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Fremde Bettgesellen (1965) dTV - ZDF - 18. Mai 2014
(Erzähler) "Es war einmal vor sieben Jahren,
da kam ein junger Amerikaner namens Carter Harrison nach England.
Er war gerade zum stellvertretenden Verkaufsdirektor der
Inter-Allied-Petroleumgesellschaft befördert worden.
An seinem ersten Tag in London bei seinem allerersten Spaziergang
geschah es, dass er Antonia Vincente begegnete.
Es war der reine Zufall. Antonia war Malerin.
Sie entschuldigte sich überschwänglich.
Aber was viel wichtiger war, war Terpentin.
Und sie wusste genau, wo es das gab.
Sie drückte ihrem bärtigen Freund Harry Jones den Pinsel in die Hand,
und dann eilten sie flugs zu ihrem Atelier."
(Komödiantische Musik)
"Antonia, von Freunden Toni genannt, war italienischer Abstammung
und in erster Linie Bohemien - Bohemien englischer Färbung.
Ihre Arbeiten waren impressionistisch,
und sie war es ebenfalls, sehr impressionistisch."
(Liebliche Musik)
"Die erste Impression, der erste Eindruck,
war bei Toni ausschlaggebend.
Sie war eine Frau mit einem ganz sicheren Geschmack.
Sie wusste genau, was ihr gefiel, wenn sie etwas sah, was ihr gefiel.
Und sie wusste genau, was sie wollte, wenn sie etwas sah, was sie wollte."
(Musik)
"Offenbar war das, was ihr gefiel und was sie wollte auch genau das,
was ihm gefiel und was er wollte,
denn 24 Stunden später waren sie verheiratet.
So flogen die Tage und Wochen dahin, bis ihr schöner Winterschlaf vorbei
und es an der Zeit war, in den Lenz des Lebens hinauszutreten
und den Realitäten ins Auge zu schauen.
Eine dieser Realitäten war, dass Toni nicht nur Malerin war,
sondern auch ein sehr begeisterungsfähiges Geschöpf
mit ganz festen Ansichten, die seinen Ansichten genau konträr waren.
Anfangs war das Ganze amüsant, aber plötzlich war es nicht mehr komisch.
In nichts waren sie einer Meinung.
Ob Politik, Polygamie, Preiselbeeren, Puschkin, ganz egal was.
Sie lieferten einander erbitterte Schlachten, mit Worten natürlich.
Und wo die Worte versagten,
nahmen sie Zuflucht zu reinster italienischer Logik.
Wenn die Logik versagte, flogen die Farbtöpfe.
Und da sie besser zielen als diskutieren konnte,
tat Carter das einzige, was einem Gentleman übrigblieb.
Er griff seine Hose und lief um sein Leben.
Während sowohl die Ehe als auch das Geschirr über seinem Haupte zerbrach,
suchte Carter das Weite.
Er verließ Toni. Er verließ das Liebesnest. Er verließ London.
Sieben friedliche und produktive Jahre hindurch sahen sie sich nicht,
sprachen sie sich nicht, schrien sie sich nicht an,
schrieben sie sich nicht mal. Carter war mittlerweile
zu einem wichtigen Mann bei der Inter-Allied avanciert.
Er war einer ihrer fähigsten Unterhändler.
Seine Arbeit führte ihn in die entferntesten Winkel der Erde."
(Sie sprechen Arabisch.)
Der Scheich ist also einverstanden, dass alle Ölvorkommen dieser Gegend
ausschließlich von der Inter- Allied-Petroleum ausgebeutet werden?
Hm, ja, so ist es. - Gut, gut.
Würden Sie bitte seiner Hoheit sagen,
dass diese gebratenen Trauben köstlich sind.
Das sind keine gebratenen Trauben. - Keine?
Nein, das sind äh...
Hm, köstlich...
(Auf orientalisch gemachte Musik)
(Erzähler) "Nachdem er seine Mission erfüllt hatte,
nahm Carter die nächste Maschine nach London,
wo er eine dringende Besprechung mit zwei sehr teuren Anwälten hatte.
Denn nach siebenjähriger totaler segensreicher Trennung
hatte Toni schließlich um Scheidung nachgesucht."
Carter Harrison
Antonia Vincente
Richard Bramwell
Harry Jones
(Beschwingte Musik)
(Erzähler) "Erfolg und Scheidung passen nicht gut zusammen
im Wirtschaftsleben. Folglich schickte die Gesellschaft
ihren fähigsten PR-Mann Dick Bramwell nach London.
Bramwell hatte es sehr eilig, weil er wusste, dass Carter
in genau 25 Minuten eine Besprechung haben würde, die das abrupte Ende
für eine vielversprechende Karriere bedeuten konnte."
Wieso kommt Scheidung nicht in Frage? Wessen blöde Idee ist das?
Die blöde Idee stammt von einem gewissen J. L. Stevens.
Vom Alten? - Ja, er hat 'ne Menge mit dir vor.
Er verpasst dir einen Lorbeerkranz. - Weshalb?
J. L. ist jahrelang hinter diesen Verträgen her gerannt.
Du hast sie ihm auf einem silbernen Tablett zum Frühstück serviert.
Sieh dir das an! Überall machst du die Schlagzeilen. Ist das nichts?
Jetzt kommt für dich die Belohnung. Junge, du wirst ganz groß.
Wie groß? - Die hohen Tiere müssen zustimmen.
Welchen Anzug zieh ich an? - Du hörst ja gar nicht zu!
Du hast einen Aufstieg vor dir.
Nächste Woche ist in Boston die Aufsichtsratssitzung.
Dann ist der Alte das Ding los. - So? - Ja!
Deswegen hat er mich rübergejagt, um deine Fassade aufzupolieren.
Was heißt Fassade aufpolieren? Hab ich ein Kapitalverbrechen begangen?
Du kennst doch die Mentalität dieser Brüder.
Jedes Gesellschaftsmitglied muss eine weiße Weste haben,
ein solides Familienleben. Für ihre obersten Direktoren gilt nur eins:
Du sollst verheiratet sein, und zwar glücklich und ehrbar verheiratet.
Ich hab mich während der siebenjährigen glücklichen Trennung
sehr wohl gefühlt und jeden Augenblick genossen.
Ja, das wird von nun an alles anders. Du wirst umgekrempelt.
Du wirst Carter Harrison, der Familienvater.
Sag mal, hast du was getrunken?
Carter, wenn der Aufsichtsrat in Boston tagt, wirst du einreiten
auf einem goldenen Pony. Sechsstelliges Einkommen,
Privatflugzeug, Luxusjacht, Haus in Palm Beach, das alles gehört dir!
Du brauchst nur in Boston mit einer akzeptablen Frau aufzukreuzen.
Ausgeschlossen! - Was meinst du?
Was du gerade gesagt hast: ...mit einer akzeptablen Frau aufzukreuzen.
Schlag es dir aus dem Kopf.
Du hast keine Ahnung, mit was für einer Irren ich verheiratet bin.
Vielleicht klärst du mich auf?
Zur Hälfte war sie ein italienischer Vulkan.
Das klingt nicht übel. Und wie war die andere Hälfte?
Ganz toll! - Wieso hast du den Vulkan geheiratet?
Keine Ahnung.
Es war 'ne kalte Nacht, sie hatte 'ne heizbare Decke.
Warum hast du mit der Scheidung sieben Jahre gewartet?
Kein Grund, es zu überstürzen.
Carter, in Politik und Wirtschaft muss man Konzessionen machen.
Warte noch einen Monat mit der Scheidung.
Ausgeschlossen. - Nur vier Wochen!
Ausgeschlossen, nicht mit Toni. Es wäre eine Katastrophe.
Sie war 'ne Halbstarke, 'ne wild gewordene Existenzialistin.
Sie zog ihre Bluejeans in der Badewanne an, damit sie eng saßen.
Sie würde sich nicht drauf einlassen und ich bitte sie auch nicht darum.
Vielleicht hat sie sich geändert? - Ach, die und sich ändern!
Dick, ruf J. L. an und sag ihm, wenn sie mich nicht so haben wollen,
kann ich's nicht ändern. Wenn nicht, ist auch gut.
Dann sägt er dich ab. - Ja, Schicksal.
Das wär's dann. - Allerdings.
Weißt du, für jemanden, der mit einem italienischen Vulkan
über die Scheidung sprechen will, treibst du 'n ziemlichen Aufwand.
Ha...
Die Nacht ist lang.
Wer weiß? Bereit sein ist alles.
(Er lacht.)
Entschuldigen Sie, ist Mr... Jim! - Carter!
Lange nicht gesehen. Ich musste dich so schnell rüberholen, weil ich
keine Ahnung vom britischen Scheidungsrecht habe.
Das trifft sich gut. Ich auch nicht.
Mr. Bagshott lässt bitten. - Fein.
(Er stöhnt.)
Bloß keine Panik, daran ist noch keiner gestorben.
Guten Abend, Gentlemen, bitte treten Sie näher!
(Sanfte Musik)
Mr. Slade? Bagshott. - Guten Abend!
Das ist meine Mandantin, Mrs. Harrison.
Guten Abend!
Und die... die anderen Herrschaften sollten sich ja...
Mrs. Harrison, würden Sie bitte... Gentlemen...
Bevor wir beginnen, sollte ich Sie auf gewisse wichtige Punkte
im britischen Scheidungsrecht hinweisen.
Während beide Parteien um Scheidung nachsuchen können, dürfen sie nicht
persönlich die Bedingungen aushandeln oder Beweise darlegen.
Deshalb vertrete ich ja meinen Mandanten.
Bei einer britischen Scheidung darf weder diese Zusammenkunft stattfinden
noch darf ich anwesend sein.
Nach unserer Rechtsprechung gilt - von gewissen Ausnahmen abgesehen -
die Grundregel, dass die englischen Gerichte ein Scheidungsgesuch nur
bearbeiten, wenn der Ehemann zu der Zeit hier wohnhaft ist.
Das heißt also, wenn wir nach britischem Recht die Scheidung
zu einem anerkannten Abschluss bringen wollen,
so müssen wir uns, da wir uns hier auf britischem Boden befinden,
auch nach dem Buchstaben des Gesetzes richten.
Der angegebene Scheidungsgrund verliert seine Gültigkeit, wenn wir
uns nicht strikt an die hier zu Lande üblichen Regeln und Gesetze halten.
Als Anwalt habe ich die Pflicht, Sie darauf hinzuweisen,
dass eine Scheidung in Amerika viel einfacher ist.
Mrs. Harrison?
Mrs. Harrison?
Carter, bist du damit einverstanden?
Mit einer amerikanischen Scheidung. Ich würde vorschlagen, in Reno.
Oh ja, natürlich. - Carter?
Gut.
Mr. Slade, könnten wir uns einen Augenblick allein unterhalten?
Natürlich.
Sie hören später von mir, meine Liebe.
Bereiten Sie alles für eine sofortige Abreise nach Reno vor.
(bedrückt) Auf Wiedersehen. - (bedrückt) Auf Wiedersehen.
(Musik)
(Autohupe)
Taxi! - Taxi!
Taxi!
Oh!
Steig ein!
Na wohin, Chef?
Ah... - Hm...
Wo wohnst du?
Chelsea Court Lane 32.
Nein, vielen Dank.
Du siehst blendend aus.
Du scheinst überrascht zu sein.
Na ja, sieben Jahre sind lang.
Ja.
Was hast du inzwischen so getrieben?
Das Übliche. Ich male etwas seltener.
Ich mache vorwiegend Modezeichnungen für das Daily Echo.
In den letzten Jahren war ich sehr erfolgreich.
Schön.
Äh... wollen wir noch irgendwo was trinken?
Ach, weißt du... nein, lieber nicht.
Eigentlich dürften wir noch nicht einmal zusammen im Taxi sitzen.
Ach, was kann schon passieren in 'nem Londoner Taxi?
Das solltest du doch wissen.
Ähm... wer ist jetzt der Glückliche?
Harry Jones. - Harry?
Unser Harry Jones, das bärtige Wunder?
(lacht) Nicht zu fassen!
Ich hätte ihn schon vor Jahren geheiratet, aber du warst ja da.
Ja, ja, ich weiß, aber sieben Jahre! Hat er deine Referenzen geprüft?
Er war im Ausland. - Noch immer Reporter?
Nein, er ist jetzt erster Redakteur, und genau genommen, mein Boss.
Sehr günstig.
Und du liebst ihn?
Ja, natürlich.
Natürlich...
Genau wie es sein muss... mit Liebe.
Ich würd' es lieber behalten. - Ich werd' zu Fuß gehen.
Tut mir gut.
Auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen.
Ähm... äh...
Was, was ist das?
Eine Atelierwohnung? - Hm... es ist eigentlich ein Atelier.
Eine Wohnung natürlich auch. - Darum heißt es auch Atelierwohnung.
Ja, vermutlich.
Toni? - Ja!
Ähm... hier wohnte wohl früher auch ein Künstler?
Ja, er war ziemlich berühmt.
Er ist gestorben. - Oh, tut mir außerordentlich leid.
Er war achtundneunzig. - Hm, na ja...
Tja, ich werd' lieber reingehen. - Ja, tu das. Es ist kalt, ja.
Auf Wie... Wiedersehen.
Auf Wiedersehen.
Carter!
Ja?
Willst du noch einen Kaffee bei mir trinken?
(Liebliche Musik)
Aber gern.
(Musik)
Warte hier. Ich... ich mache Licht an.
Fühl dich hier wie...
...zu Haus.
Willst du nicht deinen...
...Mantel ablegen?
(Musik)
Möchtest du rauchen?
Hier...
Dies ist der Raum, wo ich, wo ich wohne.
Das war einmal ein Stall.
Hier waren sonst... sonst immer...
...die Pferde.
(Musik)
(Musik)
(Ruhigere Musik)
Lass mich nie wieder allein.
Nein, Liebling.
Und keine Scheidung?
Keine Scheidung.
Wir müssen verrückt gewesen sein.
Worüber haben wir uns gestritten? - Über alles.
Über alles und nichts.
Nie wieder, hm? - Nie wieder, Liebling.
Was wird aus ihm?
Ach, Harry! - Ja, Harry.
Tja, ich weiß nicht.
Es ist furchtbar, er... er ist so ein lieber Kerl.
Du kannst ihn doch nicht wirklich geliebt haben?
Es ist etwas anderes als mit uns.
Aber Harry ist süß. - Süß? Ha!
Es ist so gut, ihn um sich zu haben.
Er ist männlich und stark und zottelig.
Das ist ein Schäferhund auch, trotzdem würdest du keinen heiraten.
Aber Schätzchen, ich muss auch mal an Kinder denken.
Harry wäre bestimmt ein wunderbarer Vater.
Wären wir nicht solche Idioten gewesen,
gingen unsere Kinder schon zur Schule.
So weit waren wir noch nicht.
Aber jetzt...
...sind wir so weit, oder? - Es wird allerhöchste Zeit.
Er wird ein Prachtkerl.
Und sie auch.
Es wird eine große Umstellung für dich sein.
Von jetzt an heißt es: Carter Harrison, der Familienvater.
(Lustige Militärmusik)
Dann wird sich alles um Windeln drehen, um Masern,
um Kindergarten und dergleichen.
Kriegst du's schon mit der Angst? - Nein, nein!
Ist fantastisch!
Weißt du, Süßes, ich müsste in 20 Minuten im Büro sein.
Sei ein Engel und lass mir's Badewasser ein, hm?
Für dich tu ich alles, Daddy.
(Musik)
(Komödiantische Musik)
(Telefonläuten)
(Er stöhnt.)
(brummt) Hallo?
Dick? Hier ist Carter.
Hör zu, es ist alles in bester Ordnung.
Hey, warte! Wo steckst du? Wie spät ist es?
Es ist neun Uhr. Ich bin im siebenten Himmel.
Ich hoffe nur, dass es kein R-Gespräch ist.
Du hast doch J. L. noch nichts gesagt, oder?
Nein, noch nicht. - Gut, also hör zu!
Ich hab mich wieder mit Toni ausgesöhnt.
Junge, du bist Geld wert.
J. L. wird darüber sicher hochbeglückt sein.
Augenblick, Dick!
Was machst du denn da?
Wenn man für seine Liebste drei Dutzend Rosen bestellt,
dann brüllt man das nicht durchs ganze Zimmer.
Ihre Robe, Mylord.
Komm her, du!
Ach Liebling, dein Bad!
Ach...
Bitte schick sofort drei Dutzend Rosen her!
Ich bin in einer Stunde da. Also, bis gleich!
Komm her, du!
Ihr Tee, Sir!
Ein Unersättlicher bist du!
Mrs. Carmody, das ist mein Ehemann.
Sehr erfreut, Sir! - Guten Tag!
Sir, ich kümmere mich sofort um Ihr Frühstück.
Nehmen Sie ein Ei oder zwei? - Nein, er nimmt vier.
Und den Speck sehr knusprig, ja? - Bitte sehr, Madam.
Oh, und Mrs. Carmody?
Würden Sie bitte Mavis Masters anrufen.
Sagen Sie, ich hätte keine Zeit, weil heut ein besonderer Tag ist.
Ich möchte heute keine Verhaftung riskieren.
Sehr wohl, Madam.
(lacht) Sie ist ein Goldstück.
(Er lacht herzhaft.)
Du sahst zu komisch aus.
Oh, komm her, du!
Weißt du, dass du ein riesengroßer Bär bist?
Sie war nicht mal sehr überrascht.
Ist sie's gewohnt, fremde Männer in deinem Bett zu finden?
Jeden Morgen! Sie muss für die Übernachtung kassieren.
Natürlich. - Ja!
Ordnung muss sein. Sie ist ganz nett, deine Mrs...
Hast du Verhaftung gesagt?
Ja, du böser Fusselbär.
Verhaftung. - Weswegen?
Ich demonstriere. - Du demonstrierst, wo?
Vor der Botschaft! - Welcher Botschaft?
Eurer Botschaft! - Der amerikanischen Botschaft?
Du demonstrierst vor der amerikanischen Botschaft?
Wofür? - Für die ILFKA.
Internationale Liga für Freiheit des künstlerischen Ausdrucks.
Kennst du doch. - Nein, nie gehört.
Oh! Die wächst wie verrückt, Schätzchen.
Sie umfasst schon alle Künste.
Wir planen den Protest gegen die Ablehnung von Petracinis Statue.
Wer ist das? - Petracini?
Petracini! Du hast doch sicher schon von Petracini gehört!
Klingt nach 'ner Spaghetti-Art.
Petracini ist der größte lebende expressionistische Bildhauer.
Er macht mit einer Lötlampe fantastische Sachen.
Er lötet!
Er ist ein bedeutender italienischer Künstler.
Sein Werk wurde in Amerika von spießigen Provinzlern abgelehnt.
Von welchen spießigen Provinzlern? - Von der Nationalgalerie Washington!
Wenn meine Nationalgalerie etwas gegen deinen Mr. Petracini hat,
dann hat er vermutlich verdammt brenzlige Sachen gelötet.
Warum wurde sein Werk abgelehnt? - Sie sagten, es sei unanständig.
Ha ha ha, dacht ich's mir doch.
Es ist eine einfache Statue eines Pferdes und einer Frau.
Und was machen die? - Was hat das damit zu tun?
Muss man deshalb einem Pferd ein Feigenblatt umhängen?
Das Tier ist expressionistisch.
Keiner weiß, wo vorne und hinten ist.
Ich möchte das noch mal festhalten, ja?
Du demonstrierst vor der US-Botschaft in London,
um ein Feigenblatt von einem unsittlichen italienischen Pferd
in Washington zu entfernen?
Es geht nicht um das Feigenblatt, sondern um das Prinzip!
Das Prinzip! (lacht) - Ja, um das Prinzip!
Uns Künstlern sollte erlaubt sein, zu malen, modellieren, zu schreiben,
was wir für richtig halten. Für die Freiheit des Ausdrucks!
Ja, ja! Schätzchen, kämpfen wir noch mit unseren treuen, alten Freunden
für höhere Löhne für die weibliche Polizei?
Gott sei Dank!
Abschaffung blutiger Sportarten? - Natürlich!
Wohnheime für Zigeuner? - Selbstverständlich!
Geburtenkontrolle in unterentwickelten Ländern?
Ich bin die 2. Vorsitzende! Zieh nicht so ein Gesicht!
Was für ein Gesicht? - Ein blasiert überhebliches Gesicht!
Dasselbe arrogante Grinsen wie... - Ach komm, Toni.
Hör auf mit deinem 'Komm, Toni'! Ich weiß, was du denkst!
Ich hab kein Wort gesagt. - Dein Gesicht sagt mir alles.
Ich schaff mir deinetwegen kein anderes an!
Und ich dachte, du hättest dich geändert. Aber nein!
Dieselbe Vogel-Strauß-Politik wie vor sieben Jahren:
In London rumgekurvt mit offenem Auto und einem vernagelten Geist!
Du hast noch dasselbe halbgare Spatzengehirn wie vor sieben Jahren!
Nimm dich in Acht! - Machst jeden Blödsinn mit!
Schwingst Transparente und grölst!
Wenn du Leute siehst, die auf einen Bus warten, stellst du dich dazu,
weil du denkst, die demonstrieren!
Ah, raus!
Danke! Ich wollte sowieso gehen.
Lass dich durch mich nicht aufhalten, du Trottel, du!
Siehst nichts, weißt nichts und tust nichts!
Schleichst dich wieder in mein Leben wie ein Wolf im Schlangenpelz!
Kriecht in mein Schlafzimmer und macht sich meine Schwäche zunutze!
Oh! Ich könnte dich totschlagen!
Mit Parolen oder Geschrei!
Oh... verschwinde!
Grazie.
(Sie flucht laut auf Italienisch.)
(Sie schreit weiter auf Italienisch.)
(Es klirrt.)
Das hast du wohl von deinem Vater! - Beleidige ja nicht meinen Vater!
Ich hab ihn nicht beleidigt! - Doch, hast du!
Das hast du selbst mal gesagt!
Du hast nicht mal das Recht, von meinem Vater zu sprechen.
Dein Vater war ein Irrer! - Mein Vater war ein Künstler!
Ein italienischer Künstler! Ein Patriot!
Du vergisst, dass es auf der Welt noch andere Menschen gibt
als euch Italiener! - Die sind gänzlich überflüssig!
Mein Vater starb als Märtyrer der ganzen Menschheit.
Ach, er ist blau von der Mauer gefallen.
Während er eine wunderbare Rede... - ...vor Lumpensammlern!
Dasselbe Gesindel, das sich für deinen Blödsinn interessiert!
Du bist der verbohrteste, blödeste, beschränkteste, bürgerlichste bbb...
Bauer? Bauer, den es gibt!
Guten Morgen! - Sie halten Ihr bärtiges Maul!
Derselbe Charme... - Ach, quatschen Sie nicht!
Geistreich, geschliffen... Mach die Tür von außen zu!
Wenn ich so weit bin! - Du gehst!
Wenn ich Ihnen etwas raten darf...
Ihr Bart steckt in meinen Spiegeleiern!
Welche etwas zu stark gebraten sind.
(Sie stöhnt.)
An sich fechte ich einen Streit zu Ende, aber ich gehe in dem Gefühl,
dass die Geburtenkontrolle in den unterentwickelten Ländern
in fruchtbaren unterentwickelten Händen ruht.
Mach, dass du rauskommst!
Borgst du mir einen Regenschirm? - Ja!
Danke!
Jetzt tut er für dich ein gutes Werk und läuft fürs Komitee Reklame.
Retten Sie auch für mich eine Mutter, hm?
(schluchzt) Oh, Harry, ich schäme mich so.
Ach komm, Toni, bitte keine Beichte. Es war schon alles arrangiert.
Ich wollte nach Reno fahren und... da brachte er mich nach Haus.
(schluchzt) Oh, Harry.
Er war die ganze Nacht hier. - Ja, ich weiß.
Es macht dir nichts aus? - Natürlich!
Glaubst du, ich freue mich darüber?
Aber wenn du auf diese Art endlich von ihm losgekommen bist, dann...
Ja, gründlich, endgültig. Aber was soll ich jetzt tun?
(Schluchzen)
Putz dir die Nase, pack deine Koffer und fahr heute noch nach Reno.
Heute noch? - Ja, heute!
Na schön.
Hier.
Was ist das für ein Verrückter? Ist das 'ne neue Mode?
Nein, nein! Es kann nichts mehr dazwischen kommen. Ja...
Alles was ich gesagt habe, ist hinfällig!
Was? - Sie ist noch dieselbe!
Dieselbe arme verbohrte Irre wie vor sieben Jahren!
Was hast du gesagt? - Du kannst die Sache abblasen!
Sie ist unverbesserlich!
Ich kann nicht mit ihr zusammenleben!
Und wenn ich der Präsident der Gesellschaft würde.
Würdest du ihm das sagen? - Hallo, wer ist da?
(lacht) Ach, guten Tag, J. L.
Ja, danke, Sir!
Ja, völlig erholt, danke.
Ja, Bramwell hat irgend so etwas erwähnt.
Er hat aber nicht verraten, welche Position Sie im Auge hatten.
Wie bitte?
Präsident unserer internationalen Zweigstelle?
Ich? (lacht)
Na ja, das... das ehrt mich sehr.
Ja, nur, ich hoffe nur, dass ich es kann, Sir.
Ich danke Ihnen vielmals, J. L. Danke sehr.
Auf Wiederhören. - (lacht) Ehrlich sein ist alles.
Präsident der internationalen Zweigstelle...
Wie du das abgelehnt hast, toll!
...in der zehntgrößten Gesellschaft Amerikas.
Und wie steht's mit deiner Frau? - 200.000 Dollar pro Jahr.
Und deine Frau? - 1000 Dollar Spesen monatlich.
Privatflugzeug... meine was? - Deine Frau, die Halbstarke!
Die du nicht haben willst, selbst wenn du Präsident würdest.
Ach so, ja die. - Ja, die.
Wenn's weiter nichts ist. Ihretwegen verzichte ich nicht darauf!
Dick, wie ehrbar muss meine Frau ungefähr sein?
Makellos! Wenn J. L. dich auf der Sitzung in Boston vorschlägt,
kreuzt du am besten mit Miss Unschuld persönlich auf.
Und wann geht das über die Bühne? - In 10 Tagen. Schaffst du das noch?
Ich werd dich auf dem Laufenden halten.
Ja, gut! - Hey, Präsident! - Was ist?
Du solltest dir lieber Hosen anziehen, bevor du auf Tour gehst.
Ich will ja nichts gegen deine Beine sagen, aber...
Ja, ja!
(Straßenverkehrslärm)
Was macht das? - Vier, neun.
Vier, neun - was? - Vier Schilling, neun Penns.
Also Liebling, mach dir keine Sorgen.
Ich schick einen Vertreter zur Jean-Luis-Show.
Ich ruf dich in New York an. - Bringen Sie die Koffer zum Taxi.
Aber Sie werden doch... - Darf ich mal durch?
Nein, nicht die, Chef, die kleinen Münzen.
Würden Sie vielleicht? - Geben Sie mir 'ne Pfundnote.
Krieg ich noch was raus? - Sie waren wohl schon mal in England.
Einen guten Flug. Und halt die Ohren steif.
So, das bekommen Sie noch raus. - Einen Schilling für Sie.
Danke!
Oh, entschuldigen Sie! - Keine Ursache!
Oh, Toni! - Fahren Sie los!
Warte! Es tut mir leid, was ich heute Morgen alles gesagt hab.
Ich könnte mir dafür die Zunge abbeißen.
Tu das! Fahren Sie los! - Toni, verzeih!
Bitte, ich liebe dich!
Fahren Sie dem Taxi nach!
Taxi!
Zum Flugplatz, schnell!
Nein, das schaff ich nicht, Chef! Die hängen uns ab.
Ich muss sie aber erreichen. Sie haben doch 'ne Sprechanlage.
Das geht durch die Zentrale, Mister. - Können Sie ihr was ausrichten?
Das geht auch nicht, Chef. Nur wenn es um Leben und Tod geht.
Das ist ein Taxiunternehmen und kein Fernsprecher. Die nehmen das genau.
Es darf nur benutzt werden, wenn es um Leben und Tod geht.
Du Charly, es geht bei mir um Leben und Tod.
Herr hat 'ne dringende Nachricht für Dame in RB-4.
Okay, RB-5. Zentrale an RB-4!
Ich habe eine wichtige Mitteilung für Ihren Fahrgast.
Verstanden, Zentrale!
Gleich kommt eine wichtige Mitteilung für Sie, Miss.
Für mich? - Hm.
Sagen Sie ihr, dass alles was ich letzte Nacht gesagt habe, wahr ist.
Sagen Sie ihr, ich wäre ein völlig veränderter Mann.
Sekunde. Fahrgast sagt, er ist ein völlig veränderter Mann.
Ein Herr sagt, er hätte sich völlig geändert.
Ein Herr sagt, dass er sich irgendwie geändert hat, Miss.
Ha!
Ich möchte gern Kinder haben, das war auch nicht gelogen.
Jetzt wo ich Kinder kriegen kann, da will ich auch ein Kind.
Ich möchte nicht hören, dass Harry Jones ein guter Vater ist!
Warten Sie, Sekunde, Sekunde.
Du Charly, ich hab hier einen. Er glaubt, er bekommt ein Baby.
Ja, so was hab ich neulich gelesen von 'nem Verrückten.
Aber der Knüller: Da gibt's einen Harry Jones, der will der Vater sein.
Na dann viel Glück für deinen ollen Vater Harry.
Zentrale an RB-4.
Der Herr glaubt, dass er ein Baby kriegt. Harry Jones ist der Vater.
Er soll sich aufhängen.
Was soll er sonst machen, der arme Kerl.
RB-4 an Zentrale: Sie sagt, sie hat kein Interesse.
Sie muss es ja wissen, aber ich find's spannend.
Zentrale an RB-5. - Ja?
Sie hat kein Interesse, Chef!
Sie muss die Sache auch von meiner Warte aus sehen.
Ich war großer nervlicher Belastung ausgesetzt.
Die heikle Operation im Mittleren Osten.
Sekunde, Sekunde.
Hör genau zu!
Unser Herr hatte 'ne hässliche Operation im Mittleren Osten.
Wo? - Im Mittleren Osten.
Mann, das erklärt alles, was?
Dann diese fantastischen Stunden in diesen arabischen Zelten.
Sekunde.
Er spricht von fantastischen Stunden in einem Araberzelt.
Wen hast du da, Lawrence von Arabien?
Dann flog ich direkt wieder in ihre Arme zurück.
Und heute Morgen noch die Sache mit uns dreien.
Augenblick!
Ich werd' verrückt, der Bursche muss 'n toller Draufgänger sein, Charly.
Nach seinen fantastischen Erlebnissen im arabischen Zelt,
macht er sofort wieder flott mit ihr letzte Nacht.
Und heute Morgen kam noch so 'n komischer Vogel dazu.
Der hat ganz schön was auf dem Kasten, der Junge.
Wir sind nicht in allem einer Meinung.
Aber wenn Nationen zeigen, was Koexistenz ist, können wir das auch.
Ich liebe den Premierminister der Sowjetunion nicht,
aber ich lebe mit ihm zusammen. - Sie sind nicht verliebt in ihn?
Aber Sie leben mit ihm zusammen? - Ja, richtig.
Charly, wenn ich dir sage, auf wen er jetzt scharf ist, staunst du.
Jetzt will er mit dem russischen Premierminister 'ne Familie gründen.
Die passen auch wunderbar zusammen.
Oh, danke Chef!
Toni! - Steig aus!
Hey, was ist hier los? - Fahren Sie, ich bin ihr Mann!
Dran bleiben, Jungs! Männe ist aufgekreuzt.
Seiner oder ihrer?
Es war meine Schuld heute Morgen. Ich war unmöglich.
Was geht das mich an? - Du kannst tun was du willst!
Kannst demonstrieren, leben und leben lassen!
Ich liebe dich und will mich nicht trennen.
Es ist sinnlos, Carter. Es geht nicht gut.
Aber es kann, es muss! Verlass mich nicht.
Du kannst die Bedingungen stellen.
Wenn es nicht funktioniert, werde ich mich verdrücken.
Und du siehst mich nie wieder.
Ich bitte nur um einen...
...fairen Versuch.
Wir müssen beide lernen, dass...
...dass es eine tiefere menschliche Bindung gibt.
Etwas, das mehr als das Physische ist.
Wir dürfen unsere Verbindung nicht durch das Animalische beschmutzen.
Wir müssen versuchen..., unsere primitiven...
...Gelüste zu beherrschen.
(Lebhafte Musik)
(Liebliche Musik)
Folgen Sie dem Taxi, aber verlieren Sie's nicht!
Soll ich dir die Koffer reintragen? - Ich schaff's schon.
Sei ganz schnell wieder hier.
(Musik)
(Er singt.)
Dick!
Carter. Erstes Kommunique. Bedingungslose Übergabe.
(lacht) Du bist ja fantastisch! Alles wieder eingerenkt, ja?
Also in Zehn Tagen in Boston? - Ja, kein Problem.
Ich hätte gern gewusst, wie du das machst. Mach's gut!
Auf Wiedersehen.
Ein Telegramm an J. L. Stevens: Harrison wieder mit Frau versöhnt.
Bestätige, dass sie den moralischen Vorstellungen unserer Gesellschaft
entspricht. Es dürfte also einer...
(Lachen)
Kennst du das Gefühl, dass man schon mal irgendwo war?
Ich hab ein Zimmer für dich herrichten lassen.
Hoffentlich genügt es dir? - Völlig, und wo bleibst du?
Ich hab alles in mein Zimmer geschafft. - Fein...
Was heißt dein Zimmer?
Na ja...
Ich zieh vorläufig in das kleine Gästezimmer.
Wozu?
Hör zu, Schatz, ich... ich habe nachgedacht.
Ich finde alles, was du im Taxi gesagt hast, richtig.
Wir... wir müssen feststellen, ob wir zusammen leben können.
Wir sollten unsere Verbindung nicht durch das Physische beschmutzen,
sondern unsere primitiven Gelüste etwas beherrschen.
Oh, ich weiß, dass es für uns beide nicht leicht sein wird, aber...
Es ist ja nur für einen Monat oder zwei.
Einen Monat oder zwei?
Ich find die Idee wirklich gut. - Ja, fabelhaft.
Wer hatte die... ich meine, es ist wirklich 'ne blendende Idee.
Ich wollt es auch schon vorschlagen.
Willst du nicht schon den Champagner kaltstellen?
Und nachher machen wir uns ein nettes gemütliches Abendessen?
Ach Schätzchen, es tut mir schrecklich leid.
Ich bin heut Abend nicht zu Hause. - In unserer ersten Nacht?
Du hast es selbst gesagt: Leben und leben lassen!
Ganz überraschend findet heute Abend eine Versammlung statt.
Wegen der Statue.
Signor Petracini wird sprechen, und ich muss es übersetzen.
Es ist aber früh aus.
Unter diesen Umständen lass dir ruhig Zeit.
Ich musste Sie kurzfristig zusammentrommeln, weil wir
erfahren haben, dass Freitag um drei Uhr eine Konferenz im Amerikanischen
Institut für Künste und Wissenschaften stattfinden soll,
um das Ansehen der Amerikaner im Ausland zu verbessern.
Hohe amerikanische Persönlichkeiten aus sämtlichen Gebieten
des öffentlichen Lebens werden vertreten sein.
(Sie übersetzt die Rede auf Italienisch.)
Ä! - Ä!
Es gibt keine günstigere Gelegenheit für unseren Protest
gegen die Ablehnung von Signore Petracinis Statue.
(Sie übersetzt.)
(Applaus)
(Italienisch)
(Italienisch)
(Italienisch)
Wie können es die Amerikaner wagen, diese Statue aus moralischen Gründen
zu verdammen!
(Italienisch)
Als Mann hat er keinerlei Interesse an den Freuden des Fleisches,
ihm geht es nur um die Schönheit der wirklichen Kunst.
(Italienisch)
Jawohl, er hat recht! Uns Künstlern kann man nicht verbieten,
zu malen und zu schreiben, was wir für richtig halten.
Wir fordern... - ...die Freiheit des Ausdrucks.
Ich muss unterbrechen. Es ist Nebel.
Busse und Züge stellen ihren Verkehr ein.
Wir vertagen die Zusammenkunft auf morgen.
(Italienisch)
Wenn jemand in der Milchsuppe nicht nach Hause kommt,
lade ich die Betreffenden ein, die Nacht bei mir zu verbringen.
Ich auch? - Si!
(Italienisch)
Oh Signora!
(Musik)
(Komödiantische Musik)
Kommen Sie rein!
(Stimmengewirr)
Sch!
Sch!
(Liebliche Musik)
Komm, er schläft.
Gute Nacht.
Na, mein Liebes?
Erlauben Sie!
Was haben Sie hier zu suchen? - Draußen ist Nebel.
Irgendwo muss ich übernachten. - London hat 10 Millionen Einwohner.
Wie kommen Sie gerade auf mich? - Die Idee ist von Toni.
Sie sagte, dass sei in Ordnung. - Reden Sie keinen Blödsinn!
Wenn Sie mich als lästig empfinden, gehen Sie runter.
(schreit) Soll ich frieren? Ich bleibe hier!
Dann bleiben wir eben beide. Schnarchen Sie?
Das hoff ich stark! - Hoppla, nehmen Sie Aspirin.
Ich hab kein Aspirin. - Im dritten Schubfach.
Ich hab sie mal gepflegt bei 'ner Erkältung.
Hm? - Das war 'ne schwere Erkältung.
(Musik)
(Lautes Schnarchen)
(Musik)
(Verführerische Musik)
Ich bin's. Er schnarcht.
Lass mich hier schlafen. Ich verspreche auch, artig zu sein.
Au!
Ich bitte um Entschuldigung, ich... - Raus!
Ja, gern!
(Schrei)
Pst, Signore! - Hm?
(Italienisch)
Äh... wo schlafen... Signora Arrison?
Signora Arrison?
Signora Arrison!
Ah, Signora Harrison! Ach, na gleich hier.
Ja...
(Schlag und Schrei)
Au!
(Italienisch)
Au. - Verzeihung.
(Liebliche Musik)
(Musik)
(Telefonläuten)
(Telefonläuten)
Ja? - Carter?
Ja? - Dick! Wie geht's voran?
Kannst du reden?
Nein.
Bist du noch im Bett? - Ja.
Allein? - Nein.
Mit deiner Frau?
Nein.
Nicht mit deiner Frau? - Nein.
Weiß das deine Frau? - Hm.
Ist die nicht böse? - Nein.
So was geht natürlich nicht in Boston.
Hm?
Ruf mich an, wenn du kannst.
Mein Anwalt. - Hm...
Wohin geht's jetzt, Carter?
Wieso, wohin?
Ihre Firma hat bestimmt einiges mit Ihnen vor
nach Ihrem letzten großen Erfolg.
Sie haben doch für Sie bestimmt schon wieder einen tollen Job?
Ach, nichts Besonderes, glaub ich.
Und Sie machen sich überhaupt kein bisschen Sorgen wegen Toni?
Wieso? - Toni demonstriert, ist fanatisch.
Toni malt schockierende Sachen an die Wände.
Wir leben in einer freien Welt.
Toni kann tun und denken, was sie will.
Demonstrieren, Spruchbände und Fahnen durch London tragen?
Es ist ihr eigenes Leben.
Von mir aus kann sie nackt durch London reiten als Lady Godiva.
Sie haben sich anscheinend sehr geändert, Carter.
Im Gegensatz zu Ihnen. Was Sie wollen, weiß ich genau!
Das weiß ich von Ihnen nicht.
Welchen Zweck hat der vorgetäuschte Liberalismus?
Der ist nicht vorgetäuscht. - Nein? Ich stell Sie auf die Probe!
Wie denn? - Kommen Sie heute zu unserer Sitzung!
Hören Sie sich an, was wir über Amerika sagen!
Sie werden vor Wut explodieren! - Um was wetten wir?
Würden Sie kommen? - Es wird mir ein Vergnügen sein.
Das ist der richtige Sportsgeist.
Au! - Aspirin finden Sie...
Ja, ja, ja!
(Stimmengewirr)
Ciao!
Oh, mein Mann...
Ich setz mich hierhin.
(Schrei)
Sie sollten häufiger kalt baden.
Es tut mir schrecklich leid.
(Sie kichert.)
Hallo! Kennen wir uns? Waren Sie schon mal hier?
Nein, ich bin grad eingetreten. - Oh, Sie sind Amerikaner?
Oh! Tolle Show!
(Hammerschläge)
Meine Herrschaften, gestern sprachen wir von unserem Protest gegen
die schäbige Behandlung von Petracinis Werk 'Pferd und Frau'.
Heute Morgen hatte ein alter fantasievoller Freund von mir,
ein toleranter Amerikaner, eine wunderbar provozierende Idee.
Es ist 900 Jahre her, dass eine andere Frau mit einem Ross
durch einen Protest Geschichte gemacht hat.
Die Frau war Lady Godiva. Sie ritt nackt durch Coventry.
Lady Godiva soll noch einmal reiten über den Soho Square
die Stufen zum Amerikanischen Institut hinauf,
um unser Protestschreiben zu übergeben gegen den Angriff
auf die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks.
Bravo! - Sehr gut! Sehr gut!
Das wird ein Mordsknüller, was?
Wuchtig.
Danke, danke.
Ich glaube, an Freiwilligen fehlt es uns nicht.
Zum Beispiel, unsere teure Freundin Mavis Masters hier,
eine bekannte Künstlerin, geistreich und attraktiv.
Vor Jahren bin ich geritten, aber ich würde gern...
Wie bedauerlich.
Es sind genug andere da, unsere Sache zu fördern.
(Binky) Toni! Na, bombastisch!
(Jubel/Applaus)
(ein Mann) Toni, bravo!
(Frau) Bravo, Toni, bravo!
Also, wenn Toni einverstanden ist zu reiten?
Ganz nackt? - Nicht ganz Nackedei, Darling.
Du kriegst ein Trikot in Fleischfarbe, goldenes Haar
und an gewissen Stellen kleben wir dir Fransen an.
Aber ich bin so kitzelig, Binky. - Sag doch ja, Toni! Bitte!
Nun, wenn ich damit unserem Ziel dienen kann, bin ich bereit.
(Applaus)
Er fährt gerade im Funktaxi weg: RH-704.
Stellen Sie fest, wohin er fährt und rufen Sie mich sofort wieder an.
(Verkehrslärm)
(Klopfzeichen)
Carter, komm rein! Ich hab 'ne Überraschung für dich.
Ich hab eine für dich. - Rat mal, wer uns besucht?
Was sie jetzt wieder vorhat. - Wir kriegen Besuch von J. L.
Sie will durch London reiten, nackt. - Er wird die Eröffnungsrede halten.
Und weißt du, wo?
Freitag im Amerikanischen Institut. - Freitag im Amerikanischen Institut.
Was hast du gesagt? - Ich sagte, Freitag im US-Institut.
Das hab ich gesagt! J. L. kommt nach London.
Was?
Er hält die Eröffnungsrede Freitag um drei im US-Institut.
(stöhnt) Da wird er sein blaues Wunder erleben.
Da kann er gleich meine Frau beäugen. Ohne was, aufm Pferd!
(Blubbern)
Ohne Sattel? - Überhaupt ganz ohne.
Das ist nicht dein Ernst. - Als Lady Godiva!
Sie überreicht ein Protestschreiben. Weißt du, wann und wo?
Freitag im Amerikanischen Institut. - Freitag im Amerikanischen Institut.
Deine Frau ist wirklich 'ne Irre. - So verrückt sind nicht mal Irre.
Wir müssen sie aus der Stadt locken. 'ne Ferienreise!
Sie würde nie fahren. Sie würde sofort den Braten riechen.
Darauf wartet dieser bärtige Geier bloß!
Trägt sie 'n Bart? - Unsinn!
Ich hab noch andere Feinde in dieser Sache.
Sie würde nie fahren. Es müsste ein ganz besonderer Grund sein.
Hast du 'ne Zigarette? - Da, bedien dich!
Das müsste schon etwas ganz Ausgefallenes sein,
wo es um...
Hast du das gelesen? - Ja.
Haben wir nicht Ölanlagen in Gadonga?
Wir hatten. Die haben sie letzten Freitag angezündet. Wieso?
Nimm an, ich müsste nach Gadonga. - Da kannst du dich gleich aufhängen.
Ich mein es ernst. - Weshalb willst du nach Gadonga?
Ich will ja gar nicht. Aber nimm an, Toni glaubt, ich führe hin.
In einen beinahe sicheren Tod. - Da kann ich nicht schalten.
Du wirst schon. - Gadonga?
Ja, Gadonga.
Aber vorher ein kurzer Aufenthalt am Strand von Nassau.
(Besteckgeklapper)
(Harmonische Musik)
Das schmeckt dir sicher.
Ein Spezialrezept vom Scheich Mulla Yusuf Allah.
Ich kann das noch gar nicht fassen. Du kochst und bist häuslich.
Ich hab das Gefühl, als lerne ich dich jetzt erst kennen.
Ich hab von mir dasselbe Gefühl.
Dass mir erst jetzt klar wird, was ich wirklich vom Leben erwarte.
Und das hab ich alles hier in diesem Zimmer.
Ruhe, Frieden... und dich.
(Telefonläuten)
Ist das nicht das Telefon?
Hm.
Hello? - Was?
Ja, ja, er ist hier. Einen Augenblick.
Ein Ferngespräch aus Amerika. Mr. J. L. Stevens.
Ist das nicht dein Chef? - J. L.?
(lacht) Da macht sich einer 'n Scherz.
J. L. ruft nie jemanden persönlich an.
Hallo, wer ist dort?
Oh ja, J. L.... ja.
Hören Sie zu, Mr. Harrison, ich hab 'ne wichtige Nachricht für Sie!
Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber...
Wohin soll ich fahren? Wann?
Ja, ja, das ist mir klar, Sir, aber ich brauchte dringend Erholung.
Ich hab glaub ich das Recht, das zu sagen.
Rhabarber, Rhabarber... - In Washington?
In wessen Büro? - Rhabadab, Rhabadabapapa...
Der Außenminister persönlich?
Aber wieso denn gerade mich?
Ja, Sir.
Wenn er mich sprechen will.
Ja, Herr Minister? Guten Tag.
Rhabadaba, Rhabadaba, Rhabadaba...
Der Präsident will, dass...
...dass ich, Sir?
Tja... natürlich, ich kann schlecht nein sagen.
Rhababraba, Rhababraba... Oh, was für'n Rhabarber...
Ja, ja, natürlich, Sir, ich nehme an.
Ja, Sir, danke. Und vielen Dank für Ihr Vertrauen.
Jawohl.
Was ist los, Carter? - Ach, nichts, nichts.
Es war unwichtig.
Was hat denn der Außenminister mit dir zu tun? Und der Präsident?
Das versteh ich nicht.
(Tiefes Luftholen)
Ist auch besser so.
Wo schicken die dich hin, Carter? - Ach... hm, ist doch gleichgültig.
Das Furchtbare ist nur, dass ich dich verlassen muss,
wo wir uns gerade wiedergefunden haben.
Du sollst nach Gadonga, nicht?
Wie kommst du denn darauf? - Glaubst du, ich wäre so dumm?
Sie geben dir einen Auftrag, der an Selbstmord grenzt.
Das ist eine streng geheime Sache, von der kein Mensch wissen darf!
Verdammt, wann wird diese Welt endlich vernünftig?
Oh, du musst entschuldigen, ich... ich wollte mich nicht gehenlassen.
Wann, Carter?
Wann fährst du?
Bitte versprich mir eins.
Solange ich noch hier bin, wissen wir gar nichts von Gadonga.
Und wir erwähnen es nicht. Es existiert gar nicht, okay?
Okay.
Das Essen wird kalt.
Das war nicht schlecht.
Du hast ja gar nichts angerührt?
Carter, wann sollst du fahren?
Ach Toni, verderben wir uns doch nicht unseren allerletzten...
Schon morgen? - Bitte entschuldige...
Ich wollt es dir nicht sagen.
Sie haben deine beiden Vorgänger in Gadonga zu Tode gequält.
Ja, ich weiß. Arme Teufel...
Hab keine Angst, drei ist meine Glückszahl.
Und ich wohne weit vom Schuss in dem neuen Luxushotel, im Gadonga Hilton.
(Es läutet.)
Hat es nicht eben geläutet?
Äh, Mrs. Harrison? - Ja?
Murchison, vom Sicherheitsdienst der US-Botschaft.
Ja, bitte. - Danke.
Ich... ich hab hier noch ein paar Mitbringsel für Ihren Mann.
Oh, treten Sie bitte näher. - Ja, danke.
Für Ihren Mann die kugelsichere Weste.
Oh! Braucht er die wirklich? - Ich komme schon!
Oh, Mr. Harrison! Murchison, Sicherheitsdienst US-Botschaft.
Ihre kugelsichere Weste. - Müssen wir uns darüber unterhalten?
Über die Weste? Sicher! Sie bietet auch Schutz gegen Giftpfeile.
Sofern sie nicht aus nächster Nähe abgeschossen werden.
Oh Carter! - Ist das alles, Mr. Murchison?
Hach, ich fange erst an. Für die letzte Rettung!
Danke! Ist das alles, Mr. Murchison? - Dürfte ich um etwas Geduld bitten?
Wenn Ihre Vorgänger auf diese Dinge mehr Aufmerksamkeit verwandt...
Also schön, was noch? - Automatische Pistole.
Legt jeden um auf 20 Meter, Schlangen auf 10.
Schlangen? - Schlangen, ja, ja.
Wo wir von Gift sprechen, die Spritzen kriegen Sie unterwegs.
Gegen Malaria, Diphtherie, Schwarzwasserfieber, Lepra und Pest.
Ach ja, und zu guter Letzt noch ihre... ihre FTP.
Was? - Freitodpille.
Freitodpille? - Ja, die sind wunderbar.
Absolut zuverlässig, wirken schneller als Zyankali.
Sind nur ein bisschen schmerzhafter. - Soll ich die mit Wasser nehmen?
Nein, nie Wasser in den Tropen trinken, tödlich!
Das wäre dann wohl alles.
Mr. Harrison, es war mir eine Ehre, einen Mann wie Sie kennenzulernen.
Ich hoffe und bete, dass wir uns wiedersehen.
Es war mir ein Vergnügen, Madam. - Ganz meinerseits.
Es freut mich, Ihnen mitzuteilen, dass auf Nassau schönes Wetter ist.
Auf Nassau? - Ja, vielen Dank, Mr...
Murchison, Sicherheitsdienst der US-Botschaft.
Ich begleite Mr. Murchison hinaus, Schatz.
Hier.
Du hättest Filmstar werden sollen. - Das hab ich doch hingelegt.
Bisschen überzogen. Hast du die Flugkarten?
Ja, erster Klasse morgen um elf nach Nassau.
Fein. - Kriegst du sie auch wirklich rum?
(Musik)
Es tut mir leid, Liebes, ich hätte dir das gern erspart.
Was war denn das mit Nassau? - Ach, gar nichts.
Ach bitte, Liebling.
Na gut, warum soll ich's dir nicht sagen.
In Nassau findet eine Besprechung über den Einsatz statt.
Die fängt morgen an.
Weil der Außenminister dachte, unter diesen Umständen möchten wir
vielleicht zusammen unsere letzten Tage... ich meine,
diese Zeit verbringen, aber...
Ich wollte dich auch schon darum bitten, aber dann dachte ich,
es wäre besser, den Abschied nicht hinauszuschieben, es gleich zu tun.
Nenn es egoistisch, wenn du willst, aber ist es nicht klüger,
es kurz und schmerzlos zu machen?
Ich meine...
Das wäre unerträglich, wenn wir noch länger zusammen sind.
Findest du nicht?
Oh, du bist wunderbar, Carter.
Also gut, ich richte mich nach dir.
Äh... ja...
(Komödiantische Musik)
(Er stöhnt.)
Ah!
(Er singt vergnügt.)
(Er pfeift vergnügt.)
(Es klopft.)
Mr. Bramwell? - Ja?
Guten Abend! Darf ich reinkommen? Danke vielmals!
Ich spreche völlig offen mit Ihnen. - Äh?
Sollten Sie Brigadier Fanshow vom MJ-5 über mich ausfragen,
so wird er leugnen, dass er von meiner Existenz weiß.
So?
Setzen Sie sich!
Oh, möchten Sie... - Nicht im Dienst, Danke!
Dieser Besuch hat offiziell nie stattgefunden, klar?
Wollten Sie auch wirklich zu mir? Ich bin nicht bei der Regierung.
Und ich bin gar nicht hier. Gut? - Gut. Möchten Sie doch...
Nein danke!
Carter Harrison...
Na, kommen Sie, dauernd schläft der Britische Geheimdienst auch nicht.
Was hat ein amerikanischer Geschäftsmann
in extremistischen Kreisen verloren? In der anti-amerikanischen Brigade?
Ist er da drin? Das versteh ich nicht.
Ich könnte Ihnen auf die Sprünge helfen.
Da Harrison mit diesen Leuten keinerlei Berührungspunkte hat,
komme ich zum Schluss, dass der CIA ihn als Spion eingeschleust hat.
Oh nein, Carter Harrison ist kein Spion.
Was soll er sonst vorhaben? - Keine Ahnung.
Außerdem ist das ein freies Land, oder?
Sie wissen mehr, als Sie zugeben.
Selbst wenn, bin ich niemandem Rechenschaft schuldig,
der in mein Zimmer stolpert und mir irgendeine Karte hinhält.
Wie Sie wollen, dann werd ich es MJ-12 übergeben.
Hm, bitte.
Augenblick! Also ich... ich schwöre, diese Geschichte ist rein privat.
Carter Harrison fliegt morgen früh mit seiner Frau nach Nassau.
Morgen nach Nassau mit seiner Frau? Aber sie reitet als Lady Godiva!
Nein, das hat sie aufgegeben. - Wirklich? Wissen Sie das genau?
Ganz positiv. Möchten Sie jetzt? - Nein, im Dienst nicht. Aha...
Na, danke und gute Nacht, Bramwell! - Ich hab zu danken, Mister...
Ich hab Ihren Namen nicht ganz... - Ja, das kommt vor, Mr. Bramwell.
Gute Nacht!
(Komödiantische Musik)
(jammert) Oh nein, nein, bitte nein!
Oh nein! Nein!
(schreit) Habt doch Mitleid!
Oh bitte, ich will nicht sterben!
Bitte! Tut das nicht!
(Erschöpfter Schrei)
(Wimmern)
(schreit) Oh nein! Bitte nicht!
Liebling?
(schreit) Hilfe! Nein!
Was ist denn? Carter! - Nein!
Oh... Toni.
Du hast furchtbar geschrien, Liebling.
Die Eingeborenen haben mich gejagt...
...mit Speeren und... mit Giftpfeilen.
Ich war allein. - Oh...
Und im Sumpf. Die Krokodile und... CC-Fliegen...
Oh, ist ja gut, Liebling.
Aber ich war allein! - Ja, Liebling, ich weiß.
Leg dich wieder hin.
Allein...
Mein armes Liebes.
Du sollst nie mehr allen sein.
Aber bald bin ich allein!
Nein, Liebling, nie wieder.
Ich weiß ja, nach Gadonga kann ich nicht mitkommen, aber ganz egal,
wohin du gehst, ganz gleich wohin... ich gehe immer mit dir.
Ganz gleich, wohin? - Ganz gleich, wohin.
Selbst nach... Nassau?
Selbst nach Nassau.
Oh... aber...
Was ist mit Godiva?
Dann müssen sie sich für mich jemand anders suchen.
Oh, ich danke dir.
Dafür, dass du meine Frau bist.
(Liebliche Musik)
Liebling, ich...
Ich glaube...
Ja.
Es ist besser, du gehst wieder in dein Zimmer.
Du selbst hast gesagt, man muss die primitiven Gelüste beherrschen.
(Es klopft.)
Oh Harry, ich hab schon versucht dich anzurufen.
Ist der Meister zu Haus? Ja, er schläft noch.
Er hat kaum ein Auge zugetan.
Na, bevor wir den Ernsten wecken, hab ich eine traurige Nachricht.
Offenbar hat Mr. Godiva Mrs. Godiva überredet,
heute Nachmittag nicht zu reiten. Woher weißt du das?
Ich hab meine Quellen. Ich weiß genau, wohin er fährt.
Das weißt du? - Ja!
Ich weiß nur noch nicht, weshalb. Mir ist es rätselhaft,
wie du von seiner Gadonga- Mission erfahren hast,
aber Harry, das ist strenggeheim.
Gadonga? Oh ja!
Es hat diesmal nichts mit Öl zu tun.
Dahinter steckt das Außenministerium und die UN.
Carter geht als Sonderbeauftragter nach...
Gadonga, oh meine arme Toni. Er fliegt nach Nassau.
Ja, ich weiß. - Das weißt du?
Ja, da fliegt er vorher hin zur Einsatzbesprechung.
Aha, und er hat dich gebeten mitzukommen?
Im Gegenteil, er hat mich gebeten, es nicht zu tun.
Aber er hat gnädig eingewilligt. Nein, Harry.
Unterlass bitte solche Unterstellungen.
Es hat nichts mit Lady Godiva zu tun.
Aber es passt gut, dass dadurch nichts aus deinem Ritt wird.
Du findest schon jemand. - Dumm, dass du auf so was reinfällst!
Ich warne dich, Harry!
Ohne meine Zustimmung wirst du nicht von der Zeitung beurlaubt!
Wenn ich doch fahre? - Dann fliegst du!
Dann schmeiß mich raus! Ich fahre mit Carter!
Ich lasse mich auch durch dich nicht davon abhalten!
(Er pfeift vergnügt.)
(Vergnügtes Pfeifen)
Ein schöner Tag heute! - Ja!
Ich habe den Anruf erledigt.
Die Harrisons sind schon auf dem Flugplatz.
Gut!
J. L.'s Maschine trifft eine Stunde früher ein.
Gut!
Sie landet in 45 Minuten. - Fein, ich hol ihn ab. Mein Wagen...
45 Minuten? - Ja, Sir!
Dann treffen sie sich am Flughafen!
Wer wen? - Macht nichts. Meinen Mantel!
Welchen Mantel? - Irgendeinen.
Sie haben keinen. - Dann meinen Wagen!
Einen Wagen haben Sie auch nicht.
Wissen Sie genau, dass ich keinen Mantel hab?
Ich ruf 'n Taxi!
Guten Morgen! - Oh Tag!
Jetzt nicht, ich muss einen Mantel anrufen!
Was will Carter Harrison in Gadonga?
Gadonga?
Warum fährt er nach Gadonga? - Weil...
Sie leugnen also nicht? - Doch! Das ist 'ne Lüge.
Tatsächlich? Freut mich!
Die britischen und amerikanischen Ansichten zu Gadonga
haben sich nicht immer gedeckt.
Mein Chef fürchtet, dass die CIA ihn als Geheimagent benutzt.
Nein, nein, tut mir leid, ich muss zum Flughafen!
Daran ist nichts wahr!
Unser Premierminister ruft heute Abend Ihren Präsidenten an.
Er bringt sicher die Gadonga-Sache zur Sprache.
Nein, das geht nicht! Unmöglich! Nicht wegen Gadonga.
Wenn da nichts Wahres dran ist... - Er fährt nicht nach Gadonga!
Können Sie das beweisen? - Ja, das Ganze ist nur ein Scherz.
Carter Harrison ist für einen hohen Posten bei seiner Firma vorgesehen.
Dazu muss er Ordnung in sein Familienleben bringen!
Er muss Ordnung... ah ja, jetzt versteh ich.
Faszinierend, alter Junge...
(Lautsprecherdurchsage)
(Durchsage) "Pan American Airways Flugnummer 1, Ankunft aus New York."
(Stimmengewirr)
(Durchsage) "Passagiere der Lufthansa Flug 564 nach Nassau werden gebeten,
sich in zehn Minuten durch Ausgang 3 zur Maschine zu begeben."
Carter.
Oh Carter!
Tja...
Oh Liebling! - Aber, aber, nicht weinen.
Es wird schon alles gut gehen.
Ich geb' dir mein Wort, du brauchst dir keine Sorgen zu machen, okay?
(Schluchzen)
Absolut kein Grund...
(Schluchzen)
Ich spreche im Namen aller... da ist er ja!
Carter! Kommen Sie!
Das ist... das ist J. L.
J. L. Stevens? - Ja.
Wieso, was will er hier? - Keine Ahnung.
Ich spreche im Namen meiner Freunde hier, die sämtliche Zweige
der amerikanischen Wirtschaft vertreten, wenn ich sage,
wir sehen in jedem amerikanischen Geschäftsmann im Ausland
einen Botschafter des guten Willens. - Ich geh rasch rüber zu ihm, ja?
Bleib hier und mach dich noch ein bisschen hübsch, bevor du kommst.
Hm.
Vielen Dank, entschuldigen Sie uns. Wir kommen gleich nach.
Hallo, hallo, hallo Carter! - Freut mich, J. L.!
Wie geht es Ihnen? - Ich bin überrascht, Carter!
Ich habe Bramwell erwartet. Meine Frau kennen Sie?
Oh ja, Mrs. Stevens. - Guten Tag, Mr. Harrison.
Ist das die junge Dame, die wir gern kennenlernen möchten? - Ja.
Wir wollten gerade... wir wollten gerade verreisen... ins Ausland.
Ja, ihr... mein Schwiegervater ist... sehr schwer erkrankt.
Oh, das tut mir leid.
Die Ärzte geben ihm nur noch eine Woche.
Und man weiß nicht, es ist so eine Art, so eine Art Lungenentzündung.
Dazu eine doppelseitige, es könnte sich zu einer dreiseitigen...
Oh, mein Gott!
(Lautsprecherdurchsage)
Ach, da ist er ja! Bramwell!
Ja, ja, hier!
Oh, J. L.!
Hallo!
Guten Tag, wie geht's Ihnen? Mrs. Stevens?
Guten Tag! - Nett, dass Sie gekommen sind.
Ach Carter, du bist ja auch hier und die Gemahlin auch?
Ja, Toni kommt auch sofort.
Ich hab grad erzählt, dass ihr Vater, der arme Vater...
Der arme Vater? - Ja!
Ach, der arme Vater! - Erschütternd, nicht?
Erschütternd. - J. L. hat Verständnis dafür,
dass Toni und ich abreisen müssen, heute noch.
Zur Beerdigung des armen Vaters. - Oh, wir hoffen nicht!
Nach dem letzten Telegramm hängt sein Leben am seidenen Faden.
Gut, er ist ja sehr kräftig, hat eine fabelhafte Konstitution.
Kein Wunder, dass Carter sie geerbt hat.
Es ist nicht sein Vater, Sie Trottel, sondern ihrer!
Ich weiß, aber sie waren ja befreundet.
Ach Toni, das sind Mr. und Mrs. Stevens.
Freut mich sehr! - Ganz meinerseits.
Guten Tag! Guten Tag, Mr. Murchison. - Guten Tag, freut mich sehr.
Es tut mir leid, ich hab mich neulich sehr dumm betragen.
Verständlich. - Dafür haben wir volles Verständnis.
Mit Gottes Hilfe kommt er durch. - Sie müssen tapfer sein, mein Kind.
Er ist der tapferste von uns. - Unsere Maschine wurde aufgerufen.
Keine Sorge, er kommt durch. - Meinen Sie wirklich?
Bei Schwarzwasserfieber, Giftschlangen und Pest?
Schlimm, was er durchgemacht hat. - Wieso hat?
Schatz, wir haben uns geschworen, nicht mehr davon zu sprechen, hm?
Nun müssen wir wirklich gehen.
(Durchsage) "Mrs. Antonia Harrison, bitte zum nächsten Telefon!"
Das kann doch bloß Mrs. Carmody sein.
Ja, beeil dich. - Oh, entschuldigen Sie mich.
Eine ganz zauberhafte Person, Carter.
Vielen Dank, Sir.
Kommen Sie mit ihr nach Boston, Carter,
Sie werden keine Schwierigkeiten haben. Alles Gute, mein Junge!
Auf Wiedersehen, Sir. Mrs. Stevens. - Wiedersehen.
Alles Gute! - Hat sie Giftschlangen gesagt?
Er ist Forscher gewesen. Einer von diesen verrückten Italienern.
Aha! So!
Präsident der internationalen Zweigstelle?
Die Firma hat strenge Moralbegriffe für ihre führenden Mitarbeiter.
Es müssen alles ehrbare Familienväter sein.
Bist du im Bilde?
Ja! Weiter!
Ein italienischer Forscher, ja? - Ja, gute alte Rasse.
Finden Sie nicht auch, Mrs. Stevens? - Tja, wirklich reizend.
Mr. Harrison! - Ja?
Ich hab eine Mitteilung für Sie, Sir.
Ich hoffe, ich hab es richtig verstanden.
"Gratuliere zum Präsidenten! Kann leider nicht mit nach Nassau,
da ich anderweitig dringende Verpflichtungen hab. Lady Godiva."
Godiva?
"P. S. Schlage vor, du nimmst Freitodpille gleich!"
Wo ist sie hingegangen? - Sie hat das Gebäude verlassen.
(Dramatische Musik)
(Dramatische Musik)
Fahren Sie dem Taxi nach! Aber schnell!
Gut!
Ach, Sie sind's! Ich bin in Druck, erkennen Sie mich wieder?
Ob ich Sie wieder erkenne? Ich denke heute noch an das arabische Zelt.
Würden Sie für die Dame wieder eine Nachricht durchgeben?
Augenblick. - Charly, dranbleiben, ja?
Fangen Sie an! - Sagen Sie ihr, ich liebe Sie!
Ich mein es aufrichtig, ganz egal, was sie tut!
Und wenn sie nackt über den Soho Square reitet, ganz egal!
Hey Charly, sag den Boys, sie sollen ihre Kameras bereithalten.
So was erleben sie nicht mal im Fernsehen.
(Beschwingte Musik)
Ganz nackt? Wo?
"Am Soho Square!"
Da schlägt ein Herr vor, sie sollen sich am Soho Square nackt ausziehen.
Hängen Sie das Taxi ab!
Fahren Sie mich schnellstens zu Ryman's Kostümverleih!
(Musik)
Warum habe ich mir über Carters Frau überhaupt Gedanken gemacht?
Eine reizende Person. - Sie ist eine Zierde für die Firma.
Du Harry, bitte gib den Leuten von der Presse meinen richtigen Namen.
Mrs. Antonia Harrison, die Frau von...
Keine Sorge, du wirst die Spalten der Weltpresse füllen.
Sitz still! Harry, bitte verschwinde! Mavis, ich brauche mehr Haare.
Ja, gut! Aber ich find's gemein, dass du's nun doch machst!
Ich bin mit Herz und Seele in dieses Trikot gestiegen.
War aber 'n Stück Arbeit, bis die Seele drin war, was Süße?
Sehr charmant! Ich hab mir extra eine schwarze Pferdedecke geborgt.
Was sicher das Pferd begrüßt hätte. - Ach, halt bloß den Mund!
Oh, Alarm!
Jetzt kommt Mr. Godiva. Oh!
Ruf die Polizei! - Keine Angst, wir sind gewappnet.
Mavis, beeil dich! Komm schon! - Schnell!
Entschuldigung! Verzeihung.
Ich will meine Frau sprechen! - In 30 Minuten auf dem Soho Square!
Aus dem Weg, oder ich stopfe Ihnen den Rachen mit Sauerkohl!
Haben Sie was auf dem Herzen, Sir? Wir werden doch nicht handgreiflich.
(Musik)
Danke, Jungs! War fast echt. - Gern geschehen.
(Anlieferung im Hof)
(Dynamische Musik)
Wie viel kostet der Strauß? - Pro Strauß zwei Schillinge.
Diese verdammten Schillinge, hier stimmt so!
Danke, Chef!
(Musik)
(Bestattungsinstitut)
Verzeihung! - Guten Tag, Sir!
Kann ich etwas für Sie tun? - Ich möchte dringend zu meiner Frau.
Zu Ihrer Frau? - Ja, sie muss hier sein.
Wir hatten heute ziemlich viele. - Sie ist vor 20 Minuten gekommen.
Das muss wohl diese kleine Dunkelhaarige sein.
Stimmt genau. Darf ich jetzt zu ihr?
Ich bedaure, aber es ist prinzipiell nicht erlaubt,
unsere Kunden zu sehen, bevor sie präpariert sind.
Ich will ihr nur die Blumen geben. Ich hab sie abscheulich behandelt.
Man darf sich keine Vorwürfe machen.
Bevor ich ihr den Schwindel erklären konnte, war sie weg, einfach so!
Ja, so ist das Leben. Eben noch da und husch weg!
Ich muss zu ihr, bevor sie hier weggeht.
Sir, hier geht sie am Montag erst weg.
Blödsinn, sie wird in 20 Minuten aufs Pferd gesetzt,
dann geht's hoch zu Ross über den Soho Square.
Du meine Güte, so schnell können wir sie niemals herrichten.
Hoch zu Ross?
Ja, hoch zu Ross.
Ist das etwa ein religiöser Ritus?
Entschuldigen Sie, die Blumenspende für Nummer 6.
Nummer 6, oh, die Blumen sind für Ihre Dahingegangene.
Dahin...? - ...gegangene.
(Düsteres Trommeln)
Sie müssen entschuldigen, ich... Das war ein schreckliches Missver...
Ich dachte nämlich, au!
Verzeihen Sie!
Hoch zu Ross?
Ich bin sehr für eindrucksvolle Trauerzüge, aber das ist die Höhe.
Komm, steig ein!
Ihr fahrt die Straße für Lastwagen!
Wir treffen uns an der Nordseite vom Soho Square!
Toni! Toni, warte!
Toni!
Warte!
Hier! - Ich tausch nicht um.
Ah! - Dieser Idiot!
Sie haben sie wohl nicht alle auf der Latte, junger Mann!
Na warte!
Haben Sie keine Augen im Kopf?
(Stimmenwirrwarr)
Sie kommen mit zur Polizei! Sie haben mich angefahren!
Toni!
(Scharfes Bremsen)
Ich möchte Ihre Papiere sehen!
Alles aussteigen! Kommt, schnell hinterher!
(Hupen)
Können wir Ihnen behilflich sein? - Sie ist verletzt, einen Doktor!
Gleich hier um die Ecke ist eine Stelle für Erste Hilfe.
Sekunde, Sie können bei uns durchgehen.
Danke. - Direkt durch die Hintertür raus.
Sagen Sie, sie kämen von uns.
Die haben uns schon viele Kunden zugeschanzt.
Oh, Sie haben Ihre teure Gattin gefunden, Sir?
Ein Autounfall. - Oh, wie traurig. So jung!
Und so schönes langes Haar.
Binky, Mavis, schnell hierher! Ihr zwei seht oben nach.
Sie müssen hier irgendwo sein.
Dürft ich sie einen Augenblick dort hinlegen?
Gerne, Sir, dafür werden sie ja benutzt.
Legen Sie Ihre Frau einfach dahin. Ich hole mein Bandmaß.
Hallo Fräulein? Verbinden Sie mich mit einem Krankenhaus.
Ist hier eine junge Dame durchgelaufen?
Nein, Sir, wer hier drin ist, läuft nicht wieder hinaus.
Danke! - Keine Ursache, Sir.
Ja, es handelt sich um meine Frau!
Wie bitte?
Nein, nein, ich brauch keine Hebamme!
Hallo! Fräulein?
Ja, ja, Geburtshilfe, hallo, ja?
Ich brauche Ihre Hilfe nicht! Meine Frau auch nicht.
Sie braucht einen Krankenwagen.
Hier war ein Verkehrsunfall, und meine Frau ist verletzt.
Sie liegt in einem Bestattungsinstitut.
Sie ist weg!
Oh, herzliches Beileid.
Meine Frau! Wo ist sie? - Oh Sir, haben Sie sie wieder verlegt?
(Gehupe)
Macht doch mal Platz! Geht doch mal weg da!
Hier kommen wir nie durch. Dann reit ich von hier!
Ladet das Pferd ab! - Mavis, Binky, holt das Pferd raus!
Ich mach euch Platz! Darf ich mal vorbei?
Augenblick!
Dies hier ist Soho, J. L.
Komisches Viertel, völlig ruhig und verträumt.
(Stimmengwirr)
(Stimmengewirr)
Los Binky, beeil dich! - Halt endlich die Klappe, Mavis!
(Krachen)
Nur 'n Verkehrsunfall. Die Bobbys machen gleich Platz.
Toni, ist das ein schönes Pferd!
Los, Toni!
Komm Toni, steig auf, ja?
Steigen Sie hier auf!
Eins, zwei drei!
Bravo, Toni!
Herrschaften, etwas weiter hier rüber treten! Danke!
Setzen Sie bitte den Wagen zurück. Es ist sehr dringend!
Guten Tag! - Oh!
Wer ist das? - Britischer Geheimdienst.
Greift da ein, wo's brennt! Bestimmt kommt die Königin.
Sie kennen Gott und die Welt. Schätz ich sehr.
Danke sehr!
Bitte etwas zurücksetzen!
Zückt eure Kameras, Herrschaften! Gleich gibt es etwas zu sehen!
(Stimmenwirrwarr)
(Jubel/Applaus)
Königin hin, Königin her, wir haben keine Zeit!
Dann gehen wir jetzt zu Fuß. Es ist nicht mehr weit.
Wir gehen das kleine Stück zu Fuß! Weitersagen!
(Jubel/Applaus)
Hier ist aber auch immer was los!
Entschuldigen Sie bitte!
(Jubel/Applaus)
Wir sollten lieber umkehren. Da war einer mit 'ner Bombe!
Ach Unsinn, komm weiter! - Ich warne Sie, das wird gefährlich!
Seht euch das an!
Tolle Figur! - Schamlos!
Unerhört! - Wir sollten zurückgehen!
Der Gaul sieht tückisch aus. Der geht gleich durch.
Toni macht sich gut! Blendend!
(Schrei)
Denken Sie immer nur an so was, Sie Lüstling?
Entschuldigen Sie! Toni! Toni!
(schreit) Oh, da kommt er! Da kommt er! Schnell los!
Kenn ich nicht die Frau? - Nein, die ist ja blond!
Woher wollen Sie 'ne falsche Blondine kennen, die nackt reitet?
Toni! - (Mavis) Halt, halt, zurück!
Weg da! Toni, bitte!
Kommen Sie, Gentlemen, keine Prügelei. Ah!
Widerstand gegen die Staats... - Toni, hör zu!
Lass los! - Toni, bitte! Ich muss dich sprechen!
Lass mich los!
Das ist doch Carter mit seiner Frau! - Tatsächlich?
Lass mich los, lass mich los! - Toni, bitte!
Mach, dass du wegkommst! Carter, lass mich in Ruh!
Was macht sie denn hier? Ich denk, ihr Vater ist schwerkrank?
Sie ist vor Kummer durchgedreht. - Du sollst mich loslassen!
Toni! - Hilfe!
Festnahme schnell!
Toni!
Ich hab die Nase voll von dir! Lass mich zufrieden!
(Wildes Geschrei)
Ich werde reiten!
Ich reite als Lady Godiva! - Toni!
(Musikfanfare)
Außer dem Angeklagten, von dem ich jetzt weiß, dass er Harrison heißt,
waren noch Jones, Masters und Waring daran beteiligt.
Als ich Harrison und die anderen Angeklagten zur Ordnung rief,
indem ich sie aufforderte von ihrem Tun abzulassen,
holte Harrison zum Schlag gegen Jones aus und traf mich auf die Nase.
Jones holte zum Schlag gegen Harrison aus und traf mich auf die Nase.
Miss Masters holte zum Fußtritt gegen Harrison aus, verfehlte ihn
und trat mir in den...
Darf ich das schriftlich zu Protokoll geben?
Wohin es Sie traf, haben wir verstanden.
Fahren Sie fort.
Woraufhin Mrs. Harrison zum Schlag gegen Mr. Harrison ausholte
und mir den Helm vom Kopf schlug.
Als ich mich bückte um ihn aufzuheben, befand ich mich
in einer misslichen Position hinsichtlich des Schimmels,
welcher begann, seiner Nat...
(Gelächter)
Euer Gnaden, darf ich das niederschreiben?
Ich glaube, dass wir auf weitere Aussagen verzichten können.
Ich bitte die Angeklagten, sich zu erheben.
Die Angeklagten Miss Masters, Jones, Waring sowie Mrs. Harrison
werden zu einer Geldstrafe von fünf Pfund verurteilt.
Mr. Harrison bleibt freundlicherweise noch hier.
Die übrigen folgen bitte dem Gerichtsdiener.
(Unruhe im Gerichtssaal)
Keine Sorge J. L., er kommt blütenweiß aus der Sache raus.
Ist auch das Mindeste.
(Knurren)
Wie ich höre, soll ein Anwalt für Sie sprechen.
Dr. Martindale, sind Sie bereit?
Euer Gnaden, bitte bedenken Sie, dass eine Verurteilung ein Makel wäre,
nicht nur für den bisher völlig unbescholtenen Mr. Harrison,
auch für den Namen der Gesellschaft, bei der er beschäftigt ist.
Mr. Harrison hatte absolut nichts mit der törichten Demonstration zu tun,
die auf dem Soho Square geplant war.
Er war, nichts Böses ahnend, auf dem Weg zu einer wichtigen Konferenz,
als er plötzlich erschüttert bis tief ins Mark seine eigene Frau
in einem unanständigen Gewand erblickte.
Sie wollte an einer Demonstration teilnehmen, die auf eins abzielte:
Die Beleidigung des großen Landes, dessen ehrenwerter Bürger er ist.
Können Sie, Euer Gnaden, kann irgendjemand diesen Mann
dafür verurteilen, dass er in einer verzweifelten, aber edlen Aufwallung
seine Frau davon abzuhalten versucht, eine Torheit zu begehen,
die ihrer unwürdig ist?
Ich bin der Überzeugung, Sie befinden Mr. Harrison für nichtschuldig.
(Gemurmel im Gerichtssaal)
Ist das die Wahrheit, Mr. Harrison?
Nein, Sir, daran ist kein Wort wahr.
(Unruhe)
(Hammerschläge)
Wie bitte, Mr. Harrison? - Das ist völlig unrichtig!
Mr. Harrison, wenn Sie dem Gericht etwas mitteilen möchten, tun Sie's.
Ich erkenne es dankbar an, dass...
...meine Firma... so bemüht ist um meinen Ruf.
Sie hätten sich die Mühe sparen können.
Mein Entlassungsgesuch ist bereits unterwegs.
(Raunen)
Euer Gnaden, meine Frau und ich sind in sehr vielen Dingen
entgegengesetzter Meinung.
Genauer gesagt, unsere Ansichten stimmen fast nie überein.
Zum Beispiel glaubt sie an das Programm dieses Komitees.
Ich jedoch nicht.
Aber was ich gestern getan habe, war keineswegs ein Versuch,
Sie davon abzuhalten. Ich wollte lediglich zu ihr, um ihr zu sagen,
dass ich mich meines Benehmens ihr Gegenüber zutiefst schämte.
Und... dass ich sie über alles liebe.
(Gefühlvolle Musik)
Und dass... dass mir im Leben nichts so wichtig ist, wie unsere Ehe.
Nach den Vorfällen des gestrigen Nachmittags
werden Euer Ehren das nicht glauben. Und sie auch nicht.
Aber es ist wahr.
(Gemurmel im Gerichtssaal)
Vielen Dank, Mr. Harrison.
Ich hoffe, Sie gewinnen sie zurück, wenn das wirklich Ihr Wunsch ist.
Das Verfahren wird eingestellt. - Danke.
(Gefühlvolle Musik)
Weißt du..., das ist der gemeinste Trick von allen:
Anständigkeit.
Geh schon, ich bezahl die fünf Pfund für dich.
(Die Musik schwillt an.)
J. L., nehmen Sie das Entlassungsgesuch nicht an.
Sie verlieren einen großen Vizepräsidenten.
Und einen saumäßigen PR-Mann.
(Lachen)
Julius, du hast gerade deine zwei besten Leute rausgeworfen.
Mit Recht! Ein Mann ohne Prinzipien ist ein Mann ohne Integrität.
Ohne Verantwortungsgefühl.
Du hältst fest an deinen Prinzipien? - Und ob!
Wann stellst du sie wieder ein? - Heute Nachmittag!
(Mavis) Komm raus aus dieser grässlichen Atmosphäre.
Aber jetzt bin ich kriminell, Darling.
Kopf hoch, Binky!
Hallo! - Na?
(Er lacht verlegen.)
Tja... ich bin geplatzt, aber ich danke Ihnen für Ihre Mithilfe.
Dass Sie sich sogar einsperren lassen...
Ihr vom Sicherheitsdienst leistet gründliche Arbeit.
Dazu sind wir schließlich da. - Wie war Ihr Name?
Bond! James Bond.
Nicht identisch.
Carter!
Carter, warte!
Fahren wir nach Hause?
Nein, die Presse wird da sein.
Da wimmelt es von Reportern.
Suchen wir uns irgendwo ein Versteck, wo wir ungestört sind?
Gern, Liebling, aber... ich möcht aus dem Zeug raus.
Dann hol ich Mavis' Pferdedecke, die liegt noch bei Ryman.
Okay... Fahrer?
Ja, Sir?
Fahren Sie uns nach... Soho.
Da wird sich die Dame ausziehen und eine Pferdedecke abholen.
Dann fahren Sie uns zu einem verschwiegenem Plätzchen,
wo keine Fotografen sind, hm? - Okay.
Du Charly, ruf bitte meine Alte an.
Sag ihr, ich komm heute Abend später nach Haus.
Der persische Romeo ist wieder in der Stadt!
(Musik)
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