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Hallo, ich bin Rod Lurie,
der Regisseur dieses Films.
Er heißt Die letzte Festung.
Ich liebe Regisseurkommentare, wie ich schon oft gesagt habe.
Sie sind besser als Filmhochschulen.
Ich bin kein Filmprofessor,
aber wenn man genug Audiokommentare hört,
tut man sich selbst einen Gefallen, wenn man Filmemacher,
Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann werden will.
Ich tue Ihnen den größten Gefallen, wenn ich sage,
was wir im Film richtig und falsch gemacht haben.
Zudem erzähle ich Anekdoten.
Hören Sie sich Jerry Goldsmiths Musik an.
Ich muss sagen,
mit das Tollste an diesem Film war für mich
die Zusammenarbeit mit Jerry.
Als ich Kadett in West Point war,
betrachtete ich Pattons Statue
und konnte nur seine sagenhafte Musik für diesen Film hören.
Er verlor den Oscar an Love Story.
Eine der größten Fehlentscheidungen der Oscar-Geschichte.
Diese ergreifende Melodie hier,
diese 25 Noten,
namens "September 11, 2001", schrieb er an jenem Tag.
Sie ist bewegend und wunderschön.
Der Film hat zwei Autoren:
David Scarpa, der sich die Geschichte ausdachte,
und Graham Yost, Autor von Speed
und einer Menge anderer Filme.
Ein erfolgreicher Autor. Er hat ganze Arbeit geleistet.
Der Film wurde mir gleich nach Rufmord - Jenseits der Moral angeboten,
der auch von DreamWorks vertrieben wurde.
Den Film hatte ich geschrieben, im Gegensatz zu diesem hier.
Ich wollte bei keinem Film Regie führen, den ich nicht geschrieben hatte.
Nachdem Rufmord herauskam,
erhielt ich eine Menge Drehbücher.
Es waren viele. ..
Viele waren von Frauen geschrieben und handelten von Frauen.
Dieser hier ist von Männern geschrieben, und es spielen fast nur Männer.
Aber es geht um die Armee und Führerschaft.
Ich mochte das Konzept.
Da ist James Gandolfini, ein wunderbarer Schauspieler.
Es war interessant, ihn für den Film zu gewinnen,
weil er ein interessanter Typ ist.
Er versteht weder, warum er beliebt ist,
noch, warum er in Hollywood und unter Schauspielern angesehen ist.
Er sagte, er wolle den Film nicht drehen,
weil er die Figur nicht verstand.
Er war nie bei der Armee gewesen,
und ich überzeugte ihn, dass es im Film nicht um die Armee ging,
sondern um das Konzept der Führerschaft.
Der Kern ist: Einige werden erst Anführer, andere werden als Anführer geboren.
Nur die geborenen Anführer werden letztendlich überleben.
Das gefiel Jim.
Damit konnte er arbeiten,
und das überzeugte ihn wohl, die Rolle anzunehmen.
Und die Arbeit mit Robert Redford.
Hier ist Steve Burton.
Steve sprach für eine kleinere Rolle vor.
Er begeisterte uns so sehr,
dass wir ihn baten, für die Rolle von Captain Peretz vorzusprechen.
Ich wollte alle Nebenrollen
mit unbekannten Schauspielern besetzen,
damit sie nicht ablenken.
Unbekannte schaffen für mich mehr Realität in Filmen.
Und es gibt ihnen eine Chance. Die verschaffe ich Schauspielern gern.
Ich entschied mich also für Steve Burton,
und als er am Drehort in Nashville, Tennessee, auftauchte,
warteten die Frauen am ersten Tag am Tor in Nashville
nicht auf Bob Redford oder Jim Gandolfini, sondern auf Steve.
Ich hatte keine Ahnung, dass Steve ein Seifenopern-Superstar war.
Er hatte in General Hospital gespielt.
Er verließ die Serie für diesen Film.
Es ist meine Schuld. Tut mir leid.
Die Szene ist cool.
Die Einstellung ist Shelly Johnson zu verdanken,
ein meisterhafter Kameramann.
Es scheint mit einem Dolly gefilmt, der einem Bus folgt,
aber es war ein niedrig fliegender Hubschrauber,
der dann aufstieg
und die Festung zeigte.
Im Hintergrund sieht man das schöne Tennessee.
Jerry Goldsmiths triumphierende Musik
schafft eine Erwartungshaltung.
Hier kommen all die Männer, alle Statisten,
und grüßen General Irwin bei seiner Ankunft.
Offenbar ist er ein bedeutender Mann.
Die Statisten waren super.
Sie waren immer draußen in der Hitze oder Eiseskälte.
Wunderbare Männer. Rechts ist George Scott als Thumper.
Und da ist Paul Calderon, der Dellwo spielt,
auf der linken Seite.
Hier eine tolle Entdeckung... Mark Ruffalo.
Ich hatte ihn beim DreamWorks-Screening von You Can Count on Me gesehen.
Es waren mehrere Schauspieler für Yates, die dritte Hauptrolle, im Rennen.
Paul Lister, der Produzent des Films, ein dufter Typ,
saß beim Screening neben mir
und fragte: "Was denkst du?"
Und ich sagte: "Nehmen wir ihn."
Er spielt wunderbar.
Es war eine der am höchsten gelobten Leistungen des Jahres 2000.
Mich überrascht, dass Mark dafür nicht für einen Oscar nominiert wurde.
Bob Redford. Ihn kann man nicht genug loben.
Es ist etwas seltsam,
ihn hier in Militäruniform mit drei Sternen zu sehen.
Er ist liberal.
Bob Redford spielt in meinem Leben und meiner Laufbahn eine große Rolle.
Redford war der Produzent und Star in Die Unbestechlichen
und war sagenhaft.
Durch den Film wollte ich Journalist werden
und dann Filmemacher.
Ich erinnere mich an mein erstes Treffen mit Redford in London,
wo ich ihn für den Film gewinnen wollte.
Wir sprachen nur über Die Unbestechlichen.
Wir kamen nie zur Festung, so lautete der Name damals,
heute Die letzte Festung.
Am Ende des Treffens lachten wir beide
über die Ironie,
und er willigte in ein weiteres Treffen am nächsten Tag ein.
Zum Ring komme ich gleich noch.
Er spielt eine bedeutende Rolle.
Als wir uns am nächsten Tag trafen,
sprachen wir über Bill McKay - Der Kandidat von 1971 .
Erst als wir den Raum verließen,
sagte er mir, dass er wahrscheinlich im Film spielen würde.
Er hatte Rufmord gesehen, der ihn berührt hatte.
Und so kam es.
Es brauchte also Gespräche in London, nicht etwa über Die letzte Festung,
sondern seine anderen Filme.
Der Ring eben ist sehr wichtig.
Der West-Point-Ring
ist das einzige Überbleibsel seiner Vergangenheit.
Ihm wurde alles andere in der Szene eben mit Kristen Shaw genommen,
eine weitere Schauspielerin aus Rufmord.
Hier ist Jim Gandolfinis Colonel Winter.
Das ist ein netter Touch der Autoren.
Er scheint sich seine Militaria anzusehen,
aber bereitet sich eigentlich darauf vor,
den großen General Irwin zu treffen,
den er sehr respektiert.
Dass sie nicht salutieren,
wird im ganzen Film zu sehen sein.
Das könnte einer der wichtigsten Sätze des Films sein.
Graham und David haben ihn fachmännisch eingebaut.
Allerdings. Darf ich Ihnen Limonade anbieten?
-Danke schön. -Dauert nur eine Minute, Sir.
Gleich sehen wir Clifton Collins.
Clifton Collins jr. aus der Szene vorhin.
Clifton war im Film Traffic — Macht des Kartells.
Er sprach für Aguilars Rolle vor,
war sogar der Erste, der als Aguilar vorsprach.
Es ist einer der seltenen Augenblicke beim Casting,
bei dem man sofort weiß, dass man den Richtigen hat.
Er ließ sich vollends auf die Figur ein.
Gleich auf der Heimfahrt wurde die Rolle auf ihn zugeschnitten.
Er war und ist ein begnadeter Schauspieler.
Ich denke, er wird in den kommenden 10 oder 15 Jahren
nicht mehr fortzudenken sein. Da ist er.
Es ist eine wunderbare Rolle.
Als wir den Film testeten, bekam er extrem hohe Noten.
Das Publikum schien ihn zu mögen,
fast so sehr wie die Hauptdarsteller,
was außerordentlich ist.
...und stelle eine Frage.
Was erwarten Sie von Ihrer Zeit hier in der Festung?
Nichts.
Redford war so interessant am Set,
weil die meisten Schauspieler in Drehpausen
telefonieren oder sich ausruhen.
Robert Redford liest das Wörterbuch. Das ist ziemlich einschüchternd.
Und dann stellt er dir Fragen zu Wörtern, die er gerade gelesen hat.
Was er jedoch nicht versteht, ist, dass er die Wörter gerade gelesen hat
und sie vorher nicht kannte. Das heißt, ich auch nicht.
Jim Gandolfini spielte in Drehpausen Schach.
Er wurde ein meisterhafter Schachspieler
und war bei Drehende nahezu unschlagbar.
Ich wünschte, dass ich in der Szene mehr gezeigt hätte.
Besonders den Bereich unten.
Ich wünschte, ich hätte den Militaria
in dieser Vitrine mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
Ich hätte gern, dass das Publikum sieht, was er sieht.
Manchmal denkt man am Set nicht über so etwas nach,
oder es fällt einem nicht ein.
Die Idee zu dieser Einstellung kam erst spät.
Wir drehten sie viel später als Insert.
Ob die einen davon traf?
Werden wir nie wissen. Und Sie?
Ich meine, sammeln Sie etwas?
Diese Unterbrechung von Steve Burton
ist eine Art Hommage an Redford.
Redford unterbricht sich
oder seine Figuren unterbrechen sich selbst ständig.
Es sorgt für eine Natürlichkeit, die ich wunderbar und einzigartig finde.
Das ist das große Missverständnis,
"Missverständnis" in Anführungszeichen,
das im Rest des Films für Konflikt sorgt.
Ohne diesen Moment gäbe es keinen Konflikt.
Irwin wäre dann wahrscheinlich ein vorbildlicher Häftling,
würde seine Zeit absitzen und wie versprochen heimkehren.
Aber nun wurde der erste Dominostein angestoßen.
Der Widerstreit zwischen den beiden Männern
wird den Rest des Films beherrschen.
Die Autoren haben für uns einen wunderbaren Konflikt geschaffen.
Jetzt möchte ich über den Produzenten des Films sprechen.
Er heißt Robert Lawrence und ist der, der das Projekt gefunden hat.
David Scarpa legte ihm die Idee vor,
und er stellte den Film auf die Beine.
Robert Lawrence, der auch Rock Star produziert hat,
sowie Stirb langsam." Jetzt erst recht und Clueless,
ist einer, der einen Film auf die Beine zu stellen weiß.
Ohne ihn wäre nichts entstanden.
Bei unserem ersten Treffen
inspirierten mich seine Leidenschaft und sein Eifer, den Film zu drehen.
Sie bewegten mich, etwas zu tun, das ich sonst nicht getan hätte,
nämlich bei der Arbeit eines anderen Regie zu führen.
Das ist ein guter erster Auftritt.
Das ist Beaupre, gespielt von Brian Goodman, eine tolle Entdeckung.
Später mehr zu ihm.
Aber es war eine tolle Art, eine Figur vorzustellen,
indem sie weggezerrt wird.
Die Idee kam von Frank Military,
ein weiterer Schauspieler im Film. Er spielt Doc...
Er ist eigentlich Drehbuchautor.
Er war wertvoll für uns und brachte viele fantastische Ideen ein.
Und diese Inszenierung,
diese Art, den fiesen Beaupre vorzustellen, war seine Idee.
Ich fand es genial.
Gleich sehen Sie, wie Robert Redford in seine Zelle geht
und mit der linken und rechten Hand
die Wände auf beiden Seiten berührt.
Als wir das probten,
ging ich in eine Ecke und schüttelte den Kopf,
und Bob fragte: "Was ist los, Rod?"
Ich sagte: "Weißt du was?
Ich will nicht, dass es wie eine christliche Anspielung wirkt."
Bob sah mich an, lachte und sagte:
"Du musst dir keine Sorgen machen, versprochen."
Und sehen Sie es sich an. Das hat nichts von Jesus.
Er ist einer der wenigen Schauspieler, die speziell darauf achten würden.
Es wäre klischeehaft gewesen.
Die schöne Einstellung war Shellys Einfall.
Wie düster diese schwarze Nacht ist.
Ein vollständiger Zoom-in aus weiter Entfernung,
fast bis zur Nahen, Halbnahen,
wie auch immer man es nennt.
Er sieht völlig niedergeschlagen aus, nicht?
Ein Mann, dessen Held ihn enttäuscht hat.
Gute Arbeit von Jim Gandolfini.
Eine wunderbare Schauspielleistung. Ich kann nicht genug davon kriegen.
Hier kommt eine Kampfszene zwischen Enriquez, gespielt von Mike Irby,
und George Scott als Thumper.
Sie wurde von Mic Rodgers choreografiert,
der für diesen Film mein Regisseur des zweiten Stabes war.
Für die Kampfszene
und die Actionszene, die den Film beschließt,
war er mein Co-Regisseur.
Er war wirklich mehr als mittendrin.
Er war absolut unabdingbar.
Die Prügelei wäre im Übrigen viel brutaler gewesen,
wenn wir alles eingebracht hätten.
Bei einigem wäre der Film erst ab 17 freigegeben worden,
so heftig war es.
Aber letztendlich dreht man so viel man will
und schneidet dann entsprechend.
Ich bin froh, dass wir so viel Material hatten.
Hätten wir alles genutzt, hätte die Prügelei 25 Minuten gedauert,
und kein Mensch hätte sie überleben können.
General Irwin wird langsam klar,
dass das Gefängnis nicht von den Insassen oder den Wärtern beherrscht wird.
Nur ein Mann hat hier das Sagen: Colonel Winter.
Er kann diesen Gewaltausbruch entfesseln
und ihn niederschmettern, wenn er will.
Das war nicht sonderlich brutal.
Glauben Sie mir, wir hatten viel, viel Schlimmeres.
Es gab viel mehr Blut, mehr Kopf-Gestampfe.
Mic hat sich ausgelassen.
Jetzt möchte ich kurz vom Szenenbild sprechen.
Im Film sehen Sie viele schöne Drehorte.
Perfekte Drehorte. Ich fürchte, die Zuschauer sehen den Film
und denken: "Hey, toller Drehort."
Dabei ist Kirk Petruccellis selbstloses Szenenbild überall.
So viel in diesem Film wurde gebaut.
Oder besser: Viele der Sets wurden gebaut.
Wenn Sie sich diesen Bereich hier ansehen,
sieht der Turm echt aus. Kirk Petruccelli hatte ihn gebaut.
Der Turm oder das Gebäude, in dem sich Colonel Winter befindet,
wurden von Kirk Petruccelli gebaut, aber das würde man nie denken.
Ich fürchte, Kirk wird dafür keine Anerkennung bekommen.
Eine gute Kamerabewegung von Shelly Johnson.
Ein Peng, und dann abwärts.
Wir nehmen an, dass Thumper tot ist.
Er wurde in der Tat getroffen.
Und jetzt, aus dem Nichts, ein zweiter Schuss.
Wir haben den Statisten erlaubt, beim zweiten Schuss aufzuschrecken.
Das ist brutal, heftig.
Es zeigt uns die Festung und den Konflikt,
der nun ausgewachsen ist,
zwischen Colonel Winter und General Irwin.
Den Set hat Eloise Stammerjohn gebaut.
Sie hat ganze Arbeit für uns geleistet.
Die Wäscherei entstand an einem halben Tag.
Unsere echte Wäscherei war abgesprungen,
und wir mussten die Wäscherei bauen.
Ich kann ihr nicht genug danken.
Sie arbeitete auch an Rufmord. Eine wunderbare Frau.
Hier ist Brian Goodman.
Ich habe ihn vorhin schon erwähnt.
Brian Goodman spielte in diesem Film,
nachdem er wirklich im Gefängnis gewesen war,
wegen etwas, über das ich nicht reden möchte.
Sie können Artikel über ihn finden. Es war ziemlich heftig.
Sein Leben war außer Kontrolle geraten.
Er hatte Drogenprobleme.
Und nun ist er ein außerordentlich begabter Schauspieler.
Er war auch in Scenes off he Crime‚ den ich produziert habe,
und seit Die letzte Festung
war er in einigen Filmen,
darunter ein paar sehr große.
Brian sagte immer zu mir: "Ich mache ihn echt."
Und, oh Mann, die Figur fühlte sich absolut echt an.
Ich denke nicht mal, dass es an Brians eigener Erfahrung liegt,
obwohl er sie hatte,
sondern einfach daran, dass er Talent hat.
Irgendwann beschloss er, sein Leben zu ändern
und Leuten zuzuhören, die zu bestimmten Themen mehr als er wussten.
Dazu zählte das Schauspielen.
Und er hat fantastische Arbeit im Film geleistet.
Das ist ein wunderschönes Bild von Kirk Petruccelli.
Da ist Frank Military. Ich hatte ihn schon erwähnt,
als ich über Beaupres Vorstellung sprach.
Frank ist ein ehemaliger Autor.
Ich mag diese Szene sehr.
Auch wenn sie nicht perfekt ist.
Die Darbietung ist sehr natürlich.
Ebenso wie der Dialog.
Besonders, wenn jemand wie Robert Redford ihn spricht.
Da unterbricht er sich wieder.
Die Technik nutzt er bewusst, denke ich,
In Die Unbestechlichen und Bill McKay
und all den bekannten Filmen der 70er,
in denen Realismus großgeschrieben wurde,
im ganzen Film von A bis Z.
Da ist Thumper. Er ist am Leben. Gott segne ihn.
Es waren Gummigeschosse, die später im Film eine große Rolle spielen werden.
Ich finde die Beleuchtung genial.
Die Inszenierung ist sehr gut.
Und wie gesagt, die Schauspieler auch.
Mir gefällt der Kameraschwenk.
Aber diesen Teil des Films
habe ich etwas verpatzt, finde ich.
Denn ich denke, das Erscheinen der Jungs
hätte in der Halbtotalen sein müssen.
So hätte ich zeigen können, dass er von allen umringt ist
und sie nicht um sich haben will.
Ich finde es etwas ungeschickt,
all das in der Nahen oder der Großen zu zeigen.
Müsste ich es noch einmal machen, würde ich das gern.
Als Robert, der ein toller Regisseur ist, zu mir in den Schneideraum kam,
sagte er: "Lass uns die Halbtotale nehmen."
Er ging davon aus, dass ich es so gedreht hatte.
Ich hatte einfach nicht daran gedacht.
Wie gesagt, manchmal geht etwas unter.
So war es damit.
Hier kommt die Geschichte ins Rollen.
Wir erfahren, dass Colonel Winter
im Gefängnis Häftlinge ermordet hat,
dass er sie...
Ihnen wird in den Kopf geschossen.
Nein, man kann das nicht vergleichen.
Ich habe echte Soldaten in schwierigere Situationen als diese geführt.
Aber ihr seid keine echten Soldaten mehr
und ich auch nicht.
Es gab Morde.
"Es gab Morde", sagt er.
Plötzlich hält Redfords Figur, Irwin, inne.
Vielleicht haben sie ihn überzeugt.
Aber er schmettert die Männer nur ab.
Es ist verständlich. Er hatte eine gute Militärlaufbahn.
Er absolvierte West Point vor 40 Jahren.
Und er hat es satt, Männer anzuführen.
Schließlich hat es ihn dahin gebracht.
In ein Gefängnis mit diesen Verbrechern,
Leuten, die offenbar Unrecht getan haben.
Hier kommt Musik von Jerry Goldsmith.
Jetzt erzählt uns Irwin noch etwas,
nämlich, dass er einen Enkel und eine Tochter hat
und den Rest seines Lebens mit ihnen verbringen will.
Er erzählt, was er vorhat,
wenn er aus dem Gefängnis kommt.
Ich ging nicht in Pension wie geplant,
sondern nahm noch einen Auftrag an.
Das war ein Fehler.
Darum, meine Herren, bin ich fertig.
Ich kämpfe gegen nichts und niemanden mehr.
Ich sitze meine Zeit hier ab, dann gehe ich, und wenn Gott will,
spiele ich auf der Veranda Domino mit meinem Enkel,
den ich nie getroffen habe.
Was zum Teufel habe ich dir gesagt, Doktor?
Du nennst einen Drei-Sterne-General "Mann"? Warum nicht gleich "Kumpel"?
Eines der Probleme mit meiner Regie ist,
dass ich hier und da für etwas Kontext gesorgt habe,
aber nicht annähernd genug.
Da ließ sich jemand tätowieren,
und hier verteilt Mark Ruffalo die Post.
Einige mögen behaupten, dass man direkt einsteigen
und nur Handlung liefern soll,
aber ich halte Kontext für extrem wichtig.
Ich wünschte, ich hätte hier mehr davon.
Manchmal sind wir wirklich...
Ich hatte mehr gedreht, aber es nicht mit eingebracht.
Ich hatte Panik,
dass der Film überhäuft sein würde mit zu viel...
...nennen wir es Kontext.
Dass es nicht genug Handlung gäbe.
Das Army-Navy-Spiel. Ich sage es ungern, aber im Drehjahr
verlor die Army 22 zu 20.
Da zeigt er ihm den Ring.
Der Ring stellt eine Verbindung her,
der West-Point-Ring.
Die Army verliert das Spiel selten,
aber in diesem Jahr war es so, also musste ich ehrlich sein.
Mark Ruffalo als Yates
erzählt Irwin, dass er und sein Vater gemeinsam gedient hatten
und sogar im selben Kriegsgefangenenlager in Hanoi waren.
Er versucht, eine Verbindung herzustellen.
Nein, war er nicht.
Nach 30 Jahren ist jeder ein guter Mann.
Das ist Gesetz.
Wie geht es Ihrem Vater?
Er ist tot.
Was ist passiert?
Er kam nach Hause.
Billingworth, Irwin...
Hier kommt eine sehr wichtige, interessante Szene.
General Irwin bekommt Besuch von seiner Tochter Rosalie.
Wir haben lange debattiert, ob die Szene in den Film soll.
Sie wurde erst gegen Mitte des Drehs geschrieben.
Und die Entscheidung, sie mit reinzunehmen,
fiel erst zwei Wochen vor Drehende.
Wie Sie sehen, konnten wir die tolle Robin Wright Penn,
sie ist wirklich toll und schön,
für den Film gewinnen.
Sie drehte diese Szene für uns an einem Tag.
Ich finde sie fantastisch darin.
Sie war in Das Versprechen,
der beste Film, den ich 2001 gesehen habe.
Ich halte sie bislang für die beste Darstellerin 2001.
Die Szene wäre fast nicht in den Film gekommen.
Es war schwer, Redford davon zu überzeugen.
Sie musste seinen strengen Anforderungen an den Handlungsaufbau gerecht werden.
Sie sollte notwendig sein
und nicht so wirken, als wollten wir nur eine Schauspielerin einbringen.
Denn so war es nicht.
Ich wollte die Szene aus folgendem Grund:
General Irwin braucht einen Grund, um mit den Männern zusammenzuarbeiten.
Vor ein paar Minuten hat er ihnen von seinen Zielen erzählt.
Er will nach Hause
zu seiner Tochter und seinem Enkel.
Und jetzt nimmt sie ihm das.
Sie tut es wirksam, haut ihn völlig um.
Es ist eine traurige Szene,
und die Zuschauer fühlen mit Redfords Figur
und mögen Rosalie darum nicht.
Ihm bleibt nichts mehr.
Seine einzige Familie sind die Gefangenen.
Und wenn er einen Daseinszweck haben will,
muss er entscheiden, sie anzuführen.
Denn das ist sein Ding. Anführen.
In diesem Augenblick
schaut Redford auf ihre Hand auf seinem Arm.
Das ist eine sehr förmliche Art, Zuneigung zu zeigen.
Ich finde, er reagiert wunderbar.
Redford ist hier sehr subtil.
Ich habe ihn noch nie einen Vater spielen gesehen,
schon gar nicht den Vater einer Erwachsenen.
Vieles an Bob in diesem Film ist beeindruckend,
darunter auch...
Die Erkenntnis...
Obwohl Bob wie ein Dreißigjähriger aussieht, ist er über 60.
Robin Wright Penn hätte vor ein paar Jahren
seine Geliebte spielen können,
und jetzt hat er sie als seine Tochter akzeptiert.
Das finde ich tiefgründig.
Es ist eine wunderbare Erkenntnis für Redford als Darsteller
und wohl sehr befreiend für ihn.
Es ist eine der besten Szenen des Films
und eine der besten, die ich je von ihm gesehen habe.
Er ist verletzt, niedergeschlagen.
Als wir den Film vor der Veröffentlichung Testzuschauern zeigten
und ihn bewerten ließen,
störte sie die Szene,
weil es der verheerendste Rückschlag ist,
den er im ganzen Film kassiert.
Ich hatte Einsen in der ersten Klasse.
Und ein wunderbares Lächeln.
Sie gibt ihm Hoffnung, dass sie vielleicht für ihn da sein wird.
Ein Fünkchen Hoffnung.
Und hier ist Aguilar, Clifton Collins, und salutiert.
Ok, jetzt muss ich Ihnen etwas sagen.
Sehen Sie sich Redfords Salut an.
Er gibt wirklich sein Bestes. Das ist ein guter Gruß.
Ich musste 20 Takes drehen, damit er es richtig hinbekommt.
Das war Redfords Art, im Film gegen die Armee zu rebellieren,
oder gegen die Rechte,
indem er nicht ordentlich salutierte.
Letztendlich tat er es, aber es dauerte ewig.
Es ist ironisch, dass er Aguilar das Salutieren beibringt.
Warum bist du hier? Was hast du getan?
Tja, das ist es ja gerade.
Die ganze Mauer im Hintergrund
und das Gebäude dahinten
sind Kirk Petruccellis Werk.
Sehen Sie sich das Szenenbild hier an.
Es sieht so echt aus, dass Kirk dafür keine Anerkennung kriegt.
Ich wünschte, das hätte ich besser inszeniert,
vor allem die Statisten.
Die Statisten sind weit weg. In der Einstellung auch.
In Wirklichkeit würden mehr Leute wie der hier vorbeigehen.
Einige würden die beiden beobachten,
was hier nicht der Fall ist.
Andere könnten ihr Gespräch unterbrechen.
Wieder wünschte ich, dass ich mehr darauf geachtet hätte.
Im nächsten Film bekomme ich das hin.
Das ist ein schöner Dialog zwischen Redford und Clifton Collins.
Ich erinnere mich gut...
Übrigens sehen wir hier zum ersten Mal die Farbe Blau im Film,
mit dem kleinen Heft.
Als wir die Szene fertig drehten,
ging die ganze Crew mit dem Hochgefühl in den Feierabend,
dass wir an diesem Tag etwas geschafft hatten.
Wir spürten eine echte Verbindung zwischen den beiden Schauspielern.
Das ist den Autoren und den Darstellern zu verdanken.
Uns wurde klar, dass wir etwas Besonderes hatten,
was diese Schauspielleistung anging.
Salutieren hat mit Respekt zu tun.
Respekt vor dir, dem Dienst und der Flagge.
Jetzt geht es rauf zu Gandolfini, der seinen Armee-Trainingsanzug trägt.
Er hat gerade trainiert.
Ich habe die Szene mit Jims Training rausgeschnitten.
Sehen Sie Redford? Der Typ kann nicht salutieren.
Er hielt seinen Daumen immer falsch.
Armer Kerl. Na ja, ich habe es versucht.
An der Militärhochschule wurde schon sein Name mit Ehrfurcht ausgesprochen.
Als ab die bloßen Silben schon vermitteln, was es heißt, Soldat zu sein.
Hier bringt Gandolfini als Winter
seine absolute Enttäuschung über seinen Helden zum Ausdruck.
Er macht das so gut, so ehrlich.
Gandolfinis unterspielte Darbietung dieser Rolle ist extrem gut.
Er hätte es voll Spott und Boshaftigkeit spielen können.
Stattdessen fühlen wir mit dem Mann,
denn würden wir nicht dieselbe Antipathie für jemanden empfinden,
der uns so runtergemacht hat?
In dieser Nacht schüttete es wirklich.
Aber wir mussten selbst Regen erzeugen. Das verstehe ich nicht.
Es hat etwas mit der Beleuchtung des Regens zu tun.
Regen sieht man auf Film quasi nicht.
Man muss eigenen, viel dickeren Regen erzeugen und ihn hinterleuchten.
Außerdem war es sehr stürmisch.
Es war schlimm. Eine wahre Sintflut.
Und Clifton Collins musste stundenlang darin stehen.
Er zitterte wirklich.
Aber ich stand mit ihm da. Allerdings im Regenmantel.
Shelly Johnson nutzte ein Half-Shutter-Verfahren.
Es sieht fast aus, als fiele Schnee.
Hier ist General Irwin, der sich jetzt einmischt,
weil er ein Anführer ist.
Das Thema des Films ist einfach.
Anführer führen. Es liegt ihnen im Blut.
Vorher haben wir den Dialog
zwischen Steve Burton und Clifton Collins gehört.
Es war die Idee meines Produzenten, Robert Lawrence,
den Dialog herauszunehmen,
sodass wir nur General Irwins Perspektive haben,
was absolut perfekt ist.
Es war viel wirkungsvoller.
Ich wünschte, die Kamera wäre direkt vor Irwin gewesen,
damit wir seine Mimik besser sehen.
Ich finde Shellys Beleuchtung hier schön,
aber ein paar Züge,
ein wenig von Bob Redfords Ausdruck geht verloren.
Was soll das?
-Er muss das nicht tun. -Zurücktreten.
Ich weiß, wie man Soldaten diszipliniert.
Machen Sie weiter.
Es ist vorbei.
Jetzt kommt ein Satz. Genau...
...jetzt.
Du bist besser als das.
Ok, der Satz ist mir zu verdanken.
Es ist keine große Sache, aber als ich Kadett in West Point war
und mein neuer Vorgesetzter mein Zimmer inspizierte,
fand er etwas Staub an einem Ort,
den niemand hätte erreichen oder sehen können.
Er sah mich voller Ekel an und sagte: "Du bist besser als das."
Ich fühlte mich sehr klein,
aber es sorgte dafür, dass ich höher hinaus wollte.
Besonders beim Staubwischen.
Dieser Gefangene mischte sich in die Bestrafung von Häftling Aguilar ein.
Ich liebe die Beleuchtung im Hintergrund.
Besonders, wie Shelly die Lampen im Hintergrund eingesetzt hat.
Der Blauton wird von Gelb durchbrochen.
Ich finde es kunstvoll und sehr schön.
Ich finde genial, wie Peretz‘ und Colonel Winters Rang
im Regen hervorscheint.
Es sind solche Nuancen, die mir nie einfallen würden
und bei denen man sich auf seinen Kameramann verlassen muss.
Er wird bestraft. Sicher verstehen Sie das.
Da fehlt eine Einstellung. Ich hätte Aguilar am Boden zeigen sollen.
Aber das war wegen eines Zeitproblems.
Die Regenmaschinen erfordern viel Zeit.
Ich habe aber wirklich etwas gelernt,
wenn ich Rufmord, der ein paar Millionen kostete,
und diesen Film, der mindestens zehnmal mehr kostete,
miteinander vergleiche.
Geld kauft Zeit,
und Zeit ist das Wertvollste, das man am Set haben kann.
Sogar bei diesem Film.
Trotz all des Geldes und unseres Zeitplans fehlte uns Zeit.
Ich bezweifle, dass ein Filmemacher je sagen wird:
"Ja, ich hatte genug Zeit."
Je mehr Erfahrung ich als Regisseur sammle,
desto besser werde ich Einstellungen priorisieren können
und verstehen, was gebraucht wird und was ein Problem ist.
Ich hätte wohl Einstellungen
von den Gefangenen drehen sollen, die wir kennengelernt haben.
Wie Beaupre und Enriquez
und besonders Mark Ruffalos Yates am Boden.
Es wäre bedeutungsvoll gewesen, zu sehen, wie sie das beobachten.
Jetzt kommt eine amüsante und interessante Szene.
General Irwin führt seine Strafe aus,
und die Männer schließen Wetten ab.
Hier werden ein paar Dinge deutlich.
Erstens, dass Yates der Buchmacher ist
und dass die meisten Männer noch nicht auf Irwins Seite sind.
Dass die Truppen in ihrer Meinung über Irwin geteilt sind.
Deutlich wird auch General Irwins Kraft
und sein Überlebenswille trotz aller Widrigkeiten.
In dieser Szene trägt Irwin 10-kg-Steine.
Wir hatten 10-kg-Steine vor Ort,
aber auch ein paar falsche.
Redford bestand darauf, die echten Steine zu tragen,
weil er dachte, dass es sein Spiel verbessern würde,
und die Erfahrung zeigt,
dass es stimmt.
Die Darbietung wird besser, wenn du echte Steine trägst.
Er trug sie zwei Tage lang den ganzen Nachmittag und Morgen.
Ebenso wie General Irwin die Gefangenen dazu antreibt,
bessere Männer zu werden, inspirierte Redford die jungen Darsteller,
die keine oder kaum Filmerfahrung hatten,
ihre Leistung zu steigern, indem sie so etwas taten, wie echte Steine tragen.
Ich weiß nicht, ob Sie mir zustimmen, aber der Mann ist fit.
Bob ist 64 Jahre alt.
Eine Sechs und eine Vier.
Ein Jahr von der Rente entfernt.
Die meisten haben in dem Alter keine Zähne mehr
und schon gar nicht solche Muskeln.
Und Bob Redford ist im Alter von 64
fitter als ich je in meinem Leben war.
Wenn er nicht das Wörterbuch las, trainierte Bob,
hob Gewichte, spielte Tennis oder was auch immer.
Und er trug die echten Steine einfach immer weiter.
Ich hätte fünf Minuten überlebt, vielleicht zehn.
Aber Bob machte einfach weiter.
Ich halte das für eine wichtige Szene,
weil es das auslösende Moment ist.
Hier geht den Männern auf, dass sie zur Abwechslung
einen wahren Anführer haben.
Ein Mann, der sich nicht von Colonel Winter kleinkriegen lässt.
Ich liebe auch Jerrys Musik hier.
Im Übrigen dürfte das die erste Szene sein,
in der wir einen blauen Himmel sehen.
Als Regisseur bin ich sehr mächtig und steuere das Wetter.
Die Einstellung hat auch Spaß gemacht.
Es geht mit Zeitlupe los
und wird dann schneller, sobald Beaupre,
gespielt von Brian Goodman, ihn schubst.
Das Geräusch von Hubschraubern im Hintergrund.
Bum. Jetzt sind wir wieder bei normaler Geschwindigkeit.
Doc eilt zu Hilfe.
-Folgen Sie ihm. -Es ist alles vorbei.
Yates, du schuldest mir 36 Packen.
Erneut verdeutlichen wir, dass noch nicht alle auf Irwins Seite stehen.
Er hat die meisten für sich gewonnen, aber nicht alle.
Die beste Art der Führerschaft kommt aus einem selbst heraus,
nämlich indem man mit gutem Beispiel vorangeht.
Da hebt Redford einen echten Stein.
Seine Erschöpfung ist echt.
Das Blinzeln ist echt.
Fertig.
Er hat gewonnen. Oder?
Hat er Ruffalo, also Yates, überzeugt?
Jawohl, Sir.
Der Befehl lautete: Arbeit von Horn zu Horn.
Egal, wo die Steine liegen, Sie müssen weitermachen.
Einige Einstellungen im Film bewundere ich mehr als andere.
Shelly Johnson ist einer der besten Kameramänner von heute.
Gleich kommt eine Einstellung, die sehr einfach ist,
was die Bewegung und die Komposition angeht,
und die doch so schön ist, dass ich es kaum erklären kann.
Jetzt kommt sie.
Ich mag, wie die Flagge da hängt,
dass Redford sie nie verdeckt.
Ich mag die Farbe und die Bewegung in der Szene.
Ich mag den Zoom auf Bob, als er zu Gandolfini hochsieht.
Das bedeutet Krieg. Ok.
Alle zum Zählen zu den Zellen. Los geht's! Bewegt euch!
Insassen zum Zählen durch die Wärter zu den Zellen.
Jetzt kommt ein Satz, der von Walter Parkes geschrieben wurde,
President of Production bei DreamWorks.
Der Satz löst so viele Ereignisse aus.
Jetzt kommt er.
Es ist nicht seine Mauer. Es ist deine Mauer.
"Es ist nicht seine Mauer. Es ist deine Mauer."
Du musst selbst führen.
Im Grunde.
Der Kommandant möchte Sie sehen.
Hier ist eine Szene aus nur zwei Einstellungen.
Eine von Bob und eine von Jim.
-Wurden Sie gut versorgt? -Ja.
Der Schnitt über Ihrem Auge ist nicht zu ernst, hofe ich.
Ich bin Ok.
Ich habe es möglichst dunkel gestaltet.
Einer meiner Fehler im Film ist,
dass ich die Isohaft nicht grausam genug dargestellt habe.
Ich wünschte, das hätte ich.
Ich nehme an, ich hatte nicht genug Antrieb
während des Drehs,
weil die Isohaft-Zelle ständig in Gefängnisfilmen vorkommt.
Sie hat ihre eigene Identität,
sodass die Leute ohnehin viel damit verbinden.
Aber rückblickend wünsche ich mir, dass wir ihn in der Zelle
niedergeschmetterter gesehen hätten.
Gleichzeitig mochte ich den Dialog der Szene sehr,
ebenso wie die Leistung der beiden Schauspieler hier.
Dann muss ich nur in der Akte eines Insassen nachsehen, was er getan hat.
Wozu er fähig ist, seine schlechteste Seite.
Und das erleichtert meine Arbeit.
Es verdeutlicht meine Aufgabe.
Mehr muss General Irwin nicht hören.
Es dämmert ihm, mit wem er es zu tun hat:
einem Soziopathen.
Ein Mann, der Schlimmes tut,
es aber nicht begreift.
Er denkt, dass er sich völlig angemessen verhält.
Das ist die Bestie, gegen die er jetzt angehen muss.
Kein Argument könnte ihre Beziehung wiederherstellen.
Wie gesagt wurde der Film von David Scarpa und Graham Yost geschrieben.
Sie werden als Autoren genannt.
Aber in einigen Filmen, seien es Hollywoodfilme oder nicht,
mischen weitere Autoren mit,
die entweder genannt werden oder nicht.
Bill Nicholson, der Oscar-Nominierungen
für Shadowlands und Gladiator erhielt, war einer, den wir engagierten,
um dem Film den Feinschliff zu verpassen.
Wir baten ihn um Ideen,
und ihm ist das Konzept hier zu verdanken.
Es ist ein Klassiker in Gefängnisfilmen, aber seine Idee war,
dass die Männer ihre Hundemarken benutzen.
Das hebt hervor, dass es ein Militärgefängnis ist.
Und indem sie ihre Hundemarken benutzen, werden sie wieder Soldaten.
Es ist im Grunde ein Willkommensgruß für einen General.
Ich liebe auch Jerry Goldsmiths Motiv.
Damit führt er ein B-Motiv für den Film ein.
Nun beginnt die Beziehung
zwischen Yates und Irwin so richtig.
Hier zeigen wir wieder, dass er Buchmacher ist.
Was ist besonders an Buchmachern?
Buchmacher nehmen nicht nur eine Wette an.
Sie stellen sich auf keine Seite.
Buchmacher stehen stets in der Mitte.
Und das ist der Kern von Yates' Figur.
Er ergreift nicht Partei. Er ist immer in der Mitte.
Dieses Konzept von David und Graham
ist eine wunderbare Metapher für die Figur selbst.
Das stimmt.
Noch Felder übrig?
Erinnern Sie sich an Folgendes: Irwin ist bereit, darauf zu wetten,
ob er Selbstmord begehen wird oder nicht.
Er möchte wissen, welche Woche noch frei ist,
in der er sich umbringen könnte.
Neun Wochen sind noch frei, und Yates nimmt die Wette nicht an,
weil er ernsthaft glaubt, dass sich der General umbringen wird,
nur, um die Wette zu gewinnen.
Sie retteten meinem Vater in Hanoi das Leben.
"Sie retteten meinem Vater in Hanoi das Leben", sagt Yates.
Jetzt kommt eine schöne Rede.
Bei der Folter wollen sie zuerst
dein Selbstbewusstsein brechen.
Damit sagt InNin, dass er es den Männern unter seinem Kommando zu verdanken hat,
dass er noch am Leben ist, und nicht andersherum.
Ich habe erwägt, die Rede nicht in den Film einzubringen,
weil ich ein Problem sah.
Ich war besorgt, dass diese nette Aussage über Yates' Vater
die beiden Männer verbinden würde,
wenn ich einen Konflikt zwischen ihnen brauchte.
Aber in Wirklichkeit
schafft es eine Metapher oder eine Stimmung,
dass Irwin für sein eigenes Überleben auf die Männer zählt,
und nicht andersherum, obwohl sie das denken mögen.
Beaupre will wissen, was er meinte mit "Es ist unsere Mauer", nicht Winters.
Ich weiß, ich verwende das Wort "Metapher" im Kommentar lose,
aber hier gilt es mehr als anderswo.
Die Mauer stellt zu Beginn des Films
Führerschaft unter Winters Kommando dar.
Sie ist völlig wüst, chaotisch,
die Mauer bildet keine Einheit.
Und sobald General Irwin die Kontrolle über die Mauer übernimmt,
wird sie zu einem effizienten, schön anzusehenden System.
Und in der Schlachtszene am Ende des Films dient sie dem Schutz der Soldaten.
Das Konzept, was mit den Männern unter der einen Form von Führerschaft geschieht,
dem Führen durch Angst und Einschüchterung,
zeigt die Mauer in einem Zustand.
Und die Führerschaft durch Vorbildlichkeit und Stolz
zeigt uns etwas später eine ganz andere Mauer.
Ich bin nicht sicher, ob ich hier genug gezeigt habe
und ob ich genug Reaktionen all der Schauspieler hatte,
die ich in dieser Szene brauchte.
Ich denke, dass Brian und Thumper hier...
Mit "Thumper" meine ich George Scott. Sie sind sehr gut.
Schauspielern dieses Kalibers
sollte man möglichst viel Screentime einräumen.
Die Szene war viel länger.
Wir zeigten, wie sie versuchten, die Mauer umzuwerfen.
Robert Lawrence, mein Produzent, schlug vor,
direkt zur Mauer zu schneiden, wie sie umgeworfen wird.
Ich finde, der Jubel ist hier zu überschwänglich.
Das ist meine Schuld. Ich habe es so gewollt.
An jenem Tag schien es mir gut.
Jetzt erscheint es mir zu heftig.
Aber mir gefällt der Teil.
Ich mag Clifton Collins‘ schlichten Charme
und Redfords Reaktion.
Diese Szene stand nicht im Drehbuch.
Ich habe sie eingefügt.
Ich fand wichtig, dass gezeigt wird,
wie Colonel Winter, gespielt von Jim Gandolfini,
noch einmal niedergemacht wird.
General InNin gegen Colonel Winter.
Am Ende des Films, bei der letzten Konfrontation,
muss Winter verzweifelt sein.
Schauen Sie sich die Mauer an.
Sie gehört weder Irwin noch Winter.
Sie ist ein Durcheinander am Boden.
Aber hier kommt es.
Die Mauer wird von den Gefangenen wiederaufgebaut, die nun kooperieren.
Im Drehbuch stand in etwa,
dass die Mauer über mehrere Tage von den Gefangenen gebaut wird
und sie am Ende Hand in Hand arbeiten.
Als wir es planten,
gaben sie mir drei Stunden für den Dreh der ganzen Szene,
weil es nur zwei Zeilen im Drehbuch waren.
Ebenso wie es nur zwei Wörter im Drehbuch von Vom Winde verweht waren,
die besagten: "Atlanta brennt".
Es ist nicht annähernd so groß, aber würde viel länger dauern.
Ich beschloss, es wie im Zeitraffer zu drehen,
mithilfe eines Dollys.
Wir sehen, wie die Mauer entsteht, aber mit einer bewegten Kamera,
was ich ungewöhnlich fand.
Ich erinnere mich nicht, das woanders gesehen zu haben.
Aber alles gab es schon einmal.
Zu sagen, dass man der Erste mit einem Einfall ist, ist arrogant
und fast immer falsch.
Da sehen wir den falschen Salut zum ersten Mal
von einem anderen als Aguilar.
Da singt John Hammond einen Tom-Waits-Song.
Scott Stambler, der meine vorläufige Musik einspielte,
fand das Lied, in das ich mich verliebte. Ich musste es haben.
Diese Regensequenz dauerte lange,
weil wir sie an einem sonnigen Tag drehten.
Wir mussten warten,
weil man auf der Mauer die Schatten des Kamerakrans sah.
Die Szene passt gut. Ich bin zufrieden damit.
Es ist bei Weitem die Ieichtherzigste Szene,
laut all unseren Befragungen.
Bei der Szene erteilte mir Redford eine Regielektion.
Er hielt sich normalerweise zurück.
Ursprünglich war er zu Beginn der Szene in dieser Position.
Und seine Idee war, dass General Irwin
im Bild von hinten nach vorne läuft.
Seine Lektion an mich war,
dass es besser ist, wenn die Hauptfiguren
die Aufmerksamkeit des Zuschauers lenken
und sich in eine Position bewegen.
An der Arbeit mit Redford mochte ich...
Viele fragten: "War die Zusammenarbeit mit einem Regisseur schwierig?"
Aber genau das mochte ich.
Als Regisseur weiß er, was ein nerviger Schauspieler ist,
obwohl wir keine Namen nennen werden.
Er hat mir gegenüber niemanden erwähnt, aber wollte nicht so sein.
Man hört von Superstars, die Problemkinder am Set sind.
Ich hätte keinen besseren Partner als Bob Redford am Set haben können.
Wenn er an den Set kommt, ist er einfach außerordentlich.
Er war nett, nahm meine Regieanweisungen ernst
und gab sich Mühe, sie richtig umzusetzen.
Er ist das genaue Gegenteil von faul.
Er ist fleißig und konzentriert
und ein Vergnügen am Set,
ebenso wie Jim Gandolfini.
-Herzen und Köpfe. -Sir?
Er baut eine Struktur der Loyalität auf.
Ich hatte die ganze Szene erst aus der vorherigen Einstellung gedreht,
also nach oben blickend.
Dann drehte ich den ganzen Abschnitt erneut,
weil ich Großaufnahmen brauchte,
besonders, wenn Gandolfini sagt, dass der General eine Armee aufbaut.
Hier kommt ein interessanter Fehler. Zwei witzige Sätze.
"Wen, Sir?" "Den Prinzen von Venezuela" erntet große Lacher.
Dann sagt Steve Burton: "General Irwin?"
Und er antwortet: "Herrn Irwin."
Die Sache mit "General Irwin" und "Herrn Irwin" ist wichtig im Film,
geht aber durch den Prinzen von Venezuela verloren.
Ich weiß nicht, was ich hätte ändern können,
aber es ist ein Problem, ob Sie es glauben oder nicht.
Ich mag diese Szene sehr. Sie ist gut inszeniert.
Ich mag die Statisten hinten.
Ich mag, dass sie wie winzige Ameisen wirken.
Für beide Männer haben sie gerade vielleicht keine große Bedeutung.
Sie werden von beiden als Schachfiguren benutzt,
aufjeden Fall von Colonel Winter.
Aber denken wir auch kurz über General InNin nach.
Benutzt er die Männer nur, um Colonel Winters Ego zu manipulieren?
Das stand auch nicht im Drehbuch und war spontan.
"Kein Soldat ist unter meinem Kommando jemals sinnlos gestorben."
Das ist eine Andeutung auf das, was passiert sein könnte,
damit General In/vin überhaupt ins Gefängnis kam.
Denn bis dahin wissen wir nicht, warum er im Gefängnis ist.
Es dauert noch eine Weile, bis wir es erfahren.
Jedenfalls ist es etwas,
das General InNin irritiert.
Redford spielt das sehr gut.
Dieses "Ich weiß es nicht. Müssen Sie?" kam von Redford selbst.
Er war improvisiert.
Nun...
In etwa zwei Minuten wird es keine Mauer mehr geben.
Hier kommt der Kern des Films,
buchstäblich das Kernstück,
als die Mauer von Colonel Winter zerstört wird.
Als Zeichen seiner eigenen Stärke.
Das ist sein Schachzug.
Aguilar sieht sie sich an. Sie ist sein ganzer Stolz.
Da blicken die beiden Männer wieder auf die Ameisenfarm hinunter.
Steve Burton, Captain Peretz,
versteht langsam, dass er auf der falschen Seite steht.
Man sieht es an seiner Mimik.
Die Frage, wie Aguilar gefilmt wird,
wenn ihn der Scharfschütze trifft,
ist hier sehr wichtig.
Wir hatten mehrere Möglichkeiten.
Eine war eine Totale von den Türmen.
Ich zeige Ihnen, welche Einstellung das gewesen wäre.
Ich habe sie gedreht.
Meine Inspiration war der Schuss auf Tom Hanks in Der Soldat James Ryan.
Letztendlich nahmen wir sie nicht.
Wir entschieden stattdessen,
zu zeigen, wie ihn das Geschoss am Kopf traf.
Weil es Gummigeschosse waren, konnten wir das tun.
Wir konnten das Ergebnis zeigen.
Wir mussten nicht fürchten, dass das Geschoss in den Schädel eintritt,
was viel zu grausam gewesen wäre.
Das wäre die Einstellung gewesen,
aus der wir kein Geschoss gesehen hätten.
Stattdessen sehen wir hier, wie das Geschoss trifft.
Dann schneiden wir zur Großaufnahme von Redford
und nun zum reglosen Körper von Clifton Collins, der Aguilar spielt.
Jetzt hören wir Jerry Goldsmiths bewegende Musik.
Redford erzielt hier etwas
mit minimalem Gesichtsausdruck.
Die Gesichtsmuskeln bewegen sich kaum,
nur die Augen.
Wir sehen, wie es in seinem Kopf rattert und wie er entscheidet, was er tun muss.
Er nimmt seine Hundemarke, steckt sie unter sein Hemd,
wie sie ordnungsgemäß zu tragen ist,
und nimmt die Rolle des Generals ein,
der er ist.
Die Männer versammeln sich und sehen sich ihre zerstörte Mauer an.
Sie scheint wie eine kleine Niederlage,
aber eine überaus symbolische.
General InNin betritt die Szene,
mit den Händen hinterm Rücken, dem Gebaren eines Offiziere.
Und er geht zu Dellwo.
Er sagt ihm, dass er Sergeant Major war, und bum.
Er übernimmt das Kommando.
Die Männer wissen nicht, ob sie ihm folgen sollen.
Aber letztendlich sind sie Soldaten. Es ist Teil ihres Charakters.
Und sie werden tätig.
Sie mögen eingerostet sein und nicht genau wissen, was sie tun,
aber ihnen wird alles wieder einfallen, und sie werden Position einnehmen.
Nur Yates macht nicht mit.
Etwas erregt Colonel Winters Aufmerksamkeit,
und er sieht nach, was los ist.
Hier.
Hier ist etwas, das Bob Redford nicht oft in Filmen tut,
nämlich Reden halten.
Er tat es in Bill Mckay - Der Kandidat, aber ich meine eine Filmansprache.
Er hatte es früher nie getan und meisterte es perfekt.
Er ist sehr professionell.
Die Ansprache ist inspirierend und schön.
Ich habe etwa die Hälfte rausgeschnitten.
Sie sind unten im Meer, tief im Dschungel
und auf fernen Schlachtfeldern.
Ein Gewehr im Boden,
mit einem Helm drauf...
Ein Großteil der Ansprache stammt von Redford selbst.
Das ist die Ehre, die dieser Mann sich verdient hat.
Er hat wirklich begriffen, wie ein Anführer führt,
wie er Emotionen nutzt, aber keine Hetze,
sondern rein menschliche, selbstlose Emotionen, die Männer leiten.
Wieder der Dienstgrad.
Meine Herren, Unteroffizier Ramon Aguilar,
Marinekorps...
Hier kommt etwas Interessantes.
Alle Männer singen gleich "From the Halls of Montezuma".
Jeder kennt das Lied der Marines.
Als ich das Drehbuch las,
fürchtete ich, es könnte kitschig werden.
Dass das Publikum es uns nicht abkaufen
und sogar buhen könnte.
Damit es weniger Sentimental wird,
lasse ich sie etwas tun,
das uns allen passieren kann.
Nämlich das.
Sie vergessen den Text der zweiten Strophe.
So kommt etwas Humor in einen emotionalen Moment.
Sogar Colonel Winter muss lachen.
Ich finde, es kommt gut rüber.
Ich bin zufrieden damit, stolz darauf.
Ich mag die Aufnahme von Winter und Peretz.
Es ist die richtige Mischung von Licht im Vordergrund
und Dunkelheit und sanfte Beleuchtung im Hintergrund.
Lassen Sie das Essenshorn hören.
-Es sind noch zehn Minuten. -Blase es.
Jetzt passiert noch etwas.
Wir hätten es schon die ganze Zeit tun sollen.
Wir hätten die Beweggründe des großen Generals hinterfragen sollen.
Hier kommt der Salut, ein witziger Teil des Films.
Er scheint die Zuschauer immer zu überraschen.
Wir sollten die Beweggründe des Generals hinterfragen.
Denn obwohl er die Männer Stolz lehrt,
macht er ihr Leben auch elend
und lehrt sie, die Regeln zu missachten.
Genau aus diesem Grund könnte Aguilar tot sein.
Wir brauchen jemanden, der das verlauten lässt.
Da ist er.
Er soll nicht selbstgerecht rüberkommen,
darum brauchten wir einen Schauspieler mit Mark Ruffalos Schlichtheit.
"Warum musste Aguilar sterben?"
In der Szene geht es um ihn.
Darum habe ich entschieden, sie mit ihm enden zu lassen.
Gleich kommt eine magische Überblendung.
Wir sehen Yates,
wie er sich in eine Schachfigur
auf dem Schachbrett verwandelt.
Das ist ein kleiner Gag. Es gibt Matt in fünf Zügen.
Er sagt: "Warum ziehen Sie noch, wenn Sie in fünf Zügen matt sind?"
"WeiI Sie in drei Zügen matt sind."
Jeder weiß, dass sogar Schachgroßmeister
nicht zwei oder drei Züge des anderen vorhersehen können.
Aber es passte gut.
Das ist meiner Meinung nach die beste Szene des Films.
Oder zumindest die beste Szene, die es im Film gibt.
Bobs und Jims Spiel ist einfach überragend.
Und zwar, weil beide ihre Figuren
und deren Beweggründe absolut verstanden haben.
Wenn man in den Krieg zieht, durchläuft man mehrere Etappen.
Die Konfrontation, die Rationalisierung,
die wir durchlaufen haben, als Irwin in Isohaft war.
Jetzt kommt die Verhandlung.
Und darauf folgt der richtige Krieg.
In dieser Szene kommt Gandolfini zum Verhandeln.
Ihm ist klar, dass er verlieren wird, wenn es so weitergeht.
Er hat viel Macht, solange er sie nicht einsetzt.
Also macht er General In/vin ein Zugeständnis,
indem er sagt, dass die Männer salutieren
und ihn "Chief" nennen dürfen.
Aber sie müssen es unter Winters Bedingungen tun.
So gewinnen InNin und er, und keiner wird gedemütigt.
Ich habe Bob beschrieben,
wie seine Figur auf Gandolfini reagieren soll,
nämlich so, wie mein Dad auf mich reagierte.
Sehen Sie ihn nicken?
Wenn ich als Teenager Mist gebaut hatte und mich rechtfertigte,
nickte er, als verstünde er es.
Was er meinte, war:
"Ja, genau das hatte ich erwartet, Rod."
Und dann kam der Knaller:
"Das ist alles sehr schön, aber du hast trotzdem Hausarrest."
Genau das sagt er hier.
"Es ist nicht ok. Wir werden Ihnen das Kommando entziehen."
Schauen Sie sich Redfords Einstellung an.
Er ist immer allein im Bild, denn es ist seine Szene.
Wenn Gandolfini gezeigt wird, sieht man Redford trotzdem.
Redford ist also in jeder Einstellung der Szene zu sehen.
Und Jim nicht.
Es geht nicht um ihn,
sondern um In/vin, der das Kommando übernimmt.
Es ist wirklich meine Lieblingsszene.
Die lange Zündschnur, die Jim hier an den Tag legt,
ist einfach perfekt.
Und Redfords Herausforderung ebenso.
"Wenn Sie so gewinnen woIIen."
Ich dachte, der Satz käme in den Trailer, aber nein.
Auch eine gute Einstellung.
Shelly Johnson weiß wirklich, wie man eine Kamera bewegt.
Hier kommt der große Delroy Lindo.
Wir haben von den Zuschauern
bei Testscreenings erfahren,
wie sehr sie Delroy Lindo lieben.
Viele Schauspieler standen zur Debatte
für die 20 Minuten Screentime.
Nahezu ein Cameo. Vielleicht 15 Minuten.
Wir konnten niemanden mit Delroys Präsenz finden.
Sogar die Präsenz seines rasierten Kopfes, wie sich das Licht darin spiegelt.
Alles ist absolut perfekt. Er ist meisterhaft.
Ich kaufe ihm den General völlig ab.
Er ist auch in etwa 2,50 m groß, ein Riese.
Er ist sehr groß, imposant.
Das ist eine meiner Lieblingseinstellungen.
Sowohl Vordergrund als auch Hintergrund sind scharf,
dank einer speziellen Teilbildlinse.
Das kennt man aus ein paar Filmen, aber ich nutze es im ganzen Film.
Die Split-Field-Linse wurde zur typischen Kameralinse des Films.
Hierzu haben wir einen Spiegel benutzt.
Das zeige ich später. Es ist cool.
Ich finde das toll.
Er soll die bestmögliche Pflege bekommen
und bin nicht sicher, ob dies der richtige Ort dafür ist.
Die Szene hat dem Publikum gefallen, weil es das erste Mal ist,
dass Colonel Winter sein Fett wegkriegt.
Das war im Film bislang noch nicht passiert.
Hier wartet General Irwin auf seinen Freund...
„General Wheeler, gespielt von Delroy Lindo.
Hier kommt ein witziger Moment.
Ein großer Lacher.
Es ist sicher das einzige Mal in seiner Karriere,
dass man Robert Redford das Wort "Handarbeit" sagen hört.
Es klingt gut bei ihm.
In so einem Film braucht man Humor.
Es ist ein dramatischer Film, ein ernstes Thema.
Ein Witz hier und da hilft enorm.
Letztendlich sollen die Zuschauer Spaß haben.
Da schaut er auf die Uhr.
Etwas ist im Gange.
An dieser Szene mag ich,
dass jeder Abschnitt anders gefilmt wurde.
Hier sind es Einzelaufnahmen beider Männer.
Die Beleuchtung ist sehr speziell.
Und wenn wir wieder zurückblenden...
Das ist eine weitere Einstellung mit Teilbildlinse.
Alles ist scharf.
Vorn und hinten ist es gleich scharf.
Jetzt geht es zurück in den Besucherraum.
Es ist wieder unterschiedlich gefilmt,
mit viel Dunkelheit und dem wirksamen Einsatz von Gegenlicht.
Wieder eine Einstellung mit Teilbildlinse, bei der die Uhr scharf ist
und Colonel Winter hinten auch.
Die Split-Field-Linse ist meine Lieblingslinse.
Man sieht sie oft im Film.
Offenbar geschieht gleich etwas Großes.
Wir kehren in den Besucherraum zurück.
Wieder wird anders gefilmt.
Jedes Mal, wenn wir zurückkehren, nutzt Shelly eine andere Konfiguration.
Wir sehen einen Kameraschwenk,
was ich gerne mache.
Ich mache es gern an unerwarteter Stelle.
Redfords kurzes Lachen finde ich extrem natürlich.
Das hat er eingebracht.
Wieder eine völlig andere Konfiguration mit Zoom auf beide.
...interessiert es mich kein Stück.
Es kümmert mich nicht. Du kümmerst mich und wie ich dich hier rauskriege.
Der Ring wird wieder hervorgehoben.
Der Ring ist das Einzige,
das General In/vin mit seiner Vergangenheit verbindet.
Die Action, die jetzt kommt,
hat Mio Rodgers choreografiert.
Ich kann Mic Rodgers nicht genug loben.
Mic sind die Actionszenen in The Fast and the Furious zu verdanken.
Das ist, als würde man sagen,
dass jemand bei allen Sexszenen in einem Porno Regie geführt hat.
Der Film besteht nur aus Action.
Ich frage mich, was der eigentliche Regisseur getan hat,
obwohl er gute Arbeit mit einigen Schauspielern geleistet hat.
Aber, oh Mann, Mic hat das genial gemacht.
Ich habe The Fast and the Furious in Nashville gesehen,
mit all den Stuntmen unseres Films,
die alle Stuntmen in The Fast and the Furious waren.
Natürlich gab es viel Applaus für den Film.
Als ich einen Regisseur für den zweiten Stab suchte,
entdeckte ich einen bestimmten Film in Mies Filmografie,
und es war entschieden.
Es war Braveheart.
Er hatte die Schlachtszenen im Film choreografiert,
und damit einige der realistischsten und wunderbarsten Szenen
der Filmgeschichte.
Ich hatte keine Erfahrung damit,
bei Actionszenen Regie zu führen,
und Mio brachte mir viele Regeln bei,
darunter, dass alles in kleinen Stücken zu drehen ist.
Man kriegt nicht alles in einer Einstellung.
Darum sieht man in Actionszenen so viele verschiedene Einstellungen.
Ich liebe das ganze Hubschrauberzeug.
Es ist erstaunlich, wenn man bedenkt,
dass man in einem weiteren Hubschrauber über dem eigentlichen Hubschrauber dreht.
Es ist furchteinflößend.
Ich bin froh, dass ich nicht drinsaß.
In dieser Szene kriegen wir das Wesen
und die Wucht von Delroy Lindo als Schauspieler mit,
und ebenso Jim Gandolfinis Subtilität.
Jim versucht, seine Würde zu wahren.
Er will seinem General, seinem Boss, zeigen, dass er das Richtige getan hat.
Er ist angemessen selbstgefällig,
ohne respektlos rüberzukommen.
Wie gesagt, Jim Gandolfini versteht seine Figuren wirklich.
Er versteht, was sie ausmacht, ihr Innerstes.
Trotzdem, höre ich noch einmal davon, dass unter Ihrem Kommando jemand stirbt,
dann sind Sie hier fertig. Verstehen Sie mich?
Jawohl, Sir.
Da sieht man es.
Ein Funke Unmut, ein Funke Groll,
ein Funke Demütigung.
Aber keine Respektlosigkeit.
Interessant, wie er das schafft.
Aber die einzige Möglichkeit dafür ist, dass Sie es verlangen.
Das ist wahr, Sir.
Sobald Sie mir also erklären, nicht mit 177m fertig zu werden, ist er weg.
Ich denke, ich werde mit ihm fertig, Sir.
Hüten Sie sich, Oberst.
Ok. Jetzt kommt eine interessante Szene.
"Eugene R. lrwin... ”
Zuerst sollten Sie wissen, dass das eine halbe Szene ist.
Ich habe einen großen Teil der Rede rausgeschnitten.
Man sieht sie in den entfallenen Szenen.
In der Sequenz sagte Jim zu den Männern, dass sie keine Soldaten mehr sind,
nur Schatten der Soldaten.
Es war wunderbar geschrieben.
Ich weiß, das hat David Scarpa geschrieben.
Aber ich fand, dass es den Film unterbrach.
So gut „Mm es auch überbrachte
und so gut es auch geschrieben war,
wir kamen nicht schnell genug zum Punkt,
und es passte nicht zur Figur.
Ich fand einfach, dass es wegmusste, obwohl es wunderbar ist,
wie Sie sehen können.
Ich mag die Kamerabewegung hier.
Die Kamera dreht sich 360 Grad um Jim,
obwohl wir ab und an wegblenden.
Wir brauchten eine spezielle Ausrüstung für die Kamera.
Der Aufbau dauerte mehrere Tage.
Und die Beleuchtung ist wunderschön.
Alles in der Szene
ist von filmischer Schönheit.
Das ist nicht mein Verdienst, sondern der unseres Szenenbildners Petruccelli,
der die Etagen und die Ausrüstung gebaut hat,
oder zumindest die Möglichkeit dazu gab.
Und es ist Shelly zu verdanken, der die Kamera so bewegt.
Auch die Beleuchtung geht auf Shellys Kappe.
Das ist Sergeant Major Davis, der Enriquez rauszerrt.
Er war unser technischer Berater für den Film.
Die gesamte Sequenz, der Sinn dahinter, tauchte nie im Drehbuch auf.
Sie war Walter Parkes‘ Idee,
der fand, dass wir an der Stelle
Colonel Winters Grausamkeit nicht wirklich steigern mussten,
aber dass wir der Revolte später im Film
noch mehr Grund geben mussten.
Und diese Sequenz,
die nun ein fester Bestandteil des Films ist,
war nötig.
Der Colonel geht ein Stück zu weit.
Er will einen Keil zwischen den General und seine Männer treiben.
Es ist ein guter Schachzug, den General von seinen Männern zu trennen.
Die Sequenz, die wir gerade sehen,
wurde auch von Walter vorgeschlagen.
Hier isst Redford allein,
völlig abgeschottet von seinen Männern.
Letztendlich geben sie ihm die Schuld, dass Aguilar tot ist
und dass acht Männer in Isohaft sitzen.
Ruffalos Blick sagt: "Ich wusste es doch."
Ich bin von Schauspielern beeindruckt,
die mit einem einfachen Blick so viel rüberbringen können.
Wie Redfords überraschter Blick,
als die Männer, die aus der Isohaft kommen...
Das sieht man, weil sie orange Anzüge tragen,
was zuvor im Film etabliert wurde.
Sie kommen raus und umringen in.
Und sie stellen ihm eine besondere Frage.
Oder Brian Goodman als Beaupre stellt ihm eine besondere Frage.
"Was machen wir jetzt?" Wer sich in der Filmgeschichte auskennt,
weiß, dass es der letzte Satz in Bill McKay - Der Kandidat ist,
einer meiner Lieblingsfilme.
Wenn Sie ihn nicht gesehen haben, besorgen Sie sich ihn.
Es ist ein toller Film. Ein Meisterwerk.
Leider sticht der Flush den Straight.
Ich spiele Kein Poker, ich spiele Schach.
Und wenn man beim Schach mit jemandem lang genug spielt,
denn merkt man, dass dessen erste drei Züge fest immer gleich sind.
Was waren seine Anfangszüge?
Ich erinnere mich an diesen Tag. Gab man Redford einen Football,
einen Baseball-Handschuh oder einen Baseball,
spielte er den ganzen Tag mit der Crew und den anderen Schauspielern.
Es machte Spaß. Er holte gern Baseball-Handschuhe raus
und warf Bälle mit den anderen Schauspielern.
Ich weiß, was alle dachten:
"Ich spiele Baseball mit Roy Hobbs."
Ein sagenhafter Anblick.
Hey, Yates.
Hau schon ab.
Bauern.
Der Gefangene, der da weggeht, wer ist das?
Das ist Yates.
Er war Apache-Pilot, aber jetzt ist er ein Betrüger, er nimmt Wetten an.
-Worauf? -Auf alles.
Auf Kämpfe, auf das Wetter.
Ein weiteres Manko des Films ist,
dass Gandolfini so oft,
also Colonel Winter, in seinem Büro gezeigt wird.
Ich wünschte, ich hätte einige Szenen anderswo gedreht,
um etwas Vielfalt hineinzubringen.
Obwohl er wohl normalerweise dort anzutreffen wäre.
Noch einmal die Teilbildlinse.
Gandolfini scharf links und Ruffalo scharf rechts.
Bei einer Teilbildlinse ist die Linse im Grunde geteilt,
mit verschiedenen Brennweiten
für verschiedene Linsenseiten.
Hier noch einmal. Rechts ist Ruffalo scharf.
In der Mitte ist es etwas unscharf.
Und links, weit hinten, ist Gandolfini scharf.
Hier dasselbe. Man sieht zum Beispiel,
dass die Lampe unscharf ist,
aber Ruffalo scharf ist.
Es ist interessant. Ich finde es einfach sehr ästhetisch.
Hier steht, dass Sie Ihre Männer verkabelt hatten.
Stimmt das?
-Ja. -Und um wie viele Jahre
wurde Ihre Strafe dadurch verringert?
Hier erfahren wir etwas Interessantes,
nämlich, dass Yates ein Spitzel ist.
Er hat seine eigenen Männer verraten, um seine Strafe zu verkürzen.
Die anderen Häftlinge
werden das natürlich verurteilen.
Es ist etwas, das Yates überwinden muss,
damit wir, die Zuschauer, ihn mögen.
Wir kommen zurück zum Konzept des Vaters, Yates‘ Vater.
Yates hat keinen Vater,
so wie Redford kein Kind mehr hat.
Hier führen wir die Tatsache ein, dass beide
symbolisch ein Kind beziehungsweise einen Vater suchen.
Trotz ihrer Differenzen sind sie füreinander bestimmt,
trotz ihrer Differenzen, was Führerschaft angeht
und wie man sich im Gefängnis verhalten sollte.
Klingen drei Monate besser?
Ich muss diese Situation schnell Klären...
Mark Ruffalo war... Mann, war er ein feiner Kerl am Set.
In den letzten paar Drehtagen
stand seine Frau kurz vor der Entbindung.
Sein Handy war immer an.
Als ihre Wehen einsetzten,
besorgten wir ihm ein Flugticket von Nashville nach New York.
Wir mussten all seine Szenen,
eigentlich drei Drehtage, innerhalb von zwei Stunden drehen.
Noch nie hat man einen Mann gesehen, der so von einem Ort zum anderen rannte
und den ersten Take perfekt absolvierte
wie Mark Ruffalo an jenem Morgen.
Ok, von allen Szenen des Films,
die mich stören oder über die ich im Zwiespalt bin,
ist das die größte, denn...
Es wurde in mehreren Kritiken erwähnt,
und in diesem Fall haben die Kritiker recht.
Sie inszenieren eine Prügelei, damit die Wärter gehen.
Da sind zwei Wärter.
Es ist unrealistisch, dass nur zwei Wärter da sind.
Sie werden rausgeschickt.
Und jetzt wird General Irwin eine Ansprache halten,
die ziemlich lang ist.
Dass die Wärter nicht zurückkehren, ist etwas unrealistisch.
Als ich den Film drehte, war mir das klar.
Ich dachte: "Vielleicht wird man es uns abkaufen."
Und die meisten kauften es uns ab, dass keine Wärter zusahen.
Es ist schließlich ein Film.
Aber ich wünschte, ich hätte eine bessere Lösung gefunden.
Obwohl mir auch jetzt keine einfällt,
durch die er eine Ansprache vor 300 Männern halten könnte,
ohne dass Wärter anwesend sind.
Wir haben lange, lange an der Ansprache gefeilt
und viele Tage damit verbracht.
Redford arbeitete lange in seinem Trailer daran.
Ich hatte ein paar Ideen, ebenso wie die Autoren
und Redford und Walter Parkes.
Ich muss sagen, dass Walter,
der eine Oscar-Nominierung für WarGames - Kriegsspiele bekam,
das Herzstück zu verdanken ist,
der inspirierende Kern der Ansprache.
Sie können uns nicht nehmen, wer wir sind.
"Wir sind Soldaten."
Das ist Walters Satz, und ich finde, er trifft ins Schwarze.
Vor allem weiß ich,
dass er Soldaten motivieren würden, weil ich selbst einer war,
und ich war vermeintlich ein Anführer,
als ich ein paar Jahre lang Offizier war.
Der einheitliche Kodex für Militärjustiz.
Wieder hält Bob Redford eine lange Ansprache.
Davon gibt es kaum welche in seinen Filmen.
Dennoch bringt er sie glatt, nahtlos und völlig überzeugend rüber.
Einer der Gründe, aus dem Redford die Rolle annahm,
war, dass er einen General spielen konnte,
eine Rolle, die er noch nie gespielt hatte.
Ich glaube, in einem Film war er Soldat.
Er war ein Soldat in Die Brücke von Arnheim.
Es war im Grunde eine Nebenrolle.
Aber der Mann zu sein, der das Establishment vertritt,
ist etwas ganz anderes.
Er ist ein überzeugter Liberaler.
Die Herren, ich schlage vor, die Kontrolle über diese Einrichtung zu ergreifen.
Die Männer sind motiviert.
Aber bald kommt eine Kamerabewegung
zu Yates, der ganz und gar nicht überzeugt ist.
Er hat es schon einmal erlebt. Er versteht es.
Jetzt idealisieren wir die Flagge weiter.
Wir haben sie zu Beginn des Films und den ganzen Film über gesehen.
Die Flagge spielt eine wichtige Rolle im Film.
Wir hören die Erzählung von vorhin,
und der Kreis schließt sich.
Er erklärt anhand der Schachfiguren,
wie er die Kontrolle des Gefängnisses übernimmt.
Wie Sie vielleicht bemerkt haben,
spielt Schach keine unbedeutende Rolle im Film.
Es ist das Spiel der Könige, ein Strategiespiel.
Und wenige Spiele kommen dem Krieg derart gleich.
Man stellt einen Kommandoposten auf.
Genau hier stehen die Wachen...
Als Erstes, dies ist das Verwaltungsgebäude,
Winters Büro. Wachen.
Phase 1: Winters Wachen neutralisieren.
Phase 2: Türme.
Das beruft sich auf den Bluff,
den er mit Wheeler abgezogen hat.
In diesem Bluff konnte er sehen,
wie Winter vorgegangen ist
und in welcher Reihenfolge,
sodass er weiß, was geschieht, wenn er eine weitere Revolte anführt.
Es fängt mit den Wärtern an.
Der Wasserwerfer kommt zum Einsatz.
Dann kommt ein Hubschrauber.
Und letztendlich, so sagt er ihnen, müssen wir die Flagge holen
und sie verkehrt herum hissen.
Wenn wir sie verkehrt herum hissen, können wir es Wheeler zeigen.
Das bedeutet Colonel Winters Kontrollverlust des Gefängnisses.
Und so wird Colonel Winter rausgeworfen.
Wird die US-Flagge verkehrt herum gehisst, ist es ein Notsignal.
Es ist sehr einfach und absolut passend.
Eine umgekehrte Flagge hat nichts Unpatriotisches.
Es sei denn, man ist nicht in Not.
Ursprünglich war auf dem Filmposter eine umgekehrte amerikanische Flagge.
Es war wirklich sehr schön.
David Sameth hatte es gestaltet.
Er gestaltet alle großen Grafiken
für DreamWorks-Filme.
Ich fand es traumhaft.
Das Poster kam raus und bekam viel Aufmerksamkeit.
Aber wir mussten es aus dem Verkehr ziehen,
wegen dem 11. September 2001.
Keiner wollte eine umgekehrte US-Flagge sehen, auch ich nicht.
Ebenso jeder bei DreamWorks.
Wir trafen die Entscheidung gemeinsam,
nicht aus Marketinggründen, sondern aus persönlicher Überzeugung.
Es war eine emotionale Zeit für alle.
Wir können später näher darauf eingehen.
-Ihren Typ Kenne ich sehr gut. -Ach ja?
Von deinen unendlich langen Jahren in der Schlacht?
Hier ist noch etwas, das man Redford nicht oft tun sieht.
Redford fährt in der Szene aus der Haut.
Redfords Figuren sieht man selten wütend.
Redfords Figuren sind oft sehr beherrscht.
Das kann er am besten.
Aber ich denke, dass Bob die Szene genoss.
Er genoss es, sich auszulassen.
Los geht's.
Er hat dich enttäuscht. OK. Komm drüber weg.
Das war damals.
Hier zählt nur, was wir jetzt sind und was wir jetzt tun.
Er hält Yates eine Standpauke.
Er schreit nicht, ist aber klar aggressiv
und macht seiner Enttäuschung Luft.
Yates benimmt sich wie ein Kind, schüttelt den Kopf,
verhält sich sehr unreif.
Es mutet definitiv wie ein Vater mit seinem jugendlichen Sohn an.
Ich sage es erneut: Einer der Hauptfaktoren im Film,
in fast jeder Szene, ist,
dass die Schauspieler ihre Figuren voll verstanden.
Ich weiß nicht, ob ich ein guter Regisseur bin.
Ich denke, ich bin ok.
Aber eines kann ich gut: casten.
Dafür klopfe ich mir auf die Schulter.
Noch eine Einstellung mit Teilbildlinse.
Mann, caste ich gut. Jeder passt optisch zur Rolle.
Und ich kann gute Schauspieler finden.
Meine Schauspieler sind absolut genial.
Dass sie ihre Rolle so gut rüberbringen...
Das könnte ich nie.
Die beiden Berufe,
die ich in der Filmbranche am meisten respektiere,
sind Schauspieler und Komponisten,
weil sie Dinge tun, die ich nie lernen könnte.
Sie haben ein Naturtalent, das ich nie erlangen könnte.
Diese 30 Tage,
diese drei Monate, das reicht nicht. Ich muss sofort hier raus.
Morgen.
Das ist aufreibend für die Zuschauer,
weil Yates
nach dem Gespräch mit InNin bereit ist, alle zu verraten.
Er will sie verpfeifen. Das ist Teil seines Charakters.
Gandolfini, Winter,
erkennt diese Schwäche in Ruffalo
und nutzt sie aus.
Colonel Winter bringt das Schlimmste in anderen zum Vorschein
und Redfords Figur das Beste.
Es sind zwei Arten der Führerschaft.
Eine funktioniert, die andere nicht. Raten Sie, welche.
Diese Information Kauft Sie nicht frei.
Dafür bekommen Sie nicht einmal einen Nachschlag beim Essen.
Ich kenne die Details.
Ich weiß, wie er vorhat, Ihre Leute auszuschalten...
Da. Das Schöne an der Inszenierung hier ist,
dass er die ganze Zeit mit dem Rücken zu Ruffalo steht
und somit seine wahren Gefühle zeigen kann.
Er muss sie nicht verstecken, weil Yates es nicht sehen kann.
Aber wir können das und bekommen noch einen Teil des Dialogs,
der mit der Mimik ausgedrückt wird
und den wir sonst nicht sehen würden.
Keiner redet mit ihm. Niemand trifft ihn.
-Ja. -StelIt eine Wache vor seine Zelle.
-Miese Ratte. -Was ist los?
Meine Mutter ist krank! Ich beantrage Ausgang!
-Halt den Mund! -Raus mit ihm.
Hauptmann, mit mir.
Oh Mann.
Jetzt hat er keine Wahl mehr.
Er muss sich auf Colonel Winters Seite stellen.
Ich mag, dass Peretz in der Mitte feststeckt.
Ich muss zurück zu den anderen.
Morgen weiß ich was.
Ein schönes Dreieck.
Das war Steves geniale Idee.
Insassen, einen Schritt zurück, Marsch!
Hier kommt eine Szene, die mir persönlich etwas bedeutet.
Er nimmt den Brief seiner Tochter, die Abstand zu ihm genommen hat.
Er öffnet ihn.
Im Hintergrund hört man Dean Hall,
ein Statist, der Countrysänger war.
Er singt ein Lied, das er für den Film geschrieben hat.
Wir hören es im Abspann noch mal.
Ich sagte zu Bob: "Ich filme. Du liest einfach."
Da ist das Foto seines Enkels, älter.
Das ist Hunter Fletcher Lurie,
mein Sohn in Fußballkluft.
Als mein Sohn den Film sah, sagte er, es sei seine Lieblingsszene.
Ein sehr selbstloser Kommentar eines damals zehnjährigen.
-Sir? -Wo ist Yates’ Zelle?
Nummer 340, Sir.
Yates sitzt wie Redford die ganze Nacht da.
Da ist die andere Spiegelaufnahme mit Teilbildlinse.
Interessant. Jim Gandolfini ist völlig scharf,
genauso wie Ruffalo und Steve Burton.
Guten Morgen.
Guten Morgen.
Ich erinnere mich nicht, warum,
aber wir haben diese Szene improvisiert.
Ich glaube, als wir die Szene im Drehbuch probten,
klang es nicht richtig
oder nicht so flüssig wie das Ergebnis hier.
Nach der Übernahme werden sie die Flagge falsch herum hissen.
Falsch herum?
Das internationale Zeichen für Not.
Ja, ich weiß, was das bedeutet.
Woher wollen sie eine Flagge nehmen?
Sie haben sie schon. Ihre.
Die Zuschauer lieben diesen Moment.
Meine?
Sie lieben das hier.
Es kommt in drei Teilen. Das war der erste Teil.
Beim zweiten Teil sucht er die Flagge unten.
Sie lieben es hier.
Wer war gestern hier?
Ich nahm sie, Mörderarsch!
Und das lieben sie am meisten.
Ich dachte, Sie wären klüger.
Ich weiß.
Das war wieder Mio Rodgers. Einer seiner Stuntmen fällt hier herunter.
Aufstehen, Yates. Wo ist die Flagge?
Du bist ein verdammter Feigling, Zamorro.
Und du ein großer Held. Los!
Hände weg, Hurensohn!
Mieser Schwanz.
Halt's Maul, Yates.
Ich liebe diese Einstellung,
die Fahrt in die Zelle.
Da ist Redford. Er ist in derselben Position
wie vor etwa sieben Stunden.
Wir hatten einen halben Tag, um zu drehen, was auf den Etagen passiert.
Das heißt, wir hatten höchstens zwei Takes für alles.
Die Wärter rannten rein,
nahmen alles auseinander und durchwühlten alle Zellen.
Dann mussten wir alles wieder herrichten.
Es dauerte ewig. Aber wir bekamen es hin.
Für all diese Einstellungen,
wegen der Zeit, die man an einem Tag hat,
und der nötigen Vorbereitungszeit,
nutzte ich drei, manchmal...
Ich glaube, ich habe höchstens drei Kameras verwendet.
Das wird extrem wichtig.
Fast alle Actionsequenzen
drehten wir mit drei, vier, einmal sogar fünf Kameras.
Es ist einfach zu schwierig,
alle Szenen wieder zurückzusetzen.
Die große Schlachtszene des Films beginnt bald.
Bevor sie startet, möchte ich Folgendes sagen.
Sie dauert etwa 15 Minuten.
Ich habe 25 Minuten rausgeschnitten.
Es war einfach zu viel.
Jeder Stunt erfordert so viel Arbeit.
Es ist eine Tragödie, etwas davon herausschneiden zu müssen.
Aber wenn man alles zusammenfügt, sollte es lieber nicht langweilig werden.
Denn Actionszenen können öde sein.
Beim Filmemachen allgemein ist die größte Lektion,
dass es die Menge macht.
Wie viel man von allem hat:
wie viele Witze, wie viel Sex,
wie viele tolle Dialoge und wie viel Action.
Alles braucht die richtige Dosierung.
Und ich finde, wir haben genau die richtige Dosierung getroffen.
Ich bin sehr zufrieden mit der Schlachtsequenz.
Das ist Mio Rodgers zu verdanken.
Gleich kommt eine schöne Einstellung über Gandolfinis Schulter.
Die Männer laufen auseinander, und er rastet aus,
auf sehr natürliche Weise.
Wissen Sie...
Bald kommen die Einzelaufnahmen
von Redford, Ruffalo und Gandolfini,
wie sie reagieren.
In der Großaufnahme war nichts um sie herum.
Beim Dreh erscheint es kitschig.
Es ergibt fast keinen Sinn.
Aber mit Editoren wie meinen,
Michael Jablow und Kevin Stitt...
Michael hatte Rufmord geschnitten und Kevin mehrere tolle Filme
wie X-Men, einige der Lethal-Weapon-Reihe und Payback - Zahltag.
Sie wissen wirklich, wie man alles zusammenfügt,
damit es absolut nahtlos wirkt.
Sogar jetzt noch überrascht mich, wie gut alles passt,
denn der Dreh der Schlacht dauerte zwei, sogar drei Wochen.
Wir drehten immer nur kleine Stücke auf einmal.
Wie die Einstellung da, wo der Mann etwas wirft,
und die beiden Männer, die getroffen werden.
Wir filmten nur sie.
Drum herum war nichts.
Es schien nicht wie große Action.
Aber wie gesagt leitete mich Mic Rodgers an,
der alles gut aufbaute.
Er erwartet eine harte Reaktion von uns, also warten wir.
Hey!
Ich habe gegen dich gesetzt, jetzt sind alle meine Kippen weg.
Heute gibt es viele Verlierer.
Und er rennt los. Mark Ruffalo ist ein flinker Kerl.
Er ist ein richtiger Athlet.
Ich glaube, Ruffalo war Virginia-Meister im Ringen
seiner Gewichtsklasse. Sehr sportlich.
Komm schon! Schau dir diesen Typen an.
Ok, wir haben es. Los geht's!
-Hol es raus! -Später!
Bei einigen der Einstellungen hier war ich nicht anwesend.
Wie die mit der Schleuder,
die er hervorholt.
Ich drehte etwas anderes, und Mio drehte das mit dem zweiten Stab.
Ein sehr guter Regisseur des zweiten Stabes
erreicht einen nahtlosen Filmstil.
Mic hat das auf jeden Fall geschafft.
Ich wusste aus meiner eigenen Regieerfahrung,
dass ich mit der verfügbaren Zeit und dem Budget
nicht gegen die ganz großen Actionfilme ankommen würde.
Zum Beispiel nicht gegen Michael Bay oder James Cameron.
Ich habe nicht ihren gekonnten Stil, ihr Wissen,
ihr Geld oder ihre Zeit.
Ich entschied also, meine Mittel voll und ganz auszuschöpfen.
Gleich kommt eine fantastische Szene.
Ich wollte möglichst realistisch drehen,
fast wie von Kriegsreportern.
Damit meine ich keine wackelige Kamera.
Ich meine, dass diese Geschichte auf Realität fußt,
wie die beiden Einstellungen da.
Die mit den Flammen.
Sie wirken nicht so glatt wie in anderen Filmen,
und ich glaube, das ist zu unseren Gunsten.
Das ist ein netter Moment.
Ich liebe es, wie Shelly Spiegelbilder nutzt.
Wir sehen gleichzeitig, was draußen und drinnen passiert.
Ich möchte etwas gestehen.
Bei diesen beiden Einstellungen von Redford zwischen den Türmen,
da ist die zweite,
brannten die Türme ursprünglich nicht.
Aber ich gestehe: Das wollte ich für den Trailer.
Und es kam tatsächlich in den Trailer.
Wie weit sind wir?
Wir sind fast da!
Sir, können Sie bitte mal kommen?
Er fragt, was sie bauen.
Gandolfini sagt, dass er es nicht weiß.
Ich weiß es nicht.
Herausgeschnitten habe ich,
wie Gandolfini in eine andere Ecke des Büros rennt,
es aus einem anderen Winkel sieht und sagt, was es ist.
Er sagt, dass es ein Katapult ist.
Aber ich fand interessanter,
dass er es bis zur letzten Sekunde nicht weiß.
Die Soundeffekte sind wunderbar.
Ich kann nicht zu sehr betonen, wie wichtig Soundeffekte in Filmen sind.
Das Geräusch der einzelnen Geschosse auf den Tabletts
sorgt für viel Realität in dem Moment.
Diese Einstellung von Mio
mag ich sehr.
Die Männer kommen raus, und die Kamera folgt den Männern
sehr elegant und subtil.
Fast so, als wären es zwei Einstellungen,
aber es ist nur eine.
Hier kommen sie. Da hatten wir, glaube ich,
einen Half-Shutter, den Mic oft in Braveheart nahm.
Eine schöne Einstellung mit Paul Calderons Silhouette.
Her mit dem Gewehr!
Der Mann, der die improvisierte Haubitze hält,
war einer unserer Baumeister, Charlie. Ein netter Kerl.
Sein großer Moment. Hier. Bum!
Das Filmen dieser Explosionen hat viel Spaß gemacht.
-Dellwo. -Sir?
Drei Meter nach vorne.
Jawohl, Sir.
Drei Meter nach vorne!
Die Sequenz war viel länger, und wir mussten sie kürzen,
denn sobald man den Sinn vermittelt hat
und etwas Action gesehen hat,
hilft es nicht, das Ganze hinauszuziehen.
Es treibt die Handlung nicht voran.
Dann jetzt.
Alles Klar, Sir!
Hier kommt etwas, auf das ich stolz bin.
Es war mir in letzter Minute am Set eingefallen.
Das ist ein besonderer Stein.
Wir werden es bald sehen. Er fliegt los.
Das Ganze wurde in vielen Stücken gedreht.
Das macht fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn.
Zehn Einstellungen, nur vorn Stein durchs Fenster.
Alles wurde in kleinen Stücken gefilmt.
Hier noch eine Reihe.
Eins, zwei, drei, vier, fünf,
sechs, sieben...
Die Einstellung hatten wir schon. Acht, neun.
Mindestens neun Einstellungen vom Feuer.
Nur die, die ich verwendet habe.
Kleine Stücke.
Das hat mir Mio beigebracht. Eine wertvolle Lektion.
Mike Irby steht hier wirklich in Flammen.
Ein mutiger Schauspieler.
Er hat sich für mich anzünden lassen.
Er war geschützt, aber ich weiß nicht, wie es Ihnen geht,
ich würde mich unter keinen Umständen anzünden lassen.
Da bin ich ziemlich sicher.
Hier der nette Moment, den ich meinte.
Er sieht runter. Alles ist kaputt.
Die Vergeltung war, dass seine Militaria kaputt sind,
aber ich wollte noch einen Schritt weiter gehen.
Der Stein, der durchs Fenster flog, wurde von Aguilar eingeritzt.
"USMC", United States Marine Corps.
Da wurde das Publikum immer still.
Das gefiel mir sehr.
Ich hätte die Ankunft des Wasserwerfers anders filmen sollen.
Es ist genau die gleiche Einstellung wie zuvor.
Vielfalt ist in Actionszenen wichtig.
Möglichst viele Einstellungen. Das ist sehr wichtig.
Das ist ein Stuntman,
der den Wasserwerfer bedient.
Später sieht man einen anderen Schauspieler.
Ein besonderer Schauspieler...
Hier. Das ist Kevin Stitt.
Mein Editor, der einspringen musste.
Eine schöne Einstellung aus Colonel Winters Sicht.
Jim übertreibt nie.
Colonel Winter denkt immer noch, dass er die Kontrolle hat.
Würde man die Einstellungen zählen,
die für diese Sequenz nötig waren,
käme man bestimmt auf 15 oder 20.
Das ist viel.
Es sind viele Konfigurationen
und die einzige Art für Actionszenen.
Jetzt kommt ein Moment, den die Zuschauer mögen.
Colonel Winter hatte die Oberhand, jetzt die Männer
und Irwin.
Wenn Irwin die Oberhand hat, wird gejubelt.
Das passiert nie, wenn der Kerl die Oberhand hat.
In vollem Gang.
Brian Goodman ist herausragend im Film.
Er ist ein talentierter Schauspieler. Sein Erfolg freut mich sehr.
Es ist Ihr Privatanschluss.
Gehen Sie dran.
Militärgefängnis, Büro von Oberst Winter.
Das haben wir
von außerhalb des Bürofensters gedreht.
Es erforderte einen aufwendigen Aufbau.
Nicht leicht für den Kameramann, aber das war es wert.
Sie haben einen Aufstand. Wollten Hilfe.
Nein, ich habe nicht...
Wir haben alles unter Kontrolle, Sir.
"Wir räumen nur noch auf." Das war ein witziger Satz.
Das freut mich. Bis dann, in 20 Minuten.
Es ist nur wegen der Art witzig, wie es gefilmt wurde.
Das ist wieder Shelly Johnson zu verdanken.
Das muss sofort aufhören. Holen Sie Luftunterstützung!
Fast jede der Actionszenen hier
wurde von Graham Yost geschrieben.
Er ist einer der besten Action-Autoren des Landes.
Das versteht man, wenn man seine Filme Speed und Operation: Broken Arrow sieht.
Jetzt kommen wir zu einer fantastischen Szene.
Sie gilt als weit hergeholt.
Das stimmt wohl,
aber im Eifer des Gefechts passt sie.
Der Hubschrauber wird von der Harpune erfasst,
die sie aus der Wäscherei haben.
Die gesamte Ausrüstung wurde von den Männern improvisiert,
à la MacGyver, wie einige Kritiken meinten.
Sie nutzen die verfügbaren Mittel,
wie es ein großer General täte.
Er würde nehmen, was er hat.
Das Wasser wird aufgedreht, es katapultiert die Harpune nach vorn,
die natürlich den Hubschrauber einfängt.
Hier etwas, das Sie sicher nicht wussten:
Mark Ruffalo machte alle Stunts selbst.
Da rennt Mark.
Er musste das nicht tun.
Er hätte es einem Stuntman überlassen können.
Mark Ruffalo klettert die Kette hoch. Er ist es von Anfang bis Ende.
-Sir, ich glaube, das ist Yates. -Ja, ich weiß!
Das ist immer noch Mark Ruffalo.
Das werde ich oft sagen: "Immer noch Mark."
Da baumelt Mark an der Kette.
Und das ist Mark, wie man deutlich sieht.
Es ist erstaunlich anzusehen.
Ich meine, der Mann ist ein herausragender Sportler.
Er klettert hoch. Wie ein Äffchen.
Sogar in der Halbtotalen war es Mark. Mark auf der Kufe.
Wir haben eine spezielle Vorrichtung gebaut.
Burt Dalton war es, unser Spezialeffekt-Zauberer.
Diese Sequenz stört mich.
Ich finde, dass Mark oder Yates die Kerle etwas zu leicht k. o. schlägt.
Das finde ich unrealistisch.
Mit mehr Zeit hätte ich einen größeren Kampf inszeniert...
Ich würde eine Kamera hinten im Hubschrauber platzieren,
die zur Windschutzscheibe zeigt.
Ich würde den Hubschrauber fast abstürzen lassen.
Das wäre spannender und wirksamer gewesen.
Das ist Dave Alford als Zamorro.
Ich habe seine beste Szene geschnitten, aber sie ist in den entfallenen Szenen.
Es ist eine der am besten gespielten Szenen.
Er stammt aus Nashville.
Ich habe viele hiesige Schauspieler aus Nashville gecastet.
Er legt ein echtes Geschoss ein,
was Yates moralisch befugt,
ihn aus Selbstverteidigung zu töten.
Und bum, da tut er es.
Diese Explosion störte einige Zuschauer.
Wir wissen alle,
welche Stimmung nach dem 11. September im Land herrschte.
Ich weiß nicht, wie gut es ankam,
aber wir konnten nach Drehende nichts dagegen tun.
Ich finde sie sehr wirksam. Sie wird überdauern,
ebenso wie diese Sequenz.
Unser Mann Yates wird ordentlich zugerichtet,
aber das ist ein Film, und unser Held eilt zur Rettung.
Ich liebe diesen Moment von Gandolfini.
Er ist völlig ausgelaugt.
Yates ist in Sicherheit.
Gleich explodiert der Hubschrauber,
und unsere Helden springen in letzter Sekunde weg.
Ich... Jetzt.
Ich wusste, dass es nicht meine Lieblingseinstellung werden würde.
Obwohl es gut ausgeführt ist
von allen, die mitgewirkt haben,
ist es definitiv ein Klischee.
Ich sprach mit Mic Rodgers darüber, und er sagte,
es würde irritierend sein,
wenn die Szene nicht im Film wäre.
Dass die Zuschauer eine Explosion erwarten würden,
weil sie es schon in so vielen Filmen gesehen hatten.
Es wäre kontraproduktiv, wenn die Szene nicht vorkäme.
Jetzt kommt ein Siegesmoment.
Sie sehen sich den Schaden an.
Sie haben alles erobert: die Türme,
viele Wärter sind in der Isohaft-Zelle gefangen,
sogar den Hubschrauber haben sie gekapert.
Es bleibt nur noch eins zu tun,
und das kommt jetzt.
Yates sieht rauf zum Turm, den er erobert hat,
und zum Hubschrauber, in dem er fast gestorben wäre.
Jetzt holen sie die amerikanische Flagge vor.
Jerrys Musik ist schön und ein Zeichen des Sieges.
Die Musik symbolisiert einen Sieg
auf Iäuternde und sehr subtile Weise.
Nun begeben sich die Männer in Formation,
schneller und effizienter denn je.
Der blaue Himmel könnte nicht blauer sein.
Alles hier symbolisiert den Sieg.
Im Hof ist viel mehr Farbe als zuvor,
besonders wegen des blauen Himmels.
Sie stellen sich auf.
Sie werden zu einer funktionierenden Militäreinheit.
Und bum, sie sind bereit.
Jetzt konzentrieren wir uns auf Redford,
der die Kontrolle der Szene übernimmt.
Redford begibt sich in Position.
Und wieder...
Paul Calderon salutiert gut, weil er gedient hat.
Er bewundert die Männer wirklich.
Sie sind Teil seiner Familie, Teil seiner Einheit.
Er atmet tief durch, macht eine Kehrtwende.
Die Musik verändert sich leicht.
Jerry Goldsmith ist ein Genie darin, emotionale Momente zu erschaffen,
aus dem Nichts.
Ich weiß nicht, wie Komponisten das schaffen.
Ich weiß nicht, wie ihnen die Takte einfallen.
Ursprünglich enthielt die Szene viel Dialog.
Redford sagte zu Gandolfini: "Wir haben Ihre Männer.
Ergeben Sie sich oder wir hissen die Flagge umgekehrt."
Dann nahm Gandolfini sein Funkgerät
und befahl seinen Männern, rauszukommen.
Wir haben das alles rausgenommen.
Ein Freund von mir verglich es mit Vera Cruz.
Alles spielt sich still ab.
Colonel Winter bringt seine Männer in Schachmatt-Position.
InNin kann es nur vermeiden, wenn er es vorhergesehen hat,
aber hat er das?
Ich behaupte, er hat es nicht.
Er hat diesen Moment sicher nicht kommen sehen.
Das sind all die Männer aus den Zellen,
die Colonel Winter rausgeschickt hat,
weil er alle Gefangenen am selben Ort haben wollte,
wo sie eng beieinanderstehen...
...damit viele getroffen werden, wenn auf sie geschossen werden muss.
Für diese Sequenz brauchten wir fünf Tage. Sie war höchst kompliziert.
Viel davon hatte mit dem wechselhaften Wetter in Nashville zu tun.
Es war unglaublich.
Wetter wechselt nirgendwo so sehr wie in Nashville.
Wenn Ihnen das Wetter nicht gefällt, bleiben Sie da, es wird sich ändern.
Diese drei Einstellungen eben, das ist die vierte,
wurden an vier oder fünf verschiedenen Tagen gedreht.
Redford hat kein Wort gesagt. Hier kommt es.
Moment.
Sein einzelnes Wort.
Wir müssen das nicht tun, wir kämpfen.
Nein, hier ist es zu Ende.
Männer, legt euch hin.
Langsam legen sie sich auf den Boden.
Sie werden von dem einen Mann geführt, der es kann.
Da sind all meine Schauspieler.
Jeder der Nebendarsteller will der Letzte sein, der noch steht.
Enriquez im Hintergrund.
Du auch, Yates.
Unten links sieht man, wie Thumper niederkniet.
Er will der Letzte sein.
Jeder will der Letzte sein.
Zum Schluss legt sich Yates hin.
Und Winter denkt, er hätte gewonnen.
InNin hört das Geräusch des Funkgeräts und dreht sich um.
Er kommt zu ihm, sagt ihm, er soll die Flagge aushändigen,
als sagte er "Schachmatt".
Jetzt geben Sie mir meine Flagge.
Und er sagt, es ist kein Schachmatt, mit...
Es ist nicht Ihre Flagge.
"Es ist nicht Ihre Flagge."
Er meint natürlich, dass es In/vins Flagge oder die der Soldaten ist.
Die Männer wissen etwas.
Ruffalo und Redford, Yates und InNin, wissen etwas.
Das werde ich nicht zulassen! Sie hissen die Flagge nicht falsch herum!
Jim hat hier fast den gesamten Text improvisiert,
oder wir beide haben es zusammen.
Scharfschützen, eröffnet das Feuer.
Bis jetzt hat sich Winter sehr zurückgehalten.
Er hatte seine Gefühle unter Kontrolle.
Aber als ihm klar wird, dass ihm seine Männer den Gehorsam verweigern,
als ihm aufgeht, was das heißt,
nämlich, dass er kein Anführer ist, rastet er aus.
Feuert auf den Mann. Das ist ein Befehl!
Wenn uns aufgeht, dass wir nicht sind, wer wir dachten,
wenn Wesenszüge nicht existieren, die wir für unsere hielten, brechen wir zusammen.
schießt!
Lasst ihn nicht die Flagge entehren!
Feuert auf diesen Mann!
Er dreht völlig durch.
Was machen sie?
Er bewegt sich viel schneller als sonst im Film.
Er steht regelrecht unter Strom.
Er ist außer Kontrolle geraten.
Beobachten Sie die Flagge.
Sie ist richtig herum. Sehen Sie?
Ein wichtiges Detail.
Er läuft schnell. Und jetzt...
Erinnern Sie sich an den Beginn des Films,
als Wetten abgeschlossen wurden, ob und wann
General InNin Selbstmord begehen würde?
Er musste wissen, dass Winter das tun würde.
Es ist letztendlich Selbstmord.
Der Kreis ist geschlossen.
Peretz ist aufgegangen,
dass er lange die Marionette eines bösen Mannes war.
Zeit, zur anderen Seite überzulaufen.
Mit der letzten Kraft...
Da ist wieder der Ring.
...die er aufbringen kann, hisst er die Flagge.
Das war ein Insert.
Ohne diese Einstellung wüsste man nicht genau,
ob Gandolfini festgenommen wurde.
Doc kommt ihn trösten,
aber Irwin, der oft im Gefecht verletzt wurde, weiß, dass es vorbei ist.
Er sagt quasi: "Lass mich in Frieden."
Doctor kann es nicht und wird weggezerrt.
-Komm. -Ich muss seine Blutung stoppen!
-Ein Krankenwagen ist unterwegs. -Er muss ins Krankenhaus!
Jetzt kommt Jerrys Musik, General Irwins Motiv.
Es heißt wie gesagt "September 11, 2001
Ich finde es schön und bewegend.
Und hier tut Bob Redford etwas, das er in keinem anderen Film getan hat.
Wir haben ihn in keinem anderen Film sterben sehen.
Wir haben nur erfahren, dass seine Figuren sterben,
wie in Jenseits von Afrika,
Zwei Banditen, da war es ein Freeze Frame,
und Tollkühne Flieger.
Da starb er zum ersten Mal.
Und hier kommt sie.
Eine, so hoffte ich, emotionale Szene, die nicht Sentimental sein würde.
Jerrys Musik schwillt wunderbar an,
und die Flagge ist richtig herum.
Weil es nicht mehr Colonel Winters Flagge ist,
sondern General In/vins Flagge.
Und in General In/vins Festung ist niemand in Not.
Die Off-Stimme, die Sie gleich hören,
war ursprünglich Irwins Stimme.
Da ist wieder der Ring.
Aber ich wollte sie Yates geben,
weil ich eine Lektion erteilen wollte,
nämlich, dass große Anführer das Zepter weiterreichen.
Das haben sie.
Ich liebe diese Einstellung.
Ursprünglich entfernten wir uns immer mehr vorn Gefängnis,
und so endete der Film.
Aber ich denke, dass das Publikum,
wie wir beim Testscreening erfahren haben,
einen Abschluss sehen wollte.
Dass die Männer nicht einfach zurück in ihre Zellen gehen,
ohne Trost und Hoffnung.
Also zeigen wir die Mauer, die schön wiederaufgebaut wurde,
und ihre Hommage an einen gefallenen Soldaten.
Erinnern Sie sich, was er in seiner Trauerrede sagte:
Er sagte, die größten Denkmäler werden nicht in Marmor geschlagen.
Sie sind da, wo Soldaten gefallen sind.
Hier ist es: "Eugene R. Irwin, US Army."
Sie werden bemerken, dass im Abspann nicht steht
"Ein Film von Rod Lurie" oder "Ein Rod-Lurie-Film",
und zwar, weil er das wirklich nicht ist.
Er gehört allen, die im Film mitgewirkt haben.
Angefangen mit David Scarpa, von dem die Filmidee stammt,
und David und Graham Yost.
Er gehört dem Produzenten Robert Lawrence,
der ihn ins Leben gerufen hat
und dessen Ratschläge am Set absolut unbezahlbar waren.
Er gehört Jerry, dessen Musik dem Film ein emotionales Rückgrat gab.
Und Kirk Petruccelli.
Und allen anderen Mitwirkenden. Natürlich den Schauspielern.
Der Film kam am 19. Oktober 2001 in die Kinos,
kurz nach den furchtbaren Ereignissen des 11. Septembers.
Das Land war in einem anderen Gemütszustand
als vor jenem Tag.
Und wir brachten den Film heraus.
Wir fanden, dass er viel darüber aussagte,
was das Bestreben und die Stimmung des Landes sein sollte.
Es ging um Unterstützung, darum, das Beste in sich selbst zu finden,
nicht aufzugeben.
Es geht um Stolz.
Es geht nicht wirklich um die Flagge.
Viele fanden den Film am Ende sehr patriotisch,
als die Flagge stolz richtig herum im Wind weht.
Aber in Wahrheit wird das Wort "Amerika" nie gesagt.
Die "Vereinigten Staaten" werden nie im Film erwähnt,
und die Flagge sollte Stolz darstellen
und nicht unbedingt das Land.
Aber es gab den Leuten ein gutes Gefühl,
was mir natürlich ein gutes Gefühl gibt.
Ich bin sehr stolz auf mein Mitwirken bei Die letzte Festung.
Ich bin sehr stolz auf die Zusammenarbeit mit allen Mitwirkenden.
Ich habe viele gute Freunde kennengelernt und viel gelernt.
Und ich hoffe, dass ich mit diesem Kommentar
auch denen etwas vermitteln konnte,
die sich für die Filmwelt interessieren.
Ein bisschen Weisheit,
etwas, das Sie mitnehmen können.
Ich danke Ihnen sehr fürs Zuhören.
Genießen Sie den Rest des Liedes von Dean Hall,
einem Sänger aus Nashville,
der mit diesem wunderbaren Lied in den Film gelangt ist.
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