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* dynamische Musik *
Martin Luther
Thomas M�ntzer
Andreas Bodenstein
Ottilie von Gersen
* Musik klingt aus. *
* Glockenschl�ge *
"Ich erinnere mich kaum mehr, wie alles anfing."
"Das Ende der Dinge schien nah im Jahre des Herrn 1517."
"�ber den deutschen Landen lag noch immer der Schatten der Pest"
"und der Hunger kroch den Bauern tief in die Leiber."
"Die Menschen lebten in Angst."
"'Gott straft euch hart f�r eure S�nden.'"
"So h�rten es die Leute Tag f�r Tag aus Kirchen und von Marktpl�tzen."
"Die Kirche tat alles, um die Angst zu befeuern,"
"denn der Papst im fernen Rom brauchte Geld der reuigen S�nder."
"Die Zeit war reif."
"Wer w�rde als Erster den Mut haben, den M�chtigen zu widersprechen?"
"Wir waren viele, und wir waren verstreut:"
"Martin Luther, Thomas M�ntzer und ich."
"Jeder von uns wird seine eigene Geschichte erz�hlen"
"von diesen sieben Jahren, in denen die Welt aus den Angeln geriet."
* Glockenschl�ge *
Du wirst sehen, es ist ein gutes Kloster.
L�ndereien, so weit das Auge reicht.
Und die �btissin ist eine kluge Frau von hohem Adel.
Bleiben wir dieses Mal etwas l�nger?
(lachend) Ja, Hieronymus.
Es w�re sch�n, eine Anstellung zu bekommen.
* Klopfen *
(Nonne) Wer ist da?
Thomas M�ntzer, der neue Hilfsprediger, und sein Novize.
* Menge betet. *
* Hundegebell *
(Tetzel) Die eitrige, stinkende Pest wird ein Gr�uel.
(Tetzel) Die Teufel der Verdammnis greifen nach euch.
Sie tauchen euch in kochenden Sud.
* Schreckenslaute *
(Tetzel) Sie ziehen euch die Haut von den Leibern mit gl�henden Zangen,
und sie stechen euch die Augen aus!
* Schreckenslaute *
Oh! - (Tetzel) Bete.
Was ist das, Herr? Lug und Trug. Geldschneiderei.
Ich habe keine Furcht. Ich bin gefeit.
Wollt Ihr wissen, warum?
* dumpfer Schlag, Zischen *
* Scheppern, schrilles Klingeln *
(Tetzel) Ich habe Ablass gekauft von Erzbischof Albrecht.
Ich habe mich freigekauft von aller H�llenpein.
Sowie das Geld im Kasten klingt,
die Seele in den Himmel springt.
Nicht doch. Behaltet euer Geld, er ist ein Betr�ger!
Oh, der Teufel selbst schickt seine Helfer.
Der Erzbischof presst euch aus wie jeder F�rst.
Lasst euch nicht blenden! Das Zeug ist wertlos.
* Pfiff *
Das ist alles Lug und Trug!
Er ist nicht mehr als ein besserer Gaukler.
Sie nehmen euch aus wie Martinsg�nse.
* Er st�hnt. *
Ihr habt es in den H�nden, Br�der und Schwestern.
Nur ihr allein helft den Seelen im Fegefeuer,
den Seelen in der H�lle.
Wie k�nnt Ihr Euch mit der Kirche anlegen?
Ich lege mich nur mit der Dummheit an.
Seid Ihr der neue Prediger?
Ja, das ist Thomas M�ntzer.
Ottilie, komm, das Offizium.
Betet f�r die armen Seelen.
Und wenn Zeit bleibt, auch f�r mich.
Ave nomine Domini, Thomas M�ntzer. In aeternum. Amen.
Und jetzt, ganz neu, auch f�r eure verstorbenen Verwandten.
Sie m�ssen nicht l�nger in der H�lle schmoren.
* Glockenschl�ge *
* Stimmengewirr, Gel�chter *
(Spalatin) Kurf�rst, die Causa l�uft aus dem Ruder.
Erzbischof Albrecht l�sst Ablass auf Brandenburger Seite
der Elbe auch f�r Verstorbene verkaufen.
Ablass f�r Verstorbene, wie soll das gehen?
S�nden m�ssen bereut werden.
Werden aber beim Erzbischof Albrecht f�r vier Groschen vergeben.
Vier Groschen f�r ein verpfuschtes Leben.
Ich sollte nach Brandenburg gehen.
Wir m�ssen eingreifen. Das Geld der B�rger geht nach Rom.
Wir m�ssen handeln.
Ich kann mich nicht gegen den eigenen Bischof auflehnen.
Darum muss ein anderer den Skandal f�r euch �ffentlich machen.
Erasmus von Rotterdam. Ein blitzgescheiter Gelehrter,
die ber�hmteste Feder Europas, Leuchte der Wissenschaft.
F�r dieses Geld finanziere ich meine Universit�t ein halbes Jahr.
Wenn wir nicht reagieren, k�nnt Ihr Eure Universit�t schlie�en.
Gibt's niemanden Billigeren? Wof�r halte ich mir meine Theologen?
Da g�be es noch einen M�nch.
Hat k�rzlich ein paar recht scharfe Thesen zu den Abl�ssen vorgetragen.
Luther, Martin. - Traut Ihr ihm die Causa zu?
Er denkt viel und tief. Ein Zweifelnder.
Darin nicht unsympathisch. Die Studenten m�gen ihn.
Er macht mitunter zw�lf Kegel, wo nur neun stehen.
Aber ich kann ihn f�hren.
Martin Luther.
Vater, Vater, wo bist du?
Aus tiefster Not rufe ich zu dir.
Gott...
erh�re mein Rufen.
* dynamische Musik, Anfeuerungsrufe *
* Jubel, Raunen *
* Luther st�hnt. *
Aus!
* Luther �chzt. *
Was hab ich dir getan, dass du mich so bestrafst?
Wir haben unser Bestes gegeben. Ihr seid v�llig unf�hig.
Wo habt Ihr Eure Augen? Der Ball war �ber den Pollux.
Das bringt doch nichts. Ihr h�ttet pfeifen m�ssen.
Du hast gepatzt. Finde dich damit ab. Er ist ein einfacher Mann.
Niemand ist so b�se, dass man nicht auch etwas Gutes an ihm findet.
Wenn du so spielen k�nntest, wie du redest...
Du Arsch!
* Luther lacht. *
Spalatin? Hm?
Die rechte Hand des Kurf�rsten. Was will er hier?
Eine private Hochschule, ein Hort des freien Denkens.
Das ist schon einzigartig im ganzen Reich.
Wittenberg ist popul�r bei Studenten.
Dank Euch, lieber Dr. Luther, dank Euch.
Ich bin nur ein Lehrer unter vielen. Macht euch nicht so klein.
Ihr seid der beste Kopf in dieser Stadt.
Habt Ihr von Albrechts Ablasshandel geh�rt auf der anderen Elb-Seite?
Jesus nahm unsere S�nden auf sich.
Wir sind frei. Auch ohne Ablass-Papier.
Bauern gaben ihre letzte Kuh, um Vergebung f�r tote Eltern zu kaufen.
Ja, das ist schlimm.
Die Kirche presst die Leute aus.
M�nche sind schon lange nicht mehr geistiges Vorbild.
Der Papst ist kein guter Hirte und nur am Petersdom interessiert.
* Luther seufzt. *
Das ist nicht mehr meine Kirche.
Man m�sste was dagegen tun.
Wie ich h�re, habt Ihr diese Thesen wider den Ablass aufgestellt.
Ja, gemeinsam mit meinem Freund Bodenstein.
Diese Thesen geh�ren ver�ffentlicht, am besten sofort.
* Luther lacht. *
Ich will nicht gegen den Bischof sein
oder gegen die Obrigkeit aufbegehren.
Es gibt Obrigkeit und Obrigkeit.
Ein Streitgespr�ch w�re zum Nutzen aller.
Ihr seid noch zufrieden an unserer neuen Universit�t, Professor?
Oh ja. Die Lehre liegt mir sehr.
Es gibt noch so viel gemeinsam in der Heiligen Schrift zu entdecken.
Professoren m�ssen sich streiten. Hm?
Du willst sie drucken lassen.
Nur durch massenhafte Verbreitung kann man sie nicht mehr ignorieren.
Du wirst unbemerkt missbraucht. Gott ist mit uns.
Sprach Gott endlich zu dir
und sagte, du sollst �ber die Kurie spotten?
Er schweigt noch immer. Aus gutem Grund.
Weil du in einen Wahnsinn reinrasselst. Luther!
Das ist doch irre.
Sie werden dich verbrennen.
F�r was, was du gar nicht willst. Ich will. Ich muss.
Es brennt mir auf der Seele.
Was kann so falsch daran sein, die Wahrheit zu sagen? Nichts.
Nur dass es deine letzten Worte sein werden.
Luther, endlich! Und der Professor Bodenstein.
Ich dachte, wir k�nnten zusammen... Nicht n�tig. Danke.
Bodenstein ist ein guter Rechtsgelehrter.
Kurf�rst Friedrich lie� sich von Cranach portr�tieren
und machte sein Antlitz dank Flugschriften dem Volk bekannt.
Nehmt noch eine Farbe dazu.
(Cranach) Man muss es uns aus den H�nden rei�en.
Ich will Purpur. Die Schnecken sollen zittern. Sehr gut.
Davon brauchen wir noch f�nf Kopien.
Spalatin! Mein Lieber, bringt er mir einen neuen Auftrag vom Kurf�rsten?
Wenn Ihr so wollt...
Es geht um eine Druckschrift, 42 Thesen.
Es k�nnten auch mehr werden.
Das ist der Verfasser, Martin Luther, Lehrer an unserer Universit�t.
Aha.
Lasst uns r�bergehen.
Spalatin, ich hoffe, Ihr setzt mir da nicht einen Ohrenbl�ser ins Nest?
Hm.
"Obscuri viri", die Dunkelm�nnerbriefe. Von von Hutten.
Auch eine sehr spannende Lekt�re.
(Cranach) "These 17:"
"Es ist fraglich, ob Verstorbene im Fegefeuer"
"ihr Verh�ltnis zu Gott noch �ndern k�nnen."
Nein, nicht "fraglich".
Es ist "gesichert", dass sie es nicht k�nnen. Ist sch�rfer.
Gef�llt mir gut. Der ganze Ablass ist fraglich.
Nun ja... der Papst hat selbst den Peters-Ablass aufgelegt.
Wovon auch unser Kurf�rst profitiert. Wie w�re es damit:
"Warum errichtet der steinreiche Papst"
"nicht wenigstens den Petersdom von seinem Gelde?"
Spalatin, wo habt Ihr den her?
Abl�sse sind die Netze, mit denen heutzutage den Menschen
ihr letztes Scherflein abgefischt wird.
Wir wollen nur den wissenschaftlichen Diskurs.
Je kleiner der Glaube an Gott, umso gr��er die Furcht vor dem Tod.
Das ist sehr verk�rzt.
Soll es gelesen werden, h�rt auf, es zu verw�ssern.
Ablassprediger k�nnen nicht jede Strafe erlassen.
Aber Menschen sollen S�nden bereuen, Bu�e tun...
Indem sie daf�r zahlen?
Vergebung kann nur Gott schenken. Gottes Gnade.
Der Papst erreicht Vergebung im Fegefeuer durch F�rbitte.
Ergo irren Ablassprediger, die Vergebung gegen Geld versprechen.
Aber das betrifft freilich nur die Vergebung f�r die Toten.
Der Papst kann nichts versprechen. Punktum!
Das kann man so nicht sagen. Ablass ist Dreck.
"T�uschung" ist das Wort, das Ihr sucht.
Nein, nein, "Dreck" ist das Wort. T�uschung.
Spalatin, wenn ich schon die Kastanien f�r Euch
aus dem Feuer holen soll, dann mit meinen Worten: Dreck.
Ich find's gut. Das ist modern. Es r�ttelt die Leute auf.
Wie viele Thesen haben wir jetzt?
95.
Das reicht. Wann k�nnen wir die Drucke holen?
Dreimal am Tag die Andacht und die Confessio jeden Sonn- und Feiertag.
Von Feiertagen gibt's viele. Wenn Euch das Amt zu schwer ist...
Ich bin froh, dass Gott mich herf�hrte.
G�be es einen anderen Pater Immediatus, h�tte ich ihn genommen.
Ihr seid f�r Aufrichtigkeit bekannt, liebe Mutter.
So soll es sein.
* M�ntzer seufzt. *
Aufrichtigkeit!
* Pferde wiehern. *
Diese verfluchten Geldabschneider.
Lass uns keinen weiteren �rger machen hier. Bitte.
Keine Sorge.
* spannende Musik *
(Mann) Haltet an! - (Tetzel) Aus dem Weg!
(Mann) Anhalten! - (Tetzel) Weg da!
Wir stehen unter dem Schutz des Erzbischofs von Mainz und Magdeburg.
(Mann) Der den Leuten ihren letzten Groschen abschneidet,
damit der Medici-Papst seinen Petersdom bauen kann.
(Mann) Ihr solltet Euch sch�men.
* Pfiff *
Hier, f�r die Armen und Weisen.
Nehmt und wisst: Gott hat euch lieb.
(Alle) Danke. - (Hieronymus) Denn ihr seid getauft.
(Mann) Hab Dank.
Kommt alle her! Kommt, nehmt! Nehmt!
Das ist eures, ein Geschenk vom Erzbischof.
(Mann) Kommt. Kommt schnell. Kommt da r�ber.
Siehst du diesen Mann? Er wurde in seinem Leben nicht ein Mal satt.
Und nun soll er f�r die S�nden seiner Eltern zahlen.
Ist das nicht die wahre S�nde?
Zwischen Gott und dir darf niemand stehen, auch kein Erzbischof.
Dein Gewissen zeigt dir den Weg.
* Frau wimmert. *
Ruhig, Schwester, ruhig. Der Satan fuhr ihr in den Leib.
Mutter Oberin wird ihr helfen.
* W�rgen und Husten *
* Frau r�chelt. *
Exorcizamus te, omnis satanica putestas.
* Frau schreit. *
Omnis incursio infernalis adversarii et secta diabolica in nomine
et virtutum domine Jesu Christi.
* Glockenschl�ge *
Introibo ad altere Dei.
Apud Deo.
Er ist ein... Wohlgefallen.
Hic est enim Calix S�nguinis mei.
Laudetur Jesus Christus. Amen.
Hic est enim Calix S�nguinis mei.
* dynamische Musik, H�mmern *
Warum r�umt der Papst das Fegefeuer nicht f�r alle aus?
Warum l�sst er sich das bezahlen?
Das hatten wir anders verabredet. Zu derb?
Derb? Unversch�mt! Das ist respektlos. Das ist H�resie.
Das ist gro�artig! Es gef�llt dir?
Juristisch durchaus angreifbar.
Ich will nur diskutieren. Das ist mein gutes Recht.
Dein gutes Recht, dich mit 1000 Jahren Christentum anzulegen?
* Luther seufzt. *
Was soll passieren? Die katholische Kirche ist die st�rkste Macht.
Es sind nur Worte. Am Anfang war das Wort.
Es schreckt dich? Ja, dich nicht?
(Pedell) Was ist nun?
Schlagt an.
Leute, kommt alle her, es geht um den Ablass. Kommt alle her! Kommt!
Der Ablass kann keine S�nden vergeben. Das kann nur Gott.
Wer einem Bed�rftigen nicht hilft und daf�r Ablass kauft,
handelt sich den Zorn Gottes ein.
* bewegende Musik *
"Der Anfang war getan."
"Wir wussten den westlichen F�rsten auf unserer Seite,"
"aber die wahre Macht lag beim Erzbischof,"
"und niemand gibt seine Macht einfach aus der Hand."
Mein lieber Fugger...
Sch�n.
Ich brauche dringend noch einmal 20.000.
Die Bezahlung des Palliums f�r die �bernahme des neuen Bistums
macht mir schwer zu schaffen.
Das Bankhaus Fugger kann leider nicht umsonst arbeiten.
Aber ich habe gerade einen neuen Ablass aufgelegt.
Erfreut sich gr��ter Beliebtheit.
S�ndigen die Brandenburger denn so arg?
(lachend) Nein. Aber das Klientel ist gr��er geworden.
Die Toten, die Toten sind dazugekommen.
Und ihre S�hne und T�chter d�rfen nur f�r kleine M�nze
deren Zeit im Fegefeuer abk�rzen.
Nehmt von den Krammetsv�geln, Fugger. Herrlich fett dieses Jahr.
Sie stammen aus eigener Jagd.
Die Tiere bekommen mehr zu fressen als Eure Bauern.
Fugger, Ihr versteht nichts von der Schlemmerei.
Ihr versteht nur etwas vom Gesch�ft.
Ihr wollt Gesch�fte machen. Gute Gesch�fte.
Also gut.
Ich bin bereit, Euren Wucherpfennig zu zahlen.
Aber ich erwarte daf�r etwas Entgegenkommen.
Sagen wir, 25.000 sofort
und 25.000 zum Jahreswechsel.
Ah!
Da ist ja mein Agent. Mein Goldesel.
Kommt zu mir, lieber Hartmann. Der Fugger m�kelt nur am Essen rum.
Post aus Wittenberg.
Ein kleiner Augustinerm�nch beschwert sich �ber unseren Handel.
Aus Wittenberg.
Nat�rlich.
Und wer dahintersteckt, versteht sich von selbst.
Friedrich von Sachsen leistet sich eine private Hochschule.
Und was dabei herauskommt... da, da.
Ich muss in dem Fall den Zinsfu� auf 30 erh�hen.
(lachend) Ja.
Ihr sollt sofort bezahlt werden.
(Albrecht) Was erbrachte unsere letzte Sammlung?
Wir wurden ausgeraubt. - Der erzbisch�fliche Agent?
Bei hellem und lichtem Tag. Wird jedoch heute Nacht geb��t.
35 Prozent f�r das Risiko.
Irgendwas l�uft derzeit v�llig schief in diesem Land.
* T�r quietscht. *
Wer da?
* unheimliche Musik *
* T�r quietscht. *
Wer da?
Du kleiner Dieb, du. Hm?
* Pfiff *
Ihr wart doch zu zweit. Wer ist der andere?
Den kenn ich nicht. - Du kleines Rindviech, du.
Priester willst du werden, ja? Nonnen die Beichte abnehmen, ja?
M�nch will ich werden.
Und welchem Orden willst du beitreten?
Augustiner.
(kichernd) Ein Bibelleser.
Ut in omnibus glorificetur Deus.
Wir Dominikaner bekleiden das hohe Amt der Inquisition.
Sag mir, wie der Dieb hei�t.
Und wenn nicht? - Und wenn nicht, und wenn nicht?
So ergeht es allen Feinden der Kirche.
Nein, lasst mich! (Tetzel) Komm schon!
Lasst mich! Nein!
* M�ntzer schreit. *
* Er schreit. *
* Schreie, Wimmern *
* verzweifelte Schreie *
Ist alles vorbereitet f�r die Vesper?
(K�the) Das Refektorium ist schon eingeheizt.
Das kommt aus Wittenberg.
Davon spricht alle Welt. 95 Thesen.
Wenn das die �btissin sieht, sind wir verloren.
Aber sie kann uns das Denken nicht verbieten.
* R�cheln * - Oh, Gott!
Ah!
* Er bibbert. *
(fl�sternd) Hieronymus nahm sich das Leben.
Hieronymus nahm sich das Leben.
* tragische Musik *
* Er schluchzt. *
* melancholische Musik *
Den Erzbischof Albrecht wird's wurmen.
Wenn er sich ein Bistum nach dem anderen einverleibt,
soll er sich nicht wundern, wenn er aufst��t.
* R�lpsen, sie lachen. *
Zum Wohl.
Auf die gro�artigsten aller Universit�tsst�dte!
* Sie lachen. *
(Mann) Ruhe da unten! Selber Ruhe!
Sie h�ngen noch.
Sind in der Welt.
Und k�nnen nicht mehr zur�ckgenommen werden.
* Mann singt. *
H�rst du das?
* entfernter Gesang *
Was gibt es da?
Wartet! Wartet! Wartet! Ihr st�rt die Ruhe der Toten.
Martin Luther? Ihr kennt mich?
Ich habe Eure Thesen gelesen.
Sie haben mir aus der Seele gesprochen.
W�rde ein g�tiger Gott nicht wollen,
dass wir den Verzweifelten gegen�ber barmherzig sind?
(schluchzend) Sola gratia. Sola scriptum.
* M�ntzer schluchzt. *
Sola fide.
Hat er das selbst... Ja.
Meinetwegen.
Selbstm�rder in geweihter Erde ist Tods�nde.
Ich wei� nicht, ob ich dar�ber richten kann.
Das macht schon die Kirche f�r dich.
Warum wollt Ihr Euren Lieben hier in Wittenberg begraben?
Ihr habt hier Hausrecht. Nein, ich!
Die Leute sagen, man k�nne mit Euch reden.
Und warum macht Ihr es dann heimlich?
Ich wusste nicht, ob es stimmt.
Ich hole Pedell, er soll sich darum k�mmern.
Warte...
Darf ich?
Am Ende willst du ihn noch segnen.
In nomine Patris... Das ist ein Sakrileg.
...et Filii... Das ist gef�hrlich.
Wenn uns jemand dabei sieht... ...et Spiritus Sancti.
Amen.
Amen.
Amen.
* bewegende Musik *
"Allein durch den Glauben,"
"allein durch die Gnade, allein durch die Schrift."
"Wieso ist auf dem Kirchhof kein Platz f�r den S�nder?"
"Wir Menschen s�ndigen, das wei� Gott doch."
"Der Mensch hat Angst. Ich habe Angst."
"Aber Gott wird uns retten."
"Ja, das wird er."
"Ich sp�re seine Gnade."
"Mein Herz, mein Gewissen sind leicht."
"Als Christenmensch bin ich frei, zu handeln."
"Ich handle gut, weil ich es so will, nicht, weil ich muss."
"Gott sieht den Menschen ins Herz,"
"und Gott fragt nur nach dem Glauben."
"Er wird uns tr�sten, denn Gott ist gn�dig."
"Da war diese Stelle bei Paulus im R�merbrief,"
"ich las sie wieder und wieder."
"Ich sp�rte etwas in mir,"
"als ob ich vor einer geheimnisvollen Pforte stand."
Und pl�tzlich tat sich die T�r auf.
Wie konnte mir das entgehen?
Der Gerechte wird aus dem Glauben leben.
Sp�rt ihr, wie tr�stlich das ist?
Nicht durch unsere Taten,
allein durch unseren Glauben an die Barmherzigkeit Gottes
werden wir dem H�llenfeuer entgehen. (Mann) Dr. Luther.
Maria Heimsuchung. Euer Sprengel. Die �btissin schickt nach Euch. Es eilt.
Ich musste nach Euch schicken. Was ist denn so eilig, liebe Mutter?
Ungeheuerliche Dinge gehen in Eurer Kirche vor.
Der sch�ndliche Prediger. Er liest die Messe. Auf deutsch!
Ihr sollt niemandem in etwas verpflichtet sein,
au�er dass ihr euch untereinander liebet.
Ihr sollt niemand in etwas verpflichtet sein...
au�er...
dass ihr euch untereinander liebet.
So tut doch was.
Nicht Furcht ist der Schl�ssel zum Glauben, sondern Freude ist es.
Freude! Freude an den Worten unseres Herrn Jesus Christus.
Ihr m�sst augenblicklich unterbrechen.
Ich finde nichts Falsches daran.
Er bezieht sich auf das Evangelium nach Johannes.
Latein ist die Sprache der Kirchenv�ter.
Ihr werdet die Wahrheit erkennen,
und die Wahrheit...
wird euch frei machen.
Ich m�chte euch nun einladen, liebe Br�der und Schwestern,
gemeinsam mit mir Gottes Lob zu singen.
Und zwar in der Sprache,
in der uns unsere M�tter und V�ter zu singen gelehrt haben.
Ich sagte ja, der macht nur �rger.
Ja, der muss hier weg. Zu uns nach Wittenberg.
(singt) # "Geh aus, mein Herz,"
"und suche Freud'"
"in dieser lieben Sommerzeit"
"an deines Gottes Gaben."
(mit Luther) "Schau an der sch�nen G�rten Zier..."
(alle) "...und siehe, wie sie mir und dir"
"sich ausgeschm�cket haben,"
"sich ausgeschm�cket haben."
"Ich selber kann und mag nicht ruh'n,"
"des gro�en Gottes gro�es Tun..."
(�btissin) Raus! Raus hier! Raus! Raus! Raus!
(alle) "...ich singe mit, wenn alles singt,"
"und lasse, was dem H�chsten klingt,"
"aus meinem Herzen rinnen." - (�btissin) Es reicht jetzt. Los!
(alle) "...aus meinem Herzen rinnen."
Bitte, du machst dich ungl�cklich!
(alle) "Hilf mir und segne meinen Geist"
"mit Segen, der vom Himmel fleu�t..."
Was Ihr und Euer Belzebub hier anzettelt,
wird Euch �ber den Kopf wachsen, und dann gnade Euch Gott.
Die Kirche wird sich das nicht gefallen lassen.
(alle) "...deiner Gnad' in meiner Seele fr�h und spat"
"viel Glaubensfr�chte ziehe,"
"viel Glaubensfr�chte ziehe." #
* Glockenschl�ge *
Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum.
Benedicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui, lesus.
Gott hasst die Aufr�hrer.
Gehorchet ohne Furcht und Zagen,
ohne zu zaudern und zu zittern, ohne Murren,
denn Gehorsam gegen die Oberen ist Gehorsam gegen Gott.
Gott hasst die Aufr�hrer.
Gehorchet ohne Furcht und Zagen,
ohne zu zaudern und zu zittern, ohne Murren,
denn Gehorsam gegen die Oberen ist Gehorsam gegen Gott!
Die Schrift sagt: "H�tet euch, dem eigenen Willen zu folgen!"
Die Bauern hungern, ihre H�fe ern�hren sie nicht mehr.
Durch das Gold der neuen Welt steigen Preise.
Kirchenf�rsten leben in �berfluss.
Was sie hier haben, das fehlt ihnen da.
Warum... warum halten wir Geistlichen uns f�r etwas Besseres?
Sind wir nicht Menschen wie jeder andere?
Wir k�nnten unser Wissen teilen.
Wir sollten Bauern Lesen lehren.
Ihnen K�pfe f�llen, statt sie auszunehmen.
Du willst Bauern Latein lehren? Erst Deutsch.
Die Messe wird auf Latein gelesen, das keiner versteht.
W�ssten sie, was in der Heiligen Schrift steht, handelten sie anders.
Wenn sie w�ssten... dass sie frei sind.
Ein Christenmensch ist frei.
Er ist Herr �ber alle Dinge.
Niemandem untertan. Jedem untertan.
Lasst uns gleich die Kirche auf den Kopf stellen.
Und zur�ck auf den Boden. Moment!
Wir machen ernst mit den Evangelien. Wo ist bei alldem der Papst?
Die Heilige R�mische Kirche? (beide) Drauf geschissen!
Du hast geh�rt, was er sagte.
"Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit macht euch frei."
Ich bin frei. Bitte, lass mich nicht allein zur�ck.
So komm mit.
Du kennst die Welt, aber was soll ich da drau�en?
Ich lebe in diesen Mauern, seit ich sechs Jahre bin.
�berall ist es besser als unter dieser Haube.
Mit wem soll ich reden? Wer nimmt mich in die Arme?
Ich will hier nicht versauern, K�the! Ich muss hier raus.
Ich brauche dich.
Ich will eine eigene Meinung haben,
und ein eigenes Leben!
Ich habe es verdient.
Du wirst ein Nichts sein und nichts haben.
Alles ist besser, als hierzubleiben.
Ich gehe nach Wittenberg.
Dort bin ich frei.
* getragene Musik *
* Ottilie st�hnt. *
(�btissin) Nun?
Ist sie weg?
Manchem von uns ist Geduld nicht gegeben.
Ihr habt in diesen Mauern Lesen gelernt, Sprachen, Lieder.
Ich hab euch Denken beigebracht, Lieben.
Alles, was ihr braucht als keusche Br�ute Jesu Christi.
Und was macht ihr daraus?
Ich bitte um recht harte Strafe.
Ich bin mit meinen Mitteln am Ende.
Ich w�nschte, du w�rdest bei mir bleiben, Katharina von Bora.
Das werde ich, Tante. So wahr mir Gott helfe.
Ottilie ist ge�chtet.
Man wird sie suchen,
man wird sie jagen bis ans Ende ihrer Tage.
"Und jeder Mann oder jede Frau, der sie findet und aufgreift,"
mag sie schlagen
und verh�hnen
und ertr�nken wie eine streunende Katze.
(�btissin) "Niemand wird da sein,"
"niemand sie vermissen."
Der Hirte wird nicht nach seinem Sch�flein rufen,
"wenn es in Schanden und in Elend liegt."
Sie ist verdammt.
(Sie singen) # Wer jetzig Zeiten leben will,
muss hab'n ein tapfers Herze,
es hat der argen Feind so viel,
bereiten ihm gro� Schmerze.
Da hei�t, es stehn ganz unverzagt
in seiner blanken Wehre,
"dass sich der Feind nicht an uns wagt,
es geht um Gut und Ehre." #
Da schei� ich drauf!
Wei�t du �berhaupt, auf welcher Seite du das Schwert halten musst?
* Gel�chter *
Na, Fr�ulein, zwei Groschen f�r die Nacht? Neu hier?
Oh, eine entlaufene Nonne. Das macht die Sache billiger.
Bislang nur mit Christus zu Bett gewesen, was?
* Er st�hnt. *
* Sie wimmert. *
* Er lacht. *
Nimm deine dreckigen Finger weg! Die geh�rt mir.
Geh nach Hause zu deiner lieben Frau.
Eine entlaufene Nonne dient jedem. Nicht in Wittenberg.
* Er st�hnt. *
* Sie keucht. *
Ottilie?
Ottilie von Gersen? Kennt Ihr mich nicht mehr?
Ihr habt eine harte Hand.
Ich will auf sie Acht geben.
* bewegende Musik *
* T�r schlie�t. *
(Cranach) Es ist...
ein Hammer, diese Schrift. Genau das, was wir jetzt brauchen.
"Ein Christenmensch ist ein freier Herr �ber alle Dinge"
"und niemandem untertan." Das ist ein echter Luther.
Das hei�t, Ihr werdet es drucken?
Lucas Cranach, bist du noch bei Trost?
Wie stellst du dir das vor? Diese Schriften bringen nur �rger.
Und sie bringen die Wahrheit.
Frau Cranach, das Land braucht Texte wie diese.
Das rechnet sich auf lange Sicht.
Dann isst du bis dahin nicht zu Abend.
Wer soll das alles zahlen?
Es kamen Auftr�ge von Albrecht von Brandenburg,
ein Fl�gelaltar in Halle, acht auf zw�lf Ellen.
Barbara... - Barbara, Barbara, Barbara.
Es tut uns leid, Dr. Luther.
* Cranach seufzt. *
Nichts f�r ungut.
Wir sollten es bescheiden angehen. Was? Nein, nein!
Ihr k�nnt euch den Mut doch nicht abkaufen lassen.
Geld?
Geld, Geld, immer nur Geld!
Ihr wollt also partout �rger machen?
Die Schrift wird �berall im Land verbreitet.
Flugbl�tter tausendfach gedruckt,
frei verf�gbar f�r jeden, der lesen und h�ren kann.
Die Zeit des Schweigens ist vorbei.
* beschwingte Musik *
Neuigkeiten von Dr. Luther!
* Stimmengewirr *
Hier. Hier, nehmt. Ja, es ist f�r alle da. Weiter.
Hochehrw�rdigste Eminenz.
Der Heilige Vater gr��t Euch und schickt Euch seinen Segen.
Rasch, mehr Kohlen, Domherr Eck friert.
Aus Rom seid Ihr sicher andere Wetter gewohnt, nicht wahr?
Auch in Rom friert man zurzeit. Der Heilige Vater liegt im Sterben.
Der Neubau von St. Peter stockt. - Wir sind alle in Gottes Hand.
Denn Eure Ablassgelder fehlen in der Dombaukasse.
Ein kleiner M�nch aus Wittenberg verfasste b�sartige Thesen.
Er soll darin nicht nur den Ablass in Frage stellen.
Misst�ne. - Die Ihr nicht kontrolliert.
Luther l�sst sich nichts verbieten.
Von seinem Erzbischof? - Er glaubt an Gott.
Das macht ihn so gef�hrlich.
Ihr seid der Hirte.
H�tet Eure Schafe, oder es tut ein anderer f�r Euch.
Ich hab's mit Geld versucht. Es bedeutet ihm nichts.
Gift?
Wenn ich ihn fassen k�nnte, aber Kurf�rst Friedrich sch�tzt ihn.
Was ist mit guten Worten?
Vielleicht will er nur reden.
* unheilvolle Kl�nge *
* Bl�ken *
* Glockenschl�ge *
"Wir waren gekommen, um zu diskutieren, wir f�hlten uns gro�."
"Dabei waren wir nur Spielfiguren"
"im Kampf der deutschen F�rsten gegen Rom und den Papst."
"Wer w�rde in Deutschland k�nftig das Sagen haben?"
"Die Kirche oder die Landesherren?"
Luther wird dem Ablass und Euch vorwerfen,
dass wir selbst dann jemanden aus dem Fegefeuer befreien,
wenn er die Heilige Jungfrau geschw�ngert hat,
wenn er genug daf�r zahlt.
Sag ihm direkt, die katholische Kirche nimmt das Volk aus.
Ich muss ihn mit einem unerwarteten Thema kriegen.
Ich sicherte mich kirchenjuristisch ab.
Fr�here P�pste k�nnen nicht Oberhaupt der ganzen Kirche sein.
Ich hab's markiert. Ich halte es mit Paulus.
Du bist nicht Apostel Paulus, auch wenn du's glaubst.
Luther ist ein Hei�sporn. Er ist leicht zu erregen.
Und wenn er die Allmacht des Papstes leugnet,
dann haben wir ihn.
Nur nicht Jan Hus ansprechen, h�rst du?
Seine Thesen waren alle wahr. Ja.
Und sie haben ihn verbrannt.
Also sagt Ihr, dass der Papst nicht von Gott eingesetzt ist?
Er wird von...
Menschen gew�hlt. (Eck) Nein, von Kardin�len.
Also von Menschen.
Wollt Ihr sagen, dass Kardin�le einfache Menschen sind?
Wie jeder Schweinehirte auch. (Mann) Da hat er recht! So ist es.
* Stimmengewirr *
Und?
(Eck) Ihr, wie steht es um Euch, Dr. Luther?
Seid Ihr ein Gesandter, ein Prophet?
Nein.
Woher nehmt Ihr dann Eure Erkenntnis, kleiner M�nch in abgewetzter Kutte?
* aufgeregtes Stimmengewirr *
Wie steht Ihr zur Unfehlbarkeit des Papstes?
Es ist die ganze Kirche, die den Schl�ssel Petri h�lt.
Kein Primat des Papstes? Auch der ist Stellvertreter Gottes.
Auch? Auch? Das hei�t? So wie jeder, der ihm nachfolgt.
Das ist H�resie!
Auch Jesus wurde der L�sterei beschuldigt
und hingerichtet.
Er klingt fast wie der Ketzer Jan Hus.
Da sie von nichts anderem ausgingen als den Evangelien selbst,
waren seine Thesen wahrhaft evangelisch.
Die Kirche hat einen Unschuldigen hinrichten lassen!
* aufgebrachtes Stimmengewirr *
Danke. Das wollte ich von ihm h�ren.
Quod erat demonstrandum!
* Jubel, Applaus *
* Jubelrufe *
Studenten sind alle auf Eurer Seite. Wacker. Nieder mit den Pfaffen!
Die historische Kirche fehlte. Unsinn, er hat recht getan.
Ich wollte nie die Kirche ganz in Frage stellen.
Das hast du heute nicht so deutlich gemacht.
Du warst toll. Du hast es ihm gezeigt.
(Eck) Dr. Luther? Ja?
F�r Euch.
Was ist das? Eine p�pstliche Bulle.
Aber warum? Ich...
Widerruft Ihr nicht innerhalb von 60 Tagen Eure Thesen,
werdet Ihr exkommuniziert. Ihr seid dann vogelfrei.
(Tetzel) Um nicht zu sagen: ein toter Mann.
* Er betet fl�sternd. *
Warum sprichst du nicht zu mir?
* Er schluchzt. *
Wenn er nicht widerruft, darf und soll jedermann ihn t�ten.
Das geht gegen uns alle. Wir k�nnen ihn verstecken.
Wir zerfetzen die Bulle in tausend St�cke. Der Papst soll sch�umen.
Ja, lauter! Vielleicht h�rte es ja jemand in Brandenburg noch nicht.
Was sagt der Kurf�rst? Wird er Luther sch�tzen?
Luther kann seinen Leib retten, wenn er widerruft.
Und seine Seele, wenn er standhaft bleibt.
Lasst Ruhe einkehren. Den Schwanz einziehen?
Verlasst die Stadt. Uns loswerden?
Am besten, ihr lasst Ruhe einkehren.
Ich floh nicht, um gleich 'nem Neuen zu dienen.
Ihr seid frei zu tun, was Ihr wollt. Genau darum geht es.
Wir d�rfen den Papst nicht weiter reizen.
Keine Zusammenk�nfte und �rger mehr.
Und keine Schriften mehr, nichts Anz�gliches.
Versprochen.
60 Tage sind eine lange Zeit. Vielleicht w�chst Gras dar�ber.
* getragene Musik *
(Mann) Weiter runter!
Michael!
(Michael) Danke.
"Liebste K�the, es hat uns nach J�terbog verschlagen."
"Hier gibt es eine Pfarrei und einen Pfarrhof zu bewirtschaften."
"M�ntzer hat eine Vertretung inne, und er bezieht ein richtiges Sal�r."
Darauf steht ein Baum...
Ein anderer Baum lehnt sich an ihm an,
beide geben sich die H�nde. Das ist ein "A".
"Die Ackerb�rger sind wackere, einfache Menschen,"
"die uns warmherzig empfangen haben."
(K�the) "Ottilie,"
"oh, Ottilie, wie vermisse ich dich."
"Es vergeht kein Tag, keine Stunde, in der ich deiner nicht gedenke."
"Wie ist es dir ergangen in der Welt?"
* getragene Musik *
"Oh, K�the, liebe K�the,"
"alles, was ich in Klostermauern blo� gedacht, erfleht, erbeten hab,"
"wird hier gelebt."
"Wir stehen fr�h auf und gehen sp�t zu Bett,"
"dazwischen ist Gemeindearbeit, lernen, lesen und �ber allem Liebe."
(K�the) "Es gehen Ger�chte um, die evangelische Freiheit betreffend."
"Es hei�t, sie stellen das Recht der Eltern in Frage,"
"�ber das Leben ihrer Kinder zu entscheiden."
"Das ist wahr. M�ntzer denkt so scharf, so neu,"
"seine Gedanken fegen die alte Ordnung weg."
"Wir leben in einem herrlichen Zustand. Als ich ihn wusch..."
(K�the) "Du hast ihn gewaschen?"
"...sah ich die Narben auf seinem R�cken,"
"die ihm sein Vater einst schlug auf diesem breiten sch�nen Kreuz."
(K�the) "Otti!" "Ein Mann ist wie ein Baum."
(K�the) "Wie?" "Eine Eiche. Mit Eicheln dran."
(K�the) "Halt ein! Vers�ndige dich nicht."
"Ist das S�nde? Wir haben alle in unserem bisherigen Leben"
"zu viel Leid erlebt, um nicht ein Mal gl�cklich werden zu wollen."
(K�the) Vater, ich habe ges�ndigt.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
(K�the) Amen.
Sind deine Worte und Taten eins? Ich bin verderbt.
Ein Tag ist ein S�ndentag.
Meine Handlungen sind ungen�gend.
Ich lie� mich ablenken von Schriften. Schriften?
(K�the) Briefe.
Briefe des Apostel Paulus.
Dort steht geschrieben:
"Der Geist Gottes wohnt in jedem Menschen, der an Christus glaubt."
Das sind Briefe des Apostels an die Gemeinde in Korinth.
Dennoch...
nirgends steht geschrieben,
dass die Gesetze der Kirche zu achten sind.
Gesetze sind der Faden in der Hand,
der uns hinausfinden l�sst aus Schuld und Unvollkommenheit.
Der Faden des Verstandes, ja.
Doch...
was ist mit dem Gef�hl?
Muss ich nicht vielmehr Gott in mir selber suchen?
Wei� ich nicht tief im Inneren,
was gut, was schlecht in meinen Taten und Worten?
Und wei� ich nicht ganz ohne die Gesetze um jenes,
was ich besser machen muss, um Gott zu gefallen?
So vermeinst du Gott in dir zu haben?
Wohnt Gott in mir?
Schau in den Spiegel und erforsche dich.
Ich habe keinen Spiegel.
Ich lebe in diesen Mauern, seit ich ein Kind war.
Ich habe nie mein eigenes Antlitz gesehen.
Du hast...
Du bist...
* Scheppern, T�r knarrt. *
Bin ich verderbt, so sprecht mich frei. Ich will mich bessern.
Was soll mein Bu�werk sein, Vater? Singe die Psalter.
Welche? Alle.
Dank sei Jesus Christus.
In aeternum. Amen.
Vater.
Was ist? Darf ich Euch noch etwas fragen?
Hat Gott Euch geschickt?
Seid Ihr ein Prophet?
Gott...
hat noch nie mit mir gesprochen,
so sehr ich auch bete.
Mag sein, dass er auf den richtigen Moment wartet.
Ich liebe ihn.
Ihr m�sst Euren Worten Taten folgen lassen.
Christus, und nicht der Papst, ist der Herrscher dieser Welt!
Der Papst zwingt Priester und Nonnen zu Klosterleben und Z�libat!
* Buhrufe *
Tod dem r�mischen Ruf! (alle) Ja!
Der Mensch ist frei! (alle) Ja!
Niemand darf die Bibel zu seinem Vorteil auslegen.
Diese ganze Fr�mmelei! (alle) Hinweg damit!
Die Vorherrschaft der Priester! (alle) Hinweg damit!
Der Papst ist des Teufels Sau!
* Alle lachen. *
Ab jetzt
gibt es eine falsche
und eine richtige Kirche.
Ab jetzt ist Wittenberg das neue Rom!
* Jubelrufe *
Wenn's nicht recht ist,
dann soll mich der Teufel holen!
Und wenn er mich nicht holt, dann holt er sich den Papst!
Einer von uns beiden, darum geht's jetzt!
* Menge jubelt. *
Wir sind die Krieger Gottes!
* Jubel *
Der Papst forderte mich auf, Dr. Martin Luther nach Rom auszuliefern.
Hm. Also wird er exkommuniziert.
Wer? - Nun...
Luther.
Wer ist das?
Ich habe so viele Untertanen... Den Luther, den kenn ich nicht
und hab ihn nie gesprochen.
Ausliefern, ein Landeskind, einen Professor meiner Universit�t? Nein.
Ich mag die Sachen, die er denkt.
Die Erforschung des Gewissens,
das ist schon sch�n.
Ja, aber wir m�ssen handeln.
Niemand im ganzen Land wird so viel gelesen wie er.
Ach, hier, schickt das dem Albrecht D�rer.
Es gefiel ihm gut, als er hier war.
60 Tage sind heute vorbei. Mein F�rst, was tun wir?
Der Papst streckt die Hand nach Luther aus.
Der Kaiser soll �ber Luther entscheiden.
Der Kaiser?
Luther soll auf dem Reichstag zu Worms erscheinen.
Wenn Karl V. ihn begnadigt, wei� der Papst, wo seine Macht endet.
Und wenn nicht? Wenn man ihn verbrennt?
Dann ist es Gottes Wille.
Ich muss meine Lehre auf dem Reichstag verteidigen.
15 Tagesreisen, und du kommst nicht mal bis Worms.
Es gibt genug Leute, die dir den Kopf abschneiden wollen.
Gegen diese M�nner wird niemand etwas ausrichten k�nnen.
Nicht wahr, Herr Hauptmann? Ja.
Was, wenn der F�rst dich fallen l�sst?
Ich vertraue ihm.
Auf Gott kannst du vertrauen. Nie auf einen F�rsten.
Das ist Worms, das ist der Reichstag.
Ich werde vor aller Welt sprechen.
Das ist der Ort, unsere Kirche zu reformieren.
Dein Wort in Gottes Ohr.
Und wenn du auch mitkommst? Was, ich?
Seit an Seit. Du l�sst keinen gelten neben dir.
Du hast die Weisheit mit L�ffeln gefressen.
Du bist besessen, berauscht von deinen Worten und dir selbst.
Das ist... (Cranach) ...gut so!
Das wollen die Menschen.
Dass jemand vorangeht, der Sache ein Gesicht gibt.
Auch wenn es so scheu�lich ist wie deines.
Pass gut auf ihn auf, h�rst du?
Versprochen.
Ich habe Angst um dich. Und ich erst.
Erhalt dich mir.
(�btissin) Lasst uns f�r Luthers Seele beten,
auf dass er abschw�ren m�ge den gottesl�sterlichen Thesen.
* Glockenschl�ge *
(singt) Scapulis suis obumbrabit tibi...
(alle) Et sub pennis ejus sperabis...
(�btissing singt) Scuto circumdabit te veritase ejus...
(alle) "Non timebis a timore nocturno..."
* getragene Musik *
"15 Tage und N�chte dauerte unsere Reise."
"Auch wenn Luther schweigsam blieb,"
"je n�her wir Worms kamen, desto zuversichtlicher wurde ich."
"Wir hatten die Gelegenheit, mit dem Kaiser selbst zu sprechen."
"Wir w�rden ihn �berzeugen,"
"mit seiner Entscheidung die Welt zu einer anderen zu machen."
"Wir hatten die besten Argumente, die besten Ideen."
"Wer k�nnte das schaffen, wenn nicht wir?"
* majest�tische Kl�nge *
Was wollen die alle von mir?
Vielleicht w�hnen sie die Letzten zu sein, die Euch lebend sehen.
(M�nner) Seht ihr ihn? - Er ist bei ihm.
(Frau) Segne mich. Segne mich, Herr.
(Mann) Er ist es. - (Hauptmann) Macht Platz.
(Cranach) Melchior! Me...
(Hauptmann) Zur Seite. Macht Platz f�r Dr. Luther!
Komm. Lasst uns durch.
(Hauptmann) Weg da! Zur�ck!
Lasst uns durch.
So viele Sachsen. Hier muss irgendwo ein Nest sein.
Eure Eminenz. - Steht Ihr Eurem Luther bei?
Den Dr. Luther meint ihr? Ich kenn ihn nicht pers�nlich.
Ach, nein?
Ein unabh�ngiger Geist an meiner Universit�t.
Der irre geht.
Die Wissenschaft ist frei.
Nicht an meinen Hochschulen.
Wer wei�, vielleicht irrt der Papst bei diesem Falle?
Der Papst irrt nie.
Schon vergessen?
Unsere heilige katholische Kirche ist wie ein Fluss,
der f�r immer das Reich durchstr�mt.
Luther ist nur ein Tropfen Wasser. - Ein Tr�pfchen...
der in ihm aufgeht.
Vorsicht, Erzbischof...
niemand badet zweimal im selben Wasser.
Wie meint Ihr das?
Die Welt ist im Wandel.
Der eine will sie erneuern, der andere bewahren.
Aber irgendwann verschwinden beide.
Luther kommt hier nicht mehr lebend raus, so viel steht fest.
Deutlich reden, der Kaiser versteht wenig Deutsch.
Was ich zu sagen habe, versteht er schon.
Vorausgesetzt, er hat ein Herz.
(Mann) Kein Zutritt. Ich bin sein Advokat.
(Mann) Karl, Kaiser des Heiligen R�mischen Reiches,
Friedenswahrer und Sch�tzer des Abendlandes.
Ihr seid vor den Kaiserlichen Rat gerufen worden,
um vor Seiner Majest�t
und den sieben Kurf�rsten des Deutschen Reiches
Rechenschaft abzulegen �ber die von Euch verfassten Thesen.
Erkennt Ihr die hier ausgebreiteten Schriften als die Euren wieder?
Tretet ruhig n�her, Dr. Luther. Von dort seht Ihr ja nichts.
* leises Lachen *
Wollt Ihr meine Gl�ser?
* Gel�chter *
Die Schriften sind mitunter recht klein geschrieben.
Zu viele Worte werden auf das Blatt gepresst.
Das sind meine Schriften. Hm.
Also.
Ihr seid doch ein gelehrter Mann, Doktor, gelehrter als ich.
Die Kirche hat sich das einiges kosten lassen.
Erkl�rt mir einmal:
Warum spuckt Ihr der Kirche ins Gesicht?
Das tue ich nicht.
Eure Ordensregel gebietet Gehorsam.
Ihr aber widersetzt Euch in wiederholter Weise
allen kirchlichen Anordnungen.
Ich bin nicht ungehorsam, nur genau.
Lauter, wir k�nnen Euch nicht verstehen.
Die Kirche sagt, wir sollen Angst haben
vor der Strafe Gottes.
Aber... aber Gott will nicht, dass wir uns f�rchten.
Er will, dass wir frei sind. (Albrecht) Frei?
Was ist das, frei?
Frei, zu kommen und zu gehen?
Frei, dem F�rsten den Zehnten zu geben oder nicht?
Nein, ich will nicht... Was wollt Ihr nicht?
Ich hoffte, diskutieren zu d�rfen. Was gibt es da zu diskutieren?
Die Schriften sind bekannt.
Es geht um Gottes Wort.
Nach ihm sollen wir uns richten.
Nicht nach den Auslegungen der Kirche.
Ad fontes. Lauter.
Zur�ck zur Quelle. Zur�ck zur Bibel. Zur�ck zu den Evangelisten.
Wir m�ssen uns bem�hen, die Schriften richtig zu verstehen.
Was hei�t: richtig?
Wer hat die Majest�t, das Wort auszulegen?
Die Bibel sagt: Wenn ein Mann der Frau nicht regelm��ig beiwohnt,
dann kann sie sich einen anderen nehmen.
Unser Gesetz sagt etwas anderes.
Wer hat recht? Die Obrigkeit oder die Bibel?
Darf sie oder darf sie nicht?
Ich m�sste jetzt die Quellen lesen.
Wir haben Zeit. Lest und teilt uns Eure Auslegung der Stelle mit, Dr.
Bedenkt, m�glicherweise ist das, was Ihr da findet, schon eine Auslegung.
Vielleicht waren auch die Evangelisten interessiert,
ihre Sicht auf die Dinge niederzulegen.
So wie Euch daran gelegen ist, uns hinters Licht zu f�hren.
Die Schrift ist das Wort Gottes.
Das sind Eure Thesen! Ist das das Wort Gottes?
Nein.
Befahl Gott Euch denn, den Papst auf so sch�ndliche Weise anzugreifen?
Die Menschen jubeln Euch zu. Seid Ihr ein Auserw�hlter?
Spricht Jesus durch Euch?
Wer dann?
Niemand.
Dann widerruft.
Ich brauche Zeit. Wozu?
Zum Denken.
(Karl V.) Das kenne ich. Geht mir genauso.
Mir raucht auch schon der Kopf.
Wir sehen uns nach dem Mittag wieder.
Ich bin dem Albrecht auf den Leim gegangen.
Es wird schlimmer kommen, als es jemals war.
Die Macht des Papstes wird wachsen, die der F�rsten weichen.
Es wird eine neue Gelegenheit kommen. - Daf�r fehlen mir wohl die Jahre.
Ihr werdet das Land aus der Dunkelheit
ins Licht der neuen Zeit f�hren.
Visionen stehen Euch nicht, Spalatin. Das haben wir gesehen.
* unverst�ndliches Gemurmel, Schluchzen *
* and�chtige Musik *
(Albrecht) Nun, habt Ihr Euch entschlossen,
die Wahrheit zu bekennen und Eure Schriften zu widerrufen?
Ich widerrufe alle t�richten Worte.
Nur diese nicht.
Es gilt nur die Heilige Schrift.
Denn alles, was wir wissen sollen, steht in der Bibel.
Es gilt nur der Glaube.
Und keine guten Taten,
kein Ablass und keine Priester
k�nnen uns von unseren S�nden erl�sen. Das kann nur der Glaube.
Nur wer sich ganz in die Hand Gottes begibt,
dem wird Vergebung zuteil.
Und genau das werde ich jetzt tun.
So widerruft Ihr nicht?
Wenn ich nicht durch die Schrift
oder klare Vernunftsgr�nde �berzeugt werde,
dann bin ich in Gottes Wort gefangen.
Ich bin, nein...
ich kann nichts widerrufen,
weil es mir nicht m�glich ist, etwas gegen mein Gewissen zu tun.
Es w�rde mein Seelenheil bedrohen.
Hier stehe ich und kann nicht anders.
Gott helfe mir. Amen.
* bewegende Musik *
* spannende Musik *
Ein einzelner M�nch kann nicht gegen die gesamte Christenheit recht haben.
Dann w�ren die letzten tausend Jahre ein Irrtum.
* Er seufzt. *
Hiermit erlassen wir das Edikt:
Martin Luther ist ein Ketzer und ein Zerst�rer unserer Kirche.
Jeder, der seine Schriften druckt oder verbreitet, wird bestraft.
Jeder, der ihn beherbergt und verk�stigt, wird bestraft.
Und wer an ihn glaubt, hat sein Leben verwirkt.
* tragische Musik *
* Stimmengewirr *
So hat noch keiner mit dem Kaiser geredet.
(Spalatin) Lang lebe Martin Luther!
* Jubelrufe *
* verzerrte Laute *
(Tetzel) 20 Tage hat er kaiserlichen Schutz, dann gilt die Acht.
(Albrecht) Unsere Uhren schlagen anders.
Wer, sagtet Ihr, ist Euer bester Mann?
Das bin ich selbst.
Dann habe ich eine besondere Aufgabe f�r Euch.
* bedrohliche Musik *
(Mann) Zur H�lle mit den Aufr�hrern!
* Sie schreit. *
(Mann) Im Namen der Inquisition!
* bedrohliche Kl�nge *
Lasst euch das Wort nicht verbieten.
(Mann) Lasst ihn in Ruhe!
(Mann) Lasst ab von M�ntzer!
Und ihr, ich zeige euch jetzt, was diese Schrift wert ist.
* aufgeregte Schreie *
* Frauenschreie *
Ihr sucht am falschen Ort. - Ich habe meine Ohren �berall.
Mhm... Was ist das?
Der Papstesel zu Rom.
Das wusste ich nicht. Ich... ich wusste das nicht.
Eine Tat wie diese ist ein Zeichen.
Wir werden nie ablassen von dem einmal Erkannten.
Du warst mit mir.
Und Gott auch.
Ich will predigen auf dem Weg.
In jeder Stadt will ich anhalten lassen.
Das wird unser Hauptmann nicht erlauben.
Er hat mich schon erh�rt, wie es scheint.
Wo ist die Eskorte?
Die Pferde sind weg.
* spannende Musik *
Da!
Das sind Albrechts Leute.
Wagt es nur!
Ich bin es, den Ihr sucht.
* spannende Musik *
(Mann) Entschuldigt den unsanften Transport. Ich wollte sichergehen.
Wo... wo ist Bodenstein?
Spalatin?
Wo sind meine Leute? Ich muss zu ihnen!
Albrecht trachtet Euch nach dem Leben.
Das ist mir gleich!
Wo... wo sind wir hier?
(Tetzel) Er ist auf einer Trutzburg bei Eisenach.
Streng bewacht und uneinnehmbar.
Sie geh�rt dem Onkel eines Vetters Friedrichs der dritten Linie.
Nicht nachzuweisen also.
Wir haben unsere Ohren unter ihnen. Sobald er heraustritt, ist er unser.
Und was machen wir dann mit ihm? Einen M�rtyrer schaffen? Nein.
Es h�tte gar nicht besser kommen k�nnen.
Kurf�rst Friedrich hat uns die Arbeit abgenommen.
Er hat Luther lebendig eingemauert.
Wie k�nnte er der katholischen Sache jetzt noch Schaden zuf�gen?
Otti!
Thomas!
Das werden sie bereuen.
* bewegende Musik *
Kannst du mir mal helfen?
* leises Wimmern *
Bodenstein.
* Er wimmert. *
Oh, Gott.
Was... was...
Oh Herr, ich bin dein Knecht, dein Arm.
Befiehl und ich werde folgen.
Luther ist tot.
Aber seine Ideen leben.
Das l�sterliche Leben der Geistlichen,
der Reichtum der Kl�ster, das alles muss reformiert werden,
die Unterdr�ckung durch die F�rsten abgesch�ttelt.
Euer Auftritt in Worms, das war ein Fest
f�r die gesamte Christenheit. Das k�nnen wir nicht liegen lassen.
Wir drei, wir haben es begonnen,
wir haben was Gro�es ertr�umt.
Etwas, was die Welt ein Scherflein besser macht.
Lass uns nach Wittenberg gehen.
Sein Werk vollenden.
* Bodenstein schluchzt. *
* bewegende Musik *
* Sie bibbert. *
Hier, die gew�nschten B�cher.
Die Vulgata. Und hier...
die lateinische �bersetzung von Erasmus von Rotterdam.
In principio erat Verbum et Verbum erat apud. Hm.
Das ist die Misere deines Standes, Bluts�ufer.
Ihr m�sst lesen lernen. Ich kann lesen. Nur nicht Latein.
Latein ist die Sprache der Bibel.
Meine M�nner sprechen Deutsch, denken Deutsch, tr�umen Deutsch.
Das, was da drinnen steht, ist ein...
Liber signatum sigillis septem. Ein Buch mit sieben Siegeln.
Kann man das nicht gleich so sagen? Kann man.
Nat�rlich kann man.
Er war ein Gro�er, er war ein Zorniger,
er war ein Genauer.
Ein Erforscher der Herzen und des Gewissens.
Sie k�nnen uns biegen.
Aber sie werden uns nicht brechen.
Wir werden Martin Luthers Werk fortf�hren.
Wir werden die Reformation
der katholischen Kirche mit Macht betreiben.
Und die der gesamten Gesellschaft gleich mit.
Spart Eure Tr�nen.
Soll ich jubeln?
(Cranach) Ich hab auf Luther gesetzt. Alles auf ihn.
Dann sollt Ihr auch bekommen.
(Spalatin) Geduldet Euch.
Wo habt Ihr das her?
Das neue Testament, �bersetzt in deutsche Sprache.
Die ersten 40 Seiten.
Vom wem?
Solange er tot ist, ist er sicher.
"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott,"
"und Gott war das Wort."
"In ihm war das Leben,"
"und das Leben war das Licht der Menschen."
"Und das Licht scheint in der Finsternis,"
"und die Finsternis hat's nicht begriffen."
"Ihr sollt eure Perlen nicht vor die S�ue werfen,"
"auf dass dieselben sie nicht zertreten mit ihren F��en"
"und sich wenden und euch zerrei�en."
Anstatt der Weide, da setzt er mich...
Nein!
Was hat eine verdammte Richtstatt mit einer Kuhweide zu tun?
Kommt, macht Schluss f�r heute.
"Er wird mich richten."
"Er ist mein Richter..."
"Nihil mihi deerit."
"Es wird mir nichts mangeln..."
* Luther seufzt. *
Sag es so, dass es ein Ochse versteht.
Also, ich verstehe es nicht.
"Der Herr ist mein..."
"Hirte."
"Mir wird nichts mangeln."
"Er weidet mich auf einer gr�nen Aue"
"und f�hret mich zu frischem Wasser. Er erquicket meine Seele,"
"er f�hrt mich auf die rechte Stra�e,"
"um seines Namens willen."
Das ist wundersch�n.
Das ist Dichtung. Das ist mehr.
Es ist Gottes Wort,
aufgeschrieben f�r seine Kinder.
So kommt, es ist angerichtet.
Nehmt die Wegzehrung des Herrn. Alle!
Den Kelch Christi f�r alle. Das gab's nicht, seit ich in die Kirche gehe.
Habt keine Angst. Kommt alle her, lasst euch laben.
Kommt. Kommt alle. Leib Christi, f�r dich gegeben.
Danke. Das ist der Leib Christi.
Amen. Leib Christi, f�r dich gegeben.
(Kind) Danke. Leib Christi, f�r dich gegeben.
Leib Christi, f�r dich gegeben.
Die G�nse hassen Euch.
Bluts�ufer?
"Und der Juden Ostern war nahe,"
"und Jesus zog hinauf gen Jerusalem"
"und er fand im Tempel H�ndler sitzen,"
"die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten,"
"und die Wechsler."
Da sind die M�nche. - (M�nch) Auf den Ablass.
Sind sie allein?
(M�nch) Erzbischof Albrecht von Mainz und Magdeburg. Hey!
(M�nch) Brandneu und...
Verschwindet! Alles weg! Kein Ablass mehr!
Verschwindet! Nehmt eure Kasse und verschwindet!
Das nehmt ihr mit! Haut ab! Verschwindet!
* H�mmern *
* spannende Musik *
Papier, ich brauche mehr Papier.
Jetzt werde ich das alte Testament �bersetzen.
Und besorg mir auch eine hebr�ische Bibel.
Im Karmeliterkloster unten im Dorf m�sste es eine geben.
Das ist geschlossen. Dann in einem anderen.
Es sind gerade keine guten Zeiten f�r Kl�ster.
Ein w�tender Mob r�umt alle Kirchen Sachsens aus.
Aber warum, um Gottes willen?
Wer?
Der Thomas M�ntzer verspricht das Paradies auf Erden.
Und Bodenstein schreibt ihm die Worte dazu auf.
Nein...
Nein.
Ich h�tte Euch das nicht sagen d�rfen.
Ich muss nach Wittenberg. Unm�glich.
�berall wimmelt es von bisch�flichen Spionen.
Ihr seid der meistgesuchte Mann des Landes.
Ein guter Freund besch�tzt mich.
Auf dem Weg nach Sachsen kann Euch niemand sch�tzen.
Doch halten auch nicht.
Meine Schriften reisen, und ich muss hinterher.
Verfluchte Religion.
* aufgeregtes Stimmengewirr *
(Mann) Kommt, M�nner! Wir brauchen noch mehr H�nde, kommt!
Warte, warte... Was passiert hier?
Wir r�umen Kirchen aus, im Namen Martin Luthers.
Luther? Wieso Luther?
Der Papst hat Luther gefressen. Wir r�umen alles aus.
Das ist Kirchensch�ndung. Was dagegen?
Pack dich aus meinen Augen. Wer nicht f�r uns ist, ist gegen uns.
Er ist auf Luthers Seite. Ganz bestimmt.
(M�nner) Hinweg mit dir! - Im Namen Martin Luthers!
Was macht Ihr hier?
Luther! Luther...
* Bodenstein schluchzt. *
M�ntzer...
* Sie weinen. *
Du lebst. Du lebst. Und bist gesund.
Wie wir gebetet haben, man m�ge deinen Leib verschonen.
Wir sind erh�rt worden.
Wir bekommen mehr zur�ck, als wir verloren haben.
* Bodenstein lacht. *
Ihr legt Hand an Kirchen. Was hat euch die Mutter Gottes getan?
Erwarte kein Seelenheil von G�tzenbildern.
Wer sagt das? Du!
Die Menschen k�nnen nicht lesen.
Wenn Bilder weg sind, wer erz�hlt ihnen die biblische Geschichte?
Das tun wir jetzt.
Ihr? Ja.
Wir.
Studenten wurden bedr�ngt, geschlagen,
f�r Bauern nahmen Fron- und Spanndienste zu...
Aber die Lutheraner blieben standhaft.
Albrechts Drangsal best�rkte sie nur.
Was wir mit H�nden errichteten, rei�t ihr wieder ein!
Wir erreichten viel. Ihr seid zu weit gegangen!
Den Menschen das Gewohnte zu entziehen, ist lieblos.
Sinnlos, es in dieser Eile zu tun.
Diese Leute sind wie Kinder.
Diese Hohlk�pfe da drau�en sch�nden die Kirche in meinem Namen!
In deinem Namen?
Das ist es?
Dein Name? Ja, mein Name...
Mein Name steht f�r theologische Diskussion.
Wer stand in Worms?
Wer?
Wir hielten das f�r richtig... Es war n�tig!
Die Welt ist aus den Fugen!
Dann werde ich sie wieder richten.
Ich... Martin Luther.
Hast du das verstanden?
Ich glaube schon. Dann sag es.
Was? Sag, dass du dich geirrt hast.
Sag es auf der Stelle.
Ja, ja, wir haben uns geirrt.
Thomas?
Ja, ich habe mich geirrt.
Vergeben und vergessen.
Wir machen alles wieder gut.
Wir k�nnen nicht weiter an die Menschen herankommen
als bis zu ihren Ohren.
In ihr Herz kommen wir nicht, das schafft nur Gott allein.
(Mann) Da ist Luther mit Bodenstein!
Dann ist jetzt alles wieder gut?
Ja... ja.
Kommst du?
(Mann) Das ist Luther!
(Mann) Er ist es wirklich.
(Mann) Er ist auferstanden!
(Frau) Luther, Luther ist zur�ckgekehrt!
* aufgeregtes Stimmengewirr *
Komm!
* feierliche Musik *
Ich dachte, Luther frisst Euch aus der Hand.
Jeder Vogel wird mal fl�gge.
Der Kurf�rst von Sachsen hat eine au�ergew�hnliche Reliquiensammlung.
Der Sch�del der heiligen Anna. Die Milch der Maria Jungfrau.
(Fugger) Und so gut erhalten.
Ich dr�nge auf R�ckzahlung meiner Gelder.
Ihr seht mich mittellos. Was soll ich tun?
Lass die Reformation obsiegen.
Ihr nehmt die neue Confessio an und �berweist keine Gulden mehr nach Rom.
Alsdann verleibt Ihr Euch die Kl�ster ein und den Besitz
an Wald, Feld und Bauern und werdet m�chtiger als je zuvor.
Ich soll also dem katholischen Glauben abschw�ren.
Habt Ihr das nicht l�ngst getan?
Ihr habt eine Universit�t gegr�ndet. Diesem Luther das Denken erlaubt.
Ihr habt die Saat ges�t. Die Angst vor den dunklen M�chten ist gewichen.
Die Menschen haben angefangen, zu denken.
Das wollte ich nicht.
Tief drinnen wolltet Ihr. Ihr seid der Regent.
Also: Regiert.
* bewegende Musik *
(Nonne) K�the. K�the, komm.
K�the, komm, du kannst raus.
(�btissin) Feria quinta in coena Domini.
In der Osternacht wirst du dein Gel�bde erneuern.
Kann niemanden an den Haaren in den Himmel ziehen, Tante?
Aufstand steht dir nicht, K�the. Denk an Ottilie,
was aus ihr geworden ist.
Die Hure eines Gottlosen.
M�ntzer, wir brauchen dich.
Die Herren in J�terbog pfeifen auf das Recht.
Sie pressen nun auch die Stadtb�rger aus.
Wir m�ssen handeln. Lassen wir es ruhig angehen.
Wie das?
Stellst du dich an unsere Spitze... Lass ihn.
Aber die Leute warten nur auf dich.
Thomas, du musst jetzt predigen.
Die Gemeinde w�hlt den Pfarrer. Ich will nicht mehr.
Die Menschen hungern, sind der G�ngelei l�ngst �berdr�ssig.
Ich wei�. Sie sch�tteln ab, was sie bedr�ckt.
Diese Schinderei!
Lass es uns jetzt tun.
Wir sollten mehr an uns denken und an das, was da kommt.
Nein, mein Kind soll so nicht leben.
Es soll ein freier Mensch sein.
Gebildet soll es sein,
geachtet.
* M�ntzer seufzt. *
Du bist mehr als Luthers Stellvertreter.
Wir sollten auch Drucke in Auftrag geben.
* dynamische Musik *
(Mann) Der Eulenspiegel! Der Eulenspiegel!
(Mann) Der Eulenspiegel. Der Eulenspiegel!
Der Eulenspiegel! Hier, nehmen Sie! Der Eulenspiegel!
Was habe ich gesagt, Ihr seid mit einem Schlag ein weltber�hmter Mann.
Ich gratuliere dir.
Ich bin zur�ck. Auch wenn er es zu verhindern sucht.
Der F�rst ist unp�sslich. Ich werde zu ihm...
Ich will meinem Landesherrn mein erstes Exemplar �berreichen.
Ich nehme es. Ich will ihn sehen.
Schreibt einen Brief. Ich habe Briefe geschrieben.
200 an der Zahl. Ohne Antwort.
Das allein ist Antwort genug.
Ach...
der Dr. Luther. Seht, er empf�ngt doch Besuch.
Der Aufr�hrer. Ihr verwechselt mich.
Was bringt er denn da, ein Buch? Das Buch der B�cher.
Mhm, ich habe es schon.
Auf Deutsch.
Eure evangelische Freiheit verbreitet sich wie ein Lauffeuer.
Sie wird doch am Ende nicht auch uns F�rsten wegwischen?
Ich habe nichts gegen die F�rstenkraft, Mansfeld.
"Jedermann sei untertan der Obrigkeit."
Apostel Paulus an die R�mer.
Ich nehme es.
Der Schm�ker gef�llt mir.
(Barbara) Eineinhalb Gulden die gebundene Ausgabe,
broschiert zu zehn Scherflein. Danke.
F�r alle, die wissen wollen und glauben. Danke.
Eineinhalb Gulden die gebundene Ausgabe,
broschiert zu zehn Scherflein.
Luther, unbehelligt in Wittenberg.
Damit nicht genug: Er hat die Bibel �bersetzt.
Die Leute sind verr�ckt danach.
An allem tr�gt nur Friedrich Schuld. - Was wollt Ihr tun?
Ich werde gegen ihn zu Felde ziehen. - Mit Waffen?
Handelssperren, Z�lle.
Falsch. - Wir k�nnten Luther beseitigen.
Und einen M�rtyrer erschaffen.
Dann lieber doch abwarten?
Wenn Ihr nicht Sorge daf�r tragt, dass Eure Bist�mer so laufen,
wie sie sollten, dann gibt der Papst sie einem Kl�geren.
Aber ich habe daf�r bezahlt. - Das eben meine ich:
Es geht jetzt nicht ums Geld. Es geht um den Glauben.
Wie hei�t der Kerl, der Euch �berfallen hat?
M�ntzer schrieb sie auf, voller Wut, und doch mit Wissen.
Prager Briefe. Genau, was Ihr sucht.
Ich statte auch Kirchen aus.
Er hat noch mehr Ideen. Hier: "Von den Pfaffen".
Es braucht nur eine gr��ere Verbreitung.
Die Wortwahl, das ist doch etwas grob.
Ich k�nnte sie sanfter fassen. Nein.
Dann ist es nicht mehr von dir.
Die Menschen, die ihn ein Mal geh�rt haben,
die wollen keinen anderen. Vielleicht kann Luther...
Luther, Luther, immer Luther!
Ist M�ntzer gar nichts wert?
Ihr m�sst es drucken.
Auch M�ntzer ist ein Reformator.
Wir sind viele! H�r auf.
Dennoch ist nur Platz f�r einen in den B�chern.
Ich bin nicht mehr von Nutzen.
Daf�r bin ich nicht geflohen, dass ich zuseh, wie du dich klein machst.
Wo ist der Mann, der Ablassgelder unter die Armen verteilte?
* Tetzel lacht. *
Auch ich denke gern daran zur�ck.
Nein!
Bitte!
* M�ntzer st�hnt. *
Nein, bitte! Lasst ihn mir, lasst ihn mir!
Habt Erbarmen! Wir bekommen ein Kind!
Ein Kind?
(Tetzel) Ein Kind, ja?
Das ist kein Kind.
M�nch und Nonne...
Nein! k�nnen nur einen Satan zeugen.
Thomas! Nein, nein, nein!
Otti! Thomas!
* Ottilie st�hnt. *
"Und er sagte zu ihnen:"
"Ihr seid von drunten her, ich bin von dro..."
"droben her."
"Ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt."
Aber M�ntzer erkl�rte, alle Menschen sind gleich.
Ja, wir sind gleich.
Gleich vor Gott!
Der M�ntzer hat das eingesehen. Trat nunmehr ins Glied zur�ck.
Wir sprechen eine Sprache.
Die Sprache der Freiheit der Christenmenschen.
Was ist mit der Freiheit zwischen Mann und Frau?
Ihr k�nnt die Vorlesung verlassen,
wenn Euch Luthers Worte nicht gen�gen. Raus.
Raus!
Du wiederholst dich. Das langweilt die Leute.
Wir tun, was die Schrift gebietet, nicht mehr, nicht weniger.
Na, doch eher weniger.
Ihr habt nur Unfrieden gestiftet w�hrend meiner Abwesenheit.
Sieh, was los ist. Die Kurie hat abgewirtschaftet,
nicht Gottes Weg, sondern der Fettlebe verpflichtet.
Unsere Reformation wird kommen.
Jetzt ist es schon deine Reformation?
Ich wollte den Gottesdienst reformieren, ja.
Jetzt muss es weitergehen. Du stellst das ganze Werk in Frage.
Die Leute sind noch nicht so weit. Ach, die Leute...
Ich!
Ich bin noch nicht so weit.
Dann tritt beiseite.
Wir m�ssen jetzt voranschreiten.
Und das bist du?
Ich kann auch gehen.
Ja, geh.
Du bringst nicht mal einen geraden Gedanken zum Sprie�en.
Du hast alles Ma� verloren, Luther.
Du... du hast ab sofort Hausverbot.
Und keine Predigten mehr in Wittenberg!
(Albrecht) Welcher Wein, lieber M�ntzer?
(Albrecht) Bei Euch soll's munter zugehen.
Ihr habt die S�ulenheiligen zertr�mmert, Kirchen ausgekalkt,
Frauen lesen aus der Heiligen Schrift. Auf Deutsch.
* Frau lacht. *
* Maus fiept. *
Wer seid Ihr? Albrecht.
Euer Erzbischof, Euer Herr.
Ich hab nur einen Herrn.
Der sch�ttelt den Kopf dar�ber, was ihr da treibt in J�terbog.
Ihr habt das Betteln verboten. Ja.
Kinder m�ssen bei euch lesen und schreiben lernen.
Ist das Lachen auch schon unter Strafe gestellt?
(Albrecht) Nein, nein, nicht, nicht.
Ich habe noch einiges mit Euch vor.
Ich werde Euch r�sten lassen,
dann werde ich Euch vierteilen
und dann
werde ich Eure Frau tr�sten.
Wein...
Ich nehme einen Becher Wein.
Gut, gut.
Seht Ihr, M�ntzer,
wir Katholiken verstehen es zu leben.
Es ist wahr, wir unterst�tzen Arme.
Von welchem Geld?
Vom Geld, das wir den Kl�stern nehmen.
Ihr wollt die Kl�ster aufl�sen?
Sie h�ufen Besitz an, pressen die Bauern aus,
damit die r�mische Kirche reicher wird, wie Ihr am besten wisst.
Was haltet Ihr von den Agenten des Ablasses?
Hurenhengste.
* Tetzel lacht. *
Eure Pfaffen haben bei uns nichts zu sagen.
Wir suchen sie selber aus. Und Bisch�fe?
Geh�ren alle aus dem Land gejagt. Ich auch?
Ihr werdet abgesetzt. Wenn ich ablehne?
Dann mit Gewalt. Ja, ja... die Reformierten.
Und w�hrend wir das alles tun, jubeln Eure Frauen.
Wie freudlos ihr Dasein auf Eurem Scho�,
wie weich Euer Zingulum, wie hart ihre M�h und wie vergeblich.
Wenn sie frei w�ren, w�rden sie vor Euch wegrennen.
* spuckt ins Gesicht *
* Tetzel kichert. *
(Tetzel) So.
(Albrecht) Nein, nicht, nicht.
Setzt ihn auf ein Fuhrwerk und schickt ihn heim.
Euer Eminenz?
Habt Ihr nicht geh�rt, was er gesagt hat?
Dieser Hitzkopf ist das Beste, was uns passieren konnte.
So frech, so frank, so frei.
So gierig ist er in seinem Hunger nach Gerechtigkeit.
Er wird diese ganze evangelische Freiheit auffressen.
Gebt ihm seine Kirche zur�ck und ein Jahr Zeit,
und er wird Luther ad absurdum f�hren.
* Donnergrollen *
Mein Gott, er lebt. Du lebst!
Ottilie, wo ist Ottilie?
Ottilie! Ottilie!
Was haben sie dir angetan?
Thomas. Thomas!
* Sie schluchzt. *
Was ist mit dem Kind?
Ein ganz normales Kind.
Kein Satan.
Ich habe Albrecht die Wahrheit ins Gesicht geschleudert.
Ich lasse mir von niemandem mehr was sagen.
Schon gar nicht von Martin Luther. Wir machen weiter. Immer weiter.
Wir reformieren das ganze Dasein.
Dieses Kind soll in seinem Leben weder hungern,
noch soll es je geknechtet sein.
(Spalatin) Schwestern Unterschlupf gew�hren, das wagte nie jemand.
Sie sollten l�ngst hier sein. Vielleicht wollen sie keine Freiheit.
Sie kann auch Angst machen.
Da!
Der Herr vergelt's, der Herr vergelt's.
Gute Menschen, kommt!
Diese Schwestern hier sind geflohen, um hier bei uns Schutz zu suchen.
Willkommen in der Universit�tsstadt Wittenberg.
Hier seid ihr frei.
(Mann) Ja, kommt schon.
Es lebe die evangelische Freiheit!
(alle) Es lebe die evangelische Freiheit!
Es lebe die evangelische Freiheit!
(alle) Es lebe die evangelische Freiheit!
Der Fuchs.
Es lebe die evangelische Freiheit!
Dein Leben f�ngt an. Genau jetzt.
Es lebe die evangelische Freiheit!
(alle) Es lebe evangelische Freiheit!
Es lebe Martin Luther.
* Menge jubelt. *
(Cranach) Entlaufene Nonnen.
Muss das sein? K�nnen die nicht woanders unterkommen?
Die Arbeit w�chst uns �ber den Kopf.
Gott sei Dank. Martin Luther sei Dank.
Endlich geschieht mal was, was jedermann versteht. Hey!
Diese M�dchen sind frei. Frei, zu denken und zu tun und zu glauben,
was sie wollen. Finger weg, gegessen wird um 12 Uhr.
Sie k�nnten in der Druckerei helfen. Die Auflage ist fast vergriffen.
Das ist doch gut.
Sie fallen Euch nicht lange zur Last. Sie kommen alle weg, aufs Mal.
Was meint Ihr damit? Euer Weib suchte schon Ehem�nner.
Gute, ehrliche M�nner.
Diese Nonnen schworen ewig Entsagung. Der Z�libat ist nicht l�nger n�tig.
Warum sollen Priester und Nonnen ein anders leben als die Gemeinde?
Auch Christus hat kein Weib genommen.
Ja, Christus, aber unsere Pfaffen
haben mit Christus so viel gemein wie der Papst.
Das ist neu. Ja, das ist es.
* fr�hliches Lachen *
Da bist du! Ganz oben bei Gott bist du! Ja!
* Ottilie br�llt. *
* and�chtige Musik *
* Kind lacht. *
* Huhn gackert. *
(K�the) Schnell, greift sie.
Komm! Ah!
Na komm!
Das Biest versteckt ihre Eier �berall.
Dann ab in den Suppentopf mit ihr.
Seid Ihr verr�ckt, der Meister wird mich umbringen.
Gerade den suche ich.
Seht.
Katharina von Bora. Ihr nahmt mir die Beichte ab.
Ich las das Neue Testament auf Deutsch.
So wie Ihr hat keiner je geschrieben. Wenn Ihr erlaubt...
Hier schlich sich ein Fehler ein.
Ihr �bersetzt "S�nde" mit "Schuld", einem Verbrechen gleich.
Hei�t es im Griechischen nicht eher so etwas wie "das Ziel verfehlen"?
Nun...
Das "Ziel verfehlen" kann jedem mal passieren,
da geht nicht gleich die H�lle auf. Korrigiert das vielleicht.
Hier, seht. Der Dotter ist fast wei�.
Das ist das beste Bindemittel f�r Cranachs Tempera.
M�chtet Ihr auch?
Hm?
Es ist k�stlich.
Hat er jetzt mit Euch gesprochen? Wer?
Gott.
In Worms. Ich wusste es.
Ihr seht so anders aus.
Ich sollte wieder fasten. Iwo.
Sollten wir nicht Freude haben am Leben?
Lachen ist dem Herrn ein Wohlgefallen.
(Barbara) K�the!
Zwei Herren beschwerten sich schon. Du machst einfach zu viele Worte.
Warum soll ich mich verstellen?
Hier findest du die Antwort. Du bist eine Frau.
Frau Cranach?
Ja? Seht ihr?
Ich habe ein paar sehr anst�ndige Ehem�nner besorgt.
Und die sind nicht zu grob?
Ich denke, nein. Nein.
Freies Fischen und Jagen f�r alle. (Mann) Genau.
Freie Wahl der Pfarrer. Armenf�rsorge.
Ja. Und die H�rigkeit wird abgeschafft.
So ist es. Gleiches Recht f�r alle.
Jeder soll frei sein. Ja.
Was ist mit den Frauen? Sie brauchen einen Mann als Vormund.
Nicht bei uns. Nicht in der neuen Zeit.
Es ist ein n�tiges, nat�rliches Ding,
dass alles, was ein Mann ist, muss ein Weib haben,
und alles, was ein Weib ist, muss einen Mann haben.
Und so freue ich mich, diese Nonnen,
die aus tiefster Not zu uns gekommen,
ihrer Bestimmung als Eheweiber zuzuf�hren.
* Luther r�uspert sich. *
Qui Deus coniunxit homo non separet.
In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti.
Ihr seid jetzt Mann und Frau.
* Glockenschl�ge *
Das verirrte Schaf ist Gott das liebste.
K�nnt Ihr bitte verschwinden?
Es tut mir leid.
Im Kloster war ich hungrig nach Wahrheit.
Ich las jede Zeile von Euch wie eine Offenbarung.
Und jetzt, beim Licht des Tages, tut Ihr wenig.
Ich traute gerade sieben Nonnen.
Mich nicht.
Also.
Was steht als N�chstes an, um die Kirche zu reformieren?
Es sind die F�rsten und Herren,
die nur fressen, saufen und stehlen.
Die stets danach trachten, wie sie sich selbst ern�hren
und viele Pfr�nde kriegen.
Die da betrachten die Erde und ihre Kreaturen als ihr Eigentum.
(Mann) Ja, da hat er recht. Ich frage Euch...
ist das gerecht? (Mann) Nein! Das ist nicht gerecht!
Ich �berzeuge meine Gegner stets
mit dem Wort Gottes.
Was in der Bibel steht,
soll unser einziger Leitfaden sein.
Und wenn einer sein Lebtag noch keine Bibel gelesen hat
und noch nie von diesem Buch geh�rt,
kann er dennoch f�r sich einen untr�glichen Christenglauben haben.
(alle) Ja... ja!
Die Bibel...
ist die Fessel unseres Glaubens.
Nicht mal in Luthers Bibel steht ein Wort davon,
dass F�rsten alles geh�rt. (Mann) Ja!
Da irrt der M�ntzer,
dieser frevelhafte Ohrenbl�ser,
jeder, der ihm folgt, geht in die Irre.
(K�the) Wo bleibt die Freiheit des Christenmenschen?
Darf nicht ein jeder,
ja, muss sich nicht ein jeder mit Gottes Wort
und seinen Fragen dazu auseinandersetzen? Auch M�ntzer.
Jesus ist in einem Viehstall geboren.
(alle) Ja! Er steht auf Seiten der Armen
und Unterdr�ckten. (Mann) Ja, so ist es!
Die Wahrheit will erkannt werden, egal, von wem.
Auf dass die Wahrheit uns frei macht.
Die Wahrheit.
Wer immer nach der Wahrheit fragt, der muss sie auch aushalten k�nnen!
Die Wahrheit ist: M�ntzer irrt!
Omnia sunt communia!
Alles soll allen geh�ren!
(alle) Ja!
Ja!
Ja!
(Mann) Wir werden denen da oben in den Arsch bei�en!
Alles geh�rt allen! Ja!
* spannende Musik *
(M�nner) Fette Beute. Alle f�r uns. - Nieder mit den F�rstenleckern.
(Mann) Da kommt der F�rst!
Runter von meinem Land, dreckiges Lumpenpack!
(Mann) So nicht! - Ihr Hundsf�tter...
(M�nner) Stopft ihm das Maul! - Da habt Ihr Euren Hundsf�tter!
Mansfeld wird Bauern nicht mehr bestehlen.
Nieder mit den F�rsten!
Er wird uns frei fischen und jagen lassen,
und er wird den Zehnt nicht mehr einfordern.
Hundsfott... - Das ist doch so, oder?
Mansfeld!
Und jetzt schert Euch zum Teufel!
Ihr werdet brennen. Brennen, brennen, brennen!
Was wollt Ihr von mir? Mit Euch sprechen.
Wollt Ihr mich wieder zurechtweisen?
Nur wenn Ihr wieder so einen Unsinn predigt.
Ottilie hat geschrieben. Sie hat uns zur Taufe ihres Kindes eingeladen.
Ein Kind von M�ntzer? Sie wollen es Jan taufen.
Wie Jan Hus? Ein Vision�r.
Aber 100 Jahre zu fr�h geboren.
Jetzt w�re seine Zeit. Nun ist es die Eure.
Erzbischof Albrecht triumphiert. Abl�sse werden wieder verkauft.
Ich muss meine Kirche aufbauen.
Ihr m�sst mit M�ntzer reden, Ihr beide seid das Fundament.
Mit ihm ist nicht zu reden.
Was h�lt Euch auf? Stolz?
Oder ist es Angst?
* getragene Musik *
Jan, ich taufe dich...
im Namen des Vaters...
des Sohnes...
des Heiligen Geistes.
Amen.
(alle singen) "Komm, du Tr�ster, Heil'ger Geist"
"Aus dein's Lichtes Fron uns rei�t..."
* Gesang verstummt. *
Was willst du? Reden.
Du gossest so viel Sch�ndliches von deiner Kanzel �ber mich aus,
dass wohl alles gesagt ist. Es ist noch mehr dazugekommen.
In Schwaben haben die Bauern zw�lf Artikel aufgestellt.
Als ich die gelesen hab, da fing ich an zu weinen.
So einfach und doch so unerf�llbar.
Keine Leibeigenen mehr, weniger Frondienste.
Waldrecht soll allen geh�ren, wie die Fischteiche.
Sie fordern nur das: Weg mit untragbaren Abgaben.
Wenn du w�sstest, wie Bauern leiden. Ja, ja, das ist richtig.
Aber das Problem mit den Bauern ist, dass es Bauern sind.
Niemand will das h�ren. Ich will es h�ren.
Ihre Forderungen sind erf�llbar. Ich wei�...
In manchen Herrschaften wurden sie es schon.
Was hat dir Graf Mansfeld getan?
Ihm ist die lutherische Sache nicht egal.
Und warum stehen deine Lutheraner dann nicht auf?
Laut Bibel, sollten sie nach Freiheit schreien.
Aber das machst ja du f�r sie. Ja, das tu ich! Und was machst du?
M�ntzer, der ewig Zweite, weint! Habt ihr den Verstand verloren?
Die Kl�gsten des Landes,
die Einzigen, die alles denken k�nnen, schlagen sich die K�pfe ein?
Lasst uns noch mal von vorne beginnen.
Zusammen.
Wir m�ssen den Aufstand der Bauern zu unserer Sache machen.
Wir m�ssen uns wehren. Wir beginnen...
mit Maria Heimsuchung. Das Ablass-Nest.
Bist du irre?
Das Kloster geh�rt zu meinem Sprengel. Ich wei�.
So w�ssten die Leute, wo Luther steht.
Nein.
Nein, nein, nein. Keine Gewalt.
Es muss einen anderen Weg geben.
Alles Bitten, Reden, Betteln wird von den hohen Herrn
durch Missachtung verh�hnt.
Die Bauern werden geschr�pft, bis aufs Blut.
Oh, Bodenstein... Bodenstein, wir m�ssen miteinander reden.
Und wann hat dein F�rst das letzte Mal mit dir geredet?
Gott musst du fragen. Das habe ich getan.
Aber wenn ich bete, ver�ndert das nicht die Welt.
Es ver�ndert nur mich.
Das reicht jetzt nicht mehr. Jetzt geht's um die ganze Welt.
Die ganze Welt.
Die ganze Welt! Die ganze...
Feigling.
Du bist ein Feigling, du Verr�ter.
* M�ntzer schluchzt. *
Du mieser Verr�ter, du Verr�ter, du Feigling!
Du hast die Reformation an die Herrschenden verraten!
Feigling!
Verschwinde.
* T�r knallt zu. *
Maria Heimsuchung?
Hast du vergessen, was die �btissin uns angetan hat?
Das Kloster ist ein Hort der Altgl�ubigen.
Es muss weg. Was ist mit dir geschehen?
Das frag ich dich.
Hat dir das dein neuer Herr ins Ohr gesetzt?
Ich hatte nie einen Herrn, K�the.
Ich habe einen Mann.
F�rstenlecker. K�the!
Auf, M�nner! Zeigen wir denen, aus welchem Holz wir geschnitten sind!
(Mann) Da ist er, der Thomas M�ntzer.
Beeilt euch!
Zur Nacht k�nnen wir an der Elbe sein.
(Mann) Los, lasst uns abziehen.
Worauf warten wir? (M�nner) Na los! Kommt! Auf!
Vorw�rts!
* Kampfschreie *
Holt euch zu essen!
Das Ende der Welt ist nah.
Ihr werdet alle, alle in der H�lle schmoren.
Ich aber werde verschont.
Weil ich Ablass gekauft habe von Erzbischof Albrecht,
Hirtengewaltiger von Mainz und Magdeburg.
F�r nur einen Viertel-Kreuzer. Und das ist ein Sonderpreis.
Sowie das Geld im Kasten klingt,
die Seele in den Himmel springt.
* aufgeregtes Stimmengewirr *
* spannende Musik *
Das Kloster ist aufgel�st!
Ihr sollt alles haben!
Omnia sunt communia!
Raus! Ihr seid frei! Ihr auch!
Ich setze keinen Fu� aus diesem Kloster.
Hier setzte Gott mich ein.
Was? Hier steht gleich alles in Flammen!
Kommt mit!
Komm! Die �btissin!
Komm.
Ich habe immer auf den Satan gewartet,
dass er so ein Geschw�r hervorbringt.
Aber Christus wird ihn einsch�chtern
und gewaltsam unter unseren F��en zertreten.
Ihr m�sst immer wieder mit ihm reden.
Ich habe mit dem leibhaftigen Teufel geredet!
Es reut mich, auf Euch geh�rt zu haben.
H�a! H�a!
Ich muss das Gro�e im Auge behalten.
* unheilvolle Kl�nge *
(M�nner) Bleib stehen! - Den holen wir uns!
(M�nner) Den da? - Genau!
(Tetzel) Was wollt ihr?
Ich bin ein Mann des Erzbischofs. Vers�ndigt euch nicht.
Was wollt Ihr? - Das Schwein wurde von uns fett.
Ihr wollt Geld, ja? Viel Geld.
Geld. Geld. Geld f�r alle.
* Tetzel lacht. *
Geld f�r jeden von euch. Geld!
(lachend) Geld!
Halt an!
* Tetzel �chzt. *
* Er wimmert. *
Hier.
Der Ablass f�r unsere Missetat.
Und das hier
f�r alles, was jetzt kommen wird.
(Mansfeld) Der Ritter G�tz von Berlichingen,
er war einer von uns, hat 12.000 Mann unter Waffen.
* Friedrich st�hnt. *
Sie ziehen auf Hessen zu. Das ganze Land steht bald in Flammen.
Ich bitte Euch, Vetter, greift ein.
Stellt Euch den Bauern in den Weg.
(Mansfeld) Euer Vorbild hat Gewicht in diesem Land.
Lasst ihn. Es geht zu Ende. Lasst ihn.
Luthers Gedanken tr�nken das ganze Land in �l.
* Friedrich raunt. *
Und dieser M�ntzer h�lt die Fackel dran.
Wenn Ihr Frieden wollt,
bereitet den Krieg vor.
Bitte, Herr,
es ist an der rechten Zeit �berzutreten.
Nehmt den lutherischen Glauben an.
Ihr habt nichts verstanden.
Nie.
* Friedrich seufzt. *
"Wider die r�uberischen und m�rderischen Rotten der Bauern"?
Das wollt Ihr wirklich drucken?
Damit fallt Ihr dem Aufstand in den R�cken.
Ihr druckt das, Cranach.
Ihr druckt so viel davon, wie Ihr k�nnt.
Diese Mordbrenner m�ssen aufgehalten werden.
Wir wurden einander so fremd wie dunkle Fische in einem Tintenfass.
* H�mmern *
(Fugger) Ein voll ausger�steter deutscher Reiter,
leichter Trab, Harnisch, Koller,
mit denen hat der Schw�bische Bund den Bauern den Garaus gemacht.
Kostet? - 140 Gulden.
Ich brauche tausend Mann.
Das Pack wird vernichtet.
Was ist das? Abendbrot f�r uns.
Wo hast du das her? Ich fand eine Anstellung f�r dich.
Der Stadtrat dort hat nichts gegen dich.
Es kann noch alles gut werden.
Lass uns ein einfaches Leben f�hren.
Erfreu dich deiner Kinder.
Mansfeld und die F�rsten haben 5000 Mann ausgehoben.
Sie ziehen sich unter dem Kyffh�user zusammen.
Lass uns in Ruhe!
Oh, Gott.
Was, wenn wir Menschen frei von Religion w�ren?
Wenn der Glauben nur eine ganz pers�nliche Frage w�re?
* bewegende Musik *
Wir treffen andere Hauptleute beim Kyffh�user.
(Mann) Da ist M�ntzer.
Ihre Haufen sollen sich in Frankenhausen einfinden.
* Kampfschreie *
Voran! Voran!
T�tet sie!
T�tet sie alle! Gott...
wird die Seinen erkennen.
Was aber tun unsere F�rsten?
Sie nehmen sich des Regiments nicht an,
h�ren die armen Leute nicht,
erziehen die Jugend nicht recht,
sondern verderben die Armen!
Mehr und mehr!
Mit immer neuen Beschwerden!
Verderben Land und Leute mit unn�tigen Kriegen,
Rauben,
Brennen und Morden!
* bewegende Musik *
Was machst du?
* Sie weinen. *
Ein gottloser Mensch hat kein Recht zu leben,
wo er die Frommen behindert!
So wie uns Essen und Trinken ein Lebensmittel ist,
so ist es auch das Schwert!
Also ran! Ran!
* Kampfschreie *
* dramatische Musik *
Erhebt euch, Soldaten Christi!
(Albrecht) Widmet euch der Vernichtung der H�resie
mit allen Mitteln, die Gott euch eingeben wird,
"und seid gewissenhaft."
* bewegende Musik *
* Schluchzen *
"Christian Philipp: zu Tode geschlagen."
"Hans Gro�manns schwangere Frau: die Rippen zertr�mmert,"
"dass sie bald gestorben."
"Wieland Simon: mit dem Gem�cht aufgeh�ngt und vollends erschlagen."
"Jakob Baums Frau: zu Tode gesch�ndet."
* Er betet. *
* Schluchzen *
"Die Erde, deren Gewohnheit es ist, die Toten zu bedecken,"
"war selbst mit Toten �berstreut."
"K�pfe lagen dorten ohne ihre nat�rlichen Herren,"
"Leiber ohne K�pfe."
"Viele hatten j�mmerlicherweise und grausam das Innengeweide heraus,"
"anderen war der Kopf zerschmettert und das Gehirn zerspritzt,"
"Kinder in die Flammen geworfen,"
"S�uglinge an die Brust ihrer Mutter gespie�t."
* traurige Musik *
Ihr d�rft noch widerrufen.
* M�ntzer r�chelt. *
* Er schreit. *
* M�ntzer r�chelt. *
Zu Tode bestraft, enthauptet.
(Mansfeld) Danach Vierteilung, in vier St�cke zerhauen.
Dann sollen solche vier Teile und Haupt...
an vier Wegstrecken zu Frankenhausen
�ffentlich gehangen und gesteckt werden.
Hoch mit ihm!
* unheilvolle Kl�nge *
* Glockenschl�ge *
* Gackern *
* Lockrufe von Luther *
(Spalatin) Den B�rgern von Wittenberg...
ist Folgendes kundzutun:
Unser Kurf�rst, Friedrich von Sachsen,
der Weise, der Friedensf�rst,
hat kurz vor seinem Tode
den lutherischen Glauben angenommen.
Vom heutigen Tage an ist Sachsen
evangelisch! - (alle) Ja!
Was habt Ihr getan?
Das, was ich immer getan habe: Geschichte geschrieben.
Aber das ist gelogen.
Um das Gewissen als oberste Instanz durchzusetzen,
bedarf es ein ger�ttelt Ma� an Gewissenlosigkeit.
Es lebe
Martin Luther!
* Jubel, Applaus *
Wie Ihr die Bauernfrage gel�st habt, Mansfeld,
das war ganze Arbeit.
Es war auch nicht billig,
das k�nnt Ihr mir glauben.
(Mansfeld) Aber ich hole mir das Geld zur�ck.
Die Bauern werden st�hnen, bluten,
zahlen f�r die Fehler ihrer Eltern bis ins f�nfte Glied.
Das werdet Ihr nicht tun,
Graf Mansfeld.
Habt Ihr's nicht geh�rt?
Friedrich ist zum neuen Glauben gewechselt.
Das Volk wird seinem Vorbild folgen.
Und in einem evangelischen Sachsen
wird den Bauern kein Unrecht widerfahren,
solange sie gottgef�llig arbeiten.
Denn der Herr spricht:
Ihr seid alle eins in Christus.
Was sind das f�r Worte?
Ich dachte, der M�ntzer sei tot.
Ihr habt wom�glich die falsche Sau geschlachtet,
Graf.
Ich habe M�ntzers Blut am Hals.
Ist es nicht das Gewissen,
die innere Instanz, die uns leitet?
Wir leben es vor, gottgef�llig, sein Wort, unser Befehl.
* Orgelkl�nge *
* Kirchengesang *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2017
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