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Original subtitles

[Alexander] Sorry, ich hab den richtigen Zeitpunkt verpasst, oder?

[Laura] Es gab nie einen richtigen Zeitpunkt.

Und niemand ist daran schuld.

[klopft an Scheibe]

♪ ["Steppin' out" von Joe Jackson] ♪

BITTE VORSICHTIG FAHREN

[Hugh] Nur vierzig Minuten zu spät, ich gratuliere.

Es tut mir so leid.

[Hugh] Das war nicht ironisch gemeint.

Sie sind einer der schnellsten dieses Jahr.

Die meisten verspäten sich um vier Stunden.

Oder kommen überhaupt nicht, weil sie es nicht finden.

Dann kann ich mir noch was drauf einbilden.

Ich bin furchtbar in Wegbeschreibungen, weil ich links und rechts verwechsle.

Das dürfte wohl der Grund sein.

- Möchten Sie Tee? - Sehr gern.

[Hugh] Das war meine Frau. Hässlich, aber wahnsinnig humorvoll.

Sie ist letztes Jahr gestorben.

- Das tut mir leid. - Oh, ich bin drüber weg.

Ich hab selber kochen gelernt.

Und ich nehme die Dienste einer Prostituierten im Nachbardorf in Anspruch.

Wie praktisch.

Danke.

Ich will nicht lange drumherum reden.

Ich habe Sie um diesen Besuch gebeten,

da ich etwas möchte, das Ihrem Großvater gehört.

Die Pillone-Bände.

Wissen Sie von den Büchern?

- Sie sind aufwändig bemalt. - Genau die.

Im 16. Jahrhundert hatten Bücher kein farbliches Dekor,

es stand nur der Titel hinten auf dem Rücken.

Eine venezianische Familie, die Pillones,

ließ sie von den berühmtesten Künstlern ihrer Zeit kolorieren.

Es gibt etwa 150 davon.

Dadurch sind die Bücher gleichzeitig zu Kunstwerken geworden.

Und der Preis?

Mein Käufer nannte kein Limit.

Und ich dachte, ich wäre hier, weil ich als Buchhändler so toll wäre.

Ich will Ihnen etwas zeigen.

Ich fand diese Ausgabe von "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit".

Die Originalausgabe mit einer Notiz eines damals berühmten Journalisten.

Ich muss leider gestehen, ich mache mir nicht besonders viel aus Proust.

[Hugh] Es hat gedauert, bis ich mit ihm warm wurde,

aber eines Tages konnte ich mich nicht mehr wehren.

Und dann bin ich tief mit ihm eingetaucht in seine gigantischen Sätze

und die Abgründe seiner Seele.

Und dann konnte ich es sehen.

Es geht um den Begriff der Spirale.

Wir alle suchen nach einem Sinn,

bis unsere Vergangenheit, unsere Kindheit, und unsere Zukunft wieder eins werden.

Nostalgie ist nur der Wunsch, dass die Vergangenheit und die Gegenwart

ohne Vorwarnung in die Zukunft springen sollen.

Sodass wir wieder die werden, die wir gewesen sind.

- Können Sie das nachvollziehen? - Absolut.

Ich meine, wir stellen uns die Zeit wie eine gerade Linie vor.

Aber sie ist eine Spirale.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob wir die Dinge in der richtigen Reihenfolge erleben

Ob unser Verstand sie nicht umordnet, damit alles einen Sinn ergibt.

[Hugh seufzt]

Kann sein, man geht aus dem Haus und ist auf einmal wieder ein Kind.

AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT

Jetzt schwimmen wir!

[Alexander] Wovon handelt das?

Es geht darin um einen kleinen Jungen, der seine Schnecken nicht essen will.

Dafür wird er bestraft.

Er läuft vom Esstisch weg und klettert einen Baum hoch.

Und er will nicht mehr runterkommen.

- Für immer? - Für immer.

Spring rein, los! Sei ein Mann!

[Jane] Ist es nicht zu tief?

[auf italienisch] Da passiert nichts. Ich pass schon auf.

[flüstert] Hör auf, mit Jane italienisch zu reden.

[italienisch] Das hätte sie schon vor zehn Jahren lernen sollen.

Du hast aber noch einen französischen Akzent.

[auf italienisch] Deine Großmutter war Französin,

die hat auch Italienisch gelernt.

Deine Frau hat sich nie die geringste Mühe gegeben.

[Vittorio] Wir sind doch nur im Sommer hier. Was soll das, Papà?

[Nonno] Aus einer so großartigen Familie kommt sie nun auch wieder nicht,

dass sie sich nicht ein bisschen anstrengen könnte.

[auf Italienisch] Papa! Sandro hört zu.

[Bademeister] Sir!

Sir, das Bad schließt.

[Bianca] Du kommst zu spät.

Ich liebe dich auch.

- Ich friere. - Tut mir leid.

- Es ist wirklich scheißkalt. - Ja.

Und meine Haare sind noch nass.

- Oh nein. - Oh nein.

- Oh Gott, ich... - Ich habe dich heute Morgen erinnert.

Ich hab's vergessen, Scheiße.

Ist das so schwer?

Es ist ja nicht mal deren Idee. Das hat Paul erfunden.

Schatz, das Ganze ist keine Idee, es ist bloß ein Schnurrbart.

Zu Anfang war es ja noch lustig, aber schon wieder eine Schnurrbart-Party?

Du weißt, dass es für Jack immer wieder das erste Mal ist.

Es ist die erste Schnurrbart-Party für seine neue Freundin.

Was war die nochmal?

Eistänzerin.

- Ist nicht wahr? - Doch.

- Echt jetzt? - Ja.

[Bianca] Hier.

Kleb ihn dir an, der wärmt dich.

- Du bist umwerfend. - Weiß ich doch.

- Gut? - Lass sehen.

Sehr schön.

Ein Burgunder, Meursault! Er schmeckt nach Weißbrot und Butter.

[Bianca] Wein, das ist die Hauptsache.

Ich stell euch die Liebe meines Lebens vor.

Marika, Marika, komm her!

Marika, das sind Alexander und Bianca.

Hi! Hey, ich hab schon so viel von euch gehört.

Und wir von dir. Er war noch nie so verliebt.

- Noch nie! - Schon gut.

- Ich weiß, er ist ein Frauenheld. - Das ist Unsinn, das weißt du.

Mir fällt gerade auf, dass du überhaupt keine Glatze mehr hast, Jack.

Ich meine, wenn das kein Beweis für wahre Liebe ist? Ich bitte euch!

Ich kann dir sagen, wie das war: In der Sekunde, als ich sie gesehen hab,

wuchs das Haar mir wie sprießende Halme aus dem Schädel.

Früher war ich Yul Brynner, und jetzt bin ich...

Eine Kreuzung aus Salvador Dali und einem der Gibb-Brüder.

- Gibb! - Ja, Salvador Gibb.

Galvador Sibb.

- Oh, Entschuldigung - Bin gleich raus hier.

Ich richte nur meine Perücke.

Sieht aus wie echt.

Steht Ihnen gut.

Das können Sie von sich nicht behaupten.

Sue Ellen... Bonnie Tyler! Das ist Bonnie Tyler, oder?

Nein, ich steh mehr auf New Romantic.

Ich bin ein Fan von New Wave, so was wie Joy Division.

[singt] Love. Love will tear us apart again.

Schon gut, danke.

Ich finde, so mit offener Mähne wirke ich größer, irgendwie cooler.

Hat mehr Sex-Appeal, finde ich.

Ja, Sie wirken größer, das schon.

- Entschuldigung, mir fehlt noch der... - Soll ich's machen?

Wie?

Ich bin Profi im Schnurrbärte malen.

Na, wenn das so ist.

Kommen Sie näher!

Schön, Sie kennenzulernen.

Nicht wackeln.

- Da darf nichts schiefgehen. - Okay.

Entschuldigung.

Ich hätte es gern weniger wie...

Hitler. Mehr John Cleese.

- Darf ich? - Ja.

Danke.

Sie sind hinreißend.

[Alexander] Danke.

Ich müsste danke sagen.

Ja.

Sie sehen aus wie ein kleiner Junge mit nassen Haaren.

♪ ["Airport" von The Motors] ♪

Ist das dein Glas?

Oh, hey, darf ich vorstellen, meine Freundin Laura.

Hi.

Sehr schöner Schnurrbart. Ich bin Sandro.

Ich denke, du heißt Alexander.

Nicht für alle.

Piacere.

Du änderst also deine Identität nach den jeweiligen Umständen?

Ich mach noch viel mehr, ich lauf sogar manchmal mit falschem Schnurrbart rum.

- Echt? - Ja.

Oh, das ist Mel, Lauras zukünftiger Mann.

- Sie heiraten nächsten Monat. - Hi, ich bin der Glückliche.

Bist du.

Jetzt komm! Tanz mit mir!

- Meine Frau. - Ciao!

Setz dich doch!

- Das war lieb von dir. - Es stimmt doch.

♪ [ruhige Filmmusik] ♪

[Nonno] Zwölf Sekunden!

- Ja - [auf italienisch] Viel besser.

- Ciao! - Ciao, Sandra.

Die Strandburg ist toll, die du mit Sandra und Fernanda gebaut hast.

[Alexander] Sie hat sogar einen Fluchttunnel.

Wenn man Wasser hier rein gießt, fließt es durch bis ins Meer.

[Nonno] Ich schwimme rüber zur Strandbar.

Ich lese nur noch die Seite fertig, dann komm ich mit.

- [Alexander] Ich auch! - [Jane] Nein, das ist zu weit.

Ist es nicht.

- [Jane] Wir gehen zu Fuß. - Bitte!

Also, los Wer zuerst da ist, okay?

[Jane] Die Strömung ist zu stark, du bist noch zu klein.

Bin ich nicht.

[Jane] Dann rennen wir.

Wer zuerst da ist, Nonno und Daddy schwimmen, und wir rennen hin.

[Vittorio] Auf die Plätze, fertig, los!

Okay.

[Alexander] Los, Mum, das gewinnen wir!

Komm, wo Sandra wohnt, sind wir schneller.

ITALO CALVINO DER BARON AUF DEN BÄUMEN

[Jane lacht]

Ciao, Sandro.

Ciao.

Ja, ich hab gewonnen!

[Jane] Jetzt kannst du deinen Sieg auskosten.

- [Kellner] Ciao. - Ciao. Danke.

[atmet erschöpft]

Du hast gewonnen, du kleiner Seeigel!

Ja!

Wo ist Vittorio?

Vittorio?

Vittorio!

Vittorio!

Nein...

[Nonno] Vittorio!

Nein!

[Jane schluchzt] Nein!

Vittorio...

Vittorio...

[Jane] Nein!

Nein! Vittorio!

Nein!

Nein!

♪ ["Glittering Prize" von Simple Minds] ♪

Er ist voll.

[Laura] Danke.

Mit vier war ich zum ersten Mal bei einem Fußballspiel im Stadion.

Ich kann mich natürlich nicht mehr richtig erinnern.

Unser Team hat gewonnen.

Ich war auf dem Heimweg noch erregt und überdreht von der Stimmung.

Meine Mutter nahm mich bei der Hand und wir gingen in den Garten.

Da habe ich den Mond gesehen.

Und in der nächsten Nacht und der übernächsten musste ich ihn wieder sehen.

Aber er hatte nicht mehr die Form eines Fußballs.

Erst war es noch ein halbvoll, und dann war er ganz weg.

Ich hab nicht verstanden, warum der Mond verschwindet.

Denn meine Erinnerung daran ist zugleich auch meine erste schlimme Enttäuschung.

Es ist meine Sicht auf das gesamte Leben, bis heute.

Nichts ist statisch.

Nichts bleibt, alles kann verschwinden.

[Jane] Alexander?

[Jane] Hilfe!

Giuseppe!

[Jane] Hilfe!

Sandro!

[Nonno] Sandro!

[Fernandra] Sandro!

- Sandro! - Sandro!

[Fernandra] Sandro!

[Jane] Alexander!

[Fernandra] Sandro!

Sandro!

♪ [ruhige Filmmusik] ♪

Wo ist Papas Buch?

Komm!

Irgendwer hat es geklaut und die Strandburg zertrampelt.

Wir sehen uns nächsten Sommer.

Verkauft an den Gentleman im roten Pullover. Ich gratuliere.

Danke.

[Marika] Alexander?

Marika.

- Die derzeitige Lieblingseissorte von deinem Freund Jack. - Na klar.

Dein Spitzname ist Pistachio, aber bei der Farbe dachte ich eher an Erdbeere.

- Wie geht's dir? - Gut. Und dir?

Ich hatte gehofft, eine seltene Erstausgabe von "Ulysses" zu ersteigern.

Daher bin ich ein bisschen angefressen.

[Alexander] Entschuldigen Sie.

Als Jack mir gesagt hat, dass sein bester Freund Buchhändler ist,

da hab ich mir ehrlich gesagt einen sonderlichen, alten Mann vorgestellt.

Gib mir noch ein paar Jahre.

Ich hab gestern Abend mit meiner Freundin Laura geredet.

Und sie erwähnte deinen Namen.

- Ihr scheint euch gut zu verstehen. - Ja...

Sie ist interessant Hässlich, aber interessant.

- Ja, sie ist wirklich hässlich, oder? - Ja.

Du solltest dir ihre Kunstgalerie mal ansehen.

- Sie hat echt Geschmack. - Mach ich.

Pistachio!

Auch wenn Jack schon mehrmals verheiratet war,

es gibt für ihn nur einen Lieblingsgeschmack seit er acht war.

[Alexander] Hallo.

[Laura] Kann Ihnen helfen, Sir?

Leider führen wir keine alten Bücher hier.

Siehst du, ich hab mir gemerkt, wie die Galerie heißt.

Alle Achtung.

Dann können wir jetzt essen gehen.

Tun wir das?

Ja.

[Alexander] Du hast die Haare anders.

Sieht besser auf den Hochzeitsfotos aus, oder?

Nein. Naja, es würde vielleicht lustig darauf aussehen.

Ist ja sowieso nur deine erste Hochzeit.

Mrs. Peggy Guggenheim, da war sie ungefähr siebzig,

sieht einen gut aussehenden Mann in einer ihrer Ausstellungen.

Sie geht auf ihn zu und sagt: "Sie sehen genauso aus wie mein siebter Ehemann."

Er sagt: "Wirklich?" und sie: "Ja! Erstaunlich!"

Er fragt, wie viele Ehemänner sie denn hatte.

Sie antwortet: "Sechs."

- Möchten Sie bestellen? - Wir hätten gern jedes einmal.

Von den eins, zwei, drei von den fünf Vorspeisen.

Und dann noch Chicken Tandoori und dazu zweimal Naan mit Käse.

Wir essen alles zusammen, okay?

- Hast du Hunger? - Nicht so sehr.

Die Portionen sind recht groß.

Ich habe Riesenhunger.

- Und Wein! Rotwein? - Ja.

Danke.

- Und, wie geht's dir? - Gut, ja.

[Laura] Du wirkst eigenartig.

Das ist mein Biotop, die Eigenartigkeit.

Könnte es sein, dass du ein bisschen enttäuscht bist?

Auf jeden Fall.

Ich habe gehofft, dass du nun einen echten Schnurrbart hast.

Der hat mir am besten an dir gefallen, ganz ehrlich.

Deiner hat mir gar nicht gefallen.

- Hast du dein Hochzeitskleid schon? - Ja.

- Möchtest du es sehen? - Das bringt doch Unglück.

- Ja. - Dann will ich es nicht sehen.

Du wünschst dir für mich demnach Glück für meine diversen Ehen?

Ich wünsche dir einfach immer Glück.

Bist du deshalb hier? Wegen meines Glücks?

War's nicht so, dass es nur Unglück bringt, das Kleid zu sehen,

wenn es der Bräutigam vorher sieht?

Ich weiß nicht, vielleicht siehst du mich ja als deinen zukünftigen Mann.

Wow.

Willst du nicht deinen Psychiater fragen, was er davon hält?

- Nein, danke. - Nein?

- Nein. - Mm.

Ich bin für Doktorspiele schon zu alt.

- Wirklich? - Ja.

[Kellner] Achtung, sehr scharf!

Ich bringe Ihnen gleich den Wein.

[Fußballkommentator]

[Louis] Wow!

- Ein echter Künstler. - Schade, dass Pelé nicht spielt.

Der spielt in vier Jahren. Der ist so alt wie wir.

Unfassbar.

Dagegen sind wir echt Flaschen.

Nein, ich will nicht wieder 'ne Wampe kriegen.

[Alexander] Ist das lecker!

Oh Mann, ist das scharf!

- Wasser hilft da nicht. - Oh, Mama!

Idiot.

- Oh, jetzt! - [gespannt] Oh! Oh!

- [Jungs jubeln] - Tor!

- Hab ich was verpasst? - Nein.

[Alexander] Nur ein super Tor.

Mami, geh aus dem Bild!

- Rückt zusammen! - Du machst das jedes mal.

Später freut ihr euch mal darüber.

Gib mir mal bitte das Buch da.

Regnet es wirklich mehr, seit Thatcher wiedergewählt worden ist?

[lachen]

Okay, ich hab scharfe Peperoni für dich, Margarita für dich

und Pizza Hawaii für mich.

Unsere Freundschaft steht auf der Kippe, wenn du weiter Pizza mit Ananas isst.

Alexander, weißt du, was Satelliten machen?

[Louis] Die schweben nicht, so wie wir uns das denken.

- Sie fallen runter, unaufhörlich. - Ja, sie stürzen ab.

Was wollt ihr mit dem Blödsinn sagen?

Naja, entweder tut man nichts und sie fallen runter,

oder man fängt sie auf, bevor es zu spät ist.

Oder man fängt sie. Ganz genau.

Ihr wisst selbst nicht, wovon ihr da sprecht.

[seufzt]

Okay. Wir wollen dir damit etwas sagen.

- Und das haben wir eingeübt. - Weil wir uns Sorgen um dich machen.

- Um dein Liebesleben. - Genau.

Deshalb wirst du morgen zu der Kirche gehen, mit einem Blumenstrauß

und einer Schere, und du wirst damit ihr Brautkleid umdesignen in einen Minirock.

Und dann fliehst du mit ihr auf die südliche Erdhalbkugel.

- Klasse, der Minirock, gute Idee. - Ja, oder? Meine Idee.

Was ist mit Bianca?

Und Penelope?

Es ist vielleicht nur eine Midlife Crisis.

Die Frau sieht gut aus, aber...

bist du sicher, dass du sie liebst?

Nein, es war das erste Mal, dass er uns gegenüber das Wort Liebe erwähnt hat.

Midlife Crisis ist also Quatsch!

Dein ganzes Leben ist eine Midlife Crisis, du kennst gar nichts Anderes.

Wollen wir hier blöde Witze machen, oder über seine Flamme reden?

Laura. Sie heißt Laura.

Hast du gehört, wie er ihren Namen ausspricht?

Und er hat ihn wiederholt.

[Jack] "Laura. Sie heißt Laura."

Ich glaube fast, dass er sich verliebt hat.

- Und wir haben es nicht gesehen. - Ich schon.

Und du hast nichts gesagt?

Ich konnte es Bianca ansehen.

Ich dachte, er würde sich wieder einkriegen, darum hab ich nichts gesagt.

Verheiratet sein ist keine ewige Verpflichtung.

- Es ist ein Versprechen. - Genau.

Es ist ein Versprechen.

Und wenn man das nicht halten kann, sollte man besser aussteigen.

Ich kann es aber halten.

Nur was hast du davon, Alexander?

[Telefon klingelt]

[Bianca] Ich kann nicht rangehen, sie ist in der Wanne!

- [Alexander] Ich mach schon! - Gut, danke!

- Hallo? - Alexander, hier ist Jack.

Du musst jetzt herkommen, sie heiratet jeden Moment, okay?

Verstehst du?

Das weiß ich.

Es ist alles nicht so einfach.

Das ist immerhin das Leben hier und keine romantische Komödie.

Wirklich, Alexander, hör auf mich! Komm her und rede mit ihr, okay?

Ja.

Ich komme.

Okay.

Ja.

[Alexander] Ich komme.

[Penelope schreit]

[Bianca] Ist nicht so schlimm. Keine Angst, Schatz.

- Ach herrje. - Es ist nur die Augenbraue.

Es sieht schlimmer aus, als es ist, das wird wieder.

Trockne sie ab und ich hol ihre Sachen.

[Alexander] Hey.

Gut...

Das war wirklich tapfer von dir, Penelope.

- Danke, Doktor. - Wofür denn?

- Alles gut. - Damit siehst du fantastisch aus.

- Ladies first. - Danke vielmals.

Rutsch durch! Camden Town bitte.

- [Glocken läuten] - [Bianca] Kommst du?

Hallo, Herr Pastor.

Oh, nehmen Sie doch Platz.

- Danke für Ihren Besuch. - Ich hoffe, es ist nichts Ernstes.

- Er hat mir nichts erzählt. - Es ist ernst.

Aber auch ein Grund zur Freude.

- Ja? - Ja.

Alexander bat mich, dass ich mal mit Ihnen rede,

weil er Angst hat, es selbst zur Sprache zu bringen.

Sie müssen wissen, dass Alexander ein auserwählter Junge ist.

Auserwählt von Gott, eines seiner Kinder zu werden.

- Und das bedeutet? - Alexander, hab keine Angst, sprich.

Ich...

Ich möchte gern Priester werden.

Aber du bist dreizehn.

Es ist ja auch noch einige Zeit hin,

doch angesichts seiner italienischen Familie mit Kontakten zum Vatikan,

seiner leidenschaftlichen Liebe zu Gott, seiner Intelligenz, seiner Hingabe,

denke ich, dass er die Chance auf eine brillante Zukunft in der Kirche hat.

Danke, Herr Pastor.

[Jane] Komm!

[Kinder lärmen] ♪ [ruhige Filmmusik] ♪

[Schiffssirene]

[Bus hupt]

[auf italienisch] Mein Enkel ist ein Mann geworden.

Komm her, setz dich.

Erzähl mal. Was ist das mit dieser Sache, dass du Priester werden möchtest?

Warum gibt so viele traurige Menschen, Nonno?

Wir sind nicht immer traurig, wir sind auch nicht immer glücklich.

Es ist mal so oder so.

Aber glaub mir! Du erlebst viel mehr Glück im Leben,

wenn du Gott schön draußen lässt.

Wir sind doch katholisch.

Was die guten Aspekte angeht, da schon.

Wir leben nicht in Armut, wir haben Frauen, wir haben immer gut zu essen.

[lacht]

Willst du etwa Socken in Sandalen tragen?

[beschwingter Chanson]

[französisch] Haben Sie die Sonderedition von "Comtesse de l'amour"?

- Wir brauchen sie zu Studienzwecken. - Natürlich.

Ich hole ihn um sechs wieder ab.

[auf italienisch] Komm. Setz dich zu mir.

Dein Großvater sagte, dass du ein Mann werden willst.

Ich will eigentlich ein Priester werden.

Ich kann dir helfen, an Gott zu glauben.

Willst du meine Brüste anfassen?

Na komm!

Na komm!

Das macht Spaß, oder?

Nein?

Nein.

Und eins.

Und zwei...

Was machst du?

[TV läuft]

[Chacha summt]

- Sind die Nudeln gut? - Perfekt.

- Verrat es nicht deinem Großvater, ja? - Okay.

[Chacha summt]

♪ [Nonno summt zu "La Banda" von Chico Buarque De Hollanda] ♪

♪ ["La Banda" von Chico Buarque De Hollanda] ♪

- Für dich. - Danke.

Aus! Geh weg!

Leute!

Aus!

[Louis] Leute, guckt euch mal den Macho-Italiener an!

Kannst du deinen Hund zurückpfeifen?

[Laura] Er mag dich.

[Alexander] Nein, er hasst mich.

Aus! Kannst du ihn bitte wegrufen?

Alexander ist wie ein Held in der Literatur.

Er ist tapfer so lange es um Fiktion geht,

aber wenn er mit der Wirklichkeit konfrontiert wird...

- Laura steht auf Actionfilme. - [Bianca lacht leise]

- Hallo. - Hallo.

Was für ein Buch hast du da?

- Jane Austen. - Ah.

Je gelesen?

Schlechte Männer, gute Frauen, Liebesgeschichten.

- Ja, genau das. - Das passt doch.

- Wir brauchen noch mehr Wein. - Wird erledigt.

Du bist ein echter Gentleman.

Brennen wir zusammen durch, das würde niemand erwarten.

[Alexander] Es ist offiziell, Hunde hassen mich.

[Gelächter im Haus]

Schon vor Jahren hast du das!

[Jack] Da bin ich Experte.

[lachen und Gespräche]

♪ [ruhige Geigenmusik] ♪

[Alexander] "Wenn Margaret erwachsen ist,

wird sie eine Tochter haben,

und die wird Peters Mutter sein.

So geht es weiter und immer weiter,

solange Kinder fröhlich sind und unschuldig...

und herzlos."

"Gute Nacht, Wendy." Einen schöneren Anblick konnte man sich nicht vorstellen,

doch niemand sah es.

Mit Ausnahme eines kleinen Jungen, der von außen hinein sah durchs Fenster.

Hey.

- Alles klar? - Mm.

Es gibt da jemanden.

- Schon wieder? Echt jetzt? - Mm.

Nicht so, wie du denkst. Sie ist was Besonderes.

Was ist mit Marika? Pistachio?

Ich meine, wir lieben sie, sie ist perfekt für dich.

Machst du dir Sorgen, dass du, falls ich ihre beste Freundin verlasse,

Laura nicht mehr zu sehen bekommst?

Ich mach mir viel größere Sorgen um dich.

Wir können uns nicht ständig an eine neue Freundin gewöhnen.

Brauchst du nicht eine Therapie?

Ja.

Mit meiner Therapeutin hatte ich auch mal was.

Oh! Dr. Wesh, richtig.

- Die Frau war... oh ja... - Wow, ja, voll sexy.

Die hatte es doch mit dieser speziellen Sache da.

Gott, das hast du mir erzählt, ich weiß noch.

Hey, wir sprechen grad von Dr. Wesh.

Komm her.

- Lecker, sehr gut. - Viel ist es nicht mehr.

- Wie hieß sie, Wesh? - Wesh, ja.

Sie hatte so eine spezielle Technik.

- Ja. - Ja.

[lachen]

♪ [Pianomusik] ♪

[Marika] Alexander?

- Du rauchst also immer noch. - Marika.

Marika Pistachio, wie geht's dir?

- Wir haben uns so lang nicht gesehen. - Ja.

Das letzte Mal war doch mit Laura, oder? Wir sind zu deinem Auftritt gekommen.

Ja, das war bei dieser idiotischen Eistanzgala in North London.

Das ist tausend Jahre her.

[unhörbar]

Na komm!

Danke, dass du es mir gesagt hast.

Wir sehen uns dann dort.

[Bus hupt]

Ich hab doch gesagt, wir haben keine Zeit, uns umzuziehen.

Die warten schon auf uns in der Villa.

Ist eins von Papas Jacketts.

[auf italienisch] Darum sag ich's ja. Es ist aus der Mode.

Wenn du dich meinetwegen schämst, dann gehen wir in die Pizzeria.

Dieses Essen da ist mir egal.

Red keinen Unsinn; die Einladung ist sehr wichtig für mich.

Es geht um die Unterschrift eines großen Vertrags.

Also, ich erwarte von dir dein bestes Benehmen.

[Mama Sandra] Sandro!

[Papa Sandra] Eccolo!

[Mama, italienisch] Du siehst aus wie dein Vater, als er in deinem Alter war.

Ich hoffe, das ist ein Kompliment.

[auf italienisch] Er spricht kein Italienisch mehr.

- Erinnerst du dich noch an meinen Mann? - Natürlich.

[Mama auf italienisch] Und erinnerst du dich an Sandra?

Na klar.

[auf italienisch] Und schon ist er wieder Italiener.

[lachen]

- Ist das dein Ernst? - Ja.

Die sehen uns doch hier unten.

[Sandra] Sandro...

Was?

Damals mit zehn, da war ich verliebt in dich.

Und jetzt nicht mehr?

♪ ["Twistin' The Night Away" von Sam Cook] ♪

Ich kann den Tanz nicht, den Twist.

Komm her, ist ganz leicht.

[Mama Sandra] Sandra!

[Papa Sandra auf italienisch] Was fällt dir ein?

Geh hoch!

So etwas tut man nicht in unserer Familie!

[auf italienisch] Ab nach oben mit dir!

[Papa Sandra auf italienisch] Nach oben!

[Sandra] Er liebt mich. Er liebt mich nicht.

Er liebt mich.

Er liebt mich nicht.

Wieso versteckst du deine Hände?

Ich will sie nicht sehen.

Warum denn nicht?

Wolltest du dich umbringen?

Ich will nicht mehr sein, wer ich bin.

Warum denn nicht? Sag's mir.

- Kann ich nicht. - Sag's mir.

Papa prüft mein Jungfernhäutchen.

Er berührt mich jeden Abend, um es zu überprüfen.

Und ich schäme mich so deswegen.

- Ich werde das Schwein umbringen. - Und dann?

- Du gehst ins Gefängnis. - Dann lass uns heiraten.

Ich mach die Schule zu Ende, komme her und heirate dich.

- Wirklich? - Warte ein Jahr!

Ich suche mir einen Job. Dann komm ich und heirate dich.

Wirst du auf mich warten?

Wozu denn der schicke Anzug?

Wir beide gehen auf einen Ball.

- Ach, tatsächlich? - Ja, tatsächlich.

Da muss ich doch gut aussehen.

Tust du.

Fand deine Frau dich schön?

Ist das Eifersucht?

Die macht dich noch viel schöner.

Können wir?

- Geht es so? - Ja.

Hast du das Buch gefunden, das du gesucht hast?

Nein, das nicht, aber ein anderes.

So ist das Leben.

Man findet dieses und jenes aber nie das, was man sich wünscht.

Was wünschst du dir, Laura?

Ich hab überhaupt keine Wand, die groß genug für das Bild ist. Weißt du das?

Ja.

Da kommt mein Mann.

Hallo, Schatz.

[auf italienisch] Wen hast du am liebsten auf der Welt?

Nonno.

Du hast sie beim Frühstück mit Eiscreme bestochen, ich hab's gesehen.

Richtig, ja. Es hat funktioniert.

Siehst du, nur das Ergebnis zählt.

[Nonno] Habt ihr die Sache schon besprochen?

Welche?

Dass ihr nach Italien kommt.

Ich werde nicht für immer hier sein,

und wenn Sandro genügend Erfahrung für die Firmenleitung sammeln soll,

dann wird es langsam Zeit.

Wir müssen jetzt über die Zukunft sprechen.

Ich dachte, Alexander hätte es dir schon gesagt.

Hab ich versucht.

Danke für das Angebot, Nonno, wirklich.

- Mein Leben ist aber in London. - Welches Leben?

Ihr lebt in einer von mir gekauften Wohnung.

Willst du denn nicht selbst auch noch etwas schaffen?

Doch, das will ich.

Und was soll da kommen?

Hoffst du, du kannst alte Bibeln verkaufen für drei Dollar?

Lassen wir das bitte, sonst sage ich noch Dinge, die ich hinterher bereue.

Komm wieder her!

Du kommst jetzt zurück!

Warum hast du nicht gesagt, dass ich diejenige bin, die nicht umziehen will?

Er würde dich dafür nur hassen.

Und da ich das Einzige bin, was er noch hat, kann er mich nicht hassen.

Bist du sauer auf mich, weil ich in England bleiben will?

[Alexander] Italien ist das Land meiner Gespenster.

Ich hab gedacht, du liebst mich nicht mehr.

[Bianca] Tu ich auch nicht.

♪ [dramatische Violinenmusik] ♪

Du liebst mich also nicht mehr?

Nein, tu ich nicht!

[stöhnen]

- Bist du dir sicher? - Ja! Weiter!

Wie sicher, ha? Wie sicher bist du?

Ich will mich scheiden lassen!

[Film läuft]

[Sandra] Lieber Sandro, ich warte darauf, dass du zurückkommst

und mich in das Land holst, wo du Alexander bist.

Für mich wirst du immer Sandro sein, meine erste und einzige Liebe.

Ist wenig los heute. Es wird keiner mehr kommen, du kannst nach Hause gehen.

Sind Sie sicher?

Regen ist gut fürs Geschäft, aber bei zu viel Regen kommen die Leute nicht.

Gut, dann bis morgen. Ich spring für Jack ein.

Ja, ich weiß.

Du übernimmst anscheinend jede Schicht.

Die ist wohl wirklich was Besonderes, diese Sandra.

[Alexander] Liebe Sandra,

bald habe ich genügend Geld für uns.

Ich arbeite im Kino so viel wie ich kann.

Und ich habe einige Bücher an einen Buchhändler verkauft.

Er will mir das Geschäft beibringen.

Vielleicht finde ich das Buch von meinem Vater wieder.

[stöhnen]

[Alexander] Das würde eine Leere in mir ausfüllen.

Ich denke, du arbeitest?

[Alexander] Wenn ich Musik höre, stelle ich mir deine Augen vor, dein Lächeln.

Noch so lange, so weit weg.

Ich versuche, früher zu kommen, dann tanzen wir Twist wie im letzten Sommer.

[es klopft an der Tür]

[Jane] Alexander, möchtest du Spaghetti?

Ich hab deinen Lieblingsnudeln gemacht.

Alexander.

Sorry, dass du das sehen musstest.

[Telefon klingelt]

Italien ist dran, Sandro, für dich.

[Alexander] Sandra?

[Nonno] Nein, ich bin es.

Wie geht's dir, Nonno?

[Nonno] Ich rufe wegen Sandra an.

Es tut mir so leid.

Wegen was denn?

Sie...

Sie hat sich wieder geschnitten.

- Aber dieses Mal... - Was?

Ist Sandra im Krankenhaus?

Nonno?

Nonno?

Tut mir leid.

[es klopft an der Tür]

Ich hab keinen Hunger.

Wie hast du es geschafft? Bei Dad?

Wann hat es aufgehört, weh zu tun?

Gar nicht.

♪ ["Where did our Love go" von den Supremes] ♪

[Kirchenglocken]

Wir nehmen den Fisch, ich bestelle für uns.

- Ich möchte heute keinen Fisch. - Der Fisch ist aber gut hier.

Und du solltest Fisch essen, wenn du hundert werden willst wie ich.

Und vorher nehmen wir Pasta.

Hör mal zu!

Ich will dich nicht lange auf die Folter spannen, was die Pillone-Bände angeht.

Ich hatte nicht erwartet, dass du dich so schnell damit befasst

und dass du mich einlädst, nach Rom zu kommen. Vielen Dank.

Nein, wirklich, danke, Nonno.

Halt den Mund und hör zu!

Ich werde auf keinen Fall dir oder irgendwem sonst diese Bücher überlassen,

sie bleiben in der Sammlung der Familie.

Und zwar für immer.

Außerdem brauchst du einen anständigen Job.

Ich habe einen anständigen Job.

Bücher verkaufen? Wirklich?

Das einzig Anständige, das du hattest, war deine Frau.

Und die hast du verlassen.

Nonno, bitte...

Wir werden nicht schon wieder darüber reden.

Und was ich beruflich mache, das ist nicht nur ein Hobby.

Ich bin ein Buchexperte...

Und gar nichts! Du wartest nur auf meinen Tod.

Du arbeitest so gut wie nichts, weil du mich als Bankkonto hast.

So sieht es aus!

Ich werde nicht sterben, das kannst du vergessen.

Ich verprasse alles Geld, was da ist,

und dich überlebe ich sowieso, genau wie deinen Vater.

[nicht zu hören]

[Kirchenglocke läutet]

[Alexander] Danke.

♪ [Jazzmusik] ♪

Sorry für die Verspätung.

War ja nur 'ne Stunde.

- Hier ist ein Platz frei. - Meinst du das metaphorisch oder real?

So, wie ich es sage. Keine versteckte Bedeutung.

Wie geht's dir?

Ich bin geschieden.

Ich meinte, wie geht es dir heute?

Gut. Die Scheidung war heute.

An deinem Geburtstag?

Das weißt du noch?

Für dich.

[Papier knistert laut]

[Laura] Es ist eine Erstausgabe. Siehst du gleich.

- Eine, die viel Lärm macht. - Mach es schnell!

- Du kennst es, oder? - Hab es nie gelesen.

Umso besser.

- WENN EIN REISENDER IN EINER WINTERNACHT - Es ist wie die Skizze eines Nichts.

Die Karte eines Landes, das es nicht gibt.

Dessen Grenzen und Form sich ständig ändern.

Danke.

Trinken wir auf das Ende versteckter Bedeutungen.

Ich bin schwanger, Alexander.

Es tut mir leid.

- Es tut mir leid. - Nein, wieso, das ist doch wunderbar.

Eine wunderbare Nachricht.

Ich hab kein Recht, dich deswe...

- Es ist eine wunderbare Nachricht. - Das schon, ja, nur...

- Ich hätte nie gedacht... - Ich weiß.

Es tut mir leid.

Ich gratuliere dir, das tut man doch, oder?

- Danke. - Herzlichen Glückwunsch.

♪ ["Catch" von The Cure] ♪

[Alexander] Wir konnten uns nie sagen, was wir füreinander empfinden.

[Laura] Nein.

Das kann doch nur heißen, dass die Gefühle stark waren.

Zerreden wir es nicht.

Ja?

Sorry, ich hab den richtigen Zeitpunkt verpasst, oder?

Es gab nie einen richtigen Zeitpunkt.

Und niemand ist daran schuld.

[Fußballkommentator] Ein trauriger Tag für Argentinien.

In Rom feiern nun die Deutschen.

Lothar Matthäus und seine Mannschaft sind nun die Weltmeister von 1990.

- Du hast die Wette verloren. - [Jack] Zwanzig Pfund versenkt.

Ich bin jedenfalls nicht mehr geil auf Matthäus, das sag ich euch.

[lachen]

Gehen wir in einen Nachtclub!

[Louis] Schätzchen, sei nicht so unoriginell!

- [Jack] Unser frisch Geschiedener. - Ich hab da so einen Gedanken...

Wenn Zeit keine gerade Linie ist, hypothetisch,

dann müsste ich wieder mit Bianca in die Kiste steigen, was ätzend wäre.

Was soll das, vergiss diesen dummen Scheiß mit der Zeit!

[Jack] Du würdest gern deinen Vater noch mal wiedertreffen,

aber die Zeit läuft nun mal nur in eine Richtung.

Es sei denn, du findest einen Weg zur Schaffung eines Paradoxons...

[Louis] Das würde das Universum zerstören.

Laurel und Hardy zitieren Stephen Hawking.

Ich hätte noch eine andere Theorie:

Ich hab oft das Gefühl, als würde ich meinen früheren Ichs begegnen

die vom Leben ständig eins auf die Fresse gekriegt haben.

Ich gehe auf einer Straße, wo ich früher als Kind oft lang ging,

und ich treffe irgendwie auf den Geist dieses Kindes, das ich mal war.

Der Junge mit den billigen Schuhen.

Zu fett, um eine Freundin zu bekommen.

Und ich steh vor ihm und sage zu ihm:

"Kein Grund zur Sorge, mein Freund. Es wird alles gut."

- Gehen wir in einen Club! - Gehen wir feiern!

Ihr seid wirklich so unpoetisch und gefühllos!

♪ ["Disenchanted" von The Communards] ♪

[Alexander liest] Die anderen Jungen fanden das furchtbar interessant.

Sie drängten darauf mitzumachen und fertigten sich dafür Schiefertafeln.

Sie saßen um den Tisch herum

und strengten sich sehr an, die Fragen zu verstehen,

die sie aufschrieb und ihnen allen zeigte.

Die es zu beantworten galt.

Es waren einfache, alltägliche Fragen.

"Welche Farbe hatten die Augen deiner Mutter?"

"Wer war größer? Vater oder Mutter?"

[Gewitter draußen]

[Telefon klingelt]

Hallo?

[Alexander] Ich bin es, Sandro. Ich bin unten vor deinem Haus.

Ich will dich sehen.

[Mel] Wer ist dran?

Da hat sich jemand vertan.

[Schritte]

[Gilda] Was genau suchen Sie denn?

Ich weiß, was ich will, aber ich weiß nicht, wie ich's beschreiben soll.

[Gilda] Wie in der Liebe.

Sie wollen eine Wohnung, in die Sie sich verlieben können.

Ich glaube, dass es etwas komplizierter ist.

[Gilda] Ich mag komplizierte Sachen. Ich finde was für Sie.

Wie war noch mal Ihr Name?

Gilda.

Gehen Sie mit mir essen?

Und dann? Was dann?

[Fußball im TV]

[Jubel]

[Wirt] Hey, seid mal ruhig!

- Heißt hier jemand Alexander? - Ich!

- Ich! - Einer von euch wird gerade Papa.

Die Dame liegt in den Wehen, sie wird ins Krankenhaus gebracht.

Das bin ich!

Lokalrunde! Bier für alle!

[Jack] Fahr schon!

Nein, nein, die zweite Halbzeit noch.

[Alexander singt] We love you Arsenal, we do!

[alle singen mit] We love you Arsenal, we do!

Sind wir bald da?

Ich hab diese Strecke gern.

Ich mochte es immer hier draußen in Snowshill.

- Es ging um eine Frau wie immer, oder? - Nein, es war nur ein alter Kunde.

Um einen Buchhändler.

Hugh.

Ich mochte ihn, er war sympathisch.

Natürlich, ein Buchhändler. Irgendwo auf dem flachen Land.

Barry ist erschöpft.

[Alexander] Wieso, er sitzt doch gemütlich im Auto?

Wieso gibt es eine Hochzeit für deine Tochter und für uns nicht?

Alexander, ein Toast! Komm schon!

- Der Brautvater muss reden! - Ein Toast!

Eine Rede, genau!

Gut, ihr habt recht! Eine Rede!

Gestern Abend im Bett hab ich eine großartige Rede eingeübt.

Sie war derartig genial, dass ich dachte, die vergesse ich nie,

so habe ich nichts aufgeschrieben.

Also muss ich improvisieren, doch es kommt aus meinem großen Herzen.

Ehrlich gesagt, dachte ich bis heute, ich wäre nicht der beste Vater.

Aber wenn ich diesen Mann anschaue, den du heute heiratest,

dann muss in deiner Kindheit vieles gut gelaufen sein,

und das kann nicht bloß an deiner Mutter gelegen haben.

[lachen]

Liebe Penelope, ich erinnere mich an eine größere Anzahl von Typen,

die meisten ziemliche Vollidioten, die dich hätten haben wollen.

Darunter Spiderman-Typen, adlige Typen, oder auch Typen mit Porsche.

Finanztypen...

Meist waren die Finanztypen und die Porschetypen dieselben.

Oh, da sitzt ja einer von ihnen. Hallo, Brad. Nimm es mit Humor!

Aber dann hast du diesen wirklich tollen Mann ausgewählt,

der zufällig halber Italiener ist, wie dein Vater

und zur anderen Hälfte ein Snob wie deine Mutter.

Er hat ein durch und durch gutes Herz.

Und er verträgt viel Alkohol.

Das habe ich beides am selben Abend überprüft.

Andrea, pass gut auf sie auf.

Ich wünschte, ich hätte einen Rat für euch beide, habe ich aber nicht.

Das Einzige, was ich wohl im Leben gelernt habe, ist:

Die Liebe ist das Wertvollste von allem.

[alle stoßen an]

Auch wenn sich das so leicht dahin sagt:

Ihr werdet auf Hindernisse stoßen auf eurem Weg.

- Jack fährt euch beide Heim, okay? - Was redest du da?

Es tut mir leid.

Deshalb achtet gut darauf...

dass ihr die Liebe hochhaltet, die ihr füreinander empfindet.

[Mel] Hallo, Schatz. War die Fahrt okay?

[Laura] Hallo. Schön, dass ihr da seid.

Hi Mum!

- Du siehst gut aus! - Danke.

Wie fühlst du dich? Er ist ja riesig.

Das steht dir hervorragend.

[Laura] Danke.

[Auto startet]

♪ ["Solar Wind" von Char-El] ♪

[auf italienisch] Verzeihen Sie. Sie haben Besuch.

Besuch?

[nicht zu hören]

[Jack] Alexander.

Da du nicht mehr kommst, wenn wir zusammen essen, wollten wir dich besuchen.

Ich weiß hier nicht mal, ob Dienstag oder Sonntag ist,

also weiß ich auch gar nicht, wie sehr ich euch vermisst habe.

[alle lachen]

Ach, mein schöner Spaghettifresser.

- Ist das schön, dich zu sehen. - Gleichfalls.

So ein schlechtes Bild hab ich ja noch nie gesehen.

Danke sehr! Wer hat euch geschickt?

Deine Kinder sagen, sie wären nicht willkommen hier.

Das ist wirklich ein Palazzo.

[Alexander] Mm.

Wir haben gedacht, du verarschst uns die ganze Zeit.

Jetzt sehe ich das alles endlich vollkommen klar.

Jetzt verstehe ich, wer du wirklich bist.

Man muss eben einfach wissen, wo die Freunde her kommen.

Es ist so, als hätte ich 55 Jahre lang die Hälfte von dir nicht mitgekriegt.

[Jack] Und? Bist du glücklich?

[Louis] Ha!

So ist Jack. Stellt einfach die großen Fragen, auf die keiner eine Antwort weiß.

Jeder weiß die Antwort. Entweder du bist es, oder eben nicht.

Was für 'ne Frage sollte er sich sonst stellen, während der quälend langen Tage,

die er hier sitzt und Oliven oder Burrata futtert?

Eine direkte Antwort darauf weiß ich nicht, ich hab nur so eine Ahnung.

[Jack] Das ist doch schon mal ein Anfang.

[Alexander] Ich glaube, ich bin hoffnungslos.

Und ich nehme den Ausdruck wortwörtlich.

Ich habe keine Hoffnungen, da ist nichts, was ich hoffen könnte.

Und das ist ein Gefühl, das mir nicht weh tut.

Es ist nicht die Art Hoffnungslosigkeit, die einen zerstört;

sie ist sogar tröstlich irgendwie, sie beruhigt einen.

Denn wenn man nichts hofft, kann man auch nicht enttäuscht werden.

Dann trinken wir auf die Hoffnungslosigkeit.

[Jack] Auf die Hoffnungslosigkeit!

[Alexander] In der Hoffnung, dass der Wein wirkt!

♪ [ruhige Filmmusik] ♪

[Arzt] Das war wirklich tapfer von dir, Penelope.

Alles wieder gut. Super, meine Süße.

- Ladies first. - Danke vielmals. Rutsch durch!

- [Kirchenglocken läuten] - [Bianca] Camden Town bitte.

Kommst du?

Ich hab in der Stadt noch ein wichtiges Meeting.

Ich komme nach, okay?

[Gäste jubeln]

Bye!

♪ ["Vivo" von Andrea Lazlo De Simone] ♪

[Türklingeln]

Komm rein.

[reden durcheinander]

- Wir sehen uns dort. - War schön, dich wieder zu treffen.

Gleichfalls.

Wir sehen uns dort.

Laura ist gestorben.

[Alexander] Glaubst du, der Tod ist das Land der zweiten Chancen?

Würdest du echt noch mal von vorn anfangen wollen?

Also, mir reicht's.

Ich finde die Dauer eines Lebens gut bemessen, du nicht?

Liegt vielleicht daran, dass du mit deinem Leben zufrieden bist.

Und du nicht?

Okay.

- Verkackt hast du wirklich viel. - Sehr viel.

Mir fällt da ziemlich viel ein.

Genau wie ich.

Aber genau das macht das Leben doch im Grunde aus, findest du nicht?

Manches verkacken wir eben. Darum sind wir auf dieser Welt.

- Das möchte ich nicht noch mal. - Ich schon.

Ein Leben ohne Handy?

Du spinnst.

- Laura? - Danke, auf Wiedersehen.

Laura!

Laura?

Was ist mit deinen Haaren?

Das war ein Krokodil-Angriff.

- Was sonst. - Ja.

Was führt dich hierher?

Lammkoteletts, Salat, Bohnen und die Äpfel.

Hast du Zeit für eine Tasse Kaffee oder Tee?

- Oder Wodka, wenn du... - Ja.

Es gab mal einen burmesischen König im 16. Jahrhundert,

den Namen weiß ich nicht mehr,

der sich buchstäblich totgelacht hat.

Schon gewusst?

Er hatte von einem Seefahrer gehört,

Venedig sei eine Republik ohne einen König.

Nie davon gehört.

Ich auch nicht.

Wenn du sagen würdest, dass wir beide zusammen nach Venedig fahren

und dann auf deine Uhr guckst, weil in Wirklichkeit deine Frau auf dich wartet,

dann möchte ich auf der Stelle sterben.

Auch vor Lachen?

Nach so vielen Jahren,

da hätte ich gern, dass du grausam bist.

Mir weh tust.

Oder lieb mich, wenn du willst.

Du bist immer noch so schön.

"Immer noch."

- Für eine alte Schachtel. - Mach doch wieder auf Punk!

Komm, wir kaufen eine Iro-Perücke für dich, hä?

Ich bin heute eher beim Rap, Sandro.

Okay, wir fahren nach Venedig.

Ich verspreche es dir, Grandma.

Ich muss jetzt.

Warte einen Moment!

Eine Minute.

- [Alexander] Was macht das? - [Kellner] Genau 22 Pfund.

[Kellner] Danke.

[Alexander] Nein, nein, stimmt so.

[Pfarrer] Möge die Liebe Gottes und der Friede unseres Herrn Jesus Christus

Segen und Trost für uns sein

und unsere Tränen trocknen mit sanfter Hand.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[alle] Amen.

♪ [ruhige Filmmusik] ♪

[Alexander] Laura, glaubst du,

der Tod das Land der zweiten Chancen ist?

[Fußballspiel im TV]

[Jack] Sind die gut.

So ein geiler Pass...

Oh!

- Ja! - Ja, Tor!

[Fans jubeln auf den Straßen]

DER BARON AUF DEN BÄUMEN

FÜR VITTORIO ITALO CALVINO

♪ ["Conchiglie" von Andrea Laszlo De Simone] ♪

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