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Hierher, Schwester. Hierher, zu mir.
Los, höher!
Ja, genau so.
Schwester, zu mir.
Ja, so.
Zu mir, zu mir!
Nicht schon wieder! Der macht das absichtlich!
Gib Acht!
Ich reiß dir den Kopf ab! Verstanden?
Wenn du das noch mal machst, reiß ich dir den Kopf ab!
Hast du das gesehen? Er hat sie alle zerdrückt!
Den werde ich umbringen! Früher oder später bringe ich ihn um!
Ich habe jetzt wegen dir meinen Termin beim Referenten verpasst.
Bist du zufrieden?
Ich habe es dir schon x-mal gesagt: Kümmer dich um deinen eigenen Kram.
- Siehst du? Sie sind uns bis hierher gefolgt. - Da haben sie aber Pech gehabt.
- Lasset uns anbeten den Herrn. - Lasset uns anbeten.
Hallo. Na endlich.
Was ist los? Bist du sauer? Hast du mir die Krimis mitgebracht?
Nein, ich hatte keine Zeit dafür.
Los, mach dich bereit. Kremple den Ärmel hoch, ich hab's eilig.
Ich mag Krimis sehr.
Wieso hat man im Gang all die hässlichen Vögel hingehängt?
Die sind für den Naturkunde-Unterricht, Ferruccio.
Ist es wahr, dass es gefährlich ist, wenn Luft in die Spritze kommt?
Das ist nicht lustig, man kann sogar daran sterben.
Du tust mir nie weh dabei.
Beim Doktor hat's immer gepikt. Zum Glück ist er weg.
- Bleibst du nicht ein wenig bei mir? - Ich sagte ja, ich kann nicht. Ich hab zu tun.
Immer bist du mit Don Giorgio unterwegs. Mit mir willst du hingegen nie rausgehen.
Tschüss.
Diese Languste ist aber lecker.
Sie stammt aus Civitavecchia.
Ja, die Sache mit der Berufung ist ein heikles Problem.
Vor allem was die wahre Berufung betrifft.
Nein, danke. Für mich ist es zu scharf.
Sie tun gut daran, es zu verweigern. Giulia ist eine bekannte Hexe.
- Sie hat nämlich die Sauce zubereitet. - Aber das Rezept habe ich von dir.
- Was sind Sie für ein Sternzeichen? - Skorpion, glaube ich...
Aber es ist uns verwehrt, Trost in der Astrologie zu suchen.
Mehr noch als Trost scheint sie zu einer Obsession zu werden.
- Finden Sie nicht, Don Giorgio? - Ja, das stimmt.
Verbotene Dinge haben eben immer ihren Reiz.
Das wäre endlich mal ein guter Grund, um Priester zu werden.
Pisani, Sie machen zwar darüber Scherze, aber das Problem mit der Berufung ist ernst.
- Nicht wahr, Mutter? - Aber sicher.
Lieber wenige, aber dafür gute Pastoren, anstatt viele schlechte.
Don Giorgio, Sie sind heute weniger brillant als sonst.
- Sie scheinen besorgt zu sein. - Nein, ich bin nur etwas müde.
Dabei hatten Sie zuletzt nicht viel Arbeit. Ich würde sogar sagen, Sie sind ausgeruht.
Oder liegt es genau daran?
Seitdem ich unterrichte, fühle ich mich energiegeladen und lebendig.
Die Sache ist die, dass die Schule mir sehr viel Zeit nimmt.
Und ich bin in erster Linie Priester.
Aber früher gefiel Ihnen die Schule sehr.
Vor 10 Jahren waren wir in unserem Orden noch doppelt so viele.
In der Tat gab es in den letzten 10 Jahren einen Rückgang von 50%.
Wie es scheint, ist der Papst deswegen sehr betrübt.
- Stimmt es, dass er ständig weint? - Pisani, Sie Witzbold.
Unterbrechen Sie mich bitte nicht. Erst gestern las ich davon.
In Frankreich, Holland, Südamerika. Es ist ein echtes Desaster.
Wie ich sehe, sind Sie gut unterrichtet.
Viel besser, als Sie glauben mögen, Don Giorgio.
- Tut mir leid, aber ich muss jetzt gehen. - Stoßen Sie zumindest noch mit Aristide an.
Man wird schließlich nur einmal 40.
Französische Landwirte pflegen zu sagen:
„Priester, Herren und Flüsse sind unbequeme Nachbarn.“
Wir hingegen verstehen uns ausgezeichnet.
- Ja, leider ist es spät. Verzeihen Sie. - Bei uns wird es auch nicht spät werden.
Aristide bricht morgen früh um sieben nach Florenz auf.
Dann bis morgen.
Wir müssen zum Ministerium, um den Inspektor zu treffen.
- Sagen wir 15:15 Uhr, in Ordnung? - Ja, gut, 15:15 Uhr passt.
Alles Gute nochmal, Herr Ingenieur. Allen noch einen schönen Tag.
- Auf Wiedersehen, Don Giorgio. - Ich finde, er ist...
...wirklich ein außergewöhnlicher Priester. Und er ist so hübsch.
Ja, das stimmt. Er ist wie ein Engel.
Sie haben Recht. Er ist wirklich ein Heiliger.
Oh, mein Gott...
Was ist in dich gefahren? Wieso hast du angehalten?
So kann es nicht weitergehen, Orchidea. Ich gehe nicht mehr dorthin zurück.
Du hast mich satt, das ist der Grund.
Nein, Orchidea, daran liegt es nicht. Aber ich bin nun mal Priester, verstehst du?
Ein Priester.
- Das fällt dir jetzt erst ein? - Du willst mich nicht verstehen.
Ich habe alle verraten. Die Kirche, mich selbst.
Ich habe Gott verraten.
Du bist nichts als ein feiger, heuchlerischer Priester!
Hat Gott uns etwa nicht gesehen, als wir im Klassenzimmer hinterm Pult lagen?
- Orchidea! - Oder am Strand, oder im Auto?
Erinnerst du dich, wie du sagtest, wir bleiben einen Leben lang zusammen?
Du wolltest den Talar an den Nagel hängen: „Gott versteht und verzeiht es.“
Und jetzt, wo es dir in den Kram passt, versteht und verzeiht Gott es nicht mehr.
Ich soll nun verstehen! Ich kann ja nicht auf Gott eifersüchtig sein, was?
Sei doch ehrlich. Ich widere dich an.
Aber das wirst du büßen.
Ich mag daran zugrunde gehen, aber du wirst dafür bezahlen.
Was möchtest du wissen? Liebes- oder Geschäftsangelegenheiten?
Um die Geschäfte kümmert sich mein Mann.
Hauptsache er kommt irgendwann nicht auf die Idee...
...seine Nase in deine Liebesangelegenheiten zu stecken.
Denkst du das, oder sagen es die Karten?
Hier haben wir einen jungen Mann. Er trägt eine Uniform.
Er ist ein Soldat, oder ein Priester, was?
Das hier bist du. Ihr seid beide in derselben Reihe.
Ich sehe einen Streit, einen heftigen Streit, der euch im Weg steht.
Das hier ist dein Mann, aber er ist weit weg.
Die Karten sagen, dass er von nichts weiß.
- Liebt mich denn diese Person? - Liebe ist vorhanden.
Aber da gibt es ein Hindernis: Der „Tod“.
Aber danach kommt große Zufriedenheit: Die „Freude“.
Was bedeutet das?
Vielleicht trennt ihr euch.
Aber das ist besser für dich.
Hat er dich wirklich verlassen?
Das macht mir nichts aus.
Es war ein Flirt, nicht als ein Flirt.
Es ist es nie wert, für einen Mann zu sehr zu leiden. Aber...
...du leidest gerade. Das kann man sehen.
... unser Popmusik-Programm.
Also?
- Und dein Mann? - Keine Sorge, er kommt morgen.
Es ist wirklich aus und vorbei.
Ich werde sie nicht mehr treffen.
Hast du ihr wirklich gesagt, dass du sie nicht mehr sehen willst?
Ja, genau das habe ich ihr gesagt:
„Es ist aus, Orchidea. Ich will dich nicht wieder sehen.“
Ich habe es nur für...
Auch du wirst mich nie verstehen können.
Aber sicher, du wolltest ihre Seele retten.
Dann hast du sie nicht wegen mir verlassen?
Sag es.
- Los, sag es. - Nein! Das ist nicht wahr.
Auch du hast nicht das Recht, alles zu beschmutzen.
Also schön. Du wirst es mir drüben sagen.
Giulia, ich kann nicht.
Ich kann das nicht mehr.
Oh, mein Gott...
Quäl dich nicht.
Du weißt ja, dass das nichts bringt.
Provozier mich nicht.
Sonst könnte ich genug von dir haben.
- Und dann... - Und dann?
Ich bin ja nicht Orchidea. Du würdest teuer dafür bezahlen.
Los, zieh das Zeug da aus.
Bist du jetzt auch nachts unterwegs?
- Willkommen, Herr Ingenieur. - Oh, guten Tag, Pisani.
- Angenehme Reise gehabt? - Furchtbar, danke.
- Ich nehme Ihnen das ab. - Nicht nötig.
- Soll ich Sie nach Hause fahren? - Gut, danke.
Orchidea?
Orchidea?
Ich dachte, du wärst im Bett?
Ich habe eine Tablette gegen mein Kopfweh genommen.
Das sind deine üblichen Kopfschmerzen, die nicht weggehen, was?
- Gute Nacht, Aristide. - Ich hatte einen harten Tag in Florenz.
- Ich weiß nicht, was ich da tun kann. - Ich weiß es genau.
Bitte, nicht heute Abend.
Nein...
Bringen wir ihn nach drüben.
- Wir müssen die Polizei rufen. - Ja, leider.
Wo ist die Leiche?
In der Sakristei, Herr Kommissar. Wir richten ihn gerade her.
Sie meinen, Sie haben ihn bewegt, oder habe ich Sie da falsch verstanden?
- Hat er hier gewohnt? - Aber nein.
Er war unser Kaplan. Er hat unseren Schülern Musik unterrichtet.
Er hatte ein Zimmer im Gästehaus.
- Und was hat er nachts in der Kirche getan? - Er hat gebetet.
Das hat er häufiger getan, da er tagsüber immer beschäftigt war.
Ich bin Pater De Rossis.
Das Vikariat schickt mich. Kann ich Ihnen behilflich sein?
- Wo genau haben Sie die Leiche gefunden? - Wir haben sie da drüben gefunden.
Genauer gesagt, hat Anselmo sie gefunden und uns sofort gerufen.
- Wer ist dieser Anselmo? - Das ist der Küster.
- Soll ich ihn holen gehen? - Nein, nein, später.
Ich möchte wissen, wie die Leiche genau da lag.
Auf dem Hocker, rücklings...
Ich möchte die exakte Position wissen! Pater, kommen Sie mal her.
Nun...
Hat er Ihrer Meinung nach gerade gespielt, als er getötet wurde?
Ja.
Uns kam es so vor.
Es kam Ihnen so vor? Ist Ihnen klar, was Sie da reden?
Los, Jungs, an die Arbeit. Versuchen wir, etwas zu rekonstruieren.
Ich fange hier an.
Geh mal aus dem Weg.
Lag er Ihrer Meinung nach genau so da?
- Also, ich... - Sind Sie sicher, dass das die Position war?
- Ich glaube schon. - War der Kopf nicht etwas weiter rechts?
Ach ja.
Oder etwas weiter links?
Wie sieht's aus?
Und der Arm?
- Wo war der Arm? - So, der war hier.
- Sachte, Mutter... - So.
So. Das sieht für mich perfekt aus.
- Wo ist die Sakristei? - Drüben.
- Sie bleiben da liegen und rühren sich nicht. - Wer rührt sich...
Er wurde mit einer Hieb- und Stichwaffe getötet.
Durch einen Messer- oder Dolchstich, und zwar von hinten, etwa in Halshöhe.
Er war sofort tot. Das erklärt auch, weshalb der Körper nach hinten gefallen ist.
Der Stoß erfolgte von oben nach unten.
Daher glaube ich, dass das Opfer saß.
Und um wie viel Uhr ist das Ganze ungefähr passiert?
Zwischen 23 Uhr und 1 Uhr.
Nach der Autopsie wissen wir Genaueres. Aber es gibt eine Sache, die mich verblüfft.
Sehen Sie, um die Wunden herum kann man, mit dem Blut vermischt -
...hier - Spuren von Wachs erkennen.
Wachs... Kerzenwachs?
Höchstwahrscheinlich. Und schauen Sie sich den Rücken an.
Das sieht nach Peitschenhieben aus.
Wollen Sie damit sagen, dass der Mörder ihn erst ausgepeitscht und dann getötet hat?
Nein, nein, das sind ältere Narben.
- Dottore? Frau Durantini ist da. - Ja, ich komme gleich.
Geh du derweil zurück in die Kirche und such weiter.
- Wonach soll ich denn suchen? - Nach allem Möglichen.
Zum Beispiel nach der Tatwaffe.
Ein Messer, an dem womöglich Wachs dran ist?
- Nun... Ich suche mal. - Geh schon.
- Frau Durantini? - Ja.
Orchidea, stimmt's? Ein ungewöhnlicher Name.
Bitte, nehmen Sie Platz.
Ich bin Kommissar Boito. Sie kennen diese Ordensschwestern sehr gut?
Ja, mein Mann ist Bauherr.
Unsere Villa grenzt an das Kloster an und er war ihnen bei Bauarbeiten behilflich.
Ich komme seit fast einem Jahr ins Kloster, da ich hier unterrichte.
Das weiß ich. Wie war Ihr Verhältnis zu Don Giorgio?
Ich sah ihn ziemlich oft. Wir arbeiteten zusammen an der Schule.
Ich kann nicht glauben, dass er auf solch eine Weise gestorben ist.
Auf was für eine Weise, Signora?
Nun, er wurde ja getötet.
Ja.
Man sagte mir, Sie hätten ihn gestern Nachmittag getroffen.
Ich habe ihn gestern um 16:30 Uhr im Ministerium zurückgelassen.
Mir war nicht gut und ich bin mit dem Taxi nach Hause gefahren.
Ich verstehe.
Wann haben Sie ihn danach das letzte Mal gesehen?
- Gar nicht mehr. - Darf ich?
Na los, komm. Red schon. Los, bloß keine Geheimnistuerei.
Das Messer habe ich nicht gefunden. Aber es gibt eins.
Genauer gesagt, man teilte mir mit, dass in der Kirche ein altes Messer herumlag.
Sie haben ins Schwarze getroffen, Dottore. Es war wohl in der Tat Wachs dran.
Denn Anselmo, der Küster, benutzte es, um den Docht der Kerzen zu beschneiden.
Es ist verschwunden.
Aber ich habe das hier gefunden.
- Was ist das? - Eine Murmel.
- Sie lag unter einer Bank. - Wie schön.
Als Kind spielte ich mit so was.
- Sie entschuldigen uns doch einen Moment? - Bitte, Herr Kommissar.
Wo ist das Messer?
Ich bewahre es immer hier auf. Ich schneide damit die langen Kerzen.
- Und wo ist das Messer jetzt? - Woher soll ich das wissen?
- Ist das dein Messer oder nicht? - Ja, es ist meins!
Ja!
- Du hast also nichts gehört? - Nein, das sagte ich bereits.
Ich habe bis heute früh durchgeschlafen.
Du hast einen festen Schlaf, den Schlaf des Gerechten.
Moriconi? Bring ihn wieder nach drüben.
Ferruccio!
Ferruccio, komm her.
Sei brav.
Halt still.
- Nein! Nein! - Los, hör auf damit.
- Und wo kommt der jetzt her? - Nein! Ich habe Angst!
Ich habe Angst! Nein! Nein! Nein! Nein!
Ferruccio, jetzt beruhig dich. Oh, mein Gott.
An ihn hat keiner gedacht. Dass er ihn so plötzlich hier vorfinden muss...
Du armer kleiner Kerl. Na los, komm mit.
- Wer ist der kleine Junge? - Er ist ein Findelkind.
Die Schwestern haben ihn sozusagen adoptiert.
Er lebt hier.
Armer Kerl.
Das war das Zimmer unseres Kaplans. Der arme Don Giorgio.
Ein schöner Saustall... Verzeihen Sie, Schwester.
Na los, Moriconi, an die Arbeit.
- Hatte Don Giorgio Feinde? - Verzeihung, Dottore!
Jemand ist uns zuvorgekommen. Sehen Sie nur.
Ja, ich weiß. Ich habe es auch gesehen. Auf, notier's dir und mach weiter. Also?
Feinde?
Nein, das glaube ich nicht.
Ich kann mir keinen vorstellen, der ihm etwas Böses wollte.
Ja, richtig, alle mochten ihn, was?
- Sie auch? - Ja. Ja, sicher...
Wie einen Bruder.
Natürlich, natürlich.
Wieso peitschte sich Don Giorgio aus?
Machen Sie das alle? Ist das etwa eines Ihrer Bußrituale?
Ich weiß nicht, ob ich auf diese Frage antworten muss.
Ich helfe Ihnen sofort aus der Verlegenheit.
Sie müssen antworten.
Also?
Nein, ich glaube nicht.
Es ist das Ritual einiger Orden, das mittlerweile nur noch wenige befolgen.
Gesegnet seien die, die die Kraft dazu besitzen.
Ich denke, dass jemand, der beschließt, sich so heftig zu bestrafen...
...nicht gerade ein sehr reines Gewissen hat, oder irre ich mich da?
Natürlich irren Sie sich. Wir alle sind Sünder.
Aber sich körperlich kasteien, ist vor allem ein Opfer für Gott.
Es ist ein Weg, um die Leiden Jesu zu teilen.
Don Giorgio war ein Heiliger.
Wenn Sie nun erlauben, würde ich jetzt gern für ihn beten gehen.
Gehen Sie. Nur zu, gehen Sie ruhig.
Schwester, wenn Sie schon dabei sind, beten Sie doch auch für den Mörder.
Ich würde klar Schiff machen und alle einbuchten.
- Die hat doch echt einen an der Waffel. - Moriconi...
- Gehst du raus? - Ja, Ferruccio geht's nicht gut.
Ja, richtig, Ferruccio geht's nicht gut und die gute Fee eilt herbei.
Zum Teufel! Dein Name ist in der Liste derer, die von der Polizei befragt wurden.
Na und? Dein Name ist auch dabei.
Und der der Pisanis, von Mutter Carvaia und Schwester Tarquinia ebenso.
An deiner Stelle würde ich einen Bogen um das Kloster machen.
Und wieso? Ich habe mir nichts vorzuwerfen.
- Nein, ich möchte keine Spritze. - Stell dich nicht so an.
Na los, kremple den Ärmel hoch.
Nein, nein, kein Zement. Es soll alles so bleiben wie zuvor.
Auch der Stil der Struktur soll erhalten bleiben.
Und was machst du hier?
Heute ist er trotzig. Er will sich nicht die Spritze geben lassen.
Renn nicht mehr weg und erzähl keine Lügen mehr.
So, zur Buße betest du nun drei Vaterunser, drei Ave Maria und drei Gloria Patri.
So spreche ich dich los von deinen Sünden...
...im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade...
Orchidea Durantini...
Und das ist ihr Ehemann, ein Bauingenieur. Ein anständiger Mann, der sehr religiös ist.
Seine Frau unterrichtet an der Schule neben dem Kloster.
Sie arbeitete mit dem Opfer zusammen.
Zum Zeitpunkt des Verbrechens war sie zu Hause und hat geschlafen.
Ihr Mann hingegen war verreist und ist mit dem 1-Uhr-Zug aus Florenz zurückgekehrt.
Hier, das ist Pisani. Er hat ihn vom Bahnhof abgeholt.
- Das ist fürs Erste alles, Herr Staatsanwalt. - Ja, aber das erscheint mir nicht viel.
Die Ermittlungen stehen noch am Anfang.
- Halten Sie mich auf dem Laufenden. - Aber sicher.
- Alles Gute. - Ich danke Ihnen.
Entschuldigen Sie, Dottore, könnten Sie mal etwas zurückspulen?
Stopp!
Ist das nicht Barsetti?
Ja, richtig. Barsetti...
Hat 15 Jahre für Mord gekriegt und kam bei der letzten Amnestie frei.
Ja, das ist er.
Anselmo, der Küster.
Sie hatten einen Ex-Sträfling im Kloster und haben nichts gesagt, was?
Mutter, wir müssen dem Kommissar alles erzählen.
Wenn man von seinem Vorleben absieht, ist er ein guter Mensch.
Seitdem Don Giorgio ihn wegen der Sache mit den Kerzenständern gerügt hatte...
...hat er sich stets sehr gut verhalten.
Er stiehlt in der Kirche, trinkt wie ein Loch, und Sie sagen, er sei ein guter Mensch.
- Sie haben nach mir gefragt? - Ich hätte da ein paar Fragen.
- Ich hoffe, das stört Sie nicht. - Nein, natürlich nicht.
Schwester, übernehmen Sie bitte die Unterrichtsvertretung für die Signora.
Frau Durantini ist gerade beschäftigt. Wir schreiben einen Aufsatz.
Holt eure Hefte und euren Stift raus.
Hast du meinen Stift?
Erinnerungen an Don Giorgio
Wieso haben Sie mir etwas derart Wichtiges nicht früher gesagt?
Ich hielt es nicht für so wichtig.
Selbst Don Giorgio nahm diese Drohung nicht sonderlich ernst.
Klar, ich hatte mich erschrocken. Er hat wie verrückt geschrien.
Seine Augen waren weit aufgerissen und er hatte die Hippe gegen uns erhoben.
Gegen Sie beide oder nur gegen Pater Giorgio?
Versuchen Sie sich zu erinnern. Es ist sehr wichtig.
Nun, er ist auf die Seite des Autos zugelaufen, auf der Don Giorgio saß.
- Dann hatte er es also auf ihn abgesehen? - Ich denke schon. Zu mir war er immer nett.
Gut... Gut, gut, gut!
- Sie denken also, er ist der Schuldige? - Nein... Nein, Signora.
Ich kann dahingehend noch nichts sagen.
Signora.
- Wer hätte das je gedacht? - Stimmt.
Wer konnte einem so lieben Menschen etwas Schlechtes wollen?
- Glaubt ihr, dass Ferruccio versucht hat... - Aber nein, was hat das damit zu tun?
Wieso sollte er, der arme Junge? Er hat wohl nicht mal begriffen...
Sieh sich das einer an.
Alles auf dem Boden.
Es ist doch immer dasselbe. Was für eine Unordnung.
Die sind wirklich unordentlich.
Du hast sie mir heute kein einziges Mal gereicht.
Wer weiß, ob wir heute wieder zurück können?
Brr, ist das kalt. Da holt man sich ja eine Lungenentzündung.
Morgen will ich es auch ausprobieren.
- Anselmo, reichen Sie mir bitte die Seife? - Ja, ja, Schwester.
Aber seien Sie vorsichtig. Nicht, dass Sie ausrutschen.
Brigadiere, wo wollen Sie hin?
Das ist er!
Verzeihen Sie, Schwestern. Ich habe nichts gesehen.
- Ich bin im Dienst. - Er versucht zu fliehen!
Lasst mich los! Ich habe nichts getan! Gut, ich habe meinen Namen geändert...
- Sei still und lauf! Mach es nicht schlimmer. - Ich will nicht wieder zurück.
- Genug jetzt! - Lasst mich los!
Lasst mich los! Ihr Hurensö...
Auf geht's!
Was habe ich denn getan?
Ich will nicht wieder in den Knast. Ich will da nicht wieder zurück!
Ferruccio! Ferruccio, komm her.
Ich habe einen Aufsatz schreiben lassen.
Wo ist dieser Kommissar? Er hätte das den Kindern ersparen sollen.
Ich weiß nicht. Er war bis vor Kurzem noch hier.
Wir müssen uns unterhalten, du und ich.
Es muss alles wieder seinen Gang gehen, Ferruccio.
Der Tod ist etwas Schreckliches, aber Don Giorgio sieht dich.
Und er will sicher nicht, dass du dich so verhältst.
- Komm, zeig mir jetzt ein Lächeln. - Ich will, dass du mich zu dir nimmst.
- Jetzt, da der Priester nicht mehr da ist. - Aber sicher, mein Lieber.
Ich habe in der Tasche etwas, das dir gehört. Willst du sehen, was es ist?
- Die gehört doch dir, oder? - Nein.
Wieso lügst du? Du solltest beichten gehen.
Guten Tag.
Na, wie geht's diesem hübschen Jungen?
Ich dachte, Sie wären mit dem armen Kerl mitgegangen?
Nein, nein, das hat keine Eile. Ich werde ihn später befragen.
Und, geht's dir heute besser?
- Don Giorgios Tod hat ihn mitgenommen. - Ein sinnloser Mord.
Dann wird ein verrückter alter Mann verhaftet, und man fragt sich...
Ich mochte Don Giorgio sehr.
Er war ein guter Freund. Er hat meine Arbeit erleichtert.
Ach ja, Sie haben mir gar nicht erklärt, wieso Sie dieser Arbeit nachgehen?
Es ist schwierig, mit einem Polizisten zu sprechen.
Man muss so genau sein und hat das Gefühl, dass sie stets alles wissen.
- Aber ich bin jetzt nicht im Dienst. - Dann ist es sogar noch gefährlicher.
Wenn hier jemand in Gefahr ist, dann bin ich das.
Wirklich. Ich bitte Sie.
- Gehen Sie nicht weg, - Doch, ich muss jetzt wirklich gehen.
Mein Mann erwartet mich zum Mittagessen. Er duldet zwar meine Arbeit für die Schule...
Wissen Sie, ich kann Sie sehen, wann immer ich möchte.
Ich muss Sie dazu nur zur Vernehmung vorladen.
- Ist das nicht Amtsmissbrauch? - Das ist es.
- Wissen Sie, Sie sehen wie verwandelt aus. - Ich mag bequeme Kleidung beim Fahren.
Es ist so heiß.
Es sei denn die Polizei ist empört darüber.
- Sie haben schon viele Verstöße begangen. - Der Schlimmste ist, jetzt bei Ihnen zu sein.
- Aber ich bin nicht verheiratet. - Ich aber schon.
Ist jemand da?
Guten Tag, Signora. Kann man hier etwas essen?
Aber sicher. Kommen Sie doch hier rüber.
Danke.
MÖGE DIESES TAL GEDEIHEN
„Traveller repose and dream among my leaves.“
„Wanderer, halte an und träume zwischen meinen Blättern.“
Es gibt nur einen Tisch. Das muss zweifelsohne unserer sein.
Es ist sehr merkwürdig hier drin, aber es hat seinen Charme.
Wissen Sie, es ist so ähnlich wie Sie.
- Danke, Herr Kommissar. - Ich heiße Franco.
Wieso sind Sie so still?
Ich sehe Sie an. Und je mehr ich Sie ansehe...
...desto mehr habe ich das Gefühl, ich sehe Sie zum ersten Mal.
Das ist dasselbe Gefühl.
Auch ich glaube, in Ihnen etwas Besonderes zu sehen.
- Wissen Sie, ich habe einen Sohn in Haiti. - In Tahiti?
Nein, in Haiti.
Das muss aufhören.
Hast du dir in den Kopf gesetzt, Faxen zu machen?
- Los, mach dich bereit. - Ich will aber nicht.
Du sollst mir keine Spritze geben. Du sollst lieb zu mir sein.
Du weißt, die Spritzen sind zu deinem Besten. Also? Los, komm schon her.
- Nein! Ich will nicht! Ich will nicht! Nein! - Halt still.
- Lassen Sie nur. Ich mach das schon. - Vorsicht, Sie könnten sich schneiden.
Bist du nun zufrieden? Wie stehen wir vor dem Kommissar da?
Ein kleiner Mann wie du, der Angst vor einer Spritze hat...
Wieso ärgerst du die Signora Orchidea? Was ist, magst du sie nicht?
Doch, ich mag sie. Aber nicht, wenn sie mir Spritzen gibt.
Das ist Kinderlogik. Auch Zuneigung hat ihren Preis.
- Haben Sie das gehört? - Ja, das habe ich.
Du hättest es verdient, dass ich dich hier lasse.
Los, es ist schon spät und du musst dich noch umziehen.
Geh.
Oh, das ist die Murmel, die Moriconi in der Kirche gefunden hat.
- Sie haben sie genommen? - Ja, ich wollte sie Ferruccio schenken.
- Möchtest du sie? Gefällt sie dir? - Los, nimm sie.
Sei nicht töricht. Siehst du nicht, wie schön sie ist?
Diese Languste ist aber lecker.
- Sie stammt aus Civitavecchia. - Etwas Wein, Mutter?
- Probieren Sie meine Sauce. - Mit Vergnügen.
Sie sieht sehr appetitlich aus.
Ich mag Dinge, die scharf gewürzt sind.
- Es ist eine Spezialität von Giulia. - Ja, aber es ist dein Rezept.
- Wie ich sehe, kommt es sehr gut an. - Ja, aber bei dieser Hitze...
Ja, das stimmt. Es ist schon Herbst, und trotzdem...
Der Kommissar sieht aus, als hätte er einen guten Magen.
Wie ich sehe, schmeckt es Ihnen.
Wenn ich bei dem Beruf, den ich ausübe, auch noch einen empfindlichen Magen hätte...
Die Kleidungsreform für Schwestern wird Ihnen gelegen kommen.
Vor allem im Sommer.
Kommen Sie, Caterina.
Giulias Karten lügen nie.
Sie haben ein abenteuerliches Leben. Da beneide ich Sie aber.
Ja, ja, Sie haben eine lange Reihe von Erfolgen.
Und da ist auch eine Liebe. Ich kann das nicht klar sehen.
Eine große Liebe.
- Und eine große Bedrohung. - Das genügt. Danke.
Herr Ingenieur, wollen Sie nicht auch mal? Wir möchten auch Ihre Geheimnisse erfahren.
Mein Leben ist nicht so abenteuerlich wie Ihres.
Und ich bin nicht neugierig, meine Zukunft zu kennen.
- Und ich habe keine Geheimnisse... - Das könnte ich widerlegen, Aristide.
Aber wenn du dir von mir unter vier Augen die Karten legen lässt, werde ich gnädig sein.
In Ordnung?
Und was ist das?
„Levitikus 18/20.“
- Bezieht sich das auf die Bibel? - Natürlich.
Wie ist das hier gelandet? Das ist rätselhaft.
Das habe ich wohl verloren. Es war in Don Giorgios Messbuch.
Wissen Sie, welche Bedeutung dahinter steckt?
„Cum uxore proximi tui non coibis nec seminis commixtione maculaberis.“
Glückwunsch, Mutter. Sie kennen die Bibel sogar auswendig.
Und was bedeutet das?
Und? Also, Mutter?
„Du sollst nicht bei deines Nächsten Weibe liegen...
...dadurch du dich an ihr verunreinigst.“
So hat der Herr zu Moses gesprochen.
Ah...
Ist das Ihrer Meinung nach Don Giorgios Handschrift?
Das weiß... Das weiß ich nicht.
Danke.
Ferruccio schläft. Ich muss ihn ins Kloster zurückbringen.
Kommen Sie mit, Kommissar?
- So, ich habe ihn ins Bett gebracht. - Dann, auf Wiedersehen.
- Woran denkst du? - An diesen Zettel. Er ist seltsam.
- Es schien, als wäre er für uns geschrieben. - Ja, das schien so, aber dem ist nicht so.
Umso besser.
Ich liebe dich, Franco.
- Was ist los mit dir? - Nichts.
Hör mal. Du kanntest ihn doch gut.
Könnte er deiner Meinung nach eine Geliebte gehabt haben?
- Wer? - Don Giorgio.
Ja, könnte er.
Und du? Hättest du etwas mit ihm angefangen?
Ich? Ich hätte ihn nicht einmal mit einem Finger angerührt.
Weißt du, mein einziger Geliebter ist Ferruccio.
Und er ist auch sehr eifersüchtig.
VAL SIA ROSA RESTAURANT
- Was tust du da? - Siehst du das nicht? Das Schild abmachen.
- Wird es ausgetauscht? - Sie haben dichtgemacht.
- Wann denn? - Sie sind in einem Unfall gestorben.
Hör mal, wer kam denn her? Von wem wurde es frequentiert?
Niemand, nur einige Paare.
- Weißt du, wie die Besitzerin hieß? - Ich? Diese Leute waren nicht von hier.
- Spionierst du etwa? - Spar dir deine Witze, okay?
- Ist es offen? - Es ist offen, Dottore.
- Soll ich Sie begleiten? - Nein, bleib, wo du bist.
Ich bin ohnehin fertig und gehe jetzt.
Moriconi... Leck mich doch am Arsch!
Dottore, was tun Sie? Warten Sie auf mich.
Ich kann nicht rennen. Mein Kreuzbein tut weh.
- Darf ich mal diesen anonymen Brief sehen? - Hier bitte.
„Restaurant Val Sia Rosa. Gehen Sie hin. Don Giorgio ging dort auch immer hin.“
Wie ich Ihnen gesagt hatte.
Was für ein komischer Name. Hat lange gedauert, es zu finden.
Du hättest nur mich fragen müssen.
Sie waren ja nicht da, als der Brief kam. Also bin ich auf eigene Faust los.
Dottore, im Tausch für die Schläge, die Sie mir verpasst haben...
...müssen Sie mir eins verraten: Woher wussten Sie von dem Restaurant?
Vielleicht war der anonyme Brief ja von mir.
Und wohin gehen wir jetzt?
Ich gehe ins Kloster.
Und du, bleib so weit weg wie möglich von mir, okay?
Ach, leck mich doch...
Danke, ich bin fertig.
Haben Sie etwas herausgefunden?
Ja, ich habe vieles herausgefunden.
Zum Beispiel, wer den Zettel in Don Giorgios Messbuch gelegt hat.
- Wer denn? - Sie, Schwester Tarquinia.
Es gibt noch einen weiteren Zettel, der von Ihnen stammt...
...auf dem der Namen eines seltsamen Restaurants drauf steht.
Ja.
Ich habe Don Giorgio den Zettel mit dem Bibelvers geschrieben.
Ich hatte gehofft, damit seine Seele zu retten.
Und ihn aus einer für einen Priester unwürdigen Situation zu befreien.
Einer unwürdigen Situation für ein höheres, andersartiges Wesen, wie er es war.
Jetzt, da er tot ist, hätte ich für immer geschwiegen.
Wenn da nicht das Leben eines Unschuldigen auf dem Spiel stehen würde.
Don Giorgio hatte versucht, ihn zusammen mit den anderen Briefen dieser Frau zu zerstören.
Ich fand ihn hier, als ich seine Sachen gerichtet habe.
Leider lässt er keine Zweifel.
Deshalb habe ich ihn versteckt. Um sein Andenken zu bewahren.
Lesen Sie ihn. Lesen Sie nur! Es ist schrecklich.
Es stehen lauter Drohungen und Beleidigungen drin.
Und obszöne Details.
So habe ich von diesem Restaurant erfahren.
Aber jetzt steht etwas Wichtigeres auf dem Spiel.
Schon im Evangelium stand geschrieben: „Oportet ut scandala eveniant.“
„Manchmal bedarf es eines Skandals.“
Gesegnet sei Gott.
Gesegnet sei Gott.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Empfange diese Buße, oh Herr, in Gedenken an Don Giorgio.
Möge diese Nachahmung der Tugend unseres Kaplans...
...uns jetzt und für alle Zeit vom Bösen fernhalten.
Gott, erbarme dich meiner, gemäß deiner großen Barmherzigkeit.
Gott, erbarme dich meiner, da ja meine Seele auf dich vertraut.
Herr, erhebe dich, hilf uns und mach uns frei
- Vater im Himmel, Gott. - Erbarme dich unser.
- Sohn, Erlöser der Welt, Gott. - Erbarme dich unser.
- Heiliger Geist, Gott. - Erbarme dich unser.
- Heilige Dreifaltigkeit, einziger Gott. - Erbarme dich unser.
Von allem Schlechten befreie uns, Herr.
Von allen Sünden befreie uns, Herr.
Von allen Sünden befreie uns, Herr.
Christus, erhöre uns.
- Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Christus, erhöre uns.
- Herr, erbarme dich! - Christus, erbarme dich!
- Herr, erbarme dich! - Christus, erbarme dich!
- Herr, erbarme dich! - Christus, erbarme dich!
- Herr, erbarme dich! - Christus, erbarme dich!
- Herr, erbarme dich! - Christus, erbarme dich!
- Herr, erbarme dich! - Christus, erbarme dich!
- Herr, erbarme dich! - Christus, erbarme dich!
- Mit der Kraft deiner Liebe! - Mit der Kraft deiner Liebe!
Heilig, heilig, heilig sei dein Name!
Herr, erbarme dich!
Befreie uns, Herr, aus unserer Hölle!
Befreie uns von unseren Übeln.
Vom ewigen Tod befreie uns, Herr.
Befreie uns, Herr, vom Zorn und vom Hass.
Du hast es gar nicht drauf. Du bist eine Gurke.
Und vier.
- Willst du noch mal spielen? - Nein, ich verliere immer. Du bist zu stark.
- Dottore, die sind fertig. - Siehst du nicht, dass ich beschäftigt bin?
Ruf mich, wenn der Staatsanwalt da ist.
- Diese Frau da ist tot, stimmt's? - Mach dir keine Gedanken darüber.
- Hör mal, sollen wir einen Tausch machen? - Mit was denn?
Sieh mal, ich gebe dir all diese hier. Das sind viele.
- Und du gibst mir die da. - Nein, ich mag diese hier.
Gut, wie du willst.
Dann lass ich mir von Orchidea eine geben. Sie hat ja viele.
Von wegen viele. Woher soll sie die herhaben? Solche werden gar nicht verkauft.
Ach nein? Und wo bekommt man die dann?
Sei ehrlich, das hier war deine Murmel. Und du hast sie in der Kirche verloren.
Ich gehe jetzt. Ich muss Hausaufgaben machen.
- Es ist 10:30 Uhr. - Lass mal sehen.
Entschuldige mal.
Wieso stellst du die nicht um? Sie zeigt 11:30 Uhr.
Das kann ich nicht. Es ist eine Automatikuhr.
Don Giorgio hat sie mir geschenkt. Er stellte sie mir auf Sommerzeit um.
Aber just an dem Tag ist er gestorben.
Sommerzeit? Ich bin doch ein Idiot!
Moriconi! Moriconi!
Dottore, was soll ich dem Staatsanwalt sagen? Der will den Bericht über Frau Pisanis Tod.
Er wurde zwischen 24 Uhr und 1 Uhr getötet...
...anstatt zwischen 23 Uhr und 1 Uhr, wie wir geglaubt haben.
Ach, was zum Teufel spielt das schon für eine Rolle?
Sommerzeit hin oder her.
- Wer ein Alibi hatte, hat es immer noch. - Ja.
Denn im Grunde beschränkt sich alles darauf, dass es eine „tote Stunde“ gab.
Eine „tote Stunde“.
- Was für eine „tote Stunde“? - Ja, um Mitternacht stellt man zurück...
Nun, das habe ich nie so richtig verstanden.
Fakt ist, dass für eine Stunde alles erlahmt. Selbst die Züge.
- Es ist so, als existiere diese Stunde nicht. - Zeig mir noch mal die Protokolle. Sofort!
Das Motiv ist vorhanden.
Aber das Alibi existiert vielleicht nicht mehr.
Ja? Einen Moment.
Es ist Frau Durantini.
- Was tun Sie um diese Zeit in der Kirche? - Und was tun Sie?
Ich habe gebetet, in Gedenken an Don Giorgio.
Und ich hörte dabei seine Musik.
Verstehe.
Gut.
Gut.
Beten Sie weiter. Machen Sie weiter.
Hallo? Geben Sie mir Kommissar Boito.
Hier ist Frau Durantini. Es ist das dritte Mal, das ich anrufe.
Sagen Sie mir, wann ich ihn erreichen kann.
Ich habe verstanden.
Danke.
HAUPTPOLIZEIPRÄSIDIUM MOBILES EINSATZKOMMANDO
Also, Herr Ingenieur...
Als Don Giorgio getötet wurde, befanden Sie sich im Zug.
So ist es.
Ja sicher, Sie waren im Zug.
Es sei denn der Zug stand still.
Das haben Sie uns bei der ersten Befragung verschwiegen.
Ja, stimmt. Wie dumm von mir. Wir standen eine Stunde still.
- Und wo? - Nun, das kann ich nicht genau sagen.
- Irgendwo auf dem Land. Ja, auf dem Land. - Ich sage Ihnen, wo das war.
Es war exakt 20 Minuten Fußweg von der Klosterkirche entfernt.
Was bedeutet das?
Das bedeutet, Sie hatten alle Zeit der Welt, aus dem Zug auszusteigen...
...zu der Kirche zu laufen, den armen Don Giorgio zu töten...
...und zum Zug zurückzulaufen, bevor dieser weitergefahren ist.
Und aus welchem Motiv hätte ich diesen Priester töten sollen?
Genau das wollte ich Sie fragen.
Welches Motiv hatten Sie, Don Giorgio zu erstechen?
Keins. Don Giorgio war ein guter Freund. Er kam oft zu mir nach Hause.
Außerdem hing meine Frau sehr an ihm.
Und was die Tötung von Giulia Pisani betrifft? Haben Sie ein Alibi für die Tatzeit?
Was wollen Sie damit sagen, Kommissar? Glauben Sie etwa wirklich, ich hätte...
Herr Ingenieur...
Derjenige, der Don Giorgio getötet hat, hat auch Giulia Pisani getötet.
Das ist gewiss.
Giulia hatte sich gebückt, um diesen Umschlag aufzuheben...
...in dem ein Erpressungsgeld mit 10.000 Lire-Scheinen hätte drin sein sollen.
Stattdessen beinhaltete er nur Papierfetzen.
Der Mörder wartete an dem Ort, den sie ihm genannt hatte.
Und im richtigen Moment - zack!
Nur hat er vergessen, den Umschlag aufzuheben.
Besser gesagt, er hatte es zu eilig, in die Kirche zurückzukehren...
...bevor der Gottesdienst zu Ende war.
Herr Ingenieur, Sie sind ein Tatverdächtiger.
Sie erhalten morgen die offizielle Mitteilung vom stellvertretenden Staatsanwalt.
Danke, Sie können gehen.
Das ist ein Fehler.
Was glotzt du so? Was glotzt du so, hä?
Hast du mich etwa noch nie zuvor gesehen?
Doch, aber es ist das erste Mal, das ich Sie nicht verstehe.
Um ehrlich zu sein, verstehe ich Sie seit einigen Tagen nicht.
Moriconi, wie immer geht es um die drei wesentlichen Punkte:
Die Waffe, die Stunde und das Motiv.
Hier haben wir aber einen ahnungslosen Gehörnten.
Motiv, adieu.
Und, was gefunden?
Nichts Interessantes.
Ingenieur Durantini kam oft her, um sich die Karten legen zu lassen, stimmt's?
Kann schon sein. Ich war nur selten zu Hause.
Arme Giulia...
Sie sagte immer, dass sie zu den anderen gut war.
Sie sagte auch, dass man sich die Karten aber nicht selbst legen kann.
Kommissar, wer könnte sie getötet haben? Wer?
- Hallo? - Orchidea? Orchidea.
- Ach, du bist es. - Hör mir zu.
- Von wo aus rufst du um die Zeit an? - Ich bin im Büro, Ich werde noch wahnsinnig!
- Was ist los? - Ich war den ganzen Tag im Polizeipräsidium.
Und dann beim Anwalt. Man verdächtigt mich, Don Giorgio und Giulia getötet zu haben.
Verstehst du? Verstehst du? Bitte, komm sofort her!
Hallo? Hallo?
Das ist die „Sonne“, das der „Teufel“, und das ist der „Gehängte“.
Und das sind die Trumpfkarten.
- Aber leider fehlt hier eine Karte. - Welche fehlt?
Es fehlt die „Gerechtigkeit“.
Ah...
Hallo?
Ja, ich bin's.
Was?
- Ich komme sofort. - Fährst du mit dem Motorrad?
Lass dir doch ein Auto kommen. Mein Sohn, du bist eine Autorität.
- Und verkauf das Motorrad. - Ja. Wiedersehen, Mama.
Er hat sich eingesperrt und antwortet nicht.
Moriconi.
Cartillo.
Hey!
Gut gemacht.
Ruf den Gerichtsarzt.
Jawohl.
Gib dem Richter Bescheid, und lass den Erkennungsdienst kommen!
Moriconi! Moment noch...
Schau mal, ob der in die Tür passt.
Ja, sofort.
Passt er?
Er passt in der Tat. Er hatte sich eingesperrt.
Das ist Ihre Schuld. Er war aufgewühlt.
Er rief mich an nachdem Sie ihn beschuldigt haben.
Nein.
Ich glaube nicht, dass er ohne triftigen Grund, sich zu so etwas hat hinreißen lassen.
Gehen Sie jetzt. Gehen Sie nach drüben, in ein anderes Zimmer.
Der Ingenieur war eifersüchtig auf sein Büro. Daher ließ er ein spezielles Schloss machen.
Gibt es noch weitere Schlüssel? Hatte die Sekretärin einen, oder Sie, Pisani?
- Nein, keinesfalls. Er hatte den einzigen. - Das lässt sich nicht öffnen, Dottore.
- Und? - Selbstmord. Es erscheint mir offensichtlich.
- Soll ich sie aufbrechen? - Ganz ruhig. Ruhig, ruhig, Moriconi.
Lassen wir uns nicht von der Begeisterung fortreißen, okay, Moriconi?
Sie ist aufgegangen.
Da haben wir die fehlende Karte: Die „Gerechtigkeit“.
„Bezahle. Es ist besser für dich.“
- Was bedeutet das? - Das erklär ich dir später.
Und hier haben wir das Messer.
Mit dem hier wurden Don Giorgio und Giulia Pisani getötet.
Weißt du, ich habe dich eine Zeit lang für den Mörder gehalten.
Wieso hast du mir nicht gleich von deiner Beziehung mit Don Giorgio erzählt?
Dachtest du, ich hätte es nicht verstehen können?
Hältst du mich für so einen beschränkten Mann, dass du nicht...
Ich bitte dich, nicht jetzt. Mach mir jetzt keine Vorwürfe.
Ich brauche es jetzt sehr, dass du mich liebst.
Leckt mich!
Die... Die können mich mal.
Dass die Tatwaffe der beiden Verbrechen...
... in der Schublade des Schreibtischs von Herrn Durantini gefunden wurde...
... beseitigt jeglichen Zweifel hinsichtlich seiner Schuld.
Wir haben auch Beweise, dass Frau Pisani, das Opfer, versucht hat, ihn zu erpressen.
Was, denken Sie, hat Ingenieur Durantini dazu bewogen, so eine Tat zu begehen?
Eifersucht. Eine absurde Eifersucht, die jeglicher Grundlage entbehrt.
Er hatte wohl in seinem Kopf die Vorstellung, seine Frau würde ihn betrügen.
- Mit dem ersten Opfer, Don Giorgio? - Darin liegt ja die Absurdität seiner Eifersucht.
Zwischen seiner Frau und dem Priester bestand eine gewöhnliche Freundschaft.
Wie... Wie unter Kollegen.
Alle Zeugenaussagen diesbezüglich unterstreichen das.
Nur hat der von Eifersucht besessene Ehemann vermutlich...
... jegliche Kontrolle über die Realität verloren.
Mit anderen Worten, er ist verrückt geworden?
Es gibt keine andere Erklärung.
Mit dem Interview mit Kommissar Boito beenden wir den Teil unserer Sendung...
... der den Tagesereignissen gewidmet ist...
- Hallo? - Hallo.
Hallo.
- Hast du's gesehen? - Ich habe eben ausgeschaltet.
- Kommst du zu mir? - Schon wär's.
Nein, Liebes, ich kann hier nicht weg.
- Sagst du nichts dazu? - Zu was?
- War ich gut? - Aber ja, sicher.
- Ich habe sogar gelogen. - Du hättest auch die Wahrheit sagen können.
Aber die hätten dir eh nicht erlaubt zu sagen, dass der Priester was mit mir hatte.
Jetzt bist du unfair. Ich habe es für dich getan.
Dann bedanke ich mich. Ja, es ist besser so.
- Für mich ist die Sache abgeschlossen. - Ich wünschte, sie wäre es für mich auch.
Fängst du schon wieder damit an? Du wolltest doch nicht mehr darüber reden.
Wenn du mich wirklich liebst, musst auch du Don Giorgio vergessen.
Du weißt, dass ich dich liebe. Also gut, wir sehen uns morgen. Gute Nacht.
- Tschüs. - Tschüs.
Tschüs.
HEFT VON FERRUCCIO BALLATI
Aufsatz. Erinnerungen an Don Giorgio.
- Bist du hier, um mit mir rauszugehen? - Ja, wenn du magst.
Aber erst muss ich mit dir sprechen.
Bleib stehen, Ferruccio! Ich will nur mit dir reden!
Ferruccio, bleib stehen!
Komm her!
Wohin rennst du? Ferruccio, bleib stehen!
Ferruccio!
Wohin gehst du, Ferruccio? Bleib stehen! Bleib stehen!
Wo will er bloß hin?
- Aua! - Das geschieht dir recht.
Das soll dir eine Lehre sein. So, das war's.
Du bist ein Idiot! Ich wollte dir nur sagen, dass ich Kommissar Boito heirate.
Wir haben beschlossen, dich zu adoptieren. Sagst du nichts dazu?
Bist du wenigstens froh, dass du bei mir bleibst?
Wir beide müssen eine Abmachung treffen. Hör mir zu...
Du musst nicht so früh aufstehen. Du hast Ferien.
Magst du mein Geschenk nicht?
Ich will Rollschuhe haben.
Ich fahr jetzt bis ins Dorf.
Nein, du rührst dich nicht von der Villa weg!
Nein, Ferruccio! Du musst dich an die Abmachung halten!
Pass auf die Schnur auf.
Was tust du da?
Ich zeig's dir.
Du bleibst hier. Du wirst sehen, das ist eine tolle Sache.
Machst du mir bitte die Tür auf?
- War ich gut? - Ja, sehr. Aber was hat das zu bedeuten?
So kann man jemanden umbringen und andere glauben lassen...
...er hätte sich selbst umgebracht.
Und woher weißt du das?
Ich habe es in diesem Buch gelesen.
Es war in deinem Zimmer. Bist du verärgert?
Du bist sehr intelligent, Ferruccio.
Wirklich clever.
- Soll ich es öffnen, Signora? - Nein, ich mach's selbst auf.
Geh runter und bereit alles vor. Sie kommen gleich.
Pech für dich. Ferruccio
Da ist ja das Konzept deines Aufsatzes. Du hast gesagt, du hättest keins gemacht.
Du bist ein Hurensohn. Du bist ein Erpresser.
Ja, das ist es, was du bist.
Ich habe alles gesehen.
Ich habe gesehen, wer Pater Giorgio umgebracht hat.
Orchidea!
Orchidea!
Wo bist du?
Ich habe Ferruccio gesucht. Wer weiß, wo er steckt?
Du erstaunst mich immer wieder.
Wir heiraten gleich, und du denkst an Ferruccio.
Was ist, hast du ihn lieber als mich?
Gehen wir, man wartet unten auf uns.
Setzt euch.
Wenn es eure feste Absicht ist...
Wenn es eure feste Absicht ist, den heiligen Bund der Ehe zu schließen...
...so faltet eure Hände...
Das war klug von dir. Jetzt kannst du gehen.
Ach, so ist das? Hast du mir sonst nichts zu sagen?
Wie kannst du dich nur so verhalten?
Ich habe nichts weiter zu sagen und verhalte mich...
...wie mein Gewissen es mir diktiert.
Du sollst mich in Ruhe lassen, verstanden?
Du hättest mir die Briefe schicken können, stattdessen bist du persönlich gekommen.
Um mich zu provozieren.
Aber jetzt ist genug. Verschwinde!
Verlasse diese Kirche.
Im Namen Gottes, geh. Ich will dich nie wieder sehen.
Aber ich brauche dich. Bitte, schick mich nicht weg. Bitte!
Bist du verrückt geworden? Wir sind in der Kirche.
Geh fort! Verschwinde hier!
Es ist aus mit uns. Verschwinde!
Du bist...
...unflätig.
- Und was ist mit Giulia? Und Giulia? - Verschwinde!
Mein Gott, vergib uns!
Ferruccio?
Ferruccio!
Ferruccio? Ferruccio!
Oh Gott...
Ferruccio...
Sie ist es gewesen... Sie ist es gewesen.
Orchidea.
Sie wollte mich mit einer Luftinjektion töten.
Beruhig dich jetzt.
Komm mit.
So.
Du bleibst jetzt hier. Bleib ruhig und versuch dich zu erholen.
- In Ordnung? - Und was machst du mit Orchidea?
Mach dir keine Gedanken.
Tu ihr nicht weh.
Nein.
Ich versprech's dir.
Dottore, was ist denn los? Alle warten in der Kirche auf Sie.
Orchidea.
Orchidea!
Wiedersehen, Ferruccio. Komm uns doch mal besuchen.
Wiedersehen.
Du heiratest dann, oder?
Nun, das werden wir noch sehen, okay?
Los, spring auf.
Na los.
Na, komm, kleiner Mann!
Für den Moment gibt es noch viele andere Dinge zu tun.
Zunächst einmal muss ich dir beibringen, wie man Motorrad fährt.
Hey!
Und dann müssen wir Anselmo noch eine schöne Zahnprothese besorgen.
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