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(HA-IX-Leiter) Neben der Friedens- bewegung gibt es die Bürgerrechtler,
Umweltbibliothek ... - Köpfe müssen rollen!
Roland. Wird er verurteilt, kommt er für Jahre ins Gefängnis.
Setz ihn auf \u0027ne Verkaufsliste!
Roland! - Christa!
Nein! * Flasche zerbricht. *
Unsere ganzen Humanisierungsbemühungen
bringen nichts, das sind Barbaren!
Barbaren?
Es gibt ab jetzt weder Freund noch Feind, nur noch Kunden.
(Ilja) Das Büfett ist eröffnet.
Was wollt ihr eigentlich erreichen?
Die Menschen wollen ein selbstbestimmtes Leben, Margot.
Ohne Angst, ohne diese Enge.
Diese Sehnsucht, die kriegt ihr nicht in den Griff.
(Schürer) Wenn rauskommt, dass ihr Geld zurückhaltet ...
Niemand will den Sozialismus abschaffen,
aber er muss sich wandeln. Nur so kann unser System überleben.
Die Idee der Arche-Leute ist grandios.
Sollen doch alle in diesem Land erfahren, wie sie vergiftet werden.
(Christa) Nur du kannst mir helfen.
Die müssen rüber. - (Ilja) Ist das Band im Westen?
Ich will nicht in einer verseuchten Welt leben!
Wir haben noch nicht verloren! Aber Honecker, Mittag, die da oben!
Die wissen\u0027s nur nicht.
Wie heißt du? Ich bin Roland.
Hey!
Auf die Revolution!
* ruhige Geigenmusik *
* dramatische Musik *
"Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen.
Nach all den Jahren der Stagnation.
Der geistigen, wirtschaftlichen, politischen."
Riese? Das kommt zum Schreddern.
"Den Jahren von Dumpfheit und Mief.
Wir haben in diesen letzten Wochen unsere Sprachlosigkeit überwunden."
* Frau schreit. *
Und sind jetzt dabei, den aufrechten Gang zu erlernen..."
Fräulein Ilse? Die bewahren wir gut auf.
* Schuss *
(Welsch) "Mit dem Mauerfall war alles in Bewegung geraten."
"Eine Lawine, die uns zu verschütten drohte."
"Jeder suchte seinen eigenen Weg aus dem Chaos,
die einen verzweifelter als die anderen."
* Geflüster *
Der arme Willy. Schon wieder einer.
Sofort wegschaffen.
Zurück an die Arbeit.
Weichei.
(Welsch) "Aber einige wenige wussten ganz genau, worauf es jetzt ankam."
"Denn in jeder Umwälzung schlummern auch Chancen."
* nachdenklich stimmende Klänge *
(Gerlach) Na, Krimling?
Erstaunlich, was Sie alles so gesammelt haben,
über so viele unserer wichtigen Politiker.
Hüben wie drüben.
(Krimling) Unsere Leute arbeiten gewissenhaft.
Ihre sowjetischen Freunde waren bestimmt schon hier?
Wer weiß.
Aber ich hätte da noch etwas für Sie.
Klingt wie ein Märchen, ist aber keins, wie Sie ja wissen.
Schneewittchen?
Wir arbeiten jetzt Hand in Hand? Wie sich die Zeiten doch ändern.
Uns wird nicht langweilig werden, hüben wie drüben.
* "Sweet Dreams" von Eurythmics *
Lotte Bohla
Margot Spindler
Ina Winter
(Brandt) "Es ist sicher,
dass nichts im anderen Teil Deutschlands
wieder so werden wird, wie es war."
"Die Winde der Veränderung,
die seit einiger Zeit über Europa ziehen,
haben an Deutschland nicht vorbeiziehen können."
* spannende Musik *
Guten Abend. - Guten Abend.
Max Welsch hat einen Tisch reserviert.
Ja, richtig. Folgen Sie mir bitte. - Danke.
"Hoch soll sie leben Hoch soll sie leben
Drei Mal hoch!
(Männer) Sie lebe hoch - (Frauen) Sie lebe hoch
Sie lebe hoch - Sie lebe hoch
(alle) Sie lebe drei Mal hoch, hoch, hoch!"
Alle hier für mich? Ihr seid verrückt.
Alles Liebe zum Geburtstag. Danke schön.
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, meine Kleine.
Danke.
Oma! Dass du gekommen bist.
18 Jahre. Ja.
Wo ist die Zeit geblieben? - Komm mal her.
Auf dein Wohl, Christa.
(Paul) Auf dein Wohl, Große. Auf dich.
(Christa) Prost. Schön, dass ihr da seid.
Hallo.
Hallo.
Hallo, Christa.
Wer ist das?
Das ist Silvia.
Das ist unsere Mutter.
* Sie lacht verdutzt. * (Else) Wer ist diese Frau?
Was hat die hier zu suchen? Reg dich nicht auf, Mutti.
Silvia ist tot. Schafft diese Frau raus.
(appellierend) Mutti ...
Sie ist tot. Ist tot.
Ist tot.
Ist tot. Ist tot.
Sehr guter Zeitpunkt. Gratuliere.
* melancholische Klänge *
Ich wusste nicht, dass die alle hier sind, das tut mir leid.
Das ist unsere Mutter.
Wir haben keine Mutter.
Warte, Christa, warte.
Lass mich!
Christa.
* Sie atmet schwer. *
* emotionale Musik *
Wie konntest du das nur zulassen, Margot?
* beklemmende Musik *
(Hartmann) Es ist vorbei, es ist wirklich vorbei.
Und ich meine, darauf müssen wir doch mal ...
Darauf, dass das bessere System gewonnen hat, auf den Kapitalismus.
Wir dürfen jetzt keine Zeit verlieren, Hartmann.
Können Sie mich einen Moment entschuldigen,
apropos keine Zeit verlieren.
Na, Frau Winter.
Familienzusammenführung geglückt? Alles Friede, Freude, Eierkuchen?
Ach, kommen Sie, das müssen wir feiern,
Staatssekretär Berger ist auch da.
Nein, ich muss schlafen.
Frau Winter, das dauert, die waren jahrzehntelang eingesperrt
wie Tiere.
* dramatische Musik *
(flüsternd) Diese Betonköpfe.
Seit die Mauer offen ist, quatschen die Tag und Nacht,
Volkskammer, ZK, Politbüro - und was kommt dabei heraus?
Das MfS wird umbenannt in Amt für Nationale Sicherheit.
Von Auflösung keine Rede mehr.
Dafür haben sie uns jetzt im Visier.
Wenn das so weitergeht, haben wir demnächst
die Finanzrevision am Hals. Wie bitte?
Komm, nicht hier.
(Krimling) Genosse Oberst.
Krimling, der Experte für Wirtschaftsfragen.
Was willst du? - Deine Zeit als Mitglied des MfS
als Offizier im besonderen Einsatz ist bald vorbei.
Die werden dich wegen Veruntreuung und Korruption einsperren.
Da müsst ihr euch aber beeilen, euch bleibt nicht mehr viel Zeit.
Und ihr habt aber auch wirklich gar nichts gegen mich in der Hand.
Du bist angezählt, du und deine sieben Zwerge, Schneewittchen.
Was fällt dir ein?
Schalck so anzugreifen, und das in der Öffentlichkeit?
Ich muss mit dir sprechen.
Ich will nicht, dass er dich noch weiter hineinzieht.
* spannende Musik *
Steig ein.
Du musst aus der Schusslinie.
Hetzt du uns die Finanzrevision auf den Hals?
Nein, Schürer plaudert,
dass Schalck das ZK hat ins Messer laufen lassen.
Beide wollten Druck machen,
damit sich was ändert. Und was ist passiert?
Statt zuzuhören habt ihr abgehört und geprügelt.
Bis es zu spät war für die chinesische Lösung, das stimmt.
Margot, Schalck muss weg. Wag es nicht, Norbert.
* Der Fernseher läuft. *
Na.
Setz dich.
Ist Christa da?
Seit heut Morgen sitzt sie in ihrem Zimmer bei der Buchhaltung.
Wenn ich reinkomme, behandelt sie mich wie einen Fremden.
Ich kann sie verstehen.
Na.
Du meinst, es wird besser, wenn du nicht hinschaust, ja?
Das ist nicht meine Mutter, ich kenn die Frau doch überhaupt nicht.
Was wissen wir denn, was damals war?
Überleg dir mal, wie verzweifelt ich war, als ich dich verließ.
Wir waren doch glücklich, oder? Auch ohne sie.
Auch ohne Mutter, mit Paul, mit Margot ...
(Roland) Die alles dafür getan hat,
dass wir sozialistische Musterkinder werden.
Und Oma? Ach Oma, die ihre eigene Tochter verleugnet.
Die Oma kann nichts dafür.
Das war meine Idee, sie mitzubringen.
Sie will dich gern treffen.
Ich will sie aber nicht treffen.
Ich will nicht, dass du sie magst,
ich will nicht, dass sie in unserem Leben ist, ich ...
Komm mal her.
Komm her.
Komm mal her.
Ich hab dich vermisst.
Ich dich auch.
Gut, zusammengefasst heißt es also:
Durch die Öffnung der Grenzen sind
die wesentlichen Funktionsbedingungen
des planwirtschaftlichen Systems aufgehoben.
Wenn Geld, Ware, Menschen ungehindert wandern,
bricht die Planwirtschaft zusammen.
Wunderbar, wunderbar, danke.
Jetzt wissen wir endlich, wohin die Reise geht.
Das wird Kohl in seiner Rede vorzeichnen.
Aber was heißt es denn jetzt?
Konföderation oder ein langsamer Übergang?
Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
Übernahme, und zwar sofort.
Wir müssen jetzt handeln.
Wir stülpen denen einfach unser System über.
Nein, das ist nicht im Sinne des Kanzlers.
Und würde doch den Menschen drüben den Boden unter den Füßen wegreißen.
Das ist der einzige Weg, glauben Sie mir,
wie Sie ihre verhassten Bonzen loswerden können, ja?
Und das wollen Sie doch, das ist doch Ihr Ziel?
Ja, aber nicht um jeden Preis.
* Hare-Krishna-Musik *
* Reggaemusik *
Margot, Margot. Genosse Schürer.
Warum treffen wir uns ausgerechnet hier?
Bei uns können wir uns nicht sehen lassen.
Und hier fallen wir nicht auf?
Auch \u0027n Helles oder lieber \u0027ne Cola? \u0027ne richtige.
\u0027n Selter, bitte.
Ich höre, du arbeitest fleißig gegen uns.
Wie kommst du dazu, Gerhard?
Ich kann nicht länger lügen
als Vorsitzender der Plankommission. Aber das ist doch gelaufen!
Du kannst uns und dir enorm schaden.
Unsere Schulden sind nicht 49 Milliarden,
sondern nur halb so hoch.
Wir sind nicht pleite, das weißt du.
Warum hast du Schalck nicht gestoppt?
Den Alex kann man nicht stoppen.
Und eure Geheimkonten. Was?!
Du hast Modrow und dem Ministerrat von unseren Konten erzählt?
Bist du verrückt, Gerhard?
Wir wollten Reformen. Hat ja nicht geklappt.
Du torpedierst unsere jahrelange gemeinsame Arbeit.
Du musst das für dich behalten.
Ihr müsst endlich eure Rücklagen aufdecken.
Damit sie dem Feind in die Hände fallen?
Vielleicht haben wir ja gar keine, Gerhard.
Vielleicht hat\u0027s die ja nie gegeben.
Margot, Margot.
Hast du die Akten gesichert?
Ja, über uns beide, über Krimling und einige aus der Nomenklatura.
Bei der Stasi hat jeder über jeden berichtet.
Dieses Problem hat die KoKo nicht.
Schürer hetzt den Ministerrat gegen uns auf.
Wir müssen sofort reagieren und aufräumen, sofort.
Das Gold, das Geld und alle Spuren.
Wir müssen Immobilien kaufen und unser Haus an der Côte d\u0027Azur.
Klappe, Schneider.
Wenn die drüben mit uns verhandeln wollen,
haben wir Reserven.
Und wenn nicht ... ... sind wir vorbereitet.
Das reicht nicht, du triffst dich mit meiner Schwester
und findest raus, was die planen. Wann unsere Brüder einmarschieren?
Keiner marschiert hier ein.
(Generalleutnant) Es gilt, den Schaden für das Amt begrenzen.
Schaden für uns und unserer Mitarbeiter.
Das heißt, sofortige Legendierung
zur Absicherung unserer langjährigen Genossen, Plan Delphi.
Außerdem die Sicherungen von Vermögens- sowie Sachwert.
Das wird schwierig.
Weil Schalck und die KoKo sie nicht rausgeben.
Weil Schalck seit Jahren mit denen drüben
an unserem Zusammenbruch arbeitet.
An der "Sturmreifmachung" der DDR, das ist mit sein Werk.
(Generalleutnant) Hör auf zu Hetzen, Krimling, komm auf den Punkt.
Es werden nicht die Regierung und die Geheimdienste gewinnen.
Sondern die Konzerne. Das sind die Strukturen der Zukunft.
Das sind die Strukturen, in die wir reinmüssen.
Was redest du denn da, das ist völliger Unfug.
Sobald wir Privateigentum, Aktien,
einen freien Kapitalmarkt und Profite haben.
Die haben wir aber nicht. - Ja, aber morgen.
Spätestens übermorgen.
Dann werden es die Konzerne sein, die regieren.
Quatsch, bei uns doch nicht, niemals.
(Generalleutnant) Ruhe, Genossen.
Niemals.
Deshalb sollten wir dem Feind verbrannte Erde hinterlassen,
um dann unbemerkt in seine Strukturen einzudringen.
Und wie? Wie konkret?
Genossen, denkt doch daran, was Karl Marx gesagt hat:
Die Zuspitzung der Verhältnisse bringt ihre Lösung.
Ah ja. Wir treiben also den Kapitalismus so weit,
dass er kippt, ja?
Ja.
Das ist der größte Schwachsinn, den ich je gehört hab.
* leise Klaviermusik: "Nocturne Op. 9, Nr. 2" von Chopin *
Ich hätte gern noch einen Wodka. Ich nehme das Gleiche wie die Dame.
Herr Schneider.
Was will meine Schwester jetzt schon wieder?
Hm. Darf ich mich zu Ihnen setzen?
Ich warne Sie. Ich hatte keinen guten Tag.
Lassen Sie mich raten:
Das Finanzministerium hat die Übernahme der DDR entschieden.
Interessant. Was würde dann passieren?
Keine Ahnung.
Man würde Sie, meine Schwester und Schalck einsperren.
Möchtest du das denn?
Entschuldige, ich hab\u0027s nicht so mit dem Siezen.
Ilja.
Ina.
Haben Sie schon mal daran gedacht, sich \u0027ne Kugel in den Kopf zu jagen?
* wehmütige Musik *
Ich bin eigentlich ganz anders. Ich komm nur so selten dazu.
(bedauernd) Mmh.
Was ist denn? Komm, schnell! Bitte!
Genosse Generalleutnant?
Majorin Spindler.
Wo ist Schalck?
Keine Ahnung.
Ich bin ein sehr alter Freund von Alex.
Ich weiß. Es ist dringend.
Sag ihm, ich konnte sie nicht umstimmen.
Was heißt das?
(ergriffen) Er verliert all seine Ämter
und das MfS lässt ihn fallen.
Tut mir leid.
Mutti. Komm, Ingo. Wir gehen.
He, Sie! Ah, Frau Bohla.
Was haben Sie hier zu suchen? Ich hole meinen Sohn ab.
Hier wird keine abgeholt. Raus hier. - Finger weg!
Ihr habt uns gar nichts mehr zu sagen!
Such dir \u0027ne neue Arbeit. Die Zeiten sind vorbei.
Das schmeckt richtig gut, Mutti!
Willst du nicht mal erzählen?
Scheiße war\u0027s. Was sonst?
Danke fürs Essen. Ich geh pennen.
* treibende E-Gitarrenklänge *
* Tür fällt ins Schloss. *
Ilja. Kannst du endlich mal lernen, wie man anklopft?
* beklemmende Musik *
Hier klopft bald keiner mehr.
"Über KoKo läuft der Waffenhandel der DDR in Entwicklungsländern,
und Krisengebieten.
Mit krummen Touren wurde das Mili- tärregierungsgesetz 53 unterlaufen."
Und weiter hinten:
Wir stehen im Fokus von Polizei, Fiskus und Geheimdienst.
Von wem ist diese verdammte Scheiße?
Von jemandem, der uns hängen sehen will!
(Krimling) Es ehrt mich, dass du mir das zutraust.
Aber wenn ich mir das durchlese, steh ich da wie ein dummer Anfänger,
der keinen Schimmer hat. Beantworte meine Frage, Norbert.
Ich weiß einen Bruchteil von dem, was im "Spiegel" steht.
Natürlich hätte ich alles weitergegeben, hätte ich es gewusst.
Das willst du doch wissen, oder?
Margot, so eine Recherche dauert Monate.
So was schreibt sich nicht in zwei Wochen.
Das weiß ich. Das reicht mir nicht.
Die haben einen Kofferraum voller Akten und Disketten bekommen.
Oder einer aus eurem innersten Kreis hat geplaudert.
So viele kommen dafür ja nicht infrage.
Auf jeden Fall ist es eine Steilvorlage, um ihn einzusperren.
Hier. Der Rest ist fürs Aufwischen.
Margot? Orientier dich endlich neu.
Ich kann dir helfen. (schnaubt) Ich kann für mich sorgen.
* dissonante Klänge *
Welsch?
Was machst du da?
Ich ...
Der Genosse Oberst, Herr Schalck, möchte seine Tasche sofort haben.
Ich habe Markus gebeten, dass ... Darf ich mal sehen?
Was will er denn damit? Keine Ahnung.
Ich soll ihm den Koffer bloß bringen.
Wohin?
Der Genosse Oberst hat sich darüber Stillschweigen gewünscht.
Na. Dann mach das.
Jetzt ist unsere Zeit. Wirst sehen:
Wir werden das Land reformieren und jeder wird seinen Platz finden.
Du auch.
Ich geh nachher noch zu einer Versammlung. Kommst du mit?
Mhm. Mutti, lass gut sein. Ich nehm die.
Jetzt kommen die Bücher, die ich seit Jahren bestellt hab.
* Hupen *
Bleib hier. Ingo!
Hau ab! Verschwinde! Lass gut sein.
Du gehst rein!
Du lässt meinen Sohn in Ruhe, verstanden?
Ingo: \u0027n andermal.
Vorsicht! Schnauze!
Mutti, das sind meine Freunde! Rein mit dir!
Und du, verpiss dich!
Immerhin wissen wir jetzt, wer die Bonzen finanziert hat: die KoKo.
Das ist deine Schwester. Du hast davon nichts gewusst?
(Mann) Klappe, Marion.
(Marion) Was kackt ihr mich an? - Hey, Leute! Ist gut!
(Jörg) Wir stürmen! Quatsch, Mann.
Wir müssen die Stasi-Zentrale stürmen!
Ja. Bevor die die Akten vernichten. - Wie?
Was sie über uns gesammelt haben. Ja, bevor es verschwindet!
(Mann) Aufmarsch gegen die Stasischweine!
Warum? Ich hau lieber ab ans Mittelmeer.
Was redet ihr? Ihr könnt nicht abhauen!
(Marion) Doch. Jetzt können wir was verändern!
Ich hab Schöneiche klargemacht mit den Grünen von drüben.
Wen interessieren die Grünen? - Mich!
* Streit * Haltet die Klappe!
(Jörg) Setzt euch wieder hin.
Was? Krimling war\u0027s nicht.
Angst macht blind.
Denk mal an das Naheliegende.
Du bist das Naheliegende. Och.
Oder Welsch. Welsch?
Doch nicht unser kleiner Welsch.
Das sind zu viele Details, die hier keiner wissen kann.
Außer ...
Außer?
Mir?
Außer dem Chef höchstpersönlich, oder?
Red doch keinen Schwachsinn, Ilja.
Der Angriff geht doch gegen ihn.
(Schalck) Der Chef ist jetzt da.
Margot.
Wo warst du, Alex? Ich habe mir Sorgen gemacht.
Hast du geglaubt, ich haue einfach ab?
Das würde ich nie tun.
Aber stattdessen Mauergrundstücke verkaufen?
Oder was wolltest du mit den Plänen?
Misstraust du mir?
Ich bin es wirklich leid.
* schriller Pfiff *
Alles Dilettanten.
* Er seufzt. *
Mag jemand vielleicht mal die Verdunklung wieder anbringen?
Fakt ist: Sie wollen meinen Kopf.
Und sie wollen an unser Geld. Ah.
Das haben wir deinem Schönwetter- freund Schürer zu verdanken.
Der meint immer noch, wir sollten unsere Rücklagen offenlegen.
Genau das Gegenteil müssen wir.
Die Gesamtsumme setzt sich aus verschiedenen Einzelkonten zusammen.
31,7 Milliarden?
Aber das rettet uns doch.
Den Staat?
Den wird es nicht mehr lange geben.
Unsere Reserven tauchen in keiner Zahlungsbilanz auf.
Zugriff auf die Konten habe nur ich.
Und jetzt auch du.
Das sind die Vollmachten.
* spannende Musik *
Du musst die Gelder beiseiteschaffen.
Bis wir wissen, was passiert.
Ich werde den Koffer bei der Bank deponieren.
In Westberlin. Hier ist er nicht sicher.
* düstere Musik *
Alex? Ja?
Das alles macht mir Angst.
Noch bin ich ja da, Mädel.
* Düstere Musik spielt weiter. *
(Frau) "Die Schlange."
"Das typische Bild dieses Tages."
"Anstehen für die 100 D-Mark Begrüßungsgeld."
"Die Einkaufstour kann beginnen."
Hartmann, ich sag es gern noch mal.
Über den Anschluss nach Artikel 23 Grundgesetz reden wir nicht.
Das Wort "Anschluss" ist tabu.
Und "Wiedervereinigung" auch. Ist das klar?
Ja, aber das Ziel bleibt natürlich.
Allein im November waren es 120.000 Menschen.
133.000 DDR-Bürger.
Flüchtlinge, Frau Winter.
Unsere Sozialsysteme brechen zusammen,
unsere Mitbürger haben Angst vor Billigarbeitskräften,
die ihnen die Jobs wegnehmen.
Solange es die Mauer gab, haben wir die Menschen freigekauft.
Und jetzt machen wir selber die Grenzen zu?
Das sind keine Asylsuchenden, Frau Winter!
Das sind Wirtschaftsflüchtlinge!
Die machen das Land platt. Die müssen drüben bleiben!
Und der einzige Weg, dass das geht,
ist ihnen die D-Mark zu bringen, und zwar sofort!
* Klirren *
Übergangslos? Ja! Übergangslos.
Ich beweise Ihnen, dass das nicht geht.
Wiedersehen. Wiedersehen.
* Er seufzt. *
Hartmann.
Um jemanden zu retten, muss man ihn erst mal untergehen lassen.
Die suchen einen Sündenbock, und Sie sind der perfekte Mann:
schillernd, der Wolf im Schafspelz,
Grenzgänger, Spieler.
Wer hat diesen Artikel lanciert?
Modrow?
Oder etwa ihr?
Lieber Herr Doktor, bei uns herrscht Pressefreiheit.
Gehen Sie zurück.
Fressen Sie Kreide.
Lassen Sie sich mit Scheiße bewerfen.
Und lächeln Sie, Schalck.
Das steht Ihnen.
Und was will er jetzt von dir?
Er will, dass wir als Gruppe
den Staat neu aufbauen.
Glaubst du dem das?
Ja, er sagt, das müssen wir selbst in die Hand nehmen.
Woher will er das wissen? Die Mauer ist erst kurz offen.
Mutti, der ist Realist, der weiß so was.
Ich hab einen Eid geschworen. Was hast du?
Ich hab versprochen, dass ich dabei bin.
Du redest doch immer von Ehrlichkeit, von Gerechtigkeit.
"Immer an das Gute glauben." * Er schnaubt. *
Wie kann \u0027ne Mutter nur so \u0027ne Kacke reden, wenn alles scheiße läuft.
* Türklingel *
* Türklingel *
Ich hab mir genug Vorwürfe gemacht.
Vielleicht hast du recht und wir Mütter sind das Problem.
All diese ungeliebten Kinder, die uns das Leben zur Hölle machen.
Aber du bist so nicht, Ingo.
Ich hab dich vom ersten Moment an geliebt.
Also red dich nicht raus.
* traurige Musik *
Such mich nicht. Ich komm mal vorbei.
* Tür fällt ins Schloss. *
* Traurige Musik spielt weiter. *
* Es klopft. *
Kann ich reinkommen?
Ich ... möchte mit dir reden.
Ich komm runter.
* leises Stimmengewirr und sanfte Klaviermusik *
* Nicht zu verstehen. *
Hast du ein schlechtes Gewissen?
Glaub mir,
ich hab deine Kinder nach bestem Wissen und Gewissen aufgezogen.
Aber Christa wird dir und mir nicht verzeihen.
Bitte, die Damen.
Da du und dein Ministerium die Weichen stellen für die Zukunft ...
Darüber willst du jetzt nicht sprechen, oder?
Ich will wissen, ob ihr \u0027nen Rachefeldzug plant.
Wahnsinn. Ich war auf einiges gefasst,
aber du überraschst mich immer wieder.
Ich würde ja Menschen wie dich aus ihrem Amt jagen
und aufhängen.
Geht aber nicht nach mir.
Dazu wird\u0027s nie kommen.
Und du wirst bitter enttäuscht sein.
Du bist hier hergekommen, um mir das zu sagen?
Nein.
Ich bewundere dich für deinen Idealismus.
Schade, dass wir nicht auf derselben Seite kämpfen.
* düstere Klänge *
(Mann) Es sind nun mal andere Zeiten angebrochen.
Das können Sie doch nicht wollen.
(Elke) Meine Wiesen sind unverkäuflich.
Außerdem ist der ganze Boden verseucht, von der Mülldeponie.
Frau Bohla, hören Sie. Hallo, Mutti.
Egon von Marder.
Ich bin da, weil ich Betrieb
und Häuser meiner Eltern zurückholen will.
Mit all den Ländereien.
Na ja, und das Haus Ihrer Mutter liegt auf unserem Grund.
Das Haus wurde mir vom Staatsrats- vorsitzenden persönlich geschenkt.
Wie gesagt, es war immer Teil unserer Landgüter.
Nur weil die Kommunisten das gestohlen ...
Niemand hat euch bestohlen! Die Junker wurden zu Recht enteignet.
Sie gehen jetzt besser.
Ihre Mutter kann hier nicht wohnen.
Raus!
Raus aus meinem Haus!
Auf Wiedersehen.
Wer ist das? Warum lässt du den rein, Mutti?
Was willst du hier?
Mal gucken, wie\u0027s dir geht.
Hm?
Lass doch mal, ich mach das.
Wo sind denn die Lappen?
* Poltern * Ach, Scheiße.
* düstere Klänge *
Du hast das die ganze Zeit gewusst?
All die Jahre?
Wer hat sich das ausgedacht? Margot und du?
Habt ihr uns alle belogen? Gib die Briefe her.
Dir konnte man nicht die Wahrheit sagen.
Du bist viel zu weich.
Wie dein Vater.
Siehst auch so aus wie dein Vater.
Hände weg, ich bin deine Mutter.
Hände weg!
Du?
Du bist doch keine Mutter.
Ich schäm mich für dich.
"Meine lieben Kleinen."
"Na ja, bestimmt seid ihr ja gar nicht mehr so klein."
"Vielleicht seid ihr sogar schon größer als ich."
"Roland, du doch bestimmt, oder?"
"Und du, Christa?"
"Heute sind es genau 12 Jahre,
dass ich euch das letzte Mal gesehen habe."
"Es vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht vorstelle, wie ihr ausseht."
"Kein Tag vergeht,
an dem ich mich nicht erinnere, wie es sich angefühlt hat,
euch im Arm zu halten oder mit euch zu sein."
"Ich hätte so gerne ein Foto von euch."
"Oder ein paar Worte, wie\u0027s euch geht,
wie\u0027s so läuft in der Schule oder so."
"Ich liebe euch. Eure Mami."
* sanfte Musik *
Sie hat euch immer wieder geschrieben.
Versuch ihr zu verzeihen.
Und wenn du die Bilanzen hochgerechnet hast ...
... waren wir wieder im Plan, egal wie schlecht es lief.
* Sie schnaubt. *
Ich verrate auch kein Betriebsgeheimnis,
so haben wir das alle gemacht.
Ja. So haben wir es machen müssen.
Kein Wunder, dass es nicht funktionier hat, oder?
(seufzend) Heute war der Sekretär der Kreisleitung hier.
Was meinst du, was der wollte?
Wir sollen ab sofort die Bilanzen runterrechnen.
Ich ahne ja, warum.
Damit einer der Kader den Betrieb billig kaufen kann.
Die Stasi übernimmt die volkseigenen Betriebe.
Wie könnte denn \u0027ne Betriebs- umstellung in D-Mark aussehen?
Plant ihr das da drüben?
Klar plant ihr das.
Das möchte ich mir nicht mal ausmalen, Ina.
Wirklich nicht.
* Applaus *
Ja.
"Für unser Land":
"Unser Land steckt in einer tiefen Krise."
(alle) Ja. Genau. "Wie wir bisher gelebt haben,
können und wollen wir nicht mehr leben.
Die Führung einer Partei hatte sich die Herrschaft
über das Volk und seine Vertretungen angemaßt.
Vom Stalinismus geprägte Strukturen
hatten alle Lebensbereiche durchdrungen."
(alle) Ja, genau.
"Lasst uns den ersten Weg gehen.
Lasst uns den ersten Weg gehen - noch haben wir die Chance,
in gleichberechtigter Nachbarschaft zu allen Staaten Europas
eine sozialistische Alternative zur Bundesrepublik zu entwickeln."
* Jubel und Applaus *
Dieser Aufruf ist von Christa Wolf, Stefan Heym,
Friedrich Schorlemmer, vielen anderen,
und wir möchten gerne diesen Aufruf gemeinsam unterzeichnen.
* Jubel und Zustimmung *
* Jubel und Applaus *
Und wem das zu ernst ist,
für den hab ich noch was Schönes von Herrn Fromm.
Der sagte nämlich mal: "Vor allem müssen die Gesellschaftsformen,
die der Liebe im Weg stehen,
durch solche ersetzt werden, die sie fördern."
* Jubel und Zustimmung *
* emotionale Musik *
* ruhige Musik *
Abschließend möchte ich Sie bitten,
uns und unseren Prototypen zu unterstützen,
Wir suchen Partnerschaften und Investoren,
die den ersten FCKW-freien Kühlschrank ermöglichen.
Ein kleines Technologiewunder der DDR.
* Jubel * (Paul) Danke schön. Danke schön.
Sehr gut gemacht. - Danke.
Tolles Produkt.
Klein. Rudi Klein.
Ich hab Sie nicht vergessen, Herr Klein.
Ich hab Sie nicht eingeladen.
Dr. Schneider hat mir berichtet, dass Sie Geld suchen.
Ich habe einige Chefs westdeutscher Elektrokonzerne am Start.
Ich könnte euch zusammenbringen.
Wir duzen uns nicht.
Und wir machen auch keine Geschäfte, Herr Klein.
Ich hab Ihre 30 DM pro Kühlschrank nicht vergessen.
Ta ta ta ta ta.
Mein lieber Spindler, finden Sie mich nur scheiße,
aber Sie brauchen einen wie mich. - (Welsch) "Paul war Idealist."
(Klein) Unsere Leute fressen Sie. - Raus.
(Welsch) "Er dachte noch, er könnte gegen das Kapital kämpfen."
Ich hoffe, Sie bereuen das nicht noch.
"Deshalb entschied er sich für einen radikalen Schritt."
Meine Damen und Herren,
dürfte ich Sie noch einmal kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten?
Greenpeace wird uns mit einem Startkapital
von 50.000 D-Mark ausstatten
Wir werden dafür unsere Erfindung nicht patentieren.
Sie wird für alle Menschen frei zugänglich sein.
(Paul) FCKW ade.
* heitere Musik *
(Welsch) "Das war der Anfang vom Ende."
* Chor singt die DDR-Nationalhymne. *
(Schorlemmer) "Im Herbst 1989 sind wir auferstanden aus Ruinen
und der Zukunft neu zugewandt."
Und bald werden wir dieses Lied auch wieder singen!"
So. Jetzt können sie kommen.
Sieht doch gut aus. Wie im Museum.
(Schorlemmer) "Hier lohnt es sich jetzt. Hier wird es spannend."
"Bleibt doch hier."
"Jetzt brauchen wir buchstäblich jeden und jede."
* Nationalhymne verstummt. *
Du musst weg. Seidler hat gerade angerufen.
Es läuft ein Haftbefehl gegen dich. Die sind jeden Moment hier.
Der blufft. Nein, glaub ich nicht.
Aber meine Frau will nicht.
Ich lass sie gerade abholen. Sie will nicht warten,
bis du im Gefängnis sitzt oder sie dein Auto in die Luft jagen.
* spannungsvolle Musik *
* Piepsen *
Egal, was passiert:
Wir brauchen überdurchschnittliches Wissen
und zugespitzten Ehrgeiz.
Normaler Ehrgeiz reicht nicht. Normaler Ehrgeiz reicht nicht.
(Schalck) "Liebe Margot,
ich danke dir für Jahrzehnte der Loyalität und Treue."
"Wir sind angetreten mit dem Wissen:
Das Ziel der imperialistischen Staaten
ist die Liquidierung der sozialistischen Staaten
und die Restaurierung der imperialistischen Ordnung."
"Das hat mich getrieben, bis ich begriffen habe:
Das System des real existierenden Sozialismus hat abgewirtschaftet
und ist nicht reformierbar. Ich bin gescheitert."
"Und du mit mir."
"Ich werde nun dem Rat des bundes- deutschen Innenministers folgen,
der mit hat Grüße zukommen lassen mit der Nachricht:
\u0027Vertrauen Sie sich dem BND an.
Die sind die Einzigen, die Ihnen helfen können.
Vertrauen Sie auf die Rechtsstaatlichkeit.\u0027"
Guten Abend.
"Ich habe für die guten Geschäfte mit dem Nachbarn
natürlich immer wieder über unsere Strukturen gesprochen."
"Ich habe aus Überzeugung gehandelt."
"Und werde das weiterhin tun."
"Je mehr die Bundesregierung über den sich auflösenden Staat weiß,
desto besser für die DDR."
"Versteh das bitte, Margot."
"Und verzeih mir."
"Auf bald, dein Alex." * Klopfen *
* Tür wird geöffnet. * (Ilja) Margot?
* Tür fällt zu. *
Er war\u0027s.
Er hat den BND seit Jahren gefüttert.
* Ilja lacht auf. *
Und die Schweinebacken haben das über Bande gespielt?
Er hat alles an den "Spiegel" lanciert.
Es geht nicht um Ideologie, Margot. Sondern?
Es geht nur um Macht und Geld?
Nein, immer nur um Macht.
Immer nur um Macht.
Und deswegen geht\u0027s auch um Geld.
* leise Klänge *
* bedrückende Musik *
Alexander Schalck-Golodkowski. Ich bitte um Aufnahme.
Ich weiß, kommen Sie.
* Motorengeräusch *
* ansteigende Musik *
* spannungsvolle Musik *
* Rauschen *
(Krimling) Margot.
Schön, dass du\u0027s einrichten konntest.
Das wolltest du mir zeigen? Diese Bruchbude?
Nein, was hier entstehen wird.
Und wenn du klug bist und dabei sein möchtest:
Willkommen im bald größten Taxiunternehmen der Stadt.
Ost oder West?
Ach, Margot, diese Unterscheidung ist doch bald Geschichte.
Es gibt unseren Staat noch
und du lackierst gerade Volkseigentum um.
Was wir nicht untereinander verteilen,
fällt dem Westen in die Hand, willst du das?
Wusstest du davon, dass Schalck sich drüben gestellt hat?
Freiwillig, wie ich gehört habe.
* Sie schnaubt. *
Du und ich hätten dasselbe getan.
Unser Gefängnis würde er nicht überleben.
In die Luft hätte man ihn jagen sollen, hundertfach.
Dazu war er euch doch noch zu nützlich bis vorgestern, oder?
Außerdem hat er einige Millionen an Modrow
und den DDR-Staat zurücküberwiesen.
Statt mehrerer Milliarden, geradezu rührend.
Ich weiß nicht, was du meinst.
21,2 Tonnen Gold.
Du willst ein Stück von dem Kuchen, den es vielleicht nicht gibt?
Nicht einfach so. Aber du kannst Teilhaberin werden.
Ich frage auch nicht nach, woher das Startkapital kommt.
Vergiss es.
Überleg\u0027s dir noch mal, Margot.
Es gibt keine bessere Möglichkeit,
seine Ohren überall in der Stadt zu haben.
Ruf Ilja an.
Hey, wer war die Alte?
Keine Ahnung.
(Eberhard) Wir brauchen Investoren.
Sonst können wir den Laden dichtmachen.
Die 50.000 von Greenpeace reichen nicht aus.
Warum ist dir denn das nicht klar, Paul?
Geld ist kein Problem, da können wir helfen.
Lasst ihr Paul und mich mal alleine?
Ich warte auf die Bilanz. - Wir sind noch nicht fertig.
Paul, wie oft soll ich das noch sagen?
Du hast jede Bilanz über Nacht nach oben frisiert.
Warum dauert das, wenn du sie nach unten frisierst?
Wir kriegen vom Ministerrat zurzeit hohe achtstellige Beträge.
Ihr werdet Teil einer unserer neuen Firmen
und wir erhalten die Arbeitsplätze.
Die Partei meint es gut mit dir.
Ich muss mir das überlegen.
* triste Klänge *
* Freiton *
Paul?
Paul? Hörst du mich?
Ja.
"Du fehlst mir."
Du fehlst mir auch.
"Können wir uns sehen?"
"Ich muss viel arbeiten."
* traurige Klänge *
Schlaf gut, Margot.
* laute Musik *
Was ist los? So leer hab ich den Laden noch nie gesehen.
Russen.
Sie wollen den Laden übernehmen und erpressen mich.
Ich hab viel gehört und sie viel über mich in Erfahrung gebracht.
Mitspielen, Tamara, im Moment kannst du nur mitspielen.
Es beginnen grad große Geschäfte. - Welche Geschäfte?
Riesig.
Du kommst nicht unter die Räder, das versprech ich dir.
Guten Abend, Herr Schneider.
Dachte schon, Sie hätten sich aus dem Staub gemacht.
Es gibt ja noch genügend zu tun, Doktor Gerlach.
Ihr Wort in Gottes Ohr.
Stellt sich nur die Frage, auf welcher Seite man das tut.
Ach, ich war noch nie \u0027n Freund von Seiten.
Weder die eine noch die andere.
Weder Freund noch Feind. Nur gute Kunden.
Das ist schade für Sie.
Manchmal hilft es, sich für eine Seite zu entscheiden.
Es sei denn, Sie möchten Ihrem Chef ins Gefängnis folgen.
Sie drohen mir?
Wir wünschen Zugriff auf die Schweizer Konten.
Sie haben 24 Stunden.
* spannungsvolle Musik *
Worauf wartet ihr noch?
Wo sind denn alle?
Zur KoKo. Du bist zu spät.
Ich hau ab.
Ich brauch \u0027ne Pause.
\u0027ne Pause? Jetzt?
Lotte, wir haben alles erreicht, was wir wollten.
Es gibt keine Spitzel mehr.
Es gibt jetzt offene Grenzen. Reisefreiheit.
Aber ist nichts geklärt, wer die Täter sind, die Opfer.
Es geht doch um Gerechtigkeit.
Wohl eher um deine kaputte Familie.
Es sind doch nicht nur wir.
Mir reicht das.
Ich will die Welt sehen.
Paris. Das Mittelmehr. Mal schauen.
Wir haben nichts erreicht, was die morgen nicht zurückdrehen können.
* ernste Klänge *
Gute Reise.
* getragene Musik *
\u0027n Abend. Die können wir noch auf die anderen beiden verteilen,
dann brauchen wir nur zwei Laster.
Ich mach die Pläne, du führst sie aus. Schon vergessen?
So lassen, wie es ist. Und rauf mit dir!
Hey! Aber erst noch zumachen.
(Frau) "Schalck-Golodkowski wird in der DDR
Untreue zum Nachteil sozialistischen Eigentums vorgeworfen."
"Warum er, nachdem er den Osterberliner Anwalt Vogel
eingeschaltet hatte, nicht nach Ostberlin zurück will,
erläuterte sein Westberliner Anwalt."
(Menge skandiert) Bonzen raus!
* Telefon *
Ist es so weit? * Er schnauft. *
* spannungsvolle Musik *
(Mann) "Wir haben erfahren, dass angesichts der Staatskrise
wichtige Finanzwerte und Sachwerte ins Ausland gebracht werden,
verantwortliche Personen sich ins Ausland abzusetzen versuchen."
* Er atmet tief durch. *
"Diese Absetzbewegung und Verschleierungsversuche
müssen verhindert werden."
"Bürgerinnen und Bürger, ihr wisst,
in welchen Betrieben, Banken und Institutionen
die Möglichkeit zu solchen Praktiken gegeben sind."
"Wir wenden uns insbesondere an die Mitarbeiter
der zum Bereich Kommerzielle Koordinierung gehörenden Betriebe."
"Ruft Belegschaftsversammlungen zusammen, die Kontrollgruppen
für die Verhinderung solcher Machenschaften einsetzen."
"Informiert die Deutsche Volkspolizei und die Öffentlichkeit,
verständigt euch mit anderen Betrieben
und mit Bürgerbewegungen eures Vertrauens."
Hey, steig aus! * laute Rufe *
* getragene Musik *
* Rufe verstummen. *
Hört auf!
Keine Gewalt!
Die Luft ist rein.
Gut. Und los!
Welsch! Du nimmst den anderen.
* spannungsvolle Musik *
Was machen die?
(Welsch) Zurück! Zurück! Den anderen hinterher!
(Welsch) "Ilja machte die Pläne und ich führte aus."
"Aber an jenem Abend führte er sie ohne mich aus."
"Nur ein winzig kleiner Teil des Goldes
kam in der Staatsbank an."
"Dementsprechend groß war die Überraschung."
* spannendes Trommeln *
* düstere Musik *
Schneider, Schneider. Es war äußerst unhöflich von dir,
nicht auf meine Anrufe zu reagieren.
Wo Margot es doch versprochen hatte.
* Piepen *
Pass auf, Krimling.
Ich spreng die ganze Ladung in die Luft und uns gleich alle mit.
So kurz vorm Ziel?
Es wäre ein ehrenhafter Tod für dich.
Aber so bist du nicht.
So warst du noch nie.
Schneider.
* Telefon *
(Ilja) "Das Wasser glitzert."
Schöne Reise.
Bisschen Schwund ist immer.
* verzweifeltes Weinen *
Seid ihr wahnsinnig? Was macht ihr da?
(Frau) Er war die Laus! - An die Wand stellen sollt man dich!
Das geht seit Jahren!
* Ächzen *
Lass ihn los! Lass ihn los!
* Er ringt nach Luft. *
Stimmt das?
Ist das wahr?
Sag mal, spinnst du?
Du warst mit uns in Bitterfeld.
In Bitterfeld hab ich nichts gemacht!
Da wär ja auch seine Tarnung aufgeflogen.
Er hat berichtet und kassiert.
Nein, die haben mich gezwungen! Meine Mutter, mein Vater!
Ich hab doch nichts Schlimmes gesagt!
Mann, hör auf zu jaulen.
* dumpfe Klänge *
Verpiss dich.
Hau ab!
Du sollst abhauen, Mann! * Er schluchzt. *
* Sie weint hysterisch. *
Keine Angst. Keine Angst.
Die haben keine Macht mehr.
Jetzt kommt alles raus, hörst du?
Jetzt kommt alles raus!
* Sie atmet schwer. *
Ich wusste, du bist ein treuer, guter Genosse, Paul.
Nicht mehr Genosse.
Und nicht mehr Partei.
* Klopfen *
Ja bitte?
* Tür wird geöffnet. *
Ich hab versucht, einen Weg zu finden,
der euch eine Zukunft eröffnet.
Ich übergebe an den Sekretär der Kreisleitung, Erich Großmann.
Und danke euch von Herzen
für viele, viele Jahre treuer Arbeit.
Gerold!
* wehmütige Musik *
* Feuerwerk *
* Stimmengewirr, romantische Musik im Hintergrund *
Entschuldige die Verspätung.
Das erste Mal in 35 Jahren.
Was ist passiert?
Ich ähm ...
Es war einfach so viel zu tun.
Wie geht\u0027s dir?
Ich räume auf.
Alle räumen auf.
Die Partei, wir ... Hm.
War doch ein kluger Schachzug von Gysi.
Aus SED wird PDS.
Ja.
Dumm sind die nicht, sind die nie gewesen.
Muss eben \u0027n anderes Mäntelchen her.
Paul ...
Sonst ist das ganze Geld weg.
Milliarden.
Am Ende geht\u0027s doch nur ums Geld.
Ich hab ein Haus am Schwielowsee.
Du? Du wolltest doch nie korrupt werden.
Ich hab\u0027s gekauft, Paul.
Für uns.
Ich ...
Ich liebe dich, Paul.
Ich hab dich immer geliebt.
Es ist so viel passiert.
Man kann nicht alles einfach so aufräumen.
Ich weiß grade nicht einmal mehr, wo mein Platz ist.
Aber das können wir doch gemeinsam rausfinden.
Oder?
Lass uns jetzt nicht mehr darüber reden. Nicht heute.
* Walzermusik setzt ein. *
Darf ich bitten?
* "Blue Monday" von New Order *
* Jubelschreie *
Jaaa!
(alle) Zehn, neun, acht, sieben,
sechs, fünf, vier, drei,
zwei, eins!
(Mann) Frohes neues Jahr!
* sanfte, düstere Klänge *
* Sanfte, düstere Klänge übertönen Gespräche. *
Du hast uns immer wieder geschrieben.
Margot und Oma haben das verheimlicht.
Ich kapier\u0027s trotzdem nicht, verstehst du?
Ja, klar versteh ich das.
Und es tut mir leid.
* Sie seufzt. *
* sanfte, düstere Klänge *
* Musik verklingt. *
* Feuerwerk pfeift und knallt. *
* Waffe wird entsichert. *
* Schuss *
Mutti.
Ich hab alles falsch gemacht.
Nein, das stimmt nicht.
Es gibt Herrscher
und Beherrschte.
Unsere Familie gehört zu den Herrschern.
Vergiss das nie.
* Telefon *
Ja?
(zittrig) Ja.
* Sie legt auf. *
* traurige Streichmusik *
Paul.
* "Requiem - III. Sequentia Lacrimosa" von Mozart *
(Welsch) "Es war in vielerlei Hinsicht eine neue Zeitrechnung,
die an diesem Silvester begann."
"Das erste neue Jahr ohne Mauer."
"Und das erste Jahr ohne Paul."
* Musik spielt weiter. *
"Nun, wenn das kein historischer Tag ist, dann frag ich mich,
wann gibt es einen für die Deutschen?"
"Wir haben praktisch jetzt auch mit der Sowjetunion
grünes Licht für die Einheit unseres Vaterlandes verabredet."
(TV-Sprecher) "Das Tor zur Einheit ist offen."
Das war\u0027s.
Ja! Ja!
Gorbi hat den Weg frei gemacht. Was kostet uns das?
2,4 Milliarden für den Rückzug der Sowjetarmee.
Und Frankreich und England?
Regelt man das auch mit Geld?
Wir sind ein demokratisches Land, Frau Winter.
Wie Helmut Kohlt das ausgestaltet, geht uns überhaupt nichts an.
Aber dass er das regeln wird, ist klar.
30 bis 60 Prozent aller Menschen verlieren ihre Arbeit.
50 bis 60 Prozent der Betriebe sind sofort zahlungsunfähig.
Ist das allen egal?
Bei einer Umstellung von heute auf morgen
erhöhen sich drüben die Preise um 400 Prozent.
Die sind kaputt, nicht mehr wettbewerbsfähig, aus.
Und das alles nehmen wir hin, obwohl wir wissen, was es bedeutet.
Moral predigen ist ganz einfach.
Moral begründen ist sehr, sehr schwer.
Was wollen Sie denn? Was wollen Sie?
Meine Haltung war von Tag eins ganz, ganz klar:
Wir bekommen zuerst die DDR an die Angel
und schaffen vollendete Tatsachen in Richtung deutsche Einheit.
Dafür haben wird doch alles gemacht, Tag und Nacht.
Und jetzt müssen wir nur alles möglichst schnell abwickeln.
Das ganze Zeug.
Wie sagt Ihr Tacitus?
"Machtgelüste
sind die entsetzlichsten aller Leidenschaften."
* leise Klänge *
Champagner, bitte!
(Fahrer) Wohin? Egal. Fahren Sie einfach.
* triste Musik *
* Klingeln *
Frau Bohla, das Haus, das Grundstück gehört meiner Familie.
* Türknallen *
Aber ich mache Ihnen ein gutes Angebot.
In Westberlin gibt es ein wunderschönes Altersheim.
Mein Kindermädchen war dort sehr, sehr glücklich.
Kommen Sie rein, ich hab Tee gemacht.
* melancholische Musik *
Guten Tag.
Haben Sie vielleicht Interesse an unserem Programm für den 18. März?
Willst du dir noch \u0027nen Apfel aussuchen?
Schön gesund. Schönen Tag noch.
* Demonstranten rufen: "Wir sind das Volk!" *
(Welsch) "Während Teile der Bevölkerung
für eine demokratische DDR kämpften,
hatte die Kohl-Regierung die Zeichen der Zeit längst richtig gelesen."
"Die Menschen wollten träumen."
"Und alle hofften auf blühende Landschaften."
(Welsch) Alles zu, alles weg.
Die haben anscheinend über 100.000 D-Mark gefunden, in \u0027nem Pappkarton.
Das kam mit der Post.
Ist \u0027ne Vorladung, von der Finanzrevision.
Welsch?
Sei ehrlich,
war es das wert, das alles?
Ich ...
(Welsch) "Ich hatte keine Antwort auf diese Frage,
weder ehrlich noch unehrlich."
... hab auf jeden Fall viel von euch gelernt.
Ja?
Guten Tag. Frau Spindler.
Jäger mein Name.
Wir haben die Untersuchungen der KoKo abgeschlossen
und sind, um es gelinde auszudrücken, mehr als befremdet.
Setzen Sie sich doch.
Könnten Sie das näher ausführen?
Also, was da gelaufen ist,
hat mit den Grundsätzen ordnungs- gemäßer Buchhaltung nichts zu tun.
Das haben Sie in zwei Wochen festgestellt, ja?
In vier Wochen. Aha.
Die Staatsanwaltschaft wird Sie wegen Korruption, Veruntreuung
und Misswirtschaft vors Gericht bringen.
Danke.
Das ist mir klar.
Weil allein die KoKo an allem schuld sein soll.
Nur: Wenn das passiert, dann wird alles publik, Herr Jäger.
Wir haben Elektronik und Mikroelektronik in diesem Land
unter Umgehung aller westlichen Embargobestimmungen aufgebaut.
Mit Menschen und mit Waffen gehandelt und vieles mehr.
Wissen Sie, was das heißt?
Was das bedeutet? Wissen Sie das?
Wir haben mit immer neuen Methoden, aller Kraft versucht,
diesen Staat zu retten.
Ohne uns, ohne Schalck, der jetzt gehängt werden soll,
weil man ihm das Desaster dieser verkrusteten Führung zuschiebt,
wären wir schon Anfang der 80er am Ende gewesen, wir alle.
Und Sie beschweren sich
über fehlende Quittungen und Einzelnachweise.
Bei uns werdet ihr nichts mehr finden.
* spannungsvolle Musik *
(Welsch) "Damit hatte sie recht."
"Denn bereits einige Wochen vorher, noch vor Pauls Tod,
hatte mich Margot gebeten, eine ganze Reihe von Terminen auszumachen."
Du wirst Geschäftsführer der neuen GmbH
und bekommst 24 Prozent. Das klingt doch gut.
Und wem gehört der Rest? Die 76 Prozent? Die gehören mir.
Alle Transaktionen laufen ab sofort über mich.
(Welsch) "Sie hatte innerhalb kürzester Zeit alle Westfirmen
der Kommerziellen Koordinierung in private GmbHs umgewandelt."
Den Regeln der freien Marktwirtschaft sei Dank.
Was passiert jetzt?
Wir lassen sie nach und nach gegen die Wand fahren,
indem wir vorher alles Geld rausziehen.
So, wie man im Kapitalismus enteignet.
Ich geh zu Fuß. Die paar Schritte werden mir guttun.
(Welsch) Margot?
Wo ist Ilja wirklich?
* ruhige Klänge *
(Welsch) "In den kommenden Jahren hielten sich Gerüchte
über Rentenzahlungen an ehemalige KoKo- und Stasi-Mitarbeiter."
"Aber manche sagen so,
andere sagen anders."
"Fest steht nur, ich hatte mich all die Jahre getäuscht."
"Margot war die größte Spielerin von uns allen."
"Aber den Preis dafür kannte nur sie selbst."
* mysteriöse Klänge *
* spannungsvolle Musik *
* Lachen *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019
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