All language subtitles for 2004_Im Tal des Schweigens.deu

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Original subtitles

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Elise !

Elli ! Aufwachen, Schatz !

Wir müssen die Gäste abholen.

Die Farben der Hauptpersonen:

Anna Christeiner, Bäuerin Johannes Wallner, Ingenieur

Zensi, Annas Mutter Markus, Johannes' Bruder

Elise, Annas Tochter Leni, Johannes' Mutter

Bürgermeister Stadlhuber Penzinger, Bauunternehmer

Fuchs, zieh !

Grüß Gott !

Wir werden mit einer Kutsche abgeholt. Wie romantisch !

Sind Sie Frau Christeiner ? Ja. Und Sie sind die Steinborns ?

Ja. Grüß Gott. Grüß Gott.

Und du bist das Fräulein Christeiner ? Ja, ich bin die Elise.

Entschuldigung.

Kann ich Ihnen helfen ? Es geht schon.

So ! Und jetzt bitte aufsteigen.

Ist das schön !

Wenn Sie mal nicht wandern, sehen Sie sich unsere Kirche an.

Schönere Barock-Schnitzereien gibt es im ganzen Tal nicht.

Die sind von Jakob Brandner. Und einen Fremdenführer...

Mama !

Ruhig ! Ruhig !

So ein Rüpel ! So was kommt vor.

Ruhig, Fuchs.

Ruhig. Geh ganz ruhig, Fuchs.

Hast du das gesehen ? Na und ? Das geschieht ihr recht.

Eine Familie Wallner gibt's hier im Ort auch.

Ich weiß. Wo ist Ihr Gepäck ?

Im Auto. Ich wollte mir erst das Zimmer ansehen.

Bitte schön. Da ist es.

Ja !

Sehr schön. Das gefällt mir. Waren Sie schon immer hier in Hohenfels ?

Nein. Ich zog vor einigen Jahren her. Gefällt's Ihnen ?

Ja, sehr. Ihnen hoffentlich auch. Ja. Sicher.

So, wir sind da !

Schön haben Sie's hier. Ja. Und diese Luft !

Ich bringe das Gepäck auf Ihr Zimmer. Aber diesmal helfe ich Ihnen.

Grüß Gott !

Das ist meine Oma. Die Mutter von Frau Christeiner ?

Genau. Ich lebe schon 60 Jahre hier. Seit ihrer Geburt.

Kommen Sie erst mal rein.

Bitte sehr ! Das ist ja fantastisch !

So sieht das Projekt am Ende aus. Ich gratuliere.

Und das ist die Ausbaustufe 1.

Was ist eigentlich mit Herrn Wallner ?

Er sieht sich die Sache in Hohenfels an. Danach will er sich entscheiden.

Er kommt doch von dort. Ja. Aber er war länger nicht mehr da.

Herr Wallner ist Projektleiter der Baustufe 1.

Eine weitere Zusammenarbeit halten wir uns noch offen.

Die Ausbaustufe 2 muss deshalb geheim bleiben.

Können wir uns auf Sie verlassen ? Bezweifeln Sie das ?

Keineswegs. Ich hole die Kostenvoranschläge ein.

Ja, das können Sie tun. Gibt's Probleme ?

Der Bauunternehmer Penzinger sagt nein.

Er kauft die Flächen auf und verkauft sie dann uns.

Alles kein Problem. Und die Grundstücke für die 2.Stufe ?

Da hat er eine clevere Idee. Von dem können sogar wir noch was lernen.

Auf die neue Osttiroler Ski-Region ! Prost !

Das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Gutachten ist eindeutig:

Durch die Anbindung an den Blaueis- Gletscher sind wir schneesicher.

Nur hinkommen muss man. Deshalb bauen wir ja die Bergbahn.

Wenn wir sie bauen. Unser alter Pessimist !

Als Lehrer war ich immer Optimist.

Sonst hätte ich dich nicht jedes Jahr versetzt, Stadlhuber.

Schallendes Gelächter. Und noch eine Frage:

Hast du schon alle Grundstücke zusammen ?

So gut wie. Also nicht.

Dieses Weib gefährdet unser ganzes Projekt !

Das ist so. Wir müssen andere Seiten aufziehen.

Prost, Bürgermeister !

Der Feriengast schreit: Was ist denn das !

Kreuzdonnerwetter noch mal, das gibt's doch nicht !

Was ist denn los ? Das Wasser ist weg !

Das gibt's doch nicht !

So ist das eben in den Bergen. Im Prospekt stand: Mit allem Komfort !

Tut mir Leid. Oh, Entschuldigung.

Ich mache das schon. Das Wasser ist aus dem Brunnen.

Es ist etwas kalt. Das geht schon. Bück dich !

Er schreit: Das ist ja eiskalt !

Wie ist denn das passiert ? Das hat jemand kaputt gemacht.

Wer tut so was ? Keine Ahnung. Ich repariere es.

Und du bleibst da !

Scheiße !

Super !

Wie lange muss ich denn noch bei der Oma schlafen ?

Ohne die Urlauber kämen wir nicht über den Winter, Elli.

Aber die Oma hat doch eine gute Rente. Und wir verkaufen Milch und Käse.

Ja, und trotzdem reicht's nicht.

Ich schlafe ja auch in der Küche. In deinem Zimmer ist doch gar keiner.

Morgen kommen neue Gäste. Und jetzt schlaf schön.

Gute Nacht, Mama. Vielleicht sterbe ich bald.

Dann wird mein Zimmer frei. Nein, Oma. Du stirbst nicht !

Lieber schlafe ich immer bei dir. Gute Nacht, Spatz.

Gute Nacht, Mama. Gute Nacht.

Augen zu !

Du wolltest doch hoch gehen. Einer geht noch.

Danke, für mich nicht. In 20 Minuten gibt's Fußball.

Und morgen verschläfst du wieder. Du wolltest doch auf den Hochkogel.

Wollen Sie nicht erst eine kleinere Tour machen ?

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer nicht beischläft,kriegt kein Kind

Was ist jetzt schon wieder los ? Merkwürdig.

Das passiert sonst nur bei Gewitter oder sonstigen Unwettern.

Dann geht der Fernseher auch nicht. Im Urlaub muss man nicht fernsehen.

Heute ist Champions League ! Tut mir Leid.

Morgen beschwere ich mich im Dorf. Ich zahle genug für den Strom.

Ich bezahle hier auch genug. Wir fahren morgen mit.

Wie meinst du das ? Das ist für mich kein Urlaub.

Ich habe schließlich Bad und Fernseher gebucht.

Aber Schatz ! Diese Nacht bezahlen wir natürlich.

Das kannst du nicht machen. Wir finden schon was anderes.

Warte, ich sehe nichts. Natürlich siehst du nichts.

Das ist hier finsterstes Mittelalter.

Steh ! Was ist jetzt schon wieder los ?

Das gibt's doch nicht ! Wie kommen wir jetzt ins Tal ?

Das weiß ich nicht.

Kann ich helfen ? Fahren Sie ins Tal ?

Natürlich. Einsteigen bitte.

Für dich wäre noch Platz, Christeinerin.

Aber dein Pferd passt nicht auf den Anhänger.

Deine anderen Gäste kannst du auch vergessen.

Die haben unten was Besseres gefunden.

So schnell kriegt ihr mich nicht klein. Sag denen das !

Kommen Sie bald wieder ? Kann schon sein.

Bleiben Sie dann länger ? Vielleicht.

Danke fürs Mitnehmen. Servus.

Anna ! Anna !

War das nicht Anna Christeiner ? Ja, das war sie.

Kennen Sie die ? Kennen wäre übertrieben.

Seien Sie froh. Warum ?

Die mag hier keiner. Wieso ?

Das müssen Sie sie selbst fragen. Wiedersehen.

Die HOFA AG will's jetzt wissen. Besonders der Horn.

Der imponiert dir, Stadlhuber. Ja. Das ist ein Macher.

Das ist ein ganz dynamischer Mann. Der hat richtig Power.

Und der hat jetzt hier das Sagen ? Der drückt eben aufs Tempo.

Das muss er als Geschäftsführer. Sonst ginge es hier nicht vorwärts.

Hast du's dir doch überlegt, Christeinerin ?

Ich hab's mir überlegt. Ich bringe euch alle vors Gericht.

Alle !

Das ersetzt du mir !

Den Schaden ersetzt du mir !

Du stellst dich als Einzige gegen dieses Projekt.

Sieh's endlich ein: Du hast verloren !

Wenn ihr das wahr macht, haben wir alle verloren. Kapiert das endlich !

Hohenfels ist so etwas wie eine Insel im Hochgebirge.

Die Leute kommen zu uns, weil sie hier noch Natur erleben können.

Studienräte und kleine Angestellte, die Almenrausch und Edelweiß suchen.

Sag nichts gegen Studienräte, du Blödmann.

Du glaubst also, niemand will die Heimat mehr schützen ?

Spar dir das Pathos. Es gibt Naturschützer.

Aber das sind keine Bauern und Grundbesitzer.

Die brauchen wir nicht. Aber mich braucht ihr.

Dich nicht, Christeinerin. Nur deine Wiesen am Hasenkopf und am Hochkogel.

Die kriegt ihr nicht.

Ich rede noch mal mit ihr. Das wird wenig nützen.

Anna, warte doch mal !

Bleib doch stehen ! Haben sie dich jetzt geschickt ?

Du kannst dich doch nicht gegen alle stellen.

Du machst dich zum Gespött. Das werde ich auch noch überleben.

Anna ! Lass mich in Ruhe !

Wo willst du hin ? Einen Weidezaun richten.

Das muss doch nicht heute sein.

Ich muss mal auf den Berg, den Kopf frei kriegen.

Soll ich denn hier auf dem Hof alles allein machen ?

Mir geht's nicht gut. Dann geh endlich zum Arzt !

So schlecht geht's mir auch nicht. Also, dann kümmer dich ums Vieh.

Der Mähdrescher muss repariert und die Milch muss abgerechnet werden.

Lass mich einige Stunden hinauf, danach arbeite ich das Doppelte.

Du bleibst hier ! Ich schaffe das schon alles.

Du bleibst und machst die dringenden Arbeiten !

Willkommen an Bord, Herr Wallner.

Jetzt sind Sie ein Mitglied der "HOFA-Familie".

Ein gutes Gefühl. Oder ? Ich danke für Ihr Vertrauen.

Sie werden uns sicher nicht enttäuschen.

Unser Projekt ist das erste in Ihrer Heimat. Habe ich Recht ?

Ja.

Gut. Dann muss ich nach der Motivation ja gar nicht fragen.

Habe ich Recht ?

Die Kirchenglocken läuten.

Die tut so, als wäre nichts.

Die hält sich für was Besonderes.

Die wird schon sehen, was sie davon hat.

Orgelmusik und Gesang in der Kirche.

"Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren."

"Lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören."

"Kommet zuhauf, Psalter und Harfe wacht auf."

"Lasset den Lobgesang hören."

Johannes ! Ich wusste es.

Mir wurde ein Ingenieur Wallner als Projektleiter angekündigt.

Das konntest nur du sein. Grüß dich, Wolfgang.

Oder muss ich Bürgermeister sagen ? Unsinn.

Der alte Heilmann wollte nicht mehr. So kam ich zu dem Posten.

Das passt zu dir. Steig ein. Wir fahren lieber mit meinem Auto.

Dann muss ich nichts umräumen. Gut.

Du scheinst gut mit dem Bürgermeisteramt zurecht zu kommen.

Wir müssen dringend den Tourismus ausbauen.

Die Finanzlage in Hohenfels ist katastrophal.

Immer mehr junge Leute wandern in die Stadt ab.

Stadlhuber, der Macher. Wer hätte das in der Schule gedacht !

Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.

Heute heißt das: das dickste Auto.

Steh !

Ich hole dich heute Abend ab. Ist gut.

Grüß dich, Renate. Hier, dein Geschenk.

Danke, Elise. Du musst auch gratulieren, Schatz.

Ach so, ja ! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.

Du bist nicht eingeladen !

Elise weint.

Komm zu mir, Schatz. Mach dir nichts draus.

Geh zur Oma.

Annas Mutter beruhigt Elise: Komm, Schatz. Komm.

Das ist alles halb so schlimm.

Anna klopft laut ans Fenster. Was soll der Krach ?

Ach, du bist's, Christeinerin !

Was seid ihr für Menschen !

Unseren Streit an einem Kind auszulassen, ist erbärmlich.

Du bist selbst schuld. Du stellst dich außerhalb unserer Gemeinschaft.

So eine Unverschämtheit ! Der Herr straft die Heuchler, Berger.

Wer sich hoch stellt, wird tief fallen. So steht's in der Bibel.

Ist ja schon gut !

Das wird dir noch mal Leid tun. Dafür sorge ich.

Zieh !

Ich war neulich schon mal hier.

Du warst hier und hast dich nicht gemeldet ?

Na ja. Da hatte ich den Vertrag noch nicht unterschrieben.

Ich wollte mich in Ruhe umsehen. Die Trassenführung macht keine Probleme.

Aber wir warten noch auf das Geologen-Gutachten.

Wegen der Tiefe der Stützverankerung. Ist in Ordnung.

Das scheint dich wenig zu interessieren.

Was ist ? Gibt's Probleme ? Eigentlich ist es nur ein Problem.

Und es hat einen Namen: Anna Christeiner. Du kennst sie ja.

Klar kenne ich die Anna. Wir waren ja praktisch Nachbarn.

Bis unsere Familien... Du weißt ja.

Anna legt sich quer ? Sie raubt uns noch den letzten Nerv.

Vielleicht könntest du ja... Da bin ich wohl kaum der Richtige.

Wir haben uns lange nicht gesehen. Ich kenne sie praktisch gar nicht.

Du bringst eine neue Perspektive in das Ganze.

Ich lade dich zum Bier ein. Wolfgang, sei nicht böse.

Ich wandere. Das Wetter ist so schön.

Wegen dir durfte ich nicht zum Geburtstag. Nur deinetwegen !

Später wirst du das verstehen. Man kann nicht immer nachgeben.

Wieso immer du ? Alle sind gegen dich.

Schluss jetzt mit der Diskussion !

Elli, steig wieder ein ! Nein !

Lass uns nicht mehr streiten, Elli. Lass sie.

Du gingst als Kind oft genug allein da rauf. Elli kennt den Weg.

Und steh !

Elli !

Die versteckt sich bestimmt.

Elli !

Elli ! Wir wissen, dass du da bist.

Elli ?

Elli !

Ich lief den Weg runter und wieder rauf. Sie ist weg.

Ob da der Penzinger dahinter steckt ? Sag so was nicht, Mama.

Die sind zu allem fähig.

Markus !

Anna... Markus.

Wo ist sie ? Wer denn ?

Elli ist weg.

Stecken Stadlhuber oder Penzinger dahinter ?

Unsinn. Was ist denn passiert ? Sie ist spurlos verschwunden.

Ich helfe dir suchen.

Die schickst du weg ! Und du bleibst da !

Komm, Anna.

Markus !

Elli ! Elli !

Elli ! Elli !

Die ist bestimmt da drüben.

Die wird doch nicht zum Adlerhorst geklettert sein !

Doch nicht allein. Sie weiß, dass die Adler Junge haben.

Elli !

Elli kennt sich doch am Berg aus. Der passiert schon nichts.

Elli !

Mama !

Elli !

Mama ! Elli !

Das darfst du nicht mehr machen. Versprich's mir.

Du darfst mir nie mehr so viel Angst machen.

Du bist doch der Johannes ! Wir haben uns lange nicht gesehen.

Aber sofort wieder erkannt. Was willst du denn hier ?

Ich gehe ein bisschen spazieren. Ach so ?

Wir haben 15 Jahre nichts von dir gehört. Und du gehst spazieren.

Was willst du hier ? Ich wollte mal nachsehen.

Ob's noch so schön ist wie früher. Verschwinde !

Du hast hier nichts zu suchen, du Hundsfott !

Schluss! Ich lade euch zum Essen ein. Na, ich weiß nicht.

Nichts da. Ihr kommt beide mit.

Ich hätte mir nicht träumen lassen, einmal zwei Wallners im Haus zu haben.

Fragst du dich nicht, warum hier keine Feriengäste sind ?

Das habt ihr toll hingekriegt, du und deine Freunde.

Ich habe nichts damit zu tun. Und das soll ich glauben ?

Hör auf, Mama. Markus hat uns doch nicht Wasser und Strom abgestellt.

Was haben die gemacht ? Nichts. Wie war's bei den Adlern ?

Das Küken ist so klein und schreit, als wär's am Verhungern.

Dabei frisst es die ganze Zeit. Johannes hat es fotografiert.

So, so, der Johannes. Eigentlich ist es ja der Herr Wallner. Oder ?

Aber wir sind doch Freunde. Ja, genau. Stimmt.

Ich brauche einen Schnaps. Wer noch ? Wenn du mich so fragst...

Ich sowieso. Ich bin ja zu Fuß hier.

Wo wohnst du eigentlich ? Daheim bestimmt nicht.

Mama, Johannes könnte doch bei uns wohnen.

Was war das ? Wir haben doch sonst keine Gäste.

Das ist keine schlechte Idee.

Tja... Wie lange bleibst du denn ? Das kann dauern.

Ich habe eine Menge zu tun. Dann wohn doch im Hotel !

Ich verdiene gut, aber ich bin nicht reich.

Das wurden andere - auf meine Kosten. Was soll das heißen ?

Wem hat Mutter den Hof überschrieben? Ich habe ihn ja auch erhalten !

Streiten könnt ihr woanders ! Ich gehe schon.

Markus !

Markus !

Markus !

Jetzt warte mal. Wie geht's der Mutter ?

Seit wann interessiert dich das ? Kriege ich jetzt eine Antwort ?

Ach so. Auf einmal willst du was von ihr wissen.

Du hast sie im Stich gelassen. Du brachst ihr das Herz.

Seither ist sie krank. Du bist schuld !

Hast du wirklich ein Zimmer frei ? Ja, schon.

Nur für die eine Nacht. Hast du denn nirgends ein Zimmer ?

Ich wäre ins Hotel gegangen. Aber schöner ist's hier oben.

So wie früher. Ich weiß, das klingt sehr gefühlsduselig.

Das finde ich gar nicht.

Dass du hier oben geblieben bist !

Wo hätte ich hin sollen nach Vaters Unfall ?

Mutter hätte es allein nicht geschafft.

Dir war's hier ja immer zu eng. Damals ja.

Aber wenn man zurückkommt, merkt man, dass einem was fehlte.

Und was ? Die Landschaft, die Luft, die Leute.

Auf die Leute könnte ich manchmal gut verzichten.

Doch nicht auf alle. Oder ? Die machen's einem nicht leicht.

Und du ? Was meinst du ?

Machst du's den anderen leicht ?

Was magst du morgen zum Frühstück ? Ich esse, was auf den Tisch kommt.

Ein Hahn kräht.

Guten Morgen, Anna. Guten Morgen, Johannes.

Meine Gäste stehen nicht so früh auf. Im Bett bleiben wäre Sünde.

Gleich gibt's Frühstück.

Danke.

Anna, kann ich das Zimmer ein paar Tage länger haben ?

Ja.

Ich zahle 14 Tage im Voraus. Sonst würde ich's nicht annehmen.

Aber dieses Jahr ist alles anders. Ich gebe dir das Geld nachher.

Setz dich doch. Du hast bestimmt auch noch nicht gefrühstückt.

Wir sahen uns früher selten.

Für eure Mutter war ich ja nie ein Umgang für euch.

Wieso sind unsere Familien eigentlich so zerstritten ?

Keine Ahnung. Ich bin mit meiner Familie auch zerstritten.

Wieso ? Normalerweise müsstest du daheim wohnen.

Wenn du schon mal da bist. Ich versuchte es immer einzurenken.

Doch Mutter verzieh den Weggang nie. Das kann ich gar nicht glauben.

Obwohl die Leni schon recht hart ist.

Wieso bist du zurückgekommen ? Das erzähle ich dir ein andermal.

Grüß dich, Johannes ! Der Michi !

Bist du ganz allein da ? Nur die ersten Tage.

Du bist jetzt Bauunternehmer. Früher wolltest du Fußball-Profi werden.

Stimmt. Aber dann habe ich in einen Bau-Betrieb eingeheiratet.

Besser ging's nicht. Und du ? Ich war lange im Ausland.

Ich hatte keine Zeit zum Heiraten. Wo wohnst du denn ?

Bei der Anna Christeiner. Das ist wirklich gut !

Ach ja ? Die macht uns nur Schwierigkeiten.

Sie ist völlig verbohrt. Die denkt nur ökologisch und nicht ökonomisch.

Hilf mir bitte mal. Die kapiert das einfach nicht.

Aber jetzt ist Schluss.

Der Bürgermeister wird ein Enteignungsverfahren einleiten.

Ihr wollt die Christeiners enteignen ?

Die leben seit 400 Jahren da oben. Das könnt ihr nicht tun.

Die Weiber stehen unseren Tourismus-Plänen im Weg.

So geht's aber nicht. Wie willst du sie sonst umstimmen ?

Das lass mal meine Sorge sein.

Dein Johannes wohnt jetzt bei uns. Was sagst du dazu, Wallnerin ?

Was sagst du da ? Hat dir das Markus nicht erzählt ?

Der hat ihn gestern bei uns getroffen. Markus hat keinen Bruder !

Warum sagst du mir nicht, dass Johannes wieder da ist ?

Wir haben ja noch nicht miteinander geredet. Was sagt denn der Arzt ?

Nichts Besonderes. Mir geht's gut.

So siehst du aus. Was macht denn der Johannes da ?

Das weiß ich doch nicht.

Guten Abend, Anna. Guten Abend, Johannes.

Was ist das da unten für eine Baustelle ?

Das ist eine Schikane. Damit wollen sie mich kleinkriegen.

Das hörte ich auch schon. Wieso verkaufst du die Wiesen nicht ?

Damit wir nicht auch so einen Skizirkus wie in Griesbach kriegen.

Sieh dir die Hänge an nach der Saison.

Da wächst kein Gras mehr. Bei denen sieht's aus wie in der Tundra.

Wieso lachst du ? Warst du schon in der Tundra ?

Es stimmt aber leider trotzdem.

Man kann auch in Harmonie mit der Natur planen.

Was die vorhaben, geht nicht in Harmonie mit der Natur.

Das kommt auf die Pläne an.

Ob man genau überlegt, was man einbaut und was nicht.

Meinst du, Stadlhuber und Penzinger tun das ?

Ich habe Penzinger heute getroffen. Dann weißt du ja alles.

Sie wollen dich enteignen.

Nein.

Die wollen mich hier vertreiben. Die wollen doch nur deine Wiesen.

Ohne die Wiesen kann ich gleich aufgeben.

Was kann ich denn da machen ?

Du kannst Widerspruch einlegen. Das wird das Ganze verzögern.

Und dann ? Das dauert noch lange.

Eine Frau wie du kann doch überall leben.

Ich schaffe es ja hier schon kaum.

Du wärst nicht allein.

Ich meine, da sind Zensi und Elise...

Meine Mutter ist nicht mehr die Jüngste. Und Elise ist ein Kind.

Wo ist denn Elises Vater ?

Kümmert der sich nicht um euch ? Ich muss ins Bett.

Die Nacht ist schnell um. Mein Gast steht mit den Hühnern auf.

Danke für deine Offenheit. Ich danke dir.

Wofür ?

Dass es dich gibt.

Gute Nacht.

Anna, gibst du mir noch etwas Milch ?

Johannes, gehst du heute mit mir zum Adlernest ?

Tut mir Leid, aber ich muss noch etwas Wichtiges erledigen.

Was denn ? Sei nicht so neugierig.

Ich frage ja nur. Manchmal kriegt man keine Antwort.

Na gut, dann bringe ich der Katze ihr Fressen.

Anna !

Ich muss dringend mit dir reden. Ja.

Ich weiß nicht...

Als ich das erste Mal hier ankam, hatte ich ein Gefühl wie...

Sein Handy läutet.

Entschuldigung.

Wallner ! - Ja.

Nein, das können wir gleich besprechen. Ich bin in 20 Minuten da.

Gibt's Probleme ? Mehr als genug.

Also... Was ich sagen wollte. Sag's mir heute Abend.

So lange kann ich noch warten. Gut.

Wir bauen im Einklang mit der Natur.

Aber die Zufahrtsstraße und die Kläranlage müssen ausgebaut werden.

Das ist vorgesehen. Wir legen eine zweite Trasse an.

Nicht nötig. Wir erschließen alles über die Bundesstraße.

Das ließe zukünftig keinen Spielraum. Was meinen Sie damit ?

Das sind interne Planungen. Wir müssen an den Wohnungsbau denken.

Und an einen Naturschutz-Park an der Westseite des Hochkogels.

Einen Naturschutz-Park ?

Warum weiß der Gemeinderat nichts davon ? Das ist doch eine gute Idee.

Danke, Herr Lehrer. Der Park zieht auch Sommergäste an.

Das ist unsere Überlegung. Aber jetzt geht es erst mal um den Gletscher.

Da macht uns nur noch eine einzige Person Schwierigkeiten.

Servus, Mama. Gegrüßt seist du Maria...

Ich will mit dir reden. Du bist gebenedeit unter den Frauen.

Heilige Maria, Mutter Gottes. Als ich damals wegging...

Warum hast du dich nicht gerührt ? Gegrüßt seist du Maria.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns.

Wenn du dich wenigstens einmal gemeldet hättest.

Geh ! Lass einer alten Frau ihre Ruhe.

Gegrüßt seist du Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen. Gebenedeit ist die Frucht deines Leibs

Heilige Maria, bitte für uns Sünder.

Servus, Anna. Steig ein.

Anna ! Was ist denn los ? Lass mich in Ruhe.

Habe ich dir etwas getan ? Du hast mir die Augen geöffnet.

Der Feind hat ein Gesicht: deines ! Du weißt also, warum ich hier bin.

Gut. Ich wollte es dir erklären. Du musst nichts erklären.

Du gehörst zur selben Brut wie die. Du bist nur zu feige, um es zu sagen.

Ich hätte es dir früher sagen müssen. Aber ich wusste nicht wie.

Anna, das Projekt findet statt. Egal, ob ich es leite oder ein anderer.

Du bist nur ihr Handlanger ! Mir reicht's !

Frau Wallner stöhnt vor Schmerz. Ist es so schlimm ?

Ja. Ich hole Dr.Hemmerling.

Nein ! Der kann mir auch nicht helfen.

Du musst nicht kochen. Ich esse in der "Linde".

Das bringst du dem Herrn Wallner. Bring's ihm doch selbst.

Tu, was ich dir sage ! Warum bist du so streng, Mama ?

Musst du auch noch mit Johannes Streit anfangen ?

Das verstehst du nicht.

Deine Mama ist sauer auf mich. Manchmal hat sie einen Vogel.

Musst du dich nicht um deinen Gast kümmern ?

Nein. Er hat im Voraus gezahlt und ich habe das Geld schon ausgegeben.

Sonst müsste er heute noch gehen. Spinnst du ?

Er ist schlimmer als der Penzinger.

Was redest du da ? Der Ski-Zirkus ist sein Projekt.

Es ist kalt geworden.

Ich gehe ins Bett. Gibt's keinen Gutenachtkuss ?

Nein, heute nicht.

Du machst ja Feuer. Darf ich das mal versuchen ?

Ich habe seit 10 Jahren kein Holzfeuer mehr gemacht.

Bitte.

Überlege mal, Anna.

Wenn ich das Projekt leite, kann ich Schlimmeres verhindern.

Du hast zu wenig Anfeuerholz.

Ich verstehe dich. Aber du musst auch mich verstehen.

Das geht nicht. Na gut, es war nicht deine Idee.

Du bist nicht dafür verantwortlich. O doch.

Ich bin für alles verantwortlich, was ich mache.

Ein Projekt in dieser Größenordnung schadet der Landschaft nicht.

Meinst du, es bleibt dabei ? Das denke ich schon.

Warte, bis erst mal die Bergbahn steht.

Dann können sie die ganze Hochregion zum Skizirkus ausbauen.

Technisch ist das möglich. Dann werden sie es tun.

Das kann ich mir nicht vorstellen.

Warum hat der Bürgermeister eine Grundstücks-Gesellschaft gegründet ?

Er kauft den Bauern alle Wiesen auf der Westseite ab.

Die Gemeinde plant einen Naturpark. Glaubst du das ?

Und wenn er die Grundstücke dem Penzinger zuschanzt ?

Die beiden werden einen gigantischen Skizirkus daraus machen.

Die haben schon in der Schule miteinander gemauschelt.

Ich bin morgen in der Zentrale. Da verschaffe ich mir Klarheit.

Ein Naturschutzpark ist eine gute Idee.

Das brauchen wir hier in Hohenfels. Wir ?

Entschuldige.

Ich bin erst ein paar Tage hier.

Aber ich habe das Gefühl... Dass du hierher gehörst ?

Ja.

Die Tür wird geöffnet.

Es tut mir Leid, Johannes.

Großmütter stören immer.

Die Dielen knarren.

Anna klopft an die Tür.

Johannes... Ja ?

Versprich, dass der Skizirkus nicht über das geplante Maß hinaus geht.

Dann verkaufe ich mein Grundstück.

Was denn ? Auf einmal ?

Ja.

Auf einmal. Mir zuliebe ?

Nein. Aus Vernunft.

Vielleicht ist es auch vernünftig, wenn ich es dir zuliebe mache.

Johannes ! Sie sind schon da ? Ja. Hallo.

Die Sitzung ist erst in einer Stunde. Ich lese die Unterlagen noch mal.

Möchten Sie in mein Büro gehen ? Sehr gern.

Nehmen Sie meinen Schreibtisch. Möchten Sie auch einen Kaffee ?

Sehr gern.

Wie war's in den Bergen ? Wunderbar.

Unser Projekt passt gut dorthin.

Warum soll nur eine Bergbahn gebaut werden ?

In der Gegend ist viel mehr möglich. Ist da nicht mehr geplant ?

Im Moment nicht. Wie trinken Sie den Kaffee ?

Mit Milch und Zucker. Au !

Verdammt ! Ich habe mir mit dem Papier in den Finger geschnitten.

Haben Sie ein Pflaster ? Natürlich.

Ich bin gleich zurück.

Die Rettung naht. Reicht das ? Vielen Dank.

Grüß dich, Anna. Grüß dich.

Ich möchte mich für die Vorfälle der letzten Tage entschuldigen.

Da war jemand etwas übereifrig. Den Weg ins Tal machen wir wieder frei.

Wir legen einen Übergang. Fahr vorsichtig an der Stelle.

Vielen Dank. Noch etwas.

Ich habe mit dem Bürgermeister gesprochen.

Er will kein Enteignungsverfahren gegen dich.

Obwohl die Mehrheit im Gemeinderat dafür ist.

Er will Frieden in der Gemeinde. Deswegen bin ich hier.

Er erhöht das Angebot. Aha. Wie viel ?

7 Euro pro Quadratmeter. Meinetwegen auch 7,50.

Mit dem Geld kannst du Elli auf eine gute Schule schicken.

Ich überlege es mir. Gut.

Noch etwas. Es wäre auch für den Johannes Wallner nicht schlecht.

Für die Streckenführung der Bergbahn gibt es eine Alternative.

Aha. Wie sieht die aus ?

Wir müssten die Trasse in diesen natürlichen Einschnitt versetzen.

Es gibt 3 Vorteile: Die Bahn ist windgeschützter.

Die Stützpfeiler stören das Landschaftsbild weniger.

Alle Grundstücke, die wir dafür brauchen, gehören schon der Gemeinde.

Das ist doch nicht Ihr Ernst ! Sie wissen, was das bedeuten würde.

Natürlich. Einige Mehrkosten. Das macht eine Viertelmillion aus !

Wegen einer verrückten Sennerin ? Wir müssten weniger abholzen.

Die Trasse wäre besser vor Lawinen und einem Erdrutsch geschützt.

Lawinenschutz ist ja verdienstvoll, aber...

Tut mir Leid, meine Herren.

Wenn das Projekt nur der Anfang ist, ist es in Hohenfels fehl am Platz.

Wer behauptet das ? Sie planen mehr, als Sie zugeben.

Woher wollen Sie das wissen ? Ist es nicht so ?

Wo sind wir hier eigentlich ? Sie planen angeblich einen Naturpark.

Gleichzeitig haben Sie Pläne für Lifte und Hotels in der Schublade.

Ich finde das unverantwortlich den Menschen in Hohenfels gegenüber.

Da spiele ich nicht mit. Sind Sie verrückt geworden ?

Wenn das alles ist, Herr Wallner... Das ist alles.

Der Kerl ist durchgeknallt. Was war das denn eben ? Johannes !

Ich wurde von Anfang an belogen. Sie entschuldigen sich sofort.

Wofür ? Das ist doch sentimentaler Quatsch !

Dass ich meine Heimat schütze ? Warum machen Sie alles kaputt ?

Wir hätten viel erreichen können. Ein "Wir" hätte es nie gegeben.

Kommst du, Elli ? Oma hat das Essen fertig.

Kommt der Johannes nicht mehr ? Das weiß ich nicht.

Nur wegen dir ! Wieso denn ?

Du hast Streit mit ihm angefangen, wie mit allen Leuten.

Ich habe mich mit ihm versöhnt. Ja, ja.

Sie stöhnt.

Oma ! Was ist denn ?

Mama ! Ja !

Was ist denn ? Mama !

Bring mir schnell das Telefon, Elli.

Mama... Schon gut.

Schicken Sie den Rettungshubschrauber sofort zum Christeiner-Hof.

Keinen Krankenwagen. Die Straße ist gesperrt.

Der Hubschrauber ist im Einsatz ? Wann kommt der ? Das ist zu spät !

Bleib bei Oma, Elli.

Kann ich mitkommen ? Nein, Elli. Das geht nicht.

Hallo, Elli.

Wohin fahrt ihr ? Bitte hilf mir, Johannes.

Wir bringen sie in mein Auto. Ich komme gleich wieder, Elli.

Wir sind gleich unten, Mama.

Elli !

Grüß dich, Elli. Hallo.

Warum steht die Kutsche da ? Wo ist Anna ?

Sie bringt die Oma ins Krankenhaus. Ach so. Was fehlt ihr denn ?

Vielleicht muss sie sterben. Aber Mama sagt, das stimmt nicht.

Deine Mama wird Recht haben. Hat sie ihr Handy dabei ?

Ja. Gut. Ich rufe sie an.

Ich werde auf dich aufpassen.

Ich hab' nur meine Mama.

Sie ist der einzige Mensch, den ich noch habe.

Außer Elli. Deine Mutter ist eine Kämpferin.

Die schafft es schon. Annas Handy läutet.

Anna Christeiner. Markus !

Das ist lieb von dir.

Natürlich kannst du das Pferd ausspannen. Vielen Dank.

Markus passt auf Elli auf.

Eins, zwei, drei vier.

Eins, zwei, drei, vier. So ist's gut. Schnapp den Hut !

Ich habe schon wieder verloren.

Darf ich noch ein Glas von dem Wein trinken ?

Meinetwegen die ganze Flasche. Du bist aber großzügig.

Von deiner Mutter hast du das nicht.

Meine Mama ist zu arm. Da kann sie nicht großzügig sein.

Und dein Vater ? Mama sagt: Ich habe keinen.

Jeder Mensch hat Vater und Mutter. Stimmt...

Sagen wir: Ich brauche keinen Vater.

Sagt das deine Mama oder sagst du das ?

Frau Christeiner ! Ja ?

Ihre Mutter hatte einen Schlaganfall. Aber das wirft sie nicht um.

Sie will nicht im Bett bleiben. Sie hat ein Beruhigungsmittel bekommen.

Wollen Sie noch kurz mit ihr reden ? Ja, natürlich.

Kommen Sie.

Kannst du mir helfen ? Ich kann es versuchen.

Und nachher musst du mir einen Zopf flechten.

Sonst sind die Haare morgen ganz verfilzt.

Ob ich das kann...

Ich würde auch daheim wieder gesund.

Im Krankenhaus sterben die Leute. Du nicht.

Hast du etwas von Johannes gehört ? Mama ! Hast du es nicht gemerkt ?

Er hat uns ins Krankenhaus gefahren. Ach...

Dann ist es gut.

Was ist gut ?

So. Ich habe das noch nie gemacht.

Das ist doch ganz leicht. Nicht für mich.

So, fertig.

Na also. Du hast es geschafft.

Was hast du denn da ? Das habe ich schon immer.

Danke, Markus.

Gute Nacht.

Danke, Markus. Schon gut. Was willst du noch hier ?

Du bist nicht mehr Projektleiter. Das hat sich schnell herumgesprochen.

Was willst du noch hier ? Ich habe jetzt viel Zeit.

Ich möchte Urlaub machen. Verschwinde.

Was war das ? Es stimmt. Ich bin den Job los.

Du kennst doch den Horn von der HOFA. Das ist ein Macher !

Ich will wissen, warum Wallner abgelöst wurde.

Freut mich, Herr Horn.

Große Unruhe im Saal.

Meine Damen und Herren...

Meine Damen und Herren, ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit.

Ich bin Günter Horn, einer der beiden Geschäftsführer der HOFA AG.

Herr Diplomingenieur Wallner ist als Projektleiter ausgeschieden.

Ich will Ihnen den Grund erklären.

Herr Wallner stammt von hier.

Vielleicht wollte er deshalb etwas zu viel.

Wir wollen Ökologie und Ökonomie miteinander versöhnen.

Applaus

Natürlich wollen wir auch Geld verdienen, das ist klar.

Aber wir wollen unsere Osttiroler Natur erhalten.

Sie verkaufen die Leute für dumm !

Herr Wallner ! Sie sagten bei unserer letzten Sitzung:

"Die Leute in Hohenfels sind dumm." Was habe ich gesagt ?

Das unterscheidet uns. Wir nehmen die Menschen ernst.

Sie tischen Lügen auf und zeigen nur einen kleinen Teil Ihrer Pläne.

Sagen Sie endlich die Wahrheit ! Was wird, wenn kein Schnee mehr fällt ?

Es wird jetzt schon immer weniger. Was soll ein Ski-Zirkus ohne Schnee ?

Kein Wanderer kommt mehr, wenn ihr die Natur so verschandelt.

Ist das unsere Versammlung oder seine? Unsere.

Johannes, als Bürgermeister habe ich das Hausrecht.

Geh und nimm Anna gleich mit !

So eine verlogene Bande ! Schmeißt sie raus !

Stänkerer !

Lasst mich los ! Verschwinde !

Und wenn der Wallner Recht hat ?

Es ist kein Fehler, wenn wir uns alles noch einmal genau anschauen.

Lasst euch nicht mehr blicken ! Schon gut.

Warum hast du mir nichts gesagt ? Ich wollte das erst erledigen.

Du hattest Recht. Der Naturpark ist ein Vorwand.

Unser sauberer Bürgermeister ist an dem Geschäft bestimmt beteiligt.

Wir können es nur nicht beweisen. Ich kann es.

Hier ist alles drauf.

Was machen wir jetzt ? Wir fahren in die Stadt.

Warum bist du nicht bei der Versammlung ?

Ich muss mit dir reden. Na also. Dann red !

Mutter, ich glaube... Ich bin mir ganz sicher.

Die Elise ist mein Kind.

Was ? Wieso ?

Behauptet das die Christeinerin ? Nein. Aber du kennst mein Muttermal.

Selbstverständlich. Du bist mein Kind.

Elli hat das gleiche Mal an der gleichen Stelle.

Du hast ihr ein Kind gemacht und nie mit mir darüber geredet !

Ich weiß es erst seit gestern.

Aber auch wenn ich es gewusst hätte: Mit dir konnte ich noch nie reden.

Du warst immer gegen die Anna.

Und dabei... Was dabei ?

Sie ist die einzige, die ich immer gewollt habe.

Sie hat ein Kind von dir und hat es nicht gesagt !

Wegen dir habe ich sie verlassen. Da war sie wohl gerade schwanger.

Du hättest sie heiraten müssen ! Hör auf.

Das hättest du nie zugelassen ! Du hättest uns auseinander getrieben.

Markus ! Du musst dieses Unrecht wieder gutmachen.

Ich bitte dich. Mach es wieder gut !

Dahinter steckt dieser Sauhund ! Wer denn sonst ?

"Betrug", "arglistige Täuschung".

Und da: "Vorteilsnahme im Amt."

Der Staatsanwalt wird bald hier sein. Und jetzt ?

Wir haben nichts zu verbergen.

Sie, Herr Penzinger, haben den Bauern die Grundstücke abgekauft.

Sie haben behauptet, dort solle ein Naturschutzgebiet entstehen.

Denken Sie an die Klausel in unserem Vertrag:

Das Geld fällt an uns zurück, wenn in der Gemeinde nicht gebaut werden kann.

Wir bekommen das Geld zurück. Euro für Euro, Cent für Cent.

Sie können uns nicht hängen lassen !

Man muss wissen, was geht und was nicht geht, Herr Penzinger.

Markus ! Grüß dich, Anna.

Du siehst gut aus.

Anna, ich habe es immer geahnt.

Jetzt habe ich Gewissheit. Wird das eine Rede oder was ?

Ich weiß jetzt: Ich bin Elises Vater.

Deshalb möchte ich nachholen, was ich damals versäumt habe.

Mutter ist auch einverstanden. Womit denn ?

Dass ich dich heirate und dich auf den Wallner-Hof hole, Anna.

Elise kann nicht ewig ein uneheliches Kind bleiben.

Ich betrachte es nicht als Schande. Du vielleicht nicht.

Den Antrag hättest du mir vor 6 Jahren machen müssen.

Jetzt ist es zu spät. Woher willst du wissen, dass Elli dein Kind ist ?

Sie hat das gleiche Muttermal wie ich.

Möchtest du mein Mann werden oder nur Ellis Vater ?

Beides natürlich.

Sie müssen unbedingt ins Krankenhaus. Sterben will ich daheim.

Reden Sie nicht darüber. Niemand soll wissen, wie es um mich steht.

Eine Operation kann Ihnen helfen. Sie haben doch schlimme Schmerzen.

In diesem Bett habe ich unter Schmerzen meine Söhne geboren.

Und da will ich auch sterben, wenn der Herrgott mich ruft.

Frau Wallner... Nichts da ! So wird es geschehen.

Soll ich vor dir auf die Knie fallen? Lass mich, es ist zu spät.

Du hast einen anderen. Wer ist es ?

Mein Bruder. Mein eigener Bruder !

Er schleicht sich ein und macht alles kaputt !

Brauche ich einen anderen, nur weil ich dich nicht mehr will ?

Elise weint herzzerreißend.

Elli !

Elli !

Elli !

Du hast mich belogen ! Du hast Recht, Schatz.

Ich dachte: So ist es besser für dich.

Es gibt verschiedene Arten von Lügen.

Solche, die anderen schaden. Und solche, die jemanden schützen sollen.

Weil ich dich so lieb habe. Du und Oma, ihr habt mich belogen !

Es ist also nichts gewesen.

Es ist eh bald vorbei. Was ist vorbei ?

Mit mir ist es vorbei. Hol Johannes.

Ich muss vor meinem Tod noch mit ihm reden.

Du stirbst nicht, und der Dreckskerl kommt mir nicht ins Haus !

Ich hab's geschafft, Anna. Ich habe mein Büro geräumt.

Ist was ? Nein.

Red schon. Du hast genug eigene Probleme.

Du bist da. Jetzt ist alles ganz anders.

Wollen wir für immer zusammen bleiben ? Was hältst du davon ?

Du, Elise und ich.

Ja, das wäre schon was. Du musst nur ja sagen.

Das ist mein Ernst.

Ich will, dass du meine Frau wirst. Es geht nicht.

Ich glaube, ich kann es nicht. Ist es so entsetzlich ?

Es wäre schön, aber... Aber was ?

Du sollst vorher noch etwas wissen. Sag schon.

Markus ist Ellis Vater.

Was ? Markus und du ?

Warum habt ihr nicht geheiratet ?

Du musst ihn geliebt haben. Damals habe ich ihn geliebt.

Er verließ mich, bevor ich ihm sagen konnte, dass ich schwanger bin.

Warum hat er dich verlassen ? Eure Mutter war dagegen.

Als sie davon hörte... Hat er das einfach hingenommen ?

Er verließ mich und 4 Wochen später überschrieb ihm eure Mutter den Hof.

Und bis heute weiß er nicht... ? Seit gestern weiß er es.

Heute hat er mir einen Heiratsantrag gemacht.

Markus ! Markus !

Du bist das Allerletzte ! Du hältst dich für etwas Besonderes.

Du spannst mir die Frau aus, du Drecksau !

Sie ist die Mutter meines Kindes ! Du hast sie im Stich gelassen.

Du hast alle betrogen. Sogar Mutter. Lass Mutter aus dem Spiel.

Was ist mit meinen Briefen ?

Glaubst du, ein paar schmalzige Briefe bringen alles in Ordnung ?

Geh, du hast hier nichts zu suchen ! Es ist mein Elternhaus, so wie deins.

Steh auf !

Aufhören !

Aufhören, sage ich !

Warte, ich halte dich.

Setz dich.

Ich habe nie einen Brief von dir bekommen.

Ich bin so froh, dass du gekommen bist.

Ich war neulich in der Kirche sehr hart zu dir.

Nimm es mir nicht übel, Johannes.

Vieles hätte ich gern anders gemacht.

Ich werfe dir nichts vor, Mutter. Es wird alles gut.

Ja. Wenn die Familie zusammenhält, dann wird alles gut.

Markus !

Ja, Mutter. Ich bin da.

Anna !

Anna, komm her. Bitte !

Jetzt ist alles gut.

Sagst du nachher auch bestimmt ja ?

Und du ? Wollen wir noch mal üben ?

Ja. Ja.

Untertitel: Raimund Mehrwald / Peter Endres

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