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Hallo. Ich heiße Jean-Pierre Jeunet.
Ich werde alleine über 'Delicatessen' erzählen,
da Marc Caro Kommentare nicht so gerne mag.
Er hört sie sich nie an.
Aber ich bin ganz versessen auf Kommentare.
Ich höre mir gern an, was meine Kollegen zu sagen haben.
Ich tauche in meine Erinnerungen,
da der Film schon über zehn Jahre alt ist.
Es wird interessant für mich sein, in meine Erinnerungen zu tauchen.
Ich erinnere mich daran, wie der Metzger seine Axt schärfte.
Die Geschichte dazu habe ich schon ganz oft erzählt:
Ich habe mal direkt über einer Metzgerei gewohnt,
und jeden Morgen weckten mich die Hackgeräusche des Metzgers.
Meine Verlobte wollte unbedingt umziehen, und sie sagte:
"Ich bin sicher, er zerhackt die Mieter der 7. Etage".
"Dann arbeitet er sich langsam nach unten durch."
"Wir müssen umziehen, bevor wir an der Reihe sind".
Es war eine gute Idee für einen Film in einem geschlossenen Ort.
Caros und meine bisherigen Ideen waren zu teuer,
genau wie für 'Die Stadt der verlorenen Kinder'
Das war eine preiswerte Geschichte, die sich in einem Gebäude abspielte.
So begann 'Delicatessen''.
Das Gebäude ist total isoliert in einer Art Niemandsland,
weshalb wir keine dazugehörige Stadt benötigten.
Das war sehr praktisch.
Das drehten wir am ersten Tag. Der erste Drehtag ist nie so gut.
Man spürt das in allen Bereichen, dass nichts so richtig gut klappt.
Der mit den sonderbaren Augen heißt Pascal Benezech.
Er ist ein sonderbarer Schauspieler,
der Ganoven als Freunde hatte und Interessantes erlebt hat.
Er brachte uns wirklich zum Lachen.
Mit ihm zu arbeiten war ein Abenteuer.
Es war unser erster Film.
Ich erinnere mich an den Tag vorm ersten Dreh.
10 Jahre hatten wir darauf gewartet. Ich fuhr singend durch Paris.
Endlich nahm diese Geschichte Form an.
Endlich machten wir einen Film. Es war toll. Ich war überglücklich.
Darius Khondji war Beleuchter.
Er hatte erst einen Film gedreht.
Auch für viele Techniker, die auch später
für uns weiterarbeiteten, war es der erste Film.
Der, der den Mülleimer trägt, heißt Olivier Gleyze.
Er gehört zum Spezialeffekte-Team Les Versaillais.
Wir brauchen sie dauernd.
In unseren Filmen gibt es praktisch keine Aufnahme ohne Spezialeffekte.
Sein Team wirkte in den drei Filmen mit.
In 'Alien'' leider nicht. Dafür hatten wir ein amerikanisches Team.
Dreyfus, der Metzger, war körperlich unfit.
In Actionszenen hatte er Schwierigkeiten.
Die Titelsequenz.
Ich mag die Titelsequenzen, die in den Film eingebaut sind.
Sie haben eine bestimmte Funktion im Film.
Ich machte das in 'Foutaises' und 'Amälie',
nicht in 'Die Stadt der verlorenen Kinder.'
Wir hatten zwei oder drei Ideen,
aber nicht genug Geld, um sie auszuführen.
Der Co-Autor des Skripts war Gilles Adrien.
Darius Khondji...
Seine Beleuchtung und die chemischen Prozesse erwähnten wir bereits.
Carlos D'Alessio, der Musiker,
der leider einige Jahre später verstarb.
Der Tonmeister war damals ebenfalls ein Anfänger.
Kein Kommentar.
Für die Kostüme hatten wir kaum Geld.
Wir haben alles in Trödelläden aufgestöbert.
Aline Bonetto machte Kostüme für spätere Filme,
Jean Rabasse das Set für 'Die Stadt der verlorenen Kinder'.
Der Techniker Herve Schneid war in allen vier Filmen dabei.
Mein erster Assistent... Die Produktionsleiterin.
Meine treue Produzentin Claudie Ossard verdient viel Anerkennung.
Sie kämpfte ein Jahr sehr hart, um das Geld aufzutreiben.
Niemand wollte den Film produzieren, niemand verstand das Skript.
Schließlich schloss UGC einen Vertrag mit ihr ab.
Und so begann das Abenteuer.
Aber es war ein mühsamer Kampf.
Wir riefen sie ein Jahr lang jeden Morgen an,
aber nichts bewegte sich.
Rufus ist in allen drei französischen Filmen.
Jacques Mathou aus 'Betty Blue' von Jean-Jacques Beineix .
Im Hintergrund steht Ticky Holgado, Anne-Marie Pisani und Karin Viard.
Es war ihr Kinodebüt.
Sie war mal in einem Film von Chatiliez.
Es gibt eine Anekdote.
Sie bezahlen mit Maiskörnern.
Claudie Ossard präsentierte das Skript einem gewissen Produzenten.
Er schlug das Skript auf und kam zu der Szene,
in der sie mit Mais bezahlen,
und er sagte: "Dieser Film wird niemals ein Erfolg".
Weil sie mit Mais bezahlten.
Das ist Dominique Pinon, unser alter Weggefährte.
Ich entdeckte Pinon übrigens nicht in 'Diva',
wie viele denken, sondern im Kurzfilm 'Däcouverte',
in dem es um das filmische Entdecken geht.
Ich wusste schon immer, dass ich einen Film mit ihm machen wollte.
Ich schrieb einen 52-minütigen Film für ihn,
der jedoch nie produziert wurde.
Ich erzählte es ihm erst später. Damals wusste er nichts davon.
Ich erzählte es ihm erst später. Damals wusste er nichts davon.
Das Gebäude, das man eben sah, war ein Modell von Jean Rabasse.
Wir konnten es uns nicht leisten, große Sets zu bauen.
Alles wurde im alten Warenlager der SEITA gedreht,
einer Fabrik, die nicht mehr in Betrieb war.
'Nikita' von Beineix wurde auch dort gedreht.
Es war wunderbar. Es war Sommer, das Wetter war gut,
und diese ganze Miniaturstadt stand uns zur Verfügung.
Wir benutzten die Hallen als Studio, und die Straßen.
Wir fügten nur die Fassade des Ladeneingangs hinzu.
Der Rest des Sets war schon da.
Die Straßen sahen aus wie in einer echten Stadt.
Den Titel fanden wir schnell. Ich erzählte Caro die Rahmenhandlung,
und er sagte: "Ich habe den Titel: Delicatessen'".
Er wollte den Titel schon lange benutzen.
Les Versaillais bei der Arbeit. Die bekannte Szene mit dem Streichholz.
Man probt sie 50 Mal, aber wenn die Kamera dann läuft, geht es nicht.
Das Streichholz lässt sich nicht teilen.
Wir filmten es 30 Mal.
Mit Spezialeffekten geht das immer so.
Und auch nicht von Besuchern.
Tja...
Dann muss ich mich wohl irren.
Man hört einen Zug.
Caro und ich mögen das Geräusch eines Zuges in der Ferne.
Wir lieben die Stimmung in Filmen von Doisneau und Prävert.
Pr'vert war eine bewusste Referenz für diesen Film.
Er hat ihn nie mit uns zusammen angesehen,
aber er sah ihn später und sandte mir eine nette Postkarte.
Er schrieb:
Hätte der Kinobesitzer gewusst, wie sehr er den Film mochte,
hätte er zehnmal mehr Eintritt von ihm verlangt.
Das schwierigste für Sie wird sein, bodenständig zu bleiben.
Ich sage alles gerade heraus.
Sie haben die Voraussetzungen nicht.
Jean-Claude Dreyfus sollte erst den Boss der Troglodyten spielen.
Es war schwer, einen Metzger zu finden.
Das Casting dauerte aus finanziellen Gründen über ein Jahr.
Ich dachte, er könnte ein großartiger Metzger sein.
Ich habe eine goldene Regel, die ich immer befolge.
Ich probe immer mit allen Schauspielern, auch mit Dominique.
Ich glaube, es ist auf DVD zu sehen.
Ich habe alles aufbewahrt. Das tue ich immer.
Man kann also die Proben mit Julie Clapet und Dominique Pinon sehen.
Zur Treppe gibt es eine Anekdote. Wir fanden Sie in Levallois.
Sie war klasse. Es war etwas heikel, weil wir sie überfluten wollten.
Sie war in einem verlassenen, abrissreifen Gebäude.
Der Bürgermeister von Levallois,
an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere,
verlangte im letzten Moment, eine Woche vor den Dreharbeiten,
100.000 Francs Unkostengebühren.
Wir bauten dann lieber eine Treppe im Studio auf.
Wir bauten zweieinhalb Stockwerke, und der Rest war optische Täuschung.
Damit lastete viel weniger Druck auf uns.
Schließlich bauten wir ein riesiges Becken,
um die Treppe überfluten zu können.
Aber die Treppe in Levallois diente uns als Modell.
Vielleicht kann man die Aufnahmen der Levallois-Treppe auf DVD sehen,
mit Darius Khondji, Caro und meinem Assistenten.
Dominique Zardi
war ein bekanntes Gesicht aus Filmen der 50-er und 60-er Jahre.
Merken Sie sich das.
Wird Ihr Haar denn wieder werden?
Das ist ausnahmsweise nachsynchronisiert.
Ich hasse Nachsynchronisationen. Alle Regisseure hassen sie.
Das ist eine frühe Aufnahme. Das Bild ist unangenehm.
Dominiques Augen sind zu nah am Rand. Die Beleuchtung ist hässlich.
Niemand fühlt sich im Film zu Hause. Alle suchen immer noch sich selbst.
Die ersten Wochen waren aufregend.
Bei jedem Film denken wir, es klappt dieses Mal besser.
Aber dann merken wir, dass es immer noch besser geht.
Es ist schwierig, sich daran zu erinnern, wer welche Idee hatte,
aber ich weiß, dass die Idee mit dem Affen...
Die Ideen mit dem Clown, den Dominique spielt,
und dem Affen, stammen von Caro.
Der Organisationsplan des Gebäudes ist schwer zu verstehen.
Wenige verstehen, dass das Wasser aus der Wohnung von Potin kommt,
der mit seinen Schnecken und Fröschen lebt.
Es denken natürlich alle, dass er im Keller lebt.
Aber er lebt genau über ihnen. Deshalb tropft es.
Es geht nicht klar hervor. Die Japaner haben es verstanden.
Sie arbeiteten hart und erstellten eine Pressemappe.
Sie machten eine vollständige Kopie des Gebäudes.
Aline Bonetto machte das schöne Set.
Sie machte die Sets für 'Die Stadt der verlorenen Kinder' und 'Amälie'.
Sie hört jetzt anscheinend Stimmen.
Ich will die Geschichte über unsere erste Begegnung mit Rufus erzählen.
Ich sah ihn in einem Stück in Paris im Café de la Gare.
Er machte etwas Ungewöhnliches auf der Bühne.
Da waren zwei Schauspieler
und ganz offensichtlich lief etwas schief. Sie hatten ein Problem.
Sie hatten einen Streit auf der Bühne,
und einer von beiden schlug den anderen.
Das Publikum fühlte sich sehr unwohl.
Zehn Minuten später endete das Stück.
Natürlich war es bloß gespielt.
Solche Drahtseilakte spielt Rufus immer sehr gerne.
Die Szene mit den Seifenblasen. Ich erinnere mich sehr gut daran.
Wir trafen einen sehr talentierten Jungen, Gustave Parking.
Er machte Straßentheater
und machte diese unglaublichen Seifenblasen.
Er lehrte Dominique Pinon, wie man Seifenblasen macht,
wie man Zigarettenrauch verwendet und zwei Blasen ineinander macht.
Am Drehtag war es leider sehr heiß
auf der Treppe, wegen der Beleuchtung.
Unsere extrem heißen Lampen waren zu heiß für Seifenblasen.
Zur Abkühlung brauchten wir dann riesige Ventilatoren,
die wir auf Eisblöcke stellten, damit die Treppe kalt wurde.
Als es kalt genug war, beleuchteten wir alles wieder
und drehten die ganze Szene in einer halben Stunde,
nachdem wir uns den ganzen Tag abgerackert hatten.
Die Seifenblase sollte eigentlich im Bild bleiben.
Dominique sollte sie mit der Zigarette zerstoßen.
Der Rauch sollte entweichen.
Das war schön, aber es gelang uns nicht.
Bei den Proben gelang es uns natürlich immer.
Marie-Laure Dougnac
spielte die Rolle der Julie Clapet wunderbar.
Viele Leute glaubten, sie sei wirklich kurzsichtig.
Sie hat wirklich Talent.
Das war die Szene, die wir im Trailer verwendeten.
Diese Szene wurde sehr oft für Reklamen nachgeahmt.
Hätten wir sie eingeklagt, hätten wir zehn Jahre davon leben können.
Die Amerikaner verwendeten sie unter anderen für Coca-Cola.
Sie stahlen sie für etwa ein Dutzend Reklamefilme.
Buster Keaton hat uns dabei inspiriert.
Inspiration ist immer amüsant.
Aber manchmal kopieren wir Szenen, ohne es zu wissen.
Das ist später sehr unangenehm.
In der Szene am Schluss, in der Wasser aus dem Bad fließt,
waren wir überzeugt, dass Caros eine geniale Idee hatte.
Jahre später sah ich einen Dick und Doof-Film
mit genau derselben Idee.
Vielleicht sah Caro ihn als Junge und hat ihn dann vergessen.
So was kommt vor.
Natürlich drehten wir diese Aufnahmen nicht am Stück,
da unterschiedliche Sets und Schauspieler vorkommen.
Wir befinden uns mal auf der Treppe, mal in Tapiocas Wohnung.
Wir mussten diese Szene äußerst sorgfältig vorbereiten.
Der Rhythmus jeder Aufnahme war genau abgestimmt.
Wir brauchten ein Metronom, um ihnen den gleichen Rhythmus zu geben.
Es war äußerst strukturiert. Sonst wäre das unmöglich gewesen.
Alle Aufnahmen mit den Federn wurden gleichzeitig gedreht.
Der Tonassistent saß auf dem Bett. Er hatte ein gutes Rhythmusgefühl.
Mixen war schwer. Wir taten es zwei Mal.
Einmal für den Trailer.
Und danach mischten wir noch mal.
Vorder- und Hintergrund mussten bestimmt werden
sowie Toneffekte und Musik, was das Mixen kompliziert machte.
Die Toneffekte mit dem musikalischen Effekt übernahmen Jeröme Thiault
Die Toneffekte mit dem musikalischen Effekt übernahmen Jeröme Thiault
und Marc Caro, der die Nachbearbeitung
mit elektronischen Geräten machte, die in diesen Jahren erschienen.
Sampler und ähnliche Geräte kamen damals erst auf den Markt.
Caro machte die Nachbearbeitung und ich schnitt mit Herve Schneid.
Sind Sie fertig?
Wir waren innovativ, was den Ton angeht.
Der Toningenieur, Vincent Arnardi, der alle unsere Filme gemacht hat...
Er hatte es nicht leicht. Wir hatten in Frankreich keine Geräuschkultur.
Gewisse Geräusche wie der Schuss waren schwierig.
Heute machen Franzosen das so gut wie die Amerikaner. Damals nicht.
Wir arbeiteten eine Woche, um den richtigen Ton zu erhalten.
Ein Schuss ist eine Mischung von fünf oder sechs Tönen.
Es war schwierig, einen Ton im amerikanischen Stil zu schaffen.
Die Sinnestäuschung mit der Treppe.
zweieinhalb Etagen sehen aus wie fünf.
Der Postbote ist Chick Ortega.
Er ist ein Kumpel von mir und kommt auch aus Nancy.
Er spielt in vielen Filmen von Wim Wenders mit.
Sie haben genau 20 Sekunden, um sich in Ihre Wohnungen zu begeben.
Tickys Vergangenheit ist ungewöhnlich.
Er war der Manager von Johnny Hallyday und Claude Francois.
Er kommt nicht vom Film, aber er schauspielert gut.
Er hat nie Schauspielunterricht genommen.
Aber er hat die Schauspielerei im Blut und ist sehr präzise.
Er ist ein großartiger Schauspieler.
"Ein Freund". Darüber mussten Caro und ich lachen,
aber sonst wohl so gut wie niemand.
Manchmal bringt uns eine kleine Szene zum Lachen,
aber niemanden sonst.
Egal. Etwas Spaß muss sein.
Bis bald, Julie.
All das funktioniert drehten wir am Treppenset in der SEITA.
- Hier. Für die Anzeige. — Immer zu Ihren Diensten.
In diesem Film begann ich, mit kurzen Brennweiten zu filmen.
Das verleiht der Person mehr Charakter.
Es akzentuiert ihren Gesichtsausdruck.
Das Casting ist am Wichtigsten,
aber die kurzen Brennweiten tragen dazu bei,
den Charakteren mehr Ausdruck zu verleihen.
Und natürlich ist die Wirkung größer,
wenn man das ganze Set sehen kann.
In dieser Einstellung kann man die Decke sehen.
Ich mag lange Brennweiten nicht. Das ist sehr Amerikanisch.
Es ist ein Stil, der amerikanische Filme einheitlich aussehen lässt,
in ihrem stillosen Gebrauch von langen Brennweiten.
Das Spezialeffekte-Team hat das direkt angepackt:
Wenn er spuckt, sprengt eine kleine Stahlkugel das Glas.
Die Synchronisation muss genau stimmen.
Unser armer Postbote hatte Probleme, sein Motorrad zu manövrieren.
Hier ist wirklich Maßarbeit gefragt. Er ist nie zuvor Motorrad gefahren.
Aber man hat nicht drei extra Wochen,
um den Darsteller anzulehren, wie man klar sehen kann.
Er nimmt sich Zeit, um mich verrückt zu machen.
Das gelingt ihm.
Gleich kommt der Gag mit dem Kondom, das er mit Flickzeug repariert.
Es bringt mich nicht mehr so sehr zum Lachen wie früher.
Ich würde das etwas subtiler machen, besonders was den Ton angeht.
Es mangelt hier etwas Feinheit.
Er hält es ins Wasser, es platzt nicht...
Ich würde den Ton etwas verfeinern.
Hinter ihm ist ein Fernsehbildschirm.
Man erkennt ihn schlecht, aber alles darauf dreht sich ums Essen.
Man sieht eine Käseplatte, die sich dreht.
Sie sind vom Essen besessen,
da ihnen Lebensmittel fehlen, deshalb die Bilder.
Das ist Potins Wohnung. Er wird von Howard Vernon gespielt,
einem legendären Schauspieler der 50-er und 60-er Jahre.
Er lebt inzwischen nicht mehr.
Er war sehr kooperativ,
da er sich mit Schnecken und Fröschen bedecken ließ.
Die armen Frösche.
Wie die Amerikaner sagen: "Kein Tier erlitt Schaden".
Wir setzten sie später in einen Teich.
Sie müssen einiges zu erzählen gehabt haben.
Aber es machte ihnen wohl keinen Spaß.
Die Farbe blätterte von den Wänden,
und ich glaube nicht, dass sie gute Erinnerungen an den Film haben.
Eine Journalistin aus Nancy, die sich all unsere Filme ansieht,
war sehr aufgebracht, als sie den Schneckenhaushaufen sah.
war sehr aufgebracht, als sie den Schneckenhaushaufen sah.
Er erinnerte sie an ein Konzentrationslager.
Das ließ sie nicht mehr los.
Hier sehen wir die berühmte Teeszene.
Man kann sich die Proben für die Szene auf DVD ansehen.
Wir probten sie, um die Rolle der Julie Clapet zu vergeben.
Wir haben genau in diesem Set geprobt.
Es war damals jedoch noch nicht ganz fertig.
Es war sehr viel Arbeit,
da wir sehr viel Material zur Auswahl hatten.
Sie werden sehen, dass etwas Lustiges passiert.
Sie werden sehen, wie peinlich genau alles geprobt wird.
Ich versuchte dann etwas in diesem Film,
dass sehr gut funktionierte.
Ich verwarf die geprobte Version im letzten Moment,
sagte es aber nur einem Darsteller wegen des Überraschungseffekts.
Das ist spannend für die Darsteller, da sie improvisieren müssen,
was sie zuvor sorgfältig geübt hatten.
Sie können die Szene durchspielen,
aber sie sind gezwungen, dabei zu improvisieren.
Wir probten die Szene ewig
mit Marie-Laure Dougnac und Dominique Pinon.
Ich sagte dann zu Dominique, er solle sich auf ihren Stuhl setzen,
damit sie improvisieren muss. Sie werden sehen, was passiert.
Er gibt ihr Blumen. Das ist neu.
Das ist die erste kleine Überraschung.
Ihre kleinen, ungeschickten Gesten sind improvisiert.
Sie ist überrascht.
Diese Situation wurde geprobt. Alles läuft gut.
Dominique sollte sich hinsetzen, aber was tut er?
"Haben Sie das gemalt?" Sie weiß nicht, was sie tun soll.
"Nichts Besonderes". Er nimmt ihren Platz ein.
"Nein, nein" sagt sie.
Sie ist verwirrt. Alle ihre Proben stehen plötzlich auf dem Kopf.
Alles wurde umgeändert und sie ist ganz unbeholfen.
Sie ist total verloren.
Das ist wirklich nicht gespielt.
Die Schauspieler und die Crew spürten, wenn ich etwas vorhatte,
und versammelten sich um die Kamera.
unauffällig natürlich.
Halten Sie mich für ungehobelt?
Nein, ganz und gar nicht. Warum sollte ich?
Ein Mädchen lädt Sie zu sich ein. Man kann das für überstürzt halten.
Marie-Laure hat das Talent, um eine kurzsichtige Person zu spielen.
Vielen Dank für heute Morgen.
Wofür?
Sie haben mein Paket gerettet.
Ihr Verhalten hat mich sehr gerührt.
Keine Ursache.
Der Kameramann, Darius Khondji, benutzte
als einer der ersten, eine Methode,
die Bertoluccis Kameramann erfunden hat,
dessen Name mir auf der Zunge liegt.
Er erfand einen Prozess namens ENR,
einen komplexen chemischen Prozess.
Einige Filmbäder lässt man weg, andere akzentuiert man.
Das verstärkt den Kontrast und vermindert die Farbstärke.
Das gibt den Bildern einen eigentümlichen Charakter.
Es war damals immer noch in einem experimentellen Stadium
und macht die Bilder etwas monochrom.
Der Film hatte einen ganz besonderen Charakter,
außer in den USA,
wo die Kopien nicht bearbeitet wurden,
was hässlich aussah.
Zumindest war es weniger interessant.
Hier sieht man Silvie Laguna.
Ich sah sie in einer Reklame, die mich zum Lachen brachte.
Die Rolle von Mme Interligator ist ihr wie auf den Leib geschrieben.
Sie spielt ihre Nervosität ausgezeichnet,
jemanden am Rande der Hysterie.
Sie ist perfekt dafür.
Sie brachte uns oft zum Lachen.
Wir sehen weitere Werbespots, die sich ums Essen drehen.
Auf jeden Fall habe ich keine Wahl. Morgen um Punkt 11 Uhr.
- Ich rechne mit Ihnen. — Aber...
"Scheißer"?
Ausziehen? Warum? Ich bin doch erst gerade angekommen.
Es ist hier furchtbar. Das Gebäude ist gesundheitsschädlich.
Die Wände zerfallen. Alles ist undicht.
— Bin ich Ihnen denn unsympathisch? — Was?
Diese Art von Zeichentrick-Gag, lieben wir.
Jetzt werden sie mit ihren Köpfen zusammenstoßen.
Sie mussten es wirklich tun. Wir probten es,
und wenn sie es nicht richtig machten, war es zu offensichtlich.
Ich sagte: "schlagt eure Köpfe richtig zusammen."
Und genau das taten sie. Marie-Laures Beule war echt.
Ich mag diese kleine Szene,
in der Dominique auf ihre Stirn bläst.
Für mich ist das ein Vorläufer der Kussszene in 'Amälie',
als Nino und Amälie sich im Flur so lange und intensiv küssen,
dass es in den Kinosälen totenstill wurde. Das war ein Vorgeschmack.
Ich mag diesen kleinen Moment sehr.
Im Skript gibt es immer diese kleinen Szenen,
die einen zum Lachen bringen, und die man vergisst.
Dann macht man den Film und...
"Weil ich alles zerbreche, habe ich alles doppelt." Sie holt eine Vase.
Es machte Spaß es zu schreiben,
aber wir vergaßen es bald wieder.
Spielen Sie Cello?
Als wir den Film zum ersten Mal zeigten,
lachten bei der Szene alle.
Wir hatten völlig vergessen, dass sie lustig war.
Wir hatten völlig vergessen, dass sie lustig war.
Es ist merkwürdig, wie man sich an den Humor gewöhnt, den man erfindet,
und ihn dann ein Jahr später wieder entdeckt.
Das war Marc Caros Idee. Auf der Säge zu spielen.
Die zwei Darsteller mussten lernen, wie man darauf spielt.
Sie spielen natürlich nicht richtig, aber für die Bewegungen
mussten sie lernen, wie man spielt.
Im Making-of sieht man wie sie spielen.
Es war eine Katastrophe,
da sie so schief spielten.
Aber die Bewegungen stimmten.
Ein Jahr bevor wir den Film drehten,
hatte Marie-Laure Dougnac Zeit, Carlos D'Alessios Musik zu lernen.
Sie übte also auf dem Cello fast ein Jahr lang, in ihrer Wohnung.
Einige Maler renovierten den Hof des Hauses, in dem sie lebte.
Sie hörten die Filmmusik jeden Tag.
Eines Morgens hörte sie einen Maler die Filmmusik pfeifen,
ein Jahr bevor sie herauskam. Das war wirklich was.
Kennen Sie das?
Es war sein Lieblingsstück.
Ein kleiner Rückblick, eine Szene in der die beiden
das Duett für Säge und Cello von Carlos D'Alessio spielt.
Er war Marguerite Duras' Komponist. Er machte ' India Song' .
Er schrieb ein tolles Stück, das ich im Kurzfilm 'Foutaises' verwendete.
Es war sehr bewegend und geistreich.
Ich hörte es einmal in einem Konzert in Tokio.
Das mag hochnäsig klingen.
Wir machten in Tokio Promotion für den Film und d'Alessio gab
ein Konzert mit Michael Nyman, dem englischen Komponisten.
Das Modell von Jean Rabasse...
Hast du bemerkt, wie hell die Nächte sind?
Mademoiselle Plusse. Wir lieben diese merkwürdigen Namen.
Wir fanden sie in Werbekatalogen aus den 30-er und 40-er Jahren.
Monsieur Potin, Mademoiselle Plusse,
die Gebrüder Kube, die Familie Tapioca.
Meine Produktionsgesellschaft heißt Tapioca Film.
Es ist ein Tribut an General Tapioca aus Tim und Struppi.
Und es wäre schade, die saftigen Schinken zu verlieren.
Ich leite die Aufnahmen.
Ich mache sie nicht sondern Darius Khondji.
In Amälie machte es Bruno Delbonnel.
Aber ich leite sie immer.
Ich habe ein großes Bedürfnis zuleüen.
Ich überlasse das niemand anderem.
Dem Schicksal ist man ausgeliefert.
Es ist, wie du sagtest.
Es wird regnen.
Der Wind dreht sich.
Man kann seine eigenen Filme nicht sehen, ohne zu rezitieren.
Ich weiß nicht, ob ich noch alles von 'DeIicatessen' rezitieren kann,
aber das ist schon möglich.
Ich weiß nicht, ob ich das sagen...
Der Casting Director Pierre-Jacques Benichou ist ein Freund von mir.
Er war in den drei Filmen dabei. Außer natürlich in 'Alien''.
Zur Crew, die mich auch bei 'AIien' begleitete, zählten Herve Schneid,
meine Skriptautorin Aruna Villiers, Pitof für die Spezialeffekte,
der Schauspieler Dominique Pinon.
Und ein neuer Assistent.
SCHLAFFÖRDERNDER KRÄUTERTEE
Und Darius Khondji, der Kameramann, der alle drei Filme machte.
Ich mag diese Szene, wo sie seine überlangen Clownschuhe auszieht,
und sie neben ihre kleinen Füße stellt. Ich mag das Bild.
Das Kostüm des Affen hat Valärie Pozzo di Borgo gemacht.
Ich habe es zu Hause.
Ich behalte ein oder zwei Andenken an jeden Film.
Aus ' Die Stadt der verlorenen Kinder'
hab ich ein anderthalb Meter langes Boot.
Man schickte mir ein Alien in einer Kiste aus Hollywood.
Als sie ankam, erzähle ich dem Boten, es sei eine Überraschung.
Er öffnete die Kiste und sah den Fuß eines Aliens und sagte:
' Oh, ein Alien' , als wäre es etwas ganz Normales.
'DeIicatessen' gehörte zu den ersten französischen Welterfolgen.
Es ist toll,
wenn der eigene Film auf allen Kontinenten gezeigt wird,
wenn der eigene Film auf allen Kontinenten gezeigt wird,
und von allen Nationalitäten in allen Ländern gesehen wird,
und die Leute gleich reagieren.
Sie sind an denselben Stellen bewegt und sie lachen
und applaudieren an denselben Stellen.
Für den Albtraum, den man heute mit besserer Technik machen würde,
verwendeten wir damals einem biegsamen Spiegel.
Wir rüttelten ihn und erhielten die verzerrten Bilder.
Das war eine äußerst einfache Methode.
Albträume sind ein Filmklischee. Dies ist ein doppelter Albtraum.
Ein Albtraum im anderen. Wir glauben, sie sei aufgewacht,
aber sie ist in einem neuen Albtraum.
Ich mag die Szenen mit Türen, die sich öffnen.
Sie sind in all meinen Filmen.
Manchmal passiert so etwas, ohne dass man sich dessen bewusst ist.
Man hat das vage Gefühl, dass man es schon mal gesehen hat.
Normalerweise sagt der Filmcutter:
"Du wiederholst dich etwas. Das hab ich schon mal gesehen."
Der Produzentin Claudie Ossard gefiel die Szene nicht.
Das ist der schrecklichste Teil.
Eigentlich ist in meinen Filmen keine richtige Gewalt zu sehen.
Keine Kämpfe, Verfolgungen und Actionszenen.
Das ist auch gut so.
Das ist unsere Lieblingsszene.
Die auffälligste Szene.
Die Magie der Szene ist schwierig zu beschreiben.
Aber die Musik half uns sehr.
Das kurze Video,
das wir bei einem Fernsehsender fanden und für wenig Geld kauften,
ist ein missglückter Videoclip mit schlechten Darstellern,
das von Laien-Regisseuren oder deren Assistenten stammt.
Es war eine Freude, es zu sehen.
Die hawaiianischen Tänzerinnen sind klasse
und sie verliehen dieser Szene den Rhythmus.
An dieser Stelle applaudierte das Kino-Publikum mit Sicherheit.
Und bei Mme Interligators fehlgeschlagenen Selbstmordversuch.
Ich bin besonders stolz auf diese Szene.
Wir verbrachten einen ganzen Tag damit, sie zu drehen.
Dominique fand den Rhythmus schwierig.
Er ist sehr präzise und technisch angehaucht.
Das Schneiden war sehr kompliziert.
Jede Aufnahme musste perfekt an den Rhythmus angepasst werden.
Es war die Hölle.
Karin spielt perfekt in dieser Szene.
Karin macht jetzt Autorenfilme, intellektuellere Filme,
und 'DeIicatessen' hat für sie wenig Bedeutung.
Sie ist wohl nicht sehr stolz darauf.
Aber sie war ausgezeichnet.
Ich liebe diesen kurzen Augenblick.
Mme Interligator. Die Szene war in einer Bernard-Pivot-Sendung
Mme Interligator. Die Szene war in einer Bernard-Pivot-Sendung
mit Bertrand Tavernier und mir als Gast. Pivot fragte:
"Mögen Sie Taverniers Filme"?
Ich war wie versteinert, da ich keinen gesehen hatte.
Es war schrecklich.
Ich glaube, Tavernier ist mir immer noch böse.
Das ist interessant. Die Stimme, die man hört.
Es ist Jacques Mathous Stimme. Er taucht später im Film auf.
Interessanterweise war der erste Mix in Dolby und in Stereo.
Hörte man in Stereoton,
klingt es wie eine imaginäre Stimme in ihrem Kopf ist.
Spielten wir es mono, klang es,
als ob die Stimme aus dem Wasserhahn käme.
Der Stereoton veränderte die Geschichte völlig.
Es war ein richtiges Dilemma.
Wir wussten, dass der Film mono und stereo gesehen wurde.
Schade für die, die keinen Stereoton haben.
Ich mochte immer kleine mechanische Konstruktionen,
wo eines zum anderen führt.
Das kam wohl von einer Serie, die ich als Kind liebte:
' Kobra, übernehmen Sie!'.
Sie erfanden diese unglaublichen Systeme für ganz einfache Dinge.
Später fand ich heraus, dass ein US-Karikaturist, Rube Goldberg,
dieses Thema für seine Cartoons benutzte.
Ich wusste das damals nicht.
Mme Interligator in voller Pracht.
Eine wunderbare Schauspielerin. Und Caro hat ihr Aussehen vollendet.
Mit dieser Frisur und dieser Brille, das ist wirklich toll.
Unsere Zusammenarbeit war eigentlich ziemlich einfach.
Caro überwachte die Farben, die Kostüme, die Frisuren, das Make-up.
Seine Kleinlichkeit dabei war noch schlimmer als meine.
Ich brauche meine Kräfte mehr für die Regie,
das Skript, die Umsetzung, das Casting und so weiter.
Diese Wohnung wurde natürlich im Studio gebaut.
Also im Warenlager der SEITA.
Das Fenster ist fast auf Bodenhöhe,
etwa 50 cm darüber.
In der nächsten Szene...
Für genau diese Szene brauchte ich Wochen, nein, Jahre,
- um den Eindruck der Räumlichkeit-
um den Eindruck entstehen zu lassen, dass die Wohnung im 2. Stock ist.
Obwohl sie eigentlich am Boden war.
Stellen Sie sich den Boden genau unter dem Fenster vor.
Das ist völlig abstrakt.
Jetzt sehe ich es wie jeder andere Zuschauer,
als 2. Stock.
Jahrelang sah ich es nur so, wie wir es aufgenommen hatten.
Ein Regisseur braucht mindestens sechs Monate,
um den Film wie alle anderen sehen zu können.
Aber es dauert einige Jahre,
bis er so fühlen kann wie das Publikum.
Zuerst hängt man sich zu sehr in die Produktion, die Details.
Man sieht kleine Fehler, die man bedauert.
Es dauert eine Weile, bis man Perspektive bekommt.
Das ist die erfolgreichste Szene von Co-Autor Gilles Adrien.
Der Märchen-Detektor.
Er schrieb sie unmittelbar vor einem Treffen mit uns.
Manchmal zahlen sich Ideen in letzter Minute besonders aus.
Versuchen sie es mal.
— Was versuchen? - Quatsch zu reden.
Wir hätten das produzieren sollen. Wir hätten ein Vermögen verdient.
Das Leben ist schön.
Ihr Quatsch-Detektor taugt nichts. Weg damit. Er macht zu viel Krach.
Wenn Sie nicht bald bezahlen...
Wortspiele sind schwierig, wenn ein Film weltweit verkauft wird.
Sie ergeben Übersetzungsprobleme.
Ein Film verliert ungefähr 20 Prozent an Interesse
durch einen solchen nicht übersetzbaren Dialog.
Ich muss meine Familie ernähren.
Beispielsweise die Großmutter.
Der Film gewann den 1. Preis beim Filmfestival in Tokio
in der Kategorie Bestes Erstlingswerk.
Es war eine große Überraschung.
Zwei Kameras waren auf uns gerichtet.
Wir erwarteten nicht, zu gewinnen.
Zuerst sagten sie es auf Japanisch, und wir verstanden es nicht.
Dann in gebrochenem Englisch. Es dauerte, bis wir es verstanden.
Ich erinnere mich, dass Alan Parker wie verrückt applaudierte.
Es war einer unserer besten Preise.
Später gewann der Film vier Cäsars.
Für Bestes Drehbuch, Bestes Erstlingswerk,
Bestes Szenenbild und Bester Schnitt.
aus neun oder elf Nominierungen.
Korn ist mir wohl wichtig. Amälie steckt gern ihre Hand rein.
Auch im Keller des Metzgers ist Korn.
Kreka war auch auf der Liste der Bühnenbildner.
Er macht auch Emir Kusturicas Set, zumindest hat er das mal getan.
Der vierte Bühnenbildner war Jean-Philippe Carp.
Es war ein großes Team.
Die Sets waren mit viel Können und Fantasie gebaut,
da unser Budget so klein war.
Der Film startete mit 18 Millionen
und kostete am Schluss um die 24, mit allen bezahlen Überstunden.
Ich sprach schon von Improvisationen.
Diese hier war etwas böse.
Ich fand die Szene etwas schwach.
Ich bat Dreyfus, ihr eine Ohrfeige zu geben, ohne sie vorzuwarnen.
Die Tränen von Marie-Laure in dieser Nahaufnahme
sind nicht gespielt sondern es sind echte Tränen.
Sie musste einige Demütigungen erleiden.
Sie dachte, ich tat es, weil sie sie nicht gut spielte.
Und in den anderen Aufnahmen spielt sie ganz natürlich.
Aber in der Nahaufnahme sind alle Gefühle echt,
und ich erinnere mich, dass die Crew auch Tränen in den Augen hatte.
Das Ergebnis war besser, als wenn sie es gespielt hätte.
Es ist schwierig, Tränen beim Dreh zu vergießen.
Ich finde es immer magisch, die kleinen Lichter zu sehen,
die nachts die Fenster eines Hauses erhellen.
Aus meiner Kindheit kenne ich eine Illustration
des Däumlings von Gustave Dorä.
Wenn ich nachts nach Hause komme, sehe ich ein großes Gebäude
mit einer typischen pariser Fassade, wie im Film,
und wenn das Licht brennt,
denke ich an den Däumling und an 'DeIicatessen'.
Zur rechten Seite.
Da ist ein undeutlicher Schatten auf dem Boden, ein Wasserschlauch.
Er wurde von einem Helfer vergessen, der den Boden wässerte.
Wir konnten ihn im Nebel nicht sehen.
Er ist kaum zu erkennen.
Solche Kleinigkeiten machen Marc Caro ganz krank.
Er ist dann fast so weit,
den Film zu verdammen, weil der Teil eines Wasserschlauches zu sehen ist.
Vielleicht wollte er den Film deshalb nicht kommentieren.
Das Wasserreservoir von Saint-Fargeau war toll zum Drehen.
Es ist ein unglaublicher Drehort, der wirklich existiert.
Wir erhielten heimlichen Zugang, um es auszuforschen,
und danach ersuchten wir offizielle Erlaubnis.
Wir kannten es bereits, als wir den offiziellen Rundgang machten.
Wir folgten dem Führer, der den Ort überhaupt nicht kannte.
Wir spielten die Ahnungslosen: "Könnten wir nicht hier lang gehen?"
Er sagte: "Da gibt es nichts zu sehen." "Doch. Wir versuchen es".
Wir hatten in den Wochen zuvor schon die besten Stellen gefunden.
Es war sehr schwer, Zugang zu erhalten.
Trinkwasserreservoire werden mehr oder weniger geheim gehalten,
weil jemand... Ich sollte das nicht sagen...
Es könnte jemand Gift rein schütten,
und ein Viertel der Einwohner von Paris vergiften.
Aber als Drehorte sind sie fantastisch.
In den offenen Reservoiren, die wir später sehen, ist kein Trinkwasser.
Es ist eine natürlich Quelle,
die die Brunnen von Paris speist.
Das Trinkwasser ist in totaler Dunkelheit, wegen des Algenwuchses.
Es gibt da Stalaktiten, die aus Regenwasser entstanden.
Es sind abstrakte Konstruktionen, aus der Zeit von Napoleon III.
Sie sind im Dunkeln und bei Licht bilden sie ein Spiegelphänomen.
Man sieht nicht, was Boden, Spiegelung,
Schatten oder Licht ist. Es ist fabelhaft.
Wir machten viele schöne Aufnahmen, und wollten den Ort nicht verlassen.
Es erscheint wohl etwas ungesund,
aber es ist keineswegs ein ekliger Ort.
Es ist ein feuchter und warmer Ort, aber mit einer gesunden Atmosphäre.
Zuvor besuchten wir die Kanalisation unter dem Boulevard Säbastopol,
und das war ein Albtraum.
Man stirbt, wenn man da reinfällt. Die Crew musste geimpft werden.
Es gab aggressive Ratten, das Risiko,
dass es Explosionen und Flutungen geben könnte.
Wir entschieden uns also dagegen.
Dies ist die typische Szene, die mir und
Claudie Ossard jedes Mal
Lachkrämpfe bescherte.
Das Publikum lachte jedoch nie.
Ich finde Dreyfus sehr lustig, doch niemand lacht.
Vielleicht lachen sie mehr in sich rein,
aber laut lachen tun sie nicht.
Die Spinne ist interessant, wenn wir Hollywood mit Paris vergleichen.
Unser Requisiteur kaufte eine Spinne, platzierte sie an der Wand.
Und damit war es gut. Nein, sie kam wohl vom Dachboden.
In Hollywood gab es auch eine Spinne, die Ron Perlman erschoss.
Wir ließen den besten Insektenspezialisten kommen,
der mir etwa 100 Spinnen zeigte.
Dieser Typ kam an drei Drehtagen und bekam 25.000 Francs pro Tag.
Darum sind Hollywoodfilme teuer.
Wir wollten die Spinne töten, aber das kam gar nicht in Frage.
Wir suchten eine Spinne, die bereits gestorben war.
Vielleicht war eine herzkrank. Wir haben keine getötet.
Das Erscheinen der Troglodyten...
Als wir das Storyboard machten, brauchte ich zwei Tage für die Idee.
Merkwürdigerweise war sie inspiriert durch den ersten 'Alien'-Film.
Am Ende der ersten Episode
bewegt sich etwas im Innern des Bootes.
Man erkennt es kaum.
Uns wird klar, dass es fast nicht sichtbar ist.
Ich tat dasselbe mit den Troglodyten, die auftauchen.
Es war durch 'AIien' inspiriert. Eine gewisse Vorahnung.
Patrick Paroux, der Anführer der Troglodyten...
In ' Amälie’ war er der Souffleur,
der den scheuen Leuten die Worte vorgab.
Auch Dominique Bettenfeld aus 'Vibroboy' von Jan Kounen
und ' Dobermann’ und ' Die Stadt der verlorenen Kinder' spielt mit.
Maurice Lamy spielt den Komplizen und Marc Caro ist auch dabei.
Weißt du, was das ist? Schau mal hin.
Ich glaube, man sieht gleich Marc Caro.
Das ist die Wahrheit.
Freiwild, das ist, was wir sind.
— Und ihr seid Fleischfresser. — Ich nicht.
Die Kostüme bringen negative Erinnerungen hoch.
Um diesen Glanz zu erhalten,
schmierten wir sie vor jeder Aufnahme mit Speiseöl ein.
Man musste aufpassen, dass man sie nicht berührte.
Es war ein richtiger Albtraum.
Herrgott!
Die Giftspritze soll sich beruhigen, sonst garantiere ich für nichts.
verstanden?
Wieder das Korn...
— Mit all den Gefahren. — Matt starb dafür.
Gut, sag es ihr.
Mais.
Im Haus gibt es noch viel mehr.
30 große Säcke im Keller meines Vaters.
Unser Chef-Requisiteur fiel trotzdem ins Wasser, aber er überlebte.
Der Kerl, den wir mitnehmen sollen.
Das ist Jean-Francois Perrier, ein unglaublicher Schauspieler.
Er war mal Sanitäter beim Roten Kreuz in Lourdes.
Welch ein Werdegang.
Er wurde im Theaterstück ' Der Ball' entdeckt.
Scola machte einen Film daraus,
und da entdeckten wir Perrier, der ausgezeichnet spielte.
Das erste Bild aus 'DeIicatessen', das wir der Presse zeigten.
Geht es?
Es tut mir leid. Ich studiere eine neue Nummer ein.
Es herrschte eine besondere Stimmung beim Dreh.
Alle spürten, dass wir ziemlich neues französisches Kino machten.
Die Leute sagen mir, dass 'DeIicatessen' ein Türöffner
für andere alternative Filme war.
Ich weiß nicht, ob das stimmt.
Aber falls es stimmt, freut es mich.
Es war schwierig, ihn zu machen, da wir so kompromisslos waren.
Wir wollten beim Casting Bestimmungsrecht haben.
Wir wollten keinen Film machen, der uns nicht gefiel.
Zehn Jahre warteten wir darauf, ihn machen zu können.
Wir bedauern nichts.
Ich mag den schwarzen Humor hier.
Gilles Adriens Satz: "Na komm schon."
"Das werden wir tun". Schlimm.
Mathou, der ihm ein Stück von Rufus' Bein bringt.
Er bietet ihm ein Stück davon an, doch er ist nicht hungrig.
Armer Robert.
Wir erhielten ausgezeichnete Rezensionen für diesen Film
wegen des Überraschungseffekts.
Wenn man in Frankreich Leute überrascht, kriegt man Anerkennung,
und man erlebt mehr Wohlwollen als alle anderen.
Beim zweiten Film ist es immer schwieriger,
aber wir hatten viel Glück mit diesem hier.
Ich fand die Szene in einem Film von Jacques Audiard wieder.
Ich sage das ohne böse Gedanken. Ich liebe Audiards Filme.
Er kopierte diese Szene sicher, wohl ohne sich dessen bewusst zu sein.
Ich mag es, diese Konnotationen, Inspirationen
und Referenzen zu finden.
Das ist nicht immer möglich.
Sagen Sie das nicht. Niemand ist von Grund auf schlecht.
Es liegt an den Umständen
oder daran, dass man nicht weiß, was man tut.
Das ist eine Modellaufnahme mit Motion-Control,
einer computergesteuerten Kamera.
Damals war es das Neueste in der Optik.
Man sieht, dass sie sich sehr gut annähert.
In diesem Film begannen wir, Videoanimationen zu machen.
Sie waren natürlich nicht digital, und die Qualität war schlecht,
aber Duboi und Pitof begannen, sie in diesem Film zu gebrauchen.
Das war ziemlich innovativ.
Da sind Caro und Maurice Lamy,
fast wie ein Paar in einem Cartoon.
Wir erhielten Kritik dafür:
Die Troglodyten-Szenen sehen cartoonhafter aus als der Rest.
Heute würde ich ihnen eine menschlichere Identität verleihen
und ich würde sie realistischer aussehen lassen.
Sie sind trickfilmartig, und trennen uns etwas von der Geschichte.
Das ist das Wasserreservoir.
Ein unglaublicher Drehort.
Mme Interligators zweiter Selbstmordversuch.
Ich mag es, mir solche Mechanismen auszudenken.
Das kommt wohl durch meine Erfahrung mit Zeichentrickfilmen,
wo solche Prinzipien benutzt werden.
Ich begann als Animateur und machte zwei kurze Zeichentrickfilme:
'L'Evasion' und ' Le Mänage' . Caro machte die Puppenköpfe.
Etwas wie Tim Burton, nur weniger talentiert. Sie waren okay.
Aber es ist etwa der gleiche Prozess.
Daher kommt wohl unser Wunsch, alles selbst zu machen.
Im Zeichentrickfilm ist man der Schöpfer von allem,
Man kontrolliert sogar die Bewegungen.
Nicht Vaters Golfschläger.
Es klang fast wie: "Nicht Vaters Hosenträger."
Die Fassade war schwierig aufzunehmen. Wir hatten zwei Etagen.
Es gab nur 10 cm über dem Bildrand.
Der Rest war Himmel.
Es machte uns immer Spaß, all die Requisiten selbst zu machen.
Die Fotos, das Fotoalbum,
die Zeitungen und so weiter.
Wir lieben es, solche Dinge zu machen,
und wir machen sie sehr sorgfältig.
Ich mag diesen kleinen Gag, was die Regie angeht.
Maurice Lamy prüft den Mais.
Mit seinem Daumen deutet er an: "Nein, er schmeckt nicht".
"Doch, Dummkopf. Er ist großartig"!
Gefahr kenne ich nicht.
Einmal sah ich den Film im Kino. Zwei Typen neben mir hassten ihn.
Sie sahen ihn sich zufällig an. Bei dieser Szene sagten sie:
"Sie machen sich über die Amis lustig!"
Na klar. Genau darum ging es ja.
Ich muss während der Vorstellung zwei Kilo abgenommen haben.
Der Rest des Publikums lachte, aber ich hörte nur ihre Kommentare.
Später lachten sie dann selbst und ich schöpfte Hoffnung.
Doch sie sagten: "So ein Schrott!" Ich war verzweifelt.
Ich habe eine lustige Anekdote. Als wir die Szene drehten,
in der die Troglodyten mit den Saugglocken herumklettern,
stattete uns Alain Sussfeld,
der Boss von UGC seinen einzigen Besuch am Set ab.
Er war ziemlich bestürzt und sagte: "Schätzen Sie sich glücklich".
Einige Monate später, als der Film in Cannes Premiere hatte,
freute es mich, zu ihm zu sagen: "Schätzen Sie sich glücklich".
Aurore, was ist denn?
Georges...
Ich hatte heftige Diskussionen mit Khondji
über das Licht im Abfallschacht.
Er fand es sehr hübsch und ich fand es absurd.
Über solche Details konnten wir stundenlang diskutieren.
Über solche Details konnten wir stundenlang diskutieren.
Caro und ich hatten oft Konflikte
über Handlung und Ästhetik.
Ich gebe zu, dass Caro das Duell oft gewonnen hat.
Für diese Szene hat uns Clouzots Film
' Der Rabe' sehr stark inspiriert, in dem Suzy Delair
einen Kranken mit Schröpfköpfen behandelt.
Vielleicht verwechsle ich das. Ich meine, es gab solch eine Szene.
Jean-Claude Dreyfus hasste es, und erlitt ganz gewaltig.
Es liefen auch hier Videoclips mit Kuchen und Essen.
Da sind die Clips, von denen ich früher gesprochen habe.
Die Drehbühne, die beim Drehen zittert. Toll.
Sie spricht nicht mal mit mir.
Soli ich zu ihr gehen? Soll ich ihr alles erklären?
Alle Szenen waren schon geprobt.
Aber er ist kein übler Kerl.
Er ist übrigens heute im Fernsehen. Das könntest du ihm doch sagen.
Er weiß das nicht. Er ist immer in den Wolken.
Ich mag Karins "Oh" und das "Muh". Es klingt wie Musik.
Jean-Pierre Lelong ist Geräuschetechniker.
Er ist ein außergewöhnlicher Typ.
Er macht den Ton direkt, synchronisiert ihn mit dem Bild.
Er ist ein richtiger Künstler, den man heute selten findet.
Ich sehe ihm gerne bei der Arbeit zu. Er machte alle meine Filme.
Ich habe es sehr bedauert, dass er in den USA nicht dabei war.
Die amerikanischen Geräuschetechniker sind schlechter.
Eine weitere wichtige Person war der Tonschneider Gärard Hardy,
der auch bei ' Amälie’ mit dabei war.
Er schnitt alle Geräusche wie Kratztöne,
Vogelgesang, Autos in der Ferne, Züge,
alles, was den Film lebendig macht.
Das Publikum sieht es zuerst nicht.
Aber jetzt erkennt man Dominiques drittes Bein.
Wir haben das einer amerikanischen Zirkusnummer abgeschaut.
Das war ein schamloser Diebstahl.
Dominique begann mit dieser Szene, und er war dabei ziemlich nervös.
Der Anfang ist immer schwer.
Als die Szene fertig war, war er erleichtert.
Er hatte sie konfrontiert. Sie war vorbei.
Wieder ins Fettnäpfchen getreten.
Er hat Clownschuhe.
Diese zwei Typen sind cartoonhaft. Das war nicht unsere Stärke im Film.
Das sind die ersten Trickfilmaufnahmen.
Dies ist eine Videoaufnahme. Die Qualität ist schlecht.
Im Fernsehen sieht man es vielleicht nicht, aber sicher auf der Leinwand.
Für die computeranimierte Mücke hatten wir einfache Mittel,
aber damals war die Technik, die wir verwendeten, revolutionär.
Armer Howard Vernon, was wir nicht alles von ihm verlangten.
Das sind echte Clown-Requisiten,
die wir bei den Clowns entdeckten, die kamen,
um Musik zu spielen
und um die Szenen mit Dominique zu üben.
Wir spielten Carlos D'Alessios Musik auf diesen kleinen Metallplatten.
Ich erinnere mich, wie die Produzentin Claudie Ossard
uns im Chanel Anzug
mit Bleistiftabsätzen unten im Reservoir besuchte.
Es war surrealistisch, sie unter den öligen Troglodyten zu sehen.
Aber Claudie fühlt sich überall wohl, egal wo sie ist und mit wem.
Sie hat echtes künstlerisches Gespür und hat uns immer unterstützt.
Gleichzeitig ist sie mondän, um Geld in Finanzkreisen
und bei Leuten, die sich total von uns unterscheiden, aufzutreiben.
Das war meine erste kleine Improvisation.
Es ist nicht die beste Szene, aber schauen Sie... diese Bewegung.
Dominique machte es, ohne es Marie Laure zu erzählen. Schauen Sie...
Sie hält ein Lächeln zurück. Es gibt der Szene diesen Effekt,
der mich dazu anspornte, weiter zu improvisieren.
Au rore,
sieh dir das an. Es ist atemberaubend.
Mme Interligators letzter und kompliziertester Selbstmordversuch.
Das auf sie gerichtete Gewehr. Die Tabletten in ihrer Hand...
Das Seil um ihren Hals,
das aufgedrehte Gas und etwas, um es zu entzünden.
Sie hat sich gut vorbereitet.
Auf der Tafel für jene, die für ihr Land gestorben sind,
stehen alle Namen der Bühnenbildner.
— Sie haben... — Ich habe Kontaktlinsen gefunden.
Die Stimme, die man hört, ist von Laurent Zeilig, dem Tonassistent.
Ein toller Name.
'Zelig'' ist wohl mein Lieblingsfilm von Woody Allen.
Sie haben nie davon erzählt.
Das ist nicht die beste Szene. Die Schauspieler finden das auch.
Da sind zu viele Absichten und dann auch die Überraschung...
Es ist am Besten, eine Idee für jede Szene zu haben.
Ideen zu mischen funktioniert nicht.
Das ist das großartigste Set des ganzen Filmes.
Das Dach hat Jean Rabasse gezeichnet und es stand auf unbebautem Gelände,
damit wir nachts filmen konnten,
ohne etwas Störendes im Hintergrund.
Im Making-of kann man sehen, wie merkwürdig es ist, das Dach auf dem
Boden zu sehen, als ob das Gebäude von der Erde verschluckt wäre.
Ein bisschen wie Cädric Klapisch in ' Peut-ätre' .
Es war magisch, das Dach bei Nacht hell erleuchtet zu sehen,
als sei es wieder aus der Erde zurückgekommen.
Wie kann Mlle Plusse durch eine Reflexion auf das Dach sehen?
Ich habe das nie verstanden, aber es war der einzige Weg,
wie sie den Metzger, der die Antenne biegt, auf dem Dach sehen konnte.
Ölige Höhlenmenschen, die sich in den Schächten winden,
natürlich horizontal gefilmt.
Wir benutzen hier einen alten Trick: eine halbdurchsichtige Linse,
die das Gewehr in Vordergrund und die Frau im Hintergrund zeigt.
Damals dauerte es Stunden, das zu arrangieren.
Heute ist es digital einfach zu machen, ohne viel Ärger.
Aber damals war das die einfachste Methode.
Komm.
Man sieht den Mond. Er ist echt.
Heute wäre auch das mit Tricks einfach zu konstruieren.
Wir würden ihn größer,
sichtbarer und schöner machen.
Aber das ist der echte Mond.
- Louison! — Was ist?
Kommen Sie zurück.
Ich kann Sie nicht verstehen.
Wie ich schon sagte, ist Dreyfus, der mit Pinon kämpfen wird,
kein wirklich physischer Schauspieler.
Das Fleischerbeil zittert etwas, weil es nicht echt ist.
Was die Action angeht, ist das nicht die beste je gedrehte Szene...
Aber Dreyfus hat es Spaß gemacht.
Im Film macht man das nicht alle Tage.
Der Film hat ihn berühmt gemacht...
Er hat zumindest dazu beigetragen,
dass er bekannter wurde.
Er hätte es ohne 'DeIicatessen' geschafft,
aber 'DeIicatessen' half.
Pinon ist ein toller Schauspieler,
in der Kategorie von John Turturro,
aber solch ein Wert wird in Frankreich nicht anerkannt.
Es ist schade, weil er doch ein fantastischer Schauspieler ist,
der es verdient, viel mehr Arbeit zu kriegen.
Das war eine andere Szene, die gestohlen wurde,
von Tarsem, einem britischen Reklameregisseur.
Er gibt vor, ein Fan unserer Filme zu sein, stiehlt aber wo er kann.
Er machte nicht bloß ein ziemlich schamloses Plagiat von 'Foutaises'
sondern er klaute diese Szene auch für eine Reklame von Adidas.
Bezüglich Farbe, Bild und Idee.
Mme Interligators missglückter Selbstmord.
Die Geräusche wurden nicht beim Schneiden hinzugefügt,
sondern von Jean-Pierre Lelong direkt aufgenommen.
Genau hier applaudierte das Publikum zum zweiten Mal.
In jedem Kino in allen Ländern der Welt.
An exakt der gleichen Stelle.
Das hier bedaure ich sehr. Er stößt das Glas.
Wir machten diesen tollen Ton des Gummis, der das Glas reibt.
Und wir vergaßen ihn. Vincent Arnardi vergaß ihn.
Ich hasse ihn dafür!
Ich muss das Geräusch selbst machen, wenn ich ihn sehe.
Ich vermisse es zu sehr.
Aber des macht den Film nicht zum totalen Flop.
Pass auf, dein Bein, Robert!
Aufhören!
In den Filmen, die Karin heute macht,
wird sie nicht in Teppichen gefangen.
Wie blöd!
Der Faustschlag in die Kamera ist immer wirksam.
"Ich fiel", sagt sie.
Ja, Aurore.
Ich wollte auf den Stuhl steigen und bin gefallen.
Ja, Aurore.
Die Idee mit der Explosion hatte ich,
weil eine echte Explosion kompliziert und teuer war.
Das ganze Set mit dem Dach sollte erzittern. Eine Mordsarbeit.
Ich hatte die Idee durch ' Lohn der Angst' ,
wo ein LKW explodiert,
und es gibt da eine tolle Aufnahme, hundert Mal besser als unsere.
Ich war immer neidisch darauf in Clouzots Filmen.
Eine Person dreht eine Zigarette.
Sie legt den Tabak aufs Papier,
als der Tabak plötzlich vom Papier geblasen wird.
3 Sekunden später knallt es, und wir wissen, dass der LKW explodiert ist.
Die visuelle Idee ist so schön, dass sie uns inspiriert hat.
Darum hört man den Klang der Explosion mit einer Verzögerung.
Diese kleine Idee ersparte es uns, ein riesiges Set aufzubauen.
Wir machten diesen Trick auf Video, nicht digital, nur auf Video.
Das Messer wurde vor einem blauen Hintergrund gefilmt und eingefügt.
Damals war es sehr kompliziert, so etwas zu machen.
Julie, was machst du hier?
Wisch dir die Bemalung aus dem Gesicht.
Hörst du? Geh sofort nach Hause. Und wisch dir den Lippenstift ab.
Und du, warte bis ich Hackfleisch aus dir mache.
Natürlich arbeiteten wir stundenlang an Jean-Claudes Stunt.
Und als das Fenster zerbrach...
Unser Budget war so straff, dass wir zwei Fenster hatten,
aber keine richtigen.
Sie sind aus einer Art Harz, sehr zerbrechlich und sehr teuer.
Wir hatten eins zerbrochen, wir hatten also nur noch eins.
Es musste klappen.
Sieh mal, was ich gefunden habe.
Ja, aber was ist mit den anderen?
Hier sind sie.
Wie war es?
Leicht, das reinste Kinderspiel.
Und wir sind alle da.
Scheiße!
Das ist nicht meine Lieblingsszene.
— Woher kommt sie denn? — Was zum Teufel...
Scheiße!
Es wird besser, ziemlich lustig.
Pank, kannst du uns das erklären?
War das nicht so vereinbart?
Die Unaufrichtigkeit finde ich wahnsinnig komisch.
Das steht hier.
Aber da steht auch: "Geschlecht: männlich, trägt Clownschuhe."
Man müsste das überprüfen.
Geschlecht: männlich. Männlich!
Ja, und?
Sag mir, ob es männlich ist.
Das ist nicht mein Problem. Die Mission Louison liegt vor uns.
Louison... Ist das, was hier liegt, männlich? Ja oder nein?
Ein Filmregisseur kann besonders boshaft handeln. Das tut er gern.
Entschuldigen Sie, Louison, es ist beruflich.
Ich benutzte diese Aufnahme der Füße auch in 'Alien'.
Und wohl auch in ' Die Stadt der verlorenen Kinder' .
Ich filme gerne Füße.
Das ist eine der wenigen Szenen, wo die lange Brennweite gut wirkt.
Artischockenherz in unmittelbarer Gefahr.
Cordon Bleu an Jägerschnitzel.
Artischockenherz in Gefahr.
Die Schauspieler mochten diese Blödeleien.
Es ist, als spiele man wieder Räuber und Gendarm.
Es ist einfach: Die Schauspieler spielen, im Sinne von Spaß haben.
Jeder weiß, es ist ein Spiel. Es gibt kein intellektuelles Getue.
Es ist ein absolutes Vergnügen für alle Filmemacher.
Rap, du kommst mit mir. Milan, Fox, Tourneur...
Du nimmst die anderen, los.
Und was ist mit mir?
Was ist mit mir?
Das ist Dominique Bettenfeld.
Er spielt auch in ' Die Stadt der verlorenen Kinder' und ' Amälie’.
In ' Amälie’ ist er der Nachbar,
den Amelie beim Fußball gucken stört, als sie die Antenne abmacht.
Schauspielern ist wunderbar.
Diese Szene ließ uns erzittern. Die Kussszene zwischen den Helden.
Mit einer Eisenstange, die zwischen sie gestoßen wird.
Aus Sicherheitsgründen erfanden wir ein System.
Sie trugen ein unsichtbares Band um ihren Hals, wie eine Hundeleine,
das sie davon abhielt, zu nahe an die Eisenstange heranzukommen.
Das ist meine Frau.
- Es gibt hier nur noch Freiwillige. — Genau.
Das Geräusch das man gleich hört, machte Jean-Pierre Lelong,
indem er seinen Fingernagel gegen einen Zahn tippte.
Oft funktionieren die einfachsten, dämlichsten Tricks am besten.
Ich habe etwas zu früh über den Kuss gesprochen. Er kommt gleich.
Wo seid ihr?
Karin mochte die Szene gar nicht.
Es war glatt, und sie riskierte, ins Wasser zu fallen.
Die Kussszene.
Es dauert nicht mehr lange.
Es ist etwas beängstigend, da immer etwas schief gehen könnte.
Eine falsche Berechnung... Es ist gefährlich.
Ich werde es schon schaffen.
- Weine nicht. — Es sind die Linsen.
Wie bitte?
Sie sollten eigentlich noch näher kommen, aber das war zu gefährlich.
Das überschwemmte Badezimmer war ein interessantes Set.
Wir mussten den Raum mit Wasser füllen.
Ich werde gleich darüber erzählen, wenn wir da sind.
Die Idee hat uns zum Lachen gebracht.
Dominique trug viele Lagen Kleider, um das Ausziehen zu verlängern.
Wir hatten eine tolle Aufnahme davon, wie sie die Tür aufbrechen.
Die Kamera war am Boden befestigt.
Dann fiel eine Requisite genau davor,
und man konnte überhaupt nichts sehen.
Das ist die Szene, die sich Caro ausdachte,
die ich in einem Dick und Doof-Film sah.
Das Badezimmer, das sich mit Wasser füllt. Was machten wir?
Wir bauten ein kleines Becken von etwas 60 cm Tiefe.
Es war ein offenes Badezimmer mit einer Betonmauer,
weil der Druck doch beträchtlich war.
Wir bauten also das Becken.
Damit es aussah, als würde das Wasser steigen,
senkten wir das Set in einigen Schritten in das Becken,
indem wir Stück für Stück etwas wegsägten.
Die Schauspieler standen, dann knieten sie, dann saßen sie,
um den Eindruck zu vermitteln,
dass sie immer tiefer im Wasser standen.
Das war die erste Phase.
Das Set ist intakt. Wir sehen Wasser, das kalt war.
Wir konnten es zum Bedauern der Darsteller nicht heizen.
Man sieht gleich, was geschieht.
Das ist der einzige Schuss im Film. Er war sehr schwer aufzunehmen.
Füße mit langer Brennweite. Füße sind eine Ausnahme.
Da. Der einzige Schuss.
Tourneur wurde getroffen.
Das ist die zweite Phase. Hier haben wir das Set abgesägt und gesenkt.
Das Wasser ist immer noch auf derselben Höhe. Die Wand sinkt.
Postbote, alles in Ordnung?
Ich habe einen. Sehen Sie nur.
Dieser Gag funktioniert immer.
Diese Mistkerle sind überall.
Sie haben einen verloren. Sie kommen nicht zurück.
Das Wasser steigt weiter.
Aber nicht wirklich. Das Set senkt sich
und vermittelt uns den Eindruck, dass da mehr Wasser ist.
Es war kalt. Wir trugen Taucheranzüge.
Aber die Schauspieler hatten es schwer.
Wir machten die Aufnahmen im Herbst, wo es schon nicht mehr warm war.
Keine Sorge. Das wird schon wieder.
Bist du in Ordnung?
Wir liebten die deformierten Körper unter Wasser. Den Lupeneffekt.
Noch ein Rube-Goldberg-Effekt. Diese Aufnahme war rückwärts.
Ich mag solche kleinen mechanischen Konstrukte.
Das bereitet mir richtig Vergnügen.
Wir haben das Set nochmals gesenkt. Die Schauspieler sitzen jetzt.
Man hat den Eindruck, das Wasser reiche bis zur Decke.
Wir brauchten eine Idee für den Kuss.
Ein Filmkuss ist etwas Klassisches.
Ich mochte meine Idee des Kusses unter Wasser sehr.
Die Amerikaner haben sie seitdem zig mal geklaut.
Es freut mich, dass die Amerikaner unsere Ideen klauen.
Für 'Amelie'' hatte ich die Idee des Kusses im Gang.
Filmküsse sind immer eine Herausforderung.
Das war die Aufnahme, in der eine Requisite den Blick versperrte.
Die Schauspieler liegen jetzt fast am Boden.
Wir sind immer noch im 70-cm-Becken. Das Set ist jetzt ganz tief.
Es sind nur 20 cm zwischen dem Wasser und der Decke.
Das ist ein anderes besonderes Set.
Wir haben das Badezimmer an einer LKW-Laderampe der SEITA aufgebaut.
Wir befinden uns eigentlich im Hof, wir bauten nur zwei Außenmauern auf.
Wir filmten mit fünf Kameras und probten zuerst.
Hinter der LKW-Laderampe bauten wir ein riesiges Wasserbecken,
das zehnmal mehr Wasser enthielt, als im Badezimmer gewesen wäre,
um diese Wirkung zu erzielen. Und wir filmten mit fünf Kameras.
Wir erkannten, dass es einen absolut sicheren Platz gab,
wo Mme Tapioca, Anne-Marie Pisani, steht.
Als wir sie dort platzierten, war sie überzeugt,
dass das Wasser sie mitreißen würde,
aber wir gingen natürlich kein Risiko ein.
Das Wasser hatte eine ungeheure Kraft.
Ich erinnere mich, wie Ticky Holgado
an dem Gerüst vorbeiglitt, auf dem ich mit der Kamera hockte.
Das war erstaunlich.
Danach bauten wir im 2. Stock noch ein Becken für andere Aufnahmen.
Wir füllten und leerten sie mehrmals.
Das Set war danach völlig ruiniert,
aber wir brauchten ja nicht mehr zu filmen.
Die Farbe blätterte ab, aber das spielte keine Rolle.
Wir waren ja fertig damit.
Wir brauchten auch viele Spezialeffekte für dieses Set.
Wir brauchten auch viele Spezialeffekte für dieses Set.
Das Badezimmer mussten wir wieder so aussehen lassen wie zuvor.
Einige der Planken sind zu sehen, und man sieht die Fliesen...
Es war nicht perfekt.
Sehen Sie sich die Planken an, die da fallen...
Caro und ich schämten uns, als wir das sahen.
Jeder Schauspieler in jedem Film hat Probleme mit einer Replik.
Für Karin Viard war es diese Replik. Wir drehten sie etwa 50 Mal.
Es ist ein Rätsel.
Egal, wer der Schauspieler ist,
sie haben immer Probleme mit irgendeiner Replik.
Weg da, alter Knacker.
Ich habe es eilig. Lass mich vorbei.
Ich stolpere von einem Fußbad ins andere.
Caro machte diese Musikeffekte.
Es machte mir Spaß, den Ton für diese Szene zu schneiden.
Es war nämlich schwierig, eine passende Musik zu finden.
D'Alessios Musik ist wunderbar, aber nicht für Actionszenen.
Diese Szene wurde also mit Caros kleinen Toneffekten gemacht.
Schluss mit dem Quatsch.
Ja, Schluss damit.
Und nun wirst du singen!
Auf diesen Gag bin ich am wenigsten stolz. Aber das Publikum liebte ihn.
Das bewirken die simpelsten Gags oft.
Ich habe Schwierigkeiten mit den Szenen,
in denen es Arschtritte gibt, oder wo jemand ins Wasser fällt.
Das kommt im französischen Kino gut an. Es nervt mich.
Deshalb beschämt mich dieser simple Gag etwas.
Anne-Marie Pisani sieht in dieser Szene völlig verrückt aus.
Gleich sieht man noch eine Videoeinlage
mit dem fliegenden Messer.
Wir hatten so wenig Geld. Sehen Sie sich die Pistolen-Aufnahme an.
Wir hatten nur einen halben Revolver und brachten Storyboard-Effekte ein.
Wir mussten rückwärts filmten. Das war wirklich ein knappes Budget.
Der Videoeinschub des Messers ist überhaupt nicht perfekt.
Auf der Stirn von Dreyfus klebt bloß ein Messergriff.
Er musste sich vorsichtig bewegen.
Ich mag diese Idee. "Hab ich da was?"
Sie wirkte gut, besonders zusammen mit Mme Tapiocas Reaktion.
Antworte, Pute.
Sag schon. Ich träume doch nicht?
Ich muss immer noch darüber lachen. Das ist ein gutes Zeichen.
Es macht Spaß, den Film Jahre danach wieder zu sehen.
Man sieht ihn mit Genuss, aber man ist gnadenlos selbstkritisch.
Das kann eine schreckliche Prüfung sein.
Es ist unangenehm, einen Blutstropfen in der Nase zu haben,
der zur rechten Zeit raustropfen soll.
Jean Rabasses Modell zum letzten Mal.
Die Aufnahme machten wir mit dem Kran.
Wir konnten ihn nur für einen Tag leihen und wir drehten diese Szene.
Das ist die einzige Außenaufnahme bei Tageslicht,
die wir auf dem Dach filmten. Wir wiederholten sie mehrmals.
Die unnatürlichen Farben sind außergewöhnlich.
Die Sonne erschien und verschwand mehrmals und die Farben wechselten.
Normalerweise verwendet man solche Fehlaufnahmen später nicht.
Wir behielten sie, weil sie zum magischen Gefühl beitrugen.
Es ist ein merkwürdiges Ende.
Die Hauptdarsteller sind unter Regenschirmen.
Bei der ersten Aufnahme der Szene regnete es.
Das war etwas zu traurig.
Wir bevorzugten die Aufnahme ohne Regen, aber die Schirme blieben.
Das ist ein etwas sonderbares Detail.
Man sieht die falschen Farben, etwas Nebel, dann Sonne, dann ist sie weg.
Und jetzt hellt es sich wieder auf.
Und nun zum Abspann.
Ich mag es, die Schauspieler auf eine andere Art zu präsentieren,
als bloß mittels einer Liste.
Es ist wie die Ehrung im Theater, wo einer nach dem anderen erscheint.
Das erlaubt es, dem Publikum zu applaudieren, falls es das möchte.
Es ist eine Ehrbietung.
Sigourney Weaver mochte das sehr, als sie 'DeIicatessen' sah.
Sie sagte: "Man sieht, dass du die Schauspieler magst."
Ich würde die Jungs gerne mal wieder sehen. Sie sind erwachsen.
Es muss komisch für sie sein, den Film zu sehen.
Es ist wie ein alter Familienfilm,
aber in 35 mm, mit Kostümen und guter Beleuchtung.
Das war eine der wenigen Szenen, die wir rausschnitten.
Zardi schloss den Gasmotor an und es gab eine Explosion.
Sie war im Film nicht zu sehen.
Wir schnitten nur wenig raus.
Ich investiere lieber die Energie, die Zeit und das Geld
in die Filmszenen, die wir haben, statt später viel rauszuschneiden.
Ich verstehe diese Methode nicht.
Ich bereite lieber alles sehr sorgfältig vor
und habe dann richtig gutes Material.
Ich hoffe, dass ich dem Film seinen Zauber nicht total geraubt habe,
und dass Sie ihn sich noch mal ohne meine Kommentare ansehen möchten.
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