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Zulu
Drei, zwei, eins!
Na los!
Ich habe hier eine kleine Überraschung für Annie.
Aufgepasst.
Ich teile aus.
Für euch. Für euch.
Jetzt singen wir zur Melodie der Marseillaise.
Fertig? - O toll! Ist das ein Lied?
Ja, genau. Achtung, auf mein Zeichen, Kinder.
Auf geht's, Kinder der Familie
Der Tag des Ruhms ist da
Um unsere liebe Annie zu feiern
Sind wir hier alle versammelt
So was von deprimierend.
Hört ihr in diesem Land das Singen ihrer engsten Soldaten?
Sie kommen in ihre Arme
Um meiner treuen Gefährtin ihre Liebe auszudrücken
Alles Gute zum Geburtstag!
Unsere aufrichtigsten Wünsche!
Singen wir...
Nett, die kleine Nazi-Party.
Möge reine Liebe
Unsere Verbindung schützen!
Bravo.
Hast du das selbst geschrieben, Schatz? - Ich habe lang daran gearbeitet.
"Happy Birthday" wäre einfacher gewesen. Und auch okay.
Warum gerade die Marseillaise? - Eure Mutter ist am 14. Juli geboren.
Ich kann nichts dafür, und es ist nicht der schlechteste ihrer Vorzüge.
Ich hab hoffentlich noch mehr.
Viele! Insbesondere, dass du mich ertragen hast.
Wir wollen die Gelegenheit nutzen,
um euch eine wundervolle Neuigkeit mitzuteilen.
Na los.
Wir erwarten unser fünftes Kind. - Meine Süßen. Ich freue mich ja so.
Herzlichen Glückwunsch. Das ist genial.
Ja, echt toll. - Bravo, herzlichen Glückwunsch.
Bravo, mein Sohn. Diesmal ein Junge?
Es ist noch zu früh, aber ein Mädchen wäre auch schön.
Natürlich. - Wirklich?
Beim letzten Ultraschall wart ihr enttäuscht.
Nein, wir haben uns gefreut und freuen uns wieder, wenn...
Jetzt wird das Haus zu klein. Vor allem, wenn Capucine und Adrien...
Nein, nein! "Kein Stress", hatten wir gesagt.
Amaury bevölkert doch schon Frankreich. - Morgen richte ich den Dachboden her.
Schlafraum für die Enkel, Stockbetten, Gemeinschaftsduschen...
Du baust also eine Kaserne? - Ach, woher denn.
Adrien!
Ich muss dir was sagen.
General Pasquier stellt Rekruten ein. - Papa, ich suche keine Arbeit.
Ich weiß, aber falls doch.
Nebenbei könntest du mit deinem Kasperle weitermachen.
Gib dir doch mal Mühe, Papa.
Das ist kein Kasperletheater, ich bin Puppenspieler.
Kinderpartys sind ja nett, aber... - Ich mache nicht nur das.
Ich gebe auch Vorstellungen im Theater. Aber da warst du ja nie.
Mein Vater ging mit mir hin, und...
Er war immer für den Polizisten.
Genau, er sagte:
"Ein Kasper bleibt immer ein Kasper."
Er muss echt nett gewesen sein.
Schade, dass ich ihn nie gekannt habe. - Ja, das ist schade.
Wollt ihr wirklich nicht übernachten? - Nein.
Das geht nicht. - Gar nicht.
Wir können.
Euch sehe ich doch dauernd.
Küsschen, Papa. - Na dann.
Tschüss, Papa.
Gute Fahrt. - Danke. Ciao, Mama.
Wiedersehen! - Wiedersehen, Mädels!
Gute Fahrt! - Wiedersehen, Kinder!
Küsschen, tschüss!
Ich werde nie verstehen, was Mama an Papa findet.
Er ist bestimmt gut im Bett.
Du bist eklig.
Wie redest du über unsere Eltern? - Sie müssen uns ja gezeugt haben.
Tschüss, Papa! Tschüss, Mama!
Oje.
Ich dachte, er nimmt die Mauer mit.
Ich hätte sie gern länger hier gehabt.
Zu zweit haben wir's auch schön, oder?
"Nizza, den 5. Oktober 1983. Liebste Annie..."
Kommst du zum Essen?
Ich räume den Dachboden auf!
"Jeder Tag ohne dich ist ein fader Tag,
der es nicht wert ist, gelebt zu werden.
Wann sehen wir uns? Dich in den Armen eines andern zu wissen, ist furchtbar."
Essen ist fertig!
Sekunde!
"Ich muss ständig an unsere letzte Nacht denken,
an deine weißglühende Brust,
an dein explodierendes Venusdreieck..."
Kommst du? Es wird kalt.
Aber das hier ist heiß.
Richtig heiß.
Wie bitte?
Was für ein Schund ist das bitte?
Keine Ahnung, Schatz. - Was heißt, "keine Ahnung, Schatz"?
Die Briefe sind an dich: "Liebste Annie."
Na und? Ich bin ja nicht die einzige Annie auf Erden.
Aber die einzige Annie, die hier wohnt.
Ojemine...
O ja... Ach, das ist alt. Völlig unbedeutend.
"Dein explodierendes Venusdreieck" ist völlig unbedeutend?
Das sind uralte Kamellen. Die werfen wir jetzt weg.
Hast du das Datum gesehen?
Wir waren verheiratet. Ich war schon Oberleutnant.
Absolut, ja, du hast recht.
Du hast mich mit ihm betrogen?
Tja, nach dem, was er da geschrieben hat...
Was heißt, "nach dem, was er da geschrieben hat"?
Das ist ein unwiderlegbarer Beweis. - Es ist doch verjährt, Schatz.
Es ist 40 Jahre her.
Aber ich erfahre es erst heute.
Du hast mich betrogen, Annie.
Du hast es mir nie gesagt. - Ich hatte es vergessen.
Das ist so lange her. Komm essen, es wird kalt.
"Dein explodierendes Venusdreieck."
Du musst doch was essen. - Hab keinen Hunger.
Ich hab Würstchen gemacht.
Ich will keine!
Annie, wie konntest du mir so was antun? - Es tut mir leid.
Es war eine kurze Verirrung, die ich umgehend beendet habe.
Ja! Das sagen alle.
Ich stelle das Tablett vor die Tür.
Hast du heute auch keinen Hunger?
Wie lange dauerte diese Maskerade? - Kaum einen Monat, glaube ich.
Das ist abscheulich. - Du warst nie da.
Ich war allein und hatte die Kinder, ich war nur noch Hausfrau.
Plötzlich sah mich ein Mann als Frau, und schwups...
Es war ein Riesenfehler, tut mir leid.
Nichts rechtfertigt so ein Verhalten. - Stimmt.
Ich habe mich furchtbar gefühlt.
Aber ich hab nichts gesagt, um unsere Ehe zu schützen, unsere Familie.
Das war mir das Allerwichtigste.
Entschuldigung, mein Schatz.
Hast du mich denn nie...
Niemals!
Entschuldige, aber das ist schwer zu glauben.
Ich habe dir die Treue geschworen. - Manch einen hält das nicht ab.
Ein Eheschwur ist heilig.
Viele Männer verlieren ihren Sinn fürs Heilige angesichts eines Hinterns.
Ich weiß. Niemand achtet mehr was. Es ist zum Heulen.
Ich hab dich jedenfalls nie betrogen. - Ich dachte, du hast es.
Wie konntest du denn so was denken?
Du bist oft auf Mission in die Wüste gefahren.
Mit Männern. - Na und?
Geht's noch?
Monatelang in der Einöde...
Geht's dir nicht gut, oder was?
Für wen hältst du mich?
Und mit Sylvie, unserer Nachbarin, als wir noch in Nizza wohnten?
Dauernd solltest du für sie was reparieren.
Das hab ich auch getan, Annie.
Da ist nie was gelaufen. - Und mit Inger?
Unserem Au-pair-Mädchen?
Die Schwedin.
Ich war 15 Jahre älter als sie. - 15 Jahre sind nicht so viel.
Und sie hatte einen Traumkörper.
Weiß ich nicht mehr.
Doch, du erinnerst dich sicher, wie sie um den Pool stolziert ist...
in ihrem knappen Bikini.
Ja, ich erinnere mich vage.
Hast du sie etwa nie in ihrem Zimmer besucht?
Niemals!
Annie, also so was...
Wir waren verheiratet. Ich habe Prinzipien.
Schade.
Du wolltest, dass ich das Au-pair und die Nachbarin flachlege?
Nein, aber eine Frau, die dir gefallen hätte.
Ich hätte dich betrügen sollen?
Wenn du es diskret gemacht hättest,
wäre ich dir nicht böse gewesen.
Jetzt willst du dein Gewissen beruhigen. Aber bedaure, ich bin nicht wie du.
Jetzt liest du auch noch Madame Bovary. - Flaubert muss man lesen. Wunderbar!
Eine untreue Ehefrau? Wunderbar?
Ach was, sein Stilist bewundernswert. Er ist der Meister des Realismus.
Pass bloß auf, Annie.
Ist ja nicht gerade der Marquis de Sade. - Das würde gerade noch fehlen!
Lies mal Die 120 Tage von Sodom.
Einfach wunderbar, der Stilist bewundernswert, der Realismus absolut.
Wohin gehst du? - Raus aus unserem besudelten Ehebett.
"Besudelt"? Das ist 40 Jahre her. Wo schläfst du?
Im Arbeitszimmer.
Ich muss nachdenken.
Ich liebe dich doch.
Pass bloß auf, Annie.
Annie!
Annie!
Ziemlich schick heute Morgen.
Ich hab kein Auge zugetan.
Es tut mir wirklich leid, Schatz.
Ich habe nachgedacht.
Ich brauche Abstand. - Das ist doch albern.
Wir trennen uns nicht! Das geht nicht.
Alles geht.
Ich verstehe, wie unangenehm das für dich ist.
Aber es ist so lange her.
Seitdem war ich an deiner Seite, hab dich immer unterstützt.
Wir haben drei wunderbare Kinder großgezogen, wir sind glücklich.
Darauf kommt es doch an, oder?
Seit 40 Jahren leben wir eine Lüge.
Nein, ich hatte diese Jugendsünde völlig vergessen.
Lüge bleibt Lüge, und sei es durch Auslassung.
Können wir das nicht ruhen lassen?
Ruhen hilft, wenn man krank ist.
Aber ich bin verletzt.
Ich fühle mich wie Napoleon bei Waterloo. - Trotzdem solltest du ihr verzeihen.
Nein! Meine Frau hat mich betrogen!
Mein Leben lang kämpfe ich für Ehrlichkeit und Loyalität.
Soll ich mich selbst verraten?
Du klingst wie ein Politiker. - Oder einfach wie ein Ehrenmann.
Man kann einander nicht immer alles sagen.
O doch!
Ich hätte ihr sicher verziehen.
Aber diese Lüge, dieser Mangel an Vertrauen...
Du könntest alles verlieren. Das Haus und die Hälfte deines Vermögens.
Nicht bei Scheidung wegen Verschuldens. - Das ist 40 Jahre her!
Ich habe es jetzt erst erfahren. - Das ist dem Richter schnuppe.
Eine Scheidung kann die Hölle sein. Kommst du überhaupt allein zurecht?
Bei Kommando-Einsätzen haben wir zwei Wochen nichts gegessen.
Der Kommando-Einsatz Scheidung dauert deutlich länger.
Ich bin nicht stolz darauf, aber ich wurde auch...
Ach du Scheiße.
Betrogen?
Ach du Scheiße! - Ist gut jetzt, ja?
Wie habt ihr das geklärt?
Ich schrie sie an, war stinkig, und sie hat Besserung gelobt.
Und du hast ihr geglaubt? - Ich bin nicht so ein Prinzipienreiter.
Und ich kein Weichei.
Und kennst du den Typen? - Ja.
Ein junger Mann aus unserem Bekanntenkreis in Nizza.
So ein Hippie, der am Strand Gitarre spielte.
Dreckskerle, diese Musiker.
Mich hat Nathalie im Urlaub mit einem Kneipen-Pianisten betrogen.
Gekriegt hat er sie mit Imagine von John Lennon.
Den Song hasse ich.
Und ich saß an der Bar wie ein Idiot und hab nichts geahnt.
Das Schlimmste ist: Er war ein Freund.
Er wusste, dass wir verheiratet sind.
Er hätte eine Abreibung verdient.
Du hast recht, ich poliere ihm die Fresse.
Das war nur so dahingesagt.
Ich poliere ihm die Fresse.
Aber pass auf, in deinem Alter...
Ich überrasche ihn.
Er wird nicht wissen, wie ihm geschieht. - Aber ich.
Ich tue das auch für dich und alle.
Für mich musst du das nicht tun, ich hab damit abgeschlossen.
Mach du deinen Papierkram. Ich poliere ihm die Fresse.
Ist er gefährlich? Ein flüchtiger Verbrecher? Ein Gefährder?
Er ist im Grunde ein harmloser Zivilist.
Das geht nicht. - Es ist ein Befehl!
Sie sind im Ruhestand, General. Sie haben mir nichts zu befehlen.
Ich muss diese Person unbedingt finden.
Er hat meiner Frau meines Freundes etwas angetan.
Ihrer Frau Ihres Freundes?
Nein, nicht meiner Frau! Der Frau meines besten Freundes.
Eine Vergewaltigung muss sie anzeigen. - Nein.
Bedrohung? Erpressung? Belästigung? - Nein.
Diese Person hat die Frau meines besten Freundes flachgelegt.
Die Frau war einverstanden.
Das tut mir leid, General.
Das ist eine äußerst kritische Situation.
Nicht für mich, aber für meinen besten Freund.
Natürlich. Schläft er noch mit ihr?
Der Ehebruch erfolgte vor 40 Jahren. - So lange schläft er schon mit ihr?
Nein!
Er hat vor 40 Jahren mit ihr geschlafen.
Dann ist es verjährt.
Von wegen! Kommen Sie mir doch nicht mit Verjährung!
General, ich muss jetzt Agenten exfiltrieren.
Und wenn Ihre Frau Sie betrogen hätte? - Ich lebe in einer offenen Beziehung.
Bei uns sind Affären erlaubt.
Das ist Polyamorie. - Was?
Polyamorie.
Bedeutet das Ehebruch? Untreue? - Korrekt. Das ist es.
Nur nicht heimlich.
Ich muss Schluss machen. - Moment, Mourad!
Ich will offen sein.
Der Betrogene bin ich.
Das war mir klar, General.
Also gut, wie heißt er? - Boris Pelleray.
Deswegen sollen wir uns trennen?
Du hast nicht mal Schuldgefühle. - Doch, natürlich. Aber ich war 29.
Ich hatte mit 19 geheiratet. Du warst mein erster Mann.
Ein verletzter Löwe ist immer grausam.
Ich verlasse dich, und außerdem fahre ich nach Nizza und verprügle ihn.
Du hast den Verstand verloren. - Nein, das Gesicht.
Beruhige dich. Komm zur Vernunft!
Wir waren damals mit Boris befreundet.
Die Frau eines Freundes zu vögeln, ist Hochverrat.
Ein Fall fürs Kriegsgericht!
Woher weißt du, dass er in Nizza wohnt?
Ich habe meine Quellen. - Gut. Dann komme ich mit.
O nein, das klären wir unter Männern.
Weißt du noch, wie er aussieht?
Ich konnte kein Foto finden. Hast du eins?
Nein, und er hat sich sicher verändert. - Nach 40 Jahren ist das zu erwarten.
Also komme ich mit. - Nein, kein Bedarf.
Jemanden mit 40 Jahren Verspätung zu verprügeln, ist schon absurd.
Aber wenn du dich dann noch vertust...
Würdest du ihn erkennen? - Natürlich.
Ob wir noch ein Zimmer für dich kriegen? - Ach was, wir gehen zu Capucine.
Nein, nicht zu Capucine!
Und wenn du deine Tochter oder Adrien zufällig in Nizza triffst?
Unser Besuch bei ihnen ist längst überfällig.
Wir begegnen ihnen nicht.
Wie lange fahren wir denn weg?
Man weiß, wann ein Krieg anfängt, aber nicht, wann er endet.
Ich hab einen Liebhaber für den Tag Und einen Ehemann für die Nacht
Einen Geliebten für die Liebe Und einen Ehemann fürs Leben
Ich betrüge ihn am Tag Doch in der Nacht bin ich treu
Mein Leben verläuft so himmlisch im Bett
Machst du das mit Absicht? - Entschuldige, das war reiner Zufall.
Ich bin zurück, um dich zu holen
Ich wusste, du würdest auf mich warten
Ich wusste, es würde uns nicht gelingen
Lange ohne einander auszukommen
Ich bin zurück, um dich zu holen
Siehst du, ich hab mich nicht sehr verändert
Und ich sehe, dass du deinerseits
Die Zeit...
...gut überstanden hast
Wir führten Krieg gegeneinander
Wir haben einander bestohlen, ausgeraubt, ruiniert
Wer hat gewonnen, wer verloren?
Hier muss es sein.
Sprichst du erst mal mit ihm?
Negativ. Sofortiger Angriff.
Nicht dass er mich noch mit miesen Erklärungen einlullt.
Erst schlagen, dann reden.
Affirmativ. Überraschungseffekt. - Überrascht ist er bestimmt.
Pelleray... Wir haben den Kerl lokalisiert.
Klingelst du nicht?
Kneifst du?
Erst wird ausgekundschaftet.
Ein Soldat stürzt sich nie unbedacht in die Höhle des Löwen.
Falls du Durst hast, ich habe eine V.F.Z. "Vorrichtung zur Flüssigkeitszufuhr".
Strohhalme? Ich hab keinen Durst.
Ich habe Hunger. - Dafür habe ich EPa.
EPa was?
Einpersonenpackungen.
Sieht lecker aus.
Ich glaube, das ist er.
Bestätigst du die Identifizierung? - Zu 100 Prozent.
Er wirkt noch sehr fit.
Das ist sicher ein E-Bike.
Und jetzt? Wir können ihm doch nicht den ganzen Tag nachfahren.
Mal sehen, wohin er fährt.
Er sieht jung aus. Wie alt ist er? - Ich weiß nicht mehr.
Aber er war der Jüngste von uns.
Ich glaube, du steckst in der Scheiße!
Ja, das ist hübsch und macht was her.
Aber effizient sieht's nicht aus.
Boris ist jetzt wohl Bruce Lee.
Macht nichts, lass uns fahren. - Meinst du, ich kneife?
Ja, es sei denn, du willst dich plattmachen lassen.
Ich muss nur wieder etwas in Form kommen.
Wen rufst du an? - Capucine.
Mach, was du willst. Ich schlafe bei meiner Tochter. Setz mich dort ab.
Stört es dich nicht? - Ach was, Mama, im Gegenteil.
Ich freue mich riesig. - Dann bis gleich.
Gut. Bis nachher. - Küsschen.
Schatz? - Was?
Würdest du ein, zwei Nächte bei deinem Bruder schlafen?
Meine Eltern kommen. Keine Ahnung, wieso.
Aha. Und da schmeißt du mich raus?
Tut mir leid, aber mein Vater ist Wladimir Putin.
Du sagst es ihnen also nur unter Folter? - Nein...
Okay. - Das kommt völlig unerwartet.
Ich muss mich seelisch vorbereiten. - Dann bereite dich seelisch darauf vor.
Und zwar allein. - Hör auf.
Ruf mich an oder auch nicht.
Und der Kuchen? Der ist für dich. - Mag Putin Kuchen?
Tschüss.
Mika!
Warum dieser Überraschungsbesuch?
Du hast uns gefehlt. - Wir haben uns letzte Woche gesehen.
Manche Leute fehlen mir nach Jahren nicht.
Manche schon nach einem Tag.
Ach, Unsinn.
Jahrelang kommst du nicht. Und jetzt plötzlich? Aus welchem Grund?
Du hast uns gefehlt!
Und dann gehst du ins Hotel? Das passt doch nicht.
Das stimmt. - Gut, ich storniere und bleibe hier.
Muss er hier zum Arzt? Ist er krank?
Nein, es geht ihm gut. Dein Kuchen ist köstlich.
Er wirkt nicht gesund. Was ist los?
Also, es ist so...
Dein Vater will endlich mit mir auf Hochzeitsreise.
Da waren wir nie.
Was?
Ernsthaft? - Ich hab ihm lang genug Vorwürfe gemacht.
Und da fährt er mit dir nach Nizza?
300 Kilometer von zu Hause? Das ist seltsam.
Hier haben wir uns kennengelernt und gewohnt.
Du und dein Bruder, ihr wohnt noch hier.
In unserem Alter muss man nicht ans Ende der Welt.
Wir suchen lieber die Orte unserer Jugend auf.
Deshalb wollte er ins Hotel? - Ja.
Aber ich bin bei dir glücklich.
Das ist dann aber keine Hochzeitsreise. - Dein Vater war immer anders als andere.
Annie! Hast du eine Zahnbürste?
Ich komme.
Was ist los mit dir?
Wenn das eine Abschiedsreise ist, sollten wir es noch mal ausnutzen.
Bei deiner Tochter?
Wir müssen nur diskret sein.
Annie, hör auf. Hör auf!
Annie! Ich muss meine Kräfte für morgen aufsparen.
Das ist schade.
Was machst du hier?
Ich sehe keinen Grund, nicht zu Hause zu schlafen.
Meine Eltern sind im Schlafzimmer. - Schon gut. Ich hab's kapiert.
Es tut mir leid, Liebling.
Mich nervt es auch.
Capucine!
Willst du Kaffee?
Ja.
Mama hat mir gesagt, warum ihr hier seid.
Sie kann einfach den Mund nicht halten!
Keine Sorge, es bleibt unter uns.
Gratuliere, Papa.
Ich finde es cool.
Du findest es cool? - Na ja, ist ein guter Schachzug.
Guter Schachzug? Ich weiß nicht. Aber etwas musste ich unternehmen.
Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun. - Absolut.
Ich bin im Kommandomodus. Schnell und gut abhaken.
Zu schnell aber auch nicht.
Man muss es auch genießen.
Genießen werde ich es.
Ich werde richtig rangehen.
Vergiss nicht die Romantik. - Romantik?
Das wird eher wild.
Romantisch und wild.
Klingt perfekt.
Ist das eine Hochzeitsreise oder ein Bootcamp?
Wir müssen beides machen, meine Süße.
MEERESKOLLAGEN
Wollen Sie? - Nein!
Das wird ein Gemetzel.
Woher hast du die? - Baumarkt. Sonderangebot.
Damit kannst du ihn nicht schlagen. - Schlag ist Schlag, was soll's!
Du bringst ihn noch um. - Nein, ich wasche ihm nur den Kopf.
Hör auf, François, du spinnst! Er landet im Krankenhaus und du im Knast.
Zu spät.
Du hättest damals nicht rumvögeln sollen.
Du hast recht, entschuldige vielmals. Aber hör bitte auf!
Lass die Schaufellos! - Lass du sie los!
Guten Tag.
Die haben wir auf der Straße gefunden.
Gehört die zufällig Ihnen? - Nein, ganz und gar nicht.
Dann entschuldigen Sie die Störung.
Spinnen Sie? Hören Sie auf! Wer sind Sie überhaupt?
Was soll das? - Ich mach dich alle, du Arschloch!
Beruhigen Sie sich!
Arschloch, Dreckskerl, du Vogelschiss!
Lassen Sie los, Sie tun ihm noch weh. - Annie?
Annie, bist du das? - Ja.
Was tust du hier? Unfassbar, du hast dich nicht verändert.
Ein bisschen schon. - Nein, gar nicht, du bist immer noch...
Du hast dich auch nicht... Du bist immer noch...
Ich bin François, erinnerst du dich?
François?
Also dich hätte ich nicht erkannt.
Du bist ganz schön alt geworden. - Vielen Dank.
Entschuldige, aber... Wie alt bist du denn jetzt?
70... 75.
Du siehst älter aus. - Danke.
Aber es steht dir gut. Und weißt du...
Die Zeit macht vor niemandem halt.
Nur vor deiner Frau, wie's scheint.
Vor meiner Frau hat wer anders haltgemacht.
Ach deshalb wolltest du mir eins überziehen?
Weshalb sonst?
Das ist so lange her. - Aber ich hab's jetzt erst erfahren.
Ja, also entschuldige. Es tut mir leid.
Ja, stimmt, es hätte nie passieren dürfen.
Aber weißt du, im Leben hat man nicht alles unter Kontrolle.
Trotzdem. - Ja...
Wir waren jung und impulsiv.
Na toll.
Trinken wir einen Aperitif.
Ich will dir eins überziehen, und du lädst uns ein?
Ja. Nein, die Schaufel behalte ich.
Kommt rein.
Ich hab deine Briefe zufällig gefunden.
Paul Éluard sagte: "Es gibt keine Zufälle.
Nur Verabredungen." - Das ist hübsch.
Ich nenne das "Synchronizität".
Es sollte so sein.
Als François deine Briefe fand, dachte ich: "Jetzt oder nie."
So stand es geschrieben. - Nicht in deinen Briefen.
Ja, gut...
Ich betrachte das Alltägliche gern aus einer poetischen Perspektive.
Gerade lese ich Pessoa, den großen Portugiesen.
Kennst du den?
Ich lese de Gaulles Memoiren. Beeindruckend.
Ich liebe Das Buch der Unruhe.
Aber darüber sollte man die irdischen Freuden nicht vergessen.
Habt ihr zum Mittagessen schon was vor?
Abgemacht, ihr bleibt. - Nein...
Doch, wir grillen.
Euch zu sehen, weckt viele Erinnerungen.
Wir haben verrückte Dinge erlebt. Stimmt's, Fanfan?
So nennt mich längst keiner mehr. - Eben. Das macht uns etwas jünger.
Und ich war Nini.
Richtig! Fanfan und Nini.
Ach, Fanfan. Danke für die Spieße.
Legst du sie aufs Feuer?
Behältst du sie bitte im Auge? - Natürlich.
Die ist sehr gut.
Machst du noch Musik? - Jeden Tag.
Nietzsche sagte: "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."
Und spielst du noch Klavier? - Auch jeden Tag.
Ich weiß noch, wie du Chopins Nocturnes gespielt hast. Wunderschön.
Daran erinnerst du dich?
Ich erinnere mich an alles.
Es gibt im Leben Menschen, die was bedeuten, und du...
Du hast viel bedeutet.
Du hast auch was bedeutet. - Alles klar?
Störe ich auch nicht?
Was machen die Spieße?
Fix und fertig.
Und wie wir den Inhalt der Jungs- und Mädchenschränke vertauscht haben.
In unserem waren nur noch BHs und Höschen.
Ach ja, das war nicht...
Wir haben so gelacht.
Sag mal, hast du noch Kontakt zu Sophie?
Sophie Désenclos. Sag nicht, du erinnerst dich nicht.
Ach, Sophie!
Das ist aber lange her. - Wer ist Sophie?
Sie war deine Vorgängerin. - Was? Die hast du nie erwähnt.
Klar hab ich dir von ihr erzählt.
Nein? Bist du sicher?
Das wüsste ich noch.
Das war die große Liebe mit Sophie. - Nein, nur eine Affäre.
Mensch, sie war wirklich eine Granate.
Eine Granate für einen Militär... Du verstehst schon.
Sie war längst nicht so hübsch wie du.
Was genau war denn mit ihr? - Nichts. Ein kleiner Flirt.
Du hast um ihre Hand angehalten.
Wie bitte? - Das war damals so.
Um Sex zu haben, musste man heiraten. - Aber Fanfan hat nicht so lange gewartet.
Das nennst du einen Flirt?
Da wir Sex gehabt hatten, musste ich... Ich saß in der Falle.
Und warum ging es auseinander? - Weil wir uns nicht wirklich liebten.
Dein Vater war gegen die Heirat und zwang dich, sie zu verlassen.
Ach so? Und du hast ihm nicht Paroli geboten?
Doch, klar!
Aber... Er hatte recht, es hätte nicht funktioniert.
Ich fasse es nicht, dass ich das heute erfahre.
Und du machst so einen Aufstand wegen Boris' Briefen.
Das ist was völlig anderes. Sophie war vor dir.
Boris war zu meiner Zeit. - Du hast sie nie erwähnt.
Das ist verdächtig. - Durch dich habe ich sie vergessen.
Dein Schweigen war auch eine Lüge.
Tja...
Der Kaffee.
Und was arbeitest du so?
Ich habe immer nur gejobbt. Jetzt bin ich in Rente.
Ich engagiere mich ehrenamtlich bei der Tafel.
Und ich gebe Karatekurse.
Großartig.
Wie kannst du dir so ein Haus leisten?
Das hab ich von meinen Eltern geerbt. Sonst könnte ich es mir nie leisten.
Und das Privatleben?
Tja, ich hab's nie geschafft, zur Ruhe zu kommen,
die Richtige zu finden
oder Kinder zu zeugen.
Aha, verstehe.
Ihr habt Glück.
Nach so vielen Jahren noch zusammen...
Das ist schön.
Das denke ich jeden Morgen.
Ein großes Glück, ja.
Wollt ihr schwimmen? - Wir haben keine Badesachen.
Nicht nötig, hier kann niemand reingucken.
Ziehst du dich etwa nackt aus? - Hier guckt doch keiner rein.
Wir gucken doch.
Und wir haben überhaupt keine Lust, das alles zu sehen. Oder, Annie?
Ach, ich hab's schon gesehen.
Lasst euch doch von so was nicht schockieren.
Außerdem ist FKK wieder in Mode.
Kommt schon. Das Wasser ist herrlich.
Ich bleibe beim Kaffee.
Annie, was ist mit dir? - Danke, nicht nach dem Essen.
Dann nicht.
Zieh dich nicht vor diesem Irren aus. - Ich verbiete dir, mir was zu verbieten.
Hast du diese Sophie wiedergesehen?
Niemals. - Wer's glaubt.
Bist du eifersüchtig? Das ist 50 Jahre her.
Für dich gilt die Verjährung und für mich nicht?
Das war vor deiner Zeit, es ist irrelevant.
Du hast es verheimlicht. Das ist dasselbe.
Das ist Boris. - Wann hast du ihm deine Nummer gegeben?
Beim Spülmaschine einräumen. Ist das ein Problem?
Er macht dich an. Was will er?
Mit mir Kaffee trinken gehen. - Dieser Dreckskerl.
Gib her, ich antworte diesem Beatnik.
Ich bin keine 12 mehr. Du kannst mir nicht sagen, was ich schreiben soll.
Ich lasse nicht zu, dass er dich anmacht. - Er will nur Kaffee trinken.
Der packt beim Kaffee seinen Penis aus. - Den kannte ich schon.
Pass bloß auf, Annie.
Wir könnten wieder Freunde werden.
Mit einem Typen, der dir seinen Schwanz zeigt?
Ich muss wohl aufpassen, mit wem du verkehrst.
Ich gehe nicht hin, versprochen. - Das hoffe ich.
Ich mag's, wenn du eifersüchtig bist. Es erregt mich.
Du bist wohl total sadistisch.
Küss mich.
Pass bloß auf, Annie.
Ist es komisch, mal wieder hier zu sein?
Ja, es ist komisch. Wir haben so viele Erinnerungen.
Wenn ihr Lust habt: In drei Tagen spiele ich mein neues Stück.
Großartig. Wir kommen. - Ich muss leider zurück nach Hause.
Kannst du nicht länger bleiben?
Wir wollen Capucine nicht lästig werden. - Und Mika.
Mika? - Wer ist Mika?
Na ja... Mika?
Äh, wer ist Mika? - Das ist...
Niemand, sie ist meine Mitbewohnerin.
Die bei dir gewohnt hat. - Und nicht mehr wohnt.
Eben. Warum reden wir von ihr? - Das weiß ich auch nicht.
Was wollt hier noch so unternehmen?
Ich will zum Strand.
Ich kenne einen herrlich wilden Strand.
Manche machen dort FKK.
Ist das die neueste Mode? - Nicht direkt.
Wenn euch das stört, gehen wir an einen normalen, vollen Strand.
Ein paar Nackte stören mich nicht.
Das haben wir schon gemerkt.
Du machst also FKK?
Gelegentlich. Aber morgen lassen wir die Badesachen an.
Gut zu wissen.
"Oktober 1983."
Na und?
Adrien ist im Juli 1984 geboren.
Was willst du andeuten?
Nichts. Ich rechne.
Juli ist neun Monate nach Oktober.
Drehst du jetzt durch? Adrien ist dein Sohn.
Wie kannst du da so sicher sein? - Ich weiß es eben.
Adrien ist ein totaler Antimilitarist. Er liebt das Theater, die Poesie.
Er badet gerne nackt.
Erinnert dich das an jemanden? - Du spinnst doch total.
Ich sag ja nicht, dass es Absicht war.
Unmöglich. Ich habe Vorkehrungen getroffen.
Kein Schutzschild ist 100 Prozent sicher. Soldatenweisheit.
Ich hab dir kein Kind untergejubelt! Für wen hältst du mich?
Offensichtlich habe ich dich 40 Jahre für eine andere gehalten.
Capucine!
Wollen wir das Bett einklappen? - Nein, ich kann jetzt nicht aufstehen.
Mir tut der Knöchel weh.
Ach so?
Zeig mal. - Nein!
Nein, schon gut. Hör auf!
Du musst nicht nachsehen. Stopp!
Alles gut, wirklich, keine Sorge.
Aua. - Was ist denn da passiert?
Das Gelenk ist völlig verdreht.
Ja, deshalb tut es ja so weh.
Und das tut noch mehr weh.
Ich drehe es wieder richtig.
So wird es besser, oder? - Ja.
Danke, Papa.
Bist du größer als sonst?
Ja, weil ich mich strecke. Guck mal.
Du kannst meinen Fuß jetzt loslassen.
Das war echt super. - Sicher?
Hast du gut geschlafen? - Nicht besonders.
Gib mal das andere Bein. - Nein.
Doch.
Hast du geschrien? - Klar.
Wie viele Füße sind denn da? - Was suchst du denn?
Mika.
Hast du hier geschlafen?
Prima. Darf ich vorstellen: mein Vater.
Und meine Mutter. - Guten Tag.
Guten Tag.
Haben Sie sich wegen uns im Hintergrund gehalten?
Ja, so ist es.
Aber das macht nichts.
Ihr habt also eine Wohngemeinschaft?
Ich glaube, Mika ist mehr als eine Mitbewohnerin.
Miteigentümerin?
Freundin?
Busenfreundin?
Lebensgefährtin. - Wie bitte?
Wir sind zusammen.
Wir sind ein Paar.
Ich bin lesbisch.
Papa, hörst du, was ich sage?
Positiv.
Klar und deutlich.
Freut mich sehr, Mika. - Mich auch.
Ich wollte Sie schon lange kennenlernen.
Seid ihr denn etwa schon lange...
Zwei Jahre.
Das wusste ich nicht.
Wusstest du das? - Ich hab's geahnt, war aber nicht sicher.
Capucine behält ihr Privatleben für sich. - Wir sind aber auch ein Teil davon.
Deine Tochter ist glücklich. Freu dich doch.
Nichts gegen Homosexualität im Allgemeinen.
Aber in der Familie? - Sie ist ja nicht die Erste. -Was?
Deine Großtante Léonie mit Marina... - Das war ihre Gesellschaftsdame.
Sie schliefen in einem Bett.
Ja, wenn sie krank war. - Nicht nur.
Sie hielten Händchen, suchten immer Blickkontakt...
Tante Léonie war... - O ja.
Wie deine Tochter.
Mama, willst du Kaffee?
Ja, mein Schatz, ich komme.
Papa? - Nein, ich möchte nicht.
Siehst du genug? - Also Annie!
Was? Willst du noch eine?
Seit wann weißt du das mit deiner Schwester?
Seit dem Gymnasium.
Sie hat's mit Jungs versucht. Dann küsste sie ein Mädchen. Das war's.
Aha.
Also nur ich wusste es nicht? - Und Amaury, wenn dich das beruhigt.
Das beruhigt mich nicht.
Ich hasse Geheimnisse.
Also ich hab nichts zu verbergen.
Aua! Spinnst du? - Da war ein Tierchen.
Das waren meine Haare! - Es wollte stechen.
Ich hab kein Tierchen gespürt. - Da war aber eins. Klein, aber gemein.
Aha.
Ich geh baden, bevor du mir die Bikinizone enthaarst.
Ich weiß, was du treibst. Widerlich. - Ich habe ein Recht, es zu erfahren.
Ist er nicht mehr dein Sohn, wenn der Test negativ ist?-Doch.
Aber dann verlange ich Alimente von Boris.
Weil du ihn nicht verprügeln kannst, verklagst du ihn?
Positiv.
Lass ihn doch in Ruhe. - So wie er mit seinen SMS an dich?
Weißt du was? Ich gehe mit ihm was trinken.
Gut. Wir verkaufen das Haus. Dann musst du kürzer treten.
Ist mir egal. Aber hör auf mit diesem albernen DNA-Test.
Und ich werde Sophie anrufen. - Tu das! Du brennst ja nur darauf.
Geh ins Wasser, Papa, es ist herrlich. - Nein, nein...
Er ist sauer, weil du's ihm nicht eher gesagt hast.
Selbst schuld. Nie kann man mit ihm reden.
Bei der kleinsten Kleinigkeit rastet er aus.
Die letzten Tage waren die Hölle. - Ihr seid also nicht auf Hochzeitsreise?
Bitte, bitte, Mama, lasst euch nicht scheiden.
Ich dachte, das sei dir schnuppe. - Im Gegenteil.
Die Einheit der Familie muss bewahrt werden.
Ich dachte, du hättest die Nase voll von unseren Familienfeiern.
Ach was, ich liebe sie. Und verkauft bloß nicht das Haus, ja?
Aha, es geht also um das Haus? - Nein, aber...
Wenn ihr euch trennt,
dann kann man sich doch auf nichts in der Welt mehr verlassen.
Es ist so schon schlimm.
Keine Solidarität mehr. Menschen schlafen auf der Straße.
Überall Waldbrände. Der Planet steht in Flammen.
Die Hyperreichen verschmutzen die Erde mit ihren Privatjets und Jachten.
In den Vorstädten explodiert der Drogenhandel!
Was hat das mit uns zu tun?
Nichts.
Und doch hängt alles zusammen, Mama. Alles hängt zusammen.
Bitte, bitte, lasst euch nicht scheiden.
Ich kann nichts versprechen, Schatz.
Wie steht's, Herr General? - Folgendes:
Ich plane eine Gegenoffensive und muss eine Sophie Désenclos lokalisieren.
Auch in Nizza. - Bedaure, das war eine Ausnahme.
Ach, kommen Sie. - Negativ.
Mourad. - Negativ.
Sie war meine erste Jugendliebe.
Es ist 50 Jahre her...
Ich möchte sie wiedersehen.
Ach, Sie sind Romantiker? - Wusste ich auch nicht.
Sie haben die Polyamorie erwähnt. Ich habe nur auf Sie gehört.
Sophie Désenclos, sagten Sie? - Ja, mit Sam Ende.
Und ich schicke Ihnen ein Körperhaar und ein Kopfhaar für einen DNA-Test.
Die Frage ist, ob das Kopfhaar Vater des Körperhaars ist.
Das ist unzulässig.
Mein Sohn ist vielleicht nicht mein Sohn.
Ist er transsexuell? - Nein!
Aber vielleicht der Sohn eines anderen. - Scheiße.
Blut oder Sperma wäre besser.
Blut statt der Kopfhaare? Das geht. - Und Sperma statt des Körperhaars?
Wie soll ich an Sperma von meinem Sohn kommen?
Ein Tropfen genügt.
Nein, ich habe nur das Körperhaar.
Gut, das krieg ich hin.
Mir ging's nicht gut, als ich ihn traf, kurz nach dem Tod meines Vaters.
Da war er so lieb zu mir.
Und wir hatten ja auch zwei tolle Kinder.
Ich dachte, ihm ging es nicht gut.
Du sagtest: "Wenn ich gehe, erholt er sich nie davon."
Stimmt, davor hatte ich auch Angst.
Er ist zerbrechlicher, als er aussieht.
Und du warst nicht gerade ein Musterbeispiel an emotionaler Stabilität.
Ich bin sehr viel ruhiger geworden.
Also falls es bei euch jetzt nicht mehr so gut läuft...
Alles gut.
Ich habe so meine Gewohnheiten.
Wir könnten gemeinsam neue Gewohnheiten annehmen. Musik machen...
Ins Theater und in Ausstellungen gehen, reisen...
Eine Weltreise machen.
Das klingt schön.
Aber dafür 50 Jahre Ehe kaputtmachen...
Verstehe.
Ich kann Frauen keine Sicherheit geben.
Ich fliege von Blüte zu Blüte, so bin ich eben.
Ich werde allein sterben.
Guten Tag. - Hallo. Ist das hier Rue des Lilas 283?
Ja, da sind Sie richtig. Wen genau suchen Sie?
Sophie Désenclos. - Natürlich.
Kommen Sie doch bitte rein.
So, los geht's.
Vorsicht, Rollstuhl.
Würden Sie ihr die Blumen geben?
Sie würde sich so freuen, wenn Sie sie ihr selbst geben.
Madame Désenclos bekommt nie Besuch. - Ich hab's etwas eilig.
Und sie würde mich nicht wiedererkennen.
An ihre Jugend erinnert sie sich besser als an ihr Mittagessen.
Kommen Sie, fünf Minuten.
Das ist der Veranstaltungssaal. Heute gibt es ein fantastisches Konzert.
Wir nennen ihn den Admiral. Kennen Sie ihn?
Nein, gar nicht.
Sophie scheint nicht hier zu sein. Vielleicht in ihrem Zimmer. Kommen Sie.
Sie ist wohl schon beim Abendessen.
Ach ja, es ist schon 17:30 Uhr.
Sie werden sehen, sie hat sich nicht groß verändert.
Sophie?
Sie haben Besuch.
Ein charmanter Herr mit Blumen für Sie.
Wollen Sie ihr ihren Brei füttern? - Leider nein.
Wie gesagt, ich habe es etwas eilig.
Gut, tut mir leid, ich muss wirklich los. Auf Wiedersehen.
Guten Abend. - Guten Abend.
Boris wollte mich zum Essen einladen, aber ich hab abgelehnt.
Unglaublich.
Ich bring ihn um.
Und ich bring deine Sophie um.
Ich warne dich.
Ich sage Adrien, dass ich meine Vaterschaft anzweifle.
So etwas verbiete ich dir!
Du hast keinen Beweis. Und gegen ihn wäre das pure Gewalt.
Bald habe ich Beweise.
Ich hab alles zur DNA-Analyse geschickt. - Ich träume wohl!
Nie hörst du auf mich! Unerträglich!
Ich kann nicht mehr. Ich gehe!
Annie...
Warte, Annie! Für diese Situation bist du verantwortlich.
Was du vorhast, ist falsch. - Die Wahrheit steht mir zu.
Die sage ich dir doch! Guten Abend, ich habe Sie gerufen.
Wohin fährst du? Zurück zu Boris? Annie?
Was tust du?
Ich tue, was ich will, und du kannst mich mal!
Das Ganze wird böse enden.
Überstürze bloß nichts, Papa, bitte.
Man muss auch mal zurückstecken können.
Du meinst wohl eine Kröte schlucken?
Ich verstehe, dass das schwer ist.
Ich wollte dir übrigens sagen,
es tut mir sehr leid, dass ich so lange nichts gesagt habe.
Ich hatte Angst vor deiner Reaktion. - Darüber reden wir ein andermal.
Okay.
Aber aus Gründen der Transparenz möchte ich dir jetzt alles sagen.
Also...
Na ja...
Mika und ich werden heiraten.
Wie bitte?
Ich hab ihr einen Antrag gemacht. Und sie hat Ja gesagt.
Überleg es dir gut. - Wie bitte?
Das sagst du?
Du bist doch immer für die Werte der Familie.
Die Werte der Familie?
Deine Mutter betrügt mich, du belügst mich seit deiner Jugend...
Dein kleiner Bruder ist vielleicht nicht dein Bruder.
Was?
Ich weiß eigentlich nicht, warum ich hier bin.
Komm rein.
Ich weiß nicht, ob ich reinkommen will.
Sollen wir hierbleiben?
Warum nicht?
Oder im Garten? Wir gehen nicht ins Haus, versprochen.
Ich gehe wohl besser.
Nicht mal einen Drink?
Nur ein ganz schnelles Gläschen.
Was auch passiert,
ich glaube, ich werde Adrien genauso lieben wie vorher.
Und nie zu seinen Vorführungen gehen?
Woanders hingucken, sobald er was sagt?
Alles blöd finden, was er macht?
Du bist undankbar. - Was?
Stimmt es etwa nicht?
Du siehst immer nur Amaury. - Du übertreibst.
Adrien ist aber tatsächlich nicht ganz so wie...
Ja. Und ich auch nicht, was?
Ich bin wohl auch nicht ganz das, was du dir erhofft hast.
Was treibt deine Mutter bloß?
Du bist nur hier, um mich zu verhöhnen?
Um mir falsche Hoffnungen zu machen?
So ist es nicht. Ich wusste nicht, wohin.
Ich hab mich wieder mit François gestritten.
Geben wir ihm doch einen richtigen Grund, wütend zu sein.
Findest du mich denn immer noch... - O ja.
Ich finde dich immer noch... - Hör auf.
Warum? Weil du am Ende schwach werden könntest?
Fürchtest du immer noch, er zerbricht, wenn du ihn verlässt?
Ich weiß nicht.
Er zerbricht nicht.
Was weißt du schon? Manche zerbrechen.
Mein Vater zum Beispiel: Als meine Mutter ihn verließ,
fing er an zu trinken.
Eines Tages fuhr er sich mit drei Promille tot.
Hast du Angst, dass sich das wiederholt? - Nein.
Ich weiß nicht. Vielleicht.
Ja...
Alles nicht so einfach.
Gut, dann bis morgen, Mama. Gute Nacht.
Gib sie mir.
Sie wollte nicht mit dir reden.
Sondern? - Sagen, dass sie auswärts schläft.
Und wo? Bei Boris? - Das hat sie nicht gesagt.
Was? Ich lasse nicht zu, dass sie mich nach 40 Jahren noch mal betrügt.
Hast du sie etwa nie betrogen? - Nie!
Niemals!
Einmal stand ich kurz davor.
Sophie, meine Jugendliebe, rief mich an.
Amaury und dich gab es da schon. Zwischen uns lief es nicht so toll.
Aber ich bin stark geblieben.
Eure Mutter dagegen ist genau zur selben Zeit eingeknickt.
Das ärgert dich also.
Dass du dir das verkniffen hast. - Ach was.
Ich blieb meinen Prinzipien treu.
Wen rufst du an? - Amaury.
Ich brauche ihn.
Hier ist ein ausgemustertes Sturmgewehr.
Nicht mehr funktionsfähig. - Sehr gut.
Kommst du damit zurecht? - Ich denke schon.
Brauchst du Verstärkung? - Ausgeschlossen.
Das wird von Mann zu Mann geklärt.
Was genau wird geklärt?
Eine alte Sache, nicht gerade rühmlich für mich. Frag nicht weiter.
Vertraust du mir nicht? - Manche Akten müssen geheim bleiben.
Keine Sorge. Ich erteile ihm nur eine Lektion.
Da wäre noch was.
Wir waren beim Ultraschall.
Wieder ein Mädchen.
Erstaunt mich nicht. - Ich hatte noch Hoffnung, aber...
Ich habe...
Ich hab versagt, Papa.
Reiß dich zusammen. Ein Soldat lässt sich niemals gehen.
Ich hab dich wieder enttäuscht.
Hör zu, das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.
Wer ist da?
Ich weiß, dass Annie da ist. Mach auf!
Sie ist nicht hier. - Los, mach auf!
Ich mache nicht auf.
Geh nach Hause. Gute Nacht. - Mach auf!
Annie, komm raus! Annie!
Bist du total irre? Ich habe Nachbarn! - Scheiß drauf.
Wo ist sie? - Sie ist nicht hier.
Von wegen. Geh zur Seite.
Meinst du, du machst mir Angst mit deiner Knarre?
O doch, du machst mir Angst. Ehrlich.
Annie!
Du siehst doch, dass sie nicht hier ist.
Benutzt du zwei Handtücher?
Sie ist kurz mit mir ins Wasser gesprungen.
Nackt?
Sie hatte ihren Badeanzug vergessen.
Nicht frech werden. - Okay...
Wo ist sie? - Keine Ahnung.
Sie hat nichts gesagt.
Sie kommt bestimmt zurück.
Wir warten zusammen auf sie. - Mach, was du willst. Ich gehe schlafen.
Sie müssen das Haus verkaufen.
Dann sitzt jeder in einer kleinen Bude, mit einer halben Armeerente.
Papa fängt an zu saufen.
Eines Sonntags jagt er sich eine Kugel in den Kopf.
Mama stopft Prozac in sich rein und nimmt 40 Kilo zu.
Sie ruft uns x-mal am Tag weinend an und stirbt an einem Schlaganfall.
Ganz ruhig, sie lassen sich nie scheiden. - Doch. Mama kann nicht mehr.
Papa will die Scheidung. - Das würde mich wundern.
Er war immerhin General.
Das 18. Jahrhundert ist vorbei. Auch in der französischen Armee.
Du hältst uns für zurückgeblieben.
Was redest du denn da? - Dein überheblicher, allwissender Ton...
Du und deine Komplexe! Du bist so was von mimosenhaft.
Aufhören! Alle beide! Es geht nicht um euch!
Nehmt euch Kuchen!
Wenn Papa früher Mama gegenüber heftig wurde,
wünschte ich, sie würden sich scheiden lassen.
Ich wollte zwei Zuhause haben. - Ja, Papa war nicht immer nett zu Mama.
Aber sie waren glücklich.
Natürlich.
Ich kann sie mir nicht ohne einander vorstellen.
Papa wird eingehen.
Aber Mama findet vielleicht zu sich.
Gut geschlafen, Fanfan?
Negativ.
Nicht eine Nachricht.
Ich habe meinen Kindern geschrieben.
Keiner weiß was.
Sie will ihre Entscheidung in Ruhe treffen.
Welche Entscheidung? - Ob du oder ich.
Blödsinn.
Vor 40 Jahren habe ich wirklich geglaubt, sie verlässt dich.
Wir waren völlig verknallt.
Ich will's nicht wissen.
Aber letztlich hat sie sich für dich entschieden.
Also hör auf, sie zu nerven.
Ich brauche deinen Rat nicht.
Als Single sage ich dir:
Du hast ein Riesenglück, eine Frau wie Annie zu haben.
Ein Leben in Liebe ist das Schönste, trotz der Höhen und Tiefen.
Und das zertrampelst du gerade.
Ist es gut gelaufen?
Negativ.
Nur eine Sache: Du hast mich nie enttäuscht, mein Sohn.
Ich bin stolz auf dich, und ich bin es immer gewesen.
Danke, Papa.
Warte, ich wollte noch was fragen. Lasst ihr euch scheiden?
Das spricht sich schnell rum. - Ich glaube es nicht.
Ich weiß, ihr lasst euch nie scheiden.
Wieso denkst du das?
Das hast du mich gelehrt.
Bei einer Ehekrise wartet man, bis sie abklingt.
Und wenn sie nicht abklingt? - Dann hat man nicht lange genug gewartet.
17 Stunden ohne Nachricht.
Geben Sie eine Suchmeldung heraus, mit Foto, auf allen Kanälen.
Ganz ruhig. Haben Sie ein Foto der Vermissten?
Das ist sie. - Erwachsene lassen wir nicht suchen.
Wenn meiner Frau etwas zustößt, ist es Ihre Schuld.
Waren Sie gewalttätig? - Niemals!
Sie wird doch nicht einfach so verschwinden.
Wie steht es um Ihre Ehe? - Was geht Sie das an?
Wir suchen nicht nach Frauen, die ihre Männer verlassen.
Ich wollte sie verlassen!
Was Sie nicht sagen.
Sie sind doch der kleine François Marsault.
Richtig. Mit wem habe ich die Ehre?
Ich war Ihr Nachbar, in Nizza.
Als Sie klein waren.
Monsieur Cardinaud.
Ach, ja!
Wie haben Sie mich wiedererkannt? - Sie sehen genau aus wie früher.
Ich erinnere mich an Ihren Vater.
Und an die Tracht Prügel, die er Ihnen jede Woche verpasst hat.
Man hörte Sie brüllen, bis zu uns rüber.
Er war so hart.
Hart, aber gerecht. - Ja...
Das sagen Kinder, die geschlagen werden, häufig.
Schönen Tag noch.
Deine Mutter kommt nicht. - Das würde mich wundern.
Hast du was von ihr gehört? - Nein!
Aber das lässt sie sich nicht entgehen.
Gehen wir rein, es fängt gleich an. - Nein, danke.
Warum nicht?
Das ist nicht nur was für Kinder. - Für mich ist es auch nichts.
Wo steckt sie bloß? - Vielleicht schon im Saal.
Dann hätten wir sie gesehen.
Siehst du sie? - Sie fehlt dir, oder?
Einfach zu verschwinden, ist nicht ihre Art.
Nach der Scheidung siehst du sie womöglich seltener.
Oder gar nicht mehr. Oder nie mehr in deinem Leben.
Aber wo steckt sie nur?
Es fängt an. - Danke, ich gehe.
Nein, du bleibst jetzt hier.
Das ist eine Geiselnahme.
Wer sind diese Leute?
Sie wollen Ihre Geschichte hören.
Und wenn ich nicht erzählen will?
Tut mir leid.
Wie lange dauert das hier?
Kinder mochte ich nie.
Kindergeschichten gehen gut aus. Meine nicht.
Ständig denke ich an meine Kindheit.
An das Haus, in dem ich aufgewachsen bin.
Sie hier? - Julie, du hast hier nichts verloren.
Da war eine Spinne. - Tut mir leid.
Eine Riesenspinne. - Steig von dem Stuhl.
Wo ist sie? - Nirgends. Abgehauen. Komm jetzt.
Moment! Seien Sie nicht so hart.
Mein Vater war hart. Er war hart zu mir.
Wie heißt du? - Julie.
Spinnen muss man nicht fürchten, Julie. Mein Vater war nicht wie Pierre.
Er kam als aufbrausender Mann aus dem Krieg zurück.
Du bist nur ein Kind. - Waren Sie das nie?
Das ist lange her.
Mochten Sie sich nicht? - Nicht besonders.
Und ich war kein sehr glückliches Kind.
Papa? - Ja, mein Herz?
Wann kommt Mama wieder nach Hause?
Ich weiß es nicht, mein Herz.
Es tut mir leid.
Ich dachte nicht, dass Pappmaché-Figuren einen so berühren können.
Ja, das war echt toll.
Bravo, mein Sohn.
Ich rufe dich morgen an, ja?
Ich bin da, falls du was brauchst. - Du bist ein Schatz.
Gehst du? - Ja, ich gehe zurück ins Hotel.
Darf ich dich begleiten? - Danke, ich bin lieber allein. Tschüss.
Zum Wohl. - Ja.
Annie... Warte.
Ich muss dir was sagen. - Kannst du mich nicht in Ruhe lassen?
Du hast mich betrogen, aber ich muss mich entschuldigen.
Ist gut.
Ist das alles? - Nein.
Letzte Nacht hatte ich Zeit zum Nachdenken.
Mir ist klar geworden, wie wertvoll du mir bist. Wie sehr ich dich liebe.
Du willst keine Scheidung? - Nein.
Sondern um deine Hand anhalten.
Du spinnst.
Liebste Annie...
Willst du meine Frau bleiben?
Es ist zu spät.
Wir sind zu weit gegangen.
Da haben Sie sich aber nicht lumpen lassen.
Ich schenke ihn Ihnen. - Nein, danke. Ist nicht ganz mein Stil.
Bis später. - Wohin gehst du?
Ich bringe Mama ihren Koffer ins Hotel.
Wie lange bleibt sie noch dort? - Weiß ich nicht.
Wir haben Bazooka allein zu Hause gelassen.
Die Nachbarin füttert ihn, aber er wird bestimmt langsam depressiv.
Wegen des Hundes kommt sie nicht zurück.
Wegen mir offenbar auch nicht. - Du musst schwerere Geschütze auffahren.
Bis später, mein Küken. - Tschüss, mein Herz.
Was sind schwerere Geschütze?
Ich bin nicht beim Militär.
Pflegeheim "Les Lilas", guten Tag. - Guten Tag, hier ist François Marsault.
Ich bräuchte bitte eine Telefonnummer.
Guten Tag. Ich bräuchte hier eine Unterschrift.
Danke.
Du wolltest die Wahrheit wissen.
Mach auf.
Ich glaube dir, mein Schatz.
Das können wir wegwerfen.
Danke.
Ich leere ihn aus, falls du's dir anders überlegst.
Zum Geburtstag viel Glück!
Zum Geburtstag viel Glück!
Zum Geburtstag, liebe Annie
Zum Geburtstag viel Glück!
Singen wir nicht mehr die Marseillaise?
Stimmt. Das war letztes Jahr gut, dein Text zur Melodie der Marseillaise.
Inzwischen ist mir die Niçoise lieber.
Alles klar, Mädels? Gefällt euch der neue Dachboden?
Opa, ich hab einen Schatz gefunden.
Danke, meine Süße. - Das kann man aufmachen.
Kommt ihr zum Imbiss, Mädels? - Ja.
Sind die auch von Boris?
Keine Ahnung.
Antoine Pezet.
Wer ist das?
Keine Ahnung.
Sie sind aber an dich adressiert. - Die müssen uralt sein. Keine Ahnung.
"Nizza, der 5. April1988."
"Annie, mein Schatz, meine Liebste,
meine Tigerin..."
April1988...
Mehr als 35 Jahre...
Längst verjährt.
Ich hab noch einen Schatz gefunden. - Hier sind ja ganz viele davon!
Was ist das? - Das sind Briefe.
Annie, wie viele Verjährungen gibt es noch?
Gib niemals, niemals, niemals zu
Gib niemals zu
Dass du liebst
Gib niemals, niemals
O nein, gib niemals zu
Gib niemals zu
Dass du sie liebst
Wenn du willst, dass man dir alles gibt
Was du erwartest
Wenn du willst, dass der Herbst
Nach Frühling schmeckt
Dann sei derjenige, der verunsichert
Und denk immer daran
Man muss Zweifel säen
Um Liebe zu ernten
Gib niemals zu
Niemals, niemals, nie
Gib niemals zu
Dass du liebst
Gib niemals, niemals
O nein, gib niemals zu
Gib niemals zu
Dass du sie liebst
Wenn du unbedingt
Dein Liebesglück verteidigen willst
Wenn du unbedingt
Den zärtlichsten Geständnissen lauschen willst
Dann sei derjenige
Den man für das liebt, was er nicht sagt
Der ein Gedicht beginnt
Es aber nie beendet
Gib niemals zu
Niemals, niemals, nie
Gib niemals zu
Dass du liebst...
BABELFISCH TRANSLATIONS Veronika Sandkühler
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