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(Sisi lacht)
Du warst großartig. Der Zar frisst dir aus der Hand.
Gleich geht die Sonne auf. Legen wir uns noch mal ein bisschen hin?
Unbedingt.
Ich will noch kurz nach den Kindern sehen.
(räuspert sich)
Rudolf?
Wo ist Rudolf?
Ist er nicht bei Euch, Hoheit? - Nein.
Wann habt ihr ihn das letzte Mal gesehen? - Ich...
Ich sage meinem Mann Bescheid.
Trommelt den Hofstaat zusammen, um Rudolf zu suchen.
* Donnergrollen *
Ich kapiers nicht. Warum hast du den Jungen mitgenommen?
Hätte ich ihn töten sollen? - Was willst du mit ihm machen?
Weiß ich nicht, aber er hat uns gesehen.
Scheiße.
Na, Kleiner? Wirst du dich benehmen, wenn ich dir das Ding abnehme?
Ich bin kein Kleiner. Mein Vater wird euch alle umbringen.
Nichts. Ich habe das ganze Souterrain abgesucht.
Im Schweizer Trakt ist er nicht. - Was, wenn er weggelaufen ist?
Er war so wütend auf mich. - Das bringt nichts.
Die Wachen haben das hier gefunden. - Wo?
Nahe des Geheimboteneingangs im Amalientrakt.
Ich befürchte, Rudolf hat die Hofburg verlassen.
* Musik *
* Musik *
(Rudolf) Lass mich runter, du Dreckskerl.
(Walli) Wo sind wir? (Gustav) Weiß ich nicht. Was machen wir jetzt?
(Walli) Musst du ihn fesseln?
Hier liegen Waffen und Munition rum. Der Junge bleibt angekettet.
Und dann? Was dann? Hast du irgendeinen Plan?
Lass uns abhauen.
Nicht, bevor er versprochen hat, Lotte in Frieden zu lasen.
Nichts da.
Ihr macht, was ich sage.
Oder willst du, dass deiner Tochter was passiert?
Bring das an die Hofburg.
Das ist nicht dein Ernst.
Der Kaiser ist verantwortlich dafür, dass unser Vater tot ist.
Dafür wird er bezahlen.
Merkst du nicht, dass du alles schlimmer machst?
Tu, was ich sage. - Was meint Walli? Was steht da drin?
Bring den Zettel an die Hofburg. Danach seht ihr mich nie wieder.
Sisi, wo willst du hin?
Sisi. - Lass mich los.
Mein Sohn ist da draußen. - Er ist auch mein Sohn.
Wir sind uns nicht mal sicher, dass er ausgebüxt ist.
Wir haben die ganze Hofburg abgesucht.
Ich habe eine Hundertschaft losgeschickt,
um unseren Sohn zu suchen.
Meine Männer werden jeden Stein umdrehen, um Rudolf zu finden.
Das ist nur passiert, weil ich ihn aus der Ausbildung genommen habe.
Nein.
Wenn, dann ist es passiert, weil ich ihn da reingesteckt habe.
(rufen durcheinander)
Weiter!
Weiter!
Weiter. Na los, weiter.
Weiter! Hey du.
* Musik *
Da unten braut sich was zusammen.
Halb Wien hat die Arbeit niedergelegt. * Tür wird geöffnet *
Verzeiht, Hoheit. - Gibt es Neuigkeiten aus der Kaserne?
Ist er dorthin gelaufen? - Leider nein.
Auch da keine Spur von Rudolf. Niemand hat ihn gesehen.
Wir haben noch ein weiteres Problem.
Wegen des Streiks
ist nur ein Bruchteil der Diener zum Dienst erschienen.
In der Hofküche sind 3 Leute, Stallknechte haben wir keine.
Das ist jetzt zweitrangig. Priorität hat die Suche nach unserem Sohn.
(Sophie) Selbstverständlich.
Aber bald wird der Zar aufwachen, und Bismarck ist unterwegs.
Wenn die merken, dass die Hofburg nicht handlungsfähig ist...
...werden sie uns niemals als verlässlichen Partner ansehen.
Sisi, was hast du vor?
Ich kann nicht rumsitzen und warten,
während deine Männer nach Rudolf suchen.
Ich muss irgendetwas tun.
Gräfin, wir kümmern uns um den Zaren.
Er hat sicher Hunger, wenn er aufwacht.
Ich hoffe, Ihr seid noch nicht verhungert.
Wir müssen heute improvisieren.
Die Hofburg wird bestreikt, so wie die Hälfte der Stadt,
wie ihr vielleicht vernommen habt.
Darf ich fragen, was die Demonstranten verlangen?
Spiegeleier?
Keine Sorge wegen heute Abend. Bismarck trifft bald ein.
Dann können unsere Verhandlungen beginnen.
Seid Ihr sicher, dass er auf Euer Angebot...
Wir werden ihm die Idee des Dreierbündnisses
als seine eigene verkaufen.
Das wird ihm gefallen.
Außerdem läuft er sonst Gefahr, nach seinem Eroberungszug
in Europa als kriegstreibender Nimmersatt dazustehen.
Gegen den sich schnell alle anderen verbünden könnten.
Aber wenn er... - Majestät, die Details folgen später.
Erst mal genießt Euer Frühstück.
Was ist?
Ist etwas mit Rudolf?
Ein Soldat hat diesen Zettel
von einem der Demonstranten zugesteckt bekommen.
Hat versprochen, mit niemandem ein Wort darüber zu verlieren.
Aber ich muss Euch warnen, es ist...
* Musik *
"An den Kaiser von Österreich.
Ihr habt das Land zum Teufel gejagt, genauso werden wir Euren Sohn
mitsamt Eurer verlorenen Waffen in die Luft jagen.
Es sei denn, Ihr tauscht Euer Leben gegen das des Kindes.
Weitere Instruktionen
erwarten Euch in der Alten Lause im Arbeiterviertel.
Kommt allein."
Hoheit.
Soll ich Euren Gatten rufen?
Wartet.
Was habt Ihr vor?
Ich werde gehen anstelle meines Mannes. - Um Gottes willen, nein.
Franz würde mit einer Hundertschaft anrücken.
Rudolfs Leben wäre in höchster Gefahr.
Das dürft Ihr nicht tun. - Kein Wort zu meinem Mann.
Wenn Ihr meine Freundin seid, befolgt Ihr meine Bitte.
Hey, was soll das werden?
Hab keine Angst.
Bald bist du wieder zu Hause.
Genug Mutter gespielt.
Hättest du dich all die Jahre mal so gut um deine Tochter gekümmert.
(Wache) Hoheit?
Euer Mann hat befohlen, dass niemand die Hofburg verlässt.
Ihr habt mich nicht gesehen.
* Musik *
Und? Hast du die Nachricht übergeben? - Ja, habe ich.
(Gustav) Lässt du uns jetzt gehen?
Ich warte draußen.
Ich weiß, wir hatten es nie leicht miteinander.
Aber du bist mein Bruder.
Lass den Jungen laufen.
Noch kannst du verschwinden.
Und wohin soll ich verschwinden?
Alles, was du immer wolltest, passiert gerade da oben.
Die Leute gehen auf die Straße, weil du sie dazu aufgerufen hast.
Weil du an einen friedlichen Weg geglaubt hast. - Ja.
An diesen Weg habe ich geglaubt.
Bevor der Kaiser unseren Vater getötet hat.
Leb wohl, Bruder.
* Musik *
Walli?
* Musik *
Hallo?
* Musik *
Ihr habt eine Nachricht für mich?
Ich habe einen Mann erwartet.
Dieser Mann wird nicht kommen.
Stattdessen bin ich hier.
Wenn Ihr eine Nachricht habt, gebt sie mir. Ich bitte Euch.
Ich bin allein hier, wie verlangt.
* Musik *
Wo sind denn alle?
Auf den Straßen.
Sie demonstrieren für ein besseres Leben.
Bismarck ist soeben am Bahnhof eingetroffen.
Ich habe dem Kutscher befohlen, ihn auf Umwegen
an den Demonstrationen vorbei zur Hofburg zu bringen.
Und der Zar?
Ist gut versorgt.
Nachdem uns der Wodka ausgegangen ist,
habe ich ihm unsere besten Weinbrände kredenzen lassen.
Seine Gattin hat bereits kapituliert.
Danke Mutter.
Majestät.
Was gibt es?
Sprecht.
* Musik *
Wo ist meine Frau? - Sie ist...
Sie ist selbst gegangen.
"Werden wir Euren Sohn
mitsamt Eurer verlorenen Waffen in die Luft jagen."
* Musik *
(Franz) Öffnet die Tür.
* Musik *
Lasst uns allein.
Wann sagst du mir endlich, wo die verdammten Pistolen sind?
Lies das.
Rudolf wurde entführt?
Von deinen Leuten.
Er befindet sich dort, wo ihr die gestohlenen Pistolen versteckt.
Sisi ist bereits auf dem Weg dorthin, um ihr Leben zu geben.
Für Rudolf.
Du hast sie gehen lassen?
Glaubst du wirklich, ich hätte sie gehen lassen?
Ich habe keine Zeit.
Ich bitte dich. Ich muss wissen, wo das Versteck ist.
Ich muss vor ihr da sein.
Sisi ist dir nicht gleichgültig.
Das weiß ich.
Und das Schicksal unseres Sohnes auch nicht.
In der Kohlgasse ist eine alte Brauerei.
In dem Gewölbe darunter lagern die Waffen.
Franz.
Ich fürchte, wenn es so weit gekommen ist,
diese Männer haben nichts zu verlieren.
V.a. wenn du mit Soldaten anrückst.
Ich werde nicht mit Soldaten anrücken.
* Musik *
Ich reite alleine.
Hopp. (Soldat) Wo will er denn hin?
* Wiehern *
(rufen durcheinander)
Nieder mit der Monarchie. Nieder mit der Monarchie.
Nieder mit der Monarchie.
Nieder mit der Monarchie.
Walli.
Walli.
Walli. Walli! - Was machst du hier?
Na, dich suchen. Ich wollte...
Wo willst du denn hin? - Weg. Raus aus Wien. Weg von hier.
Aber wir haben doch gesagt, dass wir gemeinsam abhauen.
Irgendwohin, wo uns keiner kennt. Gemeinsam Leute beklauen und...
Und irgendwann... - Irgendwann? Irgendwann was, Gustav?
Sieh uns doch mal an.
Dieser Schlamassel und was aus uns geworden ist.
Glaubst du wirklich, wir tun uns gut?
Natürlich tun wir uns gut.
Wir haben ein Kind entführt, Gustav. Ein Kind.
Und deine Tochter?
Was ist mit Lotte?
Willst du sie im Waisenhaus zurücklassen?
Sie ist da doch gut aufgehoben.
Und bei dir nicht?
Nein. Bei mir nicht.
Ich habe sie weggegeben, da war sie so...
So klein.
Na und?
Alles, was du in den letzten Wochen getan und riskiert hast,
hast du für sie getan.
Es ist zu spät. Sie weiß nicht mal, dass es mich gibt.
Dann ändern wir das jetzt.
* Musik *
Ich weiß, dass du denkst, dass du alles alleine machen musst.
Aber das musst du nicht.
Und Lotte, wahrscheinlich hat sie ihr Leben lang darauf gehofft,
dass es dich gibt.
Genauso wie ich.
* Musik *
* Musik *
* Musik *
(Sophie) Er hat Kaiser Wilhelm zu Hause gelassen.
Der deutsche Kaiser darf nicht mal mitreden,
wenn es um das Schicksal seines Landes geht.
Gräfin.
Auch ich vergehe vor Angst um meinen Sohn und meine Familie.
Aber Bismarck darf nichts von unseren Sorgen mitbekommen. Nichts.
Mögen die Spiele beginnen.
Willkommen in der Hofburg.
Wo ist das Personal? - Ihr verzeiht, die Hofburg wird bestreikt.
Aber nichts, womit wir nicht zurechtkommen würden.
Greift zu.
* Musik *
Ist Seine Majestät Zar Alexander schon angereist?
Er ist seit gestern Abend hier. Schläft gerade seinen Rausch aus.
Wird sicherlich in einigen Momenten eintreffen.
Und wo ist der Kaiser?
Das könnte ich euch genauso fragen.
Erzherzogin.
Wo ist Euer Sohn?
Kaiser Franz lässt sich noch einen Moment entschuldigen.
* Musik *
* Klirren *
* Musik *
* Geräusche *
Mama. - Rudolf.
Mama, hilf mir.
Mama. Mama.
Wie geht es dir? Bist du verletzt?
Mir gehts gut, aber wir müssen schnell weg.
Wo sind die, die dich mitgenommen haben? - Ich weiß es nicht.
Sie müssen hier irgendwo sein. * Klirren *
Schnell, komm. Schnell, wir müssen hier raus.
* Musik *
Franz. - Papa.
Was machst du hier? - Dasselbe wollte ich dich gerade fragen.
Kommt.
(Albert) Umso besser.
Jetzt habe ich die ganze Familie.
Langsam da rüber.
Und jetzt die Waffe.
Die Waffe.
Ganz langsam über den Boden.
* Musik *
Ihr seid der Arbeiter, dessen Vater getötet wurde.
Den unsere Soldaten erschossen haben?
Ich hab davon gehört.
Wie war sein Name?
Bitte verratet ihn mir. Wie hieß er?
Johann Hofstätter.
Er war ein guter, ehrlicher Mann. - Ich bin sicher, dass er das war.
Es tut mir aufrichtig leid, was mit ihm passiert ist.
Ich bitte Euch nicht um mein Leben oder um das meines Mannes.
Ich bitte Euch nur...
...bitte lasst mein Kind laufen.
Euer Junge kann gehen.
Aber ihr beiden bleibt hier. - Mama, nein.
Rudolf.
Rudolf, ich möchte, dass du mir gut zuhörst.
Du gehst durch diese Tür da... - Mama, bitte nicht.
Und wenn du draußen bist, drehst du dich nicht mehr um. Hörst du mich?
(Franz) Los. (Rudolf) Bitte, Mama.
Los, lauf.
Geh. - Lauf. Lauf. Lauf!
Tut, was Ihr tun müsst, aber wisst,
dass dieser Weg Euch keinen Frieden geben wird. - Frieden?
Euer Land leidet.
Und jetzt leidet Ihr.
* Musik *
(schluchzt)
* Musik *
(schreit)
Franz. Hier ist Tageslicht.
Geh zur Seite.
* Musik *
Wo sind denn alle?
Arbeitet hier überhaupt noch einer?
Wollt Ihr nicht doch Soldaten schicken?
Ihr habt gehört, was Franz gesagt hat. Keine Soldaten.
(Esterhazy) Aber wir können doch nicht tatenlos...
(lachen)
Wir müssen Bismarck bei Laune halten, bis Franz zurück ist.
Ich werde mein Bestes tun.
Exzellenz.
Biskuits? Ist das Euer Ernst?
Meine Zeit ist knapp bemessen.
Ich merke, dass hier irgendwas gespielt wird.
Der Kaiser scheint keinerlei Wert auf ein Zusammentreffen zu legen.
Meine Herren, das wars. Wir reisen unverzüglich ab.
Bismarck und sein Gefolge, sie wollen den Empfang verlassen.
Kündigt sofort eine Damenwahl an.
Eine was? - Eine Damenwahl.
(Esterhazy) Damenwahl!
* Musik *
Darf ich bitten?
Mein Sohn wird bald hier sein. Das verspreche ich Euch.
* Musik *
(Franz stöhnt)
Rudolf wird überleben. Das ist das Allerwichtigste.
Was ist, wenn sie mich nicht sehen will? - Na komm.
Geh zu ihr.
Hallo Lotte.
Ich...
Du weißt vielleicht nicht, wer ich bin.
Die Puppe da, die habe ich dir vor langer, langer Zeit...
Bist du meine Mama?
Ja, ich bin deine Mama.
Und wer ist das?
* Musik *
Das ist jemand, der mir sehr viel bedeutet.
* Musik *
(Grünne) Was hast du getan?
Ich hab die Hand deines Vaters gehalten.
Glaubst du, er hätte das hier gewollt? Glaubst du das?
Schieß.
Schieß, dann ist es vorbei.
Erinnerst du dich an die letzten Worte, die er zu dir gesagt hat?
Tu das Richtige.
* Musik *
(Albert) Du kommst zu spät.
* Husten *
Weißt du noch...
...was ich damals zu dir gesagt habe am Starnberger See?
Dass es nicht einfach werden würde mit dir.
Das war nicht gelogen.
Ich liebe dich.
Ich liebe dich auch.
* Musik *
Sisi.
* Schläge *
* Musik *
(Grünne) Raus hier. Hier fliegt gleich alles in die Luft.
* Musik *
Rudolf.
Mama. Mama.
* Musik *
(schnarcht)
Es reicht.
Wir gehen.
Platon.
* schnelle Schritte *
Ich hoffe, wir sind nicht zu spät.
* Musik *
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