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.
(Musik: "Dark Side Of The Moon" von Eddy Bailes & the Cadillacs)
(Lässige Musik)
♪ Dark side.
♪ Lonely dark side.
Josh, 26.
Ich mag Computer, und ich bin Sternzeichen Krebs.
22, lost and horny.
Looking for women.
Nothing long-term.
1,79, hetero, offen für Monogamie oder Nicht-Monogamie.
Ich drücke mich gerne kreativ aus.
Bin ein fröhlicher und liebevoller Mensch.
Mein Spirit-Animal ist das Faultier.
Wonach ich eigentlich suche?
Alles und nichts, nach dem "one piece".
I'm looking for a cuddle buddy, for Netflix nights.
But also, a woman whom I can love and respect.
I prefer dating ...
reflected, healthy, not smoking individuals.
Ich habe keine Kinder,
will aber vielleicht welche, durchschnittlich gebaut.
Tell me about yourself.
Who are you?
(Lässige Musik)
(Türklingel)
Oh Gott. - Was?
(Asiatische Hintergrundmusik)
(Er seufzt.)
(Handyton)
Wie immer?
Äh, nee.
Ähm ... ich nehme die ...
54. - Das ist nicht im Mittagsangebot.
Das bestellt nie jemand, ist sehr speziell im Geschmack.
Doch wie immer? - Nee, also, ich habe mich entschieden.
Hey.
(Sie lacht.)
Hey. - Ist schön, d-dich zu sehen.
(Weiter asiatische Musik im Hintergrund.)
Also, ich meine, es ist Mittwoch, dass wir beide hier sind, ist klar.
Aber ...
(Gespräche im Hintergrund, sie lacht leise.)
Ist halt mal was anderes, oder?
Ja, ist doch gut.
Und man soll doch neue Sachen ausprobieren,
das sagst du doch auch immer. - Mhm.
(Ruhige Hintergrundmusik)
(Entfernter Verkehrslärm)
37. - Danke.
54. - Danke.
Was hast du dir denn bestellt? Seegras?
Guten.
(Er seufzt.)
Willst du was von mir haben?
Können wir einen Extrateller bekommen, bitte?
Nein, danke, den brauchen wir nicht.
(Stimmengewirr, leise Musik)
Mmh!
Ich find's super, dass du neue Sachen ausprobierst.
Das ist doch toll.
Hey!
Hey, schau mich mal an. - Nee.
Doch, guck. - Nee.
Ich bin nicht langweilig, und ich probiere gerne Sachen aus.
Du glaubst ja, ich bin so ein Hase ...
Den brauchen wir nicht! - Danke, ist doch okay.
Das war doch alles deine Idee hier, dieses ganze Scheißexperiment.
Das war doch ...
Was willst du eigentlich von mir, Freddy?
Nimm mal was, ist eh viel zu viel. - Nein, danke.
Weißt du noch, vor drei Jahren,
als wir im Urlaub waren in Frankreich?
Da habe ich mit Çiğdem geschlafen.
(Leise Stimmen im Hintergrund)
(Fetzige Musik)
Jo! Bock zu ficken?
Was hast du gerade gesagt?
Chill mal, nichts hab ich gesagt.
Du hast gesagt, du willst ficken, oder?
Hat er gesagt, oder? - Hat er gesagt.
Komm, lass ficken. Was hast du in der Hose? Zeig!
Beruhig dich. - Wie alt bist du überhaupt?
18. - Siehst aus wie 14.
Und du wie 30. - Bin ich auch.
Guck, wie du dich anziehst. - Guck dich doch mal an.
Hast du jetzt Schiss?
Nicht mehr so Bock, ne? - Geh mal weg, Mann, okay?
(Wilde, lebhafte Musik)
Wann?
Als ihr das Feuer gemacht habt.
Als du krank warst.
Ja, da hatte ich Bauchschmerzen.
Wissen die anderen das?
Also, der Tobi ist einmal kurz ins Zelt gekommen,
aber ich glaub nicht, dass er das wem erzählt hat.
Bullshit. Hast du dem gesagt, er soll die Klappe halten?
Nee.
Musst du doch, sonst wüsste ich's doch.
Ich glaube nicht.
Du glaubst nicht?
(Punkige Technomusik)
(Musik wird treibender.)
(Dumpf dröhnende Klänge)
(Sie stöhnt heftig.)
Warte bitte kurz.
Was ist los?
(Laut pulsierende Technomusik)
(Ausgelassenes Lachen, Stimmengewirr)
Was ich nicht alles gemacht hab!
Für Männer! Umsonst!
Ich war eine fucking Mutti!
Aber eigentlich will man seine Mutti doch nicht ficken
und dann kommt das Problem dazu!
(lacht:) Oh mein Gott!
(Verträumter Gesang aus dem Hintergrund)
(Handyklingeln)
"Hey, hier ist ... äh, Anne."
"Wollte mal nachhören, ob's heute bei sechs bleibt?"
"Und wo treffen wir uns?"
(Er seufzt.)
(Hippe Musik)
"Gut, du pinkelst im Stehen, du bist ja ein richtiger, ein richtiger ..."
"Ich bin ein Mann."
"Ich bin auch ein richtiger Mann. Guck mal, da ist mein Pullermann."
"Propeller!" - "Ja, mach den Propeller!"
(Sanfte Hintergrundmusik)
(Handy vibriert.)
(Wiederholtes Vibrieren)
(Klingeln)
(Vibrieren)
(Sie stöhnt leise.)
(Wiederholtes Vibrieren und Klingeln)
(Wiederholtes Vibrieren und Klingeln)
Hm? - Hallo.
Ja? - Bist du Freddy?
Ja.
Ich bin Amore.
(Entferntes Kindergeschrei)
Amore?
Wir hatten gestern Nacht geschrieben.
Darf ich reinkommen?
Äh ... willst du was trinken?
Wasser oder Kaffee, Wein?
Wasser gerne.
(leise:) Wasser.
Ich würde kurz gerne was klarstellen.
Ich war ...
Also ich hab gestern Alkohol getrunken.
Und ähm ...
Also dich in einem Zustand kontaktiert, der ...
alkoholisiert war.
Genau.
Deshalb ...
Also jetzt bist du da.
Und ähm ...
Also die Frage ist jetzt ...
Was machen wir jetzt?
Also dein Geld kriegst du natürlich.
Wie viel war das noch mal? - 350 Euro.
350? - Mhm.
Okay.
Gut.
Ähm ...
Und war das für ...
was ...
Spezielles?
Oder ist das deine Grundrate?
Du hast ja sehr konkret geschrieben, was du willst.
Und was ... Also was genau hab ich da geschrieben?
Ähm ...
"Hallo, Amore."
"Ich will, dass du mich am ganzen Körper massierst."
"Und überhaupt will ich, dass es dabei nur um mich geht."
"Die Massage soll dann zu meinem Po und meiner Angina ..."
Ich glaub, du meintest hier Vagina, übergehen.
"Und dann will ich, dass du abwechselnd mit deinen Fingern
und deiner Zunge ganz tief in mich eindringst,
so lange, bis ich komme."
"Kurz bevor ich komme, möchte ich, dass du mir sagst:
'Du bist so tief.'"
"Ich möchte, dass du das immer wiederholst, bis ich komme."
"'Du bist so tief, du bist so tief.'"
"Und ich möchte, dass du das mit Rührung sagst."
"Wie viel kostet das? Liebe Grüße, Freddy."
Darf ich ganz kurz das sehen?
Klar.
(leise:) Gut.
Äh ...
Nimmst du auch PayPal?
(Wasserplätschern, wehmütiger Gesang)
(Handyton)
"Also, ich kann auch später,
sollen wir dann einfach zu dieser neuen Bar da am Rathaus gehen?"
Du, es tut mir voll leid, aber kann sein,
dass das heute noch länger dauert alles.
Ich komme hier bei der Arbeit irgendwie nicht weg.
(Handyton)
"Ja, hey, du klingst echt ziemlich gestresst."
"Vielleicht machst du einfach mal ein bisschen slow
und gehst in die Badewanne oder so."
(Sanfter Gesang im Hintergrund)
"Du, es tut mir voll leid, aber kann sein,
dass das heute noch länger dauert alles."
"Ich komme hier bei der Arbeit irgendwie nicht weg."
"Das zieht sich einfach heute."
(Piepen)
(Rascheln der Geldscheine)
(Stimmengewirr im Hintergrund)
100 ... 200 ... 350.
Danke schön. - Gerne.
(Seufzen)
Willst du rauchen?
Ähm, ja, warum nicht.
Sorry für die ganze Nummer.
Also es hat nichts mit dir zu tun.
Du bist wahnsinnig schön.
Ich, nur, ich, also, ich bin einfach nicht ...
(Entferntes Stimmengewirr)
Was bist du nicht?
Ähm, ich, ich bin kein Freier.
Also ... ich bin nicht so verzweifelt,
dass ich irgendwie jemanden bezahlen muss, um ...
(Entferntes Bellen)
Denkst du, ich bin verzweifelt?
Weiß nicht.
Ja, was heißt "verzweifelt sein" überhaupt, ne?
Okay, ich hätte nicht gedacht, dass ich mit fast 30
irgendwie an einem Donnerstagnachmittag
einen Callboy auf offener Straße bezahle.
Anstatt zur Arbeit zu gehen, weil ich irgendwie gestern ...
mich so abgeschossen hab, dass, keine Ahnung,
weil mein Freund irgendwie ...
Ja, fuck, vielleicht bin ich verzweifelt.
Who cares?
I don't.
Ja, ich auch nicht.
Lustig.
Es fühlt sich direkt bisschen weniger verzweifelt an,
wenn ich einfach sage: "Ich bin verzweifelt."
Ich bin verzweifelt.
Haha, cool.
Voll cool.
(Entferntes Bellen)
Jetzt hätte ich fast ein bisschen Lust, mit dir rumzumachen.
(Stimmengewirr, leise Musik)
(Hipper Gesang, Stimmengewirr)
(entfernt:) Entschuldigung!
(entfernt:) Hi, du bist auch da.
(Lässige Beats)
Hi. - Hi.
(Entferntes Lachen)
Du bist aber nicht Patrick, oder?
Nein, ich bin Zeno.
Ich bin Sarah.
Entschuldigung. - Alles gut.
Zeno?
Anne?
Mhm. Ja.
(lacht:) Ja. - Sicher?
Ja, ganz sicher.
Hi! - Hi.
Wollen wir da rüber gehen? - Mhm. Bitte.
Bist du Sarah?
Hallo.
Nimmst du deine Jacke da runter?
(wirsch:) Nimm die Jacke da runter, da gibt's einen Haken.
Was willst du denn trinken?
Ähm ... Ich würd ... Ich würd ein Bier nehmen, oder?
Können wir bitte zwei Bier haben? - Welche?
Was habt ihr denn? - Drei verschiedene Craft Beer.
Steht alles in der Karte.
Dann nehmen wir von jedem eins. - Ja, bitte.
(Stimmengewirr)
(Frau ruft mehrmals:) Entschuldigung!
Falls du noch mal nicht auf ein Date gehen willst.
Ist eine Badekugel.
(Sie lacht herzlich.)
Okay, cool. Danke.
Ja, voll peinlich.
Ich glaube ... also tut mir leid ...
also, das war ...
Ich hab mich gerade richtig krass mit meiner Freundin gestritten.
Deswegen ist gerade alles ein bisschen scheiße
und kompliziert bei mir.
Er hat eine Freundin.
Ja, hat das Moe gar nicht erzählt? - Nö.
Aber hey, ist nicht schlimm. Ist gut. - Ja?
Ja, voll. Ich bin eh ein bisschen ...
Ja, alles gut.
Warum?
Ich bin nicht so ... Ich mag so Dates nicht so richtig.
Also ... - Ey, ich auch nicht.
Ja? - Dates, ganz schlimm.
Okay, und warum magst du keine Dates?
Das stresst mich total.
Okay.
Sollen wir wegen dem Bier noch mal fragen? - Oder wir gehen einfach.
Ich würde dann vielleicht mal eine rauchen gehen.
Und dann kommst du einfach mit deinen Sachen nach.
Ja?
(Stimmengewirr, Gelächter)
Schau mal, ich habe dir auch was mitgebracht. - Geil!
Kennst du das? - Geil. Danke.
Diebesgut? Schön.
Hey, hey, hey, das müsst ihr zahlen, hey!
(Klirren)
(Anne lacht ausgelassen.)
So richtig kompliziert ist es ja auch erst geworden,
als ich ihr erzählt habe,
dass ich mit einer anderen Frau geschlafen habe.
Ist Fremdgehen nicht die Regel?
Oder ...
Nee, das war vor Jahren schon, als wir noch gar kein Experiment hatten.
(Stimmen im Hintergrund)
Warum?
Keine Ahnung, es war so ein bedeutungsloser Urlaubs- ...
Nein, warum hast du es ihr jetzt gesagt?
Äh ...
Ich glaube, ich hatte einfach das Gefühl,
dass sie mich für selbstverständlich hält.
Was hält sie an dir denn für selbstverständlich?
Na, zum Beispiel, dass ich immer da bin,
dass man sich auf mich verlassen kann ...
dass ich immer Ja sage, dass ich immer nett bin, so was halt.
Was?
Ich weiß nicht, so nett hört sich das ...
So nett hört sich das einfach nicht an.
Du findest mich nicht nett, oder was?
(Entfernte Sirenen)
Flirtest du jetzt mit mir?
Nee, auf keinen Fall. - Nee.
Du weißt doch. Ich suche nur unverbindlichen, wilden, freien Sex.
Nichts anderes.
Ich muss da lang.
Ach so, ich muss da lang.
Schade.
Krieg ich eine Umarmung? Geil.
(Beide lachen.)
Immerhin.
Okay, ciao. - Tschüss.
Danke.
(Gefühlvolle Musik)
Die sind ja dann auch alle immer viel älter, oder?
So 50, 60 oder so?
(Sanfte Musik)
Manche, ja.
Krass.
Dann kaufen die sich einfach so einen Funken Jugend.
Dass das funktioniert, dass die sich so was vormachen können,
dass man die will, das find ich extrem.
Ich könnt das nicht, mich könnt das gar nicht anmachen,
wenn ich mir vorstellen würde,
jemand müsste sich überwinden oder findet mich eklig oder so.
Findest du mich schön?
Ja.
Was genau?
Ich mag deine Stimme, die ist schön dunkel.
Ja? - Und du hast schöne Haut.
Schön.
(Musik steigert sich.)
What the fuck?
Hey, Charu.
Hey, Freddy.
(leise:) Kannst du bitte kurz draußen warten?
(flüstert:) Sorry.
(Sehnsüchtige Musik)
(Türknallen)
(leise:) Sorry.
(Sie seufzt.)
Das ist mein Schlafzimmer.
Ich versuch seit Stunden, dich anzurufen.
Kannst du mich losmachen, Amore? - Mhm.
Ich ... sorry, ich war ... ich war extrem beschäftigt.
Ich hatte einfach einen richtigen Scheißtag.
Okay, das sieht man ja.
Wer ist das?
Das ist Amore.
Amore.
Ich geh kurz aufs Klo, ja? - Ja.
(Sie seufzt.)
Hast du dir eine Sexarbeiterin zu mir nach Hause bestellt?
Sexarbeiter. - Spinnst du jetzt völlig?
(Sehnsüchtige Musik)
Das sieht absurder aus, als es ist. - Findest du?
Ich hab Zeno gestern getroffen.
Er hat mir erzählt, dass er mich betrogen hat.
Im Zelturlaub damals.
Mit Çiğdem.
Hm.
Ja. Mir ging's einfach richtig scheiße danach.
Aha. - Der ... der hat ...
Der hat mich belogen. Der hat einfach ...
Und ich ... Dann bin ich halt durchgedreht.
Ich bin in einen Club und musste mich irgendwie ablenken.
Dann hab ich ... hab ich Amore geschrieben und ...
Charu.
Ich hab auch erst gedacht, das ist eine blöde Idee.
Ich dachte, nee, das machst du nicht.
Dann dachte ich, warum nicht?
Warum nicht? Ich kann das einfach machen.
Ich brauch das auch mal.
Ich wollte einmal auch was für mich machen.
Ich wollte einmal mich auch mal um mich kümmern.
(Lässige Musik)
(flüstert:) Ich glaub ehrlich gesagt, für den ist das gut,
dass der nicht mit so einem alten, dicken Mann schlafen muss.
Glaubst du dir eigentlich, was du dir da erzählst?
(Lässige Musik)
Werde mal erwachsen.
(Peppige Musik)
(Entfernter Straßenlärm)
Aber ist ja jetzt auch alles egal, oder?
Hm?
Ich dachte, weil jetzt alles so lose ist.
(Asiatische Hintergrundmusik)
(Sie lacht gekünstelt.)
♪ Life ain't that fair.
♪ You ain't that billionaire.
(Anklagender Popgesang)
(Aufwühlende Musik)
SWR 2024
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