All language subtitles for 2014_Die Freischwimmerin.deu

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Original subtitles

Personen und Ihre Farben:

Martha Müller, Sportlehrerin

Ilayda, Schülerin

Abbas, Ilaydas Bruder

* Heitere Musik *

* Betrübte Musik *

* Traurige Musik *

Verstehe. Ich danke dir.

(Männerstimme aus dem Handy) "Ich ließ sie ungern ziehen."

"Sie ist engagiert und geht auf die Schüler ein."

Aber dieser Vorfall mit ihrer Lieblingsschülerin.

Dass das so eskalierte, war doch auch ihre Schuld, oder?

"Es war ein Anfängerfehler!" Hoffentlich! Ich schätze dein Wort.

"Mit Gewalt hatten schon ganz andere ihre liebe Not."

Gewalt war an unserer Schule noch kein Thema. Na ja, ich danke dir.

Hallo, guten Morgen. Herzlich willkommen.

Bitte. Danke.

(Direktor) Guten Morgen. Das ist Frau Müller aus Linz.

Sie hilft uns in Deutsch und Sport. - Wurde auch Zeit.

Boris Czerny, auch Sport, vertritt Fr. Swoboda und ist ausgelastet.

Auf verlorenem Posten. Hallo. Hallo.

Frau Eisele. - Willkommen am Viktor-Frankl.

(Direktor) Frau Pollhammer. - Hat Sie die Liebe zu uns geführt?

Das ist Hr. Knapp und Hr. Braunauer. Morgen.

Die anderen Kollegen sind in den Klassen. Unser Team ist überschaubar.

Er meint unterbesetzt. - Czerny, bitte.

Sie finden sich bei uns bald zurecht.

Der Platz neben mir ist noch frei. Mit Aussicht auf Kollegen Czerny.

Danke. Also dann, auf in den Kampf.

Letztes Jahr gab es einen Lehrer-Engpass.

Und deshalb keinen freiwilligen Schwimmklub. Wollen Sie das machen?

Danke, Herr Direktor, aber ich möchte meine Arbeit machen.

Wissensvermittlung, und keine Freizeitgestaltung.

Wissensvermittlung beim Sport ...

* Klasse redet unverständlich. *

Ich bin die Neue. Mein Name ist Martha Müller. Leicht zu merken.

Und alles besser als Swoboda. Schreibst du mir einen Sitzplan?

Damit ich eure Namen kennenlerne, aus meiner Perspektive, natürlich.

Morgen. Entschuldigung.

Damit beschäftigen wir uns nächste Zeit: Der Mann ohne Eigenschaften.

Du bist nicht gemeint, Punky. - Musil, du Trottel.

Hat der Autor einen Vornamen? Robert vielleicht?

Ist doch schon mal ein Anfang. Streber.

Über den Rest diskutieren wir, wenn alle den Roman gelesen haben.

Lieber Lyrik, das ist schön kurz.

Zettel.

Wie heißt du? Kim.

Nächste Stunde hält Kim ein Referat über den Autor Robert Musil.

Damit wir alle besser wissen, worum es geht.

(Mutter spricht türkisch) Abbas, Onur, Ilayda, Essen ist fertig.

Oh, riecht das gut. Das können sie nicht machen.

(Mutter spricht türkisch) Setz dich, iss.

Das verstehe ich. Aber Sie haben mich zur Umschuldung versprochen.

* Mutter und Tochter sprechen türkisch. *

Nur wir zwei. Ich komme morgen zu ihnen auf die Bank. Wiederhören.

(Mutter spricht türkisch) Wo ist Ilayda?

Ilayda. * Er klopft an der Tür. *

Komm schon, Ilayda.

Gib es zu, ich weiß es eh: Du hast einen Lover.

Spinnst du? Essen ist fertig.

Kannst du heute Abend einspringen?

Ich würde gern, aber ich bin mit Kim zum Lernen verabredet.

Kann Kim herkommen? Können schon.

Aber, wo sind wir ungestört? Da ist es etwas zu eng.

Es ist spät. Aber dafür haben wir alles besprochen.

Ach eins noch: Im Herbst sind bei uns die Schulschwimmmeisterschaften.

Liebe Sportlehrer, es wäre schön, wenn wir gut abschneiden würden.

Ich muss leider los. Ciao.

* Lichtschalter klicken. *

* Spannende Musik *

* Lichtschalter klickt. *

* Tür fällt ins Schloss. *

* Spannende Musik *

Hallo. Wenn du morgen früh wieder so laut bist, fliegst du raus, ja?

Wie war es? Schrecklich.

So schlimm? Schimmel im Bad, und eine Tischlerei im Hof.

Nicht die Wohnungsbesichtigung. Wie lief es in der Schule?

Keinen Spaß gemacht? Das ist kein Spaß, Mama. Das ist Arbeit.

Martha, die Sache mit dieser Lili war schlimm.

Aber du darfst dir deswegen nicht die Freude am Beruf verderben lassen.

Hast du auch noch Hunger? Ich habe Schnitzel. Hast du Erdäpfel da?

Mhm, im Garten.

Aber ich will lieber zum Italiener.

Auch gut. Pizza ist einfacher als Kartoffeln ernten.

Liebe Martha, ich bin verabredet, tut mir leid.

Die Nummer vom Pizzaservice hängt am Kühlschrank, falls du Lust hast.

Viel Spaß.

* Fön rauscht. *

Regnet es?

Schon Schluss? Ist doch erst 11. War nichts mehr los.

Nachmittags war es warm und die Tische draußen voll. Aber abends?

Wurdest du beim Lernen so nass? Ich war baden.

Schau mich mal an. Ich kann schweigen wie eine Tomate.

* Sie prustet durch die Lippen. *

Nein, wirklich. Allein?

Mit Kim und der Klasse auf einer spontanen Party.

Cool, und in wen bist du verknallt? Wieso?

Weil du so rot wirst.

* Sanfte Musik *

Was machst du schon so früh hier draußen? Keinen Lärm.

Wie war dein Abend?

Wäre besser mit dir zum Italiener gegangen.

Ich wollte gestern nicht blöd sein.

Aber frag nicht immer, wie es in der Schule war.

Es geht mir gut. Das, was in Linz war, ist ausgestanden.

So gute Kipferl habe ich lange nicht mehr gegessen.

Lehrer ist ein Job wie jeder andere.

Ich ließ mich zu viel ein und habe damit auch die Schüler überfordert.

Man macht den Unterricht nicht, um Freunde zu finden.

Neue Strategie?

Vielleicht hat so was mit der Lili passieren müssen.

Jedenfalls nie wieder. Ich mache Dienst nach Vorschrift.

Das ist genug. Mhm, klingt gut.

Aber? Habe ich aber gesagt?

So, ihr auch. Los geht es, los.

So, und was ist mit dir? Vom Arzt befreit: Chlorallergie.

Aber in der Luft ist auch Chlor. Das macht mir nichts, nur im Wasser.

Bring mir das Attest vom Arzt mit! Okay?

Wir hatten ja 2 Jahre kein Schwimmen. Wenn mir fad wird, gehe ich eh.

Und du? Ich ...

Sie macht Wellness: türkische Sauna. Ich habe dir gesagt: Ab ins Wasser.

Ich kann nicht schwimmen.

* Dramatische Musik *

Guten Tag. Ich suche Herrn Demirel, den Vater von Ilayda.

Ich sehe nur alt aus. Wir haben keinen Vater mehr.

Und ihre Mutter? Ich bin Ilaydas neue Lehrerin.

Die spricht nicht so gut Deutsch.

Espresso? Ja, gerne. Danke.

Ich bin mit Ilaydas Klasse noch am Anfang. Aber Ilayda wirkt isoliert.

Das wird sicher nicht besser, wenn sie nicht mit schwimmen darf.

Und das macht sie?

Ich will ihre Werte nicht verletzen und respektiere ihre Moralansichten.

Das hätten Sie meinem Vater gesagt? Ja. Warum nicht, Herr Demirel?

Abbas. Wie bitte? Sagen Sie Abbas zu mir.

Bitte, türkischer Honig, von meiner Mutter selbst gemacht.

Ilayda scheint eine talentierte Schwimmerin zu sein.

Doch mit Kopftuch geht das schlecht. Weil man sonst untergeht.

Wenn sie das weniger streng angingen, wäre das integrativer.

Und für Ihre Schwester einfacher.

Von mir aus kann Ilayda machen, was sie will.

Sie ist jung, schön, und alles ist gut.

Reden Sie ihr das Kopftuch aus, dann bekommen Sie noch einen Gratiskaffee.

Oder was haben Sie gedacht?

Steht Ihnen gar nicht schlecht. Sonst noch was?

* Marthas Handy klingelt. *

Hallo, können Sie nicht aufpassen? Entschuldigung. Hallo?

(Mutter am Telefon) Dein Steak wird kalt. Hast du es vergessen?

Ich war bei einer Schülerin und dachte nicht mehr daran.

Deine neue Strategie scheint zu greifen.

Ein Rückfall, der schon vorbei ist. Ich gehe arbeiten, bis heute Abend.

Okay, bis später.

Wir haben Ärger mit der Bank, oder? Du nicht, du hast Ärger mit mir.

Was soll das mit der Schule? Ich dachte, du gehst gern.

Für mich musst du das nicht alles machen.

Wenn du keinen Bock hast, lass es. Keiner zwingt dich.

* Schulglocke läutet. *

Du kommst zu spät. Die 1. Stunde fällt aus.

Warum bist du schon hier? Habe es verpasst. Keiner sagte was.

Warum hast du gelogen? Ich weiß, dass du sehr gut schwimmen kannst.

Was machen Sie bei mir zu Hause? Sie können mich doch fragen.

Habe ich. Ich weiß das nicht von deinem Bruder.

Ich sah dich in der Schwimmhalle. Wie bist du da wieder rausgekommen?

So kommst du bei mir nicht durch.

Sie hatten Verständnis, als Sie glaubten, ich muss Kopftuch tragen.

Oder Mitleid. Weil Sie denken, ich bin ein Opfer.

Aber sobald ich das freiwillig will, kriege ich Stress. So ist es doch.

Ich zwinge Ilayda nicht. Aber Schwimmen ist Pflicht.

Sorgen Sie dafür, dass das Mädel teilnimmt.

Gemeinsamer Sportunterricht fördert die Integration.

Sie ignorieren Ilaydas Gefühle. Wieso? Sie schwimmt gern und gut.

Bis vor 3 Jahren war sie normal: kein Kopftuch, keine Probleme.

Was heißt normal? Jetzt will sie ihren Körper keinem Mann zeigen.

Ich werde das respektieren. Aber an der Schule gibt es Regeln.

Die gelten für alle Schüler. Wie sind Ihre Regeln für den Islam?

Das Thema stellt sich zum 1. Mal an unserer Schule.

In Deutschland können Musliminnen vom Schwimmen befreit werden.

Wir sind aber in Österreich.

Bei uns gibt es keine Alltagsdiskriminierung.

Nein. Natürlich nicht.

Was ist, wenn Ilayda nicht schwimmt?

Wenn du nicht mitschwimmst, muss ich dir in Sport eine 5 geben.

So sind die Regeln. Aber mit einer 5 bleibe ich sitzen.

Die Gefahr besteht. Ja.

* Traurige Musik *

* Mädchen betreten das WC und lachen. *

Das Geilste am Schwimmen ist Julians Body.

Der kriegt mal einen Sixpack. Er schwimmt wie ein Wal.

Großes Maul und alle Kraft im Schwanz.

Hier das Schlafzimmer. Absolut ruhig und mit Blick zum Park.

Hier kommen wir in das Wohnzimmer mit großer Wohnküche und vielen Fenstern.

Und daneben noch ein kleiner Raum, ideal für ein Kinderzimmer.

Frau Müller?

Ja, Entschuldigung.

Die Wohnung gefällt mir gut.

Darf ich trotzdem noch ein paar Tage drüber nachdenken?

Weil Sie es sind. Danke.

Hat mich gefreut. Schönen Tag. Mich auch. Danke. Tschüs.

* Traurige Musik *

* Auto hupt. *

* Traurige Musik *

Sie sucht sich einen Job. Für sofort, Vollzeit. Verstehst du?

Wieso bist du da so sicher? Ich sah sie im Markt und fragte sie.

Es gibt viele Gründe, warum sie keine Lust auf Schule hat. Sie kann wählen.

Ich drohe ihr mit Sitzenbleiben. Wer ist schuld, wenn sie hinschmeißt?

Was kannst du für die Regeln?

Hier: "Schlechte Ausbildung weisen v.a. türkische Migrantinnen auf".

"So machten 89% der Türkinnen nur eine Pflichtschule." 89%!

Das ist Wahnsinn. Ein Teufelskreis.

Geringe Schulbildung, minimales Einkommen, totale Abhängigkeit.

Ich erinnere dich daran: Du wolltest dich weniger einlassen.

Ich habe kein Recht, ihre Zukunft zu verbauen.

Was hast du vor? Dafür sorgen, dass Ilayda schwimmt.

* Traurige Musik *

Jetzt alle einen Kopfsprung, bitte.

Hat einer von euch Ilayda gesehen? In Mathe war sie noch da.

Warst du in der Klasse, bevor sie Kopftuch trug?

Die war früher anders. Die kann tanzen. Das ist Wahnsinn.

Hast du ihre Handynummer? Nein.

Du?

Kontrollieren Sie meine Arbeit? Das war anders ausgemacht. Oder?

Sie ignorieren meinen Auftrag. Sie ziehen vorschnelle Schlüsse.

Nein. Ich ziehe Schlüsse aus dem was ich sehe und was nicht: Ilayda.

Sagen Sie bitte nicht: Sie fehlt entschuldigt.

Frauensache, Herr Direktor. Ja, natürlich.

* Sie klingelt. *

Ilayda!

* Jemand läuft die Treppe hoch. *

Sie wollen zu meiner Schwester? Ja.

Macht niemand auf? Nein.

Kommen Sie.

Aber Sie haben es nicht von mir. Danke.

Verräter. Ich glaube, dein Bruder mag dich.

Wollen wir nicht mal reden?

Ich soll dich doch fragen, wenn ich was über dich wissen will.

Ist doch klar, was jetzt kommt. Du meinst Vorurteile, Vorwürfe, Stress?

So ist es mit dem Kopftuch. Jeder denkt sofort, er kennt sich aus.

Warum trägst du es?

Weil ich verklemmt bin, verbohrt und verblödet.

Fanatisch religiös und vielleicht auch noch eine Terroristin.

Passt alles nicht zu dir.

Ich frage Sie ja auch nicht, warum Sie Stiefeletten tragen.

Hier. Was soll ich damit?

Schwimmen. Die leihe ich dir.

Wenn du das trägst, sind alle Körperteile bedeckt.

Und du kannst ohne Probleme im Schwimmunterricht mitmachen.

Haben Sie eine Ahnung, wie sich das anfühlt?

Ich bin noch nie mit Kleidern geschwommen.

Nicht das. Wenn einen die Klasse auslacht?

Und wenn ich mich wehre, wird alles schlimmer.

Weil es denen dann noch mehr Spaß macht.

War das schon so, bevor du das Kopftuch trugst?

Vielen Dank, Frau Müller.

Aber wenn ich damit auflaufe, mache ich mich endgültig zum Oberdeppen.

Und? Ich bin kein Schritt weiter.

Danke trotzdem, dass Sie mich auf das Dach ließen.

Mein Lehrer stand früher auch öfter vor der Tür.

Weil ich sein Spitzenkandidat für einen Schulverweis war. Bitte!

Vielleicht muss ich meine Schüler erst noch kennenlernen.

Sie brauchen auch noch Zeit für Ihre Familie.

Sorgen Sie sich nicht um mich. Muss ich mich um Ilayda sorgen?

Warum schwimmt sie so gern? Wir kommen vom Schwarzen Meer.

Solang mein Vater lebte, waren wir jedes Jahr dort.

Was denken Sie: Kann sich die Liebe zum Wasser vererben?

Ilayda macht es sich so schwer.

Sie wäre gern mit dabei, aber sie steht sich selbst im Weg.

Sie trägt es, seit unser Vater starb. Er war nicht religiös.

Und warum? Wissen Sie, wie Ilayda darüber denkt?

Bekommen Sie immer ehrliche Antworten auf Ihre Fragen? Ich muss wieder.

Aber rufen Sie mich an, wenn Sie was wissen wollen.

Übrigens: türkische Namen bedeuten etwas.

Ilayda heißt Wasserfee.

* Temperamentvolle türkische Musik *

* Traurige Musik *

Claus hat angerufen. Er ist in Linz. Sein Vater hat 70. Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch.

Er wusste nicht, dass du weg bist. Jetzt weiß er es. Ich gehe laufen.

Hättest du dich nicht getrennt, dann wärst du jetzt in China.

Störe ich dich hier? Es ist nur vorübergehend.

Ich nehme die Wohnung. Kein Problem.

Mama, tut mir leid. Ich wollte ...

Ich habe das nicht so gemeint.

Ich hänge vielleicht gerade etwas in der Luft.

Aber, manchmal bist du ... ... wie eine Mutter?

Claus und ich, das passte nicht. Wir begriffen es noch rechtzeitig.

Sonst würde ich jetzt in China Bambus züchten.

Übrigens, deine Oma trug immer Kopftuch. Erinnerst du dich?

Ihr ganzes Leben lang.

Bis gleich.

Der Körper liegt parallel zur Wasseroberfläche.

Während ihr den vorgestreckten Arm unten durchs Wasser zieht,

bewegt ihr den anderen Arm außerhalb vom Wasser nach vorn.

Das Atmen ist nervig, da schluckt man dauernd Wasser.

* Die Schüler kichern. *

Klar, in Ankara ist das Wasser ja wärmer.

Du hast die Handschuhe vergessen. Ankara liegt nicht am Meer.

Wenn du in Erdkunde aufgepasst hättest, wüsstest du das.

Langer Arm nach vorne. Handfläche nach unten durchs Wasser.

Auf die Plätze!

* Pfiff *

* Heitere Musik *

Wie geil ist das denn! - Wow.

Ihr wart super.

Das war es für heute. Bis morgen.

Sie sehen: Sie schwimmt. Ja. Aber wie!

Ilayda hat eigenen Regeln. Ideen hat das Mädel ...

Die war von mir. Es ist gegen die Vorschriften.

Passiert ihr wegen der Kleidung was, sind Sie haftbar und ich arbeitslos.

Ich bin froh, dass sie teilnimmt. Ilayda wollte die Schule verlassen.

Ich muss Ihnen nicht erklären, was es bedeutet, Regeln zu ignorieren.

Was wollen Sie mir damit sagen?

Wenn Sie nicht nass werden wollen, kommen Sie an meine Seite.

Gibt es in der Schule einen Geldtopf für Notfälle?

Geldtopf? Was meinen Sie?

* (Ilaydas Vater) Ich sage dir was. Aber das bleibt unser Geheimnis. *

* Du darfst es niemandem in der Familie erzählen. *

Zeig her!

Komm schon.

* Schwester Onur spricht türkisch. *

Komm, zeig ihn mir!

Das kenne ich ja gar nicht.

Papa.

Fehlt er dir manchmal auch so sehr?

* Ruhige Musik *

* Menschen reden unverständlich. *

* Straßenbahn klingelt. *

* Er niest. *

Bist du gegen mich allergisch? Magst du mitfahren?

* Ruhige Musik *

Ich nehme dich jeden Morgen mit, wenn du willst. Was?

(Punky) Im Vorbereitungskreis Parallelaktion macht Ulrich mit.

* Ihr Handy piept. *

"Im Schein der Sache zu dienen, verfolgt jeder eigene Interessen."

* Schulglocke läutet. *

Moment, nicht so hastig. Morgen diskutieren wir über Moosbrugger.

Zur Problematik des freien Willens. Nutzt Euer Hirn und denkt nach.

Ilayda, hast du kurz Zeit?

* Heitere türkische Musik *

Was machen wir hier? Ich will meine Sachen zurück.

Hallo! Hallo! Bitte?

* Verkäuferin berät türkisch. *

* Heitere türkische Musik *

Und?

Altmodisch und ganz schön hässlich. Probiere die anderen.

* Heitere türkische Musik *

Das ist besser. Oder? Aber wie soll ich darin schwimmen?

Moment!

* Heitere türkische Musik *

Der ist super. Den nehmen wir. Oder? Ja.

Dankeschön.

94 Euro kann ich mir nicht leisten. Das zahlt die Schule.

Wieso die Schule? Ich kriege das hin. Und das mit dem Kaffeehaus.

Was darf es sein für die Damen? Wir warten noch mit dem Bestellen.

Nicht einmal Wasser?

Nein, solange die Sonne am Himmel ist.

Danach kann man wieder essen und trinken.

Da gibt es keine Ausnahme? Doch: Schwangerschaft und Krankheit.

Aber man soll den Ramadan nachholen. 30 Tage lang? Ich könnte das nicht.

Fällt dir das nicht extrem schwer? Manchmal schon. Jetzt zum Beispiel.

In den Ferien ist irgendwie alles besser. Und in der Türkei sowieso.

Weil da alle fasten? Mhm.

Seit mein Vater tot ist, fahren wir nicht mehr hin.

Abbas sagt: Wir müssen sparen.

Das stimmt auch. Er musste Schulden für den Club machen.

Er arbeitet viel und Schwester und Mutter mit ihm.

Das wird im Ramadan nicht leichter. Abbas nimmt das nicht ernst.

Er sagt: Allah versteht ihn.

Onur ist es auch nicht wichtig. Warum ist es dir wichtig?

Ich wäre grantig, wenn meine Familie dasitzen würde und isst.

Und ich säße dabei mit knurrendem Magen.

Wieso vertraust du mir nicht?

Okay! Ich trage Stiefeletten, weil ich darin größer bin.

Mich sicherer fühle. Weil ich als Lehrerin ernstgenommen werden will.

Es ist nicht lange her, da war ich selbst noch Schülerin.

Es geht dir nicht so sehr um die Religion. Oder?

Vermisst du manchmal das Meer? Ja. Da habe ich schwimmen gelernt.

In einer kleinen Bucht bei Amasra.

Der Sand ist schwarz und weich und ohne Steine.

Ich konnte noch nicht mal richtig laufen, da brachte Baba es mir bei.

Er war so ein toller Schwimmer. Einmal fast türkischer Meister.

Er wäre sicher stolz auf dich, könnte er dich nun schwimmen sehen.

* Sanfte Klaviermusik *

Der Schiedsrichter ist Mitglied der Wettmafia. Woran merkst du das?

Wenn er statt der gelben Karte einen 500-Euro-Schein zeigt.

Wenn die Österreicher gegen die Türken gewinnen. Prost.

* Türkische Musik *

Nur anschauen, Tagir! Ja?

Ich kann ihn bitten, zu gehen. Reg dich nicht auf. Er ist im Öl.

Ist er immer. Ja. Und gut für die Kasse.

Wenn du ihn rausschmeißt, geht die ganze Clique.

Was ist das? Ich habe Wodka bestellt. Der bringt mir Scheiße.

Das ist mein Laden, Tagir. Gehe, wenn es dir nicht gefällt.

Was ist dein Problem?

Ah, das ist der neue Imam. Ja? Du?

Ich mag keine schlechte Stimmung in der Bar. Besauft euch woanders!

Du warst heute Abend mein Gast. Oh! (Tagir spricht türkisch.)

Die Schwimmmeisterschaften sind eine beliebte Veranstaltung.

Ich finde es eine Ehre für uns. - Was soll ich noch alles machen?

Nicht alles. - Im Vorjahr waren wir Drittletzter.

Na und? Nun ist wieder alles anders. - Schlechter. Was ist mit der Neuen?

Sie arbeitet sich noch ein. - Eine Schonzeit nach Amtsantritt?

Ist das neu? Oder nur für Frauen? Ich würde es gerne machen.

Wie, als Freizeitgestaltung oder als Wissensvermittlung?

Nein. Im Ernst, das Schwimmfest kommt mir gerade recht. Na dann.

(Direktor) Frau Müller? Hm.

Ich nenne Ihnen den Kollegen, der das Turnier letztes Jahr machte. Gern.

Der Höhepunkt ist die gemischte Staffel.

Organisieren Sie uns ein gutes Team. Okay, mache ich.

Sie denken aber nicht daran, Ilayda aufzustellen, oder? Warum nicht?

Sie ist eine gute Schwimmerin.

Ich will das Thema nicht bei den Meisterschaften.

Haben Sie heute Nachmittag was vor?

Entschuldigung, ich habe es nicht gleich gefunden. Hallo. Bitte!

Es ist echt schön hier. Ich mag es auch um diese Jahreszeit.

Sie wollten, dass ich mich um Ilayda kümmere.

Ja. Ich fürchte nur, dass Sie etwas übers Ziel hinaus schießen.

Weil?

Diese Schulschwimmmeisterschaften sind dazu da,

unsere Schule so gut wie möglich zu vertreten.

Gut abzuschneiden und ein gutes Bild unserer Schule zu vermitteln.

Nicht mehr und nicht weniger. Genau.

Warum sollte Ilayda das nicht machen?

Ein Erfolgserlebnis würde ihre Akzeptanz in der Klasse fördern.

Und wenn es nicht gelingt, bewirken Sie das Gegenteil.

Aber ich habe es versucht.

Sie weigert sich doch, im Badeanzug zu schwimmen. Oder?

Noch. Vertrauen braucht Zeit.

Dankeschön.

Wenn Sie Ilayda falsch einschätzen, geht der Schuss nach hinten los.

Scheitert das Team, wird man ihr die Schuld geben.

Dann hat sie es noch schwerer als jetzt. Das ist Ihnen bewusst, oder?

Und jetzt ist Ramadan. Fastet sie? Ja.

Wie soll denn das Mädel Leistung erbringen, wenn sie fastet?

Ramadan wird nach der Sichtung der Mondsichel bestimmt.

Die Zeitrechnung richtet sich nach dem Mondjahr.

Deshalb wird jedes Jahr zu einer anderen Zeit gefastet.

Ende der Woche ist Fasten vorbei. Engagieren Sie sich nicht zu sehr?

Ich werde die besten Schwimmer und Schwimmerinnen aufstellen.

Wenn Ilaydas Leistungen gut sind, darf sie dann schwimmen oder nicht?

Danke, dass du zurückrufst. Schieß los, Niko.

* (Niko) Lili war ein Mädchen aus prekären Verhältnissen.*

* Chancenlos, aber klug. Martha erkannte das, wollte sie fördern. *

* Negative Einflüsse waren stärker. Martha wollte es nicht glauben. *

* Lili wollte die Matura erpressen. Sie bedrohte Martha. * - O Gott.

* Jetzt kennst du die Geschichte. * - Ist es denn Geschichte?

* Ja. Martha ist idealistisch, lässt sich sehr ein auf ihre Schüler.*

Sie sieht die Menschen, wie sie sein könnten im besten Fall.

* (Niko) Sollten wir das nicht alle? *

Uh, Ilayda, das Ganzkörperkondom. - Modell Teletubbie nur ohne Antenne.

Das ist ein Schwimmanzug. Steht dir echt gut, Ilayda.

Hörst du auf? Bitte!

Heute geht es um die Qualifizierung für die Schwimmmeisterschaften.

Julian, fängst du bitte an?

(Tagir) Was unterscheidet ein Formel-1-Auto und die da?

In beide kommst du schlecht rein. Aber drinnen fühlst du dich geil.

Tagir, ich mag keine Alleinunterhalter.

Das ist ein Depp, das weißt du. Muss das hier mit dem Kopftuch sein?

Mama trägt auch Kopftuch. Das ist was anderes.

Sie kommen außerhalb der Besuchszeit für Schüler. Also zu mir?

Da muss ich Sie leider enttäuschen. Ilayda, kommst du mal raus?

Hier drinnen ist es zu laut.

Du bist von allen Mädchen die beste Zeit geschwommen.

Darf ich beim Wettkampf schwimmen? Für die Schule? Ist das sicher?

Ich will dich auch für die Staffel. Was? Wahnsinn!

Die werden wollen, dass ich im Badeanzug schwimme.

Nein. An vielen Wiener Gymnasien ist der Ganzkörperanzug erlaubt.

Aber jeden Nachmittag ist Training. Klar. Ich bin aufgeregt!

Wissen es die anderen schon? Nein.

Wenn die mich nicht wollen? Die Besten schwimmen für die Schule.

Sie wollen dich haben. Ich will euch gewinnen sehen.

Dankeschön. Okay?

* Jemand putzt Zähne. *

Ich habe sie.

Was?

Ich habe sie.

Das ist toll, wann ziehst du aus? Vergiss doch mal die blöde Wohnung.

Beim Schulschwimmwettbewerb startet Ilayda. Ich freue mich für sie.

Ilayda. Und ich kann dich wieder aufpäppeln, wenn es schief geht.

Was? Nichts.

Gut.

Denk an die Beine.

Das ist sinnlos. Wir schwimmen wie die Blöden.

Und Ilayda ist mit integrierten Bremslappen unterwegs.

Deine Raucherei kostet das Team mindestens genau so viel Zeit.

Gut, super.

* Heitere Musik *

Heute Abend ist Party bei mir. Kannst kommen, wenn du willst.

Was hältst du von Einzeltraining? War ich so schlecht?

Nein. Aber dann haben wir das Bad für uns. Du könntest Armzüge üben.

Der Stoff hemmt dich in der Schulter.

Du könntest im Badeanzug schwimmen.

In den Ferien mit deinem Vater, wie bist du da geschwommen?

Das war was anderes. Ich muss duschen. Mir ist eisig.

Du könntest eine Ausnahme machen. So wie Alte und Kranke im Ramadan.

Wie eine Ausnahme von Weihnachten?

* Partymusik *

Geile Villa. Gibt es nichts zu essen?

Nein. Aber das hier. Für dich auch? Ich trinke keinen Alkohol.

Dann ist genau das das Richtige für dich.

Schmeckt gut.

Fett! Das wird sogar im Fernsehen übertragen.

Warum soll das kommen? - Mein Dad arbeitet bei denen.

Ruf den an, ich schwör es. - Geil. Dann sind wir Schwimmstars.

Wieso schwimmst du so gut? - Du gehst ab wie eine Rakete.

Ihr könnt doch auch alle gut schwimmen.

Ich brauche was zum Trinken.

Das schmeckt super. Was ist das? Noch eins?

* Partymusik *

Es war spannend, es war knapp.

Wir haben einen glorreichen Sieger der 450-m-Staffel.

Sie sehen gut aus. Und wir jubeln.

Und die ganze Staffel mit uns.

Das unglaubliche Team des Viktor-Frankl-Gymnasiums.

Wir haben es geschafft.

Wir haben es geschafft.

Schaut euch die Tussi an. Urpeinlich.

Hey, Abbas, das ist doch deine Schwester. Oder?

Die ist schon ganz nass.

Hey, Abbas, das ist doch deine Schwester. Oder?

Die reitet wohl jeden?

Kannst du erklären, warum? Müssen es die Nachbarn hören?

Der Familie machst du was vor. Dort rennst du rum, wie ein Schlampe.

Bist du Österreicherin? Bist du Türkin? Ist mir egal.

Aber du bist meine Schwester. Und bist kein Flittchen!

Es war doch nur eine Party. Es war eine Schande.

Ich bin eine Schande? Du hast zuletzt an Babas Beerdigung gebetet.

Komm mir nicht jetzt mit Baba. Und du baggerst meine Lehrerin an!

Okay. Jeder kann Fehler machen.

Aber so möchte ich dich nie wieder sehen.

Verstanden? Mach das nie wieder!

* Traurige Musik *

Ilayda.

Böse daheim bleiben ist auch nicht gut, Mama.

Bis später, Mama.

Ich bin mit Ilayda auf einem guten Weg.

(Direktor) Ihre Meldeliste ist heute zurückgekommen mit einem Vermerk:

Ilaydas Schwimmanzug ist beim Wettbewerb nicht gestattet.

Das gibt es doch nicht. Ich habe es befürchtet.

An den Schulen ist er erlaubt. Und beim Wettbewerb nicht?

Sie wird in einem herkömmlichen Badeanzug schwimmen müssen.

Sieht so aus.

* Die Schüler reden unverständlich. *

Ich kann nicht zum Training kommen. Nicht so schlimm. Komm morgen.

Hey, Vorsicht!

Ich meine, gar nicht mehr. Was? Wieso das denn?

Abbas braucht mich in der Bar. Ilayda? Ilayda!

* Abbas Demirel. Kommen Sie vorbei, dann können wir reden. *

Haha, ja, lustig. Sehr witzig. Wir müssen dringend reden.

Ilayda heißt Wasserfee. Und was heißt Abbas? Gott?

Ich bringe Ilayda zum Schwimmen, und Sie ziehen sie ab?

Rufen Sie mich zurück! Okay?

Ich wollte sagen: Wegen neulich, das mit den Drinks, tut mir leid.

Schon okay.

* Traurige Musik *

* Ich bekam gestern von Ihnen eine Lieferung. Da fehlen Seiten. *

142 bis 152. Ich kann nicht die 1. sein, der das auffiel. Moment. Ja?

Ich komme wegen des Jobs.

Der ist schon weg. Wollen Sie mir Ihre Nummer aufschreiben?

Da ist ein Verlagsfehler. Ich schicke die Exemplare zurück. Ja? Danke.

Sie sind noch recht jung. Können Sie auch am Vormittag?

Ja, klar.

Sind Sie denn schon mit der Schule fertig?

Braucht man für das Büchersortieren schon Matura?

Blöde Frage. Sie haben Recht.

Du legst die Latte zu hoch, Martha.

Du erwartest zu viel, von dir und von den anderen.

Die anderen erwarten auch etwas von mir, z.B. mein neuer Chef.

Jetzt sage ich ihm, dass ich es in den Sand gesetzt habe.

Er wird sagen: Das war zu erwarten.

Ich weiß nicht mehr, wie es geht. Was ich falsch mache.

Vielleicht ist Lehrer der falsche Beruf für mich. Ah!

Was ist? Kaputt? Es reicht, wenn du mein Gemüsebeet ruinierst.

Ich höre auf damit. Schluss. Aus. Es hat keinen Sinn mehr.

Martha, du bist eine sehr gute Lehrerin.

Du kannst nicht alle bestrafen, bloß weil Ilayda nicht tut, was du willst.

Ich kann aber nicht raus aus meiner Haut. Engagiere dich.

Aber du kannst die Welt nicht von einem Tag auf den anderen verändern.

Es wird mir aber so wichtig. Wenn ich Ilayda nicht helfe, wer dann?

So. Schluss. Halt!

Hast du dir mal überlegt, dass sie deine Hilfe nicht braucht oder will?

Was war in Linz damals?

Da gab es eine Zeit, da machte ich mir mehr Sorgen um dich.

Ilayda will die Matura machen und studieren, das weiß ich sicher.

* Martha schnieft. *

* Martha atmet schwer. *

* Traurige Musik *

Löwe!

Was? Abbas heißt Löwe.

Was machen Sie hier?

Sie sprachen mir aufs Band. Ich war in der Nähe und kam vorbei.

Das ist kein Grund, mich hier zu überfallen. Oder?

Ihre Mutter sagte: Sie sind hier. Sie sehen, Sie kommen ungelegen.

Können wir das verschieben? Bitte! Können wir nicht spazieren gehen?

Nein, können wir nicht.

Ich möchte das aus der Welt schaffen. Bitte!

Haben Sie schon mal ein türkisches Fest gefeiert? Nein.

Ich kann nicht versprechen, dass es ein richtiges Fest wird.

Aber mich freut es, wenn Sie kommen. Für Sie scheint alles einfach.

Ja! Wenn die Sonne scheint, suche ich nicht den Schatten.

Warum soll ich an Schulden denken, wenn Sie mir einen Abend schenken?

Kann ich Sie kurz was fragen? Ja.

Verboten Sie Ilayda zu schwimmen? Verboten? Nein.

Als mein Vater lebte, machte er die Regeln. Ich kann das nicht.

Ilayda muss wissen, was sie tut. Ich liebe sie, egal was sie macht.

Aber wissen Sie, dass sie die Schule schmeißen will?

* Ilayda schluchzt. *

Warum? Was machst du mir vor?

Ich war sicher, du findest deinen Weg allein.

Ich versuchte, dich zu unterstützen. So gut ich kann.

Dafür hänge ich mich rein. Jeden Tag, für die Familie.

Weißt du, wie stolz Mama ist, dass einer von uns Matura macht?

Sie kann es nicht sagen, weil ...

Vielleicht ist es auch meine Schuld. Ich weiß, mit Baba war alles besser.

Aber ich bin nicht so wie er.

Woher soll ich wissen, wie das geht: Familienoberhaupt ...

Ilayda?

Wenn du arbeiten gehen willst, mache das bitte.

Aber sei wenigstens ehrlich zu mir und zu dir.

So wie du. Bist du ehrlich zu mir?

(Direktor) Morgen. (Lehrer) Morgen.

Entschuldigung, kann ich kurz mit Ihnen sprechen? Bitte.

Ilayda schwimmt nicht.

Wie sind Sie darauf vorbereitet? Gar nicht.

Sie wollten unbedingt, dass sie in der Staffel schwimmt.

Es gibt immer wieder Probleme mit Migrantenkindern.

Wir können das nicht lösen.

Und deshalb hat es auch nichts mit unserem Beruf zu tun.

Jeder Schüler hat was mit meinem Beruf zu tun.

Frau Müller, ich bin sicher, Sie schaffen es, dass sie noch schwimmt.

Wenn ich Ihnen helfen kann, dann lassen Sie mich es wissen.

Danke.

* Handy klingelt. *

* Liebliche Musik *

* Handy klingelt. *

Kein Problem. Doch. Ich kann nicht schwimmen.

Du hast gar keine Allergie!

Nimmst du mich mit?

* Freudige Musik *

Ist das tief?

Ilayda, ich traue mich nicht. Komm! Ich halte dich. Vertraue mir.

Ganz gleichmäßig. Ganz ruhig.

Ja, ganz ruhig. Die Beine wie ein Frosch bewegen.

Das kitzelt. Halt still, ich habe das auch so gelernt.

Ja, sehr gut. Und ganz ruhig.

Sehr gut! Hat doch super geklappt. Danke.

Meinst du, ich kann bald in der Schule mitschwimmen?

Ich höre am Viktor-Frankl auf und gehe arbeiten. Warum das denn?

Wir können nicht zu dritt starten. Trainieren aber schon.

Und beim Wettkampf? Weiß ich auch nicht.

Immerhin eine ehrliche Antwort. Also, kommt. Gehen wir rein.

* Schüler sprechen unverständlich. *

* Traurige Musik *

Entschuldigung.

* Traurige Musik *

Du kannst nicht immer weglaufen. Lassen Sie mich in Ruhe.

Du fühlst dich missverstanden. Wir wissen nicht, wieso. Sprich mit uns.

Mit Ihnen sprach ich und hörte, was Sie dem Direktor sagten.

Über mich und den Badeanzug. Du hättest zu mir kommen können.

Aber du hast die Staffel verlassen. Die sind doch froh.

Kaum gibt es Probleme, gibst du auf. Du kommst dir isoliert vor.

Da schmeißt du die Schule hin. Sie haben keine Ahnung.

Doch. Julian, Kim, Punky setzten auf dich. Du hast sie enttäuscht.

Das Herbstschwimmen ist nur ein unbedeutender Wettkampf.

Aber ohne Schulabschluss verbaust du dir deine Zukunft. Willst du das?

Abbas wollte immer Fußballer werden.

Aber weil Baba tot war, machte er die Bar. Und alle helfen ihm.

Nur ich darf in die Schule, koste Geld und bin nutzlos.

Abbas tut immer so, als sei alles in Ordnung.

Aber ich weiß, dass er Schulden hat. Ich will ihm doch nur helfen.

Ich will doch nur, dass alles nicht wegen mir schlimmer wird.

Deswegen versuchst du, Arbeit zu bekommen?

Abbas wünscht, dass du die Schule fertigmachst.

(Sportreporter) Die Türken sind über die rechte Seite gefährlich.

(Zuschauer) Ah! Oh!

(Sportreporter) Die Fahne ist schon oben: Abseits.

(Sportreporter) Dann ist Schluss. Es bleibt beim Unentschieden.

Naja, 1:1. Unentschieden.

Ich würde sagen: perfektes Ergebnis. Wir haben alle nicht verloren.

Ihr seid heute Abend meine Gäste. Der Großteil ist eh Verwandtschaft.

* Temperamentvolle türkische Musik *

* Stumme Szene. *

Hallo! Kommen Sie. Lassen Sie uns tanzen.

Kannst du mal mein Lied spielen?

* Temperamentvolle türkische Musik *

Nein. Oh doch. Nein!

Gar nicht schwer, was?

* Temperamentvolle türkische Musik *

Wo ist Ilayda?

Bin ich ein Idiot. Entschuldige!

Ilayda!

* Ilaydas Vater im Handy: Genau hier ist es gewesen. *

* Wasser rauscht im Handy. *

* Von der Bar hört man Musik. *

* Ilaydas Vater im Handy schreit vergnügt. *

* Ilaydas Vater: Hier hast du schwimmen gelernt. *

* Hast du es vergessen? *

* Jetzt bist du besser als ich geworden. *

* Na komm! *

* Du musst Meisterin von Amasra werden. *

* Verträumte Musik *

* Ilaydas Vater: Ich muss dir was sagen. *

* Aber, das bleibt unser Geheimnis. Okay? *

* Du darfst das niemandem in der Familie erzählen.

* Irgendwann möchte ich hierher zurück. *

* Und noch eins musst du mir versprechen, Ilayda. *

* Vergiss nie, wo du herkommst. *

* Versprochen? *

* Ja? Gut. Komm jetzt. Komm! *

* Na, komm! *

* Verträumte Musik *

* Ilaydas Vater: Na, komm. Wow! *

* Verträumte Musik *

Das war unser letzter Urlaub.

3 Wochen später ist er gestorben.

Ein Herzinfarkt.

Meinte der Arzt.

Ich glaube, ...

Ich glaube, dass er Heimweh hatte.

Dass er deswegen gestorben ist.

* Traurige Musik *

Trägst du das Kopftuch für ihn?

Ja.

* Schüler grölen in der Schwimmhalle. *

Ich finde es super, dass du da bist.

Sie machen wohl eine Ausnahme und ich darf in meinem Anzug schwimmen.

* Schüler grölen und pfeifen. *

So, ihr feuert uns richtig an!

(Schüler) Ja!

So, jetzt ist es so weit. Ich kann es noch nicht glauben.

Frau Müller, wenn Sie bitte zum Kampfrichter schauen würden. Okay.

Ich telefonierte vor 2 Wochen mit dem Sekretariat mit Fr. Dr. Bandera.

Und eine Ausnahme ist kein Problem. Dann bitten Sie die Fr. Doktor her.

Dann wurden Sie nicht instruiert. Ich bin schon instruiert.

Der Schwimmanzug ist tauglich. Lassen Sie das Mädel schwimmen.

Alles andere ist unrecht. Ich bin der Direktor und will keinen Skandal.

Beschweren Sie sich. Nur nicht bei mir. Knaben Hosen, Mädels Badeanzug.

Was ist der für ein Idiot.

Es geht nur im Badeanzug.

Obwohl sie mir vor 2 Wochen die Ausnahme bestätigten.

Hoffen sie, dass ich mich dem Druck beuge und im Badeanzug antrete?

Ich schwimme nicht im Badeanzug vor all den Leuten und den Kameras.

(Kampfrichter) Willkommen zum Schwimmwettbewerb der Wiener Schulen.

Für die meisten ist es das Rennen des Jahres.

Heute wird sich zeigen, wer der Beste ist.

Im Namen des Viktor-Frankl-Gymnasiums möchte ich euch auch begrüßen.

Ich wünsche euch einen aufregenden und spannenden Sportnachmittag.

* Schüler johlen und pfeifen. *

Langsam wäre es Zeit, dass unser Teletubbie auftaucht.

Oder wir verzichten auf den Start. - Aber ich war noch nie im Fernsehen.

Du hast mir vertraut und mir das Video von deinem Vater gezeigt.

Ich weiß, du trauerst so um ihn, dass es dich manchmal fast lähmt.

Ich kenne das. Glaube mir.

Glaubst du nicht, dein Vater wäre stolz, dich hier schwimmen zu sehen.

Ganz egal, ob in dem Ding, oder im Badeanzug?

Du glaubst, ich will dich nur überreden. Aber das stimmt nicht.

Ich wollte, dass du Schülerin bleibst und dich wohlfühlst.

In der Halle warten Julian und Kim und Punky.

Du hast mit ihnen trainiert. Bitte lass sie nicht im Stich.

Mach eine Ausnahme. Eine Ausnahme von Weihnachten. Weißt du noch?

Wenn du nicht kommst, opferten sie umsonst ihre Freizeit beim Training.

Und scheiden sang- und klanglos aus. Bitte tue dir das nicht an. Ich ...

... entschuldige.

Du musst selbst wissen, was richtig für dich ist.

Es geht weiter mit der 4 x 50 Meter Freistilstaffel.

Ilayda schwimmt nicht.

Ilayda Demirel schwimmt nicht.

Es tut mir leid, es war mein Fehler. Sch ...

Ein unvollständiges Team wird nicht zum Wettbewerb zugelassen.

Ich muss Ihre Mannschaft leider disqualifizieren.

* Sanfte Musik *

* Fröhliche Musik *

Locker in den Armen! Denk an die Beine!

(alle) Hopp, hopp, hopp.

Wir sind zweiter! Shit! Das ist doch supercool!

Zweiter!

Ich gehe vor, aber beeile dich. Okay.

* Sanfte Musik *

Ich mache dir einen Vorschlag.

Ich schaffe das mit den Schulden und du mit der Schule. Okay?

Okay.

Baba wäre sehr stolz auf dich.

Ich bin es auch.

Das hätten Sie nicht gedacht? Nein.

(Kampfrichter) Silber in der 4 x 50 Meter Freistilstaffel ...

Bitte bleiben Sie so ein sturer Mensch.

(Kampfrichter) ... geht an das Team vom Viktor-Frankl-Gymnasium.

* Freudige Musik *

* Türkische Musik *

Süß.

* Im Fernsehen laufen Nachrichten. *

(Sprecher) "Beim Wiener Schwimmwettbewerb ..."

Martha, jetzt!

"In der Schwimmhalle kämpfen die Teams um Medaillen."

(Nachrichtensprecher) "Das Victor- Frankel-Gymnasium belegte Platz 2."

(Nachrichtensprecher) "Gold gewann das Johannes-Kepppler-Gymnasium."

So, jetzt bist du mich los.

Wehe du kommst nicht mehr, um mein Gemüsebeet zu massakrieren.

Ich wohne ja gleich ums Eck.

* Heitere türkische Musik *

Untertitel: MDR Text / Angela Trommer

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