All language subtitles for 2012_Schneewei+ƒchen und Rosenrot.deu

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Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup digital GmbH im Auftrag des MDR

Musik

Schneeweißchen

Rosenrot

Zwerg

(sie lachen)

Na, komm. - Ja.

Vater. Wir haben was.

(beide) Wir haben was, was du nicht hast.

Was habt ihr?

(beide) Wir haben was.

Eine Überraschung? Gebt es mir.

Ich bin der Zwerg. Der fiese, gierige Zwerg.

Ich krieg euch schon.

Und dann...

Und dann... - Was, und dann?

Dann schlepp ich dich in meine Höhle.

Was habt ihr denn?

Wir haben einen Boten getroffen.

Er hat uns einen Brief für dich gegeben, Vater.

Mein liebes Schneeweißchen. Mein liebes Rosenrot.

Wenn der Krieg vorbei ist, bin ich bald wieder bei euch.

Musik

(sie schluchzt)

Holzscheit.

Achtung.

Hände weg.

Füße weg.

Alles weg.

Mutter.

Erzähl, wie war es auf dem Markt?

Leider nicht gut.

Musik

Die Leute in der Stadt werden immer ärmer.

Sie haben kein Geld mehr für Rosenöl.

Ich weiß nicht, was ich noch tun kann.

Musik

Dann versuchen Schneeweißchen und ich morgen unser Glück.

Und du kannst dich ausruhen. - Ihr alleine?

Warum nicht? Wir sind alt genug.

Bitte, Mutter. - Ja, bitte.

Na gut.

Erzähl uns von Vater.

Ja, wie er das Haus gebaut hat.

Euer Vater war der mutigste Mann im ganzen Königreich.

Er fürchtete sich vor nichts. - Ich mich auch nicht.

Eines Tages, da entdeckte er eine Höhle im Wald.

In der Höhle wohnte ein böser Zwerg.

Der wollte euren Vater berauben.

Zwerge sind ein diebisches und zänkisches Volk.

Und sie benutzen Worte, die wollt ihr nicht wissen.

Aber da hatte der Zwerg sich den Falschen ausgesucht.

Euer Vater vertrieb den Zwerg.

Und baute dieses Haus. Direkt neben die Höhle.

Und hat die Rosenbüsche nebens Tor gepflanzt.

Damit niemand hineinkommt, der ein böses Herz hat.

Was ist aus dem Zwerg geworden?

Vor Wut zerplatzt.

Seitdem gibt es keine Zwerge mehr.

Gar keine?

Keinen einzigen.

Ei, ei, ei.

Eine Jammerschande ist das.

Eine kreuzdrecksrattenelende Schande.

Was ist das? (Zwerge) Eine Schande.

Ihr Gurkennasen, was sind die beiden Grundpfeiler des Zwergenglücks?

Äh...

Ihr Eierköpfe.

Die beiden Grundpfeiler des Zwergenglücks sind Schatz und Höhle.

Das ist doch leicht zu merken.

Schatz und Höhle.

Und was haben wir?

Nichts mehr! Keinen verdammten Schatz und keine lausige Höhle.

Das ist eine Schande!

Deshalb wird einer von euch stinkenden dumpfen Backen losziehen,

und wieder einen Schatz und eine Höhle klarmachen.

Wer meldet sich freiwillig?

Ihr seid eine Bande von pickligen Feiglingen.

Ihr seid eine Schande für das ganze Zwergenvolk.

Gut.

Vergessen wir das. Wer hat heute Spüldienst?

Ich.

Du bist vom Spüldienst befreit.

Du machst den Schatz und die Höhle klar.

Aber... - Und tschüs.

Musik

Das war doch ne Falle.

Ne Verschwörung war das.

Natürlich war das ne Falle.

Wo krieg ich denn jetzt nen Schatz her? Und ne Höhle?

Hallihallo.

Da Höhle.

Da Schatz.

Ihr müsst rechtzeitig vor Sonnenuntergang losgehen.

Der Weg ist weit. - Ja, Mutter.

Wie wird das? Leicht. Wer wird der Oberzwerg? Ich.

Krätze, Schuppen, Räude, oh mein Bart, oh welche Freude.

Du bist lang, und ich bin klein.

Aber jetzt will ich ein Kaufmann sein.

Da hinten ist unser Platz.

Herrlicher Tag, nicht wahr?

Krieg ist vorbei, endlich wieder Markt.

Es geht aufwärts.

Ich fürchte nicht, Vater.

Ach nicht?

Wieso denn nicht, Jakob?

Die Kornspeicher sind leer, und das Volk wird hungern müssen.

Ist das wahr?

Ähm... Das könnte wohl so zu sein belieben, Majestät.

Warum hat man mir das nicht gesagt? Hofrat, was ist Euer Vorschlag?

Ihre Majestät, wenn sich Korn so vollständig ad nullum

zu subtrahieren beliebt hat,

wird man wohl eine Solutio alternativa exemplieren müssen.

Vater, die Lage ist ernst.

Schick mich los mit dem Kronschatz, um Getreide und Saatgut zu kaufen.

Aber Majestät...

Der Kronschatz... Ich meine... Undenkbar.

Ein König ohne Schatz.

Das ist undenkbar, das ist lächerlich.

Inzwischen verhungert das Volk. - Ach iwo.

An Hunger ist noch keiner gestorben.

Schnuppern kostet nichts.

Das ist feinstes Rosenöl, von meiner Schwester und mir selbstgemacht.

Es duftet wie die Liebe, und es macht eine weiche Haut.

Und heute, aber nur heute, gibt es 3 zum Preis von zweien.

Rosenrot, du kannst aufhören.

Ich hab doch grad erst angefangen.

Wir haben schon alles verkauft.

Wirklich? - Ja.

Was krakeelst du so? Was ist das?

Das ist feinstes Rosenöl, Herr.

Bin kein Herr. Wer braucht Rosenöl, wenn er nichts zu beißen hat?

Moment. Dann schnuppert doch mal daran.

Was verlangt ihr dafür?

Nur 2 Groschen.

Mein letztes Geld.

Habt ihr ein Liebchen, Herr?

Na ja...

Ich wüsst wohl, wem ichs schenken tät.

Dann behaltet es, und kauft Brot für Euer Geld.

Gut gemacht, Schwesterchen.

Fanfaren

Seine Hoheit, der Prinz.

Komm, das schauen wir uns an.

Verehrtes Volk, die Kornspeicher sind leer.

Aber der König wird den Kronschatz opfern,

damit wir Saatgut kaufen können.

Und ihr könnt mir eine Liste machen, was die Bauern brauchen.

(Pferd wiehert)

Sch, ganz ruhig.

Du kannst gut mit Pferden umgehen.

Nicht nur mit Pferden.

So?

Ich mein, auch mit Dachsen, Rehen, den Tieren des Waldes halt.

Ach so.

Wie heißt du denn?

Schneeweißchen.

Schneeweißchen.

(räuspert sich)

Wenn Ihr mir gütigst meine Hand wiedergeben könntet.

Ich denk gar nicht dran.

Komm, Schneeweißchen.

Spielt was Schnelles.

Musik

Wie es aussieht, müsst ihr wohl bald eine größere Hochzeit ausrichten?

Wie seid Ihr hier reingekommen?

Wer seid Ihr überhaupt?

Ich bin nur ein bescheidener, schwerreicher Kaufmann

mit Geschäften in aller Welt... - Wir brauchen nichts.

...der sich demütig in Euren Dienst stellt.

Wie man hört, wollt Ihr Euren Schatz verschleu... verwenden,

um Saatgut zu kaufen.

Eine wunderbare Idee.

Doch bedenkt, was bleibt. Nada, niente.

N, I, C, H, T, nichts!

Keine Hochzeit für den Prinzen,

von ner Altersvorsorge will ich gar nicht reden.

Ein König ohne Schatz ist wie... Ihr habt es nicht verdient.

Und was wäre Euer Vorschlag?

Das ist die richtige Einstellung. Ihr seid ein Mann der Tat.

Mein Vorschlag wäre: Lasst den Schatz für Euch arbeiten.

Er soll sich vermehren, verdreifachen.

Vertraut ihn mir an.

Ich sage nur: Amsterdamer Börse.

Maximaler Gewinn, kein Risiko.

Kein Risiko?

Nun ja...

Was zögert Ihr?

Das sind Entscheidungen,

die muss man auch mal aus dem Bauch heraus treffen.

Wollt ihr nicht ein König der Herzen sein?

Musik

(Volk) Bravo.

(räuspert sich)

Ich muss zurück nach Hause.

Jakob.

Wo kann ich dich finden?

Den Wald einmal durch,

dann links die Hütte neben der alten Zwergenhöhle.

Ich werde dich finden. - Keine leeren Versprechungen.

Oh, das ist alles, was vom Kronschatz übrig ist.

Ach, für ein paar Aktien wird das reichen.

Vater!

Vater, wo bist du? - Mein Sohn.

Es wird wichtig sein. - Ja, die Kinder.

Ich warte derweil.

Musik

Da, da, da.

Gold.

Silber.

Krempel.

(lacht)

Du glaubst nicht, was ich gerade erlebt habe.

Und du errätst nicht, was ich für unser Volk getan hab.

Ich hab den Kronschatz verdreifacht.

Ich sag nur: Amsterdamer Börse.

Hey!

Musik

Oh nein!

Aber er will den Schatz doch vermehren.

Nein, Vater, will er nicht.

Vielleicht erwisch ich den Zwerg noch.

Musik

Jetzt hab ich dich!

Es ist mein Schatz. Ich habe einen Vertrag mit dem König.

Du hast ihn betrogen.

Was kann ich dafür, dass der König naiv ist?

Schweig und gib mir den Schatz.

Ich hab ja nicht "dumm" gesagt, oder "plemplem".

Hätt ich auch sagen können.

Vertrag ist Vertrag.

Geh weg.

Du denkst, das wars, Plappermaul?

Krätze, Schuppen, Räude, oh mein Bart.

Hau ab!

Oh, welche Freude. Du bist lang, und ich bin klein.

Jetzt wird der Prinz ein anderer sein.

Wer ist der Größte? Ich.

Wer ist der Schlaueste? Ich.

Ich glaubs nicht, dass wir alles verkauft haben.

War ganz leicht.

Es war herrlich.

Ich will jeden Tag in die Stadt und noch weiter weg.

Ich will verkaufen, ich will die Welt sehen.

Schneeweißchen, ich will, dass sich alles verändert.

Nein.

(singt) * Ich wünsch mir was, ich wünsch mir,

dass alles bleibet, wie es ist.

Ich wünsch mir was, ich wünsch mir,

dass Jakob mich nie mehr vergisst.

Ich spür mein Herz, es schlägt ganz wild.

Ich glaub, ich bin verhext.

Und kommt er nicht...

...dann kann er meinetwegen...

(beide) ...bleiben, wo der Pfeffer wächst. *

Wer ist unbesiegbar? Ich.

Und wer wird der Oberzwerg? Ich.

Mach nur noch die Höhle klar.

Was soll das?

Ah.

Was soll das?

Oh ein Zwerg. Ich dachte, es gibt keine Zwerge mehr.

Und dann so ein großer.

Nur keine falschen Schlüsse. Ich komme in guter Absicht.

Was willst du?

Ich will die Hütte kaufen.

Auch n guter Preis.

Ein Goldstück für diese windschiefe Hütte.

Das ist ein wenig viel, aber ich will nicht knauserig sein.

Nimm das Geld und zieh dankbar deiner Wege.

Du willst doch nur die Höhle.

Tut mir leid, das Haus ist unverkäuflich.

Warum gleich so unfreundlich?

Seh ich aus wie ein gemeiner Dieb? - Allerdings.

Gut, ich seh vielleicht aus wie ein gemeiner Dieb,

aber ich hatte auch eine schlimme Kindheit.

Aber du siehst noch schlimmer aus. Nämlich arm.

Ärmer als arm, bettelarm.

Weil der Krieg dir alles genommen hat.

Wie willst du deine Mädchen durch den Winter bringen?

Zum letzten Mal.

Das Haus ist unverkäuflich, und jetzt verschwinde.

Ich verstehe. Du willst handeln.

Okay, dann...

...2 Goldstücke.

5?

Gut, 10? 20?

Nein.

50?

Na?

100, 200?

Viel, ganz viel.

Du wirst schon sehen!

Oh Krätze, Schuppen, Räude, oh mein Bart, oh welche Freude.

Du bist lang, und ich bin klein.

Jetzt soll die Schachtel eine Schnecke sein.

Ach Zwerg. Hast dus nicht verstanden?

Dein Zauber wirkt nicht diesseits der Rosenbüsche.

Ich will die Höhle! Das ist doch...

Diese Rosenbüsche!

Ich komm wieder. Ein Zwerg gibt nicht auf.

Musik

(brummt)

Was war das?

Hört sich an wie eine furchtbar gequälte Seele.

Ich finde, es klingt eher wie... ein Bär.

Meinst du, Mutter macht sich Sorgen?

Nein, sie weiß doch, dass wir im Wald zurechtkommen.

Er war total verlegen.

Du bist ja verliebt, Schwesterchen. Du bist verliebt.

Vielleicht hat er ja einen Bruder für dich.

Ich will keinen Prinzen. Ich will die Welt sehen.

Rosenrot?

Hm?

Glaubst du, dass Jakob mich besuchen kommt?

Er wär ein Narr, wenn er nicht käme.

Musik

Hilfe!

Ist denn hier niemand?

Hilfe!

Ah, die Rettung naht.

Was schreit Ihr so?

Ich klemme hier fest.

Und wer seid Ihr?

Hat man so was Blödes schon mal gehört?

Na, wie sieht das aus? Bart und Zipfelmütze.

Ich hab mir Zwerge immer anders vorgestellt.

Bisschen kleiner?

Was kann ich dafür,

dass mein Zwergenvater sich eine Riesin geschnappt hat?

Wollt ihr da ewig stehen? Wollt ihr mir nicht helfen?

Was ist denn passiert?

Sperr doch deine Glubschaugen auf, blöde Gans.

Ich stecke hier fest.

Ich bin ein armer, heimatloser Zwerg.

Ohne Schatz und ohne Höhle.

Ohne Schatz? Und was ist das? - Das ist gar nichts.

Das geht euch nichts an! Finger weg.

Du weißt, was Vater immer über Zwerge gesagt hat.

Ja, aber er ist doch in Not.

Ja, in großer Not.

Na gut.

Das haben wir gleich.

Nicht so grob, wenn ich bitten darf.

Oje, so wird das nicht gehen.

Dann müsst ihr euch was einfallen lassen, ihr Milchgesichter.

Achtung.

Hände weg, Füße weg.

Alles weg.

Nein! Ihr verdammten Krähenfüße, ihr Rotznasen!

Mein schöner Bart!

Der wächst doch wieder nach.

Was für Ahnung hast du denn von Bärten?

Macht, dass ihr mir aus den Augen kommt.

Ihr seid hundsgemein und hässlich. Hässlich und gemein.

Wenn ich euch noch mal sehe, dann setzt es aber was.

Dann setzt es was, aber so was von!

Er kann seinen Dank eben nicht so richtig ausdrücken.

Da seid ihr ja endlich.

Mutter, wir haben alles verkauft.

Ich hab mit einem Prinzen getanzt.

Und wir haben einen Zwerg befreit.

Ihr seid dem Zwerg begegnet? - Mhm.

Und?

Der war harmlos.

Aha.

Du hättest sehen sollen, wie sie dem Prinzen den Kopf verdreht hat.

Er war hin- und hergerissen.

Als er mich herumgewirbelt hat, hab ich so ein Ziehen im Herzen gespürt.

Kennst du das, Mutter?

Natürlich, ein schönes Gefühl.

Es kann aber auch manchmal wehtun.

Du solltest dir besser keine großen Hoffnungen machen.

Er ist ein Prinz.

Er wird kommen.

Du hast die Löffel vergessen.

Ja.

Mutter?

Was liegt hinter der Stadt? - Wie kommst du darauf?

Irgendwo muss die Stadt doch zu Ende sein, und was ist dahinter?

Gefahren.

Nichts als Gefahren.

Gefahren.

Herrlich.

Musik

Erstklassiges Versteck.

Das wird reichen, bis ich die Höhle klargemacht hab.

Brummen

Ach der Bär.

Der wird doch wohl nicht den Schatz riechen.

Nein, wird er nicht. Wird er doch.

Wird er nicht.

Na, wird er doch.

Der Bär muss weg!

Der Bär kommt weg!

Krätze, Schuppen, Räude, oh du mein Bart, oh welche Freude.

Du bist lang, und ich bin klein, und jetzt möcht ich gern ein Spanier...

Diese verdammten Bartabschneiderinnen!

Bauern haben sein Schwert im Wald gefunden.

Und Jakob?

Keine Spur.

Sein Pferd ist allein zur Burg returniert.

Ich hätte ihn nicht gehen lassen dürfen.

Alles nur, weil ich gierig war, und dumm.

Ich bin ein schlechter Vater.

Das ist keine große Problem, Majestät.

Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle.

Mein Name ist Don Carlos Torres Primero de Inspection.

Was führt Euch zu uns?

Ich befinde mich auf diplomatische Mission.

Und komme durch euer wunderschönes armes Land.

Und was muss ich im Wald sehen?

Eine Zwerg.

Einen Zwerg?

Ich will ihn natürlich sofort stellen.

Da verwandelt sich diese bärtige Schuft vor meine Augen

in eine Bären.

Minderwertigkeitskomplex.

Ja, weil Zwerg ist klein und schwach und will groß und stark sein.

Ist logisch.

Logisch. Und Prinz Jakob?

Gefangen von dem Bär. Keine Chance.

Aber keine Problem, Majestät.

Ihr müsst nur den Bären erledigen, dann kommt die Prinz frei.

So?

Und wieso?

Äh, darum. Ich habe selbst erlebt.

Also gut, dann jagen wir den Bären.

Majestät, ich gebe untertänigst zu kontemplieren,

dass Ihr leider keine königlichen Jäger... habt.

Dann wird es Zeit, dass ihr euch nützlich macht.

Ich ernenne euch hiermit zu königlichen Jägern. - Uns?

Aber, Majestät...

Kein Aber. Das faule Leben ist vorbei.

Jagt den Bären und bringt mir den Prinzen zurück.

Geniales Plan, ole.

Haltung, meine Herren.

Es ist alles eine Frage der Haltung.

Schnipp, schnapp, Rosen ab.

Mit Gegröle in die Zwergenhöhle.

Und dann niste ich mich gemein für immer in der Zwergenhöhle ein.

Zwerg!

Ja, ich weiß.

Verzauberte Rosenbüsche.

Freie Höhlen für freie Zwerge!

Ich komm wieder, ich finde einen Weg.

Verdammter Fisch!

Blöder Fisch! Was soll das?

Was soll denn das?

Ist das nicht unser vollbärtiger Freund?

Der mit den schlechten Manieren?

Sehr witzig. Ich befinde mich in ner Notlage!

Wolltet Ihr mit Eurem Bart angeln?

Oder ihn waschen? Nötig wärs ja.

Dieser Fisch hat mich in den Bart gebissen.

Jetzt lässt er nicht mehr los.

Das sieht man doch. Und ich kann nicht schwimmen.

Was meinst du, Schwesterchen?

Kannst du mal helfen? Oder bist du dir dafür zu schick?

Dieses verdammte Vieh!

Du bist zu langsam, gefühllose Nuss.

Rosenrot, hilf mir mal. Ich krieg den Bart nicht frei.

Das haben wir gleich.

Nicht schon wieder!

Hände weg, Füße weg, alles weg.

Nein!

Ihr habt es tatsächlich noch mal getan!

Ihr krummbeinigen Sumpfkrähen. Ihr seid hinterhältig und gemein.

(beide) Es heißt Danke.

Das war das letzte Mal, dass ich euch um Hilfe gebeten hab.

(Vögel zwitschern)

Er hat so eine wie mich doch schon längst vergessen.

Schwesterchen.

Was erzählst du für dummes Zeug? Wer könnte dich vergessen?

Vorsicht.

Nicht bewegen.

Aber er sieht nicht gefährlich aus.

Das kann man bei Bären nie wissen.

Er wirkt traurig.

Tempi passati.

Ein Lied, meine Herren.

(singen) * Ein Jäger aus Kurpfalz, der reitet durch den grünen... *

Wer seid Ihr denn?

Wir?

Wir sind die königliche Jägergarde auf Bärenhatz. Halali.

Bärenhatz?

Sorgen Sie sich nicht, junges Fräulein.

Der Bär beliebt, so gut wie kompostiert zu sein.

Halali, meine Herren.

Ich ventiliere das Horn.

(singen) * Ein Jäger aus Kurpfalz, der reitet durch den grünen Wald.

Er schießt das Wild daher, gleich wie es ihm gefällt.

Juja, juja, gar lustig ist die Jägerei. *

Mach dir keine Sorgen, Schwesterchen.

Die Trottel werden den Bären nicht mal zu sehen bekommen.

(weint)

Hierher.

Hilfe!

Hilfe!

Hilfe!

Hilfe!

Was ist das denn?

Was ist das denn?

Das sieht aus wie eine Bärenfalle und ist eine.

Die haben die Jäger hier überall aufgestellt,

weil sie Angst vorm Bären haben.

Das ist ja furchtbar.

Das ist furchtbar!

Weil sich darin arme, unschuldige Zwerge verfangen.

Was ist denn jetzt?

Hilft mir hier irgendjemand?

Nur wenn es keine Umstände macht.

Vorsichtig.

Das bringt nichts, das hab ich auch schon versucht!

Es geht nicht. - Was geht da nicht?

Dann hilft nur die altbewährte Methode.

Was? Verschwinde, auf keinen Fall!

Halt die Klappe! Hände weg, Füße weg, alles weg.

Ihr habt es wieder getan.

Ihr pickelnasigen Rotzkrampen!

Wars das?

Nein, noch lange nicht!

Ich werde wiederkommen.

Dann werd ich euch eure Bruchbude wegnehmen.

Dann werd ich sie anzünden, und dann werdet ihr auf der Straße sitzen.

Jetzt seht ihr, was passiert,

wenn man hässlich und gemein zu Zwergen ist.

Darum müssen wir uns kümmern.

Das sind alle, die wir finden konnten. - Sehr gut.

Aber erzählt mir noch einmal genau, was der Zwerg gesagt hat.

Das wird euch noch leid tun, dass ihr so hässlich zu einem Zwerg wart.

Er hat euch gedroht?

Er ist doch nur ein Zwerg.

Und interessiert sich nur für seinen Bart.

Natürlich, der Bart ist sein größter Schatz.

Mit ihm kann er sich und andere verwandeln.

Warum hat er uns dann nicht verwandelt?

Wahrscheinlich war der Bart bereits zu kurz.

Allerdings.

Trotzdem, wir sollten den Zwerg nicht unterschätzen.

Ihr werdet eine Weile das Haus nicht verlassen.

(beide) Was?

Das ist gemein. - Tut mir leid.

Aber im Augenblick ist es zu gefährlich im Wald.

Majestät, der Bär...

Also der Zwerg beliebt, äußerst... äh... geschickt zu sein.

Ihr seid unfähig.

Alle miteinander.

Aber wir haben Bärenfallen.

Ich will keine Ausreden hören, ich will meinen Sohn zurück haben.

Ihr werdet diesen Bären erlegen, oder ich jage euch zum Teufel.

Tötet den Bären.

Tötet den Bären.

(alle) Tötet den Bären. Tötet den Bären.

Dahinten ist er.

Lasst ihn nicht entkommen!

Schießt! Schießt!

Schießt!

Hinterher!

Er muss hier irgendwo sein. - Gleich haben wir ihn.

(brüllt)

Poltern

Jakob?

Musik

Wir kriegen das nicht auf.

Wartet.

Damit könnte es gehen.

Das wird jetzt noch mal wehtun.

Fanfaren

Die Jäger! Sie sind bestimmt seiner Spur gefolgt.

Wir müssen ihn verstecken. - Verstecken?

Das ist ein Bär.

Klopfen Aufmachen.

Im Namen des Königs.

Oh. Hoher Besuch.

Was führt Euch zu uns, edle Herren?

Der Bär, gute Frau.

Er beliebt sich, in Euer Haus subtrahiert zu haben.

Ein Bär, ins Haus?

Macht Euch nicht lächerlich, das hätte ich bemerken müssen.

Die Blutspur beliebt, geradewegs in Euer Haus zu führen.

Ipso lorum befindet sich da auch der Bär.

Hier gibt es keinen Bären.

Das zu inspizieren, ist meine Sache. Tretet beiseite.

Könnte Ihr Euch ausweisen?

Ausweisen?

Da könnte ja jeder kommen.

Vielleicht seid Ihr nur ein verkleideter Zwerg.

Ihr haltet mich für einen Zwerg?

Also... Aber jetzt finitum punctum.

Halali.

Poltern

Was war das?

Was denn?

Na diese Truhe da.

Ach, da ist nur alter Krempel drin.

Aufstehen, zack, zack. Aufmachen, sofort.

Glaubt Ihr wirklich, dass wir hier einen Bären versteckt haben?

Ist ja köstlich, junge Dame.

Einen Bären, verstecken.

Er würde euch umgehend verschlingen.

Na, seht Ihr.

Was aber, wenn er sich hier irgendwo zu subtrahieren beliebt hat?

Cum principio etcetera müssen wir alles inspizieren.

Also beiseite treten.

Musik

Hab ichs Euch nicht gesagt?

Nun, wie es aussieht, scheint dieses Haus einigermaßen bärenfrei zu sein.

Meine Herren.

Ihr habt großes Glück, dass wir gekommen sind.

Jetzt können wir auch beruhigt schlafen.

Halali.

Halali.

Halali. - Halali.

Die Luft ist rein. Du kannst rauskommen.

Musik

Sieht schon viel besser aus.

Gut.

Ich hol Mutter.

(singt) * Du bist ein Bär.

Mir wird das Herz so schwer.

Ich fühl mich jeden Tag

ein bisschen mehr allein.

Ich habe ihm mein Herz geliehen

und warte jeden Tag auf ihn.

Ihn, ihn, ihn.

Weißt du, lieber Bär.

Jeden Tag schmilzt mein Herz ein bisschen mehr.

Jede Nacht hör ich es tropfen, doch dann hör ich es klopfen.

Dann höre ich ihn vor der Tür

und denke: Hey, das ist ja er.

Er, er, er.

Aber das bist du nur, Bär. *

(brummt)

Musik

Ich fass es nicht, ich könnt platzen!

Da tanzen sie jetzt fröhlich mit dem Bären herum.

Täppisches Gesindel.

Und wer hat immer noch keine Höhle? Ich.

Alles in Ordnung?

Schneeweißchen.

Nichts passiert. - Von wegen.

Ein Bär ist ein wildes Tier. Er gehört nicht ins Haus.

Der Bär ist doch wieder gesund.

Er soll zurück in den Wald.

Nein, warte.

Wenn ich mal heirate,

dann soll mein Mann genauso stark und freundlich sein wie du.

Mutter, können wir dich nicht wenigstens zum Markt begleiten?

Heute nicht.

Ihr bleibt besser im Haus.

Meine Rosen.

Holzscheit.

Es ist keiner da.

Hm.

Dann müssen wir wohl Feuerholz suchen gehen.

Das dürfen wir nicht.

Ich meinte ja nur...

Wer nutzt jetzt die Gunst der Stunde? Ich.

Wer macht die Höhle klar? Ich.

Krätze, Schuppen, Räude, oh mein Bart, oh welche Freude.

Du bist lang, und ich bin klein,

aber jetzt will ich ein Orientale sein.

Diese verdammten Bartabschneiderinnen.

Sie sorgt sich eben um uns.

Schneeweißchen. Glaubst du, dass Mutter uns je noch mal gehen lässt?

Ich will Flügel, ich will Abenteuer erleben.

Ich will...

Was auch immer Ihr begehrt, es wird Euch gewährt.

Verzeiht, wenn ich euch erschreckt habe.

Hassan al Raschid, ich komme von weit her.

Von weit her? Wie weit?

5...

und 20...

...tausend Meilen. Anderes Ende.

Was führt Euch in diesen Wald?

Ihr, schönes Fräulein.

Ein tapferer Prinz, Jakob hieß er, berichtete mir von Euch.

Ihr habt Prinz Jakob getroffen? Wo?

An einem fernen Ort.

Den Aufenthaltsort darf ich aus Sicherheitsgründen nicht sagen.

Üble Familiengeschichte. Aber er verzehrt sich nach Euch.

Ihr nehmt mich auf den Arm.

Ich verstehe, Ihr misstraut einem Fremden, wie alle.

Friede sei mit Euch.

Nein, wartet.

Würdet Ihr Prinz Jakob

eine Nachricht von meiner Schwester überbringen?

Warum so kompliziert? Kommt mit und sprecht selbst mit ihm.

Vielen Dank für...

Vielen Dank für Euer Angebot,

aber wir müssen erst mit unserer Mutter sprechen.

Kommt morgen wieder. - Morgen bin ich längst woanders.

Jetzt oder nie.

Was kann der Wald euch noch lehren?

Auf der anderen Seite gibt es jede Menge Entdeckungen und Wunder.

Magie, Medizin, Bücher.

Und v.a. die Liebe.

Ihr braucht Bedenkzeit? Ich verstehe.

Ich ziehe mich diskret zurück.

Schneeweißchen, du weißt, was ich mir wünsche.

Aber ich geh nicht ohne dich.

Ich trau ihm nicht. - Und wenn schon.

Wir sind groß genug, um auf uns selbst aufzupassen.

Was ist jetzt?

Die Welt ist groß, aber meine Zeit ist knapp.

Na gut.

Wir kommen mit Euch.

Ihr werdet es nicht bereuen.

Doch zuvor müsst ihr etwas machen, um wirklich frei zu sein.

Nun, ist doch ganz leicht.

Rosenrot.

Wir können das nicht tun. Vater hat die Rosen gepflanzt.

Und einen bösen Zauber über euch gelegt,

damit ihr eure Mutter nie verlassen könnt.

Wollt ihr nicht erwachsen werden?

Befreit euch.

Schnipp, schnapp, Rose ab.

Ich tus nur, wenn dus tust.

Ich auch.

Da würd ich sagen: und zugleich.

(brummt)

Los, mein Täubchen, schlag schon zu.

Schlag zu.

Was ist nun?

Hände weg, Füße weg, alles weg. - Rosenrot.

Was ist jetzt schon wieder?

Ihr krummfüßigen Sumpfgurken!

Jetzt platzt mir gleich der Kragen.

Ihr nervt, eure Mutter nervt, der Bär nervt.

Und der Rosenbusch nervt auch.

Jetzt wird gehackt, bis die Rose knackt.

Ah, ich könnt platzen vor Wut!

Ich platze!

Ich platze!

Rosenrot, schau.

Jakob.

Musik

Ich wusste, dass du mich finden wirst.

Nein, dein Herz hat mich gefunden, Schneeweißchen.

Mutter.

Vater wäre so etwas nie passiert.

Er hätte den Zwerg sofort erkannt.

Ich glaube, ich muss euch etwas über euren Vater sagen.

Einen Monat, nachdem er in den Krieg gezogen war,

kam dieser Brief.

Darin steht, dass er...

Mutter.

Wir wissen, dass Vater tot ist.

Wir haben doch mitbekommen, wie du immer geweint hast.

Es war einfach schön, sich vorzustellen,

dass er eines Tages wiederkommt.

Meine Rosen.

Was machen wir eigentlich mit dem Baumstamm?

Wir werden wohl ein neues Tor brauchen.

Die Rosen werden schon dafür sorgen,

dass er sich nie wieder zurückverwandelt.

Was ist, wenn noch mehr Zwerge kommen?

(beide) Im Leben nicht.

Ich fass es nicht.

Er hat es vermasselt.

Er hat es völlig vermasselt.

Vergessen wir das.

Wer hat heute Spüldienst?

Nö, Leute, echt jetzt. So kann es dich nicht weitergehen.

Wir sitzen doch alle in einem Boot.

Das geht uns alle an.

Einer für alle, alle für einen.

Also, wer hat Spüldienst?

(singen) * Wir winden dir den Jungfernkranz

mit veilchenblauer Seide.

Wir führen dich zu Spiel und Tanz,

zu Glück und Lebensfreude.

Schöner grüner Jungfernkranz.

Grüner Jungfernkranz

mit veilchenblauer Seide. *

Musik

Wer seid Ihr?

Kasper, ein Cousin von Jakob.

Das schwarze Schaf der Familie.

Wieso das?

Weil ich auf das Leben am Hof pfeife.

Ich will lieber die Welt sehen.

Bist du schon mal mit einem Kamel durch die Wüste geritten?

Ich auch nicht. Lust, es auszuprobieren?

Rosenrot.

Na, komm.

Rosenrot!

Rosenrot!

Musik

Alles in Ordnung, Schneeweißchen?

Wie im Märchen.

Musik

Copyright UT: MDR 2012

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