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Zuerst kam es als Schlange zu Mama.
Dann nahm es andere Gestalten an, um sie zu quälen.
Aber Mama war ein braves Mädchen.
Sie hörte auf ihre Eltern und legte nie das Seil ab.
Damit das Böse sie draußen nicht berührt.
Denn wenn das Böse dich berührt,
dann zwingt es dich, böse Dinge zu tun.
Du gutes Haus aus uraltem Baum
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Wir bleiben bei dir, halten dich warm und hell.
Der Himmel liegt diesseits deiner Schwelle.
Samuel, Nolan, noch zehn Minuten.
Noch neun Minuten, Nolan.
Mama sagt, dass in uns nur Liebe steckt.
Darum will das Böse uns unbedingt kriegen.
Es will diese Liebe vernichten.
Uns gegeneinander aufhetzen.
Bis wir einander töten.
So, wie es das mit den Menschen in der Welt gemacht hat.
Es muss dich nur einmal berühren, wenn du das Seil nicht trägst.
Wenn das passiert,
kann dich nicht einmal das Haus retten.
ANDERSENS MÄRCHEN
GRIMMS MÄRCHEN
Das auch.
So ist es gut.
Die Frösche waren gestern Abend laut.
Der Frühling kommt. -Wir werden bereit sein.
Ein guter Tag für einen guten Tag.
Gib dem Hund nichts.
Der hat auch Hunger, genau wie wir.
Und ich brauch nicht so viel zu essen wie du.
Mama?
Können wir es uns heute Abend anhören?
Es ist kein Neumond. -Ich hab Mama gefragt.
Wir warten besser.
Sonst ist es nichts Besonderes.
Siehst du.
Du wächst schon noch rein.
WIR BLEIBEN HIER UND HALTEN DICH HELL
DER HIMMEL LIEGT DIESSEITS DEINER SCHWELLE
Das Böse bekommt mich nicht in seine Gewalt,
von früh bis spät und Jahr für Jahr.
Im großen Wald lauert die Gefahr.
Ich bin festgebunden und habe sicheren Halt.
Siehst du es?
Lauf, Koda. Hol uns ein schönes, fettes Kaninchen.
Seid ihr so weit?
Niemals loslassen.
Niemals loslassen.
Mama sagt, dass die Welt schon schlecht war, bevor das Böse alle in Besitz nahm.
Darum kam das Böse.
Die Menschen hatten es hereingelassen, ob sie es wussten oder nicht.
Lass sie gehen.
Aber Großmutter wusste es.
Und Großvater war der Einzige, der ihr glaubte.
Er war ein guter Mann und baute dieses Haus für uns.
Ein gesegnetes Haus, in das das Böse nicht eindringen kann.
Ein Haus, in dem Kinder aufwachsen können, weit weg von der Dunkelheit der Welt.
Das Leben hier war gut.
Doch nach einer Weile spürte Großmutter etwas im Wald lauern.
Etwas Böses,
das immer stärker wurde.
Sie wollte nicht mehr aus dem Haus gehen.
Also befestigte Großvater ein Seil am Fundament des Hauses,
damit sie endlich nach draußen gehen konnte.
Lass sie gehen, Junikäfer.
Nolan.
Was machst du da?
Das Seil lockern, damit ich an das Ei komme. -Nicht.
Das könnte ein Trick sein. -Ich hole es mir. Es ist ganz nah.
Gib mir die Machete.
Nein.
Wir fragen Mama.
Sie kann die Seile zusammenbinden.
Ich wollte nicht loslassen.
Wir haben zu viel überlebt, um zu verhungern.
Wieso bist du dir immer so sicher?
Weil ich älter bin als du.
Ja. Drei Minuten.
Sie hat mich mehr lieb.
Was?
Was?
Was hast du gesagt?
Gar nichts.
Sam!
Sam!
Sam!
Nolan!
Samuel!
Sam!
Mein Seil.
Samuel!
Sam!
Sam!
Samuel!
Samuel! -Sam! Sam.
Komm schon.
Nolan!
Lauft!
Bind das Seil wieder um!
Nein! Nein, nein!
Nein! Nein! Nein!
Okay.
Hat es dich berührt?
Nein. -Hat es dich berührt, Nolan?
Ich glaube nicht.
Haltet euch am Seil fest.
Was siehst du? Was ist da, Mama?
Atmen. Tief durchatmen.
Atmen. Atmen.
Es ist gut. Alles ist gut. Einfach tief atmen.
Atmen.
Auf die Knie.
Ich muss sicher sein.
Seht mich nicht an.
Fasst das Holz an.
Hände auf den Keller.
Sagt es.
Sagt es!
Du gutes Haus aus uraltem Baum
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Wir bleiben bei dir, halten dich warm und hell.
Der Himmel liegt diesseits deiner Schwelle.
Gut. Steht auf.
Was ist passiert?
Es war keine Absicht. Ich bin auf sein Seil getreten.
Bist du verrückt geworden?
Schon gut, Mama, er hat nicht... -Ruhe!
Eine Sekunde länger, und es wäre das Ende gewesen.
Für uns alle!
Das Seil ist eure Lebensader.
Tut mir leid. -Das nützt nichts!
Benutze deinen Verstand.
Kannst du ihn bewegen?
Ich glaube, er ist gebrochen.
Steh nicht bloß rum. Hol mir eine Schiene für den Knöchel.
Ich weiß, das tut weh.
Es wird wieder gut.
Wie sah es diesmal aus?
Wie meine Mama.
Es will mir Angst machen.
So, wie es früher meiner Mama Angst gemacht hat.
Mehr gibt es heute nicht.
Schling nicht.
Ist echt lecker.
Ich war immer dankbar,
dass das Böse für euch nie sichtbar war.
Und dann wurde mir klar, was es tut.
Ich hab euch das noch nie erzählt,
aber einmal...
kam es als ein kleines Mädchen zu mir,
das um Hilfe rief.
Sie war knapp außerhalb der Reichweite meines Seils.
Ihr Fuß war in einem Erdhörnchen-Loch stecken geblieben.
Sie jaulte und schrie.
Ich konnte den Knochen sehen.
Er ragte aus dem Fleisch.
Ich musste mir immer wieder sagen, dass sie nicht real ist.
Aber das Schreien ging immer weiter, tagelang.
Also bin ich jeden Morgen raus und habe nachgesehen,
ob das Böse aufgegeben hatte.
Aber sie war immer noch da.
Ihre Haut wurde blau
und grau.
Der Gestank...
Ich fragte mich, warum sie noch da war.
Warum?
Weil es wollte, dass ich nach dem Mädchen sehe.
Es wollte, dass ich Zweifel bekomme.
Es wollte mich vom Seil weglocken.
Das Böse ist schlau...
und geduldig.
Es ist wie die Schlange, die ihr im Wald gesehen habt.
Das Böse kann viele, viele verschiedene Masken tragen.
Und mit seinem größten Trick
versucht es euch beide reinzulegen.
Wenn genug Zeit vergeht,
werdet ihr vergessen, dass es da ist.
Ihr werdet unachtsam sein,
und dann kriegt es euch.
Eine Berührung,
wenn jemand das Seil nicht trägt.
Mehr braucht es nicht, um von einem von uns Besitz zu ergreifen
und ins Haus einzudringen.
Niemals
loslassen.
Niemals loslassen.
Wie lange?
Etwa eine Stunde.
Es kam mir heute länger vor. -Hast du es dir vorgestellt?
Ja.
Erzähl es uns.
Ich habe mir vorgestellt, dass alles weg ist.
Du.
Sam.
Koda.
Das Haus.
Ich hatte nur noch die Dunkelheit.
Und dann?
Ich habe an unsere Geburt hier gedacht
und daran, dass wir im Haus sicher sind.
Da ist die Dunkelheit verflogen.
Sieh dich um.
Was für ein Glück du hast.
All deine Träume sind wahr geworden. Das Böse kann dich hier nicht berühren.
Samuel, du bist dran.
Zeit, deine Seele zu reinigen.
Denk dran: Verliere uns ganz und finde uns dann wieder.
Fülle den Keller mit deiner ganzen Liebe.
Erinnere das Haus daran, weshalb wir seinen Schutz verdienen.
Darf ich mich jetzt bewegen?
Nein.
Nolan, mich juckt etwas.
Ich sagte: nicht bewegen.
Das ist nur eine juckende Stelle.
Okay.
Das sollte passen.
Wow.
Sind das Eulenflügel?
Ja.
Ich kann überall hinfliegen. -Und essen, was du willst.
Es war einmal ein Junge, der fliegen konnte
und der alle Eichhörnchen in den Bäumen fangen konnte.
Du, Sam.
Als dein Seil gerissen ist, ist dir da irgendwas aufgefallen?
Was denn zum Beispiel?
Irgendwas Seltsames.
Es war das erste Mal, dass wir losgelassen haben.
Und alles war wie immer.
Weil es uns nicht erwischt hat.
Ja.
Wenn es uns erwischt hätte, glaubst du, dann hätte Mama...
...uns getötet?
Wie sie Papa getötet hat?
Und Großmutter und Großvater?
Sie wurden vom Bösen berührt.
Sie hat uns nur beschützt.
Das weiß ich.
Was?
Nichts.
Wärst du nie gerne frei, wie Koda?
Ohne Seil um den Bauch?
Koda ist doch ein Hund.
Tiere sind dem Bösen egal.
Würdest du manchmal gerne sehen, was sie sieht?
Nur ein einziges Mal?
Ich habe heute gespürt, wie etwas näherkommt.
Du hattest nur Angst.
Warum fragst du das alles?
Mama hat uns noch nie belogen.
"Sie hat mich mehr lieb."
Das hast du gesagt, bevor ich auf dein Seil getreten bin.
Hab ich nicht.
Ich wollte das nicht.
Ich weiß.
Du gutes Haus
aus uraltem Baum
gibst...
meiner entlaufenen Frau Schutz und Raum.
Na, Junikäfer.
Was ist los?
June!
June!
June, ich bin's.
Lange nicht gesehen.
Oh Mann, ich habe dich so vermisst.
Meinst du, ich kann sie mal sehen?
Oh, du hast ihnen nicht die Wahrheit über ihren Vater erzählt.
Verstehe.
Denn dann hättest du ihnen sagen müssen, wer du wirklich bist.
Stimmt's, mein kleiner Junikäfer?
Das bin ich nicht mehr.
Du hast es geliebt, das weißt du.
Was ist dein Plan?
Ich kenne dich.
Du hast keinen Plan.
Gib sie lieber mir.
Oder willst du zusehen, wie sie verhungern?
Ich war heute so kurz davor.
Irgendwann...
musst du loslassen.
Und wenn du das tust...
sorge ich dafür, dass du deine Kinder frisst.
June!
June!
Pass auf. Nicht die Wurzeln kaputtmachen.
Meinst du, es wird besser?
Schwer zu sagen.
Der Winter hat uns schwer zugesetzt.
Wir können nur hoffen.
Was.
Nichts.
Die Schlange auf deinem Rücken.
Du hast mal gesagt, dass du die aus der Stadt hast.
Aber auch, dass das Böse damals schon in der Stadt war und alle getötet hat.
Das verstehe ich nicht. -Ich habe sie vor dem allen machen lassen.
Als ich euren Papa kennengelernt habe.
Damals war ich ein anderer Mensch. Macht sie dir noch Angst?
Nein, nicht mehr.
Jetzt mag ich sie.
Warum?
Weil sie aus deinem Leben davor stammt.
In der alten Welt.
Eine Welt voller Schmerz und Leid?
Was gibt es daran zu mögen?
Weiß nicht.
Als ich so alt war wie du
und viele Fragen gestellt habe, wie du,
habe ich meiner Mama auch nie richtig geglaubt.
Bist du darum weggegangen? -M-hm.
Hätte nie gedacht, dass ich zurückkomme.
Aber es ist der einzige Ort, an dem ich euch beschützen kann.
Und wenn das Böse einen von uns berührt und ins Haus kommt?
Was passiert dann?
Es würde uns dazu bringen, einander zu töten.
So ist es mit der Welt zu Ende gegangen.
Aber woher weißt du, dass wir alleine sind?
Vielleicht sind noch andere Häuser geschützt.
Würde dich das trösten?
Wir wären nicht für immer allein.
Wir sind nicht allein, Nolan.
Wir haben uns.
Und mehr gibt es nicht.
Da draußen ist sonst niemand, mein Schatz.
Wir sind jetzt die Welt.
"Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker
mit seiner Frau und seinen zwei Kindern.
Das Bübchen hieß Hänsel
und das Mädchen Gretel.
Einmal, als große Teuerung ins Land kam,
konnte er das tägliche Brot nicht mehr schaffen.
Wie er sich nun abends im Bette Gedanken machte
und sich vor Sorgen herumwälzte,
seufzte er und sprach zu seiner Frau:
'Was soll aus uns werden?
Wie können wir unsere armen Kinder ernähren,
da wir für uns selbst nichts mehr haben?'
'Weißt du was, Mann,' antwortete die Frau,
'wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen,
wo er am dichtesten ist.
Da machen wir ihnen ein Feuer an
und geben jedem noch ein Stückchen Brot,
dann gehen wir an unsere Arbeit
und lassen sie allein.
Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus,
und wir sind sie los.'"
Er ist neu.
Sicher?
Du hast doch Augen im Kopf, oder?
Es ist Neumond.
Oder, Mama?
Können wir es uns heute anhören?
Eines Abends, als die Sonne unterging
Und das Dschungelfeuer brannte
Kam ein Landstreicher den Weg entlang
Und sagte: Jungs, ich kehre nicht um
Ich ziehe in ein fernes Land
Neben den gläsernen Quellen
Kommt mit mir und seht sie selbst...
Die Big Rock Candy Mountains
In den Big Rock Candy Mountains
Liegt ein Land, so schön und hell
Die Almosen wachsen dort an den Büschen
Und man schläft, so lange man will
Jeder Bahnwaggon dort hat Platz genug
Und die Sonne scheint jeden Tag
Auf die Blumen und die Bienen und die Zigarettenbäume
Und die Limonadequellen, wo die Vögel singen
In den Big Rock Candy Mountains
In den Big Rock Candy Mountains
Haben alle Polizisten Holzbeine
Und die Bulldoggen haben Gummizähne Und die Hühner legen weichgekochte Eier
Und die Bäume der Farmer hängen voller Obst
Und die Scheunen sind alle voll mit Heu
Ich gehe dorthin, wo es niemals schneit
Wo kein Regen fällt und kein Wind weht
In den Big Rock Candy Mountains
Nolan?
Nolan.
Schläfst du?
Nolan.
Da, leg dich hin.
Du hast schon wieder dein Glöckchen vergessen.
Mit Baumsaft schmeckt es besser.
Klar, weil es dann noch mehr nach Baum schmeckt.
Wir tun, was wir können.
Esst.
Mama?
Sam?
Nein!
Nein!
Nicht!
Nein, nicht!
Koda.
Berühr das Holz.
Sag es!
Du gutes Haus aus uraltem Baum
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Wir bleiben bei dir, halten dich warm und hell.
Der Himmel liegt diesseits deiner Schwelle.
Noch einmal.
Du gutes Haus aus uraltem Baum
Nochmal!
Du gutes Haus aus uraltem Baum... -Lauter!
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Mama.
Mama!
Ich muss Pipi, Mama.
Mama!
Hast du gespürt, wie die Dunkelheit verflogen ist?
Sam.
Bist du wach?
Nein.
Sam.
Sam!
Ja.
Wir müssen weg von dem Haus.
Gute Nacht, Nolan.
Ich meine es ernst.
Sam!
Wie willst du denn von hier weggehen?
Das Böse schnappt uns, sobald wir das Seil ablegen.
Wir kennen den Wald. Wenn wir zusammenhalten, könnten wir ihm entkommen.
Und Mama?
Wir holen sie, sobald wir was zu essen gefunden haben.
Mama weiß, was gut für uns ist.
Ich glaube, das weiß sie nicht mehr.
Sieh sie dir doch nur an.
Sie ist auch am Verhungern.
Sie findet immer eine Lösung.
Dieses eine Mal müssen wir ihr helfen.
Indem wir ihr nicht gehorchen?
Willst du das Seil wirklich loslassen?
Das Seil kann ich loslassen.
Aber nicht meinen Bruder.
Es ist zu gefährlich.
Tut mir leid.
HEILIGE SCHRIFT
Das ist ein ganz besonderes Instrument.
Eine Kamera.
Was macht man damit?
Bilder.
Die Kamera nimmt auf, was sie durch dieses kleine Auge hier sieht.
Man richtet sie auf etwas,
drückt auf diesen Knopf hier
und...
ein lebensechtes Foto kommt heraus.
Wie dieses hier.
Das war ich.
In der alten Welt.
Bist das wirklich du?
Hey, hey, vorsichtig.
Ich war damals ein anderer Mensch.
Oder das hier.
Da sind wir draußen auf der Veranda.
Sam.
Sind wir das? -M-hm.
Und das ist Koda.
Ja.
Man kann alles Mögliche fotografieren.
Aber ein gutes Foto zeigt mehr als das, worauf die Kamera gerichtet ist.
Es zeigt einen besonderen Moment,
für immer festgehalten.
Fotos können sogar Gefühle zeigen.
Liebe zum Beispiel.
Wo ist Papa?
Er hält die Kamera.
Hast du ein Foto von ihm?
Ich habe nur diese beiden behalten.
Und eins ist noch da drin. Das habe ich aufgespart.
Für wann?
Achtet auf den richtigen Moment.
Vielleicht findet ihr einen, der uns daran erinnert, wofür wir leben.
Selbst wenn es nur etwas Kleines ist.
Denn manche Momente im Leben sind schwer.
Aber wenn wir uns daran erinnern, warum wir nicht aufgeben,
werden wir wieder stark.
Das hier, jetzt gerade,
wird einer dieser schweren Momente.
Wir haben einige sehr harte Winter erlebt, nicht wahr?
Aber keinen wie diesen.
Alles im Garten...
kaputt.
Die Wurzeln sind abgesoffen.
Die Tiere kommen noch nicht zurück.
Wir haben Wasser.
Aber das reicht nur für vielleicht...
zwei Wochen.
Höchstens einen Monat.
Aber bald...
werden unsere Körper...
anfangen zu versagen.
Und wir werden sterben.
Uns bleibt also nur ein Ausweg.
Und das ist Koda.
Was?
Wir können das Fleisch einpökeln. Dann hält es sich vielleicht einen Monat.
Nein!
Ich weiß, du hast ihn lieb. So wie wir alle.
Aber er ist schon alt
und hat seit Monaten nichts mehr gefangen.
Wir können Frösche essen. -Das wird nicht ausreichen.
Ich esse Rinde und Käfer. Kein Problem. -Nolan.
Wir könnten gehen. Ich hatte kein Seil, aber das Böse hat mir nichts getan.
Weil es nicht wollte.
Es will, dass du mir nicht mehr glaubst. Und siehst du?
Genau das tust du.
Und wenn du Unrecht hast und die Welt noch da ist?
Das hier ist die Welt.
Da draußen ist nichts.
Es gibt das Haus und das Böse. Mehr nicht.
Nein. Das hier ist böse.
Familienmitglieder zu essen ist böse.
Wie sollen wir den Hund füttern, wenn wir hungern?
Willst du sterben?
Nein, aber ich will auch nicht meinen Freund sterben sehen.
Das ist nicht fair.
Er hat uns immer beschützt!
Fragen wir Samuel.
Der macht doch immer, was du sagst. -Er kann für sich selbst sprechen.
Samuel?
Wir müssen es tun.
Ich hasse dich! Ich hasse euch beide!
Ich hasse dieses Haus! Ich hasse es!
Komm mit, Koda.
Mama, ich mache es, wenn du willst.
Nein.
Nein.
Nein!
Nein. Nicht!
Nein! Nein! Nein!
Koda! Koda!
Nein!
Nein, Mama, bitte nicht!
Bitte nicht!
Koda!
Koda!
Bitte!
Du bist ein guter Hund, Koda.
Danke, dass du so gut auf uns aufgepasst hast.
Ja, Koda.
Mama.
Nolan.
Es ist nicht echt.
Hör zu.
Du musst es sehen.
Du musst sehen, dass da nichts Böses ist.
Es will, dass du das denkst. Tu's nicht.
Nein, nicht!
Nein. Nein.
Nolan! Mach die Tür auf.
Nolan!
Mach die Tür auf.
Nolan!
Nolan, ich hab gelogen.
Ich hab euch nicht alles gesagt. Ich hab das Böse hergebracht.
Das Böse gibt es wirklich!
Und wenn es mich berührt und ins Haus kommt, dann zwingt es mich, euch zu töten.
Mach die Tür auf.
Bitte!
Mach gefälligst die Scheiß-Tür auf!
Nolan!
Mama!
Böse kleine Ziege.
Böse kleine Ziege.
Böse kleine Ziege, hat auf meinem Stuhl gesessen.
Zeig her deinen Popo,
und ich versohle ihn so, das wirst du nie vergessen.
Es ist hier!
Es ist hier!
Mama!
Hey, was soll das...
Böse.
Böse.
Böse kleine Ziege, hat Gift in mein Essen getan.
Böse kleine Ziege.
Böse.
Ich hab dich gewarnt.
Ich sorge dafür, dass du deine Babys frisst.
Du kommst niemals rein.
Nein!
Mama!
Mama?
Mama, wach auf.
Mama, wach auf!
Ist gut, Mama, ich binde die Seile zusammen.
Ist gut, Mama. Alles gut.
Bitte, Mama.
Du gutes Haus aus uraltem Baum
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Wir bleiben bei dir, halten dich warm und hell.
Der Himmel liegt diesseits deiner Schwelle.
Mama, bitte.
Das Haus hält uns jetzt, Mama.
Du kannst jetzt aufwachen. Bitte wach auf, Mama.
Ich brauche dich.
Bitte, Mama.
Du gutes Haus aus uraltem Baum
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Wir bleiben bei dir, halten dich warm und hell.
Der Himmel liegt diesseits deiner Schwelle.
Mama, bitte.
Bitte, Mama.
Koda!
Koda!
Koda!
Koda!
Komm zurück!
Koda!
Ich hab Kiefernnadeltee gemacht.
Der hilft gegen deinen Hunger.
Warst du das da draußen?
Wo draußen?
Ich hab dich gesehen.
Im Wald.
Du hast über mich gelacht, weil ich sie nicht retten konnte.
Ich glaube, du hast geträumt.
Berühr das Holz.
Berühre es.
Du gutes Haus aus uraltem Baum
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Wir bleiben bei dir, halten dich warm und hell.
Der Himmel liegt diesseits deiner Schwelle.
Okay.
Und jetzt trink was.
Du brauchst frische Luft.
Ich lasse dich nicht sterben.
Hilfe!
Hilfe!
Hallo?
Hilfe!
Entschuldigung!
Hallo.
Tut mir leid, wenn ich störe. Ich...
Ich war wandern und dachte, ich hätte jemanden nach Hilfe rufen hören.
Das warst nicht zufällig du, oder?
Ich...
Ich dachte schon, meine Ohren spielen mir Streiche.
Wow, ich wusste nicht, dass hier jemand lebt. Das ist...
Geht es dir gut?
Wie heißt du, Kleiner?
Nolan.
Das hab ich nicht ganz verstanden. -Nolan.
Nolan.
Hallo Nolan, ich bin Cole.
Freut mich.
Sind deine Eltern auch da?
Meine Mama ist tot.
Das tut mir sehr leid.
Wie ist sie gestorben?
Mein Bruder ist krank. Er braucht Essen.
Okay.
Ich hab was zu essen im Rucksack.
Weißt du Nolan, mein Wagen steht etwa acht Kilometer von hier entfernt.
Ich könnte euch beide... -Zurück!
Whoa, whoa, whoa. Okay. Okay, okay.
Whoa.
Okay.
Ich will euch Jungs nichts tun.
Nolan sagt, du bist krank.
Wir sind nicht dämlich. -Sam.
Das sage ich auch gar nicht, ich...
Ich dachte nur, jemand steckt in Schwierigkeiten.
Du hast meine Mama ermordet. -Nein, Kleiner.
Ich kenne deine Mama nicht. Okay?
Hör zu, ich habe mich vertan. Tut mir leid. Ich gehe schon.
Ich gehe jetzt, ja? -Keine Bewegung.
Ich... Okay. Ganz ruhig.
Was, wenn er echt ist?
Wir waren glücklich.
Hör zu, okay?
Ich drehe jetzt um und gehe wieder weg.
Zurück, woher ich gekommen bin, ja?
Ich sagte: keine Bewegung.
Alles ist gut.
Lass ihn einfach gehen. -Alles okay.
Lass ihn gehen, Sam.
Bitte.
Es ist vorbei.
Sie ist tot.
Nein!
Sam...
Hilfe!
Hilfe!
Nolan, nicht.
Er hat Essen. -Das ist ein Trick.
Hilfe!
Notruf 911. Was ist passiert?
Hallo?
Können Sie mich hören?
Können Sie mir sagen...
Sie haben den Notruf erreicht.
Bitte sagen Sie mir, wo Sie sind.
Das ist von dem Mann.
Er ist tot.
Das war kein Mann.
Probier mal.
Hast du losgelassen?
Nein.
Ich hab ihn mit dem Seil um angefasst. Wenn er das Böse wäre, wäre er ausgewichen.
Du willst es nicht lernen.
Du fällst schon wieder darauf rein.
Probier doch einfach mal.
Nein.
Vielleicht gibt es kein Böses.
Mama hat uns angelogen.
Es gibt noch andere Menschen außer uns.
Sie wollte nur, dass wir für immer hier bleiben.
Sie hat sich für uns umgebracht, und du zweifelst immer noch.
Probier es doch einfach mal.
Dann wirst du merken, dass es echt ist.
Es ist gut für dich.
Versprochen.
Es waren einmal zwei Brüder, die einander vertrauten.
Sie hat dich geliebt.
Sie hat dich geliebt.
Und das, was ich getan habe, tut mir so leid.
Aber wir sind hier nicht in Sicherheit.
Wir sterben.
Wenigstens sind wir dann wieder bei Mama.
Vielleicht genügt dir das diesmal.
Hallo?
Wer ist da?
Koda?
Hallo?
Mama?
Hallo?
Ich suche meinen Vater.
Ich sollte beim Auto warten, aber er ist nicht zurückgekommen.
Könntest du nach unten leuchten?
Danke.
Wie bist du hierhergekommen?
Ich bin seinen Spuren im Schlamm gefolgt.
Er ist groß, mit schwarzen Haaren und etwas grauen Schläfen.
Hast du ihn gesehen?
Warum hast du das Seil um den Bauch?
Es schützt mich.
Wovor?
Woher hast du die Taschenlampe?
Die gehört meinem Vater.
Es war ein Fehler.
Ich wollte das nicht.
Was meinst du?
Wo ist er?
Was hast du getan?
Was hast du mit ihm gemacht?
Ich dachte, er wäre das Böse.
Nein, warte!
Ich dachte, er wäre das Böse.
Komm zurück!
Komm zurück!
Das Seil... Oh nein.
Bitte komm zurück!
Ich weiß, dass sie echt ist.
Sam!
Sam!
Sam!
Nolan!
Sam?
Sam!
Nolan!
Sam!
Sam!
Wo bist du?
Nein!
Sam?
Es ist nicht real.
Es ist nicht real.
Sam.
Warum hast du mein Seil durchgeschnitten?
Sam.
Sam.
Du gutes Haus aus uraltem Baum
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Wir bleiben bei dir, halten dich warm und hell.
Der Himmel liegt diesseits deiner Schwelle.
Hör auf damit, Sam!
Sam!
Sam!
Sam!
Sam!
Sam!
Sam!
Sam!
Eines Abends, als die Sonne unterging
Und das Dschungelfeuer brannte
Kam ein Landstreicher den Weg entlang
Und sagte "Jungs, ich kehre nicht um
Ich ziehe in ein fernes Land
Neben den gläsernen Quellen
Kommt mit mir und seht sie selbst
Die Big Rock Candy Mountains
In den Big Rock Candy Mountains
Liegt ein Land, so schön und hell
Die Almosen wachsen dort an den Büschen
Und man schläft, so lange man will
Sam! Das willst du doch nicht wirklich tun!
Du kannst direkt wieder rausgehen
Sobald du einmal drin bist
Das Haus beschützt dich nicht mehr.
Nolan?
Komm her, Schatz.
Komm.
Ich bin nicht böse auf dich, Nolan.
In deinem Alter war ich genau wie du.
Ich will dich nochmal umarmen.
Komm schon.
Mein lieber Junge.
Ich habe dich so vermisst.
Du bist nicht sie.
Ich hab gesehen, was du Sam angetan hast.
Du hast sein wahres Ich gesehen.
Ich habe ihm nur geholfen, es zu sehen.
Sieh nur, was du angerichtet hast.
Du hast deine Familie zerstört.
Und ich musste dich nicht mal berühren.
Ich wollte das nicht.
Schon gut.
Du musst keine Angst mehr haben.
Du bist nicht meine Mama.
Ich bin mehr wie sie,
als sie es je war.
Ich bin die Dunkelheit, die in ihr war.
Die Dunkelheit, die jetzt in dir ist.
Die Dunkelheit, die dir im Blut liegt.
Du musst nur...
loslassen.
Das kann ich nicht!
In den Big Rock Candy Mountains
Wechselt niemand je die Socken
Und die kleinen Bäche aus Alkohol
plätschern die Felsen hinab.
Die Bremser müssen höflich grüßen
Und die Bahnpolizei ist blind
Es gibt Seen aus Eintopf und Whiskey
Da paddelt man fröhlich drauf rum
In einem großen Kanu in den Big Rock Candy Mountains
In den Big Rock Candy Mountains
Sind die Gefängnisse aus dünnem Blech
Und du kannst direkt wieder rausgehen
Sobald du einmal drin bist
Da ist nichts für dich im Keller.
Hast du es dir vorgestellt? -Ja.
Erzähl es uns.
Ich habe an unsere Geburt hier gedacht
und daran, dass wir im Haus sicher sind.
Da ist die Dunkelheit verflogen.
Wenn wir dran denken, warum wir festhalten
und für wen wir festhalten...
HALTEN DICH WARM UND HELL
...dann werden wir wieder stark.
Das Böse bekommt mich nicht in seine Gewalt,
von früh bis spät und Jahr für Jahr.
Du gutes Haus aus uraltem Baum
gibst reinen Herzen Schutz und Raum.
Niemals loslassen.
Niemals loslassen.
Wir bleiben bei dir, halten dich warm und hell.
Der Himmel liegt diesseits deiner Schwelle.
Ich hab dich lieb, Mama.
Mein Bruder. Ich muss meinen Bruder suchen.
Du bist in Sicherheit. -Mein Bruder.
Atme. -Nein! Wo ist er?
Schön atmen. -Wo ist er?
Alles gut. Er ist hier.
Sam. Sam.
Ich bin hier. Hey, Sam.
Ich bin hier.
Ich bin hier.
Wir sind frei.
Wir sind frei.
Sie hat mich mehr lieb.
Untertitel: Julia Ritter Samson & Fritaud Text
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