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(treibende zauberhafte Musik)
(zauberhaftes Klimpern)
(Mann) 70...
78...
70.
80.
(murmelnd) 100 minus 80 sind...
(friedvolle Musik)
20 fehlen noch. Dann sind die 100 voll für heute.
Ja. Noch einen ganz kleinen Moment.
Die letzten sind jede Sekunde fertig.
(verspielte Musik)
Rose!
Wie oft habe ich gesagt, dass hier kein Spielplatz ist!
Was habt ihr veranstaltet?
Ihr solltet das Mehl durchsieben, nicht werfen!
Heinrich ist schuld. Rose hat alles umgeworfen!
Ach, kommt. (sie zieht die Luft ein)
Nein, nein, nein, nein!
Um Gottes willen! Seht, was ihr angerichtet habt!
Die ganzen Brote sind dahin. Das ist ungerecht.
Dafür können wir nichts! Schluss!
Ich will nichts mehr hören. Raus. Raus!
(traurige Musik)
Den ganzen Tag stehen sie im Laden und am Backofen.
Nie haben sie Zeit für uns.
Sie hören uns noch nicht mal richtig zu.
(zauberhaftes Klimpern)
Rose, was machst du? Die Sachen gehören uns nicht.
(geheimnisvolle Musik)
"Dieses Märchenbuch gehört den Kindern der Welt."
Siehst du, es gehört uns. Blödsinn, es gehört allen.
Aber ich habe es gefunden.
Lass es uns zu Hause anschauen.
(Mutter) Alles gut bei euch? Äh, ja, alles gut.
(verspielte geheimnisvolle Musik)
Zeig mal her. Hey, Heinrich!
Gib es zurück! Ich hab's gefunden. Was ist hier los?
Was ist das? Was hast du da?
Rose. Was ist das?
(angespannte Musik)
Ein Märchenbuch.
"Dieses Märchenbuch gehört den Kindern der Welt."
Setzt du dich zu uns und liest uns was vor?
Bitte. Rose, ich würde gerne, wirklich.
Aber woher soll ich die Zeit dafür nehmen?
Wir müssen jeden Tag 100 Brote verkaufen.
Sonst verlieren wir den Laden und unser Haus. Tut mir leid.
Und du, Vater?
Ich mache das, was eure Mutter sagt.
So.
Gib es uns zurück! Wir haben es gefunden.
Nein, ich! Hey, hört auf zu streiten.
(seufzend) Was ist auf dieser Welt nur los?
Niemand hat mehr Zeit, keiner hört mehr zu,
jeder ist nur mit sich beschäftigt.
(erschrocken) Ah!
Und all ihr lieben Bücher und Geschichten,
ihr könntet die Menschen zusammenbringen.
Aber ihr nützt mir gar nichts, wenn euch niemand mehr erzählt.
(Metall quietscht)
Ja, du brauchst gar nicht so zu quietschen,
mein liebes Rad der Zeit.
Ich weiß nicht, warum die Menschen das nicht verstehen.
Nur das Miteinander hält die Welt zusammen.
(es quietscht weiter)
Ruhig, ruhig.
(spannende Streichmusik)
Was machst du da? (Rose erschrickt)
(lautes Niesen und Grummeln)
(Frau) Ich habe einen Hexenschuss.
Schöne Bescherung! Statt Stroh zu Gold zu spinnen,
fliege ich durch die Luft!
Hat wer mein rotes Käppchen gesehen? - Kein Respekt vor Büchern.
(geschockt) Oh. Wie ich aussehe. Was sollen die sieben Zwerge sagen?
Die werden nichts sagen. Aber mein Schweif ist ausgefranst.
Ausgefranster Strick. - Ausgefranster Strick?
Sie alte Hexe, Sie nichtsnutzige Besenreiterin...
Seid ihr die Märchenfiguren,
von denen uns unsere Eltern erzählt haben?
Ja.
Ich kann mich nur nicht mehr gut dran erinnern.
(sie seufzen) - Da haben wir den Salat.
Selbst die zwei Furzknoten erkennen uns nicht.
Märchenfiguren?
Das gibt es nicht im wahren Leben. Das ist nur Fantasie.
(Hexe) Ach. - Na, na, na.
Da spricht wohl
unser Magister Neunmalschlau, hm?
(hauchend) Was ... wäre das Leben
ohne Fantasie?
Die Hexe hat recht. Es wäre ohne Hoffnung.
(sie niest prustend)
Wie sollen die uns denn kennen, wenn die Eltern keine Märchen erzählen?
Diese Eltern, ja, die machen mich so was von wütend, die...
Durchwamsen! Hm, ja, hier.
Mit meinem Zauberbesen.
Die Kinder könnten auch selber lesen.
(lacht) Selber lesen! Die sind ja strunzdumm.
Oder?
Wer bin ich?
Hier.
Nichts?
Sie erkennen nicht mal den Teufel!
Das muss man sich vorstellen.
Wir sind nicht dumm, schon gar nicht strunz, du Rußhammel.
(lachend) Die Kleine ist gut! Rußhammel ist super!
Rußhammel! - Machen Sie sich nicht lustig!
Ich werde fuchsteufelswild! - Rußhammel!
Nicht streiten! - Ab nun vernünftig wieder.
Sonst nimmt das noch ein dickes Ende.
Sie hat es gesagt. - Du sollst es nicht sagen.
Ich hab's gesagt.
(beide) Was ist dieses dicke Ende?
Nein! - Jetzt haben sie es auch gesagt!
(nervös) Ich mache das.
(angespannte Musik)
Es kommt aus der dunkelsten Ecke des Märchenwaldes zu uns.
(lautes Stapfen)
(tief) Ich bin das Dicke Ende und bin auch nicht mehr weit.
Hab ich erst das Buch gefressen, sind alle Märchen ganz vergessen.
(tiefes Brüllen)
Oh Schreck, das Dicke Ende naht!
Wir müssen zurück, bevor es das Märchenbuch bekommt!
Oh nein, der Zauberschein ist fort.
Heißt das, wir müssen für immer auf der Erde bleiben?
Mal nicht gleich den Teufel an die Wand.
Und kein Mensch erkennt mich, weil sie alles vergessen haben?
Nein, Schneewittchen. Sie werden sich erinnern.
Und an mich auch. - (lautes Poltern)
Hört ihr jetzt mal auf zu jammern, ja?
Das hilft uns jetzt auch nicht weiter.
Es gibt, ja... Es gibt eine letzte Rettung.
Ihr zwei! Wir?
Ja.
Ihr zwei habt uns aus dem Märchenbuch geschüttelt, ja?
Jetzt helft uns gefälligst wieder rein.
Ja.
Sonst kommt ihr in die Hölle oder hier in euren Backofen.
Aber wie? Wie?
Ihr müsst in den Märchenwald und das Haus... Ih!
Liebegüte. - Genau die.
Sie wacht über das Rad der Zeit.
Und mit diesem Rad der Zeit könnt ihr das Märchenbuch
wieder zu neuem Leben erwecken.
Na los. Nimm es dir. Ich?
Ja, wer denn sonst? - Los jetzt.
Hopp, hopp, hopp!
(unsicher) Aber wie kommen wir in den Märchenwald, liebe Hexe?
(stockend) Wie? Wie, na, wie? - Äh, über die Brücke.
Silberne Brücke. - Ja.
Die silberne Brücke führt euch hinein,
ist aber der einzige Weg, der hineinführt und passt auf...
(tiefes Brüllen)
Unsere Eltern sollen wissen, was wir tun.
Oh Gott, sind die gut erzogen.
Ihr müsst unbedingt vor dem Dicken Ende
am Haus der Liebegüte sein.
Streitet euch nicht, sonst lockt ihr es an.
Und wie finden wir den richtigen Weg?
Wie finden sie den richtigen Weg?
Solang ihr an die wahre Liebe glaubt...
Hä?
Äh, solang ihr an die Kraft der Märchen glaubt,
folgt einfach eurem Herzen.
Und falls ihr mal nicht weiterwisst,
nutzt den Spruch, den ich euch mitgebe.
Er wird euch den Weg weisen. Aber nur ein einziges Mal.
"Höllenruß und Schreckgestalt
führen in den Märchenwald.
Teufelsschwanz und Hexenbesen,
zeigt, wo ist der Weg gewesen."
(er lacht)
(tiefes Brüllen)
Und du kommst mit! - Wohin?
Komm, jetzt ist ein Starker gefragt und eine furchtlose Hexe.
Also, nun schubst mich doch nicht so.
Ihr zwei werdet sie begleiten und auf sie aufpassen.
Ich? Wieso ich? Hm?
Och Mann, wo ich doch Kinder zum Tod nicht ausstehen kann.
Damit ihr beide mal was Gutes tut.
Sie wird es allen im Märchenwald erzählen. (lacht) Bye, bye!
(spannende Musik)
Versteck es.
(tief) Ich bin das Dicke Ende,
hab richtige Pratzenhände!
(tiefes Brüllen)
(der Teufel wimmert ängstlich)
(Hexe) Wohin denn?
(die Eltern gähnen)
Wir brauchen noch Holz zum Anheizen.
Was ist denn das? - Ach so, oh.
Du schnarchst. - Was?
Das stimmt überhaupt nicht. - Doch.
Wie ein Walross. - Quatsch!
Du schnarchst. - Ich? Nö.
Doch. Laut wie eine Säge. - Nein, du schnarchst.
Nein, du! - Du! Frag Rose und Heinrich.
Gut. Rose? Heinrich!
Wo sind die denn eigentlich? Rose?
Heinrich? - Rose!
Hört auf mit dem Schabernack! - Wo seid ihr?
Die sind weg.
Wir sollen ihnen vertrauen.
Sie kommen zurück, wenn sie das ... Märchenbuch gerettet haben.
Es ist weg.
Ich gehe sie suchen. - Nein.
Vielleicht sollten wir tun, worum sie bitten: ihnen vertrauen.
Wenn wir hinterherlaufen, ist niemand hier,
wenn sie zurückkommen und...
Gut. Ja, du hast recht.
Aber wenn sie heute Abend noch nicht zurück sind,
dann gehe ich sie suchen.
(Hexe und Teufel erschrecken) Ah! Oh Gott.
Na, da seid ihr ja endlich. (Hexe) Mann!
Da seid IHR endlich. Jetzt müssen wir aber los.
Soll uns das Dicke Ende einholen? Nein.
Warum fliegen wir nicht zur silbernen Brücke?
Ja! Mit deinem Hexenbesen.
Oh, hast du schon mal vier auf einem Besen gesehen?
Klugscheißer!
Was macht ihr, wenn uns das Dicke Ende einholt?
Ähm... - Wir, weiß ich nicht.
Ich strecke meine Hände nach vorne und schleudere Flammen.
Und dann gibt es ein Schrecken ohne Ende.
Nein... Mit Ende...
Ein Schrecken... Ein Ende...
...mit Schrecken. - Will ich sehen.
Immer das Zweifeln. - Hm.
Geht in Deckung.
(anschwellende spannende Musik)
(der Teufel schreit)
(Lachen und Schreien)
Aua, aua, aua!
Hör auf zu lachen. Schadenfreude macht viel Spaß.
Kannst du es denn besser? Ich?
Ja. Natürlich.
Blitze werfen? Mumpitz.
Also, wenn das Dicke Ende meinen Weg kreuzen würde,
schwinge ich mich auf meinen wundersamen Zauberbesen
und zische nach da oben ab.
Will ich sehen. - Oh, das war ja klar.
Nichts leichter als das.
(anschwellende spannende Musik)
So. Mein lieber, lieber Besen, flieg!
Flieg!
(die Hexe schreit)
(der Teufel lacht)
Wundersamer Zauberbesen, ja?
Guck dir diese... diese Krücke an.
Da kannst du noch nicht mal eine Kreuzotter mit erschrecken.
(sein Lachen erstirbt) - Das Dicke Ende schon gar nicht.
(panisch) Mein schöner, schöner Zauberbesen,
Ja. Der ist Schrott.
Na, da haben wir uns ja was eingebrockt.
Und ihr sollt uns ja beschützen. Ja.
Dabei seid ihr nichts mehr als Angeber.
Stimmt. Das ist ein Angeber. Ihr beide.
Außerdem habt ihr keine Zauberkräfte mehr.
(kleinlaut) Vorübergehend.
Müssen wir uns eben selbst helfen. Ja, helft euch selbst.
(lustige Musik)
Das hier, das haben wir nur Schneewittchen zu verdanken.
Sitzt den ganzen Tag rum, guckt in den Spiegel,
wartet auf ihren Prinzen.
Und wir, wir haben die Kinder an der Backe.
(sie brummt empört)
Wobei ... ich gerne mit Ihnen hier gehe.
Und wie ist es mit Ihnen?
Also, ich kann mir nicht helfen, ja?
Ich kriege von Kindern Schnupfen.
(sie schnieft und prustet)
Pfui Teufel! Nehmen Sie doch ein Taschentuch.
Das halte ich nicht lange aus.
Das ist ja noch enger als bei den sieben Zwergen.
Am liebsten würde ich raus und den Eltern helfen.
Das werden wir schön bleiben lassen.
Glück gehabt.
Wenn sie uns entdecken, werden sie uns rauswerfen.
Das würde ich tun, wenn sich zwei Fremde
in meinem Haus herumtreiben.
Aber wir sind doch nicht fremd. - Nicht fremd?
Keiner erinnert sich an Schneewittchen oder Rotkäppchen.
Und dass ich Rumpelstilzchen bin, ist ein Geheimnis.
Mich gibt's, euch nicht. (lacht)
Soweit ich weiß, wurde dein Märchen weniger gelesen als meins.
Ich dachte, ich bin der Inbegriff von Märchen.
Na, du schon mal gar nicht.
(düstere Musik)
(Teufel) Jetzt haben wir uns verirrt.
Die Kinder tun immer so, als wenn sie es wüssten.
Ich habe gesagt, dass sie zu nichts gut sind.
Jetzt reicht's! Ihr sollt was Gutes tun.
Dann helft uns mal. Gutes tun ist langweilig.
Ja! Furchtbar, furchtbar anstrengend.
Ich weiß, warum ihr nicht helft. Weil ihr böse im Märchen seid.
(Teufel) Stimmt. - (Hexe) Richtig. (lacht)
Wir könnten den Zauber sagen. Er hilft nur einmal.
Vielleicht brauchen wir ihn noch.
Wir stehen hier wie der Teufel, wenn es donnert.
Was habe ich mit dem Donner zu tun? - So wenig wie ich mit der Liebe.
Seid doch mal leise! Wieso?
Hört ihr das?
(zauberhaftes Klimpern)
(Hexe) Ah.
(zauberhafte Musik)
Sie... Sie ist gar nicht silbern.
Vielleicht ist es die falsche Brücke?
Müsst ihr noch was verzaubern? Wir?
Ja. Was haben wir jetzt damit zu tun?
Ihr hört nur das, was ihr hören wollt. Ihr habt nicht zugehört.
Nur, wer an die Märchen glaubt, findet die silberne Brücke.
(Hexe) Schon schön gesagt. Richtig.
(zaghafte zauberhafte Musik)
Siehst du, es ist Fantasie. Lasst uns weitergehen.
Wer wird denn gleich aufgeben? - Glauben.
Du musst ganz fest daran glauben.
Schaffst du.
(sanfte Musik)
(zauberhaftes Klimpern)
(die Hexe lacht verzückt)
Na, da hol mich doch der Teufel. Wenn's hilft.
Die silberne Brücke. Darf ich bitten?
Kommt.
(zauberhafte Musik)
Schön, Kinder.
Ihr habt es über die Brücke geschafft.
(Hexe) Verdammte Latscherei. Ich trete mir meine Mauken platt.
Ich liebe platt gelaufene Mauken.
Von Gevatter Plattfuß habe ich nichts anderes erwartet.
Hätten wir bloß was zu essen dabei. Ich habe so Hunger.
Und ich erst. Mir knurrt schon die ganze Zeit der Magen.
Die reden nur von Essen. Mir ist schwindelig.
Mir auch.
Siehst du auch, was ich sehe?
(geheimnisvolle Musik)
Bäh, das ist Wein! Ih!
Dafür wird der Kuchen schmecken. Hinstellen!
Aber nun haben wir doch was zu essen.
Ein Korb mit Wein und Kuchen. Im Märchenwald.
Das gehört dem Mädchen, das bei uns auf uns wartet.
Dem Rotkäppchen. Aber irgendetwas fehlt noch.
(beide) Der Wolf.
(Knurren)
So, jetzt kommt mal langsam zurück. - (Hexe) Ganz langsam.
Nicht in die Augen schauen.
Der hat nämlich dem Bäcker schon mal in den Hintern gebissen.
Hat der Bäcker bestimmt selber schuld.
Und keine schnellen Bewegungen.
Nicht... Nicht anschauen.
(die Hexe niest)
Meine Güte noch mal.
(Teufel) Ihr könnt von Glück sagen, dass ich dabei bin.
(Hexe) Pscht! - Er hat etwas Respekt vor mir.
Sie alte Plappertasche.
Hm? Wo willst du denn hin? - Ich...
Ich ... gehe los, die Kinder suchen. Ich halte das nicht mehr aus.
In der Dämmerung wirst du sie nicht finden.
Wären wir gleich gegangen, hätten wir sie längst.
Hättest du das Buch nicht versteckt, wären sie nicht fort!
Hätte, hätte! - Ja! Hätte, hätte!
Ja!
(traurige Musik)
Hab doch Vertrauen.
Und lass uns hier auf sie warten.
Rose ist mutig, Heinrich ist gescheit, sie...
Sie werden zurückkehren. Wir müssen daran glauben.
(Mutter) Gut.
Aber wenn sie morgen noch nicht da sind,
dann gehe ich sie suchen.
Lass uns erst mal schlafen gehen.
Ich kann nicht länger rumsitzen. Wir müssen den Eltern helfen.
Womöglich bringen wir sie dazu, an Märchen zu glauben.
Und wie soll uns das gelingen? - Wir backen die Brote.
Es sei denn, ihr könnt nicht backen. - Was? Ich kann alles.
Heute back' ich, morgen brau' ich, und übermorgen...
Äh, was war noch mal mit Übermorgen? Na ja!
(Schneewittchen summt)
(singend) Ich knete und ich backe
für meinen Prinz, so komm geschwind...
Schneewittchen, ich kann nicht backen, wenn du singst.
Nur, weil du nicht singen kannst. - Danke für dein Verständnis.
(leises Singen)
(dumpfes Stampfen)
(schweres Atmen)
(Dickes Ende) Ich bin da. Ich bin da.
Teufel dreckig, Hexe alt,
Kinderchen im Märchenwald.
(tiefes Lachen)
(Schnarchen)
Rose, wach auf. Sieh doch, hier hat jemand Brotkrumen verloren.
Iss sie nicht auf. Was, wenn sich jemand damit eine Spur gelegt hat?
Egal, mir knurrt der Magen. Oder willst du vor Hunger sterben?
Sieh nur, das müssen wir in der Müdigkeit übersehen haben.
Komm.
(weiter Schnarchen)
Oh Gott, was für eine Schnarchnase.
(lustige Musik)
(verzweifelt) Halt!
Halt!
Was habt ihr zwei Schrottwichtel
mit meinem wunderschönen Haus gemacht?
(weinend) Schrottwichtel.
Mein Haus. Mein schönes, schönes Haus.
(erschrocken) Das ist ja angebissen.
Das ist angebissen. Das kann ich nie wieder einbauen.
Ein Haus aus Pfefferkuchen? Ja, und was für ein großes.
Du Schnarchnase, Trantüte.
(traurig seufzend) Hier ...
war meine knarzende Tür.
Und da...
Da war mein muffiges Bett.
(traurig) Und dort war mein klebriges Fenster.
Nein. Das...
Das...
(traurige Musik)
(weinend) Heißer, heißer, heißer Backofen.
(die Hexe weint)
Hexe? Backofen? Pfefferkuchenhaus?
Dann musst du die Hexe von "Hänsel und Gretel" sein.
Ja, wer soll ich denn sonst sein?
Ah. Der Hänsel.
Das wär' ein leckerer, saftiger Braten gewesen.
Aber scheinbar, ja,
scheinbar ist er mit seiner strunzdummen Schwester
auf und davon.
Apropos strunzdumm.
(die Hexe knurrt)
(lustige Musik)
(sie knurrt laut)
(knurrend) So ein Heinrich-Bub
tut meinem Magen gut!
Und dir beiße ich gleich die Nase ab.
(Teufel) Halt!
Das ist nicht zu Ende gedacht.
Der Teufel steckt im Detail.
Wenn du Heinrich frisst... - Sie.
Wir sind immer noch beim Sie.
...Sie den Heinrich fressen,
bekommt das Dicke Ende das Märchenbuch.
Ach...
Meins. Meins. Waren eh nicht lecker.
(sanfte zauberhafte Musik)
(ungläubig) Das gibt's doch nicht.
Und schau mal, die sehen aus wie unsere Kinder.
Ja.
Hast du die gebacken? - Nein.
Ich... Ich habe hiervon gar nichts gebacken.
Ach so.
Aber wer war das?
Weißt du, was? - Was?
Das ist ein Zeichen.
Das ist ein Zeichen. Das ist wie im Märchen.
Wir sollen uns keine Sorgen machen.
Die Kinder werden zurückkehren. - Hey!
Du kannst nicht deine Kinder essen! - Nicht?
Du und deine Märchen. - Das ist ein Zeichen.
Die Kinder kommen zurück, und zwar bald.
Euer Vater glaubt an Märchen.
So schön ihr seid, aber am liebsten ...
hätte ich meine echten Kinder.
Hoffnungsvoll klingt die Mutter nicht.
Wir brauchen was anderes, um die Eltern zu überzeugen.
Schnell. Viel Zeit bleibt uns nicht.
(Hexe) Mein schönes Haus. Mein schönes, schönes, schönes, Haus.
Ja, so schön war die alte Keksbutze jetzt auch nicht.
Keksbutze? - Ja.
Ha! Ja. Das ist das Teufelsmoor. Gefährlich.
(unheimliches Flüstern)
Ein Schritt vom Weg und ihr landet in seiner Märchen...
Hölle, Hölle, Hölle.
Ich bin nicht auf Besuch eingestellt. Nicht aufgeräumt.
Ha! Nicht aufgeräumt! Heinrich, was machst du?
(mystische Musik)
(der Teufel holt tief Luft)
(erstauntes Seufzen)
(verzückt) Das sind meine drei goldenen Haare.
(weinerlich) Meine schönen goldenen Haare.
Früher war ich mal ein sehr Hübscher.
Ein sehr, sehr Hübscher.
Hier!
Wie sehe ich jetzt aus? - Na, süß. Total süß.
Teufelsmoor, Märchenhölle und drei Haare aus purem Gold.
Der "Teufel mit den drei goldenen Haaren".
Ja, oder kennst du noch einen Teufel,
der böse ist und so schöne Haare hat?
(die Hexe lacht laut)
Ja, auch wenn es nur drei Haare sind.
Aber ich bin immer noch der Teufel
und ich kann euch alle in den Höllenkübel werfen.
Tja! Daraus wird nix.
Wenn Sie das tun, dann landen nicht nur die Kinder im Kübel,
sondern auch unser Auftrag.
Brauchen wir noch. So.
Da habt ihr mal schön Glück gehabt.
Sie machen auch so eine ganz schreckliche Figur.
Genug geredet. Wir müssen weiter. Kommt.
(melancholische Musik)
(düster-spannende Musik)
(dumpfe Schritte und tiefes Brummen)
Ich glaube, wir laufen im Kreis.
Ich dachte, du kennst den Weg. Ich wollte da lang.
Warum hast du nichts gesagt? Später tust du schlau, Motzkopf!
Ich bin schlau, Donnermaul!
Potzhimmel, ich glaube es nicht!
Ihr sollt doch nicht streiten.
Das hat die gesagt, die von den Zwergen.
(Hexe) Rotkäppchen! - Ja.
Nee, Schneewittchen. - Egal.
Ihr lockt sonst das Dicke Ende an.
(tiefes Brüllen)
(die Hexe schreit)
Da haben wir vier noch mal Glück gehabt. Ja.
(lustige Musik)
Wo sind denn die zwei Nervbacken?
(frustriert) Oh.
Sie haben sie losgelassen. - Ich?
Ja. - Ich habe die nie festgehalten.
Sie wissen, ich kriege von Kindern Schnupfen.
Donner, Blitz und Wolkenbruch!
Jetzt haben wir sie endgültig verloren.
Wenn wir Rose und Heinrich nicht wiederfinden,
brauchen wir uns nicht mehr blicken zu lassen.
Wir müssen die suchen gehen.
(düster-spannende Musik)
Teufelshaar und Hexenfluch, wo ist nur das Märchenbuch?
Wiederkommen darf es nimmer, jetzt bin ich hier der Bestimmer.
(tiefes Brummen)
Hier ist, was du willst, du Dickes Ende!
(das Dicke Ende brüllt)
(Metall quietscht)
Halte durch, mein liebes Rad. Sie sind bestimmt bald da.
(dramatische Musik)
Oh je. Herrjemine.
Oh nein, nein, nein.
Oh, ich hoffe, das Dicke Ende schnappt sie nicht.
(tiefes Brüllen)
Wir dürfen nicht stehen bleiben!
Der Spruch! Das ist der richtige Moment.
Teufelsfuß und Hexenhut, äh... Höllenruß und Teufelsglut!
Das bringt nichts! Komm, wir müssen weiter!
(Dickes Ende) Märchenbuch! Rose, was ist?
Was machst du? Wir müssen das Buch retten!
Wir können es nur retten, wenn wir entkommen! Friss dies!
Und dies!
Komm!
(die Hexe schreit)
(der Teufel lacht) - Zum Teufel aber auch.
Oh, fluchen Sie doch nicht mit meinem Namen.
Nö? Na, mit welchem denn sonst?
Na, nehmen Sie doch Ihren. Was für ein Hexentanz.
Ist ja hier wie im Hexenkessel. - Wissen Sie, was?
Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr.
(traurig) Och, mein schöner, schöner Besen.
Ha! Mmh.
Haben Sie so eine leckere Kakerlake auch für mich?
Na gut.
(lustige Musik)
Nee. Nö. Ah, hier.
Mund auf, Augen zu.
Und? - (der Teufel hustet)
(Schneewittchen summt)
(geheimnisvolle Musik)
Seht mal.
Das könnte den Eltern helfen. - Hm. "Hänsel und Gretel".
Wenn sie das Märchen kennen, wissen sie,
dass die Kinder zurückkommen und alles gut ausgeht.
Eine fabelhafte Idee.
Du bist ja schlauer, als du im Spiegel aussiehst.
(Rumpelstilzchen lacht) Was denn?
Bring das da hin. - Warum ich?
Ja, ist ja gut. Ist ja gut, ist ja gut.
(lustige Musik)
(angespannte Musik)
(lustige Musik)
Ich glaub', wir sind sicher. Ich kann nicht mehr, Rose.
Lass uns umkehren. Wir finden die Liebegüte nie.
Umkehren? Wir müssen das Märchenbuch retten.
Wenn du zurückwillst, dann geh. Ich bringe das Buch zur Liebegüte.
Dann geh doch zur Liebegüte. Du Dummbatz!
(tief) Oh, lecker!
Kinder halten mich für dumm, werfen mit den Seiten rum.
Doch Kinder sind nicht schlau genug, ich hole mir das Märchenbuch.
(tiefes Lachen)
Brauchst du Hilfe?
Was ist das?
Das ist eine Seite aus "Hänsel und Gretel".
Aus dem Märchenbuch. - Die muss Rose runtergefallen sein.
"Hänsel und Gretel". Du, das ist noch ein Zeichen.
Überleg doch mal.
Am Ende von "Hänsel und Gretel"
kehren die Kinder zu ihren Eltern zurück.
Ja, aber es gibt auch eine böse Hexe,
die die Kinder essen will.
Aber zum Schluss wird alles gut. Die Kinder kehren zurück.
Du musst daran glauben.
Wer glaubt denn schon an Märchen?
Ich nicht.
(traurige Musik)
Sie glaubt nicht an Märchen. - Oh nein.
Ah, hier muss doch irgendwas sein! Das ist doch...
Würmer oder irgendwelche...
Also, Ihr Röhren hilft uns jetzt auch nicht weiter.
Was meinen Sie, ob das Dicke Ende ...
das Märchenbuch schon gefressen hat?
Das glaube ich nicht.
Die Kinder sind ja dreimal schlauer als wir. Leider.
Wahrscheinlich sitzen die schon im Haus der Liebegüte
und trinken heißen Kakao und essen Zimtsterne.
Dreimal schlauer sollen diese Gören sein als ich?
Wo ich doch einen Zauberbesen besitze
und unzählige Zaubersprüche beherrsche.
(genervt) Dreimal schlauer.
Zauberbesen, hm?
Wir sind ein Schatten unserer selbst.
(heroisch) Wir waren dereinst so stolze Gestalten.
Man hatte Angst vor uns. Wir waren böse und schrecklich.
Und jetzt ... sitzen wir hier,
voller Selbstmitleid
und haben Angst, dass uns nichts passiert.
Ärgerlich. - Ja.
Höchst ärgerlich.
Also, das Ganze.
Ja.
Was glotzen Sie denn so? Gott, sind Sie jetzt verliebt?
Na!
Die Warze ist weg. - Was?
Die Warze ist weg! - Ah!
Ja. - Meine Warze. Ich werde schöner.
Meine Hässlichkeit, die geht einfach dahin!
Nein, nein, nein. Hier.
Mal nachgedacht.
Das heißt, die Kinder können noch nicht im Haus der Liebegüte sein.
Nee. - Das ist auch nicht schlimm.
Nicht so schlimm? Sie haben überhaupt keine Ahnung.
Wie sehe ich denn jetzt aus?
(empört) Also am Ende, am Ende bin ich dann noch faltenfrei!
Am Ende sind Sie dann ... nett.
(der Teufel lacht)
Und ich schön. - Ja, ja. (lacht)
Nie!
Es gibt noch eine letzte Möglichkeit,
um herauszufinden, wo die Kinder abgeblieben sind.
Ja, und?
(dramatische Musik)
Du bist der Einzige unter uns,
der sich an einen anderen Ort zaubern kann.
Ja, stimmt.
Du könntest im Märchenwald nachschauen.
Aber auch meine Kräfte schwinden.
Wenn wir all unsere Kräfte ein letztes Mal bündeln,
dann könnte es vielleicht funktionieren.
(lachend) Und welche Kraft hast du? - Denken.
Oh.
Ähm... Das sollte auch funktionieren.
Was machen wir?
Was macht ihr da? Nein, nein, nein!
Gut gedacht.
Wieso hockst du hier allein? Wo ist dein Bruder?
Der sitzt da drüben.
(lustige Musik)
Vom Sitzen war aber nicht die Rede.
Und überhaupt, was zieht ihr denn für lange Gesichter?
Hm? Jetzt ist mal Schluss mit dem Fratzengewitter!
Aber wir wissen nicht, wo lang, und den Spruch,
den haben wir auch vergessen.
Kannst du uns nicht noch einmal helfen?
(lachend) Ja.
Einverstanden. Dafür müsst ihr aber ein Rätsel lösen.
Wie ist mein Name?
Dein Name... Dein Name...
Warte, ich habe ihn gleich.
Heißt du ...
Donnerwittchen?
Nein.
Oder Fingerling? Nein.
(Lachen)
Bist du einer von acht Zwergen? Nein.
Oder gar der gestiefelte Vater? Nix davon!
Nix davon! Nix davon! Wisst ihr ihn nicht?
Meinen geheimnisvollen Namen? Hm?
Ach, kommt schon.
Das ist doch leichter als Stroh ...
zu Gold zu spinnen.
Ja? Hm?
Stroh zu Gold spinnen. Dann bist du das...
(beide) Rumpelstilzchen!
Das hat dir der Teufel gesagt!
Das hat dir der Teufel gesagt!
Nein, nein, nein, ich will das nicht mehr.
Halt, bleib hier! Der Spruch!
(entfernt) Das hat dir der Teufel gesagt!
Da! Da ruft jemand Ihren Namen. - Ja.
Ja. - Wir müssen.
(Hexe) Wir müssen.
Nicht ohne meinen Besen!
Und? Hast du die Kinder gefunden?
Ja, sie haben sich gestritten,
die Spur verloren und den Spruch vergessen!
Aber du hast ihnen doch sicher geholfen.
Die Schlaubergerin hat tatsächlich meinen Namen erraten. (weint)
Und du hast die beiden ohne Spruch zurückgelassen?
Aber so steht es doch im Märchen. Hm?
Ich kann doch nichts dafür!
Du musst zurück und den Kindern helfen.
Ich fürchte, dafür reicht unsere Kraft nicht aus.
(weinerlich) Es tut mir leid. Es tut mir leid.
Alle Hoffnung ist verloren.
Ich vermisse Mutter und Vater.
(sanfte traurige Musik)
Glaubst du, wir schaffen es?
Am Ende wird alles gut.
Jetzt ist zwar nicht alles gut, aber es ist noch nicht das Ende.
Ihr habt mich gerufen? (lacht)
Ihr seid ja gar nicht tot. Das freut mich.
Wir haben uns solche Sorgen gemacht! Die ganze Zeit.
Wir saßen nicht am Brunnen. - Nee.
Rumpelstilzchen hat deinen Namen gerufen.
Und es ist verschwunden. Ohne uns zu helfen.
Das sieht ihm ähnlich, diesem Gerne-Böse.
(Hexe) Typisch, ganz typisch.
Die schenke ich unseren Eltern. Spinnenfuß und Höllenruß.
Bist du noch bei Trost? Du Klau-Spinne!
Du kannst doch nicht einfach alles mitnehmen,
was du hier so findest, so unverblümt einstecken.
Höllenruß. Rose, das ist es!
Der Spruch, erinnere dich! Höllenruß und Schreckgestalt...
...führen in den Märchenwald.
Äh, Teufelsschwanz... ...und Hexenbesen...
(beide) Zeigt, wo ist der Weg gewesen!
(heldenhafte Musik)
Heinrich, sieh nur. Das muss es sein.
Habe gesagt, dass wir das schaffen. - Die hat es gut. Ihre Hütte steht.
(tiefes Brüllen)
(die Hexe schreit)
Wir können nicht zurück!
Sonst laufen wir dem Dicken Ende in seine Pratzen!
(dramatische Musik)
Bist du die Liebegüte? Bin ich.
Schnell! Ich habe auf euch gewartet.
(Teufel) Hey! Wartet auf uns! Kommt schon!
Das ist das Rad der Zeit.
Doch wie ihr seht, läuft es nicht rund.
Die Welt ist aus den Fugen.
Aber was können wir tun?
Schaut hinein.
Zuerst seht ihr nur Buchstaben.
Doch aus jedem Wort, aus jedem Satz entsteht ein Sinn
und daraus werden Geschichten.
Sie können Menschen zusammenführen, Fantasie und Hoffnung schenken.
An diese Kraft müssen wir glauben.
Denn nur das Miteinander hält die Welt zusammen.
Eine Frage.
Die Liebe, also die Sache mit der Liebe.
Wie ist das? - (die Hexe seufzt)
Sie ist überhaupt das schönste Miteinander.
Siehst du, meine kleine Sumpfkrähe, habe ich dir immer gesagt.
(lustige Musik)
Aber wie können wir beweisen,
dass wir an die Kraft der Märchen glauben?
Seht genau hin.
"Wer es weiß ...
und nicht vergisst."
"Wer ein Kind war oder ist."
(beide) "Sagt einmal, ob ihr des Märchens Anfang wisst."
Das ist das Rätsel des Rads.
(Metall quietscht)
(zauberhafte Musik)
So einen Zauber habe ich noch nie gesehen.
Ich finde Ihren auch beeindruckender.
(lieblich) Danke.
Wenn ihr die Lösung des Rätsels findet,
dann nimmt der Zauber seinen Lauf.
Findet ihr sie aber nicht,
dann holt sich das Dicke Ende das Märchenbuch.
(Donnergrollen)
(tiefes Knurren)
Das ist das Dicke Ende.
Du wirst diesem Scheusal ja nicht die Tür öffnen.
Gebt nicht auf. Ich versuche, das Dicke Ende aufzuhalten.
"Wer es weiß und nicht vergisst..."
Wenn irgendjemand fragt, ich bin nicht da.
"...Wer ein Kind war oder ist."
"Sagt, ob ihr des Märchens Anfang wisst."
Jetzt denkt doch mal nach, Kinder.
Was könnte es denn sein? Was ist des Rätsels Lösung, hm?
(spannende Musik)
Vorbei ist nun das ganze Spiel, das Dicke Ende ist am Ziel.
Hinfort, du böses Ding!
Teufelshaar und Hexenfluch,
ich will jetzt das Märchenbuch!
Hier kommst du nicht rein!
Heinrich, sieh nur. Ein silberner Pfeil.
Was hat der wohl zu bedeuten?
Die Ringe lassen sich drehen.
Dreh sie auf den Anfang.
"Wer es weiß und nicht vergisst,
wer ein Kind war oder ist, sagt einmal,
ob ihr des Märchens Anfang wisst."
(Hexe) Oh je.
Ich muss mich setzen. Sagt man nicht...
Jedem Ende wohnt ein Anfang inne.
Nein, auch nicht.
Aber...
Das ist die Lösung! Heinrich, das ist es!
Der Märchenanfang!
Es war...
"Es war einmal"! Ja!
Ja, endlich!
(heldenhafte Musik)
Diesen Kampf nur der gewinnt,
der weiß, wie's Märchen stets beginnt!
(alle) Es war einmal!
Des Märchens Anfang
war des Rätsels Wende, und dies ist für dich das Ende!
Dieses Mal seid ihr die Sieger.
Doch wartet's nur ab, ich komme wieder.
Jetzt wird aus dem Dicken Ende ein kurzes Ende!
(alle, jubelnd) Ein kurzes Ende!
Was ist denn das?
Alles ist sauber und aufgeräumt.
Und was ist das für ein blaues Tischtuch?
(alle) Tischlein deck dich.
Was...
Jetzt ist es wirklich wie im Märchen.
Glaubst du es jetzt auch?
Und das hier. Das kann kein Zufall sein.
Du hast recht. Rose und Heinrich.
Ich glaube jetzt auch, dass die beiden zurückkommen.
Ihr habt das Dicke Ende aufgehalten.
Mit der Kraft des Märchenbuches kann es euch nichts tun.
Aufgabe erfüllt. Ja.
Nicht ganz. Unsere Eltern warten. Richtig.
Macht's gut. Kommt gut heim.
(friedvolle Musik)
Worauf wartet ihr, hm?
Bringt sie da hin, wo sie hingehören. Nach Hause.
Ja, hopp, hopp, hopp. Und verliert sie nicht wieder!
Übrigens, so ein Haus zaubere ich mir auch.
Das möchte ich sehen.
Wir könnten ja auch im Märchenwald bleiben.
Ja, oder den Rest des Weges fliegen. - Ja, ich will.
Und uns alleine laufen lassen? Habt ihr denn nicht zugehört?
Nur das Miteinander hält die Welt zusammen.
Ja doch.
Was ist?
Sie ist wieder da. Die Warze.
Jetzt bist du wieder wunderbar hässlich.
Bringen wir die Kinder nach Hause und dann...
Sagen Sie mal, ich glaube, es hakt, ja?
Was war denn das? Wie primitiv sind Sie überhaupt?
Bitte schön wann, wann habe ich Ihnen erlaubt,
mich ... zu duzen?
Hm?
Und jetzt werde ich Sie küssen,
denn auf einem Bein kann man nicht stehen.
Komm, lass weiter.
Können wir das noch mal machen? - Silvester.
Los, kommt! - Ja!
(Türglocke)
Rose! - Heinrich!
Ah! - Einen wunderschönen guten Tag.
Wer zum Teufel sind die? - Das bin ich.
Das sind unsere Freunde. Angenehm, die Hexe.
Hexe?
(singend) Und ich bin Schneewittchen!
Ich bin das viel mehr berühmtere Rotkäppchen.
Hallo, Kinder. (lacht) Hallo.
Papa, äh, Mama, ich bin Rum... - (alle) Pscht!
Ja, ist ja gut.
Also, Ihre Kinder, die werden Ihnen das alles erklären,
aber für uns alle wird es jetzt leider Zeit.
Wenn Sie uns Platz machen könnten, ja?
Und du... Gibst du mir mal bitte das Buch?
Danke.
Darf ich? Danke.
Macht's gut, ihr Helden. - Denkt an uns.
Und vergesst meinen Namen.
Auf fünf? - Fünf ist gut. Ja.
Eins, zwei. - Sieben.
Vier. Drei.
Zwei, drei, vier, fünf. - Fünf!
Beendet ist der ganze Spuk. Nun ab zurück ins Märchenbuch.
Dass alle, die nie hier gewesen,
von uns in diesem Buche lesen.
(ängstlich) Ah! - Was?
(sanfte Harfenmusik)
Bisschen traurig bin ich schon, dass sie jetzt fort sind.
Ach, Rose, hast du denn gar nicht zugehört?
Sie sind nie fort.
(Vater) Und ihr seid wieder da. Ja.
"Eine Geiß hatte sieben junge Geißlein,
die sie mütterlich liebte und vor dem Wolf hütete.
Eines Tages, als sie ausgehen musste, Futter zu holen,
rief sie alle zusammen und sagte..."
(friedvolle Musik)
Untertitel 2024: Untertitel-Werkstatt Münster
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