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Guten Tag, Monsieur. Madame...
Perfekt.
Danke, gute Fahrt.
Wow, das ist schön!
Danke.
Tut mir leid, ich hab mein Ticket zu Hause vergessen.
Kein Problem. Wie heißen Sie? Ich find Sie schon.
Tarlidch. T wie Therese,
A, R...
L wie Lorenz, I, D wie Denis, C, H.
Juliette? - Ja.
Gute Fahrt, Juliette. - Danke.
Nach der Graphic Novel "Juliette: Gespenster kehren im Frühling zurück" von Camille Jourdy
JULIETTE IM FRÜHLING
Tag. - Tag.
Hallo, Papa. - Juliette!
Ich dachte, du kommst morgen. Hat dich jemand abgeholt?
Ich hab den Bus genommen.
Wie komm ich bloß drauf, dass du morgen kommst?
Ich bring zurzeit alles durcheinander. - Hab mich wohl am Telefon unklar ausgedrückt.
Wie geht's? Hast du Urlaub?
Ich brauchte 'nen Tapetenwechsel.
Ich mach grad "Toast alter Kerl". Möchtest du?
Ja.
Warum dachte ich bloß, du kommst morgen?
Scheiße! Schon wieder!
Ja? Am Apparat.
Danke für Ihren Rückruf.
Ja, der Router funktioniert nicht mehr.
Genau. Léonard Tarlidch.
T wie Therese, A wie... Arschloch,
R wie ranzig, L wie lausig, I wie ignorant,
D wie dumm,
C wie cholerisch und H wie Hitler.
Weiß deine Mutter, dass du hier bist? - Hab sie noch nicht angerufen.
Sie wird sich freuen, dich zu sehen.
Hast dich ja lange nicht gemeldet. Viel Arbeit?
Ja, schon. Immer nur Arbeit.
Ist doch gut.
Also eigentlich hatte ich...
'ne Art Depression.
Aber es geht mir besser.
Das Leben ist ja auch kein Zuckerschlecken.
Du hast 'ne neue Falte.
Schön?
Kommt vom vielen Denken.
Scheiße! Hast du unterm Bett geguckt? - Ja!
Du sollst sie im Flur abstellen! - Hier ist einer!
Klar, sie fliegen einzeln rum. Scheißschuhe!
Mama, du musst was ins Mitteilungsheft schreiben. - Marylou, es ist nach halb, ihr müsst los!
Ist das dein Ernst? Der pinke Schwamm ist für den Abwasch,
der gelbe für den Boden! Ich kauf sie extra in verschiedenen Farben!
Ist es so schwer, sich das zu merken?!
Wo ist dieser blöde Schuh?
Gut. Schönen Tag allerseits.
Tschüs, meine Große. - Danke, Gaby.
Tschüs, Papa. - Bis heute Abend, Lulu. - Papa...
Dann zieh eben Stiefel an!
Wegen dir muss ich wieder zum Direktor.
Hör auf mit deinen blöden Ticks, wir haben noch Zeit.
Oh, haben wir nicht! - Mama!
Moment! Schlüssel, Handy, Portemonnaie... Los!
Schnell, und vergesst nichts!
MOBILES HAARSTUDIO
Bis heute Abend. Küsschen!
Los, los, los!
Beeil dich, Schatz!
Tschüs, Mama. - Und die Mitteilung?
Scheiße. Sag ihnen, ich war nicht zu Hause.
Warte.
Brauchst du Hilfe? - Nein, geht schon. Ich leg dir mal das Handtuch um...
Aua! - 'tschuldigung, hab ich dir wehgetan? - Schon gut.
Jetzt langsam zurücklegen...
Schön, entspann dich.
Oh mein Gott...
Himmlisch!
Marylou?
Ah, du bist da.
Bist du wegen Mamas Vernissage hier?
Nein, ich brauchte mal Ruhe.
Die kannst du hier haben.
Nur Mama ist hyperaktiv, noch mehr als sonst.
Seit sie mit Jean-Pierre zusammen ist, dreht sie ab.
Sie hat ihren Stil verändert, oder?
Bin gespannt, was du davon hältst. Ich kann nichts damit anfangen.
Hast du Hunger? Stéphane hat mal wieder Pudding gemacht.
Keine Ahnung, warum er ständig Pudding macht.
Omas Schrank passt gut dahin. - Findest du?
Papa und ich haben viel geschafft.
Hilfst du beim Rest?
Wie geht's Oma im Seniorenheim? - Sehr gut.
Juju, du warst nicht dabei. Wir haben sie überall gesucht. - Ich weiß.
Es fühlt sich trotzdem noch seltsam an.
Du siehst müde aus.
Ich schlaf' schlecht.
Ich...
versuch's mit Lichttherapie, aber das bringt nicht viel.
Juliette und ihre kleinen Nöte.
Marylou, meine Beine zucken die ganze Nacht, ich kann nicht schlafen. Es ist die Hölle!
Restless-Legs-Syndrom. Hatte ich während der Schwangerschaft.
Aber warum hast du das? - Keine Ahnung.
Ich habe seit einem Jahr meine Regel nicht mehr!
Echt? - Ja.
Warst du beim Arzt? - Ja.
Die finden die Ursache.
Ah, da sind sie.
Ich such' den Zeichentrickfilm aus. - Nein, heut darf ich!
Du warst gestern schon dran!
War's gut beim Judo? - Ja.
Opa hat uns Bonbons gekauft. - Klar, ich bin wieder der Mülleimer.
Sagt Juliette Guten Tag.
Juju, komm duschen.
Ich meinte Lulu.
Na, Süße?
Bist du groß geworden! Darf ich dich für meine Zeichnungen fotografieren?
Brauchst du auch Dicke? - Was war das? - Die Katze.
Katze? Das ist eher eine Kuh. - Opa, noch ein Bonbon bitte!
Okay. Sag laut: Sprecher.
Lautsprecher...
Sprecher! - Noch eins, dann kriegst du 'n Bonbon.
Sag : Tee. - T!
Hallo, Juliette!
Wie geht's?
Dein Pudding ist lecker.
Oh, danke schön! Mein erster mit Schoko.
Siehst du?
Bist du zu Gabys Geburtstag hier? - Ja.
Gaby, mach deine Hausaufgaben, ja? Lulu, geh duschen.
Nein, nicht tot stellen!
Bleibt ihr zum Abendessen? - Nein.
Kinder: Fritten oder Nudeln? - Fritten! - Nudeln!
Also, die Hausaufgaben... - Solltest du nicht duschen gehen?
Können wir die Fotos machen? Du hast es versprochen.
Was soll ich machen?
Breite die Arme aus...
wie bei 'ner Umarmung.
Nicht, als ob du ein Fass hältst.
Stell dir vor, du umarmst Kinder.
Wie viele Kinder? - Drei.
Was für eine Geschichte illustrierst du? - Irgendwas mit Glück.
Damit krieg ich was hin.
Und jetzt tanzen. Tanzen.
Tanzen? Nicht so einfach, ohne Musik.
So? - Ja.
So.
Gut so. Pass auf! - Fast wär ich hingeflogen.
Du machst das echt gut.
Du hast Talent.
Gefällt's dir hier? - Ja.
Sehr gut. Ich hab's mir so ausgesucht.
Ich will keine Last sein, vor allem nicht für deinem Vater.
Sagst du Marylou, sie soll vorbeikommen und mich frisieren? Also, wenn sie Zeit hat,
trotz... mit... ihrem...
Stéphane ist doch nicht tot? - Nein, Stéphane ist nicht tot. Noch nicht.
Natürlich ist er nicht tot! Was rede ich da.
So ein Unsinn.
Du bist sehr hübsch.
Du bist hübsch.
Weißt du das?
Hast du gerade einen Freund? - Nein.
Ich erinnere mich noch gut an deinen Olivier.
Du erinnerst dich an Olivier? - War der schön!
Erinnerst du dich auch an die anderen? - Ja.
Waren ja einige.
Ich versuch's mal. Chronologisch.
Mathieu,
Elliott...
Den konnte ich nicht ausstehen.
Yohen...
und der Große...
Nein, warte!
Quentin!
Ich bin beeindruckt! - Siehst du? Ich hab's noch drauf.
Stimmt.
Mein Alarmsignal. - Wofür?
Weiß ich grad nicht mehr. Mal sehen...
Oh, meine Doppelkopfrunde fängt jetzt an!
Papa, kannst du die Bilder rausbringen? - Ja, ja.
Juju, in dem Tempo werden wir nie fertig.
Wir können doch nicht alles wegwerfen.
Nimm gern was mit. Wenn's in deine Wohnung reinpasst...
Spenden wir alle LPs? - Klar, sind doch nur olle Kamellen.
Also die hier behalt ich.
Die hab ich geliebt. Wir haben sie ständig gehört.
Wisst ihr nicht mehr?
Juju, hier ist dein Karton.
Hast du keinen Karton? - Nee, ich nicht.
Und dieses scheußliche Ding? Entsorgen oder spenden?
Der ist doch nicht scheußlich!
Ich behalt ihn.
Oder wolltest du ihn? - Ich hab genug Scheiß im Haus.
Ich würd gern ein letztes Mal hochgehen.
Das Haus ist noch nicht verkauft. - Frag den Mieter, er ist da.
Also gut... Papa?
Bringst du die Teppiche raus?
Klar, wenn ich mit den LPs fertig bin.
Entschuldigung?
Ja?
Guten Tag.
Ich bin Simones Enkelin und wollte fragen,
ob ich noch ein letztes Mal hochgehen kann,
wenn's Sie nicht stört... - Gern.
Wie geht's Simone? - Gut.
Nicht lachen, das ist für meine Arbeit. Ich bin Übersetzer.
HEILSARMEE GRATIS-ABHOLUNG
So.
Mein Gott, sind die schnell... - Stimmt. Nimmst du das?
Guten Tag. - Guten Tag!
Brauchen Sie Hilfe? - Nett von Ihnen, aber wir sind fertig.
Jetzt können Sie sich hier ausbreiten.
Wir lassen Ihnen Möbel hier. Die nehmen nicht alles mit.
Bis bald.
Wiedersehen. - Wiedersehen.
Ist Oma klar, dass wir ihr Haus verkaufen?
Es geht nicht anders, Juju. Das Seniorenheim ist sehr teuer.
Obwohl's scheußlich ist. - Verdammt! Das Heim ist nicht scheußlich!
Ich hab alles allein gemacht!
Den Papierkram geregelt, das Heim gefunden. Sucht doch selbst ein besseres!
Nun reg dich nicht auf.
Dein Seniorenheim ist supertoll!
Scheußlich ist nur das Altwerden.
Oder das Leben.
Kommst du mit, Papa? - Nein, nein, ich steig hier aus...
und lauf zu Fuß zum Fitness-Studio.
Stell dir vor, sie schenkt dir eines.
Die Titel sind am besten! - Hallo, Mimi!
Na, Süße? Ah, Juliette.
Schön, dich zu sehen!
Wie findest du's?
Und da ist sie.
Mein Liebling!
Na du?
Ich hab gestern erst deine Nachricht bekommen. Schön, dich zu sehen!
Du... Du siehst gut aus, aber...
du bist dünner geworden. Und du bist blass.
Hast du Urlaub? - Kurzurlaub.
Bravo! - Nein, sag nicht "Bravo"!
Es geht ums Machen. Darum, zu tun, was man möchte.
Wie geht's dir? Was macht die Liebe? - Nichts...
Wie hältst du's nur aus? Ich habe meinen Jean-Pierre. Jean-Pierre!
Er ist toll, du wirst sehen!
Apropos, ich hab gehört...
euer Vater sucht 'ne Neue. Erzähl mal.
Mama, dein Gekicher ist unerträglich. - Ich kichere nicht!
Wie bitte?! - Weißt du's nicht? Gaby sagt, er macht Online-Dating.
Er hat nichts gesagt. - Klar, du bist seine Tochter.
Und was bin ich? - Du bist robust, das ist was anderes.
Tag. - Freut mich. - Mich auch.
Auch Künstlerin, wie's scheint?
Oh doch! - Ich bin Kinderbuch-Illustratorin.
Toll! - Nicht toll! Gar nicht toll!
Toll wär's, zu machen, was du wirklich willst. Deine...
eigene Kunst zu machen,
dein eigenes Ding!
Nicht für jeden ist Titten und Ärsche malen sein "eigenes Ding". - Was weißt denn du?
Klar, ich bin ja nur Handwerkerin. - Und 'ne sehr gute!
Guten Tag.
Alles klar?
Ist gleich vorbei.
Kommen Sie.
Geht's besser?
Ja, war nicht so schlimm.
Und? Was darf ich Ihnen bringen?
Ich... weiß nicht.
Fruchtsaft? Oder was Spritziges?
Weiß nicht.
Heiß, kalt?
Nein... - Also dann nichts.
Ich komm mir total blöd vor.
Tut mir leid. - Ist doch nicht schlimm.
Entschuldigung, ich geh jetzt lieber nach Hause. Danke.
Wiedersehen.
Wiedersehen.
Echt jetzt? Die nimmt meinen Regenschirm!
Ich muss los.
Tag! Suchen Sie Pollux? Der geht mit Jean-Claude spazieren.
Ah ja. Und...
Er freut sich, dich zu sehen.
Ich bring ihn kurz zu Frauchen, ja?
Darf ich ihn vorher fotografieren? Für meine Zeichnungen. - Klar.
Machen wir's so.
Wie heißt er?
Jean-Claude.
Ah ja.
Tut mir leid wegen neulich. So bin ich nicht immer. - Kein Problem.
Im Moment ist nichts...
Ich fühl mich, als wär ich...
In 'ner anderen Dimension?
Ja.
Ich nenne sie die "tragische Dimension".
Ja, genau.
Ich kann mit niemandem drüber reden, alle sagen:
"Gönn dir Ruhe, das geht vorbei." Aber das tut es nicht.
Meine Schwester nennt das "deine kleinen Nöte".
Manchen Menschen sind Depressionen von anderen unangenehm.
"Tragische Dimension" find ich besser.
Hört sich besser an, oder?
Ein Entenküken!
Was macht das denn hier?
Ist das süß!
Seltsam, dass es allein ist.
Ganz zutraulich, ne?
Es hat 'nen Iro.
Ich liebe deine Brüste.
Brüste? Wohl eher Hängetitten.
Dein Hintern macht mich wild.
Bist nicht wählerisch, was?
Wär ich du, ich würd mich den ganzen Tag selbst streicheln.
Steht dir gut. - Ja?
Hör auf! - Schön weich und mollig...
Hör auf, hör auf, hör auf!
Tut mir leid.
Tut mir leid, ich hasse es, gekitzelt zu werden.
Ich ertrag's nicht. Tut mir leid.
Entschuldige. Hab ich dir wehgetan?
Tut mir leid.
Ich hab schon wieder Lust. Aber wir haben keine Zeit.
Kann ich morgen wiederkommen? - Nein, das weißt du doch.
Hier, für dich.
Keine Geschenke, haben wir gesagt.
Haben wir nie gesagt. - Hör mal,
such dir lieber eine, die frei ist.
Ich wollte dir nur 'ne Freude machen. - Ich freu mich aber nicht.
Und jetzt geh, sie kommen bald.
Verlang nicht von mir, dich nur dienstags und donnerstags zu lieben.
Ich verlang nicht, dass du mich liebst. - Toll.
Aber das entscheidest nicht du. Du kannst nicht über alles bestimmen!
Mir reicht's. - Ja, mir auch.
Es reicht.
Norbert?
Mach das nicht noch mal, ja?
Wenn Juliette wiederkommt
und hier eine verstümmelte Ente findet, kommt sie nie wieder.
Und das wollen wir doch nicht.
Verstanden?
Trink Wasser, mach was, was "safe" ist.
Dann ist alles gut.
Die Würstchen sind mir angebrannt. Wie wär's mit Ravioli?
Klar, gern.
Bin ich echt so alt?
Du bist nicht alt.
Die Ravioli sind abgelaufen. Soll ich uns 'ne Pizza auftauen? - Ja.
10 cm wie immer? - Ja. Ich telefoniere kurz.
Ich möchte 'nen Bob, aber Mama ist dagegen.
Kein Problem. Manchmal schneid ich zu kurz.
Ist das schön...
Wie viel hab ich? - 6.
6 mal 400.
6 mal 4... - Das macht 1 000.
Nein. Was macht 6 mal 4?
Das macht 24.
Siehst du? - 2 400.
2 400. - Nein. 400...
400-mal?
Wir sind so mies! - 2 400.
6 mal 4 macht 24. Also 24 000. Du schuldest ihm 24 000.
24 000? - 2 400.
Wer ist jetzt dran? - Ich.
Wollen wir nachher Schlittschuhlaufen gehen? - Nein.
Nur du und ich, Stéphane? - Wir machen uns nur lächerlich.
Kannst du nicht schlafen?
Tut mir leid.
Hab dir Angst gemacht, was? - Was machst du hier allein im Dunkeln?
Ich höre der Stille zu.
Den Geräuschen der Nacht. Ich mag das.
Deine Mutter war so was von laut!
Als sie auszog, entstand eine Leere.
Aber sie ist doch schon lange weg. - Stimmt.
Und ihr geht's besser, wo sie jetzt ist.
Gute Nacht.
Na komm.
Er hat dich vermisst.
Er lag mir die ganze Zeit in den Ohren: "Wann kommt sie?"
Echt anstrengend. - Echt?
Nein, nicht anstrengend.
Ich hab ihn "Norbert à l'Orange" genannt. Gut?
Wir können ihn noch umtaufen.
Er ist gewachsen.
Kein Wunder, so viel, wie der frisst.
Er will zu Papa.
Doch nicht? Doch.
Er bleibt bei dir.
Er kann sich nicht entscheiden. Ich nehm ihn mal.
Nein, er will nicht.
Siehst du? Sag ich doch.
Guck mal.
Er liebt mich.
Er hat mich vermisst.
Hier. Hab reichlich davon.
Deine Oma hat sie mir geschenkt.
Also...
auf Norbert.
Und Simone.
Also los.
An die Arbeit.
Nono, zeig dich kooperativ bitte.
Es steht viel auf dem Spiel.
War Simone 'ne gute Mitbewohnerin?
Sehr ruhig.
Haben uns wenig gesehen.
Aber oft genug, um mir über den Trennungsschmerz wegzuhelfen.
Na, willst du auch zeichnen?
Halt mal still, Nono, sonst wird's schwierig.
Der Schnabel ist echt schwer.
Ist ja auch deine erste Ente...
Aber nicht deine erste, oder? Zeig mal.
Jeder für sich. - Echt?
Nicht abgucken!
Hast du gehört?
Unglaublich.
Ein Wettkampf, Norbert.
Aber ich krieg's auch allein hin.
Gar nicht mal so schlecht, find ich.
Fertig. - Schon? Warte.
Fast fertig...
Fleck, Schnabel...
Fertig.
Mit dem Ding im Hintergrund... Unglaublich.
Warte mal...
Was denn? - Warte.
Ja! Da...
Da wohnt ein Mädchen aus meiner Schule.
Eine echte Zicke!
Sie und ihre Freundinnen stellten sich im Kreis auf
und liefen um mich herum.
Und schrien dabei! Schrecklich...
Wir sagen mal Hallo. - Nein!
Als ich ein kleiner Junge war,
sagte mein Opa oft zu mir,
während er auf der Veranda saß
und der Wind an uns vorbeiblies:
"Mein Junge, siehst du den Holzpflock dort,
an dem wir alle angekettet sind?
Solange er so fest im Boden steckt,
werden wir niemals frei sein.
Doch wenn wir
gemeinsam ziehn, dann fällt er um.
So kann es nicht weitergehen,
er muss fallen, fallen, fallen!
Sieh mal, wie er sich langsam neigt.
Zieh ich fest dran, dann wackelt er,
und wenn du mir dabei hilfst,
fällt er ganz sicher, sicher, sicher
und wir sind endlich, endlich frei!
Wie lange hab ich mir schon
die Hände dran aufgerissen?
Und manchmal glaube ich,
dass alles vergeblich war..."
So? - Die Hände etwas höher.
Gut. Und jetzt bücken, als würdest du was aufsammeln.
Juju, schneid die mal bitte. Gaby, zieh dich um.
Warum hast du Flipflops an? - Fürs Sommerfeeling.
Wie weit ist der Salat? - Opa will Chips.
Nein. Die Gurken dünner, Juliette.
Verräter!
Ist Stéphane immer noch im Keller?
Ist der Tisch gedeckt?
Sind Tomaten Früchte oder Gemüse? - Ist doch egal.
Entspann dich, Marylou.
Schön, deine blaue Bluse.
Ich seh mal nach dem Tisch. Nicht so dünn, die Gurken!
Stéphane, holst du Oma ab?
Jetzt kriegt sie sie hauchdünn!
Marylou ist echt gestresst. - Wie immer.
Nicht immer.
Sag "vierzehnmal".
Ich sag "vierzehn..."
und "zehnmal". Ich sag "zehnmal".
Fast. Versuch's noch mal. - Ich hab's!
"Vier" zehnmal: vier, vier, vier, vier...
Richtig!
Die Zeichnung ist ruiniert!
Mit dem Fleck sieht sie aus wie 'n Gemälde von Nathalie.
Du warst also doch da! - Bin zufällig vorbeigekommen.
Ja, ja, klar.
Apropos, häng bloß das Gemälde von deiner Mutter auf. - Ah ja, Mist!
Sie hat dir eins geschenkt? Pech gehabt.
Warum hasst du Natou?
Sie hasst mich. - Absolut nicht!
Jedenfalls liebt sie einen anderen.
Wer liebt einen anderen? - Und noch einen und noch einen...
und noch einen anderen! - Lass das, Gaby!
Mach das bloß nicht in der Schule, was sollen die denken?
Gaby!
Muss sie zur Therapie? - Lass sie, die Ticks gehen schon vorbei.
Was weißt du denn. - Juliette hatte auch Ticks,
und sie ist normal.
Ich fühl mich nicht gerade normal.
Scheiße, Stéphanes Eltern, und nichts ist fertig!
Juju, mach den Ofen an! Ich muss mich umziehen.
Warum kommen die immer zu früh? Gaby, deine Großeltern sind da!
Marylou, sollen die Canapés in den Ofen? - Ja! Ich komm gleich!
Guten Tag!
Wie geht's Ihnen? - Sehr gut, danke.
Ah, mein Junge!
Setzen Sie sich.
Tag, Papa. - Tag, Sohnemann.
Papa, mach die Tür zu. - Nicht nötig, deine überdrehte Mutter und ihr Kerl kommen.
Jetzt werd nicht fies. - Fies? Dann hätt ich die Tür zugemacht.
Juju, sind die Canapés fertig? - Sind im Ofen.
Pass drauf auf. Stéphane, setzt euch!
Papa, Mama, macht's euch bequem.
Setz dich hierher, Papa.
Ah, hallo, Léonard.
Geht's gut?
Guten Tag. - Sehr erfreut.
Gibst du ihm nicht die Hand?
Oh, sollten wir uns verkleiden? Hat mir keiner gesagt.
Der 80er-Jahre-Pädophilenlook steht dir gut.
Wie lange wirst du den behalten?
Marylou hat mir einen Karton mit Sachen aus meiner Kindheit gegeben.
Warum hast du das aufgehoben? - Ach weißt du...
Man hebt alles auf...
Es wird immer mehr.
Wie geht es Ihnen?
Nicht schlecht. - Ich hab Kekse gebacken.
Ohne Gluten, ohne Butter, ohne Zucker.
Lecker, Kekse ohne alles.
Ich nehm' dir das ab.
Was war das?
Was ist passiert? - Alles okay?
Was ist denn passiert? - Bist du ausgerutscht?
Ist schon gut. - Wirklich?
Ja. - Bist du gestolpert?
Tut's irgendwo weh? - Nein, alles Ordnung.
Lasst uns die Dinger aufsammeln. - Es tut mir leid.
Achtung, tritt nicht drauf. - Wer ist hingefallen?
Der Teller ist heil, immerhin.
Gibt's kein Fleisch?
Gaby wollte was Vegetarisches, aber es gibt Entenbrust.
Nein danke.
Sie sagten vorhin,
Sie seien in Kontakt mit Geistern... - Aber das ist keine Sekte oder so.
Nur 'ne Methode, das Universum zu begreifen. - Verstehe.
So, Oma hat ihre Ohren abgestellt.
Wir haben einen Bärenhunger!
Waren heute Morgen beim Lach-Yoga-Workshop.
War das gut! Ich nehm noch was, ja?
Juliette, komm doch nächstes Mal mit.
Warum ich? - Das spricht vor allem Künstler an, sensible Menschen.
Na, vielen Dank. Ist es zu salzig?
Wer ist tot? - Niemand.
Immer noch im Musikgeschäft?
Mist, es ist versalzen. - Ein bisschen.
Lach-Yoga kann Menschen wie dir helfen, bei Schlafstörungen.
Es entspannt dich
und du schläfst besser.
Wenn ich gestresst bin, esse ich Bananen.
Davon geht die Anspannung weg. Heißt es zumindest.
Wenn ich unter Strom stehe, jogge ich. - Juliette steht nie unter Strom.
Stimmt, ich bin 'ne lahme Ente.
Mama, du schnarchst. - Lass sie doch.
Ich versteh nicht, warum du Schlafstörungen hast.
Hast du etwa Stress? Ich meine, du hast keine Kinder,
keinen großen Haushalt, keinen Kredit,
keinen Chef... Für mich hört sich das entspannt an.
Stimmt, ist echt entspannt.
Ich hab das alles nicht. Ich hab gar nichts.
Also ich find die Béchamelsoße lecker.
Auf dein Leben bin ich auch nicht scharf.
Nun werd mal nicht gemein. - Ich bin gemein?
Du willst Hilfe, lehnst aber jeden Rat ab.
Der Gratin ist vorzüglich. - Ja, sehr gut. Lecker.
Aber 'n bisschen salzig.
Ich hab euch nicht um Rat gebeten. Von wegen Lach-Yoga, Bananen, joggen!
Na, dann ist ja alles gut. - Genau, alles gut.
Gratins richtig zu salzen ist nicht leicht. - Gar nicht.
Salzen ist generell heikel.
Ich versalze meine Gratins auch immer.
Dein Gratin ist echt ekelhaft. - Gaby!
Ich hole den Kuchen.
Er ist schon sehr salzig. - Ja, der Gratin ist ekelhaft.
Schön! Ich hatte Angst, sie ist zu groß.
Warum schenkst du ihr so was? - Sie freut sich!
Sie hat sie sich gewünscht. Ich hab sie im Kostümladen gefunden.
Sie ist zu alt, um sich zu verkleiden! - Na hör mal!
Du hast dich ewig als Krankenschwester verkleidet. - Echt?
Zeig mal die Maske.
Ist mein Gemälde mit drauf? - Ja, das sehe ich sehr gut.
Opa Roger, nicht schlafen. - Sobald ich nach dem Essen im Sofa sitze...
Wir sind bereit.
Stéphane, nicht so verkrampft lächeln.
Und nimm mal die Brille ab.
Nein, setz sie wieder auf.
Nun knips endlich!
Gaby? Lächeln, mein Schatz. - Drück ab!
Fertig? - Fertig.
Gut.
Und?
Ihr seht alle bescheuert aus, wir machen's noch mal. - Ist doch egal.
Warum ärgert dich das so? - Ich sehe nichts.
Weil... - Ohne meine Brille...
Es ist für meine Cousins, aber Papa sieht senil aus und Gaby behindert.
Von deinen Eltern gar nicht zu reden. - Genau, lieber nicht.
Was ist denn? Lass mal sehen.
Oma ist nicht mit drauf. Wo ist sie?
Papa, wo ist Oma?
Ich schaue oben nach. - Kinder, ihr guckt im Garten.
Oma, wo bist du?
Den Weg hoch.
Habt ihr sie? - Im Garten ist...
Was? - ...ein großes weißes Kaninchen!
Ein echtes? - Ja, ein weißes.
Klein oder groß? - Groß.
Wie groß? Zeig mal. - So.
Also ein echtes? - Du bist echt erschöpft, was?
Drinnen ist sie nicht. - Mantel und Handtasche sind nicht da, nur ihr Schal.
Papa, Mama, bleibt hier, falls sie zurückkommt.
Lauft, ich bleib hier. - Wir gucken bei der Schule!
Alles klar? - Ja, ja.
Zum Kreisverkehr!
Oma!
Oma!
Oma, wo willst du denn hin?
Nach Hause! Ich muss rechtzeitig da sein. - Wir bringen dich.
Wir sind an der Straße bei der Kapelle.
Wir hatten Angst um dich.
Wir müssen da früh ins Bett.
Und ich möchte ja meinen René...
vorher noch küssen.
Du bist verliebt!
Nein! - Doch.
Deshalb fandst du's nicht schlimm, dein Haus aufzugeben.
Abgesehen vom Jahr mit dir war die Zeit dort nicht besonders schön.
Dein Opa ist schon so lange tot.
Welches Jahr mit mir?
Mein kleiner Engel.
Dein Vater war ja mein einziges Kind. Und nun hatte ich ein kleines Mädchen.
Ganz für mich allein.
Wovon redest du da?
Sag deinem Vater nichts, ja?
Wovon? - Meinem Schatz.
Nein, aber...
Warum war ich...
Warum war ich bei dir?
Na, bis deine Mutter zurückkommt.
Ihr armen Dinger.
Deinen 4. Geburtstag haben wir toll gefeiert, weißt du noch?
Ich schon.
Wo war Mama denn?
Ah, da ist er. - Hier, Papa!
Er wird mich ausschimpfen.
Wie er rennt...
Was sollte das?! Ich hatte Angst!
Bleib da!
Nicht in den Karton!
Und ich kann nicht fliehen, wegen meiner Beine! - Was ist mit denen?
Restless-Legs-Syndrom. Meine Beine zucken,
deshalb schlafe ich nicht. - Restless Legs?
Nie gehört.
Rede mit deinem Vater. Er wird dir sagen, warum du bei Simone warst.
Das ist schwierig...
Wir konnten nie richtig kommunizieren,
selbst als ich nach der Scheidung allein bei ihm gelebt habe.
Als ich klein war, sagte ich, vor der Schule ist ein Monster,
nur damit er mich ab und zu abholt. - Du hättest ihn einfach drum bitten können.
Ich wollte, dass er selbst drauf kommt.
Ich hol noch 'n Bier. - Nein, ich bin dran.
'tschuldigung, könnten Sie kurz mein Baby nehmen? Der Papi steht auf der Bühne und... - Klar.
Ich muss nur kurz pinkeln. - Ja, klar.
Das hat gutgetan! - Total süß, Ihr Kleiner.
Ist 'n Mädchen.
Na, mein Schatz?
Wiedersehen.
Na, Monsieur?
Ganz recht: Raus aus den Federn.
Wär's wohl klug, Juliette zum Essen einzuladen oder ist es zu früh dafür?
Ja,
das dachte ich mir auch.
Schön, dass du hier bist.
Bist du nicht mehr böse?
Was machst du da?
Ich hab dir 'nen Samen reingetan. - Was heißt das?
Von der Ringelblume.
Du hast mir 'nen Samen in die Muschi getan?
Wird's 'n Mädchen, nennen wir sie "Blümchen".
Du spinnst ja!
Ich bring dich um!
Alles in Ordnung?
Steh auf. - Warte. Vorsichtig.
Warte. Zeig mal.
Du blutest.
Ich tu 'n Pflaster drauf.
Deine Kinder? - Ja. Stillhalten.
Wir müssen uns beeilen.
Sind sie nett?
So. Ich hab leider nur Pflaster für Tiere.
Besser als nichts.
Meine Schwester!
Sei leise!
Da raus, schnell!
Sie kommt hinten rum!
Schnell, nach oben!
Ich bin hier!
Ich dachte, du wärst im Gewächshaus.
Nein, ich wollte grad los zum Einkaufen.
Ich will dich nicht lange stören.
Siehst bedrückt aus. Alles klar?
Geht so.
Was ist das für 'ne Geschichte? Ich hab ein Jahr bei Oma gelebt?
Sie schreibt:
"Ich komm spätnachmittags vorbei, bin vorher bei meiner Schwester."
Etwas kühl, aber egal.
Kein Grund zur Sorge.
19:30 Uhr ist für viele später Nachmittag.
Oder was meinst du?
Du hast wirklich alles vergessen?
Verrückt.
Du erinnerst dich nicht an Nicolas?
Wer ist Nicolas?
Unser kleiner Bruder.
Wie bitte?
Wir hatten einen kleinen Bruder.
Er ist gestorben.
Mit fünf Monaten,
im Schlaf.
Wann war das?
Du warst noch ganz klein.
Du warst drei, dreieinhalb.
Das kann nicht wahr sein. - Doch.
Mama hat buchstäblich den Verstand verloren.
Sie war mehrere Monate auf Kur und kam dann...
nicht wieder nach Haus. Ist zu ihrer Mutter gezogen.
Deshalb habe ich bei Oma gewohnt? - Ja. Damit Papa es leichter hat.
Zuerst kamst du am Wochenende nach Hause, aber dann...
Ich war immer öfter bei Freundinnen, also bliebst du bei Oma.
Und die Zeit verging.
Verrückt.
Dann kam Mama zurück.
Das war, als ich aufs Collège kam, das weiß ich noch.
Und die beiden haben weitergemacht.
Warum weiß ich das alles nicht? - Wir haben's dir nie verschwiegen.
Aber stimmt, wir haben nie drüber geredet.
Und warum nicht?
Das ist nicht so leicht.
Ich habe nur ein Mal mit Mama drüber geredet. Als ich mit Gaby schwanger war.
Wissen deine Kinder es?
Nein.
Sie wissen's nicht...
Als unser Onkel krank war, ja?
Sie haben uns erzählt, er ist "verreist". Ich hab gespürt, das stimmt nicht.
Und hab mir schreckliche Sachen vorgestellt, hatte total Angst!
Ich hatte immer das Gefühl, man verheimlicht mir was Schlimmes.
Nur um dich zu schützen, Juliette. Du hattest damals schon Schlafstörungen.
Ja, eben!
Wenn du jemanden zur Therapie schickst, musst du ihm doch alles sagen!
Manchmal wär ich gern an deiner Stelle gewesen.
Damit ich auch mal beschützt werde.
Ist ja heute noch so.
Wenn Mama mal wieder Depressionen hat, ruft sie mich an.
Nicht dich.
Als Papa die Venenentzündung hatte... - Wie bitte? - Ich hab mich um ihn gekümmert!
Ich glaub's nicht!
Du wusstest das nicht? - Nein!
War auch nicht schlimm. - Ich glaub's nicht...
"Sag Juliette nichts."
"Wir müssen unsere arme kleine Juliette schützen."
"Marylou, du bist stark!"
Hallo!
Wir sind da! - Schon?
Ich geh spielen!
Mama, wo bist du?
Na, mein Schatz, wie geht's? - Gut.
Wie war dein Tag? - Super.
Hast du was gegessen? - Vom neuen Bäcker.
Wo ist Lulu? - Oben, spielen.
Marylou, ich brauch deine Hilfe. - Was denn?
Mama! - Jetzt nicht.
Ich hab mich auf 'ner Website angemeldet... hab meinen Benutzernamen...
Juliette, oben ist ein Gespenst!
Warte!
Du weißt es nicht mehr? - Gib mal "Scheißpasswort" ein.
Wo ist das Gespenst? - Es ist da reingegangen.
Gespenst? Gespenst?
Gespenst?
Da ist nichts. - Ich schwör's, es ist hier reingegangen!
Die nerven! - Na, Liebling?
Hallo, Léonard.
Wie geht's, Große?
Wo ist dein Bruder? - Er hat oben ein Gespenst gesehen.
Aha. Hast du schon Klavier geübt?
Bist du da?
Hier?
Verdammt...
Suchst du auch das Gespenst?
Vielleicht ist es hier drin?
Gespenst?
Wo kann's bloß sein?
Komm, wir gucken im Schrank.
Der ist zu klein, da passt niemand rein.
Klick auf "Passwort vergessen", dann kannst du's ändern.
Es klappt immer noch nicht, Marylou. - Echt?
Du warst nicht sehr hilfreich!
Jetzt muss ich von vorn anfangen.
Mach's doch, wie ich gesagt hab.
Alles klar, Liebling? - Ja, ja...
Vielleicht im Wandschrank, der ist groß! - Gut.
Nichts. Komm, wir gehen runter.
Dann hab ich's wohl geträumt.
Lucas, nach unten! - Was ist los? - Schnell, Lucas!
Da oben versteckt sich echt jemand!
Ein Typ in Weiß, unter Gabys Schreibtisch. - Ich seh nach.
Papa, nicht!
Was zum Teufel...? - Ruf die Polizei!
Die Polizei!
Papa, ruf die Polizei an! - Mach ich. Stéphane, soll ich hochkommen?
Alles klar, Marylou?
Hier ist niemand.
Ich weiß nicht... Hab nichts gefunden.
Die Polizei ist gleich da. - Warte draußen auf sie, Papa!
Das hab ich gefunden! - Zeig mal.
Gehört das uns?
Stimmt was nicht? - Das Gespenst!
Wer ist das?
Wer bist du? Wer?
Zeig mir dein Gesicht! - Marylou!
Lass ihn gehen, Stéphane.
Harke runter, Monsieur!
Wer ist das? - Legen Sie die Harke weg!
Bist du verletzt?
Wer ist das?
Wer ist das?
Hey, Juliette!
Hör mal, ich hab grad ohne es zu merken
Simones Piccoloflaschen alle ausgetrunken
und geh jetzt ins "Cocon".
Genau, also... komm doch vorbei, wenn du Bock hast.
Papou,
war das ein böses Gespenst?
War kein Gespenst, Blödmann.
Ein Einbrecher?
Kommt er ins Gefängnis?
Ach es ist nur...
Mama wollte Papa einen Streich spielen, aber...
er fand's nicht lustig.
Du bist nie zufrieden, nie glücklich!
Behandelst mich wie ein Kind!
Ich weiß nicht mehr weiter,
ich kann nicht mehr. - Liebst du mich noch?
Ja, aber...
Ich weiß nicht, was ich tun soll, damit es zwischen uns wieder so wird wie früher.
Ich begehre dich immer noch.
Es hat nichts mit dir zu tun, aber...
Wir sind eine Familie. Es ist nicht sexy, mit einem Familienmitglied zu schlafen.
Du spinnst ja. Soll ich mich verkleiden, oder was?
Was machen wir jetzt?
Wie machen es andere?
Ich muss dir unbedingt Nono vorstellen.
Ist mein neuer Kumpel.
Natürlich nur mein zweitbester, nach dir...
aber ist 'n netter Kerl. He, das gehört mir.
Was fehlt dir, Pollux?
Alles in Ordnung. - Nein, das seh ich doch.
Alles in Ordnung.
Schon gut. - Komm, Jean-Claude, wir lassen ihn mal in Ruhe.
Ich geh dann auch.
Nur weil ich was mit dir trinke, bin ich doch kein Freiwild!
Was sagt deine Frau zu deiner Rumbumserei? - Dafür verpasse ich dir eine!
Lass sie, sonst verpass ich dir eine!
Was ist hier los? Alles klar?
Tut's weh?
Scheißkerl!
Verpiss dich, Arschgesicht!
Warte...
Moment...
Das wird schon, wirst sehen.
Ist das nicht zu viel? - Nein, lass mich nur machen.
Stillhalten. So geht's.
Tut's nicht zu doll weh?
Mein armer Pollux.
Wie geht's dir?
Hast du geschlafen?
Ich hab das Gefühl, ich bin in 'ner anderen Dimension.
Versteh ich.
Wir haben ewig nicht im selben Zimmer geschlafen.
Was machst du?
Ich muss schnell los.
Wohin?
Bin spät dran.
Bleib doch noch auf 'nen Kaffee. - Keine Zeit.
Marlène?
Malou?
Darf ich was sagen, ohne dass du gleich losschreist?
Was?
Hat das alles
nicht vielleicht auch was Gutes? - Was Gutes?!
Ich allein mit zwei Kindern, das soll gut sein? Toll, Mimi!
Du musst nicht alles für deine Kinder aufgeben. - Was weißt du denn, du hast keine!
Aber ich weiß, was deine Kinder brauchen: eine glückliche Mutter,
die sich in ihrer Haut wohlfühlt. - Ganz meine Meinung.
Genug gejammert.
Iss, du brauchst Kraft.
Er hat 'ne Quiche gemacht! - Ich hab heut Nacht gerechnet:
Meine Ersparnisse reichen für deine Ausbildung.
Welche Ausbildung? - Sie möchte Floristin werden.
Toll! - Super Idee!
Floristin! Das passt zu dir! - Genau!
Du kannst in Omas Haus wohnen, bis wir's verkaufen,
das dauert ohnehin noch. Du zahlst nur die Nebenkosten,
der Mieter ist sehr nett... - Oder zieh doch zu mir!
Ich nehme dir doch nicht dein bisschen Geld weg!
Ich könnt's nie zurückzahlen! - Ja und? Was soll ich mit der Kohle?
Nimm mein Geld, sonst spende ich's dem Boule-Verein!
Du spinnst ja. - Lass mich deine Ausbildung bezahlen.
Du bist so früh von zu Haus weg, ich konnte nie was für dich zahlen.
War dir doch egal, dass ich wegging.
Ach so, ich hätte dich also vom Heiraten abhalten sollen?
Ganz was Neues. Jetzt ist es meine Schuld.
Stimmt doch! Wir waren dir egal. Oder, Juju?
Ganz und gar nicht!
Ich hab nur deine Entscheidung respektiert. - So?
Und jetzt tust du's nicht mehr? - Weil du unglücklich wirkst.
Das hast du gemerkt? - Nimm den Scheck und lass mich in Ruh!
Schönen Dank! - Sehr gern!
Hast du meine Nachricht bekommen? - Ja.
Wie ist das passiert?
Er kannte ja keine Autos.
Ist er das? - Ja.
Hilfst du mir?
Was hast du da gemacht?
Hab mir den Kopf gestoßen.
Sag mal, geht's noch?
Wie dumm! Euch bei dir zu Haus zu treffen!
Und jetzt? Was wird aus Stéphane? Und aus dir?
Du kannst nicht alleine leben,
dafür reicht dein Geld nicht!
Und die Kinder? - Was soll das Gestapo-Verhör?!
Keine Ahnung, das lässt sich nicht so schnell lösen.
Und überhaupt, gerade du willst mir sagen, was ich zu tun habe?
Ich hab euren Vater nie betrogen.
Aber du bist nach der Scheidung gegangen. - Stimmt.
Ich hab's nicht mehr ertragen mit ihm.
Für mich ging's ums Überleben.
Wirklich, es ging um Leben oder Tod... - Der Windbeutel.
Für mich. Danke.
Apfeltarte? - Für mich.
Danke. - Und Himbeere.
Und ihr wart doch groß, als ich ging.
Du warst ständig bei Stéphane, du warst schon 13.
Ich lass mir keine Schuldgefühle machen!
Hab ich euch so sehr traumatisiert? - Nein, nein,
alle Eltern traumatisieren ihre Kinder. - Ja.
Aus denen werden dann große Künstler.
Mein Trauma ist dir wohl misslungen. - Deine Kinder hätten 'ne Chance.
Als Künstler oder Ehebrecherinnen-Mörder. - Hauptsache berühmt!
Aber du warst glücklich mit Papa, oder? - Ja.
Er ist ein wundervoller Mann, er ist...
herzensgut. Und sehr feinfühlig.
Wir hatten schöne Jahre, ja.
Unser Leben davor war schön. - Vor Nicolas?
Es geht also um Nicolas?
Ich weiß nicht...
Er war sehr hübsch...
Du wolltest ihn ständig im Arm halten.
Hast ihn an dich gedrückt. Das war so goldig.
Ein großes Baby...
hält ein kleines im Arm.
Und dann war's vorbei.
Darf ich deinen Windbeutel probieren?
Ja. - Schneid ihn durch.
Wer möchte von meiner Tarte?
Nur zu, nur zu, nur zu!
Hier.
Gib mir den Hut. - Hab ich schon gegessen.
Mama!
Mein Schatz!
Mein Liebling!
Alles klar? - Ja.
Gaby, alles klar, mein Schatz?
Hier muss es irgendwo sein.
Mama, was machen wir hier?
Warte, warte...
Ihr werdet schon sehen. Moment, gleich hab ich's.
Wer ist das? - Nicolas.
Nicolas ist mein kleiner Bruder.
Meiner und Juliettes. Der Sohn von Papou und Natou.
Euer Onkel.
Er ist schon als Baby gestorben. Eine schreckliche Geschichte.
Es ist lange her, aber wir dürfen ihn nicht vergessen.
Woran ist er gestorben?
Es nennt sich "Plötzlicher Kindstod".
Dein Baby...
ist gesund, alles ist gut.
Du legst es schlafen, kommst wieder und...
es ist tot, einfach so.
Wie schrecklich.
Ja, grausam.
Kommst du nicht mit rein?
Wie hübsch du bist mit der Strähne hier...
Achtung, ich bin hier.
Hast du mich erschreckt!
Kannst du nicht schlafen?
Du anscheinend auch nicht.
Nein.
Juliette hatte Nicolas vergessen.
Das wundert mich nicht.
Ich glaube, es wäre gut, wenn du mit ihr drüber redest.
Denkst du noch oft an ihn?
Jeden Tag.
Er ist mein Sohn.
Mein kleiner Junge.
Papa! - Mist!
Es wird immer schlimmer.
Wo sind meine Schuhe?
Muss in 10 Minuten arbeiten. - Schneidest du mir heute Abend die Haare?
Ach, ich geh in Pantoffeln.
Soll ich fürs Abendessen einkaufen?
Gut...
Mist. Entschuldige...
Bis heute Abend.
Scheiße!
Schönen Tag!
Ich hab für morgen ein Zugticket gekauft. - Echt?
Irgendwann muss ich ja zurück.
Was hast du? Juliette!
Geht's? - Nur zu niedriger Blutdruck.
Passiert dir das oft?
Ich glaube, weil ich schlecht schlafe.
Geht's wieder?
Das tut wirklich gut.
Tut dem Rücken gut.
Jetzt geht's wieder.
Kannst du mir einen Gefallen tun?
Kannst du bitte ins rechte Zimmer gehen?
Ich bin drin.
Lässt du mich die Geräusche des Zimmers hören?
Das ruft nichts wach.
Was war das?
Der Lichtschalter.
Kannst du's noch mal machen?
Noch mal.
Noch mal.
Du bist schön.
Ich? - Ja.
Siehst du, was ich sehe?
Er ist nicht übel, oder? - Nein.
Und wir lachen so viel!
Juju?
Bob fühlte sich wie der König der Welt,
wenn er seine Kinder im Arm hielt...
Rauchst du jetzt? - Ja. Ich versuch's...
Möchtest du nach Hause kommen? - Nein.
Es tut mir leid.
Was hast du vor? Mit dem anderen zusammenleben?
Ich will mich nur um mich kümmern.
Ich will keine Ehefrau, keine Mutter, keine Tochter sein.
Nur das tun, was ich will. - Du wirst dich langweilen.
Aber ich möchte es ausprobieren.
Dann sehen wir weiter.
Vielleicht bin ich dann weg.
Das Risiko geh ich ein. Ich hab keine Wahl, ich krieg keine Luft mehr.
Und mit ihm kriegst du mehr Luft?
Wirst du ihn wiedersehen?
Du brichst mir das Herz, ist dir das klar?
Was ist los?
Ich weiß nicht...
Ich hab meine Regel!
Super!
Ja. - Super.
Dein Körper funktioniert, das ist gut.
Schön atmen.
Auf Arabisch gibt es ein Wort für Eltern, die ihr Kind verloren haben.
Es heißt taklan.
Thakil.
Thakila für eine Frau.
Thakila.
Taklan.
Thakil, thakila.
Wann geht dein Zug?
In zwei Stunden.
Vielleicht kannst du mich ja mal besuchen...?
Papa, du machst es nur schlimmer! - Ich guck nur, was da los ist!
Mama? Kannst du uns abholen? Marylous Auto springt nicht an.
Wir sind bei Papa, mein Zug geht in 30 Minuten.
Danke.
Hört auf zu schreien! Mama holt uns ab.
Die Retterin naht! - Toll.
Du fährst zu schnell!
Ich hätte fahren können, es ist mein Auto.
Du bist eine schlechte Fahrerin. - Was, ich?!
Wo ist dein Hippie? - Hab ihn abserviert.
Mein Neuer, Mario, lebt in 'ner Grotte. Toll!
Treibst du's mit allen Irren der Gegend? - Ich bin ja nicht so verklemmt wie du!
Vielleicht hab ich ja eine, posaune es nur nicht aus. - Die Ärmste!
Nach 20 Jahren weißt du doch gar nicht mehr, wie's geht. - Ach so,
willst du mir was beibringen? - Soll ich?
Soll ich dir was beibringen?
Du hast doch eh Angst!
Es reicht! Tut euch bloß keinen Zwang an!
Schluss! Wer kichert, fliegt raus!
Sie kichert, also fliegt sie raus!
Er kichert, er fliegt raus! Ist mein Auto.
Los, beeilt euch!
Steig aus. - Unmöglich!
Was machst du, Papa? - Ich stecke fest!
Den Sitz vor! - Hab ich gemacht!
Weiter vor! - Mein Schuh!
Machst du das extra, oder was? - Klar macht er das!
Los, rennt!
Juliette, den Koffer. - Nicht nötig.
Gib her!
War ja klar, der hat mal wieder Verspätung.
Alles klar? - Ja.
Weinst du?
Weint sie?
Liebeskummer? - Du schon wieder!
Weil ich geschrien hab? - Nein.
Ich weiß nicht, es ist wegen...
dem Leben, dem Abschied...
der Ente... - Ente?
Welche Ente? - Eine echte Ente?
Ein Freund und ich haben eine Ente gerettet und sie ist gestorben.
Ich hatte als Kind auch eine Ente.
Mein Vater hat sie Weihnachten geschlachtet: unser Braten. Schrecklich.
Musst du das grade jetzt erzählen?!
Lacht sie?
Was soll ich denn tun? - Zwei Wochen bei dir und sie ist irre.
Echt schön, dass du da warst.
Du musst öfter kommen, meine Große.
Na los, rein mit dir.
Sonst fährt er ohne dich los.
Danke fürs Foto.
Wir sind da.
Für Pierre, meinen Vater
Untertitelung: SUBS Hamburg Antje Harbeck
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