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(Ruhige Musik)
(Frau:) Schatz, bist du fertig? Wir m�ssen los.
(Schritte) Bist du okay?
(sanft:) Schuhe anziehen. Wir m�ssen uns beeilen.
(Ruhige Musik)
Anni ... �hm ... wie ist so dein Verh�ltnis zu deinem Vater?
Nicht gut.
Was gef�llt dir denn nicht an ihm? - Ich hab Angst vor ihm.
Warum? - Weil er j�hzornig ist, stur und egoistisch.
Das wei� ich genau.
Und er schl�gt die Mama - und mich auch.
(Leise d�stere Musik)
Wann war das? - Vor einem halben Jahr.
Das hat er auch gemacht.
Wie ist das passiert?
Ich wollte was Gesundes essen.
Aber bei Papa gibt es ja immer nur Pizza.
Da hat er mir das Messer in die Hand gedr�ckt, mit ganz viel Wut.
Und hat gesagt, ich soll mir gef�lligst selbst etwas kochen.
Das hat dann ganz sch�n schlimm geblutet.
Aber ihn hat's nicht interessiert - ich ... ich hasse ihn.
Anni ... Hass ist ein schlimmes Wort.
Ich will meinen Vater nicht mehr sehen.
Nie mehr. Ich w�nschte, er w�re tot.
(Leise d�stere Musik)
Wenn Sie jetzt bestimmen, dass ich wieder zu ihm muss ...
dann bring ich mich um.
(H�mmern)
Mhm ...
Ist es gerade? - Mhm.
Cool. - Das n�chste Puzzle musst du in Lanzarote fotografieren.
Oder du. - Ich kann das nicht.
Ach, klar kannst du das.
Guck mal, du dr�ckst einfach hier auf die Seite ...
und tschk - bist du bei "Fotos".
Und hier musst du dann draufdr�cken.
(Ausl�seger�usch) Genau.
Jetzt machen wir noch eines von unten.
(Ausl�seger�usch) Und von oben.
(mit verstellter Stimme:) Hallo, ich bin die Anni.
Und ich bin der Papi.
Und von der Seite. Hm, ich kenn dich doch.
Halt, Vorsicht! Ist hei�. Hei�, mein Schatz.
Kannst du nicht hier einziehen und dann immer Krautwickel machen?
Ich wei� nicht, ob dein Papa und Jenny damit einverstanden sind.
Lass uns dr�ber reden ...
Du k�nntest doch in meinem Zimmer wohnen, solange ich nicht da bin.
Ach, wei�t du, bei mir zu Hause ist es auch ganz sch�n.
(Klingelton)
Hallo?
Wir essen gleich Krautwickel. Omi ist da.
Ah, die Omi ist da? Sch�n.
Und was habt ihr den Tag �ber gemacht heute?
Alles M�gliche. Wir haben eine Fahrradtour gemacht.
Da haben wir ein Eichh�rnchen gesehen. - Hui, sch�n.
(Omi:) Anni?
Morgen? Da machen wir alle zusammen einen Ausflug.
Mit der Oma. - Nee, ohne Omi.
Ah so. Aber schon zu viert, oder?
Anni, kommst du?
Ja, ich wei� noch nicht.
Mhm, ich dich auch. Tsch�ss.
Das war Mama.
Das reicht. - Kartoffeln?
(D�stere Musik)
(Vogelzwitschern, ruhige Musik)
(Meckern)
(Klingelton)
Hallo? - "Hallo, Schatz, ich bin's."
Hallo, Mama. - "Na, wie geht's dir? Was machst du grade?"
Wir sind im Wildpark und f�ttern. - "Oh! Sch�nes Wetter habt ihr?"
Ach, sie telefoniert die ganze Zeit.
Ja. - "Bist du auch warm angezogen?"
Mhm. - Okay.
Ich freue mich, wenn du wieder da bist.
Ich auch. Tsch�ss!
Anni! Kommst du?
Ich komme! - Mia!
(Aufst�hnen, Schmerzenslaut)
Au ... aua.
Was ist denn passiert? - Ich bin hingefallen.
Ah, zeig mal. (zischt:) Aua.
(Pusten) Bisschen pusten, hm?
Meinst du, du kannst laufen? - Mhm.
Ja, geht es? Tapfer bist du. - Ja.
Aber wei�t du was, Mia? Wenn du uns den Roller leihst,
k�nnen wir Krankenroller machen. Danke dir!
(Ruhige Musik, Kr�henkr�chzen)
So, jetzt versorgen wir erst mal deine Wunde.
Und wie ich deine Mama kenne,
hat sie bestimmt an eine zweite Strumpfhose gedacht. - Mhm.
Ist offen? - Ja.
So ... gucken wir mal.
Hast du meinen Schal mitgenommen? - Deinen was?
Ach, Shit, nee. - "Shit" sagt man nicht.
Ich hab noch dran gedacht. - Wo denn?
Bei diesem Laden, diesem Kiosk da. Tut mir leid.
Den hat Mama selbst gestrickt.
(seufzt:) Ich wei�, aber wenn wir zur�ckgehen,
verlieren wir eine ganze Stunde und kommen zu sp�t.
Aber Mama denkt dann sicher, dass ich ihr Geschenk nicht mag
und deshalb vergessen habe.
Dann schiebst du's einfach auf mich, okay?
(Ruhige Musik)
(Auto n�hert sich.)
Tsch�ss, Anni! - (beide Kinder:) Tsch�ss!
Musst nicht traurig sein. - Bin ich aber.
Guck mal, die zwei Wochen werden ganz schnell vergehen, wirst sehen.
Dann ist ja auch schon Weihnachten,
dann fliegen wir zwei nach Lanzarote und gehen tauchen.
Ich hab dich lieb, Papa. - Ich dich auch.
Noch mal gucken. Okay, komm!
Entschuldige, wir mussten noch mal zur�ck, weil Anni ihren Schal ...
Vergessen hat. - Woher wei�t du das?
Erfahrung, Schatz.
Tsch�ss, Papa. - Ciao, S��e. Mach's gut.
Sag mal, bist du hingefallen? - (z�gerlich:) Ja.
Das blutet ja immer noch! Hat Papa die Wunde sauber gemacht?
Ja. - Und desinfiziert?
Hat er was draufgetan, was ganz doll gebrannt hat? - M-m.
(seufzt genervt:) Dann mach ich das jetzt.
Zieh schon mal die Strumpfhose aus.
(Auto f�hrt vorbei.)
Schnuppi, ich wei� nicht, was mit deinem Vater los ist.
Ich erreiche ihn nicht. Vielleicht ist ihm was dazwischengekommen.
Warum ruft er dann nicht an? - Keine Ahnung.
Wir wollten doch tauchen, in Lanzarote.
Ich wei�. Aber du kennst ihn doch.
Die Arbeit ist ihm immer sehr, sehr wichtig.
Wichtiger als ich?
Was h�ltst du davon, wenn wir spontan zu Omi und Opa fahren? Hm?
Die w�rden sich riesig freuen, dich zu sehen. Gute Idee?
Ich ruf mal an und frag, ob sie da sind, ja?
(Schritte entfernen sich.)
(Leise d�stere Musik)
(Entferntes Hundebellen)
Das ist ein Anti-vergiss-mich-Brot, wenn du das gegessen hast,
wirst du nie wieder dein Handy zu Hause liegen lassen.
Funktioniert, glaub mir. - Jetzt kann ich Papa gar nicht erreichen.
Wir versuchen's nach dem Essen noch mal, okay?
M�chtest du ein bisschen M�hrensalat?
Anni will doch wissen, warum Tom sie nicht abgeholt hat.
Das kann ich dir erkl�ren, mein Kind.
Weil er Besseres vorhatte.
Sag mal, musste das sein?
Wir haben doch gesagt, nicht vor dem Kind. Anni ist doch sensibel.
F�r Julia ist das auch nicht so einfach.
Ja, aber sie ist erwachsen.
Mit Verlaub, du hast keine Ahnung,
was es bedeutet, alleinerziehend zu sein.
Schnuppi ... die Omi hat das doch nicht so gemeint.
Der Papa hat dich lieb, das wei�t du doch.
Ihm wird was ganz Wichtiges dazwischengekommen sein,
und er hat vergessen, dass es sein Wochenende ist.
Er wollte dich ganz bestimmt abholen.
Anni? Wetten, dass du morgen das gl�cklichste M�dchen der Welt bist?
Ich hab eine �berraschung f�r dich und deine Mama.
(leise:) Warum machst du das immer wieder?
(leise:) Ich hab nichts gemacht! - Doch!
(Wiehern) Und ich darf wirklich reiten?
Ja, wenn du dich traust.
Caro? - Darf ich vorstellen: Das ist Lotti, die Sanftm�tige.
Was machst du denn hier? - Ich hab k�rzlich den Stall hier �bernommen.
Das ist ja toll! Dann bist du meine �berraschung, oder?
Ja! Deine Mutter hat echt dichtgehalten, hm?
Ja, und wie! - H�tte ich ihr gar nicht zugetraut.
Guck mal, das ist Anni. - Hallo, Anni. Mensch, du bist gro� geworden.
Wie geht's dir? - Gut.
Gut. Wenn du magst, satteln wir Lotti gemeinsam, und dann geht's los.
Hast du Lust?
(Ruhige Musik)
Toll! Sch�n machst du das.
Deine Tochter hat Talent. Jetzt trab mal langsam an ...
Sehr sch�n.
Sch�n im Sattel sitzen bleiben.
Sehr sch�n.
(D�stere Musik)
Schade, dass ihr schon wieder fahrt.
Anni muss noch Hausaufgaben machen,
und auf mich wartet ein Berg B�gelw�sche.
Wenn ihr hier wohnen w�rdet, k�nnte ich viel mehr helfen.
Das kannst du dir sowieso bald nicht mehr leisten.
Gibst du mir noch die Gurke?
Mama, wir brauchen drei Stunden. - Dann esst ihr den Rest eben daheim.
Guck mal, da ist Papa!
Hey, mein Schatz. Na?
Wir waren auf einem Reiterhof, da bin ich auf Lotti geritten. - Was?
Wow! Toll. Das war mein Wochenende, ne?
Ach, hast du's dir wieder anders �berlegt? - Was soll denn das jetzt?
Du hast mich am Freitag nicht abgeholt.
Dann sind wir zu Oma und Opa gefahren. - Ah ja?
Ich hab dich angerufen und Bescheid gesagt, dass ich mich versp�te.
Wir haben Freitag nicht telefoniert.
Ich hab auf deine Mailbox gesprochen.
Ich hab aber keine Nachricht bekommen. - Hier.
Hier ist mein Anruf. 13.12 Uhr.
Ja, ich hab aber keine Nachricht von dir.
Dann h�tte ich doch auf Papa warten k�nnen.
Gehst du schon hoch? Ich kl�r das kurz mit Papa.
Wieso? Sie kann ruhig h�ren, dass du sie angelogen hast.
Ich hab nicht gelogen, du warst nicht da!
Ich hab dir auf die Mailbox gesprochen.
Ich habe von dir keine Nachricht ... - Doch, hast du!
H�r doch mal auf mit dieser Schei�e! - Geh, bitte. Du sollst hochgehen.
Anni, warte, du musst nicht hoch. - K�nnen wir zwei das kl�ren?
Ich habe ein Recht, meine Tochter zu sehen, wir haben eine Vereinbarung!
Die hatten wir am Anfang unserer Ehe auch.
Du hast dich nicht dran gehalten, also komm mir nicht so.
Anni wollte zu ihren Gro�eltern, also sind wir hingefahren, fertig.
Ja, und jetzt? - Jetzt sag ich Tsch�ss,
geh zu meiner Tochter, und wir machen uns einen netten Abend.
Julia, du spinnst. Das geht so nicht!
Und wie das geht.
(D�stere Musik)
(Er seufzt.)
Tut mir leid, dass du das grad mitkriegen musstest.
Papa hat gesagt, er hat dich am Freitag angerufen.
(seufzt:) Ja, da l�gt der Papa leider.
Erwachsene sind manchmal kompliziert.
Papa hat dich lieb und wollte dich bestimmt holen, aber dann ...
Was dann? - Ich wei� es nicht.
Vielleicht war irgendwas mit seiner Freundin oder deren Tochter.
Na komm, Hase.
Gleich gibt's Essen. Schuhe ausziehen.
Das Schlimme ist, dass Julia damit auch noch durchkommt!
Anni ist noch zu klein, die checkt das gar nicht,
dass ihre Mutter sie knallhart anl�gt.
Und dann bin ich der Bl�de, der sie nicht abgeholt hat.
Warum l�sst du dir das gefallen? - Ja, was soll ich denn machen?
Ruf Anni an und kl�r das.
Ja, aber ich will die da doch nicht mit reinziehen.
Sie war vorher schon total verst�rt.
Das ist doch eine Sache zwischen mir und Julia. - Dann rede mit ihr.
Ja, wie oft habe ich das schon probiert!
(Er seufzt.) Ja ...
Oder geh zum Jugendamt.
(D�stere Musik)
Ich wei� nicht, ob das ... Das w�rde Krieg bedeuten.
(Ruhige Musik)
Mal ist Anni krank ... anscheinend.
Dann ist sie pl�tzlich auf einem Kindergeburtstag, ich ...
kann nie sicher sein, ob ich sie am vereinbarten Wochenende sehe.
Erst mal f�r Sie zum Verst�ndnis:
Es gibt eine gerichtlich festgelegte Elternvereinbarung.
An die hat sich ihre Exfrau zu halten, ob sie will oder nicht.
Bei einem gemeinsamen Sorgerecht kann nicht ein Elternteil
willk�rlich etwas festlegen. - Aber genau das tut sie.
Andauernd eigentlich, sie agiert, und dann muss ich reagieren.
M�ssen sie nicht.
(Leises Gespr�ch) Tom. Scheint wichtig zu sein.
Ich m�chte was mit dir besprechen. - Ich hab grade keine Zeit.
"Julia, ich bin grad beim Jugendamt."
"Ich will das alles nicht, aber so geht's nicht weiter."
Du l�sst mir keine Wahl. Bist du noch dran?
Ja.
Die haben mir geraten, einen Anwalt zu nehmen.
Aber ... ich ...
Bitte, Julia, lass uns so nicht enden.
(Bewegte Musik)
Um vier in unserem Caf�, okay?
Morgen? Da machen wir alle zusammen einen Ausflug. Bitte, Julia, Gut. Ja.
(Bewegte Musik)
Danke.
Hallo. - Hallo.
Ich hab dir einen Rooibostee mit Sahne bestellt. - Danke.
Das Hemd steht dir.
Ich, �hm ... (Handyvibration)
'Tschuldige. - Okay.
Julia, ich will, dass wir das mit Anni so hinkriegen. - Von mir aus.
Ich mein's ernst. - Ich auch.
Ich hab's mal nachgez�hlt:
Im letzten halben Jahr konnte ich an sieben Wochenenden
nicht unsere Tochter sehen.
Da war ja auch immer irgendwas, da kann ich ja nix daf�r.
Letzten Freitag zum Beispiel.
Warum seid ihr da, ohne was zu sagen,
einfach zu deinen Eltern gefahren? - Ich dachte, du versetzt Anni.
Und ich wollte ihr eine Freude machen. - �h ...
Ich w�rde Anni nicht versetzen, das wei�t du auch. W�rde ich nie machen.
Sie wollte unbedingt zum Reiterhof.
Gut, dann kannst du dich ja auch mal in meine Lage versetzen, oder?
Ich will meine Tochter abholen, aber keiner ist da.
Du gehst nicht ans Telefon, Anni auch nicht.
Was soll ich denn da denken? - Sie hat ihr Handy zu Hause vergessen.
Ach bitte, Handy vergessen, komm! - Es tut mir leid.
Tom, ich hab einfach nicht dran gedacht.
Ich wollte wirklich nur ... unserer Tochter eine Freude machen.
Mhm.
Kommt nie wieder vor. (Seufzen)
Was hei�t denn gut?
Ja ... okay.
Jetzt lass dir nicht alles aus der Nase ziehen.
Es lief letztendlich ganz gut.
Sie hat sich sogar bei mir entschuldigt. - Hm.
Ich glaub, sie hat auch was verstanden.
Sch�n w�r's.
Das wird schon. Okay?
(Entferntes Hundebellen)
(T�rglocke)
(Bedrohliche Musik)
(Spannungsvolle Musik)
(Wiederholtes Klingeln an der T�r)
Hallo, Horst. - Hallo.
Kannst du mir bitte sagen, wohin Julia und Anni gezogen sind?
Nein, k�nnen wir nicht. - Falls du's vergessen hast: Ich bin der Vater.
Ich habe ein Recht zu erfahren, wo meine Tochter lebt. Also?
K�nnt ihr euch vorstellen, wie sich das anf�hlt?
Dass deine Exfrau einfach dein Kind wegnimmt und umzieht?
Ja, klar. Ist ungef�hr so wie die Situation,
als Julia erfahren hat, dass du sie betr�gst. - Du hast ja keine Ahnung!
Sch�nen Tag noch. - Nein! Glaub nicht, ich nehme das einfach so hin.
Von uns erf�hrst du's nicht. - Verdammt!
(D�stere Musik)
(Knarrendes Ger�usch)
Das k�nnen Sie gerne hier stehen lassen.
Nee, das kommt nach oben. Danke.
(Rascheln und Poltern) �hm ... Ja, nach oben.
Danke.
Na, Schnuppi?
Guck mal, das ist unser neues Esszimmer.
Hier kommt der Tisch hin, da w�rde ich gerne die Kommode hinstellen.
Und hier ... haben wir sogar einen Ofen. Hm?
Magst du dein neues Zimmer sehen?
Ja? Kommt, das ist oben.
Das ist mein Zimmer ... und das ist dein neues Zimmer.
Extra in deiner Lieblingsfarbe gestrichen.
Und, gef�llt's dir?
Was ist, hat's dir die Sprache verschlagen?
(Mann:) Frau Ludwig? - Ja, ich komm gleich!
Was suchst du denn?
Das Puzzlebild, das an der Wand hing. - Hm ... guck mal.
Ich hab das hier vergr��ern lassen.
Ich find, das passt super hier rein.
Hierhin? Oder ... oder da vielleicht?
Was meinst du?
(seufzt:) Anni, bitte mach's mir nicht noch schwerer.
Ich vermisse unsere alte Wohnung auch, aber es ging nicht anders.
Du wirst hier ganz schnell einleben und neue Freunde finden.
Oma und Opa wohnen hier um die Ecke.
Uns wird's hier schon gefallen, versprochen.
(Mann:) Frau Ludwig? - Ja, ich komm ja!
(Dumpfes Poltern von unten)
Das ist kaputt, ich kann Papa nicht erreichen.
Das hab ich ganz vergessen: Dein Papa hat eine neue Nummer.
Und ich habe eine �berraschung f�r dich.
Warte mal.
Dein neues Handy. Na, gef�llt's dir?
Guck mal.
Hier siehst du Papas neue Nummer.
Und du hast �brigens auch eine neue Nummer.
Die siehst du hier.
Ich konnte deine alte nicht mitnehmen, aber nicht schlimm, oder?
Hat Papa die Nummer? - Na klar hat Papa die Nummer.
Die hab ich ihm sofort gegeben.
Schnuppi, ich wei�, dass es nicht leicht ist f�r dich,
so mitten im Schuljahr umzuziehen.
Aber du kannst jeden Tag nach der Schule zum Reiterhof.
Du wirst ein richtiges Pferde- m�dchen. - Und was ist mit Papa?
Den Papa siehst du genauso oft wie jetzt, ist doch klar.
(Ruhige Musik)
(Sie seufzt.)
"Ihr Gespr�chspartner ist zurzeit leider nicht erreichbar."
"Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signalton."
(Signalton) Hallo, ich bin's.
Wir sind ja umgezogen.
Kannst du mich anrufen?
Hab dich lieb.
(Ruhige Musik)
Anni, mit Essen spielt man nicht.
H�r auf, iss! Oder lass es stehen.
So nicht, Fr�ulein, ja?
Hey, hey, hey!
Hey, sch, sch!
Ozon O3 Informationsschwelle 1h..... 180 ug/m3 Alarmschwelle 1h............ 240 ug/m3 Feinstaub PM10 Grenzwert Tagesmittel * .... 50 ug/m3 * F�r die genannten Grenzwerte sind be- stimmte �berschreitungsh�ufigkeiten pro Jahr zul�ssig �bersicht Luftmesswerte 174 >>
(Leises Schluchzen)
(D�stere Musik)
(Vogelzwitschern, ein Auto n�hert sich.)
Anni? Wir warten jetzt nicht mehr. - Doch, Papa kommt bestimmt gleich.
Komm, wir fangen einfach schon mal an, ja?
(leise:) Komm.
Kommt ihr? Es geht los!
So, jetzt aber.
Was hast du ihm gesagt, wann es losgeht? - Um drei.
Es ist halb f�nf. Der kommt nicht mehr.
Es ist ja schon eine Strecke, da kann immer mal was ... - Da ruft man an.
Tom wei� genau, dass Anni auf ihn wartet.
Wir trinken mal den Kaffee, Papa lassen wir ein St�ck Kuchen �brig.
(alle:) Happy birthday to you,
happy birthday to you,
happy birthday, liebe Anni,
happy birthday to you!
(Jubel)
So, mein gro�er Schatz, jetzt bist du schon acht.
Sicher hast du gedacht, du kriegst heute kein Geschenk von mir,
aber das stimmt nicht - im Gegenteil. Alles Gute, mein Engel.
(Papierrascheln)
Geht das auf?
Die Stiefel wirst du brauchen:
Du bekommst von mir eine Reitbeteiligung f�r Lotti.
Das hei�t, du darfst sie reiten, wann immer du m�chtest. - Ah, boah!
Die ersten Termine kannst du gleich mit Karo ausmachen. - Danke, Mami!
(fl�stert:) Du bist das Beste, was mir je passiert ist.
Ich hoff ganz doll, dass es dir mit Lotti leichter f�llt,
dich hier einzuleben, ja?
Jetzt musst du auspusten. - Und dir was w�nschen.
(alle rhythmisch:) Auspusten, auspusten, auspusten, auspusten!
Ja! (Jubel)
Anni hat sich gefreut, das ist die Hauptsache.
Wir h�tten trotzdem woanders feiern sollen. - Wieso, war doch gut?
Und wenn Tom hier aufgetaucht w�r? - Ist er aber nicht.
Der kommt nicht noch mal hierher. Apropos ...
Hast du nicht morgen deinen Termin beim Anwalt? - Ja.
Soll ich mitkommen? - Nein!
Der soll gut sein, Willes Sohn hat jetzt seine Kinder.
Was soll ich machen? Ich konnte auf Dauer die Miete nicht allein zahlen.
Au�erdem werde ich hier besser bezahlt,
und meine Eltern k�nnen sich um Anni k�mmern.
Ging nicht mehr in Karlsruhe. Anni f�hlt sich hier auch wohl.
So viel hat sich gar nicht ver�ndert.
Ich war w�hrend unserer Ehe praktisch alleinerziehend.
Ich hab einfach keine Sicherheit.
Jedes Mal, wenn meine Tochter bei ihrem Vater ist,
f�rchte ich um das Leben meines Kindes.
Sie kommt regelm��ig mit Verletzungen zur�ck.
Vor drei Monaten hatte Tom mit Anni einen Auffahrunfall.
Na ja, das kann mal passieren. - Nein, kann es nicht!
Wenn Anni bei ihm im Auto sitzt, muss er vorsichtig fahren,
nicht nebenbei andere Sachen machen.
Tom ist nicht in der Lage,
unsere Tochter ausreichend und gut an seinen Wochenenden zu versorgen.
Sie wollen das alleinige Sorgerecht, oder?
(D�stere Musik)
Wenn Sie das alleinige Sorgerecht haben,
beh�lt Ihr Ex-Mann trotzdem ein Umgangsrecht zu Ihrer Tochter.
Nein, ich will, dass er sich von Anni fernh�lt.
H�ngt Anni an ihrem Vater?
Sie wissen, dass Ihre Tochter bei Gericht dazu befragt wird? - Nein.
Wenn Anni dann sagt, dass sie gern Zeit mit ihm verbringt, ihn liebt,
haben Sie keine Chance auf alleiniges Sorgerecht. - Und das Kindswohl?
Das Familiengericht wird nur t�tig, wenn es das Kind vor Gefahr
f�r sein gesundheitliches, seelisches oder geistiges Wohl sch�tzen muss.
Tom hat Annis seelisches Wohl schon oft verletzt,
indem er sie vernachl�ssigt und seine neue Familie vorzieht.
Ich muss jedes Mal, wenn sie bei ihm war, danach Aufbauarbeit leisten.
Ich w�rde so weit gehen, dass Tom eine Gefahr ist f�r Anni.
Das reicht nicht f�r einen Sorgerechtsentzug.
Was w�rde reichen?
Sie m�ssen den Kontakt mit Ihrem Ex-Mann verweigern,
m�glichst viele Konflikte aktiv befeuern oder passiv provozieren.
Ihre Tochter muss zu einer Psychologin.
(Off:) Was, warum das denn?
(Anwalt, Off:) Wir m�ssen dem Gericht einen Anhaltspunkt bieten,
wie sehr Anni unter der Situation mit ihrem Vater leidet.
Guten Tag! Ludwig. - Britta Waibel.
Das ist die Anni. - Hallo, Anni.
Magst du mit mir reinkommen? Du brauchst keine Angst haben.
(Off:) Und was, wenn Anni nichts sagt?
(Anwalt, Off:) Das macht nichts. Ich kenne Frau Waibel gut.
Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich miteinander.
Und was macht diese Frau Waibel?
Sie wird Anni Fragen stellen und daraus schlie�en,
dass Ihre Tochter mit der Situation �berfordert ist.
Sie wird in ihrem Gutachten dringenden Handlungsbedarf raten
und dabei Ihre Position st�rken.
Und das ist alles legal? - Selbstverst�ndlich.
Ich bin Anwalt, ich w�rde mich nie angreifbar machen.
(Angespannte Musik)
(Stra�enl�rm)
Sag mal, du hast deine Pausenbrote nicht aufgegessen.
Hab keinen Hunger.
Ich k�nnte trotzdem am Wochenende ...
Das Risiko, sich anzustecken, ist deinem Vater zu hoch.
Er muss n�chste Woche fit sein.
Davon h�ngt wohl ein gro�er Auftrag f�r ihn ab.
Warum sagt er mir das nicht selbst?
Er hat mich noch nie angerufen, seit wir hier wohnen. - Klar!
Aber mich nicht. - Stimmt.
ICH hab mit ihm telefoniert, weil er immer nachts anruft.
Ich ruf ihn jetzt an.
(Rei�verschlussger�usch)
"Ihr Gespr�chspartner ist zurzeit leider nicht erreichbar."
"Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signalton."
(Signalton)
Ich bin es, Papa. Ruf mich an. Bitte.
Es w�r schon, wenn du deine Tochter anrufen w�rdest.
Vielleicht, wenn sie nicht grad schl�ft.
Anni vermisst dich n�mlich. Tsch�ss.
Schnuppi, machen wir uns ein sch�nes M�dchenwochenende, hm?
Kochen Grie�brei und Apfelmus,
legen uns auf die Couch und gucken das ganze Wochenende DVDs, okay?
So, jetzt Hausaufgaben, dann gibt es Spaghetti.
Trink deinen Ingwertee.
(D�stere Musik)
(Die T�r quietscht.)
(Unheimliche Musik)
(Sie seufzt.)
(Handysignalton)
"14 neue Nachrichten."
"Erste Nachricht." (Signalton)
"Ich bin es, Papa. Ruf mich an. Bitte."
(Tastenton) "Zweite Nachricht."
"Warum rufst du mich nicht an?"
"Stimmt es, dass du jetzt Mia lieber hast als mich?"
(Vibrationsalarm)
Hallo? Papa?
H�rst du mich? Papa!
(Bedrohliche Musik)
"Warum sagst du nichts?"
"Ich bin es, Anni." (Tastenton)
(Besetztton)
(Sie seufzt.)
(Bedrohliche Musik)
Entschuldigen Sie bitte die Wartezeit. Es hat l�nger gedauert.
Kein Problem. Haben Sie was rausgefunden? - Ja.
Ihre Ex-Frau ist mit Ihrer Tochter nach Bitburg gezogen.
Also doch, pf! Da wohnen ihre Eltern.
Haben Sie die genaue Adresse?
Ich muss Sie bitten, Ruhe zu bewahren,
zumindest bis zur Gerichtsverhandlung.
Nur so haben wir eine Chance. - Wieso eigentlich?
Was meine Ex-Frau da tut, ist ... Kindesentziehung, nichts anderes.
Das darf sie nicht, das ist eine Straftat, oder nicht? - Ja.
Das ist eine unzul�ssige Eigenm�chtigkeit.
Ich nehme an, das Gericht wird es genauso sehen.
Hei�t das, dass ich f�r Anni dieses Aufenthaltsbestimmungsrecht bekomme?
Das ist leider nicht so einfach.
Wir m�ssten Ihrer Frau nachweisen, dass sie nur umgezogen ist,
um Ihnen den Umgang mit Anni zu erschweren.
Das ist nicht so leicht nachweisbar.
Ja, aber da muss es noch ... ich wei� nicht ... was anderes geben.
Kann man nicht auf Kindeswohl pl�dieren? F�r Anni ist das doch ...
Dieser Umzug ist furchtbar f�r sie.
Sie wird aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen,
muss die Schule wechseln, verliert alle Freunde.
All das sind unsere Argumente vor Gericht.
(niedergeschlagen:) Ja.
(Aufgew�hlte Musik)
(T�rklingel)
Hallo, mein Schatz! Hey!
Hey, S��e, hey.
Es tut mir leid, dass wir uns so lange nicht gesehen haben.
Ich wusste nicht, wo ihr hingezogen seid.
Ich hab es eben erfahren und bin sofort gekommen.
Was willst du hier? Geh in dein Zimmer? Ich muss mit Papa reden.
Ich will nicht mit dir reden, sondern mit Anni. - Geh rauf.
Anni, ich hab dich vermisst. Ich wusste nicht, wo du bist.
Du l�gst! Glaub ihm kein Wort. - Ich l�ge nicht.
Deine Mutter ist heimlich umgezogen. - So ein Quatsch!
H�r auf mit dem Schei�! - Ah!
Was soll das? Warum hast du mich nicht �ber den Umzug informiert?
Weil es dich nichts angeht, es ist meine Sache.
Ist es nicht. Wir haben das gemeinsame Sorgerecht. - Noch.
Tz! Damit wirst du nicht durchkommen.
Das werden wir sehen. - Was ist los mit dir?
Wir haben uns versprochen, alles zu tun,
damit Anni nicht unter unserer Trennung leidet.
Sie ist nicht die Einzige. - Ach.
(betont:) Es tut mir leid, okay? - Ja? Was genau tut dir leid?
Dass du mich jahrelang mit deinem B�roh�schen betrogen hast?
Dass du mich belogen, verarscht und alles zerst�rt hast?
Ich habe dich nicht jahrelang betrogen und belogen.
Meine Trennung von dir hatte Gr�nde - die kennst du.
Jetzt bin ich schuld? - Das hab ich nicht gesagt.
Geh raus. Es ist besser, wenn du jetzt gehst.
Julia. - (schniefend:) Hau ab.
Wollen wir so enden? Sollen Gerichte das kl�ren?
Sollen die entscheiden, wann ich Anni sehen darf? Willst du das?
Geh oder ich hol die Polizei. Hau ab! Das ist meine Wohnung.
Aber auch meine Tochter! - H�rt auf!
Jetzt raus! - Verdammt noch mal.
Herr Ludwig, ich spreche hiermit ein Ann�herungsverbot aus,
zum Wohl des Kindes, bis der Sachverhalt gekl�rt ist.
Ich darf Sie bitten, dass Sie in Ihr Auto steigen und wegfahren. Danke.
(Vogelzwitschern)
(D�stere Musik)
(Der Motor wird gestartet.)
Okay, alles klar. - Auf Wiedersehen.
(Sie verschlie�t die T�r.)
(Melancholische Musik)
Anni. Anni!
(Traurige Musik, Schluchzen)
(Anw�ltin, Off:) Das Betretungsverbot gilt vorerst f�r zwei Wochen.
(Off:) Ich wollte nur mit ihr reden. - Ich habe Sie gewarnt.
Ihre Ex-Frau hat jetzt beantragt,
dass Sie Ihre Tochter drei Monate nicht sehen d�rfen.
Was? Wie hat sie das denn begr�ndet?
Anni sei durch den Polizeieinsatz verunsichert und brauche Abstand,
um das Ganze zu verarbeiten. - Aber ich habe gar nichts gemacht!
Laut Polizeiprotokoll haben Sie Ihre Ex-Frau angegriffen.
Aber das stimmt nicht! - Dann steht Aussage gegen Aussage.
Das ist unfassbar.
In Abw�gung aller Kriterien wird das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht
der Kindsmutter �bertragen.
Sie ist die Hauptbezugsperson f�r ihre Tochter Anni.
Auch wenn durch den Umzug der Mutter
die sozialen Kontakte des Kindes weggefallen sind,
ist f�r das Kindswohl entscheidend, dass Anni bei ihrer Mutter lebt,
weil sie die subjektiv gr��te Best�ndigkeit f�r das Kind bildet.
Ich rufe jetzt das Umgangsverfahren auf und verk�nde folgenden Beschluss:
"Dem Antrag der Kl�gerin,
dem Vater eine dreimonatige Kontaktsperre aufzuerlegen,
wird stattgegeben."
(Off:) Von wegen, sie kann sich ihre Wohnung nicht mehr leisten.
H�tte sie was gesagt, h�tte ich ihr was gegeben.
Bessere Verdienstm�glichkeiten hat sie dort auch nicht. Schwachsinn!
Wie kann das Pers�nlichkeitsrecht der Mutter schwerer wiegen
als das Wohl unserer Tochter? - Herr Ludwig ...
Auch wenn Sie es als ungerecht und unfair empfinden:
Sie m�ssen sich an die dreimonatige Kontaktsperre halten.
Das geht nicht. In f�nf Wochen sind Winterferien.
Da fliegen wir mit Anni nach Lanzarote zum Tauchen.
Das m�ssen Sie verschieben. - Nein, auf keinen Fall.
Das mach ich nicht. Es ist schon alles gebucht.
Au�erdem freuen wir uns alle schon ewig darauf.
Anni kann nicht mitfahren, Sie riskieren sonst das Sorgerecht.
(Er seufzt.) Gott!
Und wie soll ich ihr das erkl�ren? Wie?
Ich muss es ihr sagen, dass wir ohne sie fahren.
Ich wiederhole mich: Sie d�rfen nicht mit Ihrer Tochter in Kontakt treten.
Ich muss meiner Tochter selber sagen d�rfen, warum das nicht geht.
Dass nicht ich schuld bin, sondern das Gericht so entschieden hat.
Das muss Anni wissen - von mir! - Sie verstehen es anscheinend nicht.
Deshalb noch einmal ganz deutlich:
Es ist v�llig egal, wie Sie dar�ber denken.
Wenn Sie in den n�chsten drei Monaten irgendwie in Kontakt mit Anni treten,
werden Sie Ihr Sorgerecht verlieren.
Ist es Ihnen das wert? Haben Sie mich jetzt verstanden?
(Er stammelt.)
(Melancholische Musik)
Hast du Sonnencreme gekauft? - Ja.
(leise:) Warte, wo ist sie? Hier, bitte. - Danke!
(Handbremse wird angezogen, Vogelrufe.)
Vergiss nicht, mich anzurufen, wenn ihr da seid. - Versprochen.
Das hast du das letzte Mal auch, und dann?
Ehrenwort. - Okay.
(Julia atmet laut aus.)
(T�rklingel)
Das darf doch nicht wahr sein. (T�rklingel)
Das gibt es doch nicht. Wir haben elf ausgemacht.
(Sie seufzt.)
(T�rklingel)
Hallo, hier ist Julia. Und Anni. Es ist elf, wo bist du?
Wir stehen vor eurem Haus. Bitte ruf an.
(Unheimliche Musik)
Schnuppi, vielleicht macht er noch Besorgungen. Wir warten, ja?
(D�stere Musik)
Komm, mein Schatz. Eine Stunde warten reicht.
(Sie erbricht.) - Anni?
Oh, mein Schatz.
Oh, Gott, du Arme.
(Anni hustet.)
Komm, lass dich mal abwischen. Geht es? Oh ... Musst du noch mal?
Oh, das tut mir leid.
(Toilettensp�lung)
(D�stere Musik)
Bis morgen! Danke dir!
(Julias Mutter:) Tsch�s, ihr zwei. - Tsch�s.
Na, wie war es? Habt ihr was Sch�nes gemacht? - Ja.
Das ist von deinem Vater.
(Vogelzwitschern)
Das will ich nicht. - Nicht mal reingucken?
Nein. - Wollen wir es zur�ckschicken?
Ich muss dir was sagen: Dein Vater will dich sehen.
Ich wei� nicht, was er nach drei Monaten Funkstille von dir will,
aber er besteht darauf, dich zu sehen.
Ich will aber nicht.
Das versteh ich, aber es n�tzt nichts: Du musst.
Warum? - Weil es das Gesetz so will.
Und weil dein Vater drauf besteht. Dagegen k�nnen wir beide nichts tun.
(Julia seufzt.)
Ich lass dich nicht allein mit ihm.
Eine Frau vom Jugendamt wird dabei sein
und aufpassen, dass dir nichts passiert. Keine Angst.
(Er atmet nerv�s aus.)
Wollen Sie auch einen Kaffee? - �h ... nee, danke.
Wird schon gut gehen. Lassen Sie Anni Zeit, �berfordern Sie sie nicht.
Ja. Okay.
(T�rklingel)
(Der T�r�ffner summt.)
Wenn irgendwas doof ist, ruf mich einfach. Ich bin hier drau�en, ja?
Hallo, Anni. Tag, Frau Ludwig. - Hallo.
Hey, mein Schatz.
Hallo, Anni. Na, wie geht es dir? Hm?
Hm? Was ist denn los?
Hm? Du musst doch keine Angst haben vor mir?
Ich bin doch dein Papa. - (erstickt:) Will nicht.
Du willst nicht? Hat sie irgendwas?
Ich wei� nicht.
(Gespenstische Musik)
Ich glaub, wir beenden das hier an der Stelle.
Was? - (fl�stert:) Alles gut, alles gut.
Tut mir leid. - Aber ...
Anni! Ich hab mich doch so auf dich gefreut.
Ich versteht das nicht. Was war denn das eben?
Die hat ja richtig Angst vor mir, aber ich bin doch ihr Vater.
Ich bef�rchte, sie wurde dementsprechend beeinflusst.
Wie? Sie meinen, dass ihre Mutter sie so ... Dass das von ihr kommt?
Informieren Sie sich mal �ber den Fachbegriff "PAS".
Vielleicht erkl�rt der das Verhalten Ihrer Tochter.
(Off:) "Eltern-Kind-Entfremdung".
Kinder entfremden sich durch Manipulation und Indoktrinierung
vom anderen Elternteil, weisen ihn dann ganz zur�ck.
Was deine Ex macht, muss verhindert werden - schnell!
Sonst hat Anni einen Schaden f�rs Leben. - Den hat sie schon.
Sie hasst mich, will mich nicht sehen. - Nein, sie liebt dich.
Sie zeigt es nur nicht, weil sie manipuliert wurde.
Julia hat ihren Hass auf dich auf Anni �bertragen.
Anni tut alles, um Julia zu gefallen, weil sie bei ihr lebt
und sie nicht auch verlieren will. - Okay, und jetzt?
Wie? - Diese Frau sitzt am l�ngeren Hebel.
Die dr�ckt mich weg. - Und du l�sst es machen.
Was soll ich deiner Meinung nach tun?
Ihr eine reinhauen? Anni entf�hren? - Wehre dich!
Wie denn, verdammt noch mal! Steht das auch da drin?
(D�stere Musik)
Was ist denn jetzt? Wo gehst du hin?
(Er seufzt.)
(Er wirft das Glas auf den Tisch und seufzt.)
Schei�e!
(Anw�ltin, Off:) Bei Ihnen g�be es nur ungesundes Essen - Pizza, Cola -,
Schlafenszeiten werden nicht eingehalten, keine feste Struktur,
von Hygiene ganz zu schweigen. - Quatsch! Davon stimmt nichts.
Das ist leider noch nicht alles. - Was denn noch?
Ihre Ex-Frau hat Sie angezeigt ... unangemessene Fotos von Ihrer Tochter
gemacht zu haben. (�berraschtes Ausatmen)
(zittrig:) Das ... die ...
Mit dieser Anzeige l�uft jetzt leider eine ganze Maschinerie an.
(Anw�ltin, Off:) Kindeswohlgef�hrdung steht im Raum.
Die Polizei und das Jugendamt ermitteln jetzt in Ihrem Fall.
(leise:) Komm, Mia, wir gehen kurz raus.
(Leise Gespr�che)
(fl�stert:) Bis sp�ter.
(Off:) Das ist gelogen, das stimmt alles nicht!
Da muss jemand handeln, verdammt noch mal!
Ich lass mir das nicht mehr gefallen. Was denkt die?
Das wirklich Einzige, was Ihnen jetzt hilft,
ist, mit Ruhe und Gelassenheit auf diese massiven Vorw�rfe zu reagieren.
Auch wenn es schwerf�llt. Alles andere dient nur der Gegenseite.
Herr Ludwig ... ich kann nur an Ihre Vernunft appellieren.
Schei� auf die Vernunft. Ich will, dass wir endlich was machen!
Wir, nicht immer nur die.
Wir k�nnen nicht immer zuschauen und reagieren. Jetzt bin ICH mal dran.
Herr Ludwig ... (Sie r�uspert sich.)
Ich will die anzeigen - wegen Verleumdung. Geht das?
(seufzend:) Ich muss Ihnen noch was sagen.
Tom?
(D�stere Musik)
(Er seufzt, die Musik wird eindringlicher.)
(Dramatische Musik)
Sorgerechtsentzug.
Das hei�t ...
keinerlei Ausk�nfte von Schulen, von �rzten, nichts.
Ich bin nur noch Geldgeber ... aber kein Vater.
Noch ist es nur vorl�ufig.
Die tut alles, dass ich so ... die ...
(aufgel�st:) Die schmei�t mich aus Annis Leben raus.
Systematisch macht die das.
(weinend:) Ich hab Angst ... Angst.
(Er weint.)
Sag, wie hie� noch mal die Psychologin, die das erste Mal
vor Gericht bescheinigt hat, dass Anni deinetwegen leidet?
"Fiebel" oder so. - Schau bitte nach.
Waibel. - Britta Waibel?
Ja.
Ich habe hier ein Selbsthilfeforum gefunden.
Die scheint das �fter zu machen. Was genau hat die geschrieben?
"Anni braucht therapeutische Hilfe. Sie wirkt emotional leer."
"Ist mit der elterlichen Situation �berfordert"? - Ja.
"R�t deshalb, das Kind bei der Mutter zur Ruhe kommen zu lassen."
Ich meld mich da mal an. Vielleicht kriegen wir da ja noch Infos.
Jenny. Das ist total lieb von dir, aber du musst das nicht machen.
Ich krieg das hin. Das ist meine Sache, okay?
(Er seufzt.)
Nee ... ist es nicht.
Schon lange nicht mehr.
Wir m�ssen das zusammen kl�ren. Sonst schaffen wir das nicht.
(Sie geht weg.)
Super, sehr gut!
(Trillerpfeife) Und Endspurt.
Jeder einen Ball. Sauberen Angriff spielen und Abschluss!
Super, Paul, sehr gut. Johann, nicht tr�umen.
Sehr gut und abschlie�en. Super, Daniel, sehr gut.
Feierabend! Habt ihr super gemacht. Ich bin stolz auf euch.
Bis n�chste Woche. - Herr Tillak?
Herr Ludwig. - Hallo.
Danke, dass Sie so schnell bereit waren, sich mit mir zu treffen.
Ich wei� genau, wie's Ihnen geht. Ich hab mir vor sechs Jahren
jemand gew�nscht, der mich aufgekl�rt, was mich erwarten wird.
Ja? Und was hat Sie alles erwartet?
(Er seufzt.)
Wollen wir mal ein paar Schritte gehen? - Gerne.
(seufzend:) Wo soll ich anfangen?
Einspr�che, Beschwerden ...
Einstweilige Anordnungen, Dienstaufsichtsbeschwerden,
Unterstellungen, Verd�chtigungen.
Meine Ex-Frau handelte, ich reagierte.
Aus dem Kampf um Julius, unseren Sohn, in ein Kampf um ...
alles oder nichts geworden.
Die meisten Richter haben von PAS keine Ahnung.
Die verlassen sich auf ihre Gutachter.
Wenn jemand wie Waibel sagt, das Kind ist bei der Mutter besser aufgehoben,
folgen die deren Gutachten, ob es stimmt oder nicht.
Ich hab nur gesehen, mein Sohn leidet.
Ich hab nichts dagegen tun k�nnen.
Ich hab sechs Jahre gebraucht, bis ich aufgegeben hab.
(schnaubend:) Sechs Jahre ...
Bis ich dann als Vater ... aussortiert wurde.
Und Sie haben gar keinen Kontakt mehr zu Ihrem Sohn?
(zerrissen:) Ich ... konnte einfach nicht mehr.
Klar frage ich mich manchmal, ob ich das darf als Vater.
Aufgeben, weil ich's selber nicht aushalte.
Aber ... - Tsch�ss, Trainer!
Tsch�ss, Paul! War klasse.
Beschl�sse anzufechten ... meine ganze Kraft da reinzusetzen,
irgendwelche Kleinkriege auszufechten,
w�hrend der n�chste schon angezettelt wird, das ging einfach nicht mehr.
Ich hab in den letzten sechs Jahren �ber 3.000 E-Mails geschrieben.
Der offizielle Schriftverkehr umfasst mittlerweile acht Ordner.
Ich hab das mal ausgerechnet. Ich hab f�r die Scheidung,
die Gutachter, die Anw�lte, die Berater �ber 80.000 Euro ausgegeben.
Ich bin mehrmals an einer Privatinsolvenz vorbeigeschrammt.
(Er seufzt.)
(kapitulierend:) Ja.
Es gibt keine offizielle Statistik.
Aber das, was Ihnen passiert ist, ist leider kein Einzelfall.
Die Ursachen unterscheiden sich kaum. Meist geht es um verletzte Gef�hle,
Rache und Eifersucht.
Der Rest eben, der von einer ehemals gl�cklichen Beziehung bleibt.
Positive Erinnerungen werden im Gehirn gel�scht
und durch Untaten ersetzt.
Es ist zwar irreal, weil Ihre Tochter
h�chstwahrscheinlich keine negativen Erfahrungen mit Ihnen gemacht hat,
trotzdem w�chst das Feindbild in ihrem Kopf immer weiter.
Dann hat sie noch gesagt,
dass der Schaden an der kindlichen Psyche kaum reparabel sein wird.
Hat sie auch gesagt, was du tun kannst?
Na ja, das ...
Wenn ich irgendwas mache, prozessieren oder so,
f�hrt das nur zu Stress und Eskalation.
Hei�t das, du sollst dich damit abfinden?
(ratlos:) Nee ... (Er seufzt.)
Was ist das jetzt?
Auf dem Papier hat sich Frau Waibel als Psychotherapeutin ausgegeben.
Sie ist beim Amtsgericht als Psychotherapeutin eingetragen.
Kann sie doch sein, ist doch egal. - Eben nicht.
Sie ist keine Psychotherapeutin. Die hat nicht studiert.
Ich hab das �berpr�ft.
Vielleicht kannst du damit das Sorgerechtsverfahren kippen.
Das muss ich der Anw�ltin sagen.
Mia? Kommst du mal? - Gleich.
Ja, hier Tom Ludwig. Haben Sie eine Sekunde?
Hmm, kann ja alles sein.
Nein, nein. Wenn Frau Waibel nicht die erforderliche Qualifikation hat,
um ein Gutachten bei Gericht einzureichen,
k�nnen wir das anfechten und Titelmissbrauch geltend machen.
Na, das ist dann ein Extraverfahren
und hat mit dem Sorgerechtsverfahren nichts zu tun.
Die Richterin, die �ber das endg�ltige Sorgerecht entscheidet,
hat ein eigenes Familiengutachten beauftragt,
und nur auf das wird sie sich st�tzen.
(T�rklingel)
Hallo. - Guten Tag, Frau Ludwig.
Doris Jahn mein Name. - Freut mich, kommen Sie rein.
Kann ich Ihnen Ihren Mantel abnehmen? - Gern.
Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen nerv�s.
M�ssen Sie nicht. - Doch. Von Ihrem Gutachten
h�ngt immerhin die Entscheidung �ber das Sorgerecht ab. - Nein.
Ich bin nur beauftragt, ein Familiengutachten zu erstellen.
Ich gebe Empfehlungen, der Richter entscheidet. - Verstehe.
(Klopfen)
Schau mal, mein Schatz, das ist Frau Jahn.
Die hat ein paar Fragen an dich.
Hallo. - Hallo, Anni.
Keine Angst, wir unterhalten uns einfach nur.
Darf ich?
Wei�t du, warum ich da bin, Anni?
Weil ich nicht zu Papa will.
Und warum nicht?
Weil er bei meiner Geburt nicht dabei war.
Au�erdem hab ich Angst vor ihm.
Kannst du mir sagen, warum du Angst hast?
Weil er b�se ist und mich vernachl�ssigt.
Wie meinst du das?
Na, er hat jetzt eine neue Familie.
Die hat er viel lieber. Ich bin ihm egal.
Ich st�re nur noch.
Macht dich das traurig?
Nein. - Kein bisschen?
(Angespannte Musik)
Er l�gt, wenn er den Mund aufmacht.
(leise:) Sagt das die Mama?
Au�erdem haut er mich. Er hat schon �fters gehauen.
Auch die Mama. - Er hat dich schon mal geschlagen?
Ich habe Angst vor Papa. Ich will nicht mehr zu ihm, nie mehr.
Ich wei� nicht, warum sie ihren Vater so hasst
und warum sie ihn ablehnt.
Kann ich mir selber nicht erkl�ren.
Momentan will sie nicht mal mehr am Telefon mit ihm sprechen.
Und wenn Sie sie dazu ermutigen? - Ja, wie?
Ich kann sie ja nicht zwingen.
Anni ist ein ... sehr sensibles Kind.
Sie sp�rt genau, ob sie wirklich geliebt wird
oder ob sie nur das f�nfte Rad am Wagen der neuen Familie ist.
Mhm.
Soll ich dir helfen?
Ich mach eh gerade eine dunkle W�sche.
Dann k�nnen wir das dazutun, ja?
Ich komm gleich und hol's mir.
(Beklemmende Musik)
Kannst du auch nicht schlafen?
Komm her.
(fl�sternd:) Es tut mir leid.
Haben Sie mit Ihrer Tochter geredet? Wei� sie, was auf sie zukommt?
Sie hat genauso Angst wie ich. - Rei�en Sie sich zusammen.
Sie kommen.
Mama. Lass mal.
Ist gut.
Hallo. - Hallo.
Muss ich in ein Heim, wenn Papa das Sorgerecht f�r mich kriegt?
Ich wei� nicht, was dein Vater dann vorhat.
Zuzutrauen w�r's ihm schon. - So ein Quatsch. Er ...
Misch dich nicht ein!
Ich will nicht weg von Mama. - (leise:) Nat�rlich nicht.
Deshalb wird das alleinige Sorgerecht der Kindsmutter zugesprochen.
Das Gericht beruft sich dabei haupts�chlich
auf das Familiengutachten von Frau Jahn,
die sowohl mit beiden Elternteilen, den Gro�eltern
als auch mit dem M�dchen und ihren Lehrern und �rzten gesprochen hat.
Anni reagiert auf ihren Vater sehr ablehnend.
Es ist leider nicht mehr feststellbar warum.
Wir k�nnen zwar nicht ausschlie�en,
dass das Kind von der Mutter instrumentalisiert wurde,
bef�rworten dennoch, dass das Kind in seiner gewohnten Umgebung bleibt.
Das Umgangsrecht des Vaters bleibt erhalten.
Ich danke Ihnen. Ohne Sie h�tte ich das nicht geschafft.
Die Gegenseite wird den Beschluss so nicht akzeptieren.
Wir telefonieren, wenn ich was h�re, ja?
Ich dachte, wir feiern unseren Sieg? - Ich muss zur�ck in die Kanzlei.
K�nnten Sie die Rechnung diesmal bitte zeitnah begleichen?
Klar. Versprochen. Vielen Dank, Wiedersehen.
Jetzt gibt's ein Eis, oder? Hm?
Dein Vater hat dir wieder geschrieben.
(Sie zerrei�t den Brief.)
Der l�sst uns einfach nicht in Ruhe.
Ich muss wieder vors Gericht.
Warum?
Weil dein Vater drauf besteht, dich ab und zu zu sehen.
Aber ich will ihn nicht sehen. - (seufzend:) Ja, ich wei�.
Aber das ist ihm egal. (Sie schluchzt.)
(wimmernd:) Ich bin's so leid.
Ich kann nicht mehr.
Ich kann einfach nicht mehr.
(Schluchzen)
(Sie weint.)
Alles gut, Schatz, entschuldige.
(Schluchzen)
Alles gut.
(Beklemmende Musik)
"Hallo, Papa."
"Wie oft willst du mir noch P�ckchen und Briefe schicken,
bis du begreifst, dass ich nichts von dir haben will?"
"Was muss ich tun, damit du uns endlich in Ruhe l�sst?"
"Ich will mit dir nicht telefonieren."
"Auch sonst will ich nicht mit dir reden."
"Am liebsten will ich dich nie mehr sehen."
"Vergiss mich einfach."
"So, wie ich dich vergessen habe."
"Geh endlich aus meinem Leben."
"Verschwinde f�r immer. Ich hasse dich. Anni."
(Beklemmende Musik)
Anni, kommst du? Essen ist fertig.
(Sie setzt den Deckel auf den F�llfederhalter.)
(Geschirr klirrt.)
Tut mir leid, Schnucki, dass es so lange gedauert hat.
Danke f�r's Schnippeln.
(K�chenger�usche)
Was machst denn du da?
(D�stere Musik)
Sag mal, spinnst du? He, was soll denn das? Anni?
Schatz.
(Hupen)
(Bedrohliche Musik)
Hast du einen Moment?
Ich werde Anni nicht aufgeben, niemals.
Ich werde um meine Tochter k�mpfen, egal, was du tust.
Anni will dich nicht mehr sehen. - Anni will mich nicht mehr sehen?
Meine Tochter liebt mich. Sie kann es nur nicht zeigen,
weil du es nicht zul�sst, sie manipulierst und kaputtmachst.
Sie landet noch in der Psychiatrie, wenn du nicht aufh�rst.
Willst du das? Ich versteh dich nicht, du liebst sie doch auch.
(Schweres Atmen)
(Off:) Er schl�gt die Mama, mich auch.
Das hat er auch gemacht.
Ich w�nschte, er w�re tot.
Wenn Sie jetzt bestimmen, dass ich wieder zu ihm muss ...
bringe ich mich um.
(fl�sternd:) Los geht's.
Bis gleich.
Ich fasse also die drei Vorschl�ge zusammen, die im Raum stehen.
Erstens den Vorschlag des Verfahrensbeistandes:
Das Umgangsrecht des Vaters wird f�r drei Monate ausgesetzt.
Zweitens den Vorschlag des Jugendamtes:
Das Umgangsrecht wird f�r eine gewisse Zeit ausgesetzt.
Drittens den Vorschlag des Anwaltes Wolters:
Der Umgang wird f�r mindestens zwei Jahre ausgesetzt.
Letzteres ist die l�ngste zul�ssige Dauer.
Ich werde keinen der drei Vorschl�ge annehmen.
Und ich weise Sie jetzt schon darauf hin,
dass die einseitige �bertragung der elterlichen Sorge �berarbeitet
und auf beide Elternteile zur�ck�bertragen wird.
Weiterhin verpflichte ich beide Elternteile
zu einer gemeinsamen, zeitnahen Beratung,
damit Sie endlich lernen, wieder miteinander zu reden.
In dieser Beratung geht es ausschlie�lich
um die Sichtweise Ihrer gemeinsamen Tochter auf den Elternkonflikt.
Wenn Sie, Frau Ludwig, weiter versuchen,
den Umgang Ihrer Tochter mit dem Vater zu verhindern,
oder nicht in die Beratung kommen,
werte ich Ihr Verhalten als Desinteresse an Ihrem Kind
und als Defizit in der elterlichen Sorge.
Und ich werde dann sofort
Ihr Aufenthaltsbestimmungsrecht f�r die Tochter entziehen.
Sollten Sie, Herr Ludwig, meinen ... Sie brauchen keine Beratung ...
dann werde ich Ihren Umgangsantrag sofort zur�ckweisen.
Erst nach dieser Beratung steht eine Entscheidung an,
was das Sorge- und Umgangsrecht betrifft.
Und dann ist es nicht mehr meine Entscheidung.
Sondern es ist Ihre Entscheidung.
Gut.
Wir sehen uns in drei Monaten wieder hier in diesem Saal.
Das pers�nliche Erscheinen wird angeordnet.
(Nerv�ses Atmen)
(Leise angespannte Musik)
(T�rklingel)
Hallo.
Komm rein.
(Leise angespannte Musik)
Bis dann.
Sch�n, dass du da bist.
Hast du Hunger oder Durst?
Oma Heidi hat extra Krautwickel gemacht.
Magst du welche?
Oder vielleicht willst du puzzeln? Ich hab ein neues Fotopuzzle.
Ich bin nur hier, weil ich muss. Damit Mama keinen �rger kriegt.
Kann ich in mein Zimmer?
Na klar.
Ich hab dir da auf die ...
(Sie schlie�t die T�r.)
(Melancholische Musik)
(Seufzen)
(Melancholische Musik)
(Sie seufzt.)
(Melancholische Musik)
(D�stere Musik)
SWR 2019
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