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AUF SENDUNG
AUF SENDUNG
Heute bei uns zu Gast ist ein wahrer Selfmademan.
Ein Mann des 21. Jahrhunderts.
Er möchte Bürgermeister einer kleinen Insel werden.
Er ist Geschäftsmann, Vater, Ehemann und Freund,
und er wird von allen geliebt.
Aber was noch wichtiger ist: Er genießt Respekt.
Wir wollen mit ihm über seine Kandidatur sprechen
und mehr über ihn erfahren.
-Ich wünsche allen einen guten Abend. -Fanis, fangen wir ganz von vorne an.
-Warum kandidieren Sie? -Ich habe schon lange daran gedacht.
Ich weiß, dass es neben meinen anderen Geschäften mehr Stress bedeuten würde.
Aber sowohl beruflich als auch privat suche ich nach klugen Lösungen
und verbinde sie effektiv und den Umständen angemessen.
Zum Glück hält meine Familie zu mir und unterstützt mich.
Sie bedeuten mir alles. Ich mache das alles nur für sie.
Ich war sehr geduldig, aber ihr haltet mich wohl für blöd!
Ihr seid zu weit gegangen. Es reicht!
Ihr habt kein Recht, so mit uns umzugehen!
Solange ihr hier wohnt, habt ihr zu gehorchen!
Verstanden?
-Also, was hast du auf Korfu gemacht? -Sagte ich doch, ich war auf einer Party.
-Mit wem? -Allein.
-Ohne was zu sagen. -Ihr hättet es verboten.
-Mit wem warst du da? -Ich sagte doch, allein!
Welche Party?
EDM. Eine Undergroundparty.
Elektronische Tanzmusik. Von Facebook-Freunden.
Du lässt dich morgen auf COVID testen. Willst du uns alle gefährden?
-Bist du dumm? -Ich war vorsichtig.
-Gehst du öfter auf solche Partys? -Ja.
-Drogen? -Unmengen. Aber ich nehme keine.
-Kann ich gehen? -Nein.
Aber das betrifft mich nicht.
Wenn Klelia COVID hat, könnte ich mich anstecken und sterben.
-Lächerlich. -Seid still!
Es reicht!
Euer Vater und ich gaben unsere Fehler zu.
Aber so dürft ihr nicht mit uns reden.
-Was können wir denn noch tun? -Ich entschuldigte mich. Vergessen wir es?
-Hast du einen anderen? -Nein.
Thanos ist dein Freund. Ist es fair, ihn anzulügen?
Ab sofort essen wir wieder gemeinsam zu Abend.
So wie früher. Ob es euch gefällt oder nicht.
Und niemand geht aus, ohne mir Bescheid zu sagen!
Verstanden?
Okay.
-Du willst alles wissen, was wir tun? -Ja.
Auch, wenn ich Spyros ficke?
Ja?
Du hältst Ehrlichkeit doch gar nicht aus.
Antonis.
Du musst nicht vulgär werden.
Ich war nicht vulgär.
-Ich versuche zu verstehen, was du willst. -Rede mit uns!
Ich habe etwas erzählt, und ihr tut, als hättet ihr es nicht gehört.
Was willst du? Sollen wir dich anfeuern?
Sag mir, was du von uns willst!
-Fanis… -Ich habe es satt, das Arschloch zu sein.
Welche Reaktion erwartest du auf deine Homosexualität?
Habe ich dich rausgeworfen? Habe ich dich geschlagen oder verflucht?
Soll ich sie im großen Kreis feiern?
Wie cool soll ich für dich sein?
Ich verurteile niemanden und hasse Doppelzüngigkeit.
Bei mir weiß man, woran man ist.
Wenn ich mit meiner Familie am Tisch sitze,
können wir alles ungezwungen, offen und ruhig besprechen.
Für uns ist es…
5. KAPITEL - DIE FAMILIE
…eine Zeit der Verbundenheit.
Und niemand muss was vortäuschen.
Negativ.
In zwei Tagen machen wir noch einen, zur Sicherheit.
Danke.
Hallo, Klelia.
Orestis, hallo.
Komm rein.
Komm, Marika.
Bravo!
Wir sehen uns morgen um 12.
Antonis.
-Kommt deine Schwester? -Ich glaube schon.
-Geht es ihr gut? -Ja.
Sie fehlt schon drei Tage. Wenn sie aufhört, muss ich das wissen.
Ich sag's ihr.
Ich bin so stolz auf sie.
Sie ist ein liebevolles, schönes, kluges und talentiertes Mädchen.
Ich vertraue ihr vollkommen.
Ich mache mir um meine Tochter die üblichen Sorgen.
Ich bin ziemlich streng und konservativ, was sie angeht.
-Hallo. -Hi.
Manche würden das für gefährlich halten.
Ich sah keine andere Möglichkeit, mit dir zu reden.
Ich kann dich nicht anrufen. Du kommst nicht zum Unterricht.
-Ich wollte dich sprechen. -Mir ging es nicht gut.
Mir auch nicht. Wir müssen darüber reden.
Deshalb… Ich stalke sonst niemanden.
-Nie? -Nein.
Ich mach das ständig.
In deinem Alter ist es süß, in meinem unheimlich.
Du bist sehr streng.
Ich wollte mich dafür entschuldigen, was auf Korfu passiert ist.
-Ich wollte mich nicht… -Hast du nicht. Sei nicht blöd.
Doch, und ich fühle mich unwohl.
Es gibt keinen Grund für Schuldgefühle. Oder was auch immer du fühlst.
So war das nicht. Ich weiß, was ich getan habe.
-Weißt du nicht. -Du irrst dich.
Ich habe dich angemacht. Es ist nicht deine Schuld.
Ich ließ es zu. Das Boot, das Schwimmen, das Buch.
-Hast du Angst, Ärger zu kriegen? -Ja, das auch.
Hast du Gefühle für mich?
Sag die Wahrheit.
Selbst wenn,
-darf es nicht sein. -Ich verstehe.
Auch wenn es mir nicht gefällt.
Aber es ist was passiert.
Wir sollten das lieber vergessen.
Wenn es dir hilft.
Du bist mir also gefolgt, um dich zu entschuldigen?
-Ja. -Weil ich dich angemacht habe?
Mir hat es gefallen, und ich bereue es nicht.
Du musst mir nicht mehr folgen.
Okay. Ich liebe meine Tochter. Was soll ich machen?
Kennen Sie einen Vater, der das nicht tut?
Jetzt mal im Ernst.
Ich bin so stolz auf sie.
Sie ist ein liebevolles, schönes, kluges und talentiertes Mädchen.
Ich vertraue ihr vollkommen.
Ich habe Angst. Ich habe Todesangst!
Mit wem sie ausgeht, in wen sie sich verliebt, was sie tut…
Dieser Maestro!
Ich mache mir um meine Tochter die üblichen Sorgen.
Ich bin ziemlich streng und konservativ, was sie angeht.
Aufhören!
Klelia, lass die Pedale in Ruhe und spiele nicht so lustlos.
Und ihr, etwas mehr Pep!
Noch mal.
Eins, zwei, drei und…
Sofia hat bei jeder meiner Entscheidungen zu mir gestanden.
Sie unterstützt mich.
Wenn sie sieht, wie glücklich wir alle sind,
ist sie es auch.
-Kandidiere nicht. -Das steht nicht zur Debatte.
Wenn es schlimmer wird, geraten die Kinder in Gefahr.
Nicht, wenn ich gewählt werde.
Du irrst dich.
Entspann dich, die Kinder ziehen bald nach Athen.
Ich will auch hier weg.
Sind deine Pillen alle?
Ja.
Ich frage Michalis nach einer Packung.
Ich kann welche aus Athen bestellen.
Obwohl du sie absetzen solltest.
Es passt gerade nicht.
-Gehst du oft zum Arzt? -Wenn es nötig ist.
Das ist keine gute Idee.
-Ach ja? -Ja.
Es gefällt mir nicht, wenn du ihn triffst.
Mir gefällt auch vieles nicht, was du machst.
Andererseits möchte ich, dass du dich mir mitteilst.
Du wusstest es. Du kannst ruhig schlafen.
Übertrage Charalambos mehr Verantwortung.
Das will er doch, oder? Deshalb erpresst er dich doch.
Gib sie ihm.
Er bekommt einen größeren Anteil und mehr Freiheit.
Charalambos lässt uns auffliegen.
So ist Charalambos nun mal.
Aber er wird es annehmen, und du stehst weniger unter Druck.
Sie kennen ihn, sie vertrauen ihm,
und er wird die Deals machen.
Und dann, irgendwann…
Ich muss nur gewählt werden.
Irgendwann wird die Ehe zu einer Partnerschaft.
Sofia und ich stehen uns nah.
Sie stellt mich und die Kinder oft vor ihre eigenen Bedürfnisse.
Und ich weiß das zu schätzen.
Sie ist die beste Ehefrau, die man haben kann. Ich liebe sie.
Das ist die letzte.
Danke.
Das wird dich nicht retten.
-Zu Hause gibt's Probleme. -Die gab's immer und wird es immer geben.
Fall ruhig in alte Gewohnheiten zurück.
Aber drehen wir uns nicht im Kreis.
Ja, es ist traurig.
Es geht nicht. Ich kann nicht.
Es ist falsch.
Ich kann nicht dein bester Freund, dein Therapeut
und dein Helfer sein.
Vergiss es.
-Ich dachte… -Das solltest du nicht.
Du weißt, es ist zu viel für mich.
Daheim bist du Fanis nahe und hier mir.
Ich mache dir keine Vorwürfe.
Ich wollte es so.
Ich dachte, so könnten wir in Kontakt bleiben.
Aber es funktioniert nicht.
Es tut mir nicht gut.
Tut mir leid.
Es kommt eine Zeit, in der ein Mann
sich einsam und schwach fühlt.
Er kann nicht kämpfen und zieht sich zurück.
Ein Rückzug ist ehrlicher,
wenn etwas nicht mehr in deiner Macht liegt.
Zum Glück geben Sofia und ich
uns gegenseitig Kraft und überwinden Hindernisse gemeinsam.
Also gut.
Sagen wir, ich habe Mist gebaut.
Was tätest du an meiner Stelle?
Antonis…
Ich rede mit dir.
-Ich werde nie solchen Mist bauen. -Wirklich? Das hoffe ich.
Willst du mir väterlichen Rat geben?
Ich habe eine Bitte.
Hilf mir, und ich helfe dir.
Ich weiß nicht, wie das gehen soll.
Schau…
Ich glaube, ich verstehe, dass zwischen dir und Spyros was läuft.
Du "glaubst" es nicht.
Du weißt es genau, und du hast es seinem Vater erzählt.
Du hast das alles verursacht. Also spiel hier nicht den guten Vater.
Hilfe sieht anders aus.
Ich will dir helfen.
Ich soll jemand anderes werden. Das ist keine Hilfe.
-Was dann? -Was kümmert es dich?
Es ist dir doch scheißegal.
Du bist wie Spyros' Vater, nur dass er zuschlägt.
Ich will nicht mehr darüber reden!
-Antonis, warte. -Lass mich in Ruhe.
Antonis, hör mir zu. Antonis.
Antonis, warte.
Antonis!
Gib mir eine von deinen Pillen. Wo bewahrst du sie auf?
Wo sind sie? Gib sie mir!
Schlucken wir sie alle, dann hat Papa keine Probleme mehr!
Werden wir alle katatonisch.
-Endlich sorgenfrei! Gib her! -Ruhig.
-Wie soll ich sein? -Antonis, bitte.
Wie viele, damit ich schlafwandle wie du?
Komm her.
Mein Sohn ist sehr kontaktfreudig.
Er hat seine Freundin, Eroberungen und Abenteuer…
Alle Mädchen laufen ihm nach. Sie wissen ja, wie das ist.
Antonis.
Ich glaube, ein guter Vater…
…findet immer eine Lösung, damit sein Sohn niemals leiden muss.
Damit sein Leben einfacher wird.
-Ich bin weg. -Wir müssen reden.
-Yianna wartet. -Du willst doch eh nicht hin.
Ich bin nicht betrunken. Ich möchte ein ruhiges Gespräch führen.
Ich war hart zu dir und deiner Mutter.
Und es war ein Fehler, dich in mein Geschäft einzubringen.
Ich wollte etwas Gemeinsames.
-Bist du fertig? -Ich will das Beste für dich.
Ich sehe es nur anders.
Wenn du Yianna verlassen und mit Antonis zusammen sein willst…
…kannst du diesen Weg wählen.
-Willst du studieren? -Ich weiß es nicht.
Ich habe was gespart. Von der Sache mit Fanis.
Es würde für Athen reichen. Oder Italien.
Du musst weg von hier. Die Welt sehen.
Auch wenn die Welt schlecht ist.
Ich lasse mich scheiden und ziehe aus.
Ich kann zugeben, dass ich alles verbockt habe. Okay?
Ich weiß nicht… ob ich ein guter Vater bin.
Ich weiß nicht, ob Menschen sich ändern können. Ich glaube es nicht.
Was wir sein sollten, ist das eine, was wir wirklich sind, das andere.
-Ich bin weg. -Wir müssen reden.
-Yianna wartet. -Lass sie warten!
Willst du etwa nur eine Frau?
Du bist jung und heißblütig, du solltest Spaß haben.
Lass dich nur nicht erwischen. Je mehr Frauen, desto besser.
Genieße es.
Glaubst du, ich hatte nur deine Mutter?
Ich gebe zu, ich habe neulich die Beherrschung verloren.
Deine Mutter ist eine Frau, sie reagiert über. Aber wir lieben uns.
Wir haben Streit, wie alle Paare.
Ich habe dir von meinem Geschäft erzählt,
damit du weißt, was ich tue, und für wen ich es tue.
Das war unnötig.
Also, was hast du vor?
-Willst du studieren? -Ich weiß es nicht.
Glaubst du, die Unis warten nur auf dich?
Deine Mutter ist hier, dein zu Hause!
Irgendwann Frau und Kinder! Wie willst du für sie sorgen?
Ich führe ein Geschäft, es bringt Geld ein.
Ist mir egal. Zieh mich da nicht mit rein.
Pass auf Fanis' Sohn auf.
Und dann servierst du die Schwuchtel ab!
Für uns sind das nur Geldsäcke!
-Du hast mir gefehlt. -Ich habe nicht viel Zeit.
-Darf ich schießen? -Nein.
Gib das her.
Du hast mir auch gefehlt.
Vorsicht, ich habe ein Gewehr. Es ist gefährlich.
Es steht dir.
Warte. Beruhigen wir uns und fangen von vorn an.
Deine Gefühle quälen dich, aber du versteckst sie.
Ja.
Weil er eine Freundin hat, fühlst du dich nicht wie ein Mann.
So ähnlich.
Obwohl wir Sex hatten, und ich dir das Gegenteil versichere.
-Ja. -Du hast komisches Haar.
Hören wir auf. Du weißt nicht, von wem wir reden, das ist falsch.
Ich bin betrunken und rede zu viel.
Mir egal, wer es ist. Ich will dich nur verstehen.
Kannst du nicht.
Du bist eifersüchtig auf einen, der unglücklich ist.
-Warum? -Er will dich, hat aber eine Freundin.
-Weil er es kann. -Du auch, aber du willst es nicht.
Er soll es auch nicht wollen.
Er soll auf alles scheißen und mit mir abhauen.
-Also stört es dich, dass er feige ist. -Was?
Er macht es dir schwer, kein Feigling zu sein.
Du bereust es, dich geoutet zu haben. Du würdest es lieber verheimlichen
und weiter einen auf Hete-Macho machen.
Vielleicht.
Du bist blöd. Das ist keine Liebe, das ist ein Konkurrenzkampf.
Und der Unterschied?
Würdest du ihn wirklich lieben, würdest du verstehen, wie sehr er leidet.
Du würdest versuchen zu helfen, statt mit ihm zu konkurrieren.
Beziehungen sind sehr kompliziert.
Ich verstehe sie nicht.
Das verwirrt mich. Viel zu rational. Du verstehst es nicht.
Er hat dich. Er ist schwul und mag dich
weil du cool bist, und alle mit dir zusammen sein wollen.
-Warum wirst du nicht Psychologin? -Ich überleg's mir.
Hilfst du mir mit dem Scheißlied?
Ich mag mich nicht.
Ich mag mich auch nicht.
Ich wäre gern schön, wie deine Schwester. Bin ich aber nicht.
Aber ich rede gern mit dir.
In solchen Augenblicken will ich dich.
Nein.
Sonst bin ich ganz verwirrt und rede nur Unsinn.
Ich werde Psychologin und helfe kaputten Leuten wie dir.
Kann mir geholfen werden?
Wohnen wir nächstes Jahr in Athen zusammen?
-Baby, warum? -Was meinst du?
Mir geht viel durch den Kopf.
Kommt neuerdings öfter vor.
-Ich weiß nicht, was los ist. -Ich rede von Sex!
Was zum Teufel machen wir hier?
-Wenn du ein Problem hast… -Nein.
-Doch. -Ich habe kein Problem.
Warum kriegst du dann keinen Steifen? Mach ich dich nicht an?
Was?
Sag's mir!
Wenn ein Mann keinen Steifen kriegt,
dann hat er entweder keine Lust, oder er ist kein Mann.
Wage es ja nicht, noch mal so mit mir zu reden, klar?
Fick dich!
Das war echt cringe.
-Hallo, Frau Maria! -Hallo, Mädchen.
-Yianna? -Ja?
Komm mal kurz her.
Wartet mal kurz.
Ja?
-Wo hast du dich verletzt? -Ach das!
-Ich bin nur hingefallen. -Bist du nicht.
-Doch, es stimmt! -Du bist nicht hingefallen.
Es war ein Unfall. Er wollte das nicht. Es war nur ein Mal.
Bitte, Frau Maria, sagen Sie nichts zu ihm.
Es ist nicht so wichtig. Bitte.
Ich bin von der Vespa gefallen. Ja?
Tschüs!
Rührst du das Mädchen noch mal an, hast du mich verloren.
-Du wirst nicht so wie er. -Und doch bleibst du bei ihm.
Die Gemeinde Korfu rief an wegen ihres Orchesters.
Welches Orchester?
Hast du nicht ein Treffen mit dem Maestro arrangiert?
Mit Orestis?
Ja, er traf sich mit dem Dirigenten. Sie spielen hier.
Und Athen hat das Interview bestätigt.
Was soll ich mit den Rechnungen machen? Abschicken?
Wann war das Treffen mit Orestis?
Vor ein paar Tagen. Ich habe es notiert.
-Sieh nach, wo er abgestiegen ist. -Was meinst du?
In welchem Hotel.
Woher soll ich das wissen?
-Soll ich ihn fragen? -Nein. Lass gut sein.
Ist egal. Schick die Rechnungen ab.
Bravo!
Was soll ich sagen? Ich bin überwältigt.
Du hast wirklich Fortschritte gemacht.
Ich erhielt gerade einen Anruf aus Korfu.
Das Mikis-Theodorakis-Orchester
wird bei unserem Festival spielen.
Dank Orestis findet auf dieser Insel etwas ganz Neues statt.
Ich sorge dafür, dass die richtigen Leute aus Athen kommen
und die Insel bekannt machen.
Das war es eigentlich schon.
Ich bin überwältigt.
Lassen Sie sich nicht stören. Orestis,
hast du kurz Zeit?
Ja, natürlich.
Noch mal von vorn.
-Lange nicht gesehen. -Ja, ich habe viel zu tun.
-Fortschritte. -Sehr gut.
Du hast wirklich Hervorragendes geleistet. Wann kommst du mal wieder zum Essen?
Ich gehe immer gern früh heim und entspanne.
Such dir einen Abend aus, der dir passt.
Trinken wir einen Wein. Sofia würde dich auch gern sehen. Sie schätzt dich.
Okay. Ich melde mich.
Ich muss weitermachen.
Mit dem Musikfestival haben wir unglaubliche Arbeit geleistet.
Ich engagierte jemanden, der das Image der Insel verändern wird.
Ich bin sehr stolz auf ihn,
und ich halte uns sogar
für Freunde.
Wo hat sie das Zeug?
Ist sie wirklich so uncool?
-Mama? -Was?
-Was suchst du? -Nichts. Eine Brosche.
Ein Erbstück deiner Oma.
Hier herrscht so ein Chaos, dass ich nicht mal eine Brosche finde.
Mama?
Nirgends kann man sich verstecken.
-Was machst du da? -Darf ich nicht mal allein sein?
Alle sind am Tisch. Kommst du? Rauchst du etwa?
Was?
Sofia, ich halte dich und die Probleme deiner Familie nicht mehr aus.
Ich bin schuld daran,
aber ich bin in dem Alter, in dem mir das scheißegal ist.
Und ich bin nervös wegen meines Auftritts beim Festival.
Ich dachte, ein Joint würde mich beruhigen.
Weißt du, wie lange ich gebraucht habe, um ihn aufzutreiben?
Wärst du bei mir so entspannt gewesen,
hätte ich weniger Fehler gemacht.
Stimmt. Aber was können wir schon tun? Du bist erwachsen. Komm drüber weg.
Wir essen zu Abend. Komm dazu, wenn du willst.
Und wir haben Besuch.
Na, wenn wir schon Besuch haben…
Ich wittere Ärger.
Ein unglaublicher Wirbelsturm.
Zerbrochene Fenster, Türen…
Zum Glück wurde niemand verletzt.
Gott sei Dank.
-Hallo. -Willkommen.
-Hi, Thanos. -Verzeihen Sie die Verspätung.
-Hast du schon gegessen? -Ja, danke.
-Komm, setz dich. -Danke.
-Ein Glas Wein? -Ja, sicher.
-Hi. -Hallo.
-Thanos studiert Medizin. -Ja, die Kinder haben's erzählt.
Wir sprachen gerade mit Orestis über das Festival.
-Klelia meint, es liefe gut. -Ja!
Orestis fuhr nach Korfu und lud ihr Orchester zu einem Auftritt ein.
-Du warst auf Korfu? -Ja.
-Wann? -Vor ein paar Tagen.
Dieses Festival hält Fantastisches bereit.
Ehrlich gesagt bin ich sehr nervös, aber auch sehr stolz
auf all die Talente, auf meine Enkel und auf mich.
Oma, du wirst toll sein. Hast du getrunken?
Nur etwas Wein, Liebes.
In ein paar Wochen dürften wir so weit sein.
Wir haben zwei Chöre, es treten Gruppen aus dem Ausland auf,
und auf der ganzen Insel stehen Lautsprecher.
Während des Festivals soll die Musik überall zu hören sein.
Perfekt.
Es wäre toll, wenn die Musikgruppen an unterschiedlichen Orten auftreten.
Eine Band könnte sogar auf einer schwimmenden Plattform auftreten.
Hervorragend.
Sehr schön.
Sehr schön.
Dann wäre da noch Antonis' Gruppe, die EDM-Leute,
Klelia und das Orchester,
und natürlich Frau Haris, die allen die Show stehlen wird.
Absolut!
Okay, hör auf zu schwatzen.
Gehen wir zum Nachtisch über?
Orestis, was hast du nach dem Festival vor? Zurück nach Athen?
Ja, wahrscheinlich. Ich überlege noch.
-Erwartet dich jemand? -Sei nicht so neugierig.
War nicht meine Absicht.
Ich wollte ihm vorschlagen, jemanden einzuladen.
Vielleicht hat er eine Beziehung. Jemanden, den er dabeihaben will.
Er ist ganz allein hier.
So gefällt es mir. Aber ich überlege es mir. Danke.
Orestis…
Ich wollte dir heute Abend meine Dankbarkeit ausdrücken.
Du hast es geschafft, die Stimmung der Menschen hier aufzuhellen.
Ich denke sogar, ich könnte ein ganz guter Bürgermeister werden,
falls ich gewählt werde.
Sie werden gewählt. Und Sie werden toll sein.
-Prost. -Prost.
Auf uns alle.
Prost. Wie wäre es mit Nachtisch?
-Wir brauchen mehr Wasser. -Im Kühlschrank ist noch Wasser.
-Darf ich? -Ja.
-Wie geht's dir? -Gut.
Gut.
Trink nichts mehr.
Warum?
Er weiß von Korfu.
Ich glaube, er lud dich ein, weil er uns verdächtigt.
Ich gehe mal.
Du hast mir gefehlt.
Du mir auch.
Ich verliebe mich in dich.
Ist das was Gutes?
-Klingt das schlecht für dich? -Nein.
Die Reaktion hab ich nicht erwartet.
-Nein… -Lass gut sein.
-Ich nehme es zurück. -Brauchst du nicht.
Was ist los? Was stimmt nicht?
Was soll schon sein? Ich bin verwirrt und kaputt.
-Ich weiß nicht, was ich tue. -Willst du jemand anderen?
Orestis?
Den Maestro? Spinnst du?
Wie kommst du überhaupt darauf? Er ist alt… Was redest du da?
Ich könnte es verstehen, wenn du auf ihn stehst.
Thanos, das ist es nicht. So bin ich nicht.
Es wäre okay für mich.
Ich finde diese Gedanken nicht okay.
Wäre es so schlimm?
Komm schon. Es war nur ein Witz.
-Ich wollte sehen, wie du reagierst. -Nicht witzig.
Da bin ich froh.
Was zu Hause abgeht, macht mich krank.
Ich will dieses Irrenhaus verlassen.
Warum? Für mich sah alles okay aus.
Meine Tochter hat musikalisches Talent
und wird am Konservatorium studieren.
Ihr Freund ist Medizinstudent. Es läuft gut.
Und ich bin…
…ein stolzer Vater.
-Was willst du hier? -Ich bin nüchtern und will nichts.
Klelia, bitte.
Was hier läuft, gefällt mir nicht.
-Es ist nicht fair. -Ja.
-Ich halte es nicht mehr aus. -Soll ich Ärger kriegen?
Alles zerstören, was ich habe?
-Was willst du von mir? -Geh weg.
Ich werde noch lange in dich verliebt sein.
Es wäre einfacher, wenn du weg wärst.
Okay.
Ich sehe, was ich tun kann.
Gute Nacht.
-Geschlossen. -Ich weiß.
Warum komme ich wohl erst jetzt?
Niemand soll mich mit einem schlechten Menschen sehen.
Du bist kein guter Mensch, Charalambos.
Ich habe mir dein Interview angehört.
Du klangst richtig ehrlich.
-Warst du in Athen? -Ja, geschäftlich.
Sag schon.
Ich möchte unsere Zusammenarbeit fortsetzen.
Die Probleme vergessen.
Und du sollst alle Lieferungen übernehmen.
-Das tue ich schon. -Ja.
Du kriegst einen größeren Anteil. Das wolltest du doch.
Du wolltest mich loswerden. Warum der Sinneswandel?
Es ist so,
irgendwann muss ich mich zurückziehen,
und du könntest übernehmen.
Hast du nicht schon genug?
Du kennst die Arbeit gut.
Du kennst die Lieferanten, die Gebiete. Kannst Ärger vermeiden. Was sagst du?
-Ich werde Hilfe brauchen. -Kriegst du. Aus Parga.
Du fährst jede Woche hin und bleibst ein paar Tage.
Je weiter, desto besser. Du kannst deine Freundin besuchen.
Ein Vorschuss?
Du brauchst das Restaurant nicht mehr abzubezahlen.
Ich rede mit dem Buchhalter.
Das Restaurant wird deiner Familie überschrieben.
Komm schon, Charalambos.
Unter einer Bedingung.
Halte unsere Kinder da raus.
Mein Sohn redet nicht.
Er treibt sich mit meinem Sohn herum.
Ich hab dich gewarnt, aber du musstest es ausposaunen.
Keine Sorge um meinen Sohn.
Solange er mit meinem Sohn rummacht, sorge ich mich.
Rede ja nicht so über meinen Sohn! Ich bringe euch alle um! Klar?
Mal sehen, was du der Presse erzählst, wenn ich rede.
Wer hat wohl mehr zu verlieren?
Also abgemacht.
Ich sah Klelia.
Auf der anderen Inselseite.
Der Maestro war auch dort.
Kümmere dich um deine eigene Familie.
Sind wir uns einig?
In jeder Gesellschaft gibt es Probleme. Ein Naturgesetz.
lch will sie von meiner Position aus beheben.
Oder zumindest
die Hindernisse zugunsten der Gemeinde verschieben.
Deshalb will ich ihr Vertrauen,
und deshalb will ich ihre Stimmen.
MAESTRO IN BLUE
Wir haben eine Übereinkunft. Auf der Insel sind wir ein Team.
Weil die Zeiten so unheimlich, heuchlerisch und schwierig sind.
Wenn wir uns nicht aufeinander verlassen können,
was haben wir dann noch?
Nichts.
Deshalb sage ich:
Wahrheit und Gemeinschaftssinn sind die einzige Lösung.
Nur gemeinsam können wir unser Leben zum Besseren verändern.
Ich kämpfe dafür. Für Veränderungen der fest verankerten Denkmuster
und für neue, innovative Denk- und Verhaltensansätze.
Nur auf diese Weise kommen wir gegen Ungerechtigkeit und Angst an.
Verzeihung.
Können Sie mir weiterhelfen? Ich suche Orestis Emmanouel.
Er wohnt hier. Er ist Musiklehrer, glaube ich.
Ich bin seine Frau.
Untertitel von: Tanja Ekkert
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