meine Sekretärin in München. - Wie läuft's?
Bestens. Frau Wallner ist unterschriftsreif.
Wissen Sie, wie's Johannes Wallner geht?
Keine Sorge. Der schafft Ihr Golf- Hotel und unser Jagdhotel gleich mit.
Sie waren doch am selben Tag auch auf dem Hochkogel. Haben Sie was bemerkt?
Ich war gar nicht oben. Ich habe mich völlig verfahren ohne Sie.
Dann brauchen Sie mein Auto ja nicht mehr.
Sind Sie den Flitzer schon leid?
Mit Ihrem Auto komme ich besser zum Christeiner-Hof.
Das schaffen Sie mit Ihrem auch. - Ich muss dringend da hinein.
Geschäfte. Ich rufe Sie später an. - Gut.
Sind Sie wahnsinnig, Annas Platzhirsch abzuschießen?
Überlegen Sie, was Sie reden. - Ich müsste zur Polizei gehen.
Wollen Sie sich selbst anzeigen? - Wie bitte?
Der Hirsch wurde mit Ihrem Gewehr erlegt. Das Geweih ist in Ihrem Auto.
Die Beweislage spricht gegen Sie.
Also hören Sie auf herumzuschnüffeln.
Berufen Sie lieber eine Bürgerversammlung ein.
Die Dorfinvestoren werden uns die Bude einrennen.
Sagen wir morgen Mittag?
Ich gehe davon aus, dass diese Sache hier unter uns bleibt.
Sonst muss ich mir einen anderen Bauunternehmer suchen, Partner!
Partner ...
Überanstreng dich nicht, Bub.
Ich muss etwas tun. Sonst fällt mir die Decke auf den Kopf.
Willst du einen Kaffee? - Ja, gern.
Ich wünschte, dein Vater hätte so viel mit euch Buben anfangen können.
Als ihr klein wart. - Es waren andere Zeiten, Mama.
Zum Glück sind sie vorbei. - Weshalb bist du gekommen?
Doch nicht, um über Erziehung zu reden. Oder?
Vielleicht schon. Was ist mit dir und Markus?
Frag doch ihn. - Markus sagt: Frag den Johannes.
Und du sagst: Frag den Markus. Einer von euch muss anfangen.
Ich weiß nicht. Ich kenne ihn nicht mehr. Er ist voller Hass.
So ist das sicher nicht. - Wieso schießt er dann auf mich?
Niemals! So was darfst du nicht einmal denken.
Das ist die Wahrheit.
Bist du auch schon ein Christeiner?
Hält seinen Bruder für einen Mörder! - Was redest du?
Du entschuldigst dich bei ihm und bei mir!
Vorher siehst du mich nicht wieder am Christeiner-Hof.
Und bei uns will ich dich auch nicht mehr sehen!
Anna! Für heute ist es genug!
Das schaffen wir noch.
Na gut, wenn du meinst.
Hallo, Oma Leni!
Ich mache was zu essen. Bleibst du? - Nein!
Ich zwinge dich nicht. - Probier's mal.
Keine Angst, das tue ich nicht. - Kommst du mit, Elli?
Ich mache Buchteln.
Die magst du doch. - Gern. Darf ich, Oma Zensi?
Frag die Mama. - Sie darf ja wohl bei ihrem Vater essen.
Dann geh halt, wenn dir meine Brotzeit nicht gut genug ist.
Ein Motorrad nähert sich.
Hab ich einen Hunger! Wo sind Elli und Johannes?
Heute essen wir allein. Wie in alten Zeiten.
Elli ist auf dem Wallner-Hof.
Ihr schmeckt's dort wohl besser als bei mir. Und der Johannes ...
Was ist mit Johannes?
Der kommt bestimmt nicht zum Essen.
Wie? - Er macht seine Brotzeit im Büro.
Spielen heute denn alle verrückt?
Guten Appetit!
Du glaubst immer noch, ich bin auf Markus' Seite.
Du hast nichts verstanden.
Ich denke nur an unsere Familie. Und du ... Du tust mir Leid.
Schmeckt's dir nicht? - Und dir?
Guten Abend.
Guten Abend, Willi. - Willi!
Ihr seid ja ganz allein. - Frag nicht! Willst du was essen?
Nein, danke.
Anna, dein Platzhirsch wurde gewildert.
Nein! Das darf doch nicht wahr sein.
Du kannst dich selbst überzeugen. Ich hab den Wildkörper gefunden.
Das war bestimmt ein Trophäenjäger. - Den habe ich doch angefüttert.
Das war mein Zukunftshirsch. Den lasse ich doch nicht abknallen!
Der sollte bei mir alt werden. - Jetzt ist er weg.
Zuerst die Schüsse auf Johannes und jetzt ...
Da traut man sich ja nicht mehr in den Wald.
Frau Wallner, so spät noch wach? - Herr Grabosch ...
Wollen Sie auch eine heiße Milch? - Sehr gern.
Wie geht es Ihrem Mann? - Danke. Es geht schon besser.
Ich rechne fest mit ihm für das Jagdhotel am Hochkogel.
Da wird er sich freuen.
Mein Projekt ist eine Chance für Sie und die ganze Familie.
Das glaube ich.
Ist mit dem Vertragsentwurf etwas unklar?
Der Vertragsentwurf! Den hab ich ...
Das ist ein Standardvertrag meiner Rechtsabteilung.
Rechtsabteilung ...
Wie viele Angestellte haben Sie?
20. Einige freie natürlich.
Das ist eine große Firma.
Viel Verantwortung. Zum Glück laufen die Geschäfte gut.
Jetzt schreibt doch glatt der Stift nicht.
Bitte.
Das ist Unsinn. Sie brauchen auch die Unterschrift meiner Mutter.
Unterschreiben erst mal Sie. Morgen rede ich mit Ihrer Mutter.
Sie haben genug zu tun mit der Versammlung.
Das machen wir alles zusammen morgen.
Morgen früh. Wunderbar.
Gute Nacht, Herr Grabosch.
Schritte auf der Treppe.
Ich muss noch einmal in den Wald.
Mit Markus? - Ja, mit Markus.
Johannes!
Kannst du dir das mal ansehen?
Du willst das Jagdrevier am Hochkogel an Grabosch verpachten?
Vielleicht sprichst du mal mit seiner Rechtsabteilung.
Guten Morgen! - Morgen, Elli.
Guten Morgen, Spatzl. - Wo kommt die her?
Sie war über Nacht bei deiner Mutter. - Wieso?
Da gibt's wenigstens keinen Streit. - Elli!
Wir Kinder sollen uns vertragen. Und ihr?
Verpass den Schulbus nicht. - Markus wartet auf die Mama.
Tschüs. - Viel Spaß in der Schule.
Wenn ich zurückkomme, reden wir.
Ja?
Ja.
So geht das nicht weiter. - Der Willi kommt schon.
Jeder macht sein Eigenes. Wir sind gar keine Familie mehr.
Ich bin nicht schuld daran. - Es geht doch nicht um Schuld!
Keiner denkt ans Wohl der Familie. Jeder denkt nur an sich.
Ich denke vor allem an mein Kind. - Elli ist doch nicht dein Besitz.
Ich lasse sie mir nicht wegnehmen. - Das will doch keiner.
Weder Johannes noch ich. - Und was soll dann die Adoption?
Es ist das Beste fürs Kind.
Ich weiß, was das Beste für Elli ist.
Ich bin der Vater.
Das hättest du damals wissen sollen.
Damals hätte ich dich gebraucht.
Der Herr Ingenieur ist auch nie da.
Lasst endlich die blöde Streiterei!
Ihr zieht beide an dem Kind, und Elli ist unglücklich.
Schon gut.
Mutter und Vater muss das Glück des Kindes
wichtiger sein als ihr eigenes.
Guten Morgen, ihr zwei! - Morgen, Willi.
Grüß dich, Willi. - Wo ist der Kadaver?
Gleich dort unten. - Da saß ich ja auf den Rehbock an.
Kommt, ich zeig's euch.
Das ist ja merkwürdig. - Wo ist er?
Da lag er. - Aber da wurde er nicht geschossen.
Nein, da oben. Ich zeige euch, wo die Blutspur anfängt.
"Arnold Grabosch Beteiligungen. Im Moment sind alle Leitungen belegt."
"Oder Sie rufen außerhalb der Geschäftszeiten an."
"Hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signalton."
"Ingenieurbüro Benedikt Meier." - Servus, Benni.
Johannes Wallner hier.
Kennst du eine Firma "Arnold Grabosch Beteiligungen"?
"Nie gehört." - Und die Adresse, Südländer Str. 11?
"Da gibt's eine Menge Firmen." - Benni, tu mir einen Gefallen ...
Kommt mal her!
Seht mal!
Das ist eine Gewehrkugel.
Der Schütze muss von da drüben geschossen haben.
Und du saßt dort oben an. - Das sag ich doch.
Wir müssen den Dreckskerl finden. - Der Penzinger.
Nein. Ich traue dem Penzinger viel zu, aber das nicht.
Penzinger ist Jäger. Der lässt doch kein Fleisch liegen.
Aber ich habe ihn gesehen an dem Tag.
Den Penzinger oder sein Auto? - Ist das ein Unterschied?
Ich glaube schon.
War das aufregend! Ich saß seit Jahren nicht mehr hinterm Steuer.
Das hat man gemerkt. - Johannes!
Hallo, Sabine. Ist Grabosch schon da?
Er ist schon drin. Bist du dir sicher mit deinen Recherchen?
Ich habe sogar Beweise. - Und eine gute Spürnase.
Nein. Anna wurde zuerst misstrauisch.
Sein Handy läutet. Ja, Anna.
Ist Grabosch noch auf dem Hof?
"Nein, im Wirtshaus. Wir sind auch da."
Alle? - Fast die ganze Familie.
Wir kommen auch, so schnell es geht.
Macht bitte nichts, bevor wir da sind.
Beeil dich. Es gibt eine Überraschung.
Oder sogar zwei.
Ich freue mich über Ihr zahlreiches Erscheinen.
Ich möchte Ihnen mein Kompetenzteam vorstellen:
Hotelmanagerin Sabine von Auen, Bauunternehmer Konrad Penzinger.
Und Bauingenieur Johannes Wallner.
Wir planen ein Großprojekt. Die Jagdgenossenschaft ...
... wird diesem Ort Reichtum und Wohlstand bringen.
Im Einklang mit der Natur.
Den Vertrag über den Christeiner Wald habe ich an Ihr Büro gefaxt.
Wunderbar. - Ihr Büro hat Sie sicher informiert.
Ja, meine Sekretärin. - Das ist eine erstaunliche Dame.
Ich habe nämlich kein Fax geschickt. - Kein Fax?
Wie denn auch? Es gibt keine Firma "Arnold Grabosch Beteiligungen".
Aufregung im Saal.
Ich bat heute Morgen einen Freund, sich Ihre Firma genauer anzusehen.
Er mailte mir 2 Fotos. Das ist Ihre Firma von außen.
Und das ist Ihr Büro von innen.
Das sind doch nur Behauptungen!
Johannes Wallners Recherchen lassen nur einen Schluss zu:
Arnold Grabosch ist ein Betrüger.
Er versucht, möglichst viele Investoren zu gewinnen.
Für seine so genannte Jagdgenossenschaft.
Und dann macht er sich mit unserem eingezahlten Geld aus dem Staub!
Es ist noch viel schlimmer!
Der Mistkerl ist nicht nur ein Betrüger, sondern auch ein Wilderer.
Dabei kann er nicht mal gescheit schießen.
Fast wäre er deshalb zum Mörder geworden.
Das ist die Kugel, mit der auf Johannes geschossen wurde.
Ich habe gar kein Gewehr. - Das haben Sie sich geliehen.
Von Penzinger. Genau wie den Geländewagen.
Was reden Sie da? - Sie haben auf Johannes geschossen.
Ich habe nur auf den Hirsch gezielt.
Unser Fremdenzimmer ist ja jetzt wohl wieder zu haben.
Das ist eine Sache für die Polizei. - Und gleich eine doppelte.
Ich könnte Sie ja mal besuchen. - Ja. Ich würde mich freuen.
Und? Was ist jetzt?
Entschuldigung.
Ich weiß nicht, was ich sagen soll. - Mir fällt auch nichts ein.
Du errätst nie, was ich auf dem Hochkogel gesehen habe.
Doch nicht wieder einen Wilderer? - Nein. Eine Hirschkuh.
Genau dort, wo der Sechzehnender immer zur Tränke ging.
Und ein Kalb war dabei. - Wem sah das wohl ähnlich?
Ich habe nachgedacht, Anna.
Ohne dich hätten wir Wallners das nie geschafft.
Ihr seid schon schlimme Querköpfe.
Gut, dass du noch ein schlimmerer Querkopf bist als wir.
Du hattest Recht.
Ich habe immer nur an mich gedacht. - Das stimmt so nicht.
Ich verstehe dich ja. Wer sein Kind liebt, möchte es festhalten.
Er möchte es vor allem Unglück schützen.
Wenn man das kann, ist das was Großes.
Siehst du, genau das konnte ich nicht.
Bei Elli nicht und bei dir damals auch nicht.
Es kommt bestimmt mal jemand, bei dem du das kannst.
Wer will mich schon haben? - Wart's ab.
Man muss aber auch jemanden loslassen können.
Wenn das wichtig für sein Glück ist.
Auch wenn es einem das Herz zerreißt?
Auch wenn es einem das Herz zerreißt.
Na komm!
Nicht einmal heute kann sie pünktlich sein.
Wenn sie wüsste, worum es geht, wäre sie längst da.
Endlich! - Ist was?
Ja, Spatzl. Markus!
Spatzl, hör zu.
Also die Anna und der Johannes ... Ich muss dir was Wichtiges sagen.
Was denn?
Es wäre doch gut, wenn du wie dein kleiner Bruder heißen würdest.
Ich bin einverstanden, dass dich der Johannes adoptiert.
Dann ist Christian endlich mein ganzer Bruder.
Außerdem heiße ich dann so wie du. - Und wie deine Familie.
Elise Wallner. Schön ist das!
Elise Wallner. - Das klingt doch gar nicht schlecht.
Aber du wirst immer mein Markus-Papa sein.
Dann heißt nur noch du Christeiner.
Ich zünde eine Kerze für dich an, Oma Zensi.
Vielleicht adoptiert Johannes dich auch noch.
Ich habe nichts dagegen. - Um Gottes willen! Obwohl ...
Was ist? Ich warte auf einen Versöhnungskuss.
So? Du meinst, so schnell bin ich wieder gut?
Das vielleicht nicht. Aber ich kann's mir ja wünschen.
UNTERTITEL: Peter Endres / Raimund Mehrwald
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