All language subtitles for Maria Theresia 3x01 Teil 5.deu

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Original subtitles

(Maria Theresia) Die Sonne ist finster.

Mein Mann lebte 56 Jahre,

8 Monate und 10 Tage.

Er starb um 10 Uhr abends am 18. August 1765.

Er lebte also 680 Monate,

2958 Wochen,

20.708 Tage,

und 496.922 Stunden.

Unsere glückliche Ehe dauerte 29 Jahre, 6 Monate, 6 Tage.

Also 335 Monate,

1540 Wochen,

10.781 Tage,

258.744 Stunden.

* Pompöse Intromusik *

* Lockere Musik *

(Kollar) Hoheit. Bitte.

(Joseph) Eure Majestät. - Allein.

Ohne Begleitung. Ohne Insignien. Ohne Schutz.

Der Erbe des Hauses Österreich ist also der Meinung,

sein Leben ist etwas, mit dem er spielen kann.

Schön. - Ihr lasst mich bespitzeln.

Natürlich.

Es ist meine Aufgabe, zu sehen, was in meinem Reich passiert!

Ja. Natürlich.

Was soll das heißen?

Eure Majestät sehen alles, was in Ihrem Reich passiert?

Auch die Kinder, die im Dreck verrecken?

Deren Mütter, die sich prostituieren, um sie zu ernähren?

Untersteh dich, mir zu unterstellen,

dass mich das Elend meiner Untertanen nicht kümmert.

Mutter, Ihr habt ...

Ich weiß einfach, dass es nichts hilft,

einer Hure ein paar Kreuzer in die Hand zu drücken.

Es ist die Politik im Großen, die die Welt verändert.

Die Politik seid Ihr!

Tarouca, erinnert mich.

Warum hab ich es für klug befunden, Söhne zu bekommen?

(Tarouca) Zugunsten der Erbfolge, Majestät.

Ah. Genau. Die.

Er hat das Herz am rechten Fleck.

Um sein Herz mach ich mir keine Sorgen.

Es ist das Hirn.

Das Hirn, das er sich immerzu mit diesen Flausen vollstopft,

mit Rousseau und Voltaire,

mit diesem ganzen modernen Philosophengesindel.

Mit Verlaub, Eure Majestät.

Bei einem jungen Mann seines Alters

darf man sich glücklich schätzen als Mutter,

wenn das Hirn das einzige Organ ist, das Sorgen macht.

* Lockere Musik *

(Lieserl) Naja, und wenn unser verehrter Vater und Joseph

sterben würden, dann wäre Leopold Thronfolger.

Elisabeth!

Aber das würde nicht gehen, weil er noch nicht alt genug ist,

also würde jemand anders regieren.

Vielleicht Friedrich, wenn er der Kaiser von Rom ist?

* Kichern *

(Lieserl) Das ist nicht zum Lachen!

Graf Kollar bespricht mit uns gerade Fragen der Erbfolge!

Na, das hat er dir sicher nicht erzählt.

(Franz Stephan) Als der Herrgott die Schönheit verteilt hat,

hat Lieserl zweimal "hier" gerufen.

Aber als der Verstand an der Reihe war ...

Mädl, Mädl, wer soll Dich bloß mal heiraten?

Macht euch keine Gedanken, da gibt es schon einige Kandidaten.

Nicht nur für dich, Elisabeth.

Für wen denn noch?

Wir werden für jede und jeden von euch

den besten Heiratskandidaten Europas finden.

Warum tun wir das?

So sichern wir uns die Allianzen unseres Hauses und

sorgen für Frieden und Wohlstand in all unseren Ländern.

Das nennt man "große Politik", nicht wahr, Joseph?

Zufälligerweise erwarten wir heute Graf Kaunitz aus Paris zurück.

Er bringt bestimmt wichtige Nachrichten,

unsere kleine Antonia betreffend.

Du hast sie dem Dauphin angeboten?

Das würde die neue Allianz zu den Franzosen festigen.

Ganz zum Leidwesen der Preußen, im Übrigen.

Vielleicht ist Graf Kaunitz auch schon angekommen.

Und hier haben wir ...

Ludwig-August von Frankreich.

Das kleine Frettchen!

(Mimi) Leider verwunschen, der Gute.

(Maria Antonia) Gib es zurück!

Papa! Er gibt es mir nicht zurück!

Also entferne er das Tier von unserem Esstisch.

Nein, Mama, nein!

Widersprich nicht deiner Mutter!

Du kannst es nach dem Essen wiederhaben.

* Tragende Musik *

(Gräfin Fritz) Graf Kaunitz!

Ich weiß nicht, wer Euch sehnlicher erwartet hat,

ich oder die Kaiserin.

(Kaunitz) Ich bin erkältet.

Ich suche Ihre Majestät später auf.

(Gräfin Fritz) Ich fürchte, Ihre Majestät wäre höchst enttäuscht.

Sie erwartet Eure Neuigkeiten!

* Er seufzt. *

Danke, den Herren.

Also?

* Räuspern *

(Kaunitz) Ludwig XV. hat das Bild Ihrer Majestät retournieren lassen.

Er will Eure Tochter nicht für seinen Enkelsohn, weil ...

Weil?

Es mangele den österreichischen Damen

an Schönheit, Geschmack, und Manieren.

Genauso lauteten die Worte Seiner Majestät.

Dieser frivole Hofnarr will mir etwas über Manieren erzählen?

Ähm.

Er, der sich wer weiß wie viele Mätressen hält,

während der ganze Hof beistimmend nickt?!

Antonia ist eines unserer wertvollsten Kinder!

Die Preußen mögen uns auf dem Schlachtfeld besiegen,

aber diplomatisch ...

diplomatisch gewinnen wir.

Ihr erlaubt, Eure Majestät?

Unser Ziel ist ein Block von Allianzen für das Haus Habsburg.

Frankreich, Spanien, einige der italienischen Staaten,

Schweden und Russland sollen diesem Block angehören.

Wenn es uns gelingt, Eure Familie mit Frankreich zu verbinden,

so haben wir auch gleich eine Verbindung nach Spanien,

wo derzeit bekanntlich das Haus Bourbon regiert.

Wir sind auch an Neapel,

an Sardinien und an Savoyen interessiert.

Ziele für unsere weniger vielversprechenden Kinder.

Weniger vielversprechend?

Er darf sich zurückziehen.

Mir war nicht bewusst,

dass ich auch weniger wertvolle Kinder gezeugt habe.

Du weißt schon, dass Marianna für Mathematik,

Mechanik und Chemie großes Talent beweist?

Und ihr Verständnis des Bankwesens ist ...

Ja, sie ist aber auch schwer krank und schwach.

Das macht sie für den Heiratsmarkt weniger wertvoll.

Und Johanna, und Josepha? - Eigensinnig und stur.

Das ist doch normal in dem Alter.

Eine Herrscherin ...

muss zugänglich und diplomatisch sein,

egal wie alt sie ist.

Maria Amalia ist ...

Nun, sie hat ein recht aufbrausendes Temperament.

Ja, aber dennoch lieben wir sie doch alle.

Natürlich, Franz.

Sehr sogar.

Aber sie sind zuallererst die Kinder des Hauses Habsburg -

und dann erst die unseren.

Aber sollen sie nicht glücklich werden dürfen?!

Glück ist, wenn dich niemand weckt, weil die Preußen im Anmarsch sind.

Wenn du dich nicht mit Hungersnöten und Aufständen herumschlagen musst.

Aber es sind auch gute Wirtschaftsbeziehungen,

die Frieden garantieren, nicht nur Ehen!

Wenn jemand gutes Geld mit dir verdient,

wenn er dich braucht, dann ist er auch dein Freund.

Nein, Franz. Familienpolitik sichert unser Haus seit Jahrhunderten.

Die Familie stand immer und wird immer an erster Stelle stehen!

Zumindest für Menschen von Ehre.

Davon gibt es nur noch wenige.

Ganz besonders im Adel.

* Scheppern *

So.

Graf Kollar hat neue Lehrpläne für euch.

Ihr werdet euch mit den Dingen beschäftigen,

an denen eure Brautwerber interessiert sind.

(Kollar) So dass Ihr allen von ihnen würdige Gemahlinnen sein könnt.

(Lieserl) Wen habt ihr für mich ausgewählt?

König Emmanuel hat Interesse bekundet,

genauso, wie einer der polnischen Prinzen.

Das heißt für dich: Fremdsprachen.

(Kollar) Und Prinzessin Johanna wird Zoologie studieren,

weil Ferdinand I., König von Neapel und Sizilien,

Interesse an ihr zeigt - ist es nicht so?

(Lieserl) König Rübennase! Was für ein Fang!

Es heißt, in seinem Palast soll es furchtbar stinken.

Man sagt, dass Hunde, Katzen, Hasen und Hühner dort frei rumlaufen,

und dass er selbst auch stinkt.

(Johanna) Ich will die Rübennase nicht!

Du willst den, den wir dir sagen, dass du willst, mein liebes Kind.

Aber wenn er stinkt? - Dann wäscht du Ihn.

Und er soll so ungehobelt sein. - Dann erziehst du ihn!

Und hässlich ist er auch!

Dann setzt du ihm einen großen Hut auf!

Meine Damen,

ein Mannsbild muss man sich zuerst immer ein bissl renovieren.

Das liegt in der Natur der Sache. So, und jetzt ist Schluss damit.

(Kollar) Eure Majestät, wenn die Frage erlaubt ist,

welche Pläne hegt Ihr in Hinsicht auf

die weitere Erziehung von Maria Antonia?

Wirst du Maria Antonia mit ihrem Französisch helfen, Mariann?

(Marianna) Sehr gern, aber in Versailles wollen sie sie doch nicht.

Schickt nach der Gräfin Fritz.

Na, beeil sie sich. Sie wird gebraucht.

* Klopfen *

* Tür öffnet. *

(Zofe) Ihre Majestät befiehlt Euch zu sich.

(Gräfin Fritz) Jetzt? Ich habe kaum ein paar Stunden geschlafen!

(Zofe) Immerhin habt Ihr überhaupt etwas geschlafen.

* Humorvolle Musik *

(Kaunitz) Verzeihung, ich war auf einem Morgenspaziergang.

Ich habe eine Idee.

(Gräfin Fritz) Oh!

Wir werden aus Maria Antonia eine kleine französische Dame machen.

(Gräfin Fritz) Das ist ja wunderbar!

Sie bekommt die Lehrer wie die französischen Königstöchter:

Musik, Tanz, Gesang, Konversation, natürlich Tischmanieren ...

(Kollar) Für diese Position eignet sich am besten ...

Wir werden all ihre Lehrer aus Paris kommen lassen.

(Kollar) Und die Mathematik? Wissenschaft? Geschichte?!

Die allgemeinen Grundlagen der Bildung?

Maria Antonia sollte nicht gebildeter sein als ihr Ehemann,

und das passiert bei einem Franzosen bekanntlich schnell.

Wir brauchen natürlich auch eine Gouvernante,

Zofen, Kammermädchen ...

(Gräfin Fritz) ... einen Koch, eine Schneiderin,

einen Coiffeur, zwei Lakaien, ...

(Kaunitz) ... die alle irgendwo untergebracht werden müssen.

Genauso wie ihr Hofstaat.

(Gräfin Fritz) Das werden mindestens 25 sein ...

Eher 30.

Natürlich alle aus Frankreich, niemand aus Wien.

Sie werden mit Antonia in ihrem Flügel wohnen.

(Kollar) In ihrem Flügel?!

Wir müssen Antonia natürlich von den anderen Kindern separieren.

(Gräfin Fritz) Sie braucht auch eine neue Garderobe!

Sie muss sich doch in der französischen Mode üben.

Perücken, hohe Absätze, Hüte, ein Dekolleté ...

(Kollar) Dekolleté?

(Gräfin Fritz) Wenn sie etwas älter ist, selbstverständlich!

Dem Herrn sei Dank, dass ich Euch habe,

meine liebe Gräfin.

Das ist das jährliche Budget eines ganzen Regiments, Maria!

Und wenn wir Antonia mit dem französischen Erben verheiraten,

dann können wir das Regiment auflösen!

Ich bin damit nicht einverstanden.

Antonia ist keine Porzellanfigur, sie verdient das nicht!

Aber dieses Reich ist ...

Du willst die Mutter der Königin von Frankreich sein!

Stell deine Ambition bitte nicht vor die Interessen des Reiches.

Wir können uns das im Moment nun mal nicht leisten.

(Kaunitz) Er hat es ihr wirklich abgeschlagen?

(Gräfin Fritz) Läuft das Euren Plänen zuwider?

- Im Gegenteil.

Die Kaiserin braucht Geld,

um ihre kleine französische Dame zu erschaffen.

Ihren über alles geliebten Mann kann sie aber nicht darum bitten.

Also werden wir ihr vorschlagen, Papiergeld herauszubringen.

Zurzeit ist das in ganz Europa verrückte Mode.

- Ihr plant also, sie zu betrügen!?

- Nun, so würde ich es nicht ausdrücken wollen.

- Nein.

Das gefällt mir nicht. Ich bin ihre Vertraute!

* Ballettlehrerin gibt Anweisungen auf Französisch. *

* Klassische Musik *

ZWEI JAHRE SPÄTER

Wo ist Antonia?

Sie hat Migräne. - Was?

Kopfschmerzen. Sie hat Kopfschmerzen.

Fiebert sie?

Nein, nein, das ist nur die Art, wie man das umschreibt in ...

(Lieserl) In Frankreich!

Ah. In Frankreich.

* Humorvolle Musik *

(Gräfin Fritz) Ihre Hoheit, Marie Antoinette!

(Marianna) Was ist das?

(Kollar) Froschschenkel.

Eine beliebte Delikatesse in Frankreich wie auch in Asien.

Diese hier wurden aus dem europäischen Grasfrosch zubereitet.

(Leopold) Darf ich probieren?

Danke, Antonia.

Ab jetzt werden wir unsere Antonia nur noch Marie Antoinette nennen.

So. Und jetzt wünsche ich uns allen Bon Appétit.

Ich habe unser kleines Mädchen in einen Clown verwandelt.

Hab sie wie eine Puppe verkleidet.

Sie wird zur dummen Gans heranwachsen ...

Nein, es ist noch schlimmer. Sie wird wie meine Mutter werden.

Du, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen.

Es stimmt!

Das ist wirklich schade, dass diese alte Intrigantin -

Gott sei ihrer Seele gnädig, dass sie nicht mehr unter uns weilt.

Niemand hätte Antonia so gut auf den französischen Hof

vorbereiten können, wie Madame de Chartres.

(Fechtlehrer) En Garde.

Sie ist eindeutig nicht unglücklich.

Und du musstest nicht dafür bezahlen.

Ich hab' dafür bezahlt. Mit Papiergeld.

Gerade das macht mir Angst.

Wieso? Graf Kaunitz versichert mir, es läuft alles wunderbar.

Das tut es nicht, die Ausgabe war schlecht vorbereitet.

Es gab nicht einmal Wasserzeichen.

(Fechtlehrer) Non, non, non.

Wie weit sind die Hochzeitsvorbereitungen

für Joseph gediehen?

Graf Kollar wird ihn in den nächsten Tagen

über die Feinheiten der Zeremonie unterrichten.

Mhm, erfreulich.

Ach und dann muss ihm noch jemand seine ehelichen Pflichten erklären.

Und wer?

Sein Vater.

Na ja, sicher, selbstverständlich.

Wer auch sonst?

Ich will keine Details, Franz. Sei einfach ...

diskret und geschmackvoll.

Ich versteh absolut nicht, wozu das nötig sein soll.

Sowas erklärt sich doch quasi von selbst.

Manche Dinge lernt man nur in der Praxis, mein Sohn.

(Leopold) Wartet doch! Wartet!

Ich will auch die ehelichen Pflichten erlernen! -Ja?

Ja? Bist du dafür nicht noch ein bisschen jung?

Man ist nie zu jung, um sich zu bilden!

Ja, da hast du wohl Recht.

* Humorvolle Musik *

(Kutscher) Hüa!

* Sinnliche Musik *

(Madame) Was verschafft uns die Ehre so vieler Hoheiten?

Herrschaftliche Pflichten!

Meine Mädchen stehen bereit,

den hohen Herrschaften ihre schwere ...

Bürde zu erleichtern.

Dafür sind wir den Damen äußerst dankbar.

* Kichern *

Jungs, ich wähle für Euch. (Leopold) Darf ich die haben?

(Lucia) Eine kleine Stärkung vorweg?

* Kichern *

Wie wäre es ... mit Greta?

* Seufzen *

(Mädchen) Wie schön, dass wir Euch wieder bei uns begrüßen dürfen.

Meine Damen, ich bedauere, aber ich bin heute nur die Begleitung.

(Mädchen 2) Mmmh, wollt Ihr, dass wir traurig sind?

(Mädchen) Wenn Ihr so etwas sagt,

fühlen wir uns recht unattraktiv und hässlich!

- Zurückgewiesen.

- Abgelehnt.

- Verschmäht und fortgestoßen!

Die Damen, ich bin der Ausbildung meiner Söhne wegen hier.

(Greta) Kann ich Euch beim Entkleiden helfen, Eure Hoheit?

Das mache ich selber! Danke.

Wollt Ihr mir dann helfen?

Das wird nicht nötig sein.

(Madame) Alles in Ordnung. Sie sind beide schon auf den Zimmern.

Sicher? - Ganz sicher.

Wenn das so ist ...

* Kichern *

(Mädchen) Wenn Ihr uns folgen würdet, Hoheit ...

(Greta) Möchtet Ihr Euch zunächst alles ansehen?

Und berühren?

So lernt man am besten.

Das ist sehr zuvorkommend,

aber Doktor Van Swieten hat mich bestens

in der weiblichen Anatomie unterrichtet.

Es ist gut. Ich mach ...

Ich mach schon ... Ich mach schon selber.

Danke.

Kommt zu mir, Prinz.

* Küsse *

(Greta) Darf ich Euch helfen?

Verzeiht.

* Seufzen und Stöhnen *

* Harfenmusik *

(Leopold) Bruder, soeben hab ich mich in die Bildung verliebt!

Mhm.

Vater! Da seid Ihr ja.

Ich habe mir die Räumlichkeiten zeigen lassen,

und war sehr zufrieden.

Auf wichtige neue Erfahrungen, meine Söhne.

Man soll gehen, wenn es am schönsten ist.

Ja, so ist es.

Ich freue mich darauf, mit deiner Braut Italienisch zu sprechen.

Das erinnert mich an unsere Zeit in der Toskana.

Erinnerst du dich, Franz?

Da hast du mich noch geliebt.

Ganz genauso wie noch heute.

Wirklich?

Du bist so bezaubernd wie eh und je.

(Marianna) Und wann sehen wir sie?

(Kollar) Ihre Hoheit Isabella von Parma

wird nächste Woche hier eintreffen,

aber wir werden sie erst nach der Trauung zu Gesicht bekommen,

wenn seine Hoheit bei der Hochzeitszeremonie

ihren Schleier lüftet.

(Marianna) Du kaufst die Katze im Sack.

* Lachen *

Sagt die Hochzeit ab!

Isabella ist schon unterwegs. - Ja, ich weiß ...

aber ich denke, dass die Ehe nicht der richtige Weg für mich ist.

Eine Frau ist eine Ablenkung.

Ich möchte mich auf die Regierungsgeschäfte konzentrieren.

Reformen. Mich um das Reich kümmern.

Nun du wirst heiraten, Joseph! Für das Volk.

Ja, aber ... - Wenn du das nicht willst,

kannst du Priester werden und Leopold deinen Thron überlassen -

falls dir die große Politik doch zu viel ist.

(Tarouca) Eure Majestät.

Wie es scheint, kauft eine Gruppe Adeliger

in großen Mengen Papiergeld von der Armee,

und das für weniger als ein Viertel des nominalen Wertes!

Warum verlangen meine Generäle so wenig? Sind sie wahnsinnig?!

Weil sie dafür nichts kaufen können.

Die Lieferanten akzeptieren nur Gold.

Das ist so dermaßen rückwärtsgewandt!

Ich meine, überall in ganz Europa

ist das Papiergeld bereits Gang und Gäbe.

Nur hier bei uns, da klimpern sie noch mit den Münzen und

dann beißen sie drauf herum, ob sie auch wirklich echt sind.

Ja, leider ...

Und die Spekulanten nutzen das aus.

Ich werde das mit Franz Stephan besprechen.

Das ist wohl das Beste.

Heute Morgen beim Frühstück, da sah Joseph aus,

als wäre jemand über sein Grab gelaufen.

Er sagt, er will um keinen Preis heiraten.

Wie mir vertraulich berichtet worden ist,

kam es offenbar zu einem bedauerlichen Versagen.

Was habt Ihr ihm gesagt?

Nun, dass er in diesem Fall Priester werden und

seinem Bruder Leopold den Thron überlassen kann.

Das ist ungewohnt streng.

Ich weiß, Tarouca.

Aber denkt Ihr, es ist einfach?

Manchmal würde ich am liebsten ...

Aber ich kann nicht!

Macht Euch keine Vorwürfe, Eure Majestät.

* Tragende Musik *

(Mimi) Lieserl? Sie sind schon hier, komm!

(Lieserl) Jetzt schon? - Ja, sie fahren gerade vor!

(Lieserl) Meinst du, dass sie schöner ist als ich?

(Marianna) Natürlich nicht! (Mimi) Ist sie.

- Ich bitte dich!

- Ich will ja nur sagen,

dass Lieserl eine viel schönere Seele hat.

* Orgelmusik *

(Nuntius) Ego conjungo

vos in matrimonium.

In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti.

Amen.

(Alle) Amen.

* Spannende Musik *

* Sinnliche Musik *

(Nuntius) Ihr dürft nun die Eheringe miteinander tauschen.

Mein Sohn,

zum Bewundern ist später noch Zeit.

Den Ring!

* Feierliche Musik *

(Mimi) Seht Ihr diesen Mann? Dort drüben?

(Isabella) Den Prinzen von Polen?

- Albert.

Ich werde ihn heiraten.

- Eine gute Wahl für Euch.

- Ich war eigentlich für jemand anderen bestimmt.

- Bedeutet das, Ihr wollt ihn aus Liebe heiraten?

- Überhaupt nicht!

Er ist nur ein bisschen weniger schrecklich als andere Männer.

- Ihr findet Männer also schrecklich?

- Alle. Außer Joseph natürlich. Der ist eine Ausnahme.

Den Rest schaffe ich allein. Danke.

Ist Euch kalt, meine Liebe?

(Isabella) Ich habe nur Angst.

Vor was?

Vor mir ...

Nun, ich denke, diese Situation ist für beide von uns ...

schwierig.

Auch für Euch?

Ja ... ja.

Es war ein langer, anstrengender Tag.

Vielleich sollten wir das Ganze verschieben.

Das ist sehr freundlich von Euch.

Aber wenn es Euch nichts ausmacht,

würde ich die Nacht trotzdem gerne hier verbringen, vielleicht ...

vielleicht auf dem Sofa.

Da draußen steht die Gefolgschaft meiner Mutter,

um sich zu versichern, dass wir tun,

was man ... von uns erwartet.

Auf dem Sofa wird es Euch kalt werden.

* Ruhige Musik *

Es ist freundlich von Euch.

Allerdings, wenn ...

wir es jetzt versuchen, dann hätten wir es hinter uns.

Wie Ihr wünscht.

* Zarte Musik *

* Stöhnen *

(Frau) Es ist soweit. (Frau 2) Schon, ja.

* Schweres Atmen *

(Hofdame) Wir haben Geräusche der Liebe gehört.

* Humorvolle Musik *

Danke, lieber Gott!

* Kinder reden durcheinander. *

* Kichern und lachen *

(Mimi) Das müssen wir unbedingt wieder machen!

* Klingel läutet. *

(Mimi) Ich erzähl' es dir nachher weiter.

(Isabella) Gut.

(Mimi) Isabella schmeckt es.

Noch eine?

(Isabella) So, und jetzt drehen.

* Lachen *

Guten Nachmittag, Vater!

Nachmittag?

Wie die Zeit vergeht ...

Entschuldigt die Störung.

Ich wollte fragen, ob ich Euer kaiserliches Arbeitszimmer

in der Hofburg verwenden kann.

Ja, aber sicher.

Ich würde mich freuen, es mit dir zu teilen.

Ich lasse dir gleich einen Tisch hineinstellen,

und alles, was du sonst noch brauchst.

Mit Verlaub.

Seid mir nicht böse, aber ich hätte das Zimmer gerne für mich allein.

Ich möchte mich mehr um die Staatsangelegenheiten kümmern.

Wenn das dein Wunsch ist, dann werde ich dir alles erklären.

Dafür bin ich doch schließlich da.

Das Hauptproblem, das sich dem Habsburgerreich stellt,

ist momentan das Papiergeld.

Es ist auf ausländische Märkte gelangt und ...

Das Hauptproblem ist der Krieg!

Ihr habt keine Vorstellung,

wie schrecklich die Zustände im Norden sind.

Ich kann mir das nicht vorstellen? Wieso glaubst du das?

Weil Euer Leben zwischen der Hofburg,

der Wallnerstraße und Schloss Hof stattfindet!

Bälle,

Theater, Geliebte ...

während andere Menschen um ihr nacktes Leben fürchten!

* Vergnügte Rufe *

Dass ich ab und zu ein paar ...

Annehmlichkeiten genieße,

damit schade ich doch niemandem.

Wisst Ihr, Vater, in der Hochzeitsnacht ...

durfte ich der schönsten Frau des Landes beiwohnen -

ohne für sie zu bezahlen.

Ohne ihre Gunst mit teuren Geschenken zu erwerben.

Aber davon versteht Ihr wahrscheinlich nichts.

Ich habe wohl ...

etwas ganz Ähnliches erlebt.

Vielleicht sogar ...

mehr als einmal.

Völlige Hingabe?

Eine von Gott gesegnete Beziehung?

Im Ernst, Vater?

Ihr?

Hattet Ihr nie den Wunsch, einem höheren Prinzip zu folgen?

Wolltet Ihr niemals mehr tun?

Nein.

Ich habe einfach ...

immer nur das Beste getan,

was in meinem Vermögen stand.

Nun, das ist mir nicht genug.

Ich möchte dem Staat dienen.

(Isabella) Wartet, ich mache das!

Weil ich Ihn hier schon treffe, Kaunitz,

sollten wir spazieren gehen.

Die Damen.

Seine verfluchten Banknoten sind an der französischen Börse aufgetaucht.

(Kaunitz) Ihr wisst, dass die Banknoten offiziell

vom Hause Österreich herausgegeben worden sind.

Und wir wissen beide, dass sie durch nichts gedeckt sind.

Wie viele sind dorthin gekommen?!

Ich entsinne mich nicht recht ...

Auf jeden Fall sind es genug,

um unseren Finanzmarkt zum Kollabieren zu bringen.

Ihr habt Hochverrat begangen, Kaunitz, ist Euch das klar?

Bringt mich vor Gericht.

Damit würde Ich nur bestätigen, dass das Papiergeld wertlos ist.

Dann könnt Ihr keine Anklage gegen mich erheben.

Wenn Er mir nicht sofort aus den Augen geht,

wird das hier ein sehr unschönes Ende nehmen.

Droht Ihr mir etwa?

Nein.

Ich verbanne Ihn vom Hof.

Und wenn Ich mich weigere?

Dann werde ich das Risiko der Anklage

gegen ihn eingehen müssen.

Es mag dann ein paar Jahre dauern,

das Vertrauen in unsere Währung wiederherzustellen,

aber Ihr werdet Euren Kopf nie wieder ...

auf Euren Hals setzen können.

(Mimi) Kommt, ich habe eine Idee.

Ich will Euch etwas zeigen.

Tadaaa!

Na?

(Isabella) Hinreißend schön!

- Seht Ihr?

- Mir friert.

- Dann wärm' ich dich.

- Das ist verboten.

- Leg dich hin.

* Sinnliche Musik *

* Klopfen *

* Geheimnisvolle Musik *

* Tür öffnet. *

(Mimi) Ich gehe lieber.

Mimi? Was machst du hier?

(Mimi) Isabella fühlt sich nicht wohl.

Sie hat mich gebeten, dass man sie schlafen lassen soll.

Ich hoffe nichts Ernstes.

Bestimmt nur eine Erkältung.

Aber zart wie sie ist, sollten wir vorsichtig sein.

Warum sorgt niemand für sie?

Die Zofen sind schon unterwegs.

Ich dachte, ich lass sie so lang lieber nicht alleine. Hm?

Es ist ein Glück, dass ich dich habe.

(Mimi) Er ist wieder weg.

(Isabella) Er tut mir leid.

- Wieso denn? Wir nehmen ihm doch nichts weg.

- Bist du sicher? - Ja, bin ich.

* Kichern *

Haben wir heute eine Sitzung?

(Tarouca) Eure Majestät.

Mir wurde zugetragen,

dass sich Prinzessin Isabella verliebt haben soll.

Ach, wie schön! Da hat der Herrgott meine Gebete endlich erhört!

"Mein geliebter Schatz, ich küsse dein ..."

Na seht Ihr? Das geht sich doch alles wunderbar aus.

"Ich küsse dein engelhaftes Ärschchen."

Oh...

"Joseph ist grob und selbstsüchtig.

Jeder Moment, den ich in seiner Gegenwart verbringen muss,

ist mir eine Qual.

Seine Berührungen sind mir zutiefst zuwider ..."

Bekleidet euch!

Euer Verhalten ist ...

ungehörig und absolut inakzeptabel.

Ihr werdet von nun an derlei Herumgespiele unterlassen.

Ihr, Prinzessin Isabella,

werdet Euch ab jetzt mit ganzer Hingabe Eurer Ehe widmen.

Und für Mimi werden wir so schnell wie möglich

einen standesgemäßen Gatten finden. Weit weit weg von Wien.

Sehr richtig.

Und wenn Isabella ihre ....

natürliche Neigung nicht zum Ausdruck bringt,

und dem Reiche zuliebe immer der Sehnsucht von Josef entgegenkommt,

kann man die Erzherzogin vielleicht darum bitten,

ein gewisses Verständnis aufzubringen.

Verständnis ... Scherzt Ihr?!

Sehr verhaltenes Verständnis,

welches Mimi ...

in die Lage versetzt,

bis zu ihrem Aufbruch Zeit mit Isabella zu verbringen.

Du scheinst Wesentliches zu vergessen, mein lieber Franz.

Isabellas allererste Aufgabe besteht in der Erbfolge.

Ganz genau.

Und wenn Mimis Gegenwart ihr bei dieser Aufgabe hilft...

Ich bin selbst nicht begeistert davon.

Aber das Leben ...

ist kompliziert.

Wusstest du es?

Natürlich.

Und Joseph? - Der ahnt nichts. Hoffe ich.

Aber er verdient doch die Wahrheit.

Macht ihn das irgendwie glücklicher?

Nein, aber...

Wünscht du dir einen Enkel oder lieber ein Eklat?

Hm.

Ich werde die Gräfin Fritz um ihre Meinung bitten.

Sie ist gestern abgereist.

Auf Rat ihres Arztes.

Blutarmut, Übelkeit, Erschöpfung.

Aber das würde sie doch nicht tun.

Nicht, ohne mir vorher etwas zu sagen.

Na gut.

Sie war auch in die Banknotenaffäre verwickelt.

Die ist völlig aus dem Ruder gelaufen,

sie bedroht das Reich, Maria.

Sie ist meine Vertraute, Franz.

Das war sie.

Sie ist es nicht mehr.

Es tut mir leid, Maria.

Das nehme ich dir übel.

Ja, ich weiß.

* Stöhnen *

* Melancholische Musik *

* Leises Schluchzen *

(Van Swieten) Ihre Hoheit ist in freudiger Erwartung.

Mein liebes Kind.

Mein liebes, liebes Kind.

Was für eine Freude.

Was kann ich dir Gutes tun?

Heiße Schokolade?

Marzipan?

Oder vielleicht kandierte Veilchen? Ja?

Sag nur ein Wort.

Dein Wunsch ist uns Befehl.

(Isabella) Ich will das Kind nicht.

Was sagst du da?

Isabella.

Lasst mich allein.

Isabella was ist?

Lasst mich allein! - Komm, Joseph.

Lasst mich. Komm.

Was hat das zu bedeuten?

Das ... Das ist ganz üblich.

Besonders in der ersten Schwangerschaft, weißt du?

Isabella ...

Wir müssen deiner Frau jetzt einfach ein wenig Ruhe gönnen.

Komm.

* Schwere Musik *

(Isabella) Zieh doch den Vorhang zu, Mimi.

(Mimi) Aber ich brauch' das Licht.

- Ich habe Kopfschmerzen davon. Es brennt mir in den Augen.

- Stillsitzen, hm?

- Gehen wir woanders hin.

* Seufzen *

(Mimi) Erst wenn das Bild fertig ist.

Wie ist es so?

(Isabella) Als hätte ich einen ...

Fisch verschluckt.

- Er wird herausschwimmen, und alles wird wieder so, wie es war.

- Wird es nicht.

- Du gibst das Kind einer Amme, erscheinst bei der Taufe und

musst es bis Weihnachten nicht mehr sehen.

- Ich will nicht mehr da sein.

- Warum, um Himmels willen?

- Es ist mir alles zu ...

schwer.

- Dann geh.

Ich mal dich aus dem Gedächtnis.

Ah, Van Swieten.

In der Stadt sind erneut die Pocken ausgebrochen.

Mein Hospital ist voll.

Entsprechende Maßnahmen müssen wir auch im Palast ergreifen.

Ich muss aufbrechen.

Wohin?

Ins Hospital.

Entschuldigt, aber wenn der Palast abgeriegelt wird,

müsst Ihr bei der Geburt bei Isabella sein.

Ich schicke eine Hebamme. Man braucht mich da draußen.

Ihr müsst bei der Geburt dabei sein. Sonst niemand.

Das ist aus medizinischer Sicht nicht zu vertreten, Majestät.

Aber es ist mein Wunsch, Van Swieten.

Sie braucht Euch doch.

Ihre Seele ist ... Ihre Seele ist gequält, mhm.

Das kann vorkommen in Schwangerschaften.

Wird es nach der Geburt wieder besser werden?

Betet, dass es nicht noch schlimmer wird.

Hoheit, ich werde Eure Hilfe benötigen.

Könnt Ihr mich hören?

Eure Hoheit?

Hoheit, könnt Ihr mich hören? Hoheit!

Das Riechsalz. Das Riechsalz, schnell.

Setzt sie auf.

* Stöhnen *

Haltet sie fest, zieht ihre Beine auseinander!

Hoheit, wenn ich es sage, presst Ihr.

Eins ... zwei .... drei ... jetzt!

Pressen, Eure Hoheit, pressen!!

* Stöhnen *

Ihr habt eine Tochter, Hoheit!

* Friedliche Musik *

* Baby quäkt. *

Ich werde sie Maria Theresia nennen.

Was für eine Ehre.

* Baby weint. *

* Schluchzen *

* Düstere Musik *

* Husten *

* Bedrohliche Musik *

Hoheit?

Um Himmels Willen, Hoheit! Wollt Ihr Euch infizieren?

Bitte, kommt. (Isabella) Nein, lasst mich.

Ich sagte, lasst mich! - Kommt jetzt, Hoheit!

Ich will nicht mehr leben! Ich will nicht mehr leben!

Kommt jetzt, Hoheit.

* Melancholische Musik *

Holt einen Priester und informiert die Kaiserin.

* Schluchzen *

* Schmerzerfüllter Laut *

* Klageruf *

Joseph ...

Komm, steh auf.

Komm. Auch die Trauer hat ihre Grenze.

* Düstere Musik *

(Mimi) Was tust du hier?

Ich wollte zu jemandem, der mich versteht.

Wie meinst Du das?

* Ruhige Musik *

Alle haben sie gemocht.

Aber das, was ihr hattet ...

Eure innige Liebe, eure Vertrautheit.

Um die beneide ich Euch.

Ich habe schon gehört, was du willst.

Ja.

Ich gehe auf Reisen.

Also gut, ich werde dir ein Gefolge zu Verfügung stellen. - Nein.

Allein.

Inkognito.

Das ist absolut ausgeschlossen.

Mutter, ich habe keine Angst vor meinen Untertanen.

Es ist gefährlich und es ist nicht standesgemäß.

Mutter, versteht.

Ich muss weg.

Ich halte dieses ganze ...

Ich muss weg!

* Tragende Musik *

(Ackersmann) Brrrr, Brrrr!

Lasst Ihr es mich versuchen?

Wenn Ihr wollt.

(Kutscher) Ho, ho.

Er da, junger Mann!

Komm Er zu mir!

Verzeiht mir, Eure Hoheit.

Ich habe Eure Depesche bekommen.

Was ist hier los?

Sagt, lieber Van Swieten,

wie steht Ihr zu Vampiren?

Wie meinen?! - Tote ...

die einfach nicht verwesen wollen.

Stattdessen steigen sie nachts aus ihren Gräbern und

suchen ihre Liebsten heim.

Drehen ihnen die Hälse um, kopulieren mit ihnen und ...

ja ...

brennen ihre Häuser nieder.

Ich will sein Grab sehen.

(Priester) Bitte sehr, wie ihr wünscht.

Im Namen des Vaters.

Wann wurde er beerdigt?

Im November.

Und die Schneeschmelze?

Im Februar.

Da kann ein Körper doch gar nicht verwesen.

Drei Monate im Eis.

Wir haben schon April!

Das hier ist Lehmerde.

Lehm lässt weder Luft noch Wasser durch.

Also hat er drei Monate im Eis verbracht und

zwei weitere Monate als Mumie.

Das ist der Grund für seinen Zustand.

Und das wisst Ihr. - Er wusste es die ganze Zeit.

Also warum in Gottes Namen spielt Ihr bei diesem Hokuspokus mit?

Die Leibeigenen sind uns davongelaufen.

Ja, da kommen so ein paar Vampire ganz gelegen.

Wenn sie brav und gehorsam waren,

hat die heilige Kirche sie beschützt.

Zuerst versetzt Ihr sie in Angst und Schrecken,

dann kommt Ihr mit Trost!

Es sind meine Schäflein!

Ich werde den Kardinal bitten,

den Bischof von Olmütz sofort aus seinem Amt zu entlassen.

Und natürlich ein Edikt gegen diesen Vampirunfug aufsetzen.

Mutter, Ihr müsst sehen, wie Rückständig unsere Länder sind.

Der Adel behandelt die Menschen wie Tiere.

Die Kirche hält sie dumm und abergläubisch.

Reformen funktionieren nicht, sie ...

sie können nicht funktionieren, ehe wir die Leibeigenschaft abschaffen.

Die Leibeigenschaft abschaffen, Joseph, wenn wir das tun,

bringen wir den Adel gegen uns auf und das können wir nicht machen.

- Im Gegenteil.

Wir müssen! - Später.

Erst müssen wir unsere ganze Kraft darauf konzentrieren,

endlich die Friedensverhandlungen abzuschließen.

Geduld, Joseph, Geduld.

Das ist die Tugend der Könige.

* Feuerwerk *

* Pompöse Musik *

ENDE DES SIEBENJÄHRIGEN KRIEGES

Es ist getan.

Du hast dein Erbe behauptet.

Du bist die tapferste Frau Europas, Maria.

Ja, ja, die Krone Roms steht dir.

Glücklicher wäre, ohne einen Teil Schlesiens dafür opfern zu müssen.

Endlich kannst du zeigen, wie viel Gutes in dir steckt, hm?

Also werden wir die Leibeigenschaft abschaffen.

Später, wir müssen uns erst auf die auswärtigen Aufgaben konzentrieren.

Wir werden Wien verschönern.

Wir laden so viele Diplomaten ein, wie wir unterbringen können.

Wir machen es zum kulturellen Zentrum Europas und dann ...

Ihr wollt an Fassaden und Statuen herumbasteln,

während unsere Untertanen leiden.

Es gibt so viele Adelige, die Schmarotzer sind.

Gib deren Macht denen, die dem Staat dienen.

Ich habe dir doch bereits erklärt, wie kompliziert das ist.

Joseph, du kannst nicht jeden Knoten mit dem Schwert durchschlagen.

Du hast das Herz am rechten Fleck.

Manche deiner modernen Ideen sind ...

auch wenn's mir wirklich schwerfällt, das zuzugeben,

aber sie sind richtig gut.

Aber ... - Ich hatte ja auch ein wirklich gutes Vorbild.

Mein Sohn ...

Einen der klar denkendsten Herrscher Europas.

Einen, der sich nicht vor Reformen fürchtet!

Einen, vor dem der Adel kuscht und die Kirche auch.

Von wem genau reden wir da?

* Tragende Musik *

Ha! Friedrich von Preußen!?

Er hat dir tatsächlich Friedrich vorgehalten?

Vor dem der Adel kuscht.

Kannst du dir das vorstellen? Dass ich nicht lache!

Der hat doch ständig Ärger mit seinen Krautjunkern!

Ich muss sagen, ich bewundere Josephs Mut.

Er ist unausstehlich dieser Tage.

Er ist unglücklich, nach wie vor. Nichts weiter.

Ich weiß ...

Ich weiß.

Was, wenn er nochmal heiraten würde?

Aber die einzig geeignete Prinzessin in Europa ist Josepha von Bayern.

Ah.

Unter keinen Umständen. Ich werde nicht nochmal heiraten.

Wir haben Informationen, die Preußen seien auch an Josepha interessiert.

Eine preußisch-bayerische Allianz wäre für uns zum jetzigen Zeitpunkt,

wie du vielleicht verstehen wirst, äußerst ...

unangenehm.

Sie ist in nichts ...

in überhaupt gar nichts wie Isabella.

Nun, Isabella ist tot.

Schau, Joseph.

Sie ist doch sehr ...

also man hört, sie sei äußerst tugendhaft.

Das ist der Papst auch und den lieb ich auch nicht.

Also jetzt versündige dich nicht, ja?

Und Du sollst sie nicht lieben, du sollst sie heiraten.

Du erklärst mir doch ständig,

dass wir Herrscher dem Volk zu dienen haben.

Oder täusche ich mich da?

Ich werde nicht nochmal heiraten. Das ist mein letztes Wort!

* Orgelmusik *

(Nuntius) Ego conjungo

vos in matrimonium.

In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Amen.

(Alle) Amen.

* Flüstern *

(Nuntius) Ihr dürft nun die Eheringe tauschen.

Ihr dürft nun die Eheringe miteinander tauschen.

Was ist denn, mein Sohn?!

Wie beim letzten Mal.

Den Ring anlegen.

* Feierliche Musik *

Und, meine Liebe?

Was sind denn Ihre ersten Eindrücke von unserem Wiener Hofleben?

(Josepha) Ähh ... es ist ...

es ist alles irgendwie ...

ungewohnt.

Ein Lieblingsgericht meiner Gemahlin.

Schildkrötensuppe.

Ist die wirklich ... aus echten Schildkröten?

(Marianna) Und Schildkröteneiern.

Aber das wahre Geheimnis ist der Wein darin, sagte man mir.

Von der Insel Madeira.

(Josepha) Mhm.

Nun ...

das klingt faszinierend.

Ich freu' mich sehr darauf,

die Spezialitäten der Wiener Küche kennenzulernen.

Die Suppen sind köstlich,

aber der wahre Kenner erlegt sich hier Zurückhaltung auf,

um dann hinterher noch Platz für die süßen Gänge zu haben.

Heute gibt es Prager Powidltascherl und

karamellisierte Äpfel auf Spanische Art.

(Josepha) Wollt Ihr ...

wollt Ihr Euch nicht auskleiden?

Ich werde das Bett nicht mit Euch teilen.

Ihr meint, heut' nicht?

Nein.

Nie.

Das wäre nicht gerecht Euch gegenüber.

Ja.

Warum habt Ihr mich dann geheiratet?!

Man hat mich überzeugt und ich wollte gehorchen.

Es war ein Fehler.

Ich kann Euch nur um Verzeihung bitten.

Wie könnt Ihr nur so böse sein?!

Nicht böse.

Ehrlich.

Ihr werdet alle Ehren erfahren,

die der Frau eines Thronfolgers zustehen.

Ich werde Euch immer respektieren.

Mehr aber kann ich Euch nicht geben.

Nun ...

Aber früher oder später wird mir nichts anderes übrig bleiben.

Das Haus braucht einen Erben.

Aber ich kann ihr nicht beiwohnen.

(Greta) Dafür habt Ihr doch mich, Eure Majestät.

Ihr müsst es ihr wiedergutmachen.

Seid freundlich zu Ihr.

Man findet bei jedem etwas Gutes.

Was?

Selbst bei mir?

Ja ...

Eure Traurigkeit.

Mir gefällt das nicht.

Ich habe Euch nicht gerufen, um mir zu sagen, was Euch gefällt.

Ihr sollt mich wieder auf die Beine bringen.

Was Ihr braucht, ist Ruhe.

Ich muss in die Wallnerstraße!

Johanna wird bald verehelicht,

dann Lieserl, dann gleich Mimi ...

Die französische Abordnung kommt morgen,

um Maria Antonia zu begutachten.

Dieser Schurke Kaunitz hat sie überredet.

Wisst Ihr, was das für eine Mitgift erfordert?

Um ehrlich zu sein, es interessiert mich nicht.

Ihr braucht Ruhe!

Gebt mir einfach etwas.

Ich müsste Euch ein neues Herz geben -

und das hab' ich leider nicht.

Mein liebes Kind!

Ich wollte gerade mit Van Swieten zu Euch kommen.

(Josepha) Äh, wirklich?

Nun, die Kammerzofen berichten mir,

dass Euch des Morgens des Öfteren übel zu sein scheint.

Na, was schaut sie denn so missmutig?

Das ist doch ein wunderbares Zeichen.

Wenn sich das bewahrheitet ...

Nein.

Wie meint Sie?

Es wird sich nicht bewahrheiten.

Ja, aber wieso denn nicht?

Ich weiß wohl, Ihr seid erst seit kurzem verheiratet, aber ...

manchmal ...

Joseph hat mich nie in meinen Gemächern besucht.

Es betrübt mich so sehr.

Warum bestraft er mich nur so?!

Ach, Kind...

Was mache ich denn falsch?

Ihr habt nichts falsch gemacht.

Hört Ihr? Nichts.

Ich werde versuchen, mit meinem Sohn zu sprechen.

Manche Dinge ...

Manche Dinge brauchen einfach ein bisschen Zeit.

Hm?

Du bist jetzt seit drei Monaten verheiratet.

Hast Josepha noch kein einziges Mal in ihrem Schlafgemach besucht.

Wird der zukünftige Erbe des Hauses Österreich mir erklären,

warum er sich weigert, Thronfolger zu zeugen?

Joseph.

Es gibt doch keinen Grund, deine Frau derart zu kränken.

Doch.

Ich habe Syphilis.

Syphilis.

Ja, Syphilis.

Kann er damit Kinder zeugen?

Keine Gesunden.

Nicht einmal Kranke.

Ich werde sie nicht anrühren.

* Feierliche Musik *

(Mimi) Du hast gestern so wunderschön gesungen, Antonia!

Und getanzt hast du wie eine Nymphe.

Marie Antoinette.

Aber es stimmt, die Franzosen waren ganz hingerissen von dir.

In zwei Jahren bist du vielleicht schon in Versailles!

(Kollar) Jedoch wird Ihre Hoheit sich noch in einigem zu verbessern haben.

Es reicht nicht, nur schön zu tanzen.

(Marianna) Und wirst du Heimweh haben?

(Maria Antonia) Non, wieso auch?

Ich werde mir in Versailles

ein kleines hübsches Dörfchen errichten lassen.

Mein zukünftiger Gatte Louis,

wird mir das doch gewiss nicht ablehnen?

(Mimi) Niemand wird dir irgendetwas ablehnen! Hm?

(Maria Antonia) Denkt Ihr das wohl auch, Maman?

Natürlich.

(Kollar) Da darf man sich nicht wundern.

Johanna?!

Johanna?

* Bedrohliche Musik *

Sind es ...

Die Pocken.

* Melancholische Musik *

Joseph.

Joseph!

Josepha wurde auch isoliert.

Van Swieten sagt, dass ich ... - Ich weiß.

Was tust du dann noch hier?

Deine Frau ist todkrank. Sie braucht dich an ihrer Seite.

Sie bräuchte einen zärtlichen Gatten.

Jemanden, der sie liebt.

Joseph.

Sie ist nicht Isabella, das weiß ich.

Aber die Christenpflicht gebietet es, dass du ... - Ihr?

Ihr wollt mir etwas über Christenpflicht erzählen?

Wie bitte?

Beinhaltet die Christenpflicht

die Inspektionen von Bordellen auf Reinlichkeit,

so wie Ihr es Leopold und mir beigebracht habt?

Oder Eure Mätressen in Schloss Hof,

über die ganz Wien tratscht?

Ihr habt Euer ganzes Leben lang meine Mutter betrogen und

jetzt erzählt Ihr mir etwas über Christenpflicht?

Joseph.

Ich liebe deine Mutter.

Sie ist die beste und tapferste Frau,

die mir je begegnet ist.

Aber neben so einer Frau zu leben ist nicht leicht.

Manchmal, da brauche ich einfach ...

eine andere Welt.

Eher Unterwelt.

Es schadet doch niemandem.

Weder deiner Mutter, noch meinen Kindern.

Ich erwirtschafte das Geld.

Ich versuche, dieses Land aus der Armut zu heben.

Es zu verändern.

Das ist es, was ich in Schloss Hof versuche!

Und dafür wollt Ihr Dankbarkeit?

Ich will keine Dankbarkeit, Joseph. Ich will ...

nur Verständnis.

Auch ich fahre oft in Spittelberg in die Bordelle.

Ganz genau so, wie ...

Ihr es mir beigebracht habt.

Nur lüge ich mir dabei nicht in die Tasche.

Ich bin von mir selbst angewidert.

Und Gott hat mich zu Recht bestraft.

Nicht aber Euch.

Ist das nicht seltsam?

(Lieserl) Ich will einen Spiegel haben!

Hier gibt es keinen.

Dann bringt mir einen her!

Ihr müsst an Eure Gesundheit denken.

Ich bin völlig entstellt, was bringt mir da Gesundheit!?

Ihr hättet mich früher verheiraten müssen!

Ganz ruhig, Kind.

Ganz ruhig. Komm. Sch, schhh...

Beruhig dich, du musst ein bisschen schlafen.

* Schluchzen *

Ganz ruhig. Elisabeth!

Elisabeth.

Schsch ...

Kaunitz schreibt, Ferdinand von Sizilien verlange

nach einer Ehefrau von perfekter Schönheit.

Wenn Johanna nach ihrer Krankheit seinen Ansprüchen nicht genügt ...

Und so etwas sagt dieser stinkende, rübennasige Mann!

Soll er sich woanders eine Braut suchen!

Nein.

Nein, nein, wir müssen unsere Verbindung

zu den Bourbonen weiterhin stärken.

Wir könnten ihm Charlotte anbieten ...

Die findet ihn fürchterlich!

Johanna hat ihr immer so leid getan.

Jetzt verliert sie vielleicht ihre Schwester,

und bekommt den Hinterbliebenen zum Mann?

Aber wir können unsere Entscheidung nicht von Mitleid abhängig.

Das Haus Habsburg ist ...

Wie kann eine Frau, die so liebevoll ist wie du,

gleichzeitig so hart sein?!

Das habe ich noch nie verstanden.

Hm.

(Priester) Durch diese heilige Salbung

helfe dir der Herr in seinem Erbarmen,

so stehe er dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Amen.

Willst du die Beichte ablegen?

(Josepha) Ja.

Vergebt mir.

Wir sind es, die dich um Vergebung bitten müssen.

Mama?

* Melancholische Musik *

Sechs.

Franz.

Sechs unserer Kinder liegen jetzt hier.

Aber zehn weitere warten oben auf uns.

* Schluchzen *

(Gräfin Fritz) Wenn ich in Innsbruck bleiben muss,

sterbe ich vor Langeweile.

Franz Stephan muss mir gestatten, nach Wien zurückzukehren!

(Kaunitz) Aber dafür müsste er einen triftigen Grund haben.

- Wie wäre es mit ...

Angst vor einem Skandal?

- Du hast meine volle Aufmerksamkeit.

- Die Bastarde von Franz Stephan.

Maria Theresia weiß von zweien, ich von sechs,

aber es könnte sogar noch mehr geben.

- Jugendliche Fehltritte?

- Wenn es doch nur die wären!

- Was Ihr nicht sagt.

- Wenn wir sie nun dem Kaiserpaar zu Gesicht bringen würden,

könnte das ein gewisses Ungemach zwischen ihnen erzeugen.

Einen ...

Riss.

Und durch die sich ergebende Lücke

könnten wir beide zurück nach Wien schlüpfen.

(Leopold) Mutter, Graf Kaunitz hat uns das neueste Portrait

von Maria Ludovica von Spanien geschickt.

Schaut nur, wie schön sie ist!

Wahrhaftig. Du heiratest eine echte Schönheit.

Kann die Hochzeit nicht sofort stattfinden?

Leopold, Geduld ist ... ... ist die Tugend der Könige.

Allerdings...

eine prächtige Hochzeit in Zeiten wie diesen

würde uns alle etwas ablenken.

Auch die Bevölkerung.

Das ist wohl wahr.

Die Hochzeit kann nicht in Wien stattfinden.

Die Pocken grassieren hier nach wie vor.

Und in Mailand?

Ich dachte eher an Schloss Hof.

Oder Innsbruck?

Wozu sich solch eine weite Reise auferlegen?!

Gräfin Fritz hat mir einen Brief geschrieben und sich entschuldigt.

Jetzt fang nicht damit an, mir aufzuzählen,

wofür sich diese Person alles entschuldigt hat,

sonst sind wir morgen früh noch hier.

Außerdem haben mir die Berge noch nie gutgetan.

Ich habe noch nie von irgendjemandem gehört,

dem die Berge nicht gutgetan haben.

Wenn ich wieder irgendeine Lust am Leben bekommen will,

dann brauche ich gute alte Freunde.

Daran hindert dich niemand,

aber weißt du so genau, was deine guten alten Freunde vorhaben?

Gut. Die Hochzeit findet dann also in Innsbruck statt.

* Pompöse Musik *

* Lebhaftes Stimmengewirr *

(Zeremonienmeister) Die Kinder nach hinten.

Stellt euch bitte hier hinten hin, ja?

(Gräfin Fritz) Nein, nein, die Kinder müssen nach vorne. So.

Nebeneinander. Die Hände so nach oben halten.

Wie heißt du? (Franz) Franz heiß ich.

- Nach deinem Vater, richtig? - Mein Vater heißt Ferdinand.

- Ganz bestimmt. Zeremonienmeister?

(Zeremoniemeister) Ja, ja. Los, kommt.

Schön geraderichten. (Gräfin Fritz) Ja.

- So ist's richtig.

(Zeremonienmeister) Willkommen in Innsbruck, Majestät.

Vielen Dank, mein Lieber.

Gräfin.

Graf.

Weißt du, was das für Farben sind, mein Bub?

(Franz) Das ist das Wappen

des Kaisers Franz Stephan von Lothringen, des Vaters von ...

des Vaters ...

Der Vater von euch allen, nicht wahr?

Von allen Untertanen des Habsburger Reiches.

Du bist ein guter Bub.

(Leopold) Bevor Ihr aussteigt,

wollte ich euch noch einmal danken, Vater.

Mh?

wofür?

Für die Toskana.

Ich habe es dort von klein auf geliebt.

Es ist solch ein großzügiges Hochzeitsgeschenk.

Jetzt werd' nicht rührselig.

Es ist Zeit, zu feiern!

Ich bin gegen diese Schenkung.

Die Toskana ist ein Teil der Habsburger Erbländer.

Es ist nicht gut, das Reich dermaßen zu zerstückeln.

* Husten *

Vater?

Ist alles in Ordnung?!

Nichts ist in Ordnung!

Vater?

* Stöhnen *

(Zeremoniemeister) Kaiserliche Hoheit.

Graf Kaunitz war nicht auf der Liste der Hochzeitsgäste.

Auf Eurer nicht, aber auf der hiesigen.

Ohne meine Zustimmung!

Majestät!

Vater!

(Frau) Großer Gott.

* Röcheln *

Vater!

Vater.

* Melancholische Musik *

WIEN

(Notar) Wir haben uns hier versammelt,

um den Gesamtbesitz ihrer Majestät, des Kaisers Franz I. Stephan,

zu überblicken und sein Testament zu eröffnen.

Es handelt sich um Schuldscheine im Gesamtwert von ...

15 Millionen Gulden.

(Leopold) Verzeihung?

(Kollar) Seine Majestät hat sie zusammengekauft,

um die Stabilität des Reiches zu gewährleisten.

Wenn ich das richtig verstehe,

hat er die gesamten Habsburger Länder gekauft.

(Kollar) Nein, nur deren Schuldscheine hat er gekauft.

(Leopold) Was machst du denn?!

Ich befreie das Land von Schulden.

(Notar) Ihr dürft nichts übereilen. (Leopold) Verstehst du nicht?!

Das ist Geld, das die Staatskasse dir schuldet!

Der Staat schuldet mir gar nichts.

Ich werde mich um ihn kümmern, nicht ihm das Blut aussaugen!

Öffnet das Testament.

(Notar) Wir, Franz I. Stephan,

Kaiser des Heiligen Römischen Reichs ...

Überspringt das.

Hiermit vermachen wir unserem Sohn Leopold

das Erbe von Anna Maria Medici ...

Nicht nur die Toskana, auch das gesamte Erbe Medici.

Das nenne ich Großzügigkeit ...

Weiter.

Darüber hinaus investieren wir das restliche Geld in einen Fond

für das persönliche Wohl unserer Nachkommen,

und für künftige Generationen.

Das Geld darf nicht

für Angelegenheiten des Staates verwendet werden.

Die Verwaltung des Fonds möge Adam Franz Kollar übernehmen ...

ähm, hier sind detaillierte Anweisungen

für den Umgang mit dem Fonds.

Und das übrige Geld?

(Kollar) In diesem Fond befinden sich 50 Millionen Gulden.

(Leopold) Das wird die Familie Habsburg-Lothringen

für einige Jahrhunderte absichern.

Ich brauche das Geld aber jetzt.

(Notar) Nach den Wünschen Eures verstorbenen Vaters

ist es dafür nicht gedacht.

Was hinterlässt er mir?

Wir vermachen unserem ältesten Sohn Joseph

den gesamten Inhalt dieses Tresors.

Möge er mit diesem Besitz und dieser Information klug umgehen,

zum Wohle des Reichs, und zu seinem eigenen.

(Leopold) Das hat ja wohl nicht so gut geklappt.

Ich fürchte, du hast gerade den Großteil deines Besitzes verbrannt.

Sieht so aus, als müsstest du dein Toskana-Erbe mit mir teilen, Bruder.

Nun, ich werde erstmal nach Florenz gehen,

und darüber nachdenken.

Das ist ein Befehl!

Wäre das dann alles?

(Notar) Ja, Eure Majestät.

Die Schatzkammern sind leer.

Das waren sie immer.

Wir haben keine Mittel, das Reich zu verwalten,

die Armee zu besolden, oder auch nur die Hofburg zu beheizen.

Wir haben nichts.

Dann beschaff' die Mittel, du bist Mitregent, lass dir was einfallen.

Nur was?

Du hast doch immer besser gewusst, was ich tun soll.

Geh durch Wien, verteil' Geld ...

Ich war jung. Ich wusste es nicht besser.

Was sagen denn deine klugen Philosophen?

Voltaire, Friedrich ...

Jetzt seid Ihr ungerecht, Mutter. - Ach, das findest du ungerecht.

Ungerecht ...

Was ist denn schon gerecht?

Wer war denn jemals gerecht zu mir?

Oder freundlich?

Mein Franz.

Mein Franz, der war lieb zu mir.

(Tarouca) Ihr meint, zwei Sarkophage auf einem Sockel?

Einen für Kaiser Franz Stephan und einen für Euch?

Nein, einer.

Ich werde bei Franz Stephan liegen.

Aber das ist ...

äußerst ungewöhnlich.

Kein Habsburger hat je zuvor so etwas ...

Dann werden wir die ersten sein.

So haben wir gelebt, so werden wir es auch nach dem Tode halten.

Sei gut zu den Franzosen, sodass man sagen kann,

ich hätte dem französischen Volk einen Engel geschickt.

(Maria Antonia) Die Hofburg wird mir fehlen.

(Mimi) Was denn?

Kamine, in denen man kein Feuer machen kann?

Und der Geruch von Talg anstelle von Kerzenwachs?

- Du kannst meine übrigen Kleider haben.

Du kannst sie dir ändern lassen.

(Lieserl) Ich will aber deine Kleider!

(Mimi) Du kannst sie haben, ich kann sie sowieso nicht tragen.

Alle Bälle und Konzerte sind abgesagt.

(Maria Antonia) Ich werd' dich vermissen, Mimi.

Aber gar nichts wirst du vermissen.

Ein ganz wundervolles Leben erwartet dich.

Jetzt geh.

(Mimi) Und lass dir ja nicht einfallen, wieder herzukommen!

* Beschwingte Musik *

Tanz, sing, hab Spaß!

Iss, betrink dich, bleib die Nacht wach,

besorg dir einen Liebhaber! Sei niemandem gefällig!

Nimm dir vom Leben, was du kannst!

ACHT JAHRE SPÄTER

* Bellen *

* Schuss *

(Mimi) Lasst uns zurückgehen, ihr schaut müde aus.

Weder ich noch dein Vater sind je

ohne Beute von der Jagd nach Hause gekommen.

Aber geh er weg damit. Ich sehe ja aus wie ein Bär.

Vertreibe ja die ganzen Vögel.

(Mimi) Mama! Ihr seid unverbesserlich!

Was gibts denn an mir zu verbessern?!

Was sagen denn die Ärzte?

Gibt's schon was Neues?

(Mimi) Offenbar hat der liebe Gott es nicht vor, uns zu segnen.

Die Ärzte sagen, es sei hoffnungslos.

Beunruhigt dich das sehr?

Einen Thron gäbe es für das Kind ohnehin nicht zu erben.

Also, warum sich sorgen?

Stattdessen ...

wollen Albert und ich eine Kunstsammlung einrichten.

Hier in Wien.

Wir haben schon einen Namen dafür: Albertina.

Was für ein hübscher Name.

Allerdings soll Marie Antoinette guter Hoffnung sein, hab' ich gehört.

Ja, das war aber auch wirklich harte Arbeit!

Letztendlich musste dann Joseph die Zeugung überwachen.

Also, jetzt treibt ihr doch Spaß mit mir.

Wenn ich's dir sag!

Es scheint, als hätte Ludwig nicht genau gewusst,

was man im Ehebett tut.

Also, er ist seinen ehelichen Pflichten

nicht effizient nachgekommen.

Joseph hat ihm das dann erklärt.

Ein habsburgischer Erzherzog auf einer Mission,

dem französischen König die Begattung zu erklären?

Anscheinend habt Ihr wirklich ganz Europa erobert!

Majestät?

Erlaubt Ihr mir, Euch nach Schloss Hof begleiten zu dürfen?

Warum?

Habt Ihr Angst vor dem, was ich in Hof herausfinden könnte?

Ich bin länger nicht dort gewesen.

* Beschwingte Musik *

Sind die Konkubinen meines Vaters schon abgereist?

(Karl) Verzeihung, wer?

Hier sind keine, und hier waren auch nie welche.

Öffne er!

Das ist nicht ungefährlich.

Mir ist verboten worden ... Ihr könnt ihm ruhig öffnen.

Mariann?!

Ich dachte, Mutter hat dich ins Kloster geschickt.

(Marianna) Nein, sie hat mir erlaubt, Vaters Arbeit hier fortzuführen.

Was hat das alles zu bedeuten?

Getrockneter Eiter aus Pockenpusteln.

Wer einmal mit der Krankheit in Berührung gekommen ist,

ist danach sein ganzes Leben lang sicher.

Und hier dachte Vater über politische Fragen nach.

Er wollte den Juden die Religionsausübung wieder gestatten.

Kannst du dir vorstellen, wie Mutter darauf reagiert hätte?

Ja.

Das habe ich schon ausprobiert.

Aber Vater hat sich nie für Religion interessiert.

Nein.

Aber für Freiheit,

und den Wohlstand seiner Untertanen.

Diese Ideale waren ihm ein Anliegen.

Waren es eigentlich immer, nicht wahr?

* Ruhige Musik *

Vater fuhr nach Schloss Hof, um dort ungestört zu arbeiten.

Er wollte wirklich etwas verändern.

Ach, tatsächlich?

Ja, aber das weißt du ja.

Genauso, wie du die Dokumente aus Vaters Büro kennst.

War etwas Interessantes für dich dabei?

Reformideen,

die sehr dem ähneln, was ich in meinem Toleranzpatent schreibe.

Du hörst mir ja gar nicht zu.

Doch ...

Wusstest du, dass unsere Ehe 29 Jahre gedauert hat?

29 Jahre, 6 Monate und 6 Tage.

Also insgesamt 335 Monate, 1.540 ...

Nein, ich hatte überhaupt keine Ahnung.

Aber wusstest du, dass sie glücklich war?

Ja.

Jetzt schon.

Tarouca?

(Tarouca) Majestät?

Was denkt Ihr?

Erinnert sich noch irgendjemand anderer an meinen Gatten?

Oder bin ich die Einzige, die noch an ihn denkt?

Majestät,

Euer Gemahl war ein unvergesslicher Mann.

Die Erinnerungen an ihn würden eine ganze Bibliothek füllen.

Wie meint er das?

Seine Majestät ...

hatte die Gabe, das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Und wir alle haben ihn dafür geliebt. - Aber schweig er doch.

Ich werd' seine Biographie schreiben.

In der für jeden klar werden wird, wie es zwischen uns stand.

Es wird eine Geschichte von großer Liebe, Treue,

gegenseitigem Verständnis und Toleranz.

Hmm ...

Ein anspruchsvolles Vorhaben.

Ganz schön frech wird er.

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Er will mich einfach nicht.

Wir wussten beide bald, dass wir einander heiraten wollten,

auch wenn es viele Opfer erfordern würde.

(Mlle de Chartres) Falls es zu dieser Hochzeit kommen sollte,

dann nur über meine Leiche.

Es gab so viele Versuchungen,

aber wir blieben uns beide immer treu.

Ich ihm und ...

er mir.

Seine Würde war mir stets von großer Wichtigkeit.

* Lachen *

Wir entschieden gemeinsam in Fragen des Reiches.

(Bartenstein) Verzeiht, aber im geheimen Rat

nimmt nur die Erzherzogin teil.

Ich bin Ihr Gemahl.

Wir haben nichts voreinander versteckt.

Lieber gebe ich das Geld den jungen Damen,

als dass ich mir von der Kirche einen Ablass kaufe.

Da war kein Geheimnis zwischen uns.

Was schaut er so?

(Tarouca) In meiner Erinnerung ...

war das ehrlich gesagt ein wenig komplizierter.

Niemand erinnert sich an komplizierte Geschichten, Tarouca.

* Husten *

Wieso nehmt Ihr Eure Arzneien nicht?

Weil die da drüben stehen und ich herüben.

Ich sage Euch seit zwei Wochen, dass Ihr Bettruhe braucht.

Ihr habt eine Lungenentzündung.

Ich leg' mich sicher nicht ins Bett.

Wieso nicht?

Wenn ich mich jetzt ins Bett leg', dann sterb' ich am Ende noch!

Ihr seid eine fürchterliche Patientin.

Das, mein Lieber, ist Majestätsbeleidigung,

und ich kann Euch dafür sofort erschießen lassen.

Wenigstens hätte ich dann meine Ruhe vor Euch.

* Husten *

Ist es Euer Ernst? Ihr könnt doch jetzt nicht gehen.

Ihre Lunge ist voll Wasser. Ich kann nichts mehr für sie tun.

Es tut mir leid.

Sehr leid.

Bereitet mir hier ein Bett für die Nacht.

Gib's schon her.

* Husten *

Was machst du da?

Solltest du nicht in deinem Arbeitszimmer sein?

Es ist erst sechs Uhr.

Eben!

Die Arbeit kann noch etwas warten.

Woran arbeitest du gerade?

An dem Toleranzpatent.

Warte bis nach meinem Tod, dann veröffentliche es.

Dein Vater wäre stolz auf dich.

Das bezweifle ich.

Er hat dich sehr geliebt, Joseph.

Weißt du ...

Als du klein warst, da haben wir so oft gestritten,

weil ich viel zu streng mit dir war.

Daran kann ich mich nicht erinnern.

Nein.

Mach dich an die Arbeit, mein Sohn.

Schick mir Tarouca.

Ich möcht' die Details meiner Beisetzung mit ihm besprechen.

Das ist doch nicht nötig.

Die kannst du auch mir, Marianna oder Mimi erzählen.

Ihr Bande würdet es doch verhunzen.

Geh ruhig.

Ja.

* Ruhige Musik *

(Tarouca) Majestät.

Wisst Ihr, was Friedrich über Euch sagt?

"Nur auf einem einzigen Thron Europas sitzt ein wirklicher Mann,

und das ist Maria Theresia."

Ich werde bald sterben.

Es ist so, ich habe gedacht,

er wüsste immer über alle Gerüchte Bescheid, die so herumgehen.

Dazu schweigt er?

Wie auch immer ...

Ihr werdet die Verantwortung

für die Organisation meiner Beisetzung übernehmen, Tarouca.

Ich?

Darf Ich bitten, diese Ehre verweigern zu dürfen?

Nun, da hätt' Ihr schon vor mir sterben müssen,

mein lieber Freund.

* Husten *

Die Aufbahrung soll im Stephansdom sein.

Dort wird dann eine Requiemmesse für meinen Franz stattfinden ...

Für Franz Stephan?

Nicht für Euch? - Nein, nein, für ihn.

In der Messe soll an seine Leistungen erinnert werden.

Nach der letzten Note ...

setzt sich der Zug in Bewegung.

* Tragende Musik *

Über den Ring.

Vorbei an der Hofburg.

Bis hin zur Kapuzinergruft.

Ihr werdet Euch aus der Prozession lösen und

an das Tor der Kapuzinergruft klopfen.

* Klopfen *

(Mönch) Wer begehrt Einlass?

(Tarouca) Maria Theresia,

Erzherzogin von Österreich,

Königin von Ungarn,

Königin von Böhmen,

Markgräfin von Mähren,

et cetera,

et cetera.

(Mönch) Wir kennen sie nicht.

* Klopfen *

Und wenn er Euch zum dritten Mal fragt:

(Mönch) Wer begehrt Einlass?

Dann werdet Ihr antworten:

(Tarouca) Maria Theresia,

eine einfache Sünderin.

- Sie soll eintreten.

* Majestätische Musik *

* Abspannmusik *

Untertitel: OMNIMAGO GmbH im Auftrag des ZDF 2022

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