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Diese Wände und Decken...
Könnt Ihr alle verschieben, und immer nach Belieben
in demselben Gemache 'nen wechselnden Anblick Euch verschaffen.
- Und unser Brautgemach wo ist's? - Ihr habt die Auswahl...
Auch diese Wand verschiebbar! Die Stube?
- Bitte! - Hier im Freien...?
Doch könnt Ihr schließen...
Versteh' schon! Auch die hier... die schiebt man...
- Ein und aus! - Au! Der Witz ist nicht übel.
Türme sind selbst so fest nicht; solid vom Grund zum Giebel!
Das ist ein schönes Kartenhaus!
Dies ist Eure Zofe;
als Kammerkatze fand sie bei der Braut schon ihren Platz.
Der Diener...
Und hier... der Koch.
Sie sind verwirrt von der großen Ehre.
Die Namen?
Miss "zarter Wolkenschleier",
"Strahl der Morgensonne",
"Duftend Gewürze".
Namen des Gespötts, des Scherzes.
So wird' ich sie nennen: Schnute!
Erste, zweite und dritte Schnute.
Ach, Euer Gnaden lächelt? Weil Glück Euch hold umfächelt!
Okunama, der Weise, sagt: "Lächeln zerreiße Kummers Gewebe."
"Breche der Perlen Schale,"
öffne dem die Tore zum Paradiese,
"den immer es umschwebe, den plätschernd es umfließe..."
Okunama, der Weise, sagt: "Lächeln zerreiße Kummers Gewebe".
Im Schwatzen sind sie gleich, die Weiber aller Zonen.
Was guckst du?
Ob die Braut noch nicht zu sehn ist.
- Alles fertig? - Und zur Stelle! - Welch' prächtiger Geselle!
Alles kommt:
unser Standesamtsverweser,
Die Verwandten, und Euer Konsul,
und's Fräulein Braut.
Hier auf Bergeshöhe schließt Ihr dann Eure Ehe.
Sind es viele Verwandte...?
Die Großmama, die Schwiegermutter, der Oheim, ein Bonze
(der sich sicher hier nicht sehn lässt).
Dann die Vettern und Kusinen...
Im ganzen wohl zwei Dutzend Verwandte... aller Grade.
Aber die Zahl wird wachsen...
Und dafür sorgt in Treu Ihr, mein Herr, und die schöne Butterfly.
Welch' trefflicher Geselle!
Ich schwitze und klettere! Schnaufe und wettere!
Das ist der Konsul!
Ouh! Dies Steingeröll... Bin ganz beklommen!
- Seid mir willkommen! - Seid uns willkommen! - Ouff!
Vorwärts, Goro bring uns Erfrischung!
- Hoch ist's. - Und herrlich!
Nagasaki, das Meer, der Hafen...
Und hier ein Häusel mit viel Bambusgesäusel.
Eures?
Ja, es ist mein für ganze neunhundertneunundneunzig Jahre;
wobei das Recht ich mir wahre, jeden Monat zu künd'gen.
Hier ist alles elastisch, sowohl der Kaufvertrag, als auch die Häuser...
- Man findet oft hier seinen Nutzen. - Freilich.
Im weiten Weltall fühlt sich der Yankee heimisch,
lebt er doch überall kühn seinem Handel.
An manch Gestade führt ihn seiner Schiffe Wandel...
Milk-Punch oder Whiskey?
An manch Gestade führt ihn seiner Schiffe Wandel,
bis eines schönen Tags das wilde Meer ihn samt dem Schiff verschlinget.
Das Leben zu genießen,
irrt er lüstern umher, wo Schätze sich erschließen...
O, die leichtgeschürzte Weisheit...
Und wo die Liebe ihm winkt.
So leichtgeschürzte Weisheit
macht's Leben uns wohl heiter,
doch lässt sie's Herze kalt.
Beugt's ihn auch nieder, rafft er empor sich wieder,
fügt nach dem Sinne die halbe Welt sich.
Nun verheirat' ich mich auf japanisch,
für neunhundert und neunundneunzig Jahre.
Freilich darf ich kündigen jeden Monat.
O leichtgeschürzte Weisheit!
"America for ever"!
Ist's ein liebliches Mädchen?
'S ist wie ein Sträußel von frischen Blumen,
wie ein Sternlein mit gold'nen Strahlen.
Und so billig: nur hundert Yen!
Will Eu'r Gnaden mich beehren? Ich habe noch reiche Auswahl.
Geh und führe die Braut her!
Wie nach ihr Euch verlanget! Ihr seid wohl schon ganz Feuer und Flamme?
Mag sein! Hab' niemals was Holderes gesehen!
Ob's echte Liebe, möcht' ich mich fragen.
Eins kann ich sagen: Mich hat die Kleine im Netze gefangen.
Leicht wie ein Gläsel von jung-mildem Weine;
edel und zierlich, schlank und manierlich,
ganz so japanisch, Nippesfigürlich!
Hinter Fächern und Matten verstecket,
wartet sie, dass ein Aug' sie entdecket;
huscht wie ein Schmetterling in die Weite,
setzt sich wieder und lacht von der Seite.
Solch kleinen Falter ich erjagen wollte,
ob's auch die Flügel ihm zerschlagen sollte!
Ach, heute sind's drei Tage: da kam sie ins Konsulat.
Ich sah sie nicht, doch hört' ich reden sie,
und beim Klang ihrer Stimme ward mir, ich weiß nicht, wie!
Wer so innig und warm davon spricht,
dess' Lieb' ist echt...
Die kleinen zarten Flüglein,
die dürft Ihr nimmer zerschlagen,
dürft nimmer brechen ein gläubig Herzelein!
Trefflicher Konsul, glaubet mir, Ihr nehmt es viel zu schwer.
- Eine Schande es wäre... - Ihr habt der Jugend Sinn nicht mehr.
- Ich hörte ihre Stimme, so süß... - Fort das Trübsal, man ist nur einmal.
- Ewig nie tön' sie in Schmerzenslauten! - einmal im Leben jung und liebesfroh!
Whisky?
Noch ein Gläschen nehm' ich.
Sei's Eurer fernen Familie zum Heile!
Und trinken wir auf meinen Bund, den künft'gen Eh'bund
mit einer echten Amerikanerin...
Seht Ihr! Da sind sie, sie kommen immer näher.
Höret das lust'ge Plaudern! Wie Wind in Blättern rauschet, wenn man lauschet.
Ah! Ah!
Oh! Weiter Himmel! Endlos Meer!
- Bald sind wir auf der Höhe. - Wie langsam du bist.
- Wartet! - Sieh doch, sich den Blumenflor!
Über das Meer und alle Lande weht es wie ein Hauch von holdem Frühling.
O, glücklich Reden junger Menschen.
War je ein anderes Mädchen in Japan und der weiten Welt so fröhlich?
O Liebe, dir nun folg' ich, deinem zärtlichen Ruf.
- Ich nah' mich deiner Schwelle, Liebe. - Leb' ewig in Freuden, o Gespielin.
- Im Saale deiner Freuden... - Doch eh' dein Fuß berührt...
- Selig zu ruh'n Ihr Guten! - die Schwelle, die dein harret...
wende dich um und sich den weiten Himmel...
Leb' ewig in Freuden, o Gespielin.
Doch eh' dein Fuß berührt die Schwelle,
wende dich um und sich
das endlos weite Meer, das dich rings umgibt!
Da sind wir.
F. B. Pinkerton! Heil!
Heil!
Große Ehre!
Seid gegrüßt!
Recht beschwerlich war der Aufstieg?
Hab' als Braut von guten Sitten
eh'r an Ungeduld gelitten.
Ei, das Kompliment ist selten.
Noch viel schön're wüsst' ich Euch.
Schön wie Perlen!
Macht's Euch Freude, sie zu hören?
Danke, nein!
Miss Butterfly...
Wie reizend! Welch' passender Name!
Seid Ihr von Nagasaki?
Ja, mein Herr!
Und aus einst wohlgestellter Familie.
So ist's?
So ist's!
Ich weiß ja wohl, dass niemand will arm geboren sein;
jeder Vagabunde möcht' gerne uns erzählen
von edler Herkunft.
Ach, glaubt im Ernste nur: wir waren reich!
Doch der Wettersturm zerbricht auch die allerstärksten Stämme.
Da sangen wir als Geisha
ums täglich Leben.
- War's so? - So war's!
Sollt' ich's verschweigen? Sollt' mich schämen?
Ihr lächelt?
Warum? So ist das Leben.
(Wie sie redet und zierlich tut, ist nun gar zum Entzücken!)
Und Ihr habt noch Geschwister?
Nein, Ihr Herren, nur die Mutter.
Eine adlige Dame.
Dass sie nun auch verarmte,
hinderte nicht ihr Name.
Und Euer Vater?
Tot!
Doch hab' andere Verwandte:
Einen Oheim, einen Bonzen.
Hör!
Ein Ausbund an Weisheit.
Ein Fluss an Beredtheit!
Gnade, Gnade mein Gott!
Ich habe noch einen Onkel! Doch der...
Ein großer Tor!
Bummelt ein wenig im Kopf.
Ständig in Spelunken.
Oh, ein Bonze und ein Einfaltspinsel.
Die beiden sind für mich ein Paar.
Missfällt Euch das?
Oho! Mir ist nicht drum!
- Und wie alt seid ihr? - Ihr sollt drauf raten.
- Zehn Jahr. - Was höher.
- Zwanzig. - Was tiefer...
Fünfzehn genau vollendet;
bin doch wahrlich schon alt!
Fünfzehn Jahre alt!
- Die Zeit der Spiele... - Und Karamellen.
Hier die drei Schnuten.
Serviert kandierte Spinnen und Fliegen.
Nester mit Zuckerguss und schwer verdaulichen Likör
und die bittersten Leckereien der Nipponerie.
Der Regierungskommissarius,
der Herr Standesamtsverweser, die Verwandten...
Goro, eilt Euch.
Welche Posse! Die Parade dieser neuen Anverwandten!
Meine Mietsverwandten!
- Wo sind sie? - Dort!
Hinter jenem Riesensegel birgt sich wohl meine Schwiegermutter.
- Goro bot mir ihn auch schon an... - Ach, tu' dich nicht!
Und der Onkel dort scheint verrückt, hält vom Wein sich nicht zurück.
Aus diesem Grunde auserkoren, mit dir fühlt er sich neugeboren.
- Ihre Schönheit ist im Erblassen schon. - Die Scheidung folgt bald. - Hoffe es.
Zum Himmel, sprecht leiser!
- Gibt's hier Wein? - Lasst uns umsehen.
- Ich sah schon was... - Ihre Schönheit ist im Erblassen schon.
- Halb braun wie Tee, halb Karmesin. - Die Scheidung folgt bald.
Ah! Hu!
- Goro bot mir ihn auch schon an, doch sagt' ich Nein! - Ach, tu' dich nicht!
- Er ist wirklich nicht schön. - Er scheint mir wie ein König!
- Er ist so schön wie in meinen Träumen! - Ihre Schönheit ist im Erblassen schon.
- Die Scheidung folgt bald. - Hoffe es! - Zum Himmel, sprecht leiser!
Im Glück seid ihr!
- Ja, es stimmt, sie ist eine Blume. - O Pinkerton!
- Ihr exotischer Duft... - Euch reift zur vollen Rose...
- hat mir das Hirn vernebelt. - die kaum erblühte Knospe!
Sah ich doch wahrlich niemals...
- Höret! Achtet auf mich! - ein schöner Mädchen...
- Es stimmt, sie ist eine Blume. - dieser Butterfly.
- Und ich habe sie gepflückt! - Spiel nicht mit dem Vertrag...
und ihrem Vertrauen...
Habet acht' sie glaubt daran!
Mutter, komm her!
Achtet auf mich.
Und tuet mir nach: Eins, zwei, drei...
All' auf die Knie!
Der Herr Standesamtsverweser. Exzellenz.
Hab' die süße Aufgabe
euch nicht mit unnützen Gered' sondern... nach amerikanischer Sitte
dankbar die Absicht des hier anwesenden
Herrn Offiziers zu berichten.
Bestens.
Verneigen wir uns zutiefst.
Ich verneige mich zutiefst vor euch.
Und wir ein zweites Mal.
Ich tu' es euch gleich.
Niemals werden wir deinem göttlichen Ermessen
würd'ge Ehr' erweisen können.
Ich bewund're eure Beständigkeit,
doch ich kann den Rücken nicht mehr beugen.
Meine Mutter.
Redlich glücklich.
Eure Anmut trägt den Glanz der Lilie.
Meine Cousine und ihr Sohn.
Gut gebaut... vielversprechend...
Was sagt man?
Exzellenz...
Der Onkel Yakusidé.
Der ist es? Ha! Ha!
Yakusidé... Ha! Ha!
He! He! He! He!
Wohl den Ahnen, den glorreichen Taten.
Scharfen Blicks.
Gut beschuht.
Wohl den Ahnen, den glorreichen Taten.
Gott, wie sind sie albern!
Ha! Uh!
Sir Francis Blummy Pinkerton,
Eurer Gnaden der Regierungskommissarius.
Takasago .
Standesamtsverweser.
Hanako.
Auf meine Geliebte...
Gefällt dir unser Häuschen?
O Herr F. B. Pinkerton...
Verzeihung.
Ach, ich möchte... ein paar zierliche Sachen.
Und wo sind sie?
Sie sind hier. Euch missfällt das?
'S ist mir neu, meine holde Butterfly!
Seid'ne Tüchlein. Die Pfeife. Ein Gürtel.
Weiter: eine kleine Brosche, dann ein Spiegel
und ein Fächer.
- Und die Büchse da? - Dann ist was zum Färben.
- Oho! - Missfällt's Euch?
Fort!
Und dies da?
Das ist etwas Heil'ges.
Und kann man das nicht sehen?
Zu viele Leute hier.
Ihr verzeiht wohl?
Ein Geschenk vom Mikado an ihr'n Vater...
mit der Weisung.
- Und ihr Vater? - Folgte der Weisung.
Die Ottoke'n.
Die Figürchen... Und die bedeuten?
Die Seelen meiner Ahnen.
Ah! All meine Achtung!
Ganz im Geheimen ging ich gestern
ins Haus der Missionen.
Nun mein Leben ein neues,
darf auch ein neuer Glauben in mir wohnen.
Ich wüsst' euch nicht sagen
ob ich klar erkenn' ob gut oder übel:
Wir beten zu hundert Göttern,
Ihr nur zu einem großen und ewigen.
Onkel Priester weiß nichts,
noch die Meinen ahnen's.
Ich folg' des Schicksals Reigen
und werde demutsvoll
vorm Gotte des Herrn Pinkerton mich neigen.
So will's mein Schicksal!
Für mich gäbt hundert Yen Ihr aus,
Doch leb' sehr sparsam ich.
Und ist's Euch zu Gefallen,
Könnt' ich fast meine Leute vergessen.
Und diese, los!
Alles stille!
Wir gestatten
dem hier zugeg'nen Sir Francis Blummy Pinkerton,
Offizier auf dem Kanonenboote Lincoln,
Marine der Vereinigten Staaten von Nordamerika,
Und dem zugeg'nen Fräulein Butterfly
aus dem Viertel Omara-Nagasaki,
die Ehe einzugehn, dem Erstgenannten auf den eignen Willen hin,
und sie...
Hou! Hou!
Ich leite dich nicht mehr!
Und sie...
Und ihr auf Grund des Konsenses der Verwandten,
die alle hier zugegen.
Der Eh'mann.
Nun die Eh'frau.
Und alles fertig.
O Madam' Butterfly!
Jetzt Madam' F. B. Pinkerton.
Die besten Wünsche!
Ich danke recht ergebenst.
Geht Ihr hinunter, Konsul?
Ich begleit' Euch.
Wir zwei sehn uns morgen.
Das will ich meinen.
Nachkommenschaft!
Versuchen wir's.
Doch Vorsicht'!
(Und nun erledigen wir die Familie!)
(Ihr sollt sehn, dass ich nicht knause; doch geht recht bald nach Hause!)
Hier, Herr Onkel.
Ha, ha, der Schlaftrunk.
Vielleicht sogar zwei Dutzend!
Also doch die Karaffe.
Der Trunkenbold!
Ha, ha, ha!
Trink deinen Saki und knie hin vor Gott.
- Die Schwiegermutter... - Trinkt nicht.
Die Cousinen, die Freundinnen... zwei Karamellen und ein Glas Portwein.
- Sehr gerne! - Der Trunkenbold!
Langsam mein Herr, langsam, er trank' den Vater Ozean!
Zu dir, du Balg;
Öffne deine Säcke und füll' ein, füll ein die Kostbarkeiten in Hülle.
Hip! Hip!
O Kamel O Kamel
Aufs Wohl meiner allerliebsten Dame!
O Kamel O Kamel
Aufs Wohl meiner allerliebsten Dame!
Lasset uns trinken!
O Kamel O Kamel
Aufs Wohl meiner allerliebsten Dame!
Die Stunde des Sonnenuntergangs...
Onkel, ich möchte ein Lied...
Ich bin bereit.
Im Schatten eines Kekì
auf dem Nunki-Nunko-Yama,
am Tag des Gosekì,
Wie viele schöne Mädchen
auf dem Nunki-Nunko-Yama,
am Tag des Gosekì!
Gosekì! Gosekì!
Gefällt es Euch?
Bewegend. Los nimm's wieder auf.
Im Schatten eines Keki
auf dem Nunki-Nunko-Yama,
am Tag des Gosekì,
was tut ihr Schönen hier im Schatten...
Die Flasche!
Cho-cho-san!
Du bist mir Abscheu!
- 'S ist der Oheim! - Was will der hier oben?
Ist doch wahrlich der Ort nicht hier zum Schreien und Toben!
Cho-cho-san!
Weshalb warst du im Missionshaus?
- Gib Antwort, Cho-cho-san! - Ei, was gibt's da zu brüllen?
- Gib Antwort auf die Frage! - Gib Antwort, Cho-cho-san!
Himmel! Ist dein Auge trocken? Konnt' so dein Herz verstecken?
Sie hat uns all' verleugnet.
Hou! Cho-cho-san!
Ja, ich sag' euch, verleugnet den alten Glauben!
Hou! Cho-cho-san!
Kami sarundasico!
Hou! Cho-cho-san!
Dass deine faule Seele ew'ge Folterpein quäle!
Euch sag' ich: nun ist's Maß voll!
Von hinnen alle! Kommt mit mir!
Du hast uns verleugnet...
Nun sei verstoßen!
Macht euch schleunig von dannen!
In meinem Hause duld' ich kein Lärmen und keine Bonzerei!
Hou! Cho-cho-san!
Kami sarundasico!
Hou! Cho-cho-san!
Nun sei verstoßen!
Hou! Cho-cho-san!
Nun sei verstoßen!
Hou! Cho-cho-san!
Mägdlein, ach Mägdlein, weine nicht,
weil die Affen dort brüllen.
Hört, wie sie Schrein!
All das betörte Volk,
und alle Bonzen hier im Land
sind wahrlich nicht wert,
dass deine schönen Augen weinen.
Im Ernst?
Ich weine nicht mehr.
Und fast ist mir nicht leid, dass ich verstoßen...
Weil so liebreiche Worte
mir nun widerklingen tief in der Brust.
Ei was! Die Hand?
Man sagt mir, dass da drüben, bei wohlerzog'nen Leuten,
dies will bedeuten: herzliche Verehrung.
Izagi, Izanami sarundasico, Izagi Izanami sarundasico, Kami.
Wer murmelt da im Haus?
Die Suzuki sie flüstert ihr Gebet für die Nacht.
Ja, es ward Abend...
Und schattig und stille.
Und du allein hier...
Allein und gar verstoßen!
Ausgestoßen...
Und so selig!
Wohlan, nun schließet.
Ja, wir sind ganz allein hier;
allein und weltverloren.
Kein Schrei gellt mehr den Ohren.
Suzuki, mein Gewand!
Gute Nacht!
Die prunkende Schleife lass endlich mich lösen...
- Behände wie ein Eichhörnchen löset sie die Knoten! - Weiß wie die Lilie...
- Wer dächte, dass dies Püppchen meine Gattin sei! - Erscheine die Braut...!
- Meine Gattin! - Er lächelt und flüstert und spähet verstohlen.
- Welch' holdselig Wesen! - Wo könnt' ich mich bergen? Brenne vor Scham!
- Heiß wie Glut fühl' ich Verlangen... - Ich hör' die böse Stimme‚...
- nach ihr mich ganz verzehren. - die mich verfluchte.
Butterfly ausgestoßen!
Ja, ausgestoßen...
Und doch so glücklich!
Mädchen, in deinen Augen liegt ein Zauber,
dem bin ich ganz verfallen.
Du gleichst einer Göttin!
Wie leuchtet auf schnee'gem Gewande
der dunkle Schmuck deines Haares!
Als Göttin des Mondes erschein' ich;
Als Göttin des Mondes,
die leis' in der Nacht auf der Brücke des Himmels herabsteigt.
Sie bezaubert die Herzen...
Und ergreift sie,
hüllt sie sorgend ins weiße Gewand,
und führt sie in die Ferne, in Himmelsgefilde.
Willst du nun endlich mir sagen,
ob auch recht von Herzen mich lieb hast?
Wohl kennt jene Göttin das Wörtlein‚
danach sich der Liebende sehnt?
Sie weiß es,
doch mag sie's nicht sagen,
weil an ihm zu sterben sie wähnt.
Törichter Wahn ist's, dass Liebe uns töte...
Liebe ist Leben,
macht uns Jubeln vor ungemess'ner Wonne;
Sowie nun jubelt deines Auges fremdschöne Sonne.
Ich dachte: Wenn mich jemand wollte...
Weshalb unterbrichst du dich?
Ich dachte: Wenn mich jemand wollte...
würde ich mich einige Zeit trauen.
Damals schlug der Nakodo
eure Vermählung vor.
Doch sag' ich Euch, in Wahrheit schlug er sie zuerst vergebens vor.
Ein Amerikaner! Ein Barbar!
Eine Wespe! Verzeiht, ich wusste nicht...
Meine süße Liebe! Und dann? Erzähl'!
Ja, nun seid Ihr für mich der Himmel!
Seid mein Licht und Leben!
Oh! Ihr gefielet mir schon, als ich eben Euch nur erschauet.
Ihr seid groß und kräftig!
Ihr lacht so offen und von Herzen;
von Euren Worten, da flieh'n alle Schmerzen.
Wie bin ich glücklich...
Wie bin ich glücklich!
Wollt Ihr mich nun lieben,
ein ganz klein wenig lieben,
dann gibt sich so ein Mägdlein,
wie ich bin, schon zufrieden;
ein wenig nur lieben!
Wir sind an alles Kleine von jeher gewöhnet.
Stille und voller Demut,
Lieben leises Kosen von mächtigen Gewalten,
wie das linde Gewell' auf dem Meere.
Lass mir die kleine Hand, die ich begehre...
O Butterfly!
Das ist der rechte Name. Schmetterling, du holder!
Wer in Euren Landen
'nen Schmetterling erjagt,
sticht eine Nadel durch sein zierliches Leibchen,
ihn auf ein Brett festzunageln!
'S ist schon was Wahres dran.
Und weißt du auch warum?
Damit er nimmer flieh'!
Du bist gefangen... Ich fühle dich erbeben...
Sei mein denn!
Ja, und fürs Leben!
Komm, Geliebte, auf,
befreie die Seele
von Zweifeln und von Kummer.
Sieh, die Nacht leuchtet helle!
Rings liegt alles im Schlummer!
Welch' ein Himmel voller Sterne!
Komm, Geliebte, auf...
Wie ich heut' ihn lieben lerne!
Ah! Komm, Geliebte, auf...
Sieh, die Nacht leuchtet helle!
Rings liegt alles im Schlummer!
Welch' ein Himmel voller Sterne! Wie ich heut' ihn lieben lerne!
- Leuchtet! Glüht und funkelt! - Sei die Meine!
- Aller Erden Glanz verdunkelt! - Verjag die Trauer aus deinem Herzen!
Oh! Die tausend hellen Äuglein!
Allenthalben schau'n sie her
auf das Firmament,
auf die Lande, übers Meer.
Ich fühle dich erbeben... Ah! Komm!
Wie viele flammende Blicke!
Wie viele Blicke voll von unsäglichem Schmachten!
Ah! Komm, Geliebte, auf!
Welch' ein Himmel voller Sterne!
- Sieh der Himmel lacht, und uns're Liebe leb'! - Ah! Komm!
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