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(Sanfte, melancholische Klaviermusik)
(Frauengesang: "Wer hat die schönsten Schäfchen")
(Mann 1) Hat sie das Kind gesehen? - (Mann 2) Nein.
Sie haben sie nicht hingelassen.
(Mann 1) Schläft sie? - Mhm.
Die Ärzte sind bei ihr.
Sie sagen, sie singt im Schlaf.
"Das machen die Medikamente."
Ich dachte ja, uns kann nichts mehr schiefgehen im Leben.
Hey, Heinz, komm. Das wird schon.
Hm? Ist doch alles noch gar nicht raus.
Hm?
(Melancholische Klaviermusik)
(Kinder singen) "Wir wollen in den Garten und woll'n des Sommers warten
Trarira..."
(Heinz) Dabei ist es so schön draußen.
Soll ich auf dich warten? - Musst du nicht.
Danke fürs Bringen.
(Melancholische Klaviermusik)
(Musik überlagert das Gespräch.)
(Ein Baby schreit.)
(Apparat piept regelmäßig.)
(Alarmsignal)
(Düstere Musik)
Oh nein! - (Durchgehender Signalton)
(Frau schreit.) Schwester!
(Düstere Musik)
(Frau) Schnell!
Ah!
(Schiffshorn tutet.)
(TV) "52.000 Zuschauer sind im Stadion im Rom
beim Spitzenspiel zwischen AS Rom und Juventus Turin.
Spielstand derzeit eins zu eins.
Nun ein Angriff vom AS Rom über die linke Seite..."
(Ein Mann spricht auf Italienisch.)
(Lachen)
(Italienisch)
(Italienisch)
(Mann 1, Funk) "Zwei Täter, bewaffnet. Seid ihr dran?"
(Stimmen von drinnen) - "Bestätigen. Seid ihr dran?"
(Mann 2) "Dran. Verstanden."
(Mann 3) "Verstanden." - (Mann 1) "Gäste von nebenan sind weg.
Zimmer 102 und 104." - (Mann 4) "Verstanden."
(Stimmen und Fernsehkommentar)
(Mann 5) "Einer von den Italienern steht am Fenster, glaub ich.
Wir müssen außer Sichtweite kommen."
(Mann 6) "Wenn ein Tor fällt, geht die SEK rein."
Dem Zimmermädchen fiel auf, dass die da drin Handschuhe tragen.
(Mann 2) "Die nächste Ecke geht nicht rein. Zehn Mark dafür."
(Mann 3) "Okay. Zehn Mark dagegen."
(Mann 1) "Funkstille ab sofort. Bestätigen."
(Mann 2) "Jetzt schuldest du mir 60."
(Mann 3) "Zieh's von den geliehenen 200 ab."
(Mann 1) "Funkstille."
Welche 200?
"Ich bin acht Jahre im Einzeldienst
und schwor mir mal, alle sechs Jahre was Neues zu machen."
"Meine Verlobte und ich haben drei Jahre auf die Versetzung gewartet.
Das beantwortet Ihre Frage. Ich weiß, was auf uns zukommt.
Es wird uns nicht zu sehr belasten."
"Der Nächste!"
"Ah...
Oh..."
"Das mache ich öfter. Das war fast 'ne ganze Minute lang."
"Ich bin praktizierender Christ,
Vegetarier und abstinent."
"Ich hab ja das Grundgesetz gelesen, da steht alles drin.
Da und im Neuen Testament. Echt, mehr brauch ich nicht.
Heißt das, ich bin drin?
Wow."
"Klasse."
"Woah!"
(TV) "Und Schuss. Und Tor!" - (Mann) Ja!
(SEK-Mann) Go! - Polizia!
Polizei! Keine Bewegung!
Stehen bleiben!
Keine Bewegung!
Ah!
Runter!
(Unverständliche Funksprüche)
Ich sehe draußen nach.
(Pulsierende Musik)
(Funk) "Sie sind drin. Unten bleiben. Meldung!"
(Schreie)
Ich bin drin. 102. - (Mann 2) "Ich bin in 104."
(Mann 3) Das Fenster, es ist offen. Sind von uns welche im Hof?
Halt's Maul! - (Funk) "Warum ist nicht besetzt?"
Still! - "Der geht mir ab".
Der ist weg, glaub ich, durchs Fenster. Ich gehe rein, jetzt!
(Stöhnen)
(Pulsierende Musik)
(Schuss)
(Schuss)
Von drei Tätern war gar nicht die Rede. Zwei!
Ich komm rein, und der schießt mir in den Kopf? Ich war nicht gesichert.
Wer deckt mich denn?
Aber so ist der eine eben durch die Lappen.
Knapp vorbei ist auch daneben. - Für die Männer ein misslungener Zugriff.
Aha. - Jungs, lasst uns kurz allein.
Danke. Ihr auch.
Wie lange wird's dauern? - Weiß ich nicht.
Lassen wir dann das alles so liegen? - Ja, ist gut.
Herr Staatssekretär Dessaul vom Innenministerium
ist mit der Materie vertraut.
Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz. - Hoppela.
Wie ich in den Raum komme, weiß nur ein Polizist.
Öffnete die Tür mit Fußstoß.
So flott!
Was soll Karl denn tun, wenn der andere weiß, was er tut?
Das war Spezialist. - Mit Ausbildung, mit erfundener Biografie.
Lassen Sie ihn reden. - Ich will Ihr Ego nicht untergraben.
Ich teile Ihnen unter strengster Verschwiegenheit mit,
dass der Flüchtige tatsächlich ein V-Mann meiner LKA-Abteilung ist.
Er sollte von dem Verhafteten Falschgeld ankaufen.
Als sicher war, wo und wann das Geschäft stattfindet, habe ich Sie angefordert.
Wie hoch ist die Summe Falschgeld?
25 Millionen DM.
Warum haben Sie uns vorher nichts von dem V-Mann gesagt?
Solche Einsätze... - Das hätte aus dem Ruder laufen können.
Und Ihr eigener Mann war auch in Gefahr.
Fertig? Solche Einsätze behandle ich immer verdeckt.
Es sickert leicht was durch.
Mein Mann war für seine eigene Sicherheit verantwortlich.
Er musste Sie niederschlagen, er wär sonst aufgefallen.
Es tut mir leid. - Ich hab da kein Problem.
Ich mach meine Arbeit, und zwar gut. - Sicher.
Wer ist Ihr V-Mann?
Darüber will ich nicht reden, das habe ich gerade erklärt.
Ich frag nicht nur so. - Herr Erlsberg,
Karl Simon glaubt, der V-Mann war ein früherer Kollege,
mit dem er von 1984 bis 89 bei uns in der Spezialeinheit war.
Wer soll denn das sein?
Der Mann, der mich k. o. getreten hat, heißt Heinz Schaefer.
Aber Schaefer starb vor vier Jahren.
Der hat sich das Leben genommen,
nachdem er sein neugeborenes Kind getötet hatte, im Krankenhaus.
Ich hab das damals mitgekriegt, ich war vorm Krankenhaus.
Ich hab ihn da hingefahren. Wir waren befreundet.
Aber ich hatte keine Ahnung.
Paar Tage später fand man sein Motorrad
in einer Böschung unter einer Rheinbrücke,
und später bei Baumberg, wo's die ganzen Wasserleichen anschwemmt,
Schaefers Leiche.
Sie war in eine Schiffsschraube gekommen.
Glaubt denn noch jemand hier, diese Beobachtung bestätigen zu können?
Nein.
(Funksprüche im Hintergrund)
Was Besseres als einen von uns können Sie nicht finden.
Als V-Mann.
Sie glauben doch nicht,
dass das LKA mit einem Kindsmörder zusammenarbeitet.
Mein V-Mann ist kein Toter und hat nie Schaefer geheißen.
Ich kenne die Biografie meines V-Mannes, aber sie bleibt geheim.
(Kollege) "Herr Simon, misstrauen Sie den Organen des Rechtsstaats?"
Sie wollen nur Ihr Versagen entschuldigen.
Sie können mir mal 'nen Pudding rühren.
V-Männer, die Gesetze brechen... - ... kriminell handeln...
... sich daran bereichern... - ... gibt es nicht.
(alle) Das kann sich ein Rechtsstaat nicht erlauben!
Genau!
Jawoll!
Wie ist das mit der Knete?
Was für 'ne Besoldungsgruppe ist das, V-Mann?
Mehr wie unser A 9?
Kannst du dir vorstellen, was damals passiert ist?
Das ist ja das Schlimme. Ich weiß nicht, was ich mir vorstellen soll.
Wollte er sich umbringen?
Hat man ihn nach der Klinik unter Druck gesetzt?
Mensch, Bernd.
Bernd! - Ich hab Heinz nie richtig kennengelernt.
Ihr wart in 'ner anderen Gruppe. - Du weißt, wie er aussah!
Du warst heute Nachmittag der Erste im Zimmer.
Ich sehe nur einen, der vor mir steht, der hat da ein Loch im Hals.
Was? - Er meint den Makkaroni.
Mach keinen Terz!
Beschissen drauf sein könnt ihr, wenn ihr mal normale Streife schiebt.
Für 3300 im Monat. Dann dürft ihr wieder sagen:
"Morgen, Führerschein bitte."
Wir holen uns 'nen Hund. Hab ich ihr versprochen.
(Lachen)
Ich will in meinem eigenen Bett sterben.
Macht das 'nen Sinn? Hallo? Fünf Jahre...
(Kichern)
Nee, nee. Hier, drei.
Ich weiß doch, was ich sehe. Das kriegen die schriftlich.
Hör doch mal auf! - Das macht keiner mit mir!
Behaupten, für mein Versagen mach ich das Grab von 'nem Kollegen auf.
Ich gebe jetzt vor... Und wenn er dreimal tot ist!
(Bernd) Das hast du nicht im Griff. - Lass doch, Karl.
Deswegen haben die auch den Kopf nicht gefunden.
Ich denke mir, den hat die Dünensäure zersetzt.
Das hat alles keinen Sinn.
Fünf fickende, Leck-mich-Jahre... - Ja, drauf, drauf, ja!
(Unverständlich) - Ja!
Ah!
Lass...
Scheiße... Komm, wir gehen mal...
Warte. Hat sich voll reingesemmelt.
Halt mal still! Bist du... Halt den Arm...
(Karl singt) "Morgen, Kinder, wird's was..."
Du bist ein Weihnachtsmann!
"Morgen werden wir uns..." - Ey, ey!
(Er trommelt auf den Tisch.)
(Bernd) Du Weihnachtsmann! Was machst du da?
Ey...
(Dessaul) Existiert das noch als Kopie irgendwo im Amt?
(Erlsberg) Jetzt nicht mehr.
Ich kann es nicht auf eine Untersuchung ankommen lassen.
(Mann, draußen) Herr Dessaul!
Dein Hund zerstört unseren Garten.
(Erlsberg pfeift kurz.) Platz!
Platz!
(Dessaul) Warum muss ich dich zwingen, mir das zu zeigen?
Sag, wenn ich mich irre, aber warum hätte ich das nie erfahren,
wenn nicht ein Polizist einen anderen wiedererkannt hätte?
Warum hätte ich als dein Vorgesetzter das nie gesehen?
Vorgesetzter?
Es ist nur 'ne Frage. - Mein Vorgesetzter ist der LKA-Präsident.
Der weiß nichts und wird das auch nie sehen.
(Dessaul) Rede leiser, meine Frau ist da.
(Donnergrollen)
Ihr habt Schaefer vor vier Jahren aus dem Verkehr gezogen.
(Erlsberg) Er hat sich nach dem Kindsmord gestellt und wollte sich dann umbringen.
Und das haben wir dann für ihn arrangiert.
(Dessaul) Was Schaefer getan hat, sprengt die halbe Landesregierung.
(Erlsberg) Ich weiß. Aber er taucht unter.
Außer uns weiß keiner, dass es ihn gibt.
(Karl) Den Kopf haben sie 'ner anderen Wasserleiche abgeschnitten.
(Kollege) Das machen sie in der Uni-Klinik andauernd.
Was ist? Hat er sich verletzt? - Mach keinen Aufstand.
Wo ist der Hund? He, Bootsmann!
Bootsmann! He!
(Kollege) Alles klar.
Er will den Jungs 'nen Hund kaufen, der heißt dann Bootsmann.
'nen Hund holt man sich im Frühjahr.
(Karl) Gut, dann im Frühjahr. - (Kollege) Bist du fett geworden!
(Stimmengewirr)
Der ist so schwer wie Glocken.
Mama, da sind Schnecken. - (Frau) Was?
Schnecken? Ach komm, Basti.
Da sind doch keine Schnecken unterm Bett.
Geh schlafen.
Mami kommt dann gleich. Dann noch ein Bussi.
(Kollege) Bis morgen.
Lothar!
(Kollege) Anja denkt noch, ich komm nicht mehr.
(Frau) Geh ins Bett.
(Kollege 1) Wer in der Liebe Erfüllung sucht, ist impotent.
(Kollege 2) Schwätzer, du hast ja keine Familie.
Dafür danke ich dem Herrgott.
(Frau) War was beim Einsatz? Dürft ihr's erzählen?
(Kollege 1) Karl denkt, er hat Schaefer gesehen,
der damals die Grätsche gemacht hat.
Wegen seiner Tochter. Die war doch irgendwie...
Geistig geschädigt war sie.
Erschlagen hat der die, wie Bauern Katzen totknüppeln.
Ja, bei euch im Sauerland, in Elspe.
(Klappern)
(Schallendes Lachen)
(Kollege 1) Der Bernd ist von der Rolle.
Hat heute 'nen Vogel vom Baum geholt.
(Bernd) So ein schöner Geburtstag! - (Karl) Wo sind Schnecken?
(Frau) Was genau hatte die Tochter?
Wo denn?
(Kollege 1) Sauerstoffmangel bei der Geburt.
Nabelschnur um den Hals gewickelt.
(Karl) Siehst du, keine Menschenseele.
Weil ich nämlich Simon... der Erkenner bin.
(Basti) Ja. - Ja.
Weil ich der unbezwingbare... Erkenner bin.
Ja. - Ja.
(Frau) Wie hieß seine Frau, die Blonde da?
Die war nicht von hier. - (Kollege 1) Nee.
(Kollege 2) Angelika. - (Frau) Er hat was anderes zu ihr gesagt.
(Kollege 1) Sunny.
(Melancholische Klaviermusik)
Es hat sich ja gar nichts verändert.
Doch, es sind neue Lampen in der Küche.
Arbeitest du immer noch bei Freilingrath in der Spedition?
Mhm.
Müde siehst du aus, Sunny.
Warum hast du dich nicht mehr gemeldet?
Die Zeit war vorbei, oder?
Nicht?
Bist du mit keinem wieder zusammen?
Nein.
Als er noch da war, da hat's hier immer anders ausgesehen.
Es lag immer was rum.
Heinz konnte sich nicht mal ein Brot machen, ohne was liegen zu lassen.
Das Brot, das Messer.
(Schwermütige Klaviermusik)
Ich hab ganz vergessen, wie sie hieß.
Ka... K...
Ka...
Ka...
Hey.
(Sunny) Kannst du noch mal 'ne Nacht bei mir bleiben?
(Karl) Nein.
Du bist damals so...
gewesen...
Man dachte, wenn der Wind mal durchs Haus bläst, dann nimmt er dich mit.
Du hast ganz trockene Hände.
Ich kenn dich länger als den Heinz.
Weißt du, wie ich aus Berlin gekommen bin
und bei Conti bedient hab, in der Eisdiele?
Mhm.
Er kommt jede Nacht zu mir,
in meinen Träumen.
Er hält mich fest.
Aber so, wie sie ihn gefunden haben.
Er hat keinen... - ... keinen Kopf mehr.
Mhm.
Die Schiffsschraube.
Ich weiß, warum du damals mit mir geschlafen hast.
Könntest du's nicht noch mal machen? - (Spieluhrmusik)
Aus Mitleid? Hm?
(Spieluhr spielt "Wer hat die schönsten Schäfchen")
(Sphärisch-melancholische Musik)
Hilf mir.
Du kannst nicht dein Leben lang deinem Mann nachtrauern.
Aber ich liebe ihn.
Mehr als alles auf der Welt.
(Unverständlicher Funkspruch)
"Hier Zentrale, ich höre Sie." - "Ich hab den Kollegen..."
Und? - (Karl) Nichts gewesen.
Sie hat keine Ahnung.
Sie denkt, er ist tot. Lass uns fahren, Hannes.
Ich mach mich nicht wahnsinnig deswegen.
(Sphärische Musik)
(Polizist) "Wo seid ihr?"
(Bernd) "Flughafentunnel. Minister kam verspätet an."
(Sirenengeheul)
(Unverständlich) - Sag das dem Trauerkübel da vorn. Fahr!
"Vor dem Hotel formieren sich Demonstranten."
"Die Sitzung war doch geheim."
(Bernd) "Ist durchgesickert. Das wird ein schöner Tag."
(Hannes) "Werd ich gefilmt?"
Die brauchen noch Randale, für die Einschaltquote, was?
(Polizist) "Die müssen mit dem Minister in den Hof."
(TV) "Nach dem Beschluss, die Stahlwerke dichtzumachen,
fürchten 2000 Menschen akut um ihren Arbeitsplatz.
Viele davon haben sich hier versammelt, um zu demonstrieren.
Minister Hilferding, trifft gerade ein.
(Protestrufe, Pfiffe)
(über Lautsprecher) "Die Hoteldirektion macht Sie darauf aufmerksam..."
(Pfiffe, Protestrufe)
(Karl) Aufmachen! - (Mann) Du Sau!
(Minister) Das lass ich mir nicht sagen! Nicht so!
(Unverständlich) - Ah!
Warum haben wir euch Arschlöcher gewählt! - (Geschrei)
(Minister)... sonst wär längst Schluss!
Ich will mit den Leuten reden!
(Karl) Ja, ja! Dafür ist heute ein ganz schlechter Tag.
Was meint ihr, was los wär, wenn wir mal zu sechst
bei den Chefs einmarschieren würden?
Dann wär's aus mit Champagner,
und der gesunde Volksmund wär zuständig in der Politik.
Könnt ihr drauf wetten.
Das ist der Mann, der unsere Sitzung...
Wie kriegt man die Salmonellenseuche raus? - Kriegst du ersetzt.
(Kollege) Ich hab immer 'nen zweiten Anzug dabei.
(Bernd) Das hab ich auch.
(Protestgeschrei von draußen)
(Hubschrauberlärm) - (Man kann ihn nicht hören.)
Dessaul. Angenehm.
Wir kennen uns von dem Einsatz vorige Woche im Hotel Graf Adorf.
Mhm.
Und? - Ach... Ist wie neu.
Sie haben einen Bericht geschrieben, richtig?
Richtig. Ganz recht.
Aber es gab keine weiteren Belege für Ihre Behauptung, da der tote Kollege...
Nein. Also mir ist nichts bekannt geworden.
(Unheimliche Musik)
Du darfst nicht erschrecken, Sunny.
Nein. Wenn man sich erschreckt, zerspringt das Glas.
Ich bin wieder da.
Ich bin zu dir zurückgekommen.
Ja, ich weiß.
Du kommst oft und redest mit mir.
Du sagst, ich bin schuld.
Ich bin schuld, dass du nicht mehr da bist und dass sie tot ist.
Ich arbeite immer noch für die Polizei, aber verdeckt.
Verstehst du das?
Das würde auch noch länger gehen, aber Karl hat mich erkannt.
Ich bin aufgeflogen. - Ja, er war hier und hat sich erkundigt.
Ah.
Das bist du ja wirklich.
Ich hab dich immer beobachtet, wenn du von Freilingrath nach Hause bist.
Du gehst noch immer so schnell.
Und du guckst keinen anderen Mann an.
Ich dachte nie, dass du mir treu bleibst.
Bis über den Tod hinaus.
Aber jetzt bin ich wieder da.
Nein.
Du kannst nicht einfach so wiederkommen.
Das ist schlimmer als jeder Traum.
Ich hab so oft gedacht, du bist im Haus und ich rede mit dir,
und ich hab gewusst, da stimmt was nicht.
Wenn das kein Traum ist, dann... dann bin ich ja verrückt.
Geh wieder. Geh raus aus meinem Leben.
Sie haben mich gedeckt damals und den Selbstmord erfunden.
Ich durfte dich nicht sehen.
Bei dem, was ich gemacht hab,
hätte ich dich gefährdet.
Ich bin ja an dein Grab gegangen, Heinz. Ich hab gerufen:
"Gib mir meinen Frieden wieder!"
Lass mich los, Heinz.
Du kannst jetzt nicht wiederkommen.
(Sie schreit durchdringend und lang anhaltend.)
(Polizist) "SEK, bitte melden!" - Ja, hab verstanden.
"Ist die Sitzung schon vorbei?"
"Scheinbar vorbei. Die meisten von denen sind unten in der Disco."
"Wo ist der Minister?"
"Im oberen Stockwerk. Die SEK bleiben über Nacht."
(Gedämpfte wummernde Musik und Stimmen aus einem anderen Raum)
Der Mann hat richtiggehend Buch geführt.
(Dessaul) Das ist eben ein Beamter.
Ja, ja.
Scheiße.
Er ist bei einem Einsatz erkannt worden, von einem früheren Kollegen.
Ach ja?
Ich hab damals vor zwei Jahren überlegt, ob ich von dem Geld ein Flugzeug kaufe.
Ein weißes sicherlich. Ein weißes wie der Papst?
(Discomusik)
(Lautsprecher) "Feuer löschen!"
(Bernd) "Kohlroulädchen, pack alle Polithühner.
Ich bin bei Krokodil. Plan sieben."
Komm, Holger! Du willst uns doch nicht alle aus den Posten pressen!
Sechs Leute aus allen großen Parteien!
Ich muss mich selbst schützen. - Pff!
(Discomusik)
(Gedämpfte wummernde Musik)
Wie lange hab ich Zeit nach deiner Vorstellung?
Ich muss die anderen informieren, die Abläufe besprechen.
Wer geht wann offiziell aus welchem Grund?
Soll ja nicht auffällig wirken, nicht?
Zwei Monate.
(Musik übertönt das Gespräch.)
(Karl) Herrschaften, ich muss Sie leider unterbrechen,
wir haben den Hinweis
auf ein mögliches verdächtiges Objekt im Raum erhalten.
Bitte begeben Sie sich in den Vorraum und bewahren Sie Ruhe.
Kein Grund zur Panik. Wir nehmen uns des Objektes an.
Meine Kollegen begleiten Sie hinaus. - (Bernd) Bitte.
(Gast) Letzte Woche war dasselbe Spektakel.
Schüttel doch mal.
(Klappern)
Bitte haben Sie Verständnis.
Dürfte ich Sie auch bitten?
Was machen Sie mit meinem Abendessen? - Pst!
Was starren Sie denn so?
In manchen Kulturen gehört die Frau durchaus zum Straßenbild.
Was seid ihr? BGS? - Was ist?
SEK? - Pscht. Inkognito.
Was haben Sie denn heute Abend noch vor, Frau...
Fräulein. Saide.
Angenehm.
Sie dürfen Ihre Identität nicht preisgeben.
Aber wenn Minister und Staatssekretäre hier sind, sind auch Spezialeinheiten da.
Kennen Sie Herrn Dessaul?
Näher?
Wie nah?
Er lässt sich nicht von der Seite knipsen: Sein Profil wirke nicht dominant genug.
Sie sind so schüchtern wie alle Jungfrauen.
Zweite Dekade? Französische Abstammung, Ihre Mutter.
(Saide) Die haben uns überprüft, Melba. Das ist das ganze Geheimnis.
Die haben unsere Namen vom Hotel und die Personalien über Funk abgerufen.
Den Rummel machen die wegen uns.
Würden Sie sich vorstellen?
Darf ich bekannt machen, Frau Dessaul, das ist "Der mit der Erbse rollt".
Das ist "Donnerhüfte".
Das ist "Glücklich, wenn Glas in Hand". - (Prusten)
Ich bin "Wind in den Ohren".
Vorsicht. Lachen macht verliebt.
(Fahrstuhlklingel) - Spielwarenabteilung. Friede, Bruder.
Friede.
(Man kann ihn nicht verstehen.) - Irrtum.
(Hubschrauberlärm übertönt das Gespräch.)
Was machen Sie beruflich? - Stand das nicht im Computer?
Nee.
Meine Agentur gestaltet das Erscheinungsbild von Parteien.
(Karl) Welche Partei? - Die meines Mannes.
Wie stehen die Chancen?
Wenn Wahlen etwas bewirken könnten, wären sie verboten.
Wir tun noch ein bisschen... Lachse fangen.
Ach so, Lachse fangen. - (Lachen)
(Hubschrauberlärm)
Uh...
(Er stöhnt.)
Warum machen Sie das?
Mein Mann schläft da drin, und...
ich wollte, dass Sie mich in guter Erinnerung behalten.
Gute Nacht.
Die Sonne machte einen riesigen Schritt.
Die Sternlein riefen: "Wir wollen mit."
Die Sonne schimpfte: "Ihr bleibt zu Haus!
Ich brenn euch gleich die goldenen Äugelein aus.
In feu..." - (Frau) "Feurigem Ritt."
"Bei dem feurigen Ritt um die Welt." - (Leises Lachen)
Und die Sternlein gingen zum Monde hin und riefen:
"Lass uns doch mit dir zieh'n.
Und du, lieber Mond, mit deinem Schein
verbrennst uns doch nicht mehr die Äugelein."
Und der Mond nahm sie mit in die Nacht.
(Applaus)
(Frau) Ganz toll!
Du musst noch rufen:
"Alle Kinder schlafen ein", und Staub streuen.
Alle Kinder schlafen ein!
(Triangel-Klänge)
(Kinder) Aber wir noch nicht, er hat uns nicht erwischt.
(Triangel-Klänge)
(Kinder) Und der Sandmann traf seinen Freund, den Wind,
und flog mit ihm zu der Erde geschwind.
Sie besuchten alle Kinderlein
und brachten ein jedes ins Bettchen hinein.
Gute Nacht, all ihr Kinder!
Träumt süß und schlaft ein!
Lasst die Engelein singen...
Mein Sohn tritt gleich auf. Der Sandmann.
Willst mit mir über Heinz reden?
Du hältst ihn für 'nen schlechten Menschen, oder?
Er hat bestimmt damals gedacht:
"Was hätte ein Wesen vom Leben gehabt, das nicht mal weiß, dass es da ist?
Das uns nicht erkennt."
Kein Grund, es wie ein Bauer totzuhauen.
Du bist katholisch?
Im anderen Kindergarten war kein Platz frei.
(singen) "Wer hat die schönsten Schäfchen?
Die hat der goldene Mond..."
Was willst du? Hilfe?
Will der Heinz mich treffen?
(Sunny) Ich will dir helfen, die Vergangenheit ruhen zu lassen.
Ich hatte heute die Polizei im Haus.
Sie haben nach Spuren von Heinz gesucht, wie du.
Sie haben von dir gesprochen.
Haben nichts gefunden.
Sag Heinz, er soll sich stellen. Wenn nicht, finde ich ihn.
Kindersterne!
(Gesang) "Denn all die weißen Sterne
Sind seine Schäfchen nur!"
(Kind singt) "Der Mond ist aufgegangen
Die gold'nen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar."
"Johannifeuer brennen..."
(Nicht zu verstehen) - Danke sehr.
Bitte.
(Kinder) "... musst freundlich wie die Schäfchen
Und wie der Schäfer sein!" - (Kind) Wiedersehen.
Lass deine Verdächtigungen.
Der Bauer hat sich umgebracht. Ich hab ihn identifiziert.
(Düstere Musik)
(Schuss)
(Schuss) - (Bellen und Knurren)
(Winseln)
Das glaub ich nicht. "Gans im Glück!" Hier! Guck dir das an!
Hey. - Gänseleber! Gänseleber!
Das glaub ich nicht!
Ich sehe, du hast heute dienstfrei im Plan.
Mein Sohn hat Geburtstag.
Schön. Wie alt? - Vier.
Das ist gut, das ist frech! Das ist sensationell!
Geflügelwurst! Leute! Geflügelwurst!
Gnadenlos, gnadenlos.
Gnadenlos, die Kohlroulade! Aha! - Hey...
(Lachen) - (Bernd) Nein!
Sag mal, hätt's bei dir nicht auch ein Küken getan?
(Lachen)
Ja!
Wer im Lieben Großes leisten will, muss vorbereitet sein.
Mein Fund!
Der Neger macht das Nashorn tot von wegen seiner Nase.
Er macht Erotikpulver draus und wartet auf Ekstase.
Ihr seid dümmer als ein Rudel Gurken!
Norbert. - Ja, ich nehme deine Aussage zur Kenntnis.
Ich bat um eine Untersuchung, hab einen Bericht gemacht.
Die Untersuchung im Haus Schaefer wurde durchgeführt.
Ja. - Leider ohne Ergebnis.
Ich nehme deine Aussage zum Bestechungsversuch zur Kenntnis.
Jetzt ist Frühbesprechung.
Ich will da keinen mit reinziehen, dich auch nicht.
Aber ich will den Weg wissen, den Heinz gegangen ist.
Wieso?
Was macht ihr mit uns, dass wir alle gleich funktionieren?
An, aus.
An, aus und an, aus und an...
Wenn ich denke, du kommst in 'ne psychisch labile Situation,
dann hat das auch für dich Konsequenzen.
Einem anderen würde ich das nicht sagen.
Da guck ich zu, und wenn der spinnt, patsch, ist er weg.
So, aus, Äpfel, amen. Hm?
Morgen! - (Männer) Morgen!
Morgen.
(Unverständliche Funksprüche) - (Hannes) Ja!
(Nicht zu verstehen)
So.
Bevor ihr es anderweitig hier im Haus zu hören bekommt:
Erlsberg vom LKA wurde gestern Nacht in Düsseldorf
von einem Unbekannten erschossen.
Das Innenministerium hat eine Nachrichtensperre verhängt.
Wir machen das hier bekannt,
weil einige hier letztens mit ihm zu tun hatten.
Vermutlich ein Racheakt des organisierten Verbrechens.
Erlsberg hatte sich in dieser Hinsicht exponiert.
Der Falschgeld-Einsatz brachte ihn wohl auf die Todesliste.
Aber so was diskutiert natürlich keiner gern auf 'ner Pressekonferenz.
Mehr dürfen wir euch derzeit nicht mitteilen.
Den restlichen Dienstplan bespricht der Kollege Klaus mit euch.
(singen) "Klingelingeling, die Geburtstagspost ist da.
Wer will mit nach Afrika?
Allein verreisen wollen wir nicht
Wir nehmen uns den Basti mit!"
(Lachen) - (Hannes) Basti?
Basti? - "Bist du der Papa?"
Nein, ist nicht der Papa... - "Wo ist er?"
Basti, der Papa kommt heute später.
(Melba) Tschüss, Michaela. - Tschö. Wiedersehen.
Zurzeit kassiert der Maler bei Christie's 50.000 Pfund für ein Bild.
Er sitzt in der psychiatrischen Klinik Königsfelden.
Er ist 68 und wartet darauf, zum Militärdienst eingezogen zu werden.
Jeder, wie er lustig ist.
(Schiffshorn tutet.)
(Melba) Sie wollten reden?
Also reden Sie.
Wie geht's Ihrer Begleiterin, Saide?
Gut.
Was für eine Rolle spielt sie?
Wissen Sie, was ein Cicisbeo ist?
Sie ist die Geliebte meines Mannes.
Ich hab sie ihm ausgesucht. - Das hat er sich gefallen lassen?
Ich brachte sie mit ins Ehebett.
(Telefon klingelt.)
(Telefon nebenan klingelt.)
Mein Mann ist kein begnadeter Liebhaber.
Er findet die optimale Form seines Spaßes in den Versuchen,
verklemmten jungen Damen den ersten Orgasmus zu verschaffen.
Aber...
ich möchte ihn nicht verlieren.
Ich weiß, wohin ich gehöre,
wenn mir das Wasser bis zum Hals steht.
(Sanfte Musik)
(Karl) Bezahlen Sie Saide?
Indirekt.
Sie sind sehr offen.
Ich versuche, nicht zu lügen,
wenn ich mit einem Mann zusammen sein will.
Mein Leben ist zu kurz, um meine Zeit mit dem zu verschwenden,
was ich nicht will.
Du musst mich nehmen, sonst hab ich nichts davon.
Ich wollte unser Leben nicht komplizierter machen, als es ohnehin ist.
Meins ist nicht kompliziert. Ich wollte Sie nicht enttäuschen.
Sie sind nur meine einzige Möglichkeit, die Wahrheit zu erfahren.
Aha.
Gegen persönliche Krisen schützt man sich durch einen vollen Terminkalender.
Mein Sohn hat heute Geburtstag. - Ah ja?
Sie machen eine Faust.
Sie tun sich ja weh.
Ich hab mich bei Ihnen gemeldet, weil...
Ich würde gern mit Ihrem Mann reden.
Ich bin nicht sein Vorzimmer. - Ich weiß. Missverstehen Sie mich nicht.
Ein LKA-Mann
wurde gestern Nacht hier in der Stadt erschossen.
Georg Erlsberg heißt er.
Wenn Ihr Mann mit Erlsberg so gut bekannt war, wie ich das annehme,
dann wär's wichtig, ihn zu sprechen.
Jetzt überschreiten Sie eindeutig Ihre Kompetenzen.
Ich weiß nicht mal Ihren Namen.
Halten Sie in Zukunft den Dienstweg ein. So heißt das doch.
Ja, sicher, ich weiß.
Dann darf ich Sie bitten zu gehen.
Ich hätte zumindest gerne eine Antwort.
Kennen Sie Erlsberg?
Ich frage meinen Mann, ob ich antworten darf.
Ja.
Bitte tun Sie das.
Der Mord... Ich hab Ihnen hier ein Dienstgeheimnis mitgeteilt.
Behalten Sie's für sich? - Seien Sie nicht albern und gehen Sie.
Zur Tür werde ich Sie nicht begleiten.
Wir sollten uns nie mehr zu irgendwelchen Türen begleiten.
Schönen Abend.
(Düstere Musik)
(Klirren)
(Melba) Was ist? Hast du Angst?
Holger, was ist? Wovor hast du Angst?
Das ist der Rotwein. - Du weißt für alles den Grund, oder?
(Mikrowellen-Klingel)
Lauf hier nicht barfuß rum. - (Klingel)
Du bist angesehen, Holger.
Du stehst gut in der Öffentlichkeit da.
Rede mit mir, was ist los?
Ich hab einen internen Bericht angefordert über einen V-Mann vom LKA.
Daraus geht hervor, dass sechs prominente Politiker,
sehr prominente Politiker, vor zwei Jahren Unsummen Geld erhalten haben.
Aus dem Umfeld des organisierten Verbrechens.
Der V-Mann selbst war der Geldkurier. Kontoauszüge, alles da.
Wofür?
Was, wofür? - Wofür bekamen sie Geld?
Die sechs haben vor zwei Jahren
einen Gesetzentwurf blockiert.
Es ging um eine Bank, die im Verdacht stand,
Drogengelder zu waschen.
Ein Teil der Politiker saß im Aufsichtsrat der Bank.
Sechs Menschen haben sehr gut verdient.
Ein halbes Jahr lang, sehr, sehr gut.
Aber warum auch nicht?
Du hast das damals gedeckt? - Nein, ich wusste nichts davon.
Der LKA-Beamte, der mir die Informationen brachte,
wurde letzte Nacht erschossen.
Ich hab das unterschätzt.
Die halten alle zusammen. - Ist Hilferding mit drin?
Hast du Angst um deinen Job, wenn er gehen muss?
Was weißt du schon?
Holger,
hast du versucht, jemanden zu erpressen?
Sag's mir. - Nein.
Wo ist das Belastungsmaterial? - Bei meinem Anwalt.
Aber das ist mir nicht mehr sicher genug, verstehst du?
Wenn ich kein Beweismittel mehr habe...
Es ist plötzlich so still hier.
Das Telefon schellt gar nicht mehr.
Es ist zu viel.
Es ist wirklich zu viel.
(Popmusik)
Geh schlafen. Wir reden morgen, hm?
Zeig mal.
Ach! Du bist überhaupt nicht bei mir!
Es ist gut jetzt. Du hast dich verletzt. Das ist Blut.
Ach!
(Ernste, monotone Musik)
(Eindringliche Musik)
(Stöhnen)
(Rasseln)
Mama!
(Frau) Ah, halt mich.
(Spielzeug tutet.)
(Tuten)
Alles in Ordnung. Ich hab die Fenster zugemacht.
Du hast jemanden kennengelernt, ja?
Wenn man so lange zusammen ist,
dann weiß man viel zu viel voneinander.
Vielleicht ist es ja auch nicht wahr.
Ist es nicht.
(Unheimliche Musik)
(Kinderlaute) - Basti.
(Husten) - Ich denke, die Fenster sind zu.
(Er keucht.)
(Er japst.)
(Frau) Was ist denn?
Basti.
Basti. - Karl. Karl...
(Basti keucht und hustet.)
(Er ringt nach Luft.) - (Klappern)
Der ist noch in der Wohnung. - (Frau) Lothar!
Pscht, leise.
(Spannungsvolle Musik)
Gehen wir noch nicht ins Bett? - (leise) Bleib stehen.
Bleib da stehen.
(Spannungsgeladene Musik)
(Klirren)
Halt!
Komm mir nie mehr in die Quere, Karl.
Lass dich versetzen. Geh mir aus dem Weg. Für immer.
(Frau) Karl!
(Frau) Wer ist der Versicherte? - Ich.
Wie ist Ihr Name? - Annalena Becker.
Natürlich kann ich da rein! Mein Sohn ist da drin!
Annalena in einem Wort.
(Karl) Bitte? Das gibt's doch nicht!
Ich will zu meinem Sohn! - Sie kommen nicht rein.
Karl!
Nur mit Ausweis! - Ich kann rein!
Ohne kommt keiner durch! (Sie flüstert etwas.)
Was ist denn bitte los? - (Nicht zu verstehen)
Sagen Sie bitte, was los ist?
Wir versuchen, das Fieber zu senken.
Wie kommt Insulin in Ihr Haus? Ist jemand bei Ihnen zuckerkrank?
Nee. - Warum?
Ihr Sohn hat Insulin im Blut.
In einer halben Stunde können Sie ihn wieder mitnehmen.
Ist da noch frei?
Papa, Papa, sitz neben mir!
Zugtelefon war besetzt.
Aber Immo wartet auf euch am Bahnhof. Der bringt euch zu Irene.
Können wir hier spielen?
Wir verzehren nicht genug. Wir gehen ins Abteil.
Quatsch. Zweimal Kaffee, zweimal Bockwurst.
Spaghetti, Spaghetti! - Gibt's nicht mehr.
Arschloch. - Reiß dich am Riemen.
Zweimal Bockwurst.
Bitte schön.
Der Biene kommt nicht mehr stechen.
Dich hat 'ne Wespe gestochen.
Aber der Wespe stecht nicht immer, wenn er kommt.
Nur wenn sie Angst haben. Wie Bienen.
Wenn man verliebt ist, kann man eine Biene in die Hand nehmen
und die Finger zumachen,
und die Biene sticht dann nicht.
Aber man muss ganz, ganz, ganz verliebt sein.
(Durchsage) "In wenigen Minuten erreichen wir Koblenz.
Planmäßige Ankunft 23.37 Uhr.
Sie haben Anschluss zum Nahverkehrszug nach Bingen,
Abfahrt 23.53 Uhr, Gleis drei.
Die übrigen Anschlüsse entnehmen Sie bitte unsrer Intercity-Information."
Ich muss bei der nächsten Station raus.
Ja.
(Zugsignal)
Hinten sind die Jalousien runter. - Gut.
(Hannes) Sauber.
(Karl) Sauber!
Und warum hast du den Überfall unter falschem Namen angezeigt?
Sonst geh ich doch erst mal in Sicherungsurlaub.
Na und?
Wieso nicht? Drei Wochen Ruhe.
Die Ruhe kommt früh genug.
Da steh ich dann wieder wie ein normaler Streifenpolizist am Markt.
Reifenprofile prüfen.
"Tag, Fahrzeugkontrolle." Nichts ist für ewig, hm?
Das ist unvorstellbar, dass mal Schluss ist für mich hier.
Und es kann nichts passieren, was ich mir nicht vorstellen kann.
Auch nicht rausgehen, die Grätsche machen? - Doch.
Das kapiert der Kopp viel schneller als die Knochen und Organe.
Bei meinem alten Herrn
hab ich drei Tage am Bett gesessen, wie der gestorben ist.
Er hatte den Mund offen. Da trocknen die aus, einer...
einer muss immer die Lippen nass machen.
Hat so lang gedauert.
Das Herz war so stark.
Und wie er starb, weißt du, was er gesagt hat?
Hat Musik gehört.
Überlegst du nicht, schon aufzuhören?
Bist schon noch bei uns, mit dem Herzen.
Sicher.
Ja, ja, beruhig dich.
Ich beruhige mich, wenn sich jemand auf mein Gesicht setzt.
(über Funk) "Zentrale, bitte kommen! Zentrale!"
(Unverständlich)
So, jetzt hau mir eins in die Fresse, Norbert.
Spinnt der? - Komm, das steck ich weg.
Bin ein dummes SEK-Schwein. Hau mir eins rein!
Gestern hat Schaefer, den's nicht gibt, uns angegriffen.
Erklär mir das. Die Wasserleiche hat Basti 'ne Spritze gegeben.
Schlag zu, dann kapier ich's vielleicht.
Was ist mit Basti?
Wird vertuscht, was wir sagen.
Kommt untern großen Teppich, was hier passiert ist.
Oder? Ich hab nichts davon! - Ich hab alles nach oben gegeben.
Nicht weit genug, da wo der liebe Gott...
Hau ihm nicht in die Fresse! - Au! Ah...
In zwei Tagen liegt der ganze Lügenscheiß offen aufm Tisch.
Ich schnapp mir Heinz. Sonst erlebst du das noch mal.
Vergiss nie, dass deine Leute dir verdammt wehtun können.
(Ruhige Musik) - (Ein Fernseher läuft.)
(Gedämpfte Stimmen vom Flur)
(Melba) Ah ja? Wer ist es denn?
(Unverständlich)
So? Klingt sehr interessant.
Soll ich kochendes Wasser bringen lassen? Zum Nachschütten.
Fit bleiben.
Ich musste Ihr Vorzimmer überzeugen, dass man mich reinlässt.
Dass ich eine Überraschung für Sie bin.
Und was wollen Sie mich heute fragen?
(Ruhige Musik)
Wann kann ich mit Ihrem Mann reden? - Er ist verreist.
Bis heute Abend. - Warum?
Bin heute Abend eingeteilt, im Kongresszentrum am Rheinstadion.
Ihr Mann steht auf der Gästeliste. - Ja, richtig.
Aber ich weiß nicht, ob er da sein wird.
Werden Sie da sein?
Ja.
Sie haben mit ihm gesprochen. - Nein. Er ist verreist.
Sie haben mit ihm gesprochen. - Nein.
Zumindest nicht über Sie. - Nicht über mich, über uns?
Sie ziehen eine Grenze zwischen Ihrem Leben und mir?
Sie nicht? - Doch.
Das gefällt mir nicht.
Nicht heute Morgen.
Ist Ihr Leben jetzt auf einmal kompliziert?
Ich finde nicht, dass alles Wirklichkeit werden muss,
was man sich so vorstellt.
Trotzdem.
Dachten Sie sich, dass ich wiederkomme?
Die Sehnsucht ist ein Hund, der läuft einem immer hinterher.
(Sanfte Musik)
Nein.
Dass du da bist...
Wie lange haben wir? - Eine Stunde.
Und nur dieses eine Mal. - Willst du die Tür nicht absperren?
Drück den Knopf da.
(Sanfte Musik)
(Sie stöhnen erregt.)
Du machst mir Angst.
Ah... - Gefällt dir das?
Ja. Ah...
(Sanfte Musik)
Was ist jetzt mit deiner Stunde?
Gleich vorbei.
(Sanfte, melancholische Musik)
(Sanfte Musik)
(Stimmengewirr)
Ja.
(Nicht zu verstehen)
Ja.
(Sanft-melancholische Musik)
(Polizei) "Alles steht voll mit deren Limousinen..."
(Mann) 1 an 2. Wir kommen zum Stadion.
(Funk) "Wagen 1 an 2, kommen!"
"Kommen!" - (Mann 2) "Ich höre."
Wir fahren zur Unterführung, wo die Chauffeure stehen.
Zweiten Wagen bereithalten!
Was sagt er? - Wir können da nicht parken.
(Man kann sie nicht hören.)
(Mann) "5 hört." - (Mann 2) "Der Minister ist angekommen."
Ins Büro meines Anwalts wurde eingebrochen.
Die Unterlagen vom LKA sind verschwunden.
(Klingeln)
(Fahrer) Ja? - (Mann) "Ich muss Herrn Dessaul sprechen.
Es geht um eine Akte."
Ich muss versuchen, ob ich ihn erreichen kann.
Einen Augenblick, ja?
"Dringender Anruf für Herrn Dessaul. Sehen Sie mal, ob Sie ihn kriegen können."
Ich werde keinen Druck mehr ausüben auf von Graichen,
auf dich, Struthmann und die anderen.
Warum?
Mir wäre neu, dass du nicht mehr sagst, was du meinst,
oder nicht mehr meinst, was du gesagt hast.
Ich machte einen Fehler.
Herr Dessaul. Jemand am Autotelefon für Sie. Ist wichtig.
Wir kommen raus.
"Alles klar. Ich komm mit, ich will mit ihm reden."
Sie haben einen Anruf erwartet? - Ja, von meinem Anwalt.
Er hat's bestätigt.
Herr Dessaul, ich würde gern allein mit Ihnen reden.
Nicht heute Abend.
Wann?
Ich hab ein Büro, lassen Sie sich 'nen Termin geben.
Sie waren verreist?
Wie kommen Sie darauf?
Hab ich gehört. - Quatsch.
(Angespannte Musik)
(Man kann sie nicht hören.)
Wenn's wieder bis sechs geht, kann ich dann bei dir pennen?
Klar.
Da krieg ich doch sicher was zu essen.
Soll ich dir noch was vortanzen? - Das wär lieb.
(Spannungsgeladene Musik)
(Poltern) - Schmeiß das Funkgerät weg!
Los, schmeiß es weg!
Geh weiter! Geh weiter!
(Klingeln)
Nimm ihm die Waffe weg! Geh! - "Ich hab nichts gehört."
Da war 'ne Meldung. - "Wo ist Dessaul?"
(Mann) Hände oben lassen! Oben lassen, hab ich gesagt!
"Da war ein Schuss!" - Los, auf den Boden mit dir!
Kopf nach links!
"Hier SEK. Wiederh..."
Geh! Schneller!
(Stimmengewirr)
(Fahrer) "Entführungsversuch. Drei Täter, in der Unterführung.
Ich versuche zu folgen. Ich wiederhole, ich versuche zu folgen."
(Polizist) "Die müssen oben am Stadion vorbei. SEK, melden!"
(Bernd) "SEK kommt. Sind unterwegs."
(Mann) Was will der da? - "Ich seh die Wagen.
Einer fährt parallel, einer gegen Fahrtrichtung."
Ah! Ah!
Scheiße! Ich komm nicht raus! Der hat uns eingeklemmt!
Ah! Ah! Oh Gott, meine Beine!
Ah! Meine Beine! - Scheiße!
Halt die Fresse! - (Schuss)
(Polizist) "In Deckung!"
(Schuss)
(Polizist) "Was machen die? Die ballern da rum!"
"Fliehen durchs Dach. Deckung! Alles in Deckung!"
(Karl) Da unten!
(Entführer) Schneller. Los, komm raus. Wo ist der zweite Wagen?
(Unverständlich)
Ich hab keine Waffe! - (Kollege) Fang.
Komm.
Unten bleiben!
Los, komm. Fahr den Wagen hierher. Los!
(Polizist) "Die haben einen zweiten Wagen. Da sitzt einer drin."
(Kollege) "Funkstille!"
(Entführer) Bleibt weg! Ich lass ihn hochgehen! Ich schwör's!
Der hat 'ne Bombe.
(Entführer) Los. Geh.
(Automotor heult.)
Hannes wird mit 'ner Bombe bedroht.
Lass bloß den Finger drauf. - (Entführer) Ich weiß, was ich tu.
Steig ein. - (Piepen)
Karl, jetzt. Go.
Go! Go!
Die Bombe!
(Schuss)
(Knall) - Ah!
Ollie!
Ah!
Ah!
(Entführer) Gib Gas! Gib Gas, du Arsch!
Waffe runter!
(Explosion) - (SEK-Mann) Ollie!
Sie sind weg.
Ah!
(Funk) "Sie haben Dessaul entführt.
SEK, kommen!"
(Hannes) Der Ollie ist tot. Der Ollie Kaul ist tot!
Ah!
Warum hast du das Go nicht gegeben? - Genau.
Die Lage war klar.
Die Waffe war bei beiden Geiseln im Anschlag.
Blödsinn, Karl!
Es gab den Moment, da hätt's geklappt! Ich stand hinter dir.
(Mannheimer) Als der Täter 'ne Geisel ins Auto geschoben hat!
Die Täter gingen rückwärts zum Wagen. Die zweite Geisel...
Das ist Hannes! Donnerhüfte! Er hat einen Namen!
(Karl) Das weiß ich selber! Ich weiß es!
Hannes wurde unmittelbar mit der Bombe bedroht.
Das hab ich über Funk gesagt.
Ollie hätte das Go nicht geben dürfen.
Wir sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen, Karl.
Der Verlauf der Entführung lässt den Schluss zu,
dass die Entführer einen oder mehrere Komplizen
unter euch haben.
Bei der Rekonstruktion der Vorgänge auf dem Parkplatz fällt auf,
dass du die Möglichkeit hattest, das Go zum Zugriff zu geben.
Warum hast du diese Möglichkeit nicht wahrgenommen?
Erstens war ich zu weit weg.
Du hast doch ein scharfes Auge.
Zweitens wurde Hannes Grigull unmittelbar mit 'ner Bombe bedroht.
Drittens war ich irritiert, weil ich einen der Täter erkannte.
Das war Heinz Schaefer, der Ex-Kollege,
der sich angeblich vor vier Jahren umbrachte.
Eins möchte ich sagen dürfen.
Die Unterstellung von gerade ist eine Beleidigung.
Ich bin seit zwölf Jahren beim SEK, seit drei...
(Mann) Herr Helmer, schildern Sie uns den Einsatz vom 24. August
im Hotel Graf Adorf.
Herr Falk,
ist irgendwann ein Angebot an Sie herangetragen worden,
hinter dem eine kriminelle Absicht erkennbar war?
Noch mal. - Herr Mannheimer.
Kennen Sie die Geheimnummer von Dessauls Dienstwagen?
0171...
Ja. 15... 79...
462.
Ist Ihnen klar, warum wir danach fragen?
Ich nehme an, der Anruf, der Herrn Dessaul rauslockte...
Kam von den Entführern. - Dessauls Anwalt war es nicht.
Jemand aus Dessauls Umfeld hat die Nummer weitergegeben.
Oder jemand aus Ihrer Gruppe. Die Nummer wurde geändert.
Stand auf Ihrem Einsatzplan. - Ich habe keinen der Täter erkannt!
Scheiße.
Gut, ich habe Schaefer bisher ein-, zweimal gesehen.
Aber bei dem Licht, aus der Ferne
hätte ich nicht mal meinen Vater erkannt, mit der Mütze!
Ich weiß nicht, wie Karl darauf kommt!
(Mann) Woran wollen Sie einen Täter aus 30, 40 Meter Entfernung erkennen?
Er war zudem vermummt. - Am Bewegungsablauf, an den Augen.
Nach fünf Jahren Zusammenarbeit kann man jemanden klar identifizieren,
daran, wie er eine Waffe hält, oder eine Zigarette.
Hannes Grigull kann Schaefers Existenz bezeugen, er muss ihn erkannt haben.
Herr Grigull ist nicht vernehmungsfähig.
(Flüstern)
(Dessaul) "Die Entführer möchten durch mich mitteilen:
Mir geht es den Umständen entsprechend gut.
Es gibt unmittelbar keinen Anlass zur Besorgnis.
Die Lösegeldforderung beträgt
entsprechend den Vermögensverhältnissen meiner Familie neun Millionen Mark.
Ich wiederhole: neun Millionen.
Andernfalls werde ich hingerichtet.
Melba... ich liebe dich.
Zu meiner Identifizierung soll ich dir etwas sagen, das nur du von uns weißt."
(Kellnerin) Was ist los? Kann ich helfen?
"Als vor zwei Jahren unser Hund, unser Setter gestorben ist,
da hast du an die Stelle des Korbes im Wohnzimmer eine Vase gestellt,
damit der Platz nicht leer ist.
Wir melden uns wieder."
(Düstere Musik)
Nein danke. - (Mann) Herr Simon.
Wir konnten im Laufe der Nacht Ihre Aussagen in weiten Teilen nachprüfen,
vom Hotel Graf Adorf über den Angriff auf Ihr Kind bis heute Nacht.
Der Schlüssel zu Ihrer Geschichte vom toten V-Mann Heinz Schaefer
scheint demnach Angelika Schaefer zu sein.
Die ist sicher längst über die Grenze. - Im Ausland?
Wäre ich Schaefer, hätte ich sie auf Reisen geschickt.
Frau Schaefer, nehmen Sie Platz.
Erkennen Sie auf diesem Tonband eine Stimme?
(Unverständliche Männerstimme)
(Ein Mann spricht italienisch.)
(Ein anderer Mann spricht ebenfalls italienisch.)
(Lautlos)
(Tonband stoppt.)
Nein.
Wann kam Herr Simon diesen Sommer zu ersten Mal zu Ihnen?
(Sunny) Am... 25. August.
Ich kam von der Arbeit.
Das war der Tag nach dem Einsatz vom Hotel Graf Adorf.
Er fragte, ob ich behaupten würde, dass mein Mann noch lebt.
Was? Moment mal.
Deine Darstellung kennen wir bereits. Weiter bitte.
Ich hab das nicht verstanden.
Mein Mann ist auf tragische Weise ums Leben...
Ich... Ich hab sehr an meinem Mann gehangen und...
Aber über 'ne Woche später, am Fünften, glaube ich,
hat er mich in 'nen Kindergarten bestellt.
(Mann) Sie gingen hin? - Er sagte, es ist wichtig.
(Mann) Was ist da geschehen?
Da lief eine Aufführung mit Kindern auf der Bühne.
Sein Sohn trat auf.
Es war laut, und wir gingen in eine Ecke.
Das stimmt.
Da gab er mir einen Umschlag. Da war Geld drin.
Ein paar tausend Mark, ich hab's nicht genau gesehen.
Er bat mich inständig, ich soll der Polizei sagen,
dass mein Mann lebt und wir Kontakt haben.
Ich hab das abgelehnt.
Das Geld hab ich ihm zurückgegeben. - Und dann?
Bin ich nach Hause gegangen.
Seither hatten Sie keine Verbindung mehr?
Nein.
Danke, Frau Schaefer.
Danke für Ihre Aussage. Sie können jetzt gehen.
Sunny,
wenn ihr beide das Land verlasst, wer kümmert sich denn dann um ihr Grab?
Wenn sie gelebt hätte, hätte ich ihr so ein Vogelpärchen gekauft.
So kleine Sittiche, grün mit 'nem roten Schnabel.
Man kauft immer zwei. - Liebesvögel.
(Mann) Wem hätten Sie die gekauft?
Ich hatte eine Tochter.
Katrin. Sie wäre jetzt vier.
(Melancholische Klaviermusik)
Kennen Sie diesen Umschlag?
So einen gab mir Sunny. - Im Kindergarten?
Wissen Sie, was drin ist? - Etwa 2000 Mark waren drin.
20.000 Mark.
Alles registrierte Scheine vom LKA.
Wollen Sie wissen, wo wird die fanden? - Mhm.
In Ihrem Keller.
Heute Nacht, bei einer Durchsuchung.
Wie kommen Sie an das Geld vom LKA?
Und wo ist der Rest? - Welcher Rest?
Da sind Spuren drauf. - Was?
Deine Fingerabdrücke sind drauf.
Du sitzt in der Klemme.
Klar gibt's Spuren, wenn das der Umschlag ist.
Ich deponiere doch nicht das Geld in meinem...
Das hat wohl das Phantom von Schaefer getan.
Ich weiß nicht, warum Schaefer mich hasst!
Der war vorgestern Nacht in meinem Haus und muss das Geld...
Jaja, dazu kommen wir noch.
Das Geld verschwand bei einem Einsatz im Hotel Graf Adorf.
Wir dachten, dass der Agent, der das Falschgeld ankaufen sollte,
damit abgehauen ist.
Herr Schaefer. - Nein. Der V-Mann heißt Ralph Hürten.
Gehörte zur Abteilung von Erlsberg.
Klar, ihr habt ihm eine neue Identität verschafft und alles andere untern...
Wir haben eine andere Theorie.
Sie haben Hürten in dem Hotel laufen lassen.
Mit dem Geld. Das hatten Sie abgesprochen.
Sie haben mit diesem Geld Dessauls Entführung geplant und vorbereitet.
Um sich und Ihre Komplizen zu decken,
erfinden Sie die absurde Geschichte vom wiederauferstandenen Schaefer.
Der hat sich vor vier Jahren umgebracht.
Sie machen sich dabei zunutze,
dass der Kopf der Leiche nie aufgetaucht ist.
Mein Junge wurde angegriffen! - Es gab keine Anzeige.
(Karl) Man hätte mich beurlaubt. - Die Entführung wäre geplatzt.
Jeder andere hätte den Täter unschädlich gemacht.
Sie haben keine Ahnung!
Mit dem Überfall auf Ihr Kind
wollten Sie Ihre Erfindung von Schaefer glaubwürdiger machen.
Was ist Ihrem Sohn passiert? Nichts!
Wurde in der Klinik bestätigt. Die Dosis war genau berechnet.
Das war doch ein Ablenkungsmanöver. Nur ich weiß, dass er lebt.
Er greift mein Kind an, damit ich mich bedroht fühle,
und deponiert das Geld.
Um mich unglaubwürdig zu machen.
Meinen Sie, das war ich selbst? - Sie haben andere benutzt.
Herr Simon, Ihre widersprüchlichen Aussagen
bekräftigen den Verdacht der Beteiligung an der Entführung.
Wegen Herrn Heidens Fürsprache
wurden noch keine rechtlichen Schritte eingeleitet.
Ab sofort sind Sie und Ihre Gruppe vom Dienst suspendiert.
Bis zur Aufhebung dieser Verordnung dürft ihr Düsseldorf nicht verlassen.
Das Ministerium hat über die Entführung eine Nachrichtensperre verhängt.
Kontakt zu Journalisten oder einer anderen Form der Öffentlichkeit ist untersagt.
Es ist klar, dass alles, was hier besprochen wurde,
unter das Dienstgeheimnis fällt.
Ja!
(Frau) Ich hab mit Dr. Soussan geredet.
Den Gehörschaden wird Herr Grigull behalten.
Das Knalltrauma bleibt ihm, sagt der Arzt.
Wie schlimm?
Diesen Ton wird er immer hören, dieses Pfeifen.
Lebenslang.
Ein Hörgerät kann Geräusche und Gespräche über den Pfeifton hinausfiltern.
Weiß er das? - Ja.
Aha.
Haben Sie drinnen die Dekoration gemacht?
Ja.
Haben Sie schön gemacht.
(Angespannte Musik)
(leise) Schmeiß das Funkgerät weg.
(Eindringliche Musik)
"Die Bombe!"
Weißt du...
He, Karl.
Karl.
Hey.
Wenn er je wieder gesund wird, schlag ich ihn tot.
Hm? - Dieses Schwein.
Was?
Wenn von dem, was wir jetzt hier besprechen, etwas nach draußen dringt...
Also wenn einer nicht hören will, was jetzt kommt, kann er sofort gehen.
Keine Minute später.
(Bernd) Von jetzt ab geht es gemeinsam oder gar nicht,
damit die Wahrheit rauskommt.
Der Entführer hatte einen Komplizen unter uns, darin sind wir uns einig?
Ja.
Ist einer hier ein Spitzel für die Kommandoführung?
(Kollege) Ey, lass stecken. Vergiss es, das gilt nicht mehr.
Wenn du jeden rausschickst, der dich überwachen soll, bist du allein.
(Bernd) Der Punkt ist, dass Karl recht hat.
(Mannheimer) Warum?
(Kollege) Hannes wartete auf der Rolltreppe auf den zweiten Täter.
Hätte er sich früher umgedreht, hätte Karl eher reagiert.
Was hast du nach dem Go gesehen? - Hannes ist abgetaucht.
Nein, eben nicht.
(Lothar) "Mama ist mit Irene einkaufen.
Sie holt auch Batterien fürs Elektro. Hör auf!"
Was treibt ihr da?
"Basti will mich mit der Mundharmonika schlagen.
Jetzt holt er den Besen." - Ihr schlagt euch nicht.
"Kann er nicht. Ist viel zu klein."
(Basti) "Bin nicht klein.
Der Immo hat gesagt, ich hab 65 Mark gespart.
Wie viel hast du?"
"Du kannst ja gar nicht zählen, du Narkoleptiker."
(Basti) "65, lalala! 65, lalala!"
Weint die Mama? - (Lothar) "Nein."
(Basti) "Doch, doch, doch, doch, doch." - "Stimmt ja gar nicht."
(Heinz) "Sie wissen, wer hier spricht.
Sie sind ängstlich um den Minister versammelt,
in der Sorge, dass unsere Geschäfte durch mich bekannt werden.
Dem ist nicht so." - (Minister) Das kam mit Eilpost.
"Ich habe Sie von der Person befreit,
die für mich und für Sie derzeit das größte Problem darstellt.
Ich bin ausgebildet worden,
nicht besiegt zu werden, ich nutze meine Möglichkeiten.
Herr von Graichen,
Minister Hilferding, Sie alle haben durch mich gut verdient.
Jetzt verdiene ich, und Sie schweigen.
Für mich ist der Boden hier verbrannt, ich steh auf der Abschussliste.
Erlsberg wusste das und wollte mich hinhalten.
Um mich gegen Rachemaßnahmen zu schützen,
kehre ich zurück ins Reich der Toten.
Diesen Weg gehe ich nicht allein.
Legen Sie Ihre schwarzen Anzüge raus."
(Klopfen) - (Mann) Ja!
Entschuldigung.
Sie wollen bestimmt zu Hannes Grigull. Den gibt's nicht mehr.
Ist abgehauen. - Hat sich ausm Staub gemacht.
Einfach so. - Einfach so, heute Morgen.
(Nicht zu verstehen)
Karl!
Karl!
Ich dachte, wir treffen uns bei Hannes im Zimmer.
Warum kommst du alleine, hm?
Warum soll ich nicht alleine kommen?
Die anderen sollten auf dich aufpassen.
Was habt ihr mir verschwiegen?
Warum ist Grigull aus der Klinik abgehauen?
Warum hab ich das Go nicht gegeben?
Hm?
Um das zu vermeiden, was geschah.
Wir wissen, was passiert, wenn eine Geisel zu den Tätern gehört.
Wenn die Geisel nur zum Schein Geisel ist,
ist ein Zugriff nicht möglich.
Aber das Gehörtrauma, das war doch echt.
Was kann man wohl bei 'nem Gehörtrauma alles noch machen?
Ich kann abdrücken. Ich kann ein Auto fahren.
Ich kann Geld entgegennehmen, meinen Anteil.
Ich kann mir 'nen Flug buchen lassen.
Na, das ist doch was fürs Erste.
Hm? (Er kichert.)
Woher wisst ihr das? Dass Grigull dabei war.
Hm?
(Kollege) Die stecken uns zurück in den Streifendienst.
Was habt ihr vor?
(Bernd) Wir kriegen den Ort der Übergabe raus.
(Kollege) Das betrifft uns.
Zeig uns an oder deck uns, es ist egal.
Du bleibst da stehen! Exakt da, wo du jetzt stehst!
(Angespannte Musik)
Ja.
Ja, 50 82. Machst du auf?
(Spannungsvolle Musik)
Komm schon. Schneller.
(Melancholisch-sphärische Musik)
In zwei Tagen sitzen wir in der Bucht von Angras dos Reis,
und die Sonne geht unter.
In drei Wochen wissen wir nicht mehr, wer wir mal waren.
Rede ich zu laut?
Ich glaub nicht, dass Sunny das gefällt.
Was?
Das Alleine-Fliegen.
(TV) "Im Fall der Entführung von Staatssekretär Dessaul
haben Minister Hilferding
und der Krisenstab der Polizei heute gegenüber Vertretern der Presse
nochmals auf die Einhaltung der Nachrichtensperre hingewiesen.
Die Verhandlungen mit den Entführern
ließen aber auf ein friedliches Ende hoffen.
Über Forderungen wurde nichts bekannt.
Dementiert hat Minister Hilferding eine mögliche Verbindung der Entführung
mit Dessauls Funktion in einem Untersuchungsausschuss,
der sich mit dem Einfluss des organisierten Verbrechens befasst."
Meine Herren,
Sie werden heute Vormittag Frau Dessaul
auf der Zugfahrt nach München begleiten.
Es ging ein Schreiben ein,
in dem die Übergabe des Lösegelds
in der Münchner Innenstadt gefordert wird.
Der Entführer wird wohl erst
ab München Hauptbahnhof Kontakt aufnehmen,
"um präventive Maßnahmen
seitens des SEK Südbayern unterbinden zu können.
Dem Paket mit dem Schreiben
lag ein roter Mantel und eine gelbe Reisetasche bei.
Daran wird Frau Dessaul für den Entführer deutlich zu erkennen sein.
Zur Vermeidung jeden Risikos erwartet die Landesregierung von jedem Beamten
volle Einhaltung der Anweisungen."
(Polizist) "Für Frau Dessaul
wurde im Hotel Königshof eine Nachricht hinterlegt.
Sie soll in der Innenstadt im 'Weinkeller am Dom' warten.
Wurde ihr das mitgeteilt?" - "Ja, das weiß sie. Kommen."
(Polizistin) "Jetzt trennen." - (Polizist) Verabschieden.
"Kennt Sie den Weg zum Weinkeller?" - "Ja."
Also...
"Die Innenstadt ist nicht abgeriegelt. Wir beobachten nur.
Sie muss zu Fuß durch die ganze Fußgängerzone.
Das ist ihr schon klar?"
"Wir übernehmen ab Ausgang Hauptbahnhof."
"Bye-bye an die Kollegen aus Düsseldorf."
"Wir haben zwei Glocken, die eine ist bei ihr,
trennt sich Höhe Ettstraße."
"Ja, wir sehen sie kommen."
"Die Frau kannst du schwer übersehen."
"Ist der Sinn der Sache."
"Nur noch zwei Leute bei ihr. Domgasse betritt sie allein."
"Verstanden. Im Weinkeller sind sieben Leute von uns.
Denen ist nichts aufgefallen."
"Sie kommt die Gasse runter. Brav hat sie's gefunden."
Gehört das Ihnen?
Ja. - Das hat mir ein Mann gegeben.
"Sie hat Kontakt. Ein kleines Mädchen.
Die gibt ihr was...
Silbernes, eine Schachtel, ein Etui."
"Beschreibung." - "Zehn, elf Jahre, lange schwarze Haare.
Sie läuft euch entgegen." - "Fangt sie ab!
Fangt sie ab."
(Akkordeon-Musik)
(Mann) "Bonjour, Madame. Ich hoffe, Sie verstehen mich gut.
Ich bin Ihr Begleiter auf dem Rest des Wegs.
Wir schütteln erst mal die Verfolger ab.
Gehen Sie geradeaus die Passage weiter, bis ich Ihnen sag.
Immer ganz ruhig. Sie brauchen sich nicht aufregen."
(Düstere Musik)
"Haben Sie das Café gesehen, an dem Sie vorbeigekommen sind?
Und jetzt kehren Sie um und gehen wieder zurück.
Gehen Sie rein in das Café.
Links hinten ist 'ne Treppe, die führt rechts runter aufs Klo.
Begeben Sie sich bitte direkt dorthin.
Aber nicht erschrecken.
Sie werden gleich Ihrem Spiegelbild gegenüberstehen.
Ganz ruhig weitergehen.
Lassen Sie sich nichts anmerken."
(Polizist) "Sie ist zur Toilette, vielleicht ist da ein Ausgang.
Sie kommt zurück. Sie geht Richtung Theatinerstraße raus."
(Mann) "So, gut gemacht.
Ziehen Sie den Mantel aus und verlassen Sie das Café wieder."
(Polizist) "Sie kommt her." - "Alle Richtung Theatinerstraße!
Alle an der Prielmayerstraße zur Feldherrnhalle!"
(Polizistin) "Nicht rennen. Ruhig."
(Polizist) "Wir haben da nur drei Leute, sie muss dranbleiben."
"Das ist die Evi, schick angezogen für die Innenstadt."
"Die schaut aus wie die Freundin vom Bahnhof."
(Mann) "Sie kommen jetzt auf die Straße hinaus."
Steigen Sie bitte ein, Frau Dessaul,
legen Sie die Tasche nach hinten.
(Spannungsvolle Musik)
Rein.
(Mann) Wer ist das? - (Melba) Bitte hau ab!
(Karl) Bist du alleine? - (Mann) Ja.
Dann fahr zu. Fahr zu, fahr zu!
"Prielmayerstraße wurde eine mit gelber Tasche in ein Auto gestoßen."
"Wieso? Die geht doch über die Theatinerstraße."
"M-FX 8800. Mercedes."
"Da ist sie. Wir folgen ihr."
(Reifen quietschen.)
Wenn wegen dir was passiert, wird dein Leben die Hölle.
Vertrau mir.
Vertrau mir ein Mal.
"Sie kriegt eine Anweisung, geht hinter 'ne Werbesäule."
"Was ist mit dem Mercedes?"
"Sind in der Passage. Werden auf Abstand warten.
Ist hinter der Säule."
(Düstere Musik)
Wo geht's hin?
Ich muss auf die Autobahn nach Garmisch.
In 20 Minuten krieg ich Meldung. - (Waffe wird entsichert.)
Im Heck liegt ein Mantel für die Frau.
(Karl) Wo geht's hin, wo's kalt ist? Der ist gefüttert.
Ist klasse, wenn man sich mal gehen lassen darf.
Muss schwer sein, sich immer beherrschen zu müssen.
Aber das Vertrauen in euch darf nicht noch weiter kaputtgehen.
Ich möchte eine Frage stellen.
Haben Sie keine Angst, dass ich Sie später identifizieren könnte?
(Karl) Du denkst, ich hab deinen Mann nicht geschützt.
Aber das ist nicht wahr!
Ich konnte kein Go geben, weil eine Geisel einer der Täter ist.
Das führt zur Katastrophe.
Du gefährdest alles: meinen Mann, die Übergabe, alles.
Ich weiß, was ich tue!
Hab keine Angst. Warum hast du dich nicht gemeldet?
Ich komme doch zu dir privat nicht durch.
Ich will dir nicht wehtun.
Vor mir brauchst du dich doch nicht schämen.
Du hast mal gesagt, du würdest nicht lügen.
(Klingeln)
Setz dich ins Auto, bitte.
Ich krieg keine Luft! - Raus!
Das ist wie ein Sarg! - Geh ans Telefon.
Und was soll ich sagen? - Rein.
Sag, die Frau war aufm Klo.
Ja, Paschotta hier. Ja. Nee.
An 'nem Rastplatz Die Frau musste mal eben kurz.
Was?
(Heinz) "Ich möchte mit Frau Dessaul reden."
(Melba) "Ja?" - "Sagen Sie auf Französisch:
'Freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen.'"
"J'aimerais bien faire votre connaissement. Pardon.
J'aimerais bien faire votre connaissance." - Ja!
"Genaue Kilometerangabe." - Genaue Kilometerangabe.
(Fahrer) 30,5. - (Melba) 30,5.
Gut... Ich leite euch jetzt zum Übergabeort.
Ihr fahrt konstantes Tempo, nicht über 100.
Ich melde mich in 20 Minuten.
Tag. - Guten Tag.
Man hat Frau Dessaul verloren.
Die Entführer haben eine Nachricht durchgegeben.
Sie haben auch Frau Dessaul in ihrer Hand.
Sollte jemand dem Wagen mit der zweiten Geisel folgen,
riskieren wir ihr Leben.
Die bayrischen Behörden
werden keine Verfolgung des Entführerwagens einleiten.
Zu riskant. Es wird erhöhte Bereitschaft ausgegeben.
Sie lassen sie also laufen?
(Norbert) "Ja. Absoluten Vorrang hat die Rettung der Geiseln.
Vermutlich haben die Entführer etliche Sicherungen bis zur Übergabe eingebaut."
(Melba) "Ja?" - (Heinz) "Kilometer."
(Melba) 62,5.
"Nächste Ausfahrt raus, an der Abzweigung links und durch die Ortschaft durch.
Wiederholen Sie."
(Melba) "Nächste Ausfahrt raus, links abzweigen, durch die Ortschaft.
Geht es meinem Mann gut?"
Ich kenne das Ziel. Karwendel bei Mittenwald.
Da war ich mit Heinz beim Kuren.
Ein Tunnel geht durch die Bergstation. Der führt nach Österreich.
(Bernd) "Kenn ich. Da führt auch ein Weg rauf."
(Karl) Genau. Er wird uns über Umwege da hinlotsen.
"Wir fahren voraus." - Mit wem redest du?
"Der mit der Erbse rollt".
"Okay. Wir haben dann eine Stunde Vorsprung."
(Mannheimer) "Bergsteigen ist mein Hobby." - Guck nach vorne.
(Bernd) Bisschen Kurzurlaub bei den Lederhosen!
Kohlroulade lassen sie bei Tag sowieso nicht aufn Berg rauf!
(Bernd) Habt ihr Pässe dabei, falls ihr euch verlauft?
(Norbert) Wir stehen mindestens einem perfekt ausgebildeten Täter
mit starkem Selbstvertrauen gegenüber.
Man sollte die Männer alle fünf Jahre austauschen.
Wenn das Selbstvertrauen so gefördert wird, ist die Hybris zwangsläufig.
Ja, ja.
(Dynamische Musik)
(Heinz) "Fahren Sie die Landstraße Richtung Mittenwald.
Nach dem Ortseingangsschild fahren Sie Richtung Zentrum.
Nach Ortsausgang Landstraße Garmisch zurück.
Nach 1,5 Kilometern biegen Sie zur Karwendel-Bergstation rechts ab.
Frau Dessaul, ziehen Sie den Mantel an.
Gehen Sie zur Gondel und warten Sie auf Anweisungen."
(Karl) Weiter. Rein. - Ja.
Mach dich flach. Ganz flach.
(Melba) Karl. - Schon gut. Das ist ein Kollege von mir.
Sind Gerd und Kohlroulade voraus? - Seit 'ner Stunde.
Durch den Arsch ins Vergnügen. Bis gleich.
(Gerd) "Wir sind oben. An der Gondel sind zwei Leute.
Licht ist an." - (Bernd) Licht sehe ich selbst.
(Mannheimer) "Ich geh hoch zur Plattform. Ab jetzt Positionscode."
(Spannungsvolle Musik)
(Kampfgeräusche)
(Schrei)
(Knarren)
(Piepton)
Ja? - "Schließen Sie die Tür.
Drücken Sie auf den grünen Knopf oberhalb des Telefons."
(Signalton)
(Bernd) "Bisschen zugig, aber sonst geht's hier unten.
Tolle Aussicht auf Mittenwald.
Stark hier."
Wir holen dir deinen Mann.
(Bernd) "Alles klar?"
Setz dich.
(Piepton)
Ja? - "Kann ich meinen Kollegen sprechen?
Holen Sie ihn ans Telefon." - (Lautlos)
"Haben Sie Schwierigkeiten?"
(Düstere Musik)
(Bernd) "Hast du das gesehen?
Der hat ihm den Hals durchgeschnitten, die Sau!"
Er weiß, dass wir kommen.
(Heinz) "So, Frau Dessaul, wenn Sie oben sind,
gehen Sie zügig zur Sonnenterrasse.
Schöne Grüße an Karl. Sie können jetzt auflegen."
(Beklemmende Musik)
(Karl) Wir machen alles, was er sagt.
Es passiert nichts Unkontrolliertes.
Ganz ruhig. Ruhig.
Durchatmen. Tief durchatmen, ja?
Okay?
(Sie summt ängstlich eine Melodie.)
(Dumpfes Rumpeln)
Ich hab unterwegs ein Baby gefunden, dem zieh ich die Windel aus.
Verstanden.
(Melba, leise) Wo sind deine Kollegen?
(Bernd) "Erledigt."
Der wollte uns Feuer unterm Arsch machen. Jetzt schnapp ich mir die Sau.
(Zwei Schüsse)
(Leises Stöhnen)
(Piepton)
(Signalton)
(Pieptöne)
(Signalton)
(Pieptöne)
(Signalton)
(Karl) Zieh den Mantel andersrum an. Er reflektiert.
Pscht!
(Klingelton)
Holger?
Geh in Deckung.
(Heinz) "Ich musste ihm die Hände wegschießen."
Ah! Ah! - "Er hat 'nen Kreislaufschock.
Die Freuden des Fleisches verwirren den Geist."
(Melba) Wo ist mein Mann? Was ist mit meinem Mann?!
(Schrei) - "Kommen Sie bitte unter der Terrasse vor.
Ziehen Sie den Mantel richtig rum an.
Hier geht es nach meiner Mütze."
(Karl, leise) Geh.
"Danke, dass du das Geld hergebracht hast, Karl."
Übergib Dessaul. Eher kommst du nicht weg.
"Er spielt mit dem Leben Ihres Mannes, Madame.
Sie haben was, was mir gehört. Werfen Sie's ins Licht."
Nimm dir dein Geld!
Oder fehlt dir die Courage?
(Heinz) Hier bin ich doch.
(Dessaul) Nicht schießen. Nicht schießen.
(Spannungsvolle Musik)
Hey, bleib da. Bleib da.
(Heinz) "Herr Dessaul, zeigen Sie mir den Inhalt des Rucksacks.
Jeden Schein will ich sehen.
Wir haben ja Zeit.
Sternenlicht, Himmelslicht, schimmernd durch die Wolken bricht.
Wünsche in Erfüllung gehen dem, der gläubig dich gesehen."
(Schuss) - (Karl flüstert etwas.)
(Melba schreit.)
(Hannes stöhnt.) Du Sau!
Du willst mich linken!
Ich sehe nichts!
(Melba) Holger!
(Spannungsvolle Musik)
(Sie stöhnt.)
(Wimmern)
Heinz, bleib stehen!
Auf den Boden!
Heinz!
Bist du das, Karl?
(Hannes stöhnt.)
Halt's Maul. Du hast in Düsseldorf noch genug zu erzählen.
(Knall)
(Schuss)
(Düstere Musik)
(Wind braust.)
(Rasseln)
(Leise, angespannte Musik)
(Hannes stöhnt.)
Wo ist Bernd? Wo bist du?
"Karl, melde dich! Wo bist du?"
Ah!
Wir müssen fahren. Der Mann braucht Hilfe.
(Gerd) "Bernd ist hier. Dem geht's schlecht, wir müssen fahren."
(Karl) Nicht fahren. Der ist hier noch irgendwo.
Ihr fahrt in sein Schussfeld.
(Melba) Darf ich mal? Was soll das heißen? - Weg!
Du schaffst das. - Sein Schussfeld? Karl!
(Melba) "Was meint er damit? Was hat Ihr Komplize vor?"
Was hat er vor? Was hat er vor?! - (Hannes) Ich weiß es nicht.
Was hat er vor?! - Ich weiß es doch nicht. Ich...
Was hat er vor?!
Ha!
(Melba) Er muss zum Arzt. Es ist Ihre Verantwortung.
Wenn Sie aufgrund der Paranoia eines Polizisten
das Leben eines anderen gefährden und wir hierbleiben,
dann ist alles, was geschieht, Ihre Verantwortung!
(Gerd) "Karl, meld dich. Wir müssen fahren."
(Melba) Holger, hilf mir. - (Gerd) Tür zu! Tür zu!
(Gerd) "Meld dich. Bernd geht's beschissen."
(Bernd) "Scheiße!"
(Gerd) "Karl, verdammt, wo bist du?" - (Bernd stöhnt.)
(Gerd) "Wo bist du?" (Echo)
(Rasseln)
Heinz!
Nimm das Geld und verschwinde!
Denk an Sunny!
Ich krieg dich doch, wenn ich will!
Geh!
(Schüsse)
(Schuss)
Geh!
(Gerd) "Was ist los? Karl?"
(Dessaul) Schießen Sie das Licht hier aus. - (Melba) Ja.
(Dessaul) Von wo aus kann man die Gondel einsehen? Überall Abhänge.
(Schuss) - (Karl) Nein!
(Karl) Nein!
(Gerd) Geh in Deckung! - (Bernd) Ja!
Deckung! Vorsicht! - (Schreie)
Du Sau!
Ah! - (Weitere Schüsse)
Ah!
(Leeres Magazin klickt.)
Scheißkarton! - (Melba) Holger.
(Bernd) Hätte ich wissen müssen!
Bernd, bleib da! Dableiben!
(Spannungsvolle Musik)
Was ist los? - (Hannes) Das hab ich nicht gewusst!
(Karl) "Gerd, meld dich."
Die Kisten sind präpariert wie kleine Bomben.
Man kann sie nicht rauswerfen.
"Haltet ihr's aus?" - Grade so.
"Macht das Fenster nicht auf, sonst gibt's 'ne Feuerwalze.
Haltet aus."
(Gerd) "Lang geht das aber nicht mehr.
Mir schmilzt die Batterie vom Walkie weg.
Hörst du mich noch?"
"Geht nach der zweiten Stütze raus, mit 'ner Leiter."
(Beklemmende Musik)
(Beklemmende Musik)
Heinz!
(Düstere Musik)
Warum?!
Wozu?!
(Minister) "Einziges Motiv für die Entführung
war wohl die Lösegelderpressung."
Herr Dessaul war Vorsitzender
eines interministeriellen Untersuchungsausschusses,
der den Einflussbereich seitens organisierter Kriminalität klären wollte.
Aber ob die Entführung von dieser Seite ausging, ist derzeit nicht zu sagen.
(Frau) Warum wurde die Polizei vor Ort so spät informiert?
(Polizist) Die Sondereinheit aus Düsseldorf sollte
Frau Dessaul beschützen und die Geiselübergabe bewachen.
"Nach dem Schusswechsel,
der zum Tod der Geisel und zu dem Brand führte,
ging es den Beamten zunächst darum,
die Gondel möglichst schnell zu evakuieren."
(Gerd) Weiter!
Komm! Komm!
(Melba) Mein Mann! Der verbrennt doch! - Weiter!
(Melba) Mein Mann! - (Gerd) Noch eine. Gut. Noch eine!
(Melba) Bitte! - Nimm das Seil und rutsch runter.
(Melba) Ah! Ah... Meine Hände!
(Sie stöhnt.)
(Schrei)
Hannes! Nein!
Nein!
(Gerd schreit.)
Der Tod Holger Dessauls, den ich zutiefst bedauere
und der mich über die Maßen mit Zorn erfüllt,
ist laut allen Beteiligten
auf eine tragische Verkettung von Umständen zurückzuführen.
(Frau) Bleiben Sie an der Tür stehen, sonst müssen Sie Mundschutz tragen.
Er wird sterben.
Man kann Herrn Grigull nicht normal hinlegen bei so starken Verbrennungen.
(Minister) "Die Ermittlungen weisen darauf hin,
dass Holger Dessaul ausgesucht wurde,
weil er sehr vermögend war
und weil durch einen der Entführer, den SEK-Mann Grigull,
direkte Zugriffsmöglichkeiten auf das Opfer bestanden."
Ich bin's,
"Wind in den Ohren".
Ich wollte nicht, dass einem von unseren Leuten was passiert.
Nicht...
dem Ollie, nicht Bernd und "Fehlfarbe".
Dann ist ja alles in Ordnung.
Dass er den Dessaul abknallt...
das hat er mir alles nicht gesagt.
Ich hab...
die Aussage gemacht...
dass der Heinz und ich beteiligt waren.
Hatte nicht den Eindruck...
dass starkes Interesse an Heinz besteht.
Warum? - Warum, warum.
Warum habt ihr nicht einfach
'ne Bombe in 'ne Kirche gelegt und die Popen erpresst?
(Düstere sphärische Musik)
Bist du unter Druck gesetzt worden von Schaefer?
Ich will's nur wissen.
Vor drei Wochen war er bei mir,
hat mich angesprochen.
Weißt du,
bei mir ist es egal.
Keine Familie,
keine...
Ich sehe das anders als du.
Das denkst du. - (stöhnend) Ja.
Ganz nebenbei gewöhnt man sich da dran,
ans Gewinnen.
Lief nebenher auf Streife.
Auf der Wache mit so jungen Schnöseln.
Wenn man mal dran gewöhnt...
ist, dass mehr...
"Glaubst... du, dass ich vorher einschlaf?"
(Hubschrauberlärm)
Geh nicht weg.
Ich wünschte, das Herz wär nicht so stark.
(E-Gitarren-Klänge)
(E-Gitarren-Musik)
Karl!
Frau Dessaul behauptet, die Entführung sei ein geplanter Mord gewesen.
Ich decke das Komplott der Mörder auf,
die sich jetzt als Holgers Freunde ausgeben.
Ihre Bestürzung ist gespielt, sie initiierten die Entführung.
Sie trieben Handel mit dem organisierten Verbrechen,
Holger hatte Beweise.
(Norbert) Ihr Mann habe den Verantwortlichen angedroht,
alles öffentlich zu machen.
Deshalb habe man die Entführung arrangiert und ihn ermordet.
Die Theorie vom Unglücksfall oder Unfall ist eine Farce.
Der gezielte Kopfschuss, der meinen Mann getötet hat,
wurde der Öffentlichkeit bisher verschwiegen.
Der gedungene Mörder, ein Ex-Polizist,
sollte das Lösegeld bekommen.
Sie nahm sich einen Anwalt und möchte dich bitten,
in ihrem Sinne auszusagen.
Mich?
Hallo.
Ja.
Komm.
Wir wollen nichts untern Teppich kehren,
aber ich als Mitglied einer Verschwörung gegen einen kleinen Staatssekretär?
Kannst du dir das vorstellen?
Ich hab euch gehen lassen, hab alles auf meine Kappe genommen.
Warum habt ihr die bayerische Polizei nicht geholt,
als klar war, wohin's geht?
Wir haben beide kein großes Interesse daran,
dass der ganze Ablauf bekannt wird, oder?
Unsere Behörde auch nicht.
Deshalb möchte ich dich bitten, bevor wir da reingehen,
zu bedenken, dass ein Polizist nicht vom Dienstgeheimnis entbunden werden kann.
(Norbert) Morgen. - (Polizisten) Morgen. Morgen.
(Tür wird geöffnet.)
Herr Simon ist soeben aus dem Polizeidienst ausgetreten.
Er bittet Ihren Anwalt, ihn zu kontaktieren.
Er sagt, er werde alles tun, um der Wahrheitsfindung zu dienen.
(Lothar) Er muss aussetzen.
Bootsmann!
(Sanfte Musik)
(Mutter) Die Hündchen dürfen nicht ans Schwimmbecken,
die können nicht schwimmen.
Bootsmann! - Okay?
(Basti) Bootsmann!
Bootsmann!
Nein.
Geh runter.
(Lothar lacht.) - (Kläffen)
Mann!
(Sanfte Musik)
Du sollst weg!
Auf jetzt!
(Sanfte Musik)
Sie ist eingeschlafen.
Ja.
Untertitel: audioskript, J. Möck
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