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Ist dies das Ende, das du dir gewünscht hast?
Es ist das Ende, das ich verdient habe!
Der Legende nach wurde das Schwert des Morgensternritters...
...beim zweiten Vollmond im Dezember geschmiedet,...
...in dem Jahr, in welchem er geboren wurde.
Die 5.000 Schläge, die es ertragen musste, gaben dem Schwert seine Kraft.
Ein Triumph des Feuers,...
...eine Taufe im Wasser.
Es war eine Waffe von beispielloser Reinheit und Stärke.
Ein Schwert, eines Königs würdig!
Doch erst musste es seinen Meister finden!
IGNATIUS VON LOYOLA - KÄMPFER, SÜNDER, HEILIGER
BURG VON LOYOLA 1496
Iñigo!
Bleibe hier.
Don Beltram, auf ein Wort?
Ich hätte Euch dies gern zu einem fröhlicheren Anlass übergeben.
Es wurde geschmiedet, um Euren gefallenen Helden zu ehren.
Einen besseren Sohn als Juan hättet Ihr Euch nicht wünschen können.
Danke, mein Herr,...
...dass Ihr mir in diesen schweren Stunden beigestanden habt.
Der kleine Iñigo ist bereit, zu seiner Familie in Torre de Loyola zurückzukehren.
Sobald Ihr es wünscht!
Reden wir ein anderes Mal darüber. Danke, alter Freund.
- Wo geht er hin? - Maria!
Gib ihm einen Moment.
Nach all der Zeit, darf er noch immer nicht zurückkehren?
Eines Tages wird Don Beltram erkennen,...
...dass der Junge keine Schuld am Tod seiner Mutter hat.
Bis es soweit ist, lass ihn um seine geliebte Frau trauern,...
...und nun auch um seinen erstgeborenen Sohn.
Sollen wir nochmal, mein Herr Ritter?
Für den Moment sind wir fertig.
Nun gut.
Nächste Woche brauche ich dich wieder.
Wenn Ihr dann noch hier seid...
Was weißt du?
Wir Frauen wissen alles, Capitan!
Zweimal diese Woche, Cousin?
Willst du mich wirklich belehren, du Mistkerl?
Ich will nur sagen, dass du Abwechslung brauchst!
Sie ist gut, aber auch nicht so gut!
Sie erinnert mich an jemanden.
Gibt es Neuigkeiten aus Kastilien, Xanti?
Offenbar lernt unser junger König, wie man ein König ist.
Letzte Woche ließ er drei Rebellen hinrichten.
Nun ergeben sich die Comuneros.
Und die Königin?
Sie und die Prinzessin sind noch immer in der Hand der Rebellen.
Feinde! Überall!
Und wir sitzen mit einem Kommandanten fest, der uns exerzieren lässt.
Der Süden rebelliert, der Norden ist ungeschützt,...
...und die verdammten Franzosen wissen das genau!
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie uns angreifen.
Bald wissen wir mehr. Morgen kehrt unser Spion aus Biarno zurück.
Was meinst du? Haben wir Ende der Woche 3.000 Mann vor der Tür stehen?
Du scheinst dich ja fast darauf zu freuen, ihnen zu begegnen.
Wir sind Soldaten, keine Wachen!
Seit drei Jahren werfen wir Trunkenbolde in den Kerker.
Wir sind zu Höherem bestimmt!
Und, um das zu beweisen, nimmst du den Tod in Kauf?
Wie wünscht du dir deinen Tod?
Friedlich! Ich will im Schlaf sterben.
In den Armen meiner wunderschönen Frau.
Falls ich je eine finde...
Was ist mit dir? Wie willst du sterben?
In der Schlacht!
Bevor ich meinen letzten Atemzug mache,...
...will ich meinem Bruder in die Augen blicken und sagen:
"Siehst du? Auch ich bin ein Loyola!"
Martin lässt dich niemals das letzte Wort haben.
Niemals!
Iñigo, du machst dir zu viele Gedanken.
Mehr trinken, weniger denken!
Ein Ritter braucht vor allem drei Dinge:
Einen Gott, dem er dienen kann,...
...einen König, dem er gehorchen kann...
...und eine Dame, die er vor allem Schaden beschützen kann.
BURG VON VALLADOLID 1518
Zu allen Zeiten, Tag und Nacht, muss er bereit sein!
Attentäter, du magst gut sein,...
...doch ich bin besser!
Hat man es dir nicht gesagt?
Wer meine Dame, Prinzessin Catalina, bedroht, den ereilt der Tod!
Wer bedroht mich?
Mit wem sprecht Ihr?
Niemand ist hier, Hoheit!
Ich habe nur geübt.
Ich bitte um Verzeihung!
Habe ich Euer Hoheit Schlaf gestört?
Nein, ich konnte nicht schlafen,...
...also wollte ich in die Bibliothek gehen.
Leider musste die Bibliothek der neuen Voliere weichen.
Das ist schade.
Also liegt es bei Euch, mich zu unterhalten, Herr...?
Iñigo de Loyola, Hoheit.
Ich bin kein Herr.
Ich bin nur ein untertäniger Soldat des Herzogs von Najera.
Ich fürchte, ich bin kein sonderlich guter Unterhalter, Hoheit.
Iñigo, es ist mitten in der Nacht.
Niemand ist hier, den Ihr mit Eurer Protokolltreue beeindrucken könnt!
Bitte, nennt mich Catalina.
Nun gut, Herrin Catalina.
Ich hörte Euch mit jemandem sprechen.
Reine Einbildungskraft.
Diese Technik lernte ich von meinem Vater.
Man stellt sich seinen Feind in Fleisch und Blut vor.
Offenbar war Euer Vater ein fähiger Schwertkämpfer.
Setzt man solch elegante Bewegungen wirklich in einer Schlacht ein?
Sie haben sich oft als nützlich erwiesen, Hoheit.
Beinahe wie ein Tanz.
Die Hälfte meiner Schwertkunst, erlernte ich beim Tanz.
Ihr seid ein Tänzer?
Ich war Diener in Arevalo.
Das gehörte zu unserer Ausbildung.
Perfekt! Nun weiß ich, wie Ihr mich unterhalten könnt.
Los! Beeindruckt mich,...
...Iñigo de Loyola!
Vergebt mir, Hoheit.
Das stand mir nicht zu!
Ich verbiete Euch, so zu denken!
Ja, Herrin, aber...
... ich muss darauf bestehen.
Ich weiß.
Kniet nieder, Loyola!
Niemand wird dies je erfahren.
Niemand wird sich daran erinnern.
Nur Ihr und ich.
Heute Nacht, mache ich Euch zu meinem Ritter,...
...zu meinem geheimen Beschützer.
Schwört mir, mein Leben und meine Ehre zu beschützen,...
... so lange Ihr lebt!
Das schwöre ich!
Dies ist meine letzte Nacht auf dieser Burg.
Im Morgengrauen kehre ich an den Hof der Königin zurück.
Sollten wir uns niemals wiedersehen,...
...versprecht mir, dass Ihr mich in guter Erinnerung behaltet, mein Ritter.
Dient meinem Königreich gut!
Ich würde für Euch in den Tod gehen!
Um meinetwillen, macht das nicht!
Der Kommandant hatte recht.
Du kleidest dich für die Siegesfeier an, bevor die Schlacht gewonnen ist.
Er missversteht das.
Ich kleide mich für den Sarg an.
Guten Morgen, Kommandant.
Montes, Ihr seid früh!
Meine Nächte sind ruhiger als die Euren.
Genug!
Fahrt fort.
Wie erwartet, kam der französische Kommandant Lord Asparros hier an.
Bisher ist er kaum auf Widerstand gestoßen.
Die Leute aus Navarra unterstützen ihn.
Asparros will uns vertreiben und den alten König von Navarra wieder auf den Thron setzen.
Wie viele?
12.000, vielleicht mehr.
Das ist Wahnsinn!
Er wird nicht mit Navarra aufhören.
Mit einer solchen Streitmacht, wird er auf Kastilien marschieren.
Mit so einer Streitmacht, müssen wir ihn ziehen lassen!
Mein Herr!
Der Befehl lautet, Pamplona um jeden Preis zu halten.
Iñigo, seid vernünftig!
Wir haben kaum 300 Mann!
Pamplona ist verloren, Loyola.
Die Stadt mag verloren sein,...
...doch die Festung wird halten!
Wir haben 18 Kanonen.
Wir können das Feuer auf ihre Artillerie konzentrieren.
Und auf die Kavallerie! Wir beschießen die Pferde!
Das verlangsamt sie.
Die Franzosen können nicht nach Kastilien, ohne uns zu bezwingen.
- Vielleicht können wir sie für zwei, drei Tage aufhalten? - Drei Tage?
Ihr wollt das Leben Eurer Männer opfern? Für drei Tage Aufschub?
Kommandant,...
... bei allem Respekt!
Wie viele Könige verloren ihre Krone, weil die Verstärkung einen Tag zu spät kam?
Wir sind im Krieg.
Vielleicht hängt das Schicksal des Reiches daran,...
...dass wir Kastilien etwas Zeit erkaufen.
Jede Zeit, die wir können!
Ich sage, wir halten die Stellung.
Ich sage, wir kämpfen!
Sterben wir, dann in dem Wissen, dass die Franzosen spanische Klingen gespürt haben!
Das schulden wir unserem König.
Sie sind früh!
- Unsere Truppen? - Der Feind!
Am Morgen stehen sie vor den Toren.
Eure Befehle, mein Herr?
Schließt die Tore!
Sagt den Männern, dass sie zur Beichte gehen sollen.
Morgen begegnen wir unserem Schicksal.
Lateinischer Segen
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.
Amen.
Viel zu tun, Vater?
Jeder sucht nach Gott, wenn er kurz davor ist, ihm zu begegnen.
Wollt Ihr beichten?
Bis wir fertig sind, ist der Krieg vorüber, Vater.
Schafft alle Munition raus!
Haltet euch nicht zurück!
Haltet das Pulver trocken!
Ihr habt unser Todesurteil unterzeichnet!
Das haben wir schon, als wir zur Armee gegangen sind!
Tut nicht so, als wärt Ihr einer von uns!
Wenn Navarra fällt, erlaubt Euch Euer nobles Blut freies Geleit.
Bei diesen Männern werden die Franzosen nicht so gütig sein.
Seht sie Euch an!
Seht hin!
Sagen ihre Augen, dass sie an den Ruhm denken?
Nein! Sie machen das des Geldes wegen.
Und, weil sie nach Hause wollen.
Dann sollten wir sie lehren, für etwas Größeres zu kämpfen.
Das ist das Problem mit Euch!
Ihr seht Euch bereits als General.
Ihr seid bereit, Eure Truppen zu opfern.
Aber sie brauchen einen Anführer, der ihre Leben retten will!
Dies ist die Geschichte der letzten Schlacht des tapferen Ritters.
Mein Herr!
Bringe dies zu Loyola.
Sind die Soldaten bereit?
Nun gut.
Ihr nach rechts und Ihr nach links.
Zu den Waffen!
Wartet!
Kanonen!
Feuer!
Die Schlacht war kurz.
Wie lang kann eine Eichel bestehen, gegen die Schläge eines Vorschlaghammers?
In die Bresche!
Schlagt die Bastarde zurück!
Für den Ruhm!
Nein! Nein! Iñigo, wach auf!
Iñigo?
Iñigo, mach die Augen auf, du Mistkerl!
Lateinischer Segen
Nein! Nein! Er stirbt nicht!
Hörst du mich, du Narr?
Hörst du? Du bleibst bei uns!
Ich gehe zu meinen Brüdern.
- Für den Ruhm. - Deine Brüder liegen unter der Erde, du bleibst hier!
Jetzt halt das Maul und lass den Heiler seine Arbeit machen!
Als er im Sterben lag, dankte das Herz des Ritters dem Himmel,...
... für dieses letzte Geschenk.
Der Tod eines Kriegers.
Stehe auf!
Stehe auf!
- Die erste Regel? - Atmen!
Ist dein Feind wütend, doch du bist ruhig?
Dann hast du schon gewonnen!
Hey! Du stehst nicht richtig!
Achte auf deine Füße! Nein!
Niemals die Augen von deinem Gegner nehmen.
Gleichgewicht, Iñigo! Gleichgewicht!
Bei einer Schlacht geht es immer darum, auf den Beinen zu bleiben.
Noch einmal!
Mach' es besser!
Was habe ich dir gesagt?
Denke daran, mein Sohn! Wir sind Männer aus Loyola.
Wir senken nie den Blick.
Steh' auf!
- Wo bin ich? - Zu Hause!
- Sofia! Julen! - Passt auf sein Bein auf.
Meine professionelle Meinung? Vielleicht wird sein Bein nie ganz verheilen.
Wir müssen es brechen und richten.
Wir machen, was wir können, aber dann liegt es in Gottes Hand.
Sollte sich sein Zustand nach drei Tagen nicht gebessert haben,...
...wird er vermutlich sterben.
Die Rebellen haben kapituliert und Kastiliens Truppen sind auf dem Weg.
Vielleicht noch drei Tage!
Sobald sie hier sind, ziehen wir nach Pamplona.
Müsst Ihr?
Wir machen das für Iñigo.
Falls er überlebt, so soll er wissen,...
...dass wir die verdammten Franzosen zermalmt haben!
Falls nicht,...
...haben wir wenigstens seinen Tod gerächt.
Wo bin ich?
Du bist zu Hause...
...und am Leben.
Gott sei gepriesen!
Trinke das.
Das ist ja ekelhaft!
Sei froh, dass du noch lebst und dich beschweren kannst!
Die Ärzte hatten nicht viel Hoffnung.
Ich habe von ihm geträumt.
Er sagte mir, dass ich leben würde.
Und das an seinem Festtag. Du hast einen Schutzengel!
Wie sieht es aus?
Die Ärzte sind sicher, dass du wieder laufen wirst.
Eines Tages.
Niemand übersteht ein Bombardement ohne Narben.
Was ist das?!
Nicht ohne Narben...
Sei froh, dass du in besserem Zustand heimgekommen bist als dein Bruder Juan.
Vielleicht.
Doch er kam als Held zurück!
Als toter Held.
Trinke dein Tonikum.
Sagt, warum tragt Ihr diese Uniform?
Als Soldat Kastiliens, könnt ihr mich mit diesem Bein nicht beschützen.
Ihr seid nutzlos. Geht mir aus den Augen, verdammter Krüppel!
Ich habe es immer gewusst!
Du bist dieses Schwertes nicht würdig!
Und unseres Namens!
Bist du in Ordnung, Iñigo?
Hole mir einen Chirurgen!
Sofort!
Ganz sicher?
Haltet ihn fest!
Die Ärzte sagen, in zwei Monaten kannst du nach draußen.
Bis dahin bin ich in diesem Turm gefangen.
Ja, es wird schwer,...
...aber irgendwie musst du dir die Zeit vertreiben.
Dein Diener hat dir dies besorgt.
Die könnten dich auch interessieren.
Du hast die Bücher gefunden?
- 'Die Abenteuer des Amadís'? - Nein, es tut mir leid.
Julen war bei jedem Adligen, von hier bis Donostia.
Er konnte es nicht finden.
Dies sind die einzigen Bücher im ganzen Haus.
'Das Leben Christi'?
'Die Leben der Heiligen'?
Hermana, allein Bruder Pedro würden die interessieren!
Er ist der Priester, nicht ich!
Das habe ich in der Tasche deiner Uniform gefunden.
Ich wollte es retten.
- Es wurde gewaschen. - Das musste sein.
Es war voll mit deinem Blut!
Langsam, mein Herr! Rechter Fuß, linker Fuß.
Gut! Setzt Euch!
Don Martin!
Don Martin!
Mein Herr, sie sind zurück!
- Es lebe Loyola! - Es lebe!
Kommt schon!
- Yuri! - Hier her!
Den Wein zu mir!
- Ein richtig guter Wein, oder? - Ja.
Nun fülle schon ein, los!
- Ich bin sofort zurück! - Gonzalo!
- Xanti. - Iñigo!
Bruder! Da bist du ja!
Gute Neuigkeiten!
Wir waren letztlich siegreich!
Wir haben die französischen Bastarde über die Grenze getrieben!
Alles nur für dich!
Und Asparros hat ein Auge verloren!
Ich sage, das war dein Treffer, Martin.
Es zählt nur, dass Pamplona und Navarra wieder zu Kastilien gehören!
Die Königin und die Prinzessin sind endlich in Sicherheit.
Wie du es wolltest.
Nicht wahr, Cousin?
Wir haben es geschafft.
Gratulation!
- Der Sieg ist unser! - Genau!
Der Sieg ist unser!
- Auf Kastilien! - Kastilien!
Geht es dir gut?
Das hätte meine Schlacht sein sollen!
Mein Sieg!
Sie waren in der Überzahl, Iñigo.
Dann hätte es mein glorreicher Tod sein sollen!
Sie hätten mich auf dem Wall sterben lassen sollen.
Vielleicht wärst du dann stolz auf mich, was?
Iñigo, sag das nicht!
Natürlich sind wir stolz auf dich.
Ich frage mich immer wieder:
Warum wurde ich zu solch langweiligen Zeiten geboren?
Alles wurde bereits getan.
Man kann sich auf keine Suche mehr begeben,...
...keine Drachen mehr erschlagen.
Es gibt keine Jungfrauen mehr in Not.
Was bleibt, sind sinnlose Familienstreitigkeiten.
Drei adlige Cousins, die um ein Stück spanischen Drecks zanken.
Die Welt verändert sich, Iñigo.
Vielleicht wird es Zeit, einen neuen Traum zu träumen?
ENDE
Vor drei Monaten wurde der Ritter in der Schlacht verwundet.
Und eines ist klar:
Nichts belastet die Seele mehr als die Partnerschaft von Schmerz und Langeweile.
Natürlich träumte er von ihr!
Seine Dame.
Seine süße Catalina!
Was würde er geben, um bei ihr zu sein!
Um ihr zu dienen, um für sie zu sterben!
Doch am Ende dieser Träume, stand immer eine schmerzliche Wahrheit.
Ein Leben mit ihr war unmöglich!
Nicht mit diesem Bein!
Nicht mit diesem Schicksal!
Dachte er daran, was er alles verloren hatten,...
...versank er in Qual, in Pein und Verzweiflung.
Sei wie dein Bruder...
Der Verlust deines Bruder, ist deine Sünde...
Schande! Schande! Schande!
Du bist nicht würdig, ein Loyola zu sein...
"Das Leben der Heiligen'.
Auf diesen Seiten sind die Leben der Heiligen Gottes verewigt.
Diese Ritter des Himmels verbrachten Großartiges,...
...im Namen des Allmächtigen.
Die Ritter des Himmels?
Zu seiner Überraschung, war unser Ritter von diesen Geschichten fasziniert.
Er war erstaunt, ob des Edelmutes und der Tapferkeit der Heiligen.
FRANZISKUS VON ASSISI
Es ist eine Sache, als Soldat Mut zu beweisen,...
...und sich dem Feind mit dem Schwert in der Hand entgegenzustellen.
Es ist eine ganz andere Sache,...
...sich Hunger und Erniedrigung entgegenzustellen,...
...allein mit dem Glauben an die Fürsorge eines unsichtbaren Gottes.
Franziskus, wie war dir all dies möglich?
Gibst deine Reichtümer auf,...
...um Reste zu erbetteln,...
...von den Leuten, die sich einst deine Diener nannten?
Mein Freund, du stellst die falsche Frage!
Das 'Wie' ist unwichtig.
Es geht um das Warum!
Es ist das, was auch mein Herr getan hat.
Was ist der Reichtum, den ich aufgegeben habe,...
...verglichen mit den Reichtümern des Himmels?
Dein Glaube ist größer als der meine.
Nicht mein Glaube ist groß,...
...es ist mein Gott!
Könntest du nicht dasselbe machen?
Diese Gedanken waren anders.
Sie verdunkelten nicht sein Herz.
Sie tauchten ihn in strahlende Freude.
Vielleicht lag hier sein wahres Verlangen.
Könnte er dasselbe machen?
Könnte er, wie einst sie, auf Gott vertrauen,...
...und dem größten aller Könige die Treue schwören?
In dieser Nacht traf er eine Entscheidung.
In dieser Nacht, fand er seinen Traum.
- Ein was?! - Ein Pilger.
Er will nach Jerusalem gehen,...
...und auf dem Weg dorthin betteln.
Wie die heiligen Pilger der alten Tage.
Aber er ist ein Loyola!
Wir dürfen das nicht gestatten.
Was werden die Leute sagen?
Nun, egal.
Wir regeln das, wie wir die Dinge immer geregelt haben.
Unter Brüdern.
Da wären wir!
Genau wie in alten Zeiten.
Etwas dreckiger als früher.
Was redest du? Das ist perfekt! Wir sind wieder zusammen!
Mesonero! Mesonero!
- Wein und Brüste! - Sofort, mein Herr.
Carmen, du siehst ganz entzückend aus, heute Abend.
- Es ist so lange her! - Wir haben Eure hübschen Gesichter vermisst!
Wo wart Ihr?
- Er war im Krieg. - Ich auch!
- Wurdet Ihr verletzt? - Oh, ja!
Aber nichts, was ein paar Hüftschwünge nicht lösen könnten.
Er braucht sofort eine medizinische Behandlung!
- Anna ist eine ausgezeichnete Schwester. - Ja!
- Vergeuden wir keine Zeit. Ins Hinterzimmer mit ihm! - Okay.
- Los, gehen wir. - Ab ins Hinterzimmer!
Bitte! Bitte!
Ich wünsche das nicht.
Seid Ihr in Ordnung, mein Herr?
Bitte! Bitte! Lass' uns einfach sitzen und schweigen.
In Ordnung?
Wir warten, bis meine Brüder fertig sind. Dann können wir gehen.
Ich bezahle dich trotzdem.
Wie Ihr wünscht, mein Herr.
Machst du das schon lange?
Lange genug.
Falls Ihr Euch erinnert, damals wart Ihr mein dritter Kunde, mein Herr.
Wirst du hier gut behandelt?
Besser als zu Hause. Ich kann nicht klagen.
Zu Hause?
Mein Vater war ein Säufer, meine Mutter eine Schlampe.
Sie haben mich beide geschlagen.
Das Meiste davon habe ich vergessen.
Das,... das tut mir leid.
- Das muss schwer gewesen sein. - Nach Vaters Tod wurde es besser.
Ich kam mit nackten Füßen hierher.
Nun habe ich etwas Geld gespart.
Ich nähe Kleider.
- Du hast dieses Kleid gemacht? - Ja.
- Es ist hübsch. - Danke.
Eines Tages gehe ich fort.
Dann werde ich Näherin.
Das ist etwas,... Ehrbares.
Das ist mein Traum.
Warum nicht sofort?
Warum nicht sofort?
Ja?
Ja? Warum nicht sofort?
- Geht es dir gut? - Ja, mein Herr.
Verzeiht!
Du musst dich nicht entschuldigen.
Ihr seid der Erste seit langem, der mit mir redet...
...und nicht will, dass ich mich ausziehe...
...und dann wieder gehe.
Ich weiß nicht, ob ich dieses Leben hinter mir lassen kann.
Blicke ich in den Spiegel, sehe ich nur eine Hure.
Wie lautet dein Name?
Anna.
Anna?
Wusstest du, dass die Mutter der Heiligen Jungfrau 'Anna' hieß?
Ich kenne die Geschichten.
Dann weißt du auch, dass einige der Freunde des Herrn Huren waren?
Könntest du etwas für mich probieren?
Ja, mein Herr.
Könntest du dir vorstellen, wie Jesus in diesem Stuhl dort sitzt?
- In dem Stuhl dort? - Ja.
Kannst du dir das vorstellen?
Versuche es!
Lasse dir Zeit!
Er sieht mich an.
Und er lächelt.
Es ist ein gütiges Lächeln.
Er sieht mich an, als hätte er das mein Leben lang getan.
Was sagt er zu dir?
Dass er mich versteht.
Dass...
... er mich liebt.
Dass es ihn nicht kümmert, wo ich war.
Nur, wohin ich gehe.
Macht dich das nicht glücklich?
Ja! Ja!
Mir geht es gut! Alles perfekt!
Wie es aussieht, hat dir dieser Abend gut getan, Bruder.
Mehr als du denkst.
Hier in Loyola gibt es nichts mehr zu lernen.
Mein Leben begann auf dieser Burg.
Beinahe wäre ich hier gestorben.
Mir ist klar geworden, dass meine Gnadenfrist an eine Bedingung geknüpft ist:
Ich muss diesen Ort verlassen.
Für immer!
Du gehst zurück nach Najera?
Ich weiß, was du vorhast.
Dann gib mir deinen Segen...
...und wünsche mir Glück!
Du wirst hier gebraucht, Iñigo.
Im Ernst, Bruder!
Welchen Nutzen habe ich hier?
Ich bin ein verdammter Krüppel!
Bei Hofe werde ich mich nie wieder zeigen können.
Und meine Soldaten?
Sie folgen eher einem blinden Esel in die Schlacht,...
...nicht einem humpelnden Narren.
Iñigo...
Ich war bereit, mein Leben für den König zu geben.
Beinahe hätte ich das.
Und nun, 40 Tage, nachdem ich fast gestorben wäre,...
...gehört Pamplona wieder Kastilien, als wäre nichts geschehen!
All meine Opfer, wofür?
Niemand verlangt von dir, ein Held zu sein.
Aber wir bitten dich, zu bleiben.
Hilf dabei, die Burg zu verwalten.
Sorge dafür, dass sich um alles gekümmert wird.
Einen Verwalter willst du aus mir machen? Einen Sekretär?
Bruder, das ist wahrlich zu viel der Ehre!
Was siehst du?
Unser Wappen.
Was siehst du?
Sieben rote Balken auf goldenem Grund.
Und zwei Grauwölfe neben einem Kessel.
Die roten Balken, wie du weißt,...
...wurden uns vom König verliehen.
In Gedenken an die Tapferkeit der sieben Brüder.
Oñaz, deine Vorfahren!
- Die Wölfe und der Kessel... - Stehen für die Güte der Familie Loyola.
Nachdem der Mensch gegessen hat, bleibt sogar noch etwas für die Wölfe. Ich weiß!
So sagen wir es den Leuten.
Kennst du die wahre Bedeutung?
Es ist eine Warnung.
Sie gilt allen Nachfahren des Hauses Loyola.
Iñigo,...
...es sind nicht alle Männer nobel.
Die Meisten dienen nur der Hand, die sie füttert.
Ohne den Kessel, würden die Wölfe uns ganz und gar verzehren.
Unsere Familie braucht dich. Das weiß ich gewiss.
Der Pilger-Ritter.
Ein neues Leben.
Eine neue Suche.
Ich dachte, ich würde Trauer empfinden,...
...weil ich mein altes Ich hinter mir lasse.
Doch ich bereue nur, nicht früher gegangen zu sein.
Er kommt wieder!
Mein Onkel Antonio war ebenso.
Nachdem er in Italien von einem Pfeil getroffen wurde,...
...begab er sich auf eine heilige Reise zu einem Berg in Portugal.
Nach fünf Tagen stand er wieder an unserer Grenze.
Iñigo war schon immer ein Sturkopf.
Hey! Er kommt wieder!
Behalte ihn für mich im Auge.
Es wird sich für dich lohnen.
500 Reales,...
...wenn du ihn vor Monatsende zurückbringst.
Der uralte Schrein der Dame von Montserrat.
Schwört ein Ritter seinem Herren zum ersten Mal die Treue,...
...so musste er zunächst eine Wache halten.
Drei Tage lang bleibt er dort.
Er schreibt seine Sünden nieder.
Ganz genau blickt er auf sein Leben.
Noch den kleinsten Fleck sucht er.
Dann schwört er vor seiner Herrin,...
...der Königin des Himmels.
Er schwört ihr die Treue, und Gott, dem Herrn.
Auf ewig!
Am Ende zieht er seine neue, prächtige Rüstung an.
Er verlässt die Finsternis,...
...er geht in die Welt, die ihn braucht.
Ein Streiter, an der Seite der Engel.
Ein Ritter des Himmels!
Hast du Brot?
Vergib mir, Freund. Ich habe nichts.
Wozu bist du dann gut?
Warte!
Nimm dies.
- Das hält dich warm. - Was ist das?
Kleidung! Verkaufe sie für Essen!
Was immer du wünschst.
Und nimm dies.
Ich danke dir!
Don Iñigo de Loyola?
Vielleicht.
Ihr solltet mit mir kommen, mein Herr.
Du Dieb!
Hermano? Hermano?
Wasser! Holt Wasser!
- Wasser! - Er trug die Kleidung, die er Euch gestohlen hat.
Er hat sie nicht gestohlen!
Ich gab sie ihm aus freien Stücken!
Wer hat Euch gesagt, dass es meine Kleidung ist?
Das war ich.
Xanti?
Du bist hier, um mich nach Loyola zurückzubringen.
Ich wollte Euch lediglich ein Pferd anbieten.
Ihr seid es nicht gewöhnt, barfuß zu gehen.
Du kennst meine Antwort bereits.
Ich flehe Euch an, Iñigo!
Iñigo, bitte!
Nehmt wenigstens dies. Für Eure Reise.
Hole ihm einen Arzt!
Sag' Martin, dass ich tot bin.
Ich flehe Euch an!
Der Pilger blieb nun auf den Nebenstraßen und in kleinen Städten.
Er konnte es nicht riskieren, dass seine Verwandten ihn nochmals finden.
Er hatte einen Schwur geleistet.
Und er würde ihn erfüllen!
Er wollte leben, wie es Franz von Assisi und der Heilige Dominikus taten.
Ohne jeden Besitz.
Um Nahrung bettelnd.
Als er sich zum ersten Mal niederließ, um zu betteln,...
...fühlte er sich wie ein Betrüger.
Wie ein Heuchler.
Guten Tag. Eine milde Gabe? Bitte?
Eine milde Gabe? Bitte?
Einen Almosen?
Bitte? Einen Almosen?
Danke!
Eine Gabe? Danke!
Doch als sein letztes Geld fort und sein Hunger groß war,...
...wurden seine Bedürfnisse real.
Es wurde meine wahre Haut.
Die Haut eines Bettlers.
Ich habe einen meiner Diener erwischt, wie er Essen aus der Speisekammer nahm,...
...nur, um es Euch zu geben.
Aufgrund dessen, was Ihr zu ihm gesagt habt.
- Ich entschuldige mich! - Das ist nicht nötig.
Er ist mir der unliebste aller Diener.
Es war gut, dass er etwas Selbstloses getan hat.
Auch wenn es ein kleiner Diebstahl war.
Macht Ihr das immer so?
Den ganzen Tag betteln,...
...um das Essen des Nachts an die Patienten zu verteilen?
Ich kann nicht anders.
Die Patienten sind hilflos.
Ich kann draußen für sie betteln, also bettle ich für sie.
Ich bin Doña Ines de Pascual.
Wie lautet Euer Name?
Iñigo.
Iñigo?
Wie der erste König von Pamplona?
Ich würde sagen, ich bin der Krüppel von Pamplona.
Meine Herrin!
Nun gut, Herr Iñigo, Krüppel von Pamplona.
Ihr seid nicht der erste Soldat, der hier sein Leben verändern will.
Und nicht der erste Adlige.
Streitet es nicht ab!
Blaues Blut rieche ich eine Meile gegen den Wind.
Doch ich erkenne, dass Ihr etwas Besonderes macht.
Und in der Weise, wie Ihr es tut.
Wie lang auch immer Ihr dieses Leben voller Armut,...
...Bettelei, Hunger und guter Taten leben wollt,...
...an meinem Tisch seid Ihr immer willkommen.
Alle meine Mittel stehen zu Eurer Verfügung!
Ihr seid ein Geschenk Gottes, Doña Ines.
Ich weiß!
Warte! Ich helfe dir!
Langsam bekam mein Leben in Manresa seinen eigenen Rhythmus.
Nimm!
Am Tage versorgten wir die Armen mit Brot.
Manchmal kümmerten wir uns um die einsamen Patienten im Hospital.
Die Arbeit war ermüdend.
Doch wir hielten durch.
Nachts zog ich mich in eine Höhle am Cardoner zurück.
Dort zahlte ich meine Schuld an Christus.
Sagen wir es so: Gott ließ sich Zeit mit mir,...
...wie bei einem Kind.
Du bist nicht blind.
Du wirst bald wieder die Gnade meines Sohnes erfahren.
Fast 10 Monate, nachdem ich in Manresa angekommen war,...
...verließ ich die Höhle als neuer Mann!
So hatte Gott mich auf das vorbereitet, was noch kommen sollte.
Im Namen seiner Heiligkeit, des Papstes,...
...ist dieses Gericht der Heiligen Inquisition formell zusammengekommen.
Gerichtet wird über Iñigo Lopez de Oñaz y Loyola.
Einst Soldat des Königs, werden ihm folgende Punkte zur Last gelegt:
Predigen, ohne Erlaubnis.
Umgang mit und Verführung der Weiber aus Salamanca.
Geheime und okkulte Treffen, mitten in der Nacht.
Wird der Angeklagte schuldig gesprochen,...
...wird er am Monatsende im Feuer sterben.
Vorher wird der Fall geprüft.
Ist all dies meine Schuld?
Hätte ich schweigen sollen?
Wie geht es den neuen Brüder, Calixto?
Caceres arbeitet hart.
FÜNF TAGE ZUVOR
Arteaga ist zu schweigsam.
Zu schweigsam, um einer von uns zu sein.
Ich glaube nicht, dass er lange durchhält.
Arteaga folgt Bruder Iñigos Regel:
Mehr zuhören, weniger reden.
Ich glaube, er vermisst seine 50 Diener.
Und die feine Kleidung, die nicht kratzt.
Ich gebe es zu! Heute fehlt mir meine Kleidung!
Nehmen wir dich, Bruder.
Wenn du betest, worum bittest du?
Das Übliche.
Ein langes Leben und Reichtum für mich und meine Familie.
Warum bittest du darum?
Weil das gut ist.
Darf man von Gott nichts Gutes erbitten?
Bedenke, großer Reichtum brachte vielen Angst und Unglück.
Ihre Leben werden vom Reichtum bestimmt.
Und auch ein langes Leben kann leidvoll sein.
Ja, aber...
...wofür sollten wir dann beten?
Vielleicht für Gleichgültigkeit?
Ich meine nicht Herzenskälte.
Es ist gleichgültig, ob Gott dir Reichtum oder Armut gibt,...
...gute oder schlechte Gesundheit.
Solange Armut, Reichtum und Lebenslänge dir helfen,...
...deine Mission zu erfüllen.
Bruder, von welcher Mission sprichst du?
Als du heute aufgestanden bist, was waren deine Pläne für den Tag?
Ich bin Kaufmann, also...
...dachte ich an eine neue Lieferung, die heute eintreffen soll.
Und an ein Treffen mit einem neuen Kunden.
Dann fiel mir ein, dass mein Cousin darauf bestanden hat, dass ich dir zuhöre!
Eine gute Liste,...
...besonders der letzte Punkt.
Wenn du dir, dich selbst auf dem Sterbebett vorstellst,...
...wie würde dir dieser Tag erscheinen?
Ich glaube,...
...ich hätte lieber meine alte Mutter besucht, bevor ich ins Geschäft gehe.
Oder mehr Zeit mit meinem Sohn verbracht.
Wie fühlst du dich mit diesen neuen Gedanken?
Es fühlt sich richtig an!
Wie soll ich es ausdrücken?
Müsste ich nichts anderes machen,...
...würde ich mich für diese Dinge entscheiden.
Du musst nichts anderes tun!
Was ist es, was wir wirklich im Leben machen müssen?
Wir sorgen uns so sehr um die Pflichten des Tages,...
...wir versuchen, es der Welt um uns herum recht zu machen,...
...und sehen am Ende nur eine Reihe geschäftiger,...
...aber bedeutungsloser Tage.
Wir sind Schiffe, die jahrelang umhersegeln, aber nie ihr Ziel erreichen,...
...weil wir kein Ziel vor Augen haben.
Es gibt keine Karte, der wir folgen können.
Ich nenne diese Karte das 'Leben nach dem ersten Prinzip'.
Gott hat uns erschaffen, damit er uns lieben kann.
Und, damit wir ihn lieben.
Wenn das stimmt, so ist unser Leben am besten genutzt,...
...nutzen wir unsere Zeit, um Gott zu huldigen.
Alles auf dieser Welt besteht allein zu diesem Zweck.
Reichtum, Wissen, Fähigkeiten,...
...Träume und Sehnsüchte.
Selbst Krankheit und Unglück können uns seiner Liebe näherbringen.
Also,...
...betet nicht jeden Tag, damit euch Gutes widerfährt.
Betet, damit ihr Gott näherkommt.
Was immer ihr tut, tut es ihm zu Ehren.
Dann lebt ihr ein gutes Leben.
Sorge dafür, dass sie das Essen bekommt.
Eine gute Predigt.
Vergebt mir, Vater.
Es war nur ein Gespräch unter Freunden.
Die beste Predigt, die ich seit Jahren gehört habe!
Selbst von meinen eigenen Lippen.
Gehört Ihr einem Orden an?
Nein, wir sind nur einfache Männer.
Verstehe. Und die passende Kleidung?
Ein Zeichen unserer Gemeinschaft.
Und Ihr habt keine Angst, jemand könnte denken,...
...Ihr würdet predigen wie geweihte Priester?
Das ist nicht unsere Absicht.
Capitan Loyola!
Ihr seid es, nicht wahr?
Nicht mehr!
Ich verstehe.
Ihr versucht es mit einem neuen Gesicht.
Ich möchte meinem alten Gesicht entkommen.
Eine Frage:
Könntet Ihr Gottes Stimme hören, lernen, sie zu vernehmen,...
...würdet Ihr das geheim halten?
Wie könnt Ihr Euch sicher sein, dass Gott durch Euch spricht?
Ich habe alles aufgeschrieben.
Es beschreibt eine Zeit, fort aus der Welt.
Ich habe über das Leben des Herrn meditiert.
Ich habe mich mir in den Stationen seines Lebens vorgestellt,...
...oder kniend vor Gottes Thron.
Ich muss dies Fragen! Diese Art des Betens, diese Vorstellungskraft,...
...sie klingt sehr nach den Methoden der Alumbrados, den Illuminaten!
Ihr seid keiner von ihnen, oder?
Die Alumbrados sind keine wahren Denker, Vater.
Sie sind unvorsichtig.
Meine Methode ist gründlich.
Ich würde dieses Gespräch gern fortführen.
Vielleicht kommt Ihr zum Abendessen in mein Kloster.
Einige der dominikanischen Gelehrten würden Euch sicher gern treffen.
Ihr seid also ein Prediger?
Was predigt Ihr?
Nein, Vater. Ich bin kein Prediger.
- Es sind nur einfache Gespräche... - Einfache Gespräche, ja.
Sanchez hat mir davon berichtet.
Doch ich glaube Euch nicht!
Und ich kann Euch nicht respektieren.
Wollt Ihr predigen, so predigt!
Die Zauderlichen verstößt der Herr.
Also, nennen wir es 'predigen'!
Was predigt Ihr?
Nichts, was Euch fremd wäre, Vater.
Tugenden und Laster.
- Liebe und Hass füreinander... - Das ist doch ganz einfach!
Selbst Kinder lieben die Tugend und hassen die Laster.
Warum müsst Ihr also davon predigen?
Es ist einfach, wenn wir klar und deutlich unterscheiden können.
Doch viele Entscheidungen sind nicht eindeutig.
Wie die Wahl, zu heiraten, oder Priester zu werden.
- Bruder Iñigo hat eine Weise der Einkehr... - Eine Weise des Gebets,...
...um Gottes Willen zu erfahren.
Es geht um die eigenen Erfahrungen und Gefühle,...
...um das, was die eigene Seele bewegt.
Diese Bemühungen scheinen sonderbar,...
...unnötig, vielleicht sogar gefährlich!
Seit Jahrhunderten tut Mutter Kirche gute Arbeit.
Wir brauchen keine radikalen Experimente!
Meine Methode hat Leben gerettet.
Angefangen bei meinem Eigenen!
Das haben schon viele Lügner gesagt.
Mehr sage ich nicht.
Das werdet Ihr! Ich denke, das werdet Ihr!
Wenn Ihr wirklich glaubt, dass Eure neue Methode für die Kirche von Wert ist,...
...werdet Ihr Euch einer genauen Untersuchung nicht widersetzen.
- Nicht wahr? - Sie ist noch nicht bereit, enthüllt zu werden.
Trotzdem ist sie bereit, einfachen Christen vorgetragen zu werden,...
...und sie damit Fehl und vielleicht der Verdammnis auszusetzen!
Meine Methode ist einwandfrei.
Doch trotzdem muss ich ablehnen!
Ich habe nicht gesagt, dass Ihr eine Wahl habt!
Ihr verbleibt in unserer Verwahrung, bis das Tribunal eintrifft.
- Tribunal? - Inquisitor Frias ist ein Freund von uns.
Er wird sich gut um Euch kümmern!
Iñigo!
Iñigo!
Calixto?
Was tust du hier?
Ich habe mich gestellt.
- Wir alle! - Was?
Wir wollten nicht, dass du allein leiden musst.
Aber... die Menschen?
Wer soll sich um sie kümmern?
Sie sind fort, Iñigo.
Sie haben gehört, was mit dir geschehen ist.
Sie bekamen Angst.
Nach all unserer Arbeit!
Und keiner ist geblieben!
Es ist leicht, den Glauben zu bewahren, wenn die Dinge gut stehen.
Zu Christus kehrte nur einer zurück, um Ihm zu danken.
Du hast wenigstens drei!
Wir werden das durchstehen, Bruder.
Wir stehen dir zur Seite, bis das Ende kommt.
Beten wir, dass dies nicht das Ende ist.
Vater Sanchez!
Wollt Ihr mich erneut zum Essen einladen?
Ich entschuldige mich für das, was passiert ist.
Das war nicht meine Absicht.
Ihr hättet den weiten Weg nicht für eine Entschuldigung auf Euch nehmen müssen!
Ein Brief hätte genügt.
Ihr seid ein vielbeschäftigter Mann!
Ich soll Euch vor dem Tribunal verteidigen.
Es liegt also an Euch, dass ich gestehe?
Wie ich höre, darf die Inquisition nun den Besitz der Schuldigen beschlagnahmen.
Ihr könnt alles haben!
Mein gesamtes Vermögen!
Bleiben wir bei der Sache, Iñigo.
Frias ist ein strenger Mann!
Er ließ mehr verdächtige Alumbrados verbrennen...
...als jeder Ankläger Spaniens, ja der ganzen Kirche.
Ich kenne den Tod!
Ich habe keine Angst!
Eure Gefährten sind vielleicht nicht so mutig.
Eure Strafe, wird auch die ihre sein!
Wenn Ihr Euch nicht retten wollt, vielleicht wollt Ihr sie retten!
Was ist Euer Plan?
Zwei Dinge müssen wir machen:
Wir müssen Eure Schriften präsentieren. Wie sollen wir sie nennen?
Spirituelle Übungen!
Gut, Eure spirituellen Übungen.
Wir müssen beweisen, dass sie allein der Schrift und göttlicher Eingebung entstammen.
Außerdem brauchen wir möglichst viele Zeugen,...
...die Euren guten Charakter bezeugen.
Ich bin Doña Ines Pascual.
Ich bin Agustin Crisostomo.
Ich bin der Arzt im Spital von Manresa.
Ich bin Jeronimo Ardevol, der Leiter der Universität von Barcelona.
Ich bin Doktor Ciruelo.
Ich spreche für zwei Edeldamen.
Eine Mutter und eine Tochter.
Sie wurden meiner Obhut anvertraut.
Fast jeden Tag sah ich Iñigo,...
...er versorgte die Kranken und fütterte sie.
Einmal legte er den Finger auf die Wunde eines Mannes.
Dann legte er den Finger an seine eigenen Lippen.
Iñigo kam zu mir, nachdem er aus Jerusalem zurückgekehrt war.
Er wollte die Ausbildung fortsetzen, die ihm seine Karriere beim Militär versagt hatte.
Es war seltsam, einen Mann von 33 Jahren zu sehen,...
...der Bücher für 13-Jährige las.
Sieben, acht Stunden verbrachte er auf seinen Knien, ohne Schlaf,...
...um zu beten.
Seine Buße, sein Fasten, der Schlafentzug,...
...ließen ihn krank werden.
Wir mussten uns seiner annehmen.
Natürlich war ich schockiert!
Ich fragte ihn, was er tat!
Er sagte, dass ihm übel wurde,...
...durch den strengen Geruch der Wunde des Mannes.
Also Zwang er sich dazu, eins zu werden, mit dem Gestank und Dreck des Bauern.
So sind wir eins und gleich!
Ein sturer Mann.
Doch auch sehr demütig.
Er ertrug die Peinlichkeit.
Und er arbeitete.
Ohne Bildung, so war er überzeugt, könnte er seine Gefährten nicht überzeugen,...
...und sie zum Licht führen.
Ich erfuhr, dass sie zu geheimen Treffen gingen, die ein gewisser Iñigo organisierte,...
...zusammen mit seinen Gefährten.
Nie sprach er allein mit einer der Damen.
Es war immer jemand dabei.
Sie behaupteten, Visionen zu haben.
Als würde Christus vom Kreuz herab zu ihnen sprechen.
Eine Woche hörten sie den Predigten des Scharlatans zu,...
...dann entschieden sich meine Mündel, auf Pilgerreise zu gehen.
Zu Fuß!
Ein seltsamer Mann,...
...mit seltsamen Gewohnheiten.
Doch seine Hingabe kann man ihm nicht absprechen.
Er war in meinem Krankenhaus sehr willkommen.
Ich kenne diesen Mann.
Er ist ein guter Mann!
Worte sollten seine neue Waffe sein.
Und er wollte sie meistern.
Aus diesem Mann spricht der Teufel!
Um unserer Weiber Willen,...
... muss er zum Schweigen gebracht werden!
Diese Versammlungen...?
Eure Anhänger sprechen von 'spirituellen Übungen'. Was genau ist das?
Die Idee dahinter ist einfach.
Der Mensch wurde erschaffen, um Gott zu kennen.
Er soll Gott zur Ehre gereichen.
Er soll seine unerschöpfliche Liebe erwidern.
Wenn dies unser Zweck ist,...
...dann bringt uns alles, was uns Gott näherbringt,...
...inneren Frieden und Glück.
Ich nenne das 'Trost'.
Was immer uns von Gott entfernt,...
...erzeugt Leid, Schmerz und Leere.
Das nenne ich 'Trostlosigkeit'.
Die spirituellen Übungen lassen uns die Beweggründe der Seele erkennen.
Wir erkennen, welche von Gott kommen,...
...und welche vom Feind kommen.
Warum braucht Ihr eine andere Methode, Gottes Wort zu hören,...
...wenn es doch klar und deutlich in der Bibel steht?
Die Gebote sind eindeutig!
Bei den Übungen geht es nicht um die einfachen Fragen und offensichtlichen Antworten.
Man muss sie ständig üben, angeleitet von einem geistigen Führer.
Man lernt, still zu sein,...
...zuzuhören und zu gehorchen.
Wie viele Jahre habt Ihr Euch der Lehre gewidmet?
Zwei Jahre Grundstudium in Barcelona,...
... ein Jahr in Alcala, um nun in Salamanca zu beginnen.
Wie viele Jahre der Theologie?
- Weniger als ein Jahr. - Oh!
Dennoch predigt Ihr eine sehr komplexe und detaillierte Form des Gebets?
Die Methode entstammt meinen eigenen Erfahrungen und meinem Urteil.
Vielen Menschen gab sie Trost und wies ihnen den Weg.
Da bin ich mir sicher.
Es gibt eine einfache Erklärung,...
...für all die Absonderlichkeiten, die den Angeklagten umgeben.
Dieser Mann gehört zu den Alumbrados!
Ein Illuminat!
Gotteslästerer, die meinen, direkt von Gott inspiriert zu werden!
Sie sagen, sie hören seine Stimme.
Angeblich geben sie sich ganz dem Göttlichen hin,...
...und sind somit frei von aller Sünde.
Wer mich kennt, Euer Ehren, der weiß,...
...dass ich der Letzte bin, der behauptet, frei von Sünde zu sein!
Wie aber kann ein Ungebildeter so frei über die Beweggründe der Seele sprechen?
Hohe Herren, ich gab Euch sämtliche meiner Schriften.
Seht Ihr darin etwas, dass der Lehre widerspricht,...
...so werde ich das sofort korrigieren!
Wir haben nichts in den Schriften gefunden, dass wider der Lehre ist.
Sonst hätte man Euch längst verbrannt.
Wie auch Ihr brennen würdet, hättet Ihr Euch der Ketzerei schuldig gemacht.
Die Kirche muss sich Prüfungen stellen.
Ketzerei ist allgegenwärtig.
Ich sage, die Gelehrten der Kirche sollen diese Übungen prüfen,...
...bevor Ihr sie verbreiten dürft!
Bei allen Heiligen!
Ich flehe Euch an!
Lasst mich nicht Jahrzehnte warten, bis alle Theologen Roms zustimmen!
Es tobt ein Krieg.
Er ist so schrecklich und real, wie gegen jeden Tyrannen.
Gottes Kinder können nicht mehr sehen, nicht mehr hören.
Sie spüren nicht, wie sie in den Abgrund gleiten.
Deswegen habe ich das geschrieben.
Dies ist ein Handbuch für den Krieg.
Es zeigt uns den Kampf und erlaubt uns, die Stimme unseres Kommandanten zu hören.
Nein! Ich kann nicht aufhören, das zu predigen, was ich gelernt habe!
Wir sind Gottes Armee!
Kann ich nur einen weiteren Soldaten in die Reihen meines Herren führen,...
...nehme ich die Strafe dieses Tribunals dafür an!
Gott soll der höchste Richter unserer Seelen sein.
Eure Gefährten erwähnten ein Tagebuch,...
...das Ihr seit Eurer Abreise aus Loyola geführt habt.
Wir haben all Eure Schriften zu Euren spirituellen Übungen,...
...das Tagebuch jedoch nicht.
Warum?
Weil es den Ursprung Eurer lästerlichen Übungen enthält?
Sicher nicht!
Warum haltet Ihr es dann zurück?
Lasst das Tribunal alles sehen,...
...damit Mutter Kirche in Gesamtheit darüber urteilen kann!
Mein Herr, Ihr schreibt es selbst in diesem Buch:
"Ein Geist, in Licht und Offenheit, ist gut.
Ein Geist, umgeben von Geheimnissen und Täuschung, ist böse."
Welcher Geist ist gerade in Euch, Bruder Iñigo?
Nun gut.
Die Anhörung wird bis morgen früh vertagt,...
...damit diese Illuminaten ihre Aussagen überdenken können.
Ihr habt es vor mir versteckt.
Für die Inquisition ist es ein wichtiges Beweisstück!
Wo ist das Tagebuch?
Es wird uns nicht helfen.
Ihr wisst, wozu dieser Rat in der Lage ist!
Wollt Ihr wirklich sterben?
Nun gut.
Morgen besiegelt Ihr Euer Schicksal!
"Mein werter Ritter,...
...niemand wird dies je erfahren.
Niemand wird sich daran erinnern.
Nur wir.
Ich habe erfahren, was in Salamanca passiert ist,...
...von meiner Freundin, Eurer Schwester, Doña Magdalena.
Ich war bestürzt, von Eurer Verletzung in Pamplona zu hören.
Doch wie ich höre, lebt Ihr nun ein neues Leben.
Und Euer Herz ist erfüllt.
Ich muss Euch sagen, in der Nacht, da wir uns in Valladolid trafen,...
...suchte ich nach der Bibliothek,...
...um mich aus dem Fenster zu stürzen.
Ich wollte meinem Leid ein Ende setzen.
Alle die Jahre der Gefangenschaft und Misshandlung durch meine Mutter,...
...meine junge Seele vermochte es nicht mehr zu ertragen.
Ich wollte dem ein schnelles Ende setzen.
Doch statt den Tod, traf ich einen Mann, mit Leidenschaft und Feuer.
Dem Namen nach ein Ritter,...
...der vor mir kniete und mir sagte,...
...dass es ihm eine Ehre wäre, für mich zu sterben.
Manchmal kann ein Leben gerettet werden,...
...indem nur ein Mensch erkennt, was wertvoll in einem ist.
Ihr habt mir das Leben gerettet!
Und noch viele weitere werdet Ihr retten,...
...als Ritter Gottes!
Ihr seid sein Licht, sein Feuer.
Vergesst das nicht!
Möge unsere Herrin, die Königin des Himmels,...
...Euch Kraft schenken und Euch zur Seite stehen,...
...so wie ich es niemals vermag.
Für immer die Eure,...
...Catalina."
Schnell! Hilfe! Feuer!
Schnell! Schnell! Helft löschen!
Hier entlang!
Los alle helfen! Kommt!
Bleib in deiner Zelle! Kommt schon!
Iñigo!
- Ja? - Alle fliehen!
- Ja. - Jeder, nur wir nicht!
Jeder, nur wir nicht...
Guten Morgen, Vater.
Ihr seid noch hier.
Natürlich.
Die Gefangenen, sie...
- Sie sind alle fort. - Das habe ich gehört.
Ihr habt nicht versucht, mit ihnen zu gehen?
Wie viele sind entflohen?
26.
Wie viele haben sie erwischt?
12.
Ich will nicht der Dreizehnte sein.
Und das fehlende Tagebuch?
Ich sage Euch, wo es ist.
Aus einem simplen Grund, verbarg ich diese Seiten vor Frias.
Darin steht mehr als genug, um zu zeigen,...
...wenn es das Tribunal nur wünscht,...
...dass ich ein Verrückter bin.
Ich will nicht, dass die Leute an meinen Lehren zweifeln.
Weil die Übungen, die ihnen halfen, einen solch hohen Preis gefordert haben.
Doch ich habe erkannt, dass es nicht mehr bei mir liegt.
Gott wird Euren Geist führen,...
...und Ihr erkennt, dass mein Schmerz, meine Gabe, es wert waren,...
...oder er lässt das Tribunal mich zum Schweigen bringen.
So oder so, ich werde mich beugen.
Heute: Die Peitsche und Fasten.
Und dann wieder... die Peitsche!
Nur daran kann ich denken.
Wie viel Schmerz muss ich ertragen,...
...um für meine Sünden zu büßen?
Schande!
Ich wertloser Sünder!
Ich schäme mich vor Gott,...
...weil ich seinen heiligen Namen betrogen habe.
Wie erbärmlich ich doch bin!
Wie ein Wurm, wie eine Made,...
...im Antlitz der allerschönsten Wesenheit.
Hinfort mit meinen Sünden!
Deine Reise begann gut,...
...nicht wahr, Iñigo?
So viel Feuer in dir, nicht wahr?
Niemand verlangt von dir, ein Held zu sein!
Dieses Blitzen in deinen Augen!
Und deine jämmerlichen Bemühungen im Spital!
Wie sonderbar.
Der große Heilige.
Ein Diener Gottes.
Der wiedergeborene Franziskus.
Wie muss der Bettler deine Großzügigkeit gepriesen haben!
Wie sehr du doch deiner Rolle in diesem Stück gerecht werden wolltest!
Dein eigener Amadis de Gaula.
Der glänzende Ritter, der das blutigste Schwert des Reiches...
...der reinen Königin des Himmels darreicht.
Iñigo von Loyola, getreuer Soldat Kastiliens.
Wie viele hast du ermordet?
Du wirst niemals ein Held sein.
Mörder. Du hast getötet.
Die Dunkelheit wartet auf dich.
Nicht nur deine Feinde,...
...auch deine Waffenbrüder!
Du hast deine Waffenbrüder betrogen.
Betrogen!
Sagen ihre Augen, dass sie an den Ruhm denken?
- Du Dummkopf! - Du elender Feigling...
Hättest du ihre Leben nicht retten können?
Du hättest sie retten können!
Aber du... wolltest... sterben!
Bedenke, wer du bist! Gedenke deiner Vergangenheit!
Denke an deine Natur, an dein Schicksal!
Bist du stark genug, die 70 Jahre der Pein zu ertragen,...
...die dein Gott für dich vorgesehen hat?
Ich sehe die Finsternis. Sie kommt näher.
Sie umgibt mich. Was soll ich nur tun?
Ich bin zu schwach...
Ich bin zu schwach. Ich kann das Licht nicht sehen.
Ich bin ein Geschöpf dieser Welt.
Ich bin ein Sünder.
Ich halte es nicht mehr aus.
Wo ist das Licht nachdem ich suche?
Das Licht!
Tötet mich! So töte mich doch jemand!
Nur mein Tod bringt Gerechtigkeit.
Ich habe nicht die Kraft, dies zu überstehen...
Warum bin ich nicht auf diesem Wall gestorben?
Ich genüge nicht. Sie werden nie meinen Namen ehren.
Ich kann nicht mehr! Ich bin ein Feigling!
Feigling! Auf diesem Wall...
Jemand wie du, hat keine Wahl!
Man kann die Vergangenheit nicht auslöschen.
Deine Zukunft ist entschieden!
Du wirst als Sünder sterben, Iñigo.
Dessen kannst du dir sicher sein!
Du wirst sterben, und du wirst brennen!
Was du von jetzt an bis zum Feuer tust, ist egal.
Warum also warten?
Iñigo! Spring! Es ist nur ein Schritt...
Genau! So ist es besser!
Du kannst Gottes Zorn niemals besänftigen.
Stelle dich!
Geh' voran, wie ein wahrer Ritter.
Suche das Licht! Suche das Licht in dir. Los!
Höre nicht auf ihn, geh' ins Licht!
Es ist da. Das Licht war immer da.
Er war immer bei dir, er hat dich nie verlassen.
Höre auf das Licht in dir!
Er hat dich immer geliebt. Das Licht war immer bei dir!
Erhebe dich! Stehe auf!
Denke daran, mein Sohn! Wir sind Männer aus Loyola.
Wir senken nie den Blick.
Und jetzt,... stehe auf!
Erhebe dich! Stehe auf!
Los, geh weiter, Ritter des Morgensterns.
Begegne deinem Schicksal!
Ritter des Morgensterns...
Der Morgenstern!
Luzifer!
Elende Kreatur!
Jetzt kenne ich deine Stimme!
Jetzt kenne ich deine Lügen!
Nicht eine Stunde Leben kannst du mir versprechen.
Ich werde meinen Herrn nicht beleidigen!
Ich werde nicht das Leben beenden, das ich ihm versprochen habe.
Und nun, Stimme des Gefallenen,...
... schweige still!
Hinfort!
Einst bat ich einen Mann darum, mir das Bein zu brechen,...
...damit es heilen und wieder zusammenwachsen konnte.
Aus eben diesem Grunde musste Gott mir den Geist brechen.
Glücklicherweise ist Gott ein besserer Chirurg als der Mensch.
Wenn man der Todesstrafe entgeht,...
...sieht das Leben plötzlich völlig anders aus.
Weißt du, wir wurden beide so genannt.
Die Kreatur, die du besiegt hast, und ich,...
...beide wurden wir 'Der Morgenstern' genannt.
Doch nun kennst du den Unterschied.
Jetzt kennst du meine Stimme.
Mein Herr!
Erhebe dich, mein Freund.
Ich schäme mich, vor dir zu stehen, mein Herr.
Warum?
Weil ich ein Sünder bin!
Welche Bedeutung hat das für dich?
Ich habe dich beleidigt.
Ich habe dich verletzt.
Mich verletzt? Warum sagst du das?
Meine schändlichen Sünden, Herr!
Wenn du erwachsen bist, sind es meine Sünden, die dich ans Kreuz schlagen.
Denkst du, deine Sünden hätten Macht über mich,...
...wenn ich es nicht zulasse?
Schaue nun die Welt mit neuen Augen!
Sage mir, was du siehst.
Ich sehe all die Dinge auf der Welt, die für mich erschaffen wurden.
All die Dinge, die mich nährten.
All die Dinge, die mir Kraft gaben.
All die Prüfungen, all die Tränen.
Dies alles...
...brachte mich zu dir!
Denke daran, mein Soldat:
Ich habe dich zuerst geliebt!
Nimm, Herr! Nimm meine Freiheit,...
...meinen Geist, meine Erinnerungen, all meinen Willen!
Was ich habe, gabst du mir!
Und ich will es dir wiedergeben.
Verfüge darüber.
Gib mir deine Gnade, deine Liebe.
Das soll mir reichen, um zu leben!
Eure Geschichte ist fesselnd, Loyola.
Doch Eure Methode ist zu fremdartig, um sie fraglos zu gestatten.
Ich will Euch noch immer zum Schweigen bringen.
Sagt mir, warum ich Euch nicht verbrennen sollte!
Einst träumte ich von diesen Wölfen und dem Kessel.
Es war Winter.
Ein alter und ein junger Wolf verhungerten.
Und sie kamen zu unserer Burg.
Ein Kessel voller Essen wurde von den Wällen gelassen.
Einer nach dem anderen versuchte, aus dem Kessel zu fressen.
Doch er schwang hin und her.
Die Wölfe mussten zusammenarbeiten, jeder an einer Seite stehen,...
...damit sie endlich fressen konnten.
Wir sind eine Kirche der Gegensätze:
Handeln und Denken.
Leidenschaft und Demut.
Feuer und Wasser.
Vater Frias, wir sind keine Feinde!
Wir bilden das Gleichgewicht, das Gott zur Ehre gereicht.
In Pamplona ließ der Soldat Iñigo seine Truppen einen aussichtslosen Kampf kämpfen.
Der Burgwall war durchbrochen,...
...der Feind marschierte auf sie zu.
Er entschloss sich, in die Bresche zu springen,...
...um die Invasoren abzuwehren.
Viele würden dies für Wahnsinn halten.
Ein vernünftiger Mann hätte sich unweigerlich ergeben.
Doch er ist kein vernünftiger Mann!
Er entscheidet nicht aus Tapferkeit.
Aber von festen Prinzipien und seine Lehren sind fundiert.
Unkonventionell, unbekannt und neu, aber wohl durchdacht.
War nicht auch der Heilige Franziskus unkonventionell?
War nicht der Heilige Dominikus neu?
War nicht Christus selbst radikal und den Sanhedrin völlig fremd?
Meine Herren,...
...der Kirche Wälle wurden durchbrochen.
Es ist eine Zeit der Abrechnung.
Es kommt ans Licht, was im Verborgenen geschieht.
Wenn dieser Mann ein Ketzer ist, weil er uns besser machen will,...
...können wir ihn dafür nicht verurteilen.
Immer nahm die Kirche Schaden,...
...doch die Kirche lebt.
Um zu überleben, müssen wir lernen, zuzuhören.
Leuten wie ihm.
Leuten, die an der Front stehen und die Kirche mutig weiterbringen.
Bei Ezechiel sprach Gott:
"Sie beuten die Schwachen und Armen aus.
Da suchte ich unter ihnen einen Mann, der eine Mauer baut,...
...oder für das Land in die Bresche springt und mir entgegentritt,...
...damit ich es nicht vernichten muss. Aber ich fand keinen!"
Das ist es, was dieser Mann tut.
Er steht in der Bresche.
Und er kämpft.
Was soll das?
Ich wurde gebeten, eine Messe für Bruder Iñigo zu halten.
Unglaublich! Eine so volle Kirche habe ich noch nie gesehen.
Angeklagter, erhebt Euch!
Iñigo Lopez de Oñaz y Loyola,...
...nach reiflicher Überlegung,...
...ergeht über Euch folgendes Urteil:
Was die Anklage der Ketzerei und Gotteslästerung angeht,...
...so hat das Tribunal Eure Methoden sorgsam auf Fehler geprüft.
Doch gefunden haben wir keine.
Ihr seid unschuldig!
Jedoch, was das Predigen ohne Erlaubnis anbelangt,...
...hält das Tribunal sein Urteil zurück.
Euch und Euren Gefährten ist es strikt verboten, öffentlich zu predigen.
Außer zu Kindern.
Jedoch nur die einfachen Wahrheiten der Lehre.
Die Sitzung ist geschlossen.
- Iñigo! - Vater Sanchez!
Ich danke Euch, für Eure Hilfe!
Ihr habt uns vor dem Scheiterhaufen bewahrt.
Doch Eure Arbeiten...
Das Urteil untersagt Euch gänzlich das Predigen.
Ich höre zu und gehorche.
Bruder Iñigo!
Ja, Euer Ehren?
Ich hätte einen Rat für Euch, falls Ihr es wünscht.
Natürlich, Euer Ehren!
Das Urteil des Tribunals ist nur in Salamanca gültig.
Ihr könnt Eure Arbeiten an einem anderen Ort fortsetzen.
Doch beendet vorher Euer Studium,...
...damit niemand mehr an Eurer Ausbildung zweifeln kann.
- Aber, ich... - Aber, das Studium kostet Geld.
Ich glaube, Euch in diesem Punkt helfen zu können.
Gebt dem Direktor des Collège Sainte-Barbe in Paris dieses Schreiben.
Er wird Euch sagen, was als nächstes zu tun ist.
Keine Sorge!
Alles wird gut.
Ich fühle mich geehrt, mein Herr.
Doch ich glaube nicht, dass ich das verdient habe.
- Es gibt sicher einen besseren Kandidaten... - Gelehrte und Poeten haben wir genug!
Vielleicht braucht die Kirche den Geist eines Soldaten.
Immerhin nennt man uns die 'Streiter der Kirche'.
- Paris! - Ich ersuche Euch, nehmt an!
Mein erstes Jahr an einer Universität. Mit 33 Jahren!
"In seiner Heimat ist ein Prophet niemals willkommen!"
Verkrüppelte Träumer auch nicht, schätze ich.
Den Franzosen verdanke ich mein Hinken, doch es brachte mich zu Gott.
Vielleicht können die Franzosen auch etwas mit meinem Kopf machen.
Iñigo!
Doña Ines schickt diese Vorräte.
Und diesen Kreditbrief.
Du sollst daran denken, zu essen!
Richte ihr meinen tiefsten Dank aus.
Ich werde ihr gehorchen, wie ich es schon früher getan habe!
Nun denn, Calixto,...
...deine letzte Chance!
Willst du wirklich nicht mitkommen?
Mein Platz ist hier.
Deine Weisheit und Liebe werden uns fehlen.
Doch in Spanien gibt es viel zu tun.
Kommt, Brüder!
Kommt!
Beten wir für unseren Freund.
Der Herr schenke dir eine sichere Reise,...
...auf allen Wegen, die vor dir liegen.
Mögest du Gefährten finden,...
...die deiner Träume würdig sind.
Mögen deine Pläne kühn sein,...
...und dein Mut groß genug, sie zu erfüllen.
Lebe und verbreite Gottes Liebe,...
...bis in jeden Winkel der Welt,...
...bis an die äußersten Grenzen seiner Kirche.
Möge deine Leidenschaft stets leuchtend brennen!
Und entzünde die Feuer der Welt, in Gottes Namen.
1540 gründeten Iñigo und seine Gefährten den Orden der Jesuiten.
Sie schworen, zu gehen, wohin der Heilige Vater es verlangte.
Als 'Vorhut der Kirche' schrieben die Jesuiten Geschichte.
Im Jahre 1622 wurde Ignatius von Loyola heiliggesprochen.
IGNATIUS VON LOYOLA - KÄMPFER, SÜNDER, HEILIGER
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