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Original subtitles

Sitzen Sie ordentlich!

Wie in einer Kaserne. - Was haben Sie gesagt?

(Mädchen lachen)

Geben Sie mir sofort meine Haare zurück!

Ihr Bestien!

Ach, ihr...

Na, ist schon gut. Die Sparbüchse des Gärtners, so nennt man den Komposthaufen,

der zahllose, sonst nicht verwendbare Dinge in Werte umsetzt.

Auf den Komposthaufen legt man am besten Gartenabfälle, Laub und... Hans-Jürgen?

Blätter. - Na ja, und?

Hier! - (Hans-Jürgen) Gras!

Mensch!

Was gibt's denn da? - Einen Regenwurm, Herr Doktor.

Und was für einer! Ein besonders schönes Exemplar.

Lumbricus terrestris, der große Regenwurm!

Komm, halt mal. - Bitte, wenn er beißt? - Beißt? So was Dummes. Nimm du ihn.

Nein, mich ekelt's! - Dann du. - Nein, mir grault's davor.

Also ihr benehmt euch heute wie die Mädchen, aber das werde ich euch schon austreiben.

Gartengeräte ablegen. Vorsicht, ihr erschlagt mir noch den Regenwurm.

Na, dann wollen wir mal, damit wir ja nicht einrosten.

Alles mir nach!

Keine Müdigkeit vorschützen, meine Herrschaften!

Wie die Laubfrösche, wie die Laubfrösche. Tiefer! Tiefer!

Bumm! Wenn das der Direktor sieht...

(Dr. Frank zählt auf Schweizerdeutsch) Üs, zwie, dri, vieri, fünfig, sechsi, siebeni...

Warum zählen Sie eigentlich, Herr Doktor? - Immer, wenn ich zornig bin, dann zähle ich.

Weißt du, zählen reagiert ab. Also steht hier nicht so herum,

lauft lieber zum Schuldiener und holt Gips! - Schnell, komm, gehen wir!

Nun, Herr Direktor, welche Lehrkraft muss denn nach Seefelden?

Ja, ich bin mir noch nicht schlüssig...

Könnte man das Ersuchen von Frau Direktor Diehlmann nicht einfach abschlagen?

Nein, das ist ganz unmöglich! Sie hat mir vor zwei Jahren

eine ihrer besten Erzieherinnen geschickt, und ich habe ihr damals versprochen,

ihr im Notfall ebenfalls zu helfen. - Können Sie hier jemanden entbehren?

Ich fürchte nein, aber dieser verzweifelte Brief von Frau Diehlmann!

Ich verstehe das nicht. Mit diesen Mädchen muss man doch fertig werden!

Vier Lehrerinnen haben bereits vor dieser teuflischen Klasse kapituliert.

Das müssen ja reizende Pflänzchen sein. - Ja, anscheinend.

Deswegen schreibt ja auch Frau Diehlmann hier:

"Fachwissen ist nicht so entscheidend.

Ich lege mehr Wert auf eine Lehrkraft mit starken moralischen Grundsätzen

und einer sicheren, besonnenen Hand. Schlimmstenfalls darf es ein Mann sein."

(Studienrätin) Ein Mann? Jetzt weiß ich, wen wir hinschicken: Dr. Frank!

Hm... das schwächste Pferd im Stall. - Eben!

Ihn können wir am ehesten entbehren. - Aber Frau Diehlmann braucht eine starke Stütze.

Wer weiß, vielleicht hat er Talent, einer gebrochenen Seele unter die Arme zu greifen.

Na ja, vielleicht.

(Direktor) Herr Dr. Frank! - Ja?

Darf ich Sie mal zu mir bitten? - Ja, ich komme.

Zu spät. Der Direktor hat mich schon erwischt!

Wir halten Ihnen die Daumen, Herr Doktor. - Halt mir lieber den Arm.

Mensch, wenn nur alle so wären wie unser Fränkli...

Ich fürchte nur, er wird ablehnen, wenn er erfährt, dass er der einzige Mann da drüben

im Kollegium sein wird. - Muss er das vorher erfahren? - Wäre es nicht korrekter?

Auch von den kleinen Bestien, die ihn dort erwarten, braucht er nichts zu wissen.

Sonst laufen wir nämlich Gefahr, dass sich alles zerschlägt.

Verzeihung, Herr Direktor, es tut mir schrecklich leid...

Bitte, treten Sie doch näher. Ich habe da eine etwas heikle Sache mit Ihnen...

Ich nehme alles auf mich, Herr Direktor. - So? Das freut mich.

Das erleichtert alles. Sie wissen, ich halte große Stücke auf Sie.

Ich kann mir gar nicht erklären, wie das so plötzlich gekommen ist.

Lieber Herr Doktor, wir wissen hier alle, dass Sie die rechte Hand...

Den ganzen Arm! -... dass Sie die rechte Hand für die Jugend haben.

Schwungvoll. - Bisschen zu viel Schwung!

Sagen Sie, habe ich Ihnen jemals etwas abgeschlagen?

Nein, Herr Direktor. Es war ein Versehen. - Was reden Sie da?

Vielleicht könnte man mir monatlich etwas vom Gehalt abziehen.

Von Gehaltskürzung ist doch gar keine Rede. - Vielleicht eher im Gegenteil.

Herr Doktor Frank, wir haben Großes mit Ihnen vor.

Herr Direktor... Wie soll ich das verstehen?

Sie wissen doch, dass unser Knabeninternat hier in Rüschlikon... Sie erlauben?

... so etwas wie einen Lehreraustausch mit dem Mädcheninternat in Seefelden unterhält.

Seefelden? Da hat mein bester Freund eine zahnärztliche Praxis.

Aber... - Ein Grund mehr für Sie. - Darf ich Ihnen Feuer geben?

Sie hätten Gelegenheit, dort zu arbeiten. - Nein, da ist der Wurm drin!

Wie meinen Sie das? - Oh, wenn ich Ihnen das zeigen darf:

Lumbricus terrestris, der große Regenwurm. - Aha, für den Unterricht.

Nein, für den Barsch. - Ja, natürlich. Sie sind ja Angler!

Leidenschaftlicher. - Da wartet ja in Seefelden ein Paradies auf Sie.

Solche Fische! - Nein! - Direkt vor der Schule!

Herr Direktor, wenn Sie mir eine Angelgenehmigung verschaffen könnten?

Aber ja! Die besorgt Ihnen Frau Diehlmann. - Für das ganze Jahr. - Ja?

Ein Jahr? - Na ja, auch kürzer, das kommt ganz auf Sie an. Die gute Diehlmann

hat Schwierigkeiten mit den Krabben. Aber für Sie sind das ja kleine Fische!

Also wenn die beißen... -"Beißen" ist gar kein Ausdruck. Also dann...

Petri Dank... Ich meine merci, Herr Direktor!

Petri Heil! - Ach, da bist du ja.

Arthur, das ist aber großartig, dass du mich mitnimmst!

Aber das ist doch selbstverständlich. Mein Urlaub ist zu Ende,

Rüschlikon liegt praktisch am Weg. - Ja. Wo geben wir denn die Sachen hin?

Die geben wir am besten in den Wohnwagen. Hier sind die Schlüssel. - Danke.

Brave Jungs. - Übrigens wohnst du selbstverständlich

bei mir in Seefelden. - Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen. Ich hatte schon Angst,

ich müsste im Mädcheninternat übernachten. - So? Also ich wäre da nicht so ängstlich.

Ich weiß, du warst schon immer ein großer... - Welche Klasse unterrichtest du denn?

Die Jüngsten. Direktor Rieger sagte etwas von kleinen Krabben.

Ach, die Zehnjährigen? Ist ja für dich pädagogisch gar kein Problem.

Überhaupt nicht. Menschenskind, ist das ein Auto! - Ja, da staunst du, was?

Der Wagen eines bescheidenen Zahnarztes. - Ja, aber da machst du nur Goldplomben.

Ja, so ist es. - Wo warst du denn auf Urlaub? - Überall. Zuerst in Spanien...

Stierkämpfe. - Nein, die Spanierinnen. Dann war ich in Frankreich...

Das Essen! - Nein, die Französinnen. Zum Abschluss war ich in Italien.

Weiß schon, die Italienerinnen. - Nein, die Deutschen. Ich sag dir...

(Schüler) Auf Wiedersehen, Herr Doktor! - Auf Wiedersehen!

Und schreiben Sie uns mal. - Ja, ich versprech's.

Und nicht weich werden bei den Weibern! - Nein.

Und kommen Sie bald wieder. - Junge, ich komme bald wieder.

Also, Herr Kollege! Alles Gute!

Das ist mein Freund, Dr. Schäfer. - Angenehm. -Zahnarzt.

Weniger angenehm... Wenn es nicht gleich klappen sollte: Durchhalten!

So eine Stellung ist quasi ein Stahlbad für einen Erzieher.

Herr Direktor, ich werde mein Bestes geben. - Gut, danke. Auf Wiedersehen.

Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen, Herr Doktor!

(Schüler) Alles Gute, Herr Doktor! - Gute Reise!

(Die Schüler verabschieden sich von Dr. Frank)

Halt! Mensch, bist du wahnsinnig? Bleib stehen!

Halt! Bleib stehen!

Nicht, Arthur! A...

Eins, zwei, drü, vieri, fünfi, sechsi, siebeni, achti, neuni...

Halt! Bitte...

Halt!

(Frau im Auto) Max, gib Gas! Ein entsprungener Sträfling! - Aber ich...

Halt!

Stopp! Bitte!

Dir ist wohl deine Braut weggelaufen, was? - Nein, ich...

Na?

Oh, das ist aber nett!

Wo sind Sie denn ausgebrochen? - Aus dem Bett.

Na, dann aber husch, husch, wieder hinein! - Es ist aber weg!

Mein Freund hat hier gehalten mit dem Wohnwagen und ich musste da...

Ach so, ich verstehe. Und da ist Ihr Bettchen davongerollt.

Ja. - Sie Ärmster. Kommen Sie, ich nehme Sie mit.

Ja, er kann noch nicht weit sein. Ich danke Ihnen vielmals.

Also, so geht das nicht. Können Sie das gute Ding nicht zusammenklappen?

Entschuldigung. Verzeihung.

Holen Sie meine Badejacke da raus. - Ach ja, natürlich.

Können Sie überziehen. - Augenblick!

Hallo Edi, aufstehen! In einer Viertelstunde sind wir in Seefelden.

Hast du verstanden? Hallo Edi, Murmeltier! Raus aus den Federn!

Edi!

Was ist denn mit dir, du?

Na, du bist eine schöne Schlafmü... Nanu?

Der kann doch nicht rausgefallen sein? Wo hab ich ihn denn verloren?

Schrecklich, ich muss sofort zurück!

Halten Sie sich nur fest, sonst verliere ich Sie auch noch. - Ja, danke.

Da! Da ist er! - Wo?

Halt!

Arthur, halt!

Na endlich! Du machst vielleicht Sachen!

Sag mal, bist du wahnsinnig? Du steigst während der Fahrt um? - Aber weißt du...

Wo haben Sie ihn denn aufgelesen, junger Mann? - Auf dem Parkplatz.

Sie sollten in Zukunft ein Gitterbettchen anschaffen. - Oh, für uns beide?

Nein, für ihn! - Fängst du schon wieder an? - Wieso denn?

Man wird doch aus Dankbarkeit seine Dienste als Zahnarzt anbieten können.

Vielen Dank, aber meine Zähne sind ganz in Ordnung. - Ja, hab ich schon bemerkt.

Das andere auch. - Danke!

Können wir uns wiedersehen? - Überlassen wir das dem Zufall.

Den kenne ich gar nicht, da gebe ich Ihnen lieber meine Karte. - Danke.

Vielen Dank. - Ich habe zu danken! Vielleicht kann ich mich mal revanchieren.

Ich glaube kaum, dass ich demnächst im Pyjama auf der Autobahn stehen werde.

Können Sie mir Ihre Adresse verraten? - Ach, zwecklos!

Wo ich arbeite, haben Männer keinen Zutritt.

Bin ja neugierig, wem sie diesmal die Oberprima einzureden versucht.

Ich auch. - Mir nicht, meine Liebe, mir nicht!

Guten Morgen, meine Damen. - (Alle) Guten Morgen!

Ich freue mich, Sie alle frisch gestärkt nach den Ferien hier wiederzusehen.

Danke schön. Ach, bitte nehmen Sie doch Platz, meine Damen.

Ja, ich...

Ich habe mich zu einer außerordentlichen Maßnahme entschlossen.

Die Leitung unserer Teufelsklasse übernimmt ab heute ein Mann!

Ein Mann? - Ein Mann? Na so was!

(Lehrerinnen reden aufgeregt durcheinander)

(Plötzliche Stille)

Verzeihung, ich suche den Raum für Herren... (Frauen kichern)

Ich meine, für den männlichen Lehrkörper.

Sie sind Herr Doktor Frank? - Ja.

Dann sind Sie hier richtig.

Meine Damen, das ist der neue Kollege.

Und das ist unser Kollegium. - Angenehm. Guten Tag, ich bin also...

... der einzige männliche Lehrkörper. - Und das ist,

wie immer etwas verspätet, Fräulein Angelika Weiss, die Turnlehrerin.

(beide) Was, Sie? - Sie kennen sich bereits?

Äh, nein, nein. - Nein! - Ich meine nur...

Na so was, ein Mann! - Biologisch sehr fein beobachtet. Kommen Sie!

Ich werde Sie mit den Damen bekannt machen, bevor ich Sie in die Klasse führe.

Danke. - Kommen Sie!

Los, Kinder! Wir haben nicht so viel Zeit. - Wenn ich mir vorstelle, dass wir das noch

bis zum Abitur aushalten müssen... - Ich halte das nicht aus! - Regt euch nicht auf!

Wir werden die Lehrerinnen so lange vergraulen, bis man uns rauswirft.

Oder bis es besser wird. - Ich bin neugierig, wen die Diehlmann für uns aufgetrieben hat.

Bestimmt wieder so eine fade Nock'n. - Oder eine richtige Giftspritze.

Der Spaß an uns wird ihr bald vergehen. - Wenn's aber Kurzschluss gibt?

Umso besser.

Hast du die Regenwürmer gut versteckt? - Ja, die ganze Schublade ist voll.

Hat Direktor Rieger Ihnen gesagt, welche Aufgabe Sie erwartet?

Ja, ich bin völlig im Bilde. - Dann nehmen Sie die Klasse nicht zu leicht!

Die Disziplin der Klasse lässt zu wünschen übrig. - Na, ich hab so meine Methoden.

Man muss den Kleinen nur den nötigen Respekt beibringen. Na, und notfalls

gibt's eins hinten drauf! Aber...

Na, aufstehen!

(Lautes Brummen)

Warum lachen Sie denn?

(stottert) A... auschalten!

Bitte... ausschalten! - Was ist denn? Geben Sie doch mal her! Hilfe! Hilfe!

Was ist denn los?

Begreifen Sie jetzt, Herr Doktor Frank, dass ich Sie hier brauche?

Mit dieser Klasse ist noch niemand fertig geworden.

Ja, auch ich fühle mich nicht berufen. Ich möchte zurück nach Rüschlikon. - Nein!

Das dürfen Sie mir nicht antun! Der Ruf des Internats steht auf dem Spiel,

wenn diese Klasse nicht wenigstens bis zum Abitur bleibt.

Ja, aber wenn der Herr Lehrer doch solche Angst vor den bösen Mädchen hat.

Ich bleibe! - Bravo! Mein Vater, der General, pflegte zu sagen...

(Alle) Nie und nimmer kapitulieren!

Unterlassen Sie diese Unarten! Herr Dr. Frank,

Ihr neuer Klassenlehrer, wird mit äußerster Strenge durchgreifen.

Aber auch mit Liebe... und Verständnis.

Am Besten fangen Sie gleich an. - Ja, mit Liebe!

(Alle) Mmh!

Ich habe... ich habe... - Sie haben jetzt Englisch!

Kommen Sie.

Also... Well, Ladies and Gentlemen...

Ich meine, meine Damen und, ja...

Sie haben ein hohes Ziel vor sich, nämlich Ihre Reifeprüfung.

Wie soll ich Sie unterrichten, wenn Sie mir nicht ein bisschen dabei helfen?

Wir werden Ihnen schon helfen. - Bis jetzt sind wir uns zwar noch etwas fremd...

Sie werden uns schon noch kennen lernen!

Na ja...

(entzückt) Nein! Nein, so was...

So was Liebes! Danke schön!

Woher wussten Sie denn, dass ich Angler bin?

Sehen Sie, meine Damen, so schaffen Sie gleich das richtige Betriebsklima.

Na, jetzt wollen wir mal sehen, wie Sie heißen. What is your name? - Mhm?

What - is - your - name?

What is your name?

Na, das geht ja gut. What is your name?

My name is little Mister Charles. - Wie bitte?

Verstehen Sie kein Englisch? Ich heiße Karlchen. - Ja!

Sie scheinen die Vernünftigste zu sein. Nennen Sie mir bitte Ihren vollen Namen?

Ich bin Ihre Königliche Hoheit Eva Maria Christine Margaret,

Prinzessin von Schleswig-Holstein, Sonderburg-Glücksburg.

Gott, verfluchte...! Eins, zwei, drü, vieri, fünfi...

Ich hab genug von Ihren Unverschämtheiten! Wenn Sie glauben, Sie können mich

mit so einem blödsinnigen Namen veralbern, dann sind Sie an den Richtigen gekommen!

Bitte, hier ist ein Brief von meinem Vater.

Aha, vom "Herrn König"! Ist ja sehr witzig...

Verzeihen Sie vielmals, Prinzessin. (Schülerinnen lachen)

Was gibt's zu meckern? Falls den Damen das Fell juckt, dem kann abgeholfen werden!

Ich weiß ein wunderbares Mittel: Einmal pfeifen heißt "Aufstehen",

zweimal pfeifen heißt "Hinsetzen". Das wollen wir mal üben, ja?

(Mädchen) Aufstehen!

(Mädchen) Hinsetzen!

(Karlchen pfeift) - Und was ist das? - Dreimal pfeifen heißt "Sitzen bleiben"!

Also wenn Sie so weitermachen, dann werden Sie bestimmt sitzen bleiben.

(Nicht zu hören)

Los, zieh die Schau ab! - Wie? Ach so.

Ines, was hast du denn? Sie ist ohnmächtig geworden! - Was? Lassen Sie mich durch.

Was... was hat sie denn? - Ihr erstes Opfer, Herr Doktor! Sie hat sich so aufgeregt.

Man pfeift nicht! - Aber das ist... Wasser! Holen Sie doch... Die Fenster auf! Luft!

Wir bringen sie ja an die Luft. - Aber Moment, meine Damen!

Sie können doch nicht... Bleiben Sie doch, Sie haben doch Englisch!

Wenn ich euch bloß die Hosen stramm ziehen könnte...

Der Nächste, bitte. Ach, gleich zwei reizende Stiftsdamen!

Guten Tag, Frau Kilius. - Guten Tag, Herr Doktor. - Nehmen Sie inzwischen Platz.

Morgenstund hat Gold im Mund. Zumindest für den Zahnarzt.

Na, Prinzesschen, was haben wir denn heute? - Mathematik.

Oh, den Schmerz kenne ich. Eine Stunde Ruhe, dann ist alles vorbei.

Und was fehlt Ihnen? - Das Playgirl von der letzten Woche.

Playgirl, die letzte Nummer muss irgendwo... Ja, hier ist sie schon. Bitte sehr.

Danke. (lautes Ticken)

Nanu? Was... was tickt denn hier so merkwürdig?

Eine Höllenmaschine, mit der wir unseren Lehrer in die Luft gehen lassen.

Guter Witz!

Bei Ihnen wohnt doch unser Neuer, oder? - Ja, Doktor Frank wohnt bei mir.

Aber wenn Sie mir den auch verjagen, können Sie die Miete fürs ganze Jahr zahlen.

Also Finger weg!

Herr Doktor, mein Zahn! - Ja, Ihr Zahn, Frau Kilius.

Ich komme ja schon. - So, jetzt wollen wir mal einen kleinen Stoßtrupp riskieren.

Doktor Frank ist bei der Diehlmann.

Psst!

(leise) Da drüben, das muss sein Zimmer sein.

Los, komm!

Na, nicht besonders elegant, der Herr.

Aha, Baldriantropfen. - So weit haben wir ihn schon.

Der Arme. - Geschieht ihm recht. Los, pack die Wecker aus.

Hast du sie auf verschiedene Zeiten gestellt? - Ja. Wir müssen sie nur gut verstecken.

Ein kleines Andenken werde ich ihm auch noch hinterlassen. - Hm?

Ach, du Süßer!

Pass auf, wie die alten Fledermäuse im Internat auf dich fliegen werden.

Es ist doch gut, wenn man ab und zu mal zum Zahnarzt geht.

(Wecker klingelt)

(Klingeln hört auf)

(Wieder lautes Klingeln eines Weckers)

(Es klingelt immer noch)

(Klingeln hört auf)

(Noch ein Wecker klingelt)

(Wecker verstummt)

(Alle Wecker ticken laut)

(Wecker klingelt)

Eins, zwei, dri, vieri, fünfi,

sechsi, siebeni, achti, neuni, zehni.

Sag einmal, bist du wahnsinnig geworden? Was treibst du eigentlich?

Ich zähle. Ich zähle nächtlich meine Sorgen.

Meine liebe Klasse hat mir da etwas Entzückendes eingebrockt.

Eingeweckt!

Steh nicht so blöd, hilf mir lieber suchen. - Na ja.

Deine Süßen haben Fantasie!

Hast du ihn? - Ja, hier! - Das muss aber jetzt der letzte Wecker sein.

(Türklingel) - Also, das verstehe ich nicht. Wo ist denn noch so ein Teufelsdings?

Wir haben doch überall gesucht! - Also, langsam fällst du mir mit deinen Weckern

auf den... auf den... - Ist ja egal.

So, und jetzt stopfe ich mir Watte in die Ohren und gehe schlafen. Gute Nacht.

Gute Nacht. - Ich wollte sagen: Guten Morgen! - Guten Morgen!

(Türklingel)

Guten Morgen!

Guten Morgen. - Na? Sie sind ja so müde. - Ich?

Waren Sie bummeln? - Nein. Ich bummle nie.

Das sollten Sie aber wenigstens von Zeit zu Zeit.

Ja... - Darf ich Ihnen einen Rat geben? Lassen Sie Ihrer Klasse nicht merken,

dass Sie so müde sind. - So, merkt man mir das an?

Na, schauen Sie sich mal an. Hier. - Also, schön bin ich nicht, aber lieb...

(Schulglocke) - Mein Gott, Sie sind aber schrecklich nervös!

Ich kann diese Glocken nicht mehr hören! - (laut) Ja, ich fürchte, dann müssen Sie

den Beruf wechseln. Bis später! - Auf Wiedersehen!

Natürlich! Zwei Damen aus dieser Oberprima haben schon wieder

die mathematische Arbeit nicht mitgeschrieben. - Geschwänzt?

Aber nein! Sie mussten zum Zahnarzt.

So, so. Zu Doktor Schäfer... - Mhm.

Übrigens, wohnt da nicht auch unser bezaubernder Kollege? - Richtig!

So weit habe ich noch gar nicht gedacht. Ich habe mich schon gewundert, dass die Angst

vor einer Klassenarbeit größer sein sollte als die Angst vor dem Zahnbohrer!

Ein Kinderspiel für diese gerissenen Mädels. Hier sagt man, man muss zu Dr. Schäfer,

und bei Dr. Schäfer sagt man, man will zu Dr. Frank.

Na, halten Sie es für möglich, dass Dr. Frank da mitmachen würde?

Ich will Ihnen was sagen, meine Liebe: Dem trau ich alles zu!

Sieg auf der ganzen Linie! - Wieso? Was ist passiert?

Die Sache mit dem Wecker hat prima geklappt. - Er ist so müde,

dass er fast im Stehen eingeschlafen wäre. - Mir hat er direkt leid getan.

Habt ihr gesehen, wie er die Angelika angestrahlt hat?

Er scheint in sie verliebt zu sein. - Oh, du bringst mich auf eine tolle Idee!

Passt mal auf, die nächste Mine muss Margaret legen. - Ich?

Nur einen Brief schreiben. Einen Liebesbrief. Du hast doch eine Eins im Aufsatz.

Der edle Ritter Fränkli hat wirklich ein bisschen Zärtlichkeit verdient.

Nun, haben Sie schon einen Eindruck von der Klasse? - Ja, einen flüchtigen.

Ich hoffe, Sie haben sich gleich richtig durchgesetzt. - Völlig durch!

Mein Vater, der General, pflegte zu sagen: Immer scharf rangehen! - (Hackenknallen)

Übrigens, Fräulein Weiss, das ist hier nicht üblich, sich die Lippen zu schminken.

Bei mir gehören Lippenstift und Make-up zur Körperpflege wie Kamm und Bürste.

Komisch. Auch Fräulein Bichler verwendet seit Neuestem einen Lippenstift. - Ich?

Ja, seit Dr. Frank hier ist. - Was? Aber das ist doch unsinnig!

Was hab denn ich damit zu tun? - Ach, tun Sie doch nicht so.

Entschuldigen Sie, bitte.

Geben Sie her!

Was denn? Gehört bei Ihnen der Lippenstift etwa auch zur Körperpflege, Herr Dr. Frank?

Ich verstehe das gar nicht, wie das da hinein... das ist doch gar nicht mein Tuch!

Herr Dr. Frank, die Tatsache, dass Sie der einzige Hahn im Korb... Hahn im Haus...

ich meine, Mann im Haus sind, verpflichtet Sie zur besonderen Zurückhaltung.

Sehr richtig! - Ich möchte nicht, dass jemand hier im Haus auf dumme Gedanken kommt.

Bitte, bei mir ist noch nie ein weibliches Wesen auf dumme Gedanken gekommen!

Wer weiß? - Ich we... - Also was ist, meine Damen? Der Unterricht beginnt wieder!

Na, was sagen Sie zu der Geschichte mit dem Lippenstift? - Sehr verdächtig.

Ich weiß genau, dass ein paar von diesen Gänsen sich anmalen. - Tatsächlich?

Aber da muss doch etwas geschehen! - Da wird auch etwas geschehen!

Man braucht sich nur davon zu überzeugen, wie die Behandlung der jungen Damen

bei Dr. Schäfer aussieht. - Heißt das, dass Sie da hingehen wollen?

Warum nicht? Vielleicht ist bei mir etwas... locker.

Was ist denn los? Haben Sie keinen Unterricht?

Ich reise ab. - Ach!

Ich halte es hier keinen Tag länger aus. Alle sind gegen mich. Diese verzogenen Fratzen,

diese scheinheiligen Spinatwachteln hier und diese ekelhafte Diehlmann.

"Mein Vater, der General"... - Na, na, na!

Ich packe meinen Koffer! - Ja, das ist natürlich das Bequemste. Typisch Mann!

Sie sehen doch, was man hier mit mir treibt. - Ach, bemitleiden Sie sich nur ordentlich.

Davon wird's bestimmt besser. - Ich bin hier falsch am Platz.

Ach, vielleicht ist der Platz richtig, nur Ihre Methoden sind falsch. - Nein, nein!

Die Methoden sind richtig. Sie sollten sehen, wie meine Jungs in Rüschlikon spurten!

Ja, aber hier haben Sie es mit jungen Damen zu tun!

Von Frauen scheinen Sie wirklich wenig Ahnung zu haben.

Na ja, bitte, vielleicht haben Sie Recht. Wenn ich also einen guten Rat brauche...

Den brauchen Sie dringend. -... dann wende ich mich an die Briefkastentante Angelika.

Und die antwortet Ihnen umgehend: "Lieber Herr F.!

Für Ihre jetzige schwierige Aufgabe rate ich Ihnen dringend, sich gründlichst

in weiblicher Psychologie zu unterrichten. Sonst sehe ich schwarz für Ihre Zukunft.

Eine, die es gut mit Ihnen meint." So, das musste mal gesagt werden. Mahlzeit.

Na, Mahlzeit.

(singt) Wenn ich nur wüsste, die Frauen zu behandeln,

klug und energisch, behutsam und sacht!

Hier steht: Eine Frau ist ganz leicht zu verwandeln.

Na ja, eine Frau ist stets das,

was der Mann aus ihr macht.

Komm ihr strahlend entgegen! - (Alle) Guten Morgen, Herr Doktor!

Doch sei stets überlegen. - Ich war fleißig, Herr Doktor.

Ja, dann kannst du sie lenken. - (Alle) Wie Sie wünschen, Herr Doktor.

Sie wird stets an dich denken. - Herr Doktor, das stimmt!

Lass sie glauben, dass sie ein Traum für dich ist,

weil du dann der Held ihrer Wunschträume bist.

Eine Frau ist stets das, was der Mann aus ihr macht.

Eine Frau braucht auch später... - Die Liebe, Herr Doktor.

So ein zärtliches Prickeln. - Ich fühl es, Herr Doktor.

Sie ist Meter um Meter... - Noch länger, Herr Doktor!

... um die Finger zu wickeln. - Herr Doktor, wie schön!

Lass sie glauben, dass du nicht bis drei zählen kannst,

weil sie jederzeit, wie du pfeifst, danach tanzt.

Eine Frau ist stets das, was der Mann aus ihr macht.

Ja, du musst sie erziehen. - Darf ich mitgehen, Herr Doktor?

Lass sie ruhig mal knien. - Ein Würmchen, Herr Doktor!

Du musst wüten und toben. - Wie Sie wünschen, Herr Doktor!

Dann blickt sie nach oben. - Oh, was für ein Mann!

Lass sie glauben, dass sie am Haken dich hat,

dann hängt sie bald selbst an der Angel, schachmatt.

So muss man lernen, die Frauen zu behandeln:

Klug und energisch, behutsam und sacht.

Es stimmt: Eine Frau ist ganz leicht zu verwandeln,

sie ist immer nur das,

was der Mann aus ihr macht.

(Klopfen)

Liebling? (Schranktür wird geräuschvoll geschlossen)

Frau Schwabe! Bitte, darf ich fragen, was Sie hier suchen?

Ich... ich, äh... Ich wollte zum Zahnarzt.

So? Ich fürchte, da haben Sie sich in der Tür geirrt, liebe Frau Schwabe.

Das Wartezimmer befindet sich vis-à-vis. - Da war ich schon, da ist niemand.

Suchen Sie irgendetwas Bestimmtes? - Nein, nein! Nette Junggesellenbude.

Sozusagen sturmfrei. Und so ein schöner alter Schrank und so viel Platz!

Ja, hier pflege ich immer meine Mädchen zu verstecken. Aber im Moment ist nichts

anderes da als eine alte Schachtel. Verzeihung! - Werden Sie nicht anzüglich!

Schauen wir mal, ob der Onkel Doktor im Haus ist. - Bemühen Sie sich nicht,

den brauche ich nicht mehr. - Aber warum denn so ängstlich? - Bitte lassen Sie mich...

Kommen Sie, heute ist eine Konferenz, da müssen Ihre Beißerchen in Ordnung sein!

Ja, aber ich will nicht! Ich habe keine Schmerzen! - Jetzt noch nicht!

Jetzt haben Sie nur Angst. Aber nur Mut, nur Mut! - Bitte lassen Sie mich los!

Was ist? Was geht hier vor? Was schreien Sie denn so? - Das ist meine liebe Kollegin,

Frau Dr. Schwabe. Sie hat ein bisschen Angst vorm Onkel Doktor. - Aber, aber!

Aber ich habe keine Beschwerden! - Also kommen Sie erst mal zu mir herein.

Da haben wir ein gemütliches Stühlchen

und da plaudert es sich besser. Kommen Sie!

Sie behandeln doch unsere Mädels aus dem Internat? - Allerdings.

Nehmen Sie Platz. - Platz!

Die Damen fühlen sich bei mir ausgesprochen wohl. - Ja, das kann ich mir vorstellen.

Besonders wenn in der Klasse eine mathematische Arbeit geschrieben wird.

Erlauben Sie! - Wollen Sie sagen, dass die Mädchen zum Schein zum Zahnarzt gehen?

Jawohl. - Bei mir gibt es keine Scheinbehandlung. Mund auf!

Aber mir fehlt ja nichts! - Wir werden schon irgendetwas finden...

Hab ihn schon. Tut das weh? - (Schmerzenslaute)

Da ist er. Sybille! Pfft! - Bitte schau genau nach.

Du findest bestimmt noch einen Giftzahn. - Aber was wollen Sie denn von mir?

Dasselbe, was Sie hier wollen: Ein bisschen auf den Zahn fühlen.

Soll ich die Dame festhalten? Wir müssen sicher ziehen. - Ja, ja, wir müssen ziehen,

aber du ziehst dich besser zurück. - Nein! Nicht! Gehen Sie weg mit der Spritze!

Bitte sehr, wie Sie wollen, dann ziehe ich eben ohne Betäubung.

Ist billiger und Sie haben mehr davon. Mund auf! - (ängstliche Laute)

(Man hört Frau Schwabe schreien)

(Frau Schwabe schreit wieder)

"Sehr geehrter, lieber Herr Dr. Frank..." - (wieder laute Schmerzensschreie)

"... es ist gewiss ungewöhnlich, dass ich zuerst an Sie schreibe..."

(liest den Brief) "Aber Ihre Blicke, die so viel zu sagen vermögen,

haben Empfindungen in mir wachgerufen, gegen die sich mein Verstand wehrt."

Mensch Margaret, wo hast du das bloß her? Klingt ja fast echt! - Los, lies weiter!

"Trotzdem müssen wir jetzt noch unsere Gefühle vor der Umwelt verbergen.

Das Wissen um unsere Zuneigung muss uns die Kraft geben,

uns wie Fremde gegenüber zu treten. Eine, die es gut mit Ihnen meint."

Raffiniert, was? - Ja, aber wenn der Fränkli und die Angelika sich aussprechen,

dann kommt doch alles raus. - Ja, wer sieht, dass die beiden miteinander reden,

der muss sofort dazwischen platzen, kapiert?

Aber wenn die beiden keinen Flirt anfangen, wo bleibt denn da der Spaß für uns?

Wart's ab, das Beste kommt noch. Lies weiter.

"Nachsatz: Warum tragen Sie eigentlich einen Scheitel?" - (Mädchen lachen)

"Eine moderne Frisur würde Ihnen viel besser stehen!" - Da bin ich aber gespannt.

Das macht der nie! - Wenn ein Mann verknallt ist, tut er alles.

Quatsch. Die Blöße gibt der sich nicht. - Wollen wir wetten?

(Dr. Frank) Darf ich mitwetten? - (erstaunte Rufe) Aah! Oh! Oh!

Worum geht's denn? - Schon vorbei. Sie haben gewonnen.

Na schön, dann können wir uns ja ganz der Wissenschaft widmen.

Wir sprachen zuletzt über die Fische,

jene seltsamen, faszinierenden Geschöpfe...

(Tuscheln im Raum)

Ja, wo sind wir stehen geblieben? - (Murmelchen) Bei den Fischen.

Bei den Fischen. Betrachten Sie alleine die Tatsache, dass die Fische

sieben Sinne haben, also zwei mehr als der Mensch. - (Gelächter)

Was ist jetzt wieder los? Prinzessin Margaret, was habe ich eben gesagt?

Äh... die Sinnlichkeit der Fische ist, äh...

ist sieben Mal so groß wie beim Menschen. - (Gelächter)

Also sehen Sie, das kommt nur dann heraus, wenn Sie nicht aufpassen. Ja?

Herr Doktor, da ist so ein komisches Ticken im Schrank. - (Alle) Mhm.

Was, ein Ti...?

Also, mit solchen Tricks können Sie mir überhaupt nicht imponieren.

Das lassen wir jetzt einfach ticken! Also zum besseren Verständnis für die Damen

werde ich jetzt einen Fisch aufzeichnen.

Was ist denn das? - Ein Stockfisch!

Na ja, ist ja recht gut getroffen. Aber bevor ich dieses Kunstwerk vernichte,

würde ich sehr gerne den Maler kennen lernen. - Schönen Dank für die Blumen.

Das ist mein Werk. - So? Dann können Sie's ja auch selber auslöschen.

In meinem Knabeninternat pflegte ich derart künstlerische Leistungen

immer mit zehn Kniebeugen zu belohnen. Aber da Sie so leicht in Ohnmacht fallen,

ist es vielleicht besser, Sie schreiben eine kleine Arbeit über Nachtschattengewächse!

Sagen wir, zehn Seiten. -Zehn Seiten? Dann mache ich lieber zehn Kniebeugen.

Nicht doch, machen Sie das nicht! - Bitte zählen Sie! - Aber, aber...

Herr Doktor Frank!

Was treiben Sie da?

Biologie. - Wollen Sie mir bitte erklären?

Ja, ich persönlich halte sehr viel von diesen Lockerungsübungen, das...

Aber ich nicht! Das ist mir etwas zu locker.

Bitte fahren Sie fort im Unterricht. Tun Sie so, als ob ich überhaupt nicht da wäre.

Was tickt da im Schrank? - Darauf geben wir nichts. Das überhören wir einfach.

Da steckt doch etwas dahinter!

Halt! Nicht!

Na, was ist denn? Tun Sie doch was!

Entschuldigen Sie...

Lassen Sie doch das!

Was soll man bloß mit dieser verrohten Gesellschaft machen?

Zur Strafe gehen Sie eine Woche lang jeden Abend um acht ins Bett!

Und jetzt? - Wie wäre es mit: "In herzlicher Zuneigung, Ihre Angelika."

Nein, lieber: "Eine, die es gut mit Ihnen meint."

Und was soll er diesmal machen? - Er soll sich einen Schnurrbart wachsen lassen.

Ach, das dauert zu lange. - Aber wie wäre es mit einer anderen Brille?

Genau! -"Nachsatz: Warum tragen Sie diese grässliche Nickelbrille?

Eine moderne Hornbrille würde viel besser zu Ihrem Typ passen."

Finde ich auch! - Sag mal, spinnst du?

Hast du dich am Ende in den Frank verknallt? - Na, so ganz ohne ist er nicht.

Eigentlich hat sie Recht. Allmählich wird er direkt mein Typ.

Dann habt ihr also vor, heute brav um acht ins Bett zu gehen und nicht mitzumachen.

Du bist wohl plemplem? - Natürlich machen wir mit!

Aber vielleicht wird man uns heute besonders kontrollieren. - Na, wenn schon.

Da muss uns eben was einfallen. Passt mal auf.

(Telefon klingelt)

Angelika Weiss, hallo? Ach, Doktor Frank, guten Abend.

Aber nein, Sie stören mich nicht. Ja.

Was, um acht Uhr? Na, da bin ich aber gespannt.

Ja, ich schaue nach, ob alle Mädchen im Bett sind.

Sie können sich darauf verlassen. Ich schreibe nur noch meinen Brief zu Ende.

Sie schreiben noch einen Brief zu Ende? Schreiben Sie! Gute Nacht, Frl. Angelika!

Gute Nacht, Doktor Frank. - Einer, der es gut mit Ihnen meint.

(singt) Schenk mir ein Bild von dir

als Souvenir.

Wenn ich nicht schlafen kann,

dann schau ich's an.

Das macht die Sehnsucht schön

bis zum Wiedersehen.

Hab ich das Bild von dir,

dann träum ich, du wärst hier.

Sicher wirst du gar nicht ahnen,

was ich mir so alles denk.

Denn ich wünsch mit deinem Bild mir

auch dich selber als Geschenk.

Hab ich das Bild von dir

als Souvenir,

dann ist es wahr für mich,

dann habe ich auch dich.

Du brauchst keine Angst zu haben, dass du ins Wasser fällst, ich fange dich auf.

Aber vorsichtig.

Komm.

Beeil dich doch ein bisschen. - Ja, ja, ich komme schon. - Und jetzt nichts wie weg.

(Dr. Frank pfeift vergnügt)

Was ist mit dir passiert? Du siehst ja aus, als hättest du das große Los gezogen.

Vielleicht. Außerdem habe ich endlich meine Dauerangelkarte bekommen.

Entsetzlich, das auch noch! Seit Tagen gibt es bei uns nur Forelle.

In der Früh Forelle in Aspik, zu Mittag Forelle blau, am Abend Forelle Müllerin.

Kannst du nicht einmal auf die Jagd gehen? Ich möchte einmal was Besonderes.

Na ja, hast ja Recht. Also morgen gibt's was Besonderes. - Ja? Was? - Karpfen.

Na, dann viel Glück. - Das hättest du nicht sagen dürfen. Jetzt fange ich sicher nichts.

Also sei nicht so abergläubisch! - Na bitte, es geht los. Meine Kartoffeln sind weg!

Wo sind die Kartoffeln? - Was für Kartoffeln? - "Was für Kartoffeln"... Menschenskind!

Sorgfältigst abgekochte Kartoffeln als Karpfenköder. - Ach, die?

Die hab ich genommen und gebraten. - Bist du wahnsinnig? - Na, ich kann doch

nicht wissen, dass du dein Fischfutter im Eisschrank aufhebst. -"Fischfutter"...

Es ist noch was da. - Gebratene Kartoffeln, das fressen doch die Karpfen nicht!

So, das fressen die nicht? Dann kriegen sie gar nichts.

Na schön, dann spinne ich eben ein bisschen. - Ein bisschen?

Mein Lieber, du spinnst ja ganz schön! - Ich rede doch vom Angeln.

Vom Angeln mit dem Spinner. - Ja, ich rede auch von dir: Vom Spinner mit der Angel.

Kommst du mit einen heben? - Nein, bitte sei nicht böse, aber ich muss

meine Angelsachen in Ordnung bringen und dann noch ein paar Regenwürmer suchen.

Sehr aufmerksam von dir, dass du deinen Klempnerladen nicht hier reingeleert hast.

Entschuldige vielmals... So was Dummes! - Was ist? - Ich habe keinen Drillingshaken.

Wo bekommt man hier Drillinge? - In der Frauenklinik. Aber neun Monate Lieferzeit!

So eine Bande!

(Angelika) Doktor Frank! - Ja? - Haben Sie schon was gefunden?

Nein, die Biester sind ja so schlau! Wenn sie einen Laut hören, dann sind sie weg.

Warum suchen Sie eigentlich hier? - Ich weiß doch Bescheid.

In solchen Nächten, da hält es sie nicht, da müssen sie raus!

Na, Sie kennen sich inzwischen verdächtig gut aus in psychologischen Dingen.

Das hat doch nichts mit Psychologie zu tun. Das ist Instinkt. Naturtrieb.

So? Diese Dummheit nennen Sie Naturtrieb?

Ja, aber ich bitte Sie, die armen Würmer können doch nichts dafür.

Die... die können nicht anders. Die... die müssen. Aber hier finden wir nichts.

Ach, jetzt weiß ich, wo wir suchen müssen. In der Trocadero-Bar!

Bar? - Ja, ja.

Nein, ausgeschlossen. - Sie werden schon sehen. - In einer Bar?

So weit wollte ich eigentlich nicht gehen. Aber bitte, in Ihrer Begleitung.

Keine Angst, ich passe schon auf, dass Ihnen nichts passiert. Kommen Sie, Dr. Frank.

Ich weiß, ich respektiere auch alles, aber wir sind doch jetzt allein.

Ach du liebe Zeit, sind Sie umständlich. Also wenn wir hier noch lange rumstehen,

verpassen wir die Gelegenheit. - Ja, also dann... auf in die Bar!

Ja, und dann muss natürlich alles so schnell wie möglich gehen, ohne viel zu überlegen.

Erst mal in die Betten, reden können wir später darüber. Hauptsache, keiner merkt's.

Bitte, wozu fahren wir dann erst in die Trocadero-Bar?

Glauben Sie, die Mädchen kommen von allein zurück? - Bitte, was für Mädchen?

Ja, aber von was reden wir denn die ganze Zeit? Was haben Sie denn hier gesucht?

Regenwürmer. - Regenwürmer? Das sieht Ihnen ähnlich!

Ihre Oberprima tanzt Ihnen auf der Nase herum, und Sie suchen hier Regenwürmer.

Na, dann kommen Sie mal mit. - Gern. Mit einer, die es gut mit mir meint.

(singt) No, no, no, no, sagt mein Daddy. No, no, no, sagt Mama.

Wenn man verliebt ist, sagen sie Nein. Soll denn alles verboten sein?

Ich sage Ja zu der Liebe. Yeah, yeah, yeah, komm zu mir.

Immer nur brav sein fällt mir nicht ein. Soll denn alles verboten sein?

Wenn man über 16 ist, dann sieht man so was nicht ein.

Darf ein Girl und darf ein Boy nicht ein bisschen glücklich sein?

Ist eine tolle Nummer! Wie lange habt ihr denn Ausgang? - Oh, bis zum Wecken.

Hoffentlich gibt das keinen Ärger. - Für Sie bestimmt nicht.

Wissen Sie eigentlich, wen Sie da im Kasten haben? - Nein.

Eine waschechte Prinzessin! - Von wo?

(Karlchen flüstert) - Was, wirklich?

Wenn man verliebt ist, sagen sie Nein. Soll denn alles verboten sein?

Ruhig bleiben oder zählen. Sie wissen doch, die Mädchen blamieren Sie sonst.

Eins, zwei, drü, vieri, fünfi,

sechsi, siebeni, achti, neuni...

... zehni. - Ich dachte, du wolltest Würmer suchen. Hier sind doch nur flotte Käfer.

Apropos, guten Abend, meine Allerschönste. - Arthur, benimm dich!

Ich bin ja dabei. Darf ich Sie auf einen Whisky einladen? - Vor den Schülerinnen?

Das wäre genau das Richtige. - Die trinken doch auch nicht nur Babymilch. - Eben.

Sag nicht No,

sag doch Ja!

Zu der Liebe sagt man Ja!

Oh, lieber Fränkli! Sie dürfen uns nicht böse sein. Es ist ja so himmlisch hier.

Ja, aber Prinzessin, Sie haben... - Ja! Ja, einen Zacken zu viel auf der Krone!

Ja, und deswegen... also meine Damen, husch, husch, nach Hause!

Come back! Come back!- Aber... - Bleib nicht so lange weg!- Prinzessin!

Ich bin so einsam hier und sehne mich nach dir.

Come back! Come back! Bleib nicht so lange weg!

My Darling, come back! - Ja, was soll ich machen?

Bitte... -Oh, mein Taschentuch ist schon vom Weinen nass. -Aber...

Prinzessin, was machen Sie? - So...

... macht mir die Liebe keinen Spaß. - So, und jetzt gehen wir nach Hause.

Ich wär so froh, - Aber...

wär ich nur einen Augenblick bei dir.

My Darling, please come back! Komm bald zurück zu mir!

Was gibt's hier zu lachen? Sie gehen jetzt nach Hause!

Und Sie hören auf zu fotografieren! Aus! Schluss!

Mein Taschentuch ist schon vom Weinen nass!

So macht die Liebe keinen Spaß!

Ich wär so froh,

wär ich nur einen Augenblick bei dir. My Darling...

Wenn ich nur wüsste, wie diese Bande hierher gekommen ist.

Das kann ich Ihnen sagen: Mit dem Auto natürlich.

Haben Sie das beobachtet? - Aus allernächster Nähe. Ich saß ja am Steuer.

Komm bald zurück zu mir!

My Darling, please come back!

Komm bald zurück zu mir!

(Gäste applaudieren)

Herr Doktor Frank, der Tanz ist zu Ende. Kommen Sie. So, und jetzt, meine Damen,

so schnell wie möglich nach Hause. Los! - Arthur! Du zahlst. - Für wen?

Na, für alle. Meine Damen! - Werden Sie uns jetzt bei der Diehlmann verpfeifen?

Ihr wisst, was euch da blühen würde? - Ich hab's immer gewusst, Sie sind ein Gentleman!

Ja, aber ihr seid keine Ladies! - Doch, doch! - Daran sind ja nur Sie schuld.

Weil Sie uns wie Säuglinge behandeln. - Uns schickt man nicht um acht ins Bett!

Da muss man ja auf dumme Gedanken kommen! - Weil man einfach nicht müde ist.

So, so, so. Na, also dem kann abgeholfen werden!

Also meine Damen, wir laufen jetzt im mäßigen Tempo über diesen Hügel.

Ich möchte nicht, dass sich jemand überanstrengt. Ich werde dafür sorgen,

dass die Damen heute Abend besser einschlafen.

Im Übrigen bitte ich mir Ruhe und Ordnung aus. Alles mir nach!

Los, ausziehen! - Eigentlich ist das gemein. - Das finde ich auch.

Was ist mit dir los? - Seid doch keine Spielverderber. - Na schön...

Kommt alle mit!

Schön locker, meine Damen! Was ist denn, wo stecken Sie denn?

Was soll denn das heißen? Ich erbitte eine Erklärung!

Wo haben Sie Ihre Trainingsanzüge? - Uns ist so heiß!

Was heißt "so heiß"? Das geht doch nicht! - Noch etwas links. - Oh ja!

Bitte anhalten! Bitte bleiben Sie stehen! Was ist denn das? Aber... Meine Damen!

Nicht da hinunter! Sie können doch nicht so in den Kurpark laufen!

Los, jetzt in den Kursaal! - Ja!

Nein, nein, bitte!

Nicht da hinein! Bitte bleiben Sie stehen!

Halt!

(Orchestermusik)

Aber meine Damen, was ist denn los? Halt! Hier dürfen Sie nicht herein.

Entschuldigen Sie bitte.

Aber was fällt Ihnen denn ein? Hier ist doch ein Konzert!

Verzeihen Sie! Halt! Bitte bleiben Sie sofort...!

Meine Damen, Schluss mit dem Unsinn! Kommen Sie herunter, ich flehe Sie an!

Es muss ja endlich ein Ende... - Das ist ja eine Schande!

Sagen Sie bitte, war das eine Bademodenschau?

Nein, das war ein Waldlauf.

(liest) "Das ungewöhnliche Schauspiel einer Striptease-Schau im Kursaal

bot uns gestern Nachmittag die Oberprima des hiesigen Mädcheninternats."

Ein Skandal!

Doktor Frank!

Einen wunderschönen guten Morgen, Angelika. - Na, Sie sind ein Gemütsmensch!

Ihre gute Laune möchte ich haben! - Aber ich bitte Sie, wenn ein Tag so glücklich beginnt!

Sie haben noch keine Zeitung gelesen? - Nein. Ich habe mir etwas besorgt,

das ich vor ein paar Tagen bestellt habe. Na?

Was steht denn Schönes in der Zeitung?

Was haben Sie denn für eine schreckliche Brille auf? - Wieso?

Ich dachte, etwas Modernes, etwas... das zu meinem Typ passt.

Sie haben mich missverstanden. Eine Hornbrille kleidet Sie ausgezeichnet.

Nur nicht so ein ausgefallenes Modell. - Na ja...

Halt, halt! Lesen Sie erst mal das da.

Hier. Na, was sagen Sie jetzt?

Eine tolle Publicity! - Ich fürchte nur, dass unser Kollegium

die Sache nicht ganz so humorvoll sieht. Ihretwegen ist gerade Konferenz.

Die Damen wollen mir also endgültig an den Kragen. - Ja, es sieht fast so aus.

Würde Ihnen das leidtun, wenn ich gehen müsste? - Ja!

Danke schön. - Wofür?

Es ist das erste Mal, dass Sie mir etwas Nettes sagen.

Na, dann wollen wir mal in die Höhle der Löwinnen.

Wir müssen etwas unternehmen. Dr. Frank kann nicht länger im Internat bleiben!

Sehr richtig! Ich werde Herrn Dr. Frank in Ihrer Gegenwart

von dem einstimmigen Beschluss Kenntnis geben.

Guten Morgen! - Guten Morgen!

Einen Moment bitte, Herr Dr. Frank. - Ja?

Sie haben gestern den Ruf des Internats in der Öffentlichkeit aufs Schwerste gefährdet.

Es ist schon so weit, dass die Presse uns durch den Schmutz zieht. - Die macht doch

aus jeder Mücke einen Elefanten. - Seien Sie still! Wollen Sie sich bitte verteidigen?

Vor Ihnen? Nein. - Sie sehen Ihre Verfehlung also ein?

Das habe ich damit nicht gesagt. - Das Kollegium ist jedenfalls

zu der Überzeugung gekommen, dass Sie hier nicht weiter tätig sein können.

Da jede Stunde, die Sie im Hause sind, eine neue Gefährdung bedeutet,

muss ich Sie auffordern, das Internat möglichst umgehend zu verlassen!

Ach, es ist so schrecklich schade!

Na gut! Wem darf ich also das Klassenbuch

der Oberprima überreichen? Vielleicht Ihnen, Frau Schwabe?

Sie haben doch immer alles viel besser gewusst als ich. - Ich denke nicht daran.

Oder Ihnen, Fräulein Hampel? Sie haben doch so viel Geschick bewiesen.

Ich lasse kein Schindluder mit mir treiben.

Sonst noch jemand? Ich meine, ist irgendeine der anderen Damen bereit?

Dann fürchte ich, liebe Frau Direktor, wird die Sache wohl bei Ihnen hängen bleiben.

Ich? Diese Oberprima?

Diesen... diesen Sauhaufen? Was muten Sie mir eigentlich zu?

Ach, machen Sie doch, was Sie wollen. Es geht mich ja nichts mehr an. Bitte!

Was erlauben Sie sich? Wo bleiben Ihre Manieren?

Die bleiben jetzt mal weg. Jetzt will ich Ihnen mal die Wahrheit sagen!

Frau Direktor Diehlmann hat meine Oberprima soeben einen Sauhaufen genannt.

Dazu möchte ich nur feststellen: Zu einem Sauhaufen gehört auch ein Saustall!

Herr Dr. Frank! Ich verbiete Ihnen das Wort! - Verbieten, verbieten! Das ist alles,

was Sie können! Immer verbieten! - Hören Sie auf! Sie reden sich um Kopf und Kragen!

Ja, das gibt eine dicke Beleidigungsklage! - Sie Versager!

Wenn hier einer versagt hat, dann sind Sie es! Und Sie und Sie, wie Sie alle hier sitzen!

Mit einer einzigen Ausnahme. Halten Sie sich doch mal einen Spiegel vor die Augen!

Sie wollen lebenshungrige, junge Menschen erziehen? Dass ich nicht lache.

Sie sind ja nur neidisch auf die Mädels. Die haben ja vollkommen Recht,

dass sie sich gegen uns auflehnen! Aber wem sage ich das alles?

Sie wollen mich ja nicht verstehen. Meine Damen, grüß Sie miteinander.

Einen Moment, Herr Dr. Frank. Ich... ich verstehe ja Ihre Erregung,

aber... ist es denn wirklich nötig, die Dinge so auf die Spitze zu treiben?

Wer hat damit angefangen? Fristloser Rausschmiss und so weiter.

Oh, das war ja nicht so gemeint. - Nein? - Nein.

Ich meine, wäre es nicht vielleicht doch besser, meine Damen,

wenn Herr Dr. Frank doch noch die Klasse ins Abitur führen würde?

Ja, ich sehe, dass die Kolleginnen mit mir einer Meinung sind. Danke vielmals.

Bis auf mich. Ich gehe!

Und wenn ich Sie bitte zu bleiben?

Gut. Unter einer Bedingung: Dass Sie mir gestatten, etwas frische Luft

in diese grauen Mauern zu bringen. Wenigstens in meinem Klassenzimmer.

Bitte, wenn Sie es verantworten können. Mein Vater, der General, pflegte zu sagen...

Mein Vater, der Lokomotivführer pflegte immer zu sagen: Junge, lass den Dampf ab!

Ich empfehle mich! - (Lehrerinnen kichern)

Ja, also meine Damen, eins verspreche ich Ihnen:

Wenn Herr Dr. Frank sich noch das Geringste zuschulden kommen lässt, dann fliegt er!

(Dr. Frank atmet tief durch)

Sieh dir an, was wir aus dem Fränkli gemacht haben. Schick sieht der Junge aus!

Was ist denn mit dir los? Willst du ihn etwa begnadigen? - Na ja, eigentlich...

Komm, komm, nur nicht weich werden! Du weißt, was wir beschlossen haben.

Sie waren großartig! - Aber nein. - Hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut.

Also ich musste einmal Luft machen. - Den Dampf ablassen. - Ja.

Na, dann machen Sie's weiter so.

Fräulein Angelika! Ich müsste Sie unbedingt einmal sprechen. - Ja?

Aber bitte nicht hier. Vielleicht irgendwo...

... wo wir allein sind. - Ja, gern.

Ja? Also dann heute um 5 im Café Bellevue? - Einverstanden!

(Margaret singt) Bitte gib mir Unterricht in Liebe,

denn es ist schon allerhöchste Zeit.

Bitte, gib mir Unterricht in Küssen,

denn ich wüsste so gern Bescheid.

Leider muss ich selber noch studieren,

denn für mich ist all das Theorie.

Lass uns durch die ganze Welt spazieren.

Was ist Liebe, dort und da und wie?

Ning, nong, neng, wäre ich ein Eskimo,

ping, pong, peng, wäre es mit dem Küssen so:

Da muss man die Nasen reiben.

Mit der Nase reiben? - Also zehn Mal schreiben:

Ninge, nonge, ning, nong, neng.

War das Finnisch? - Nein, läppisch.

Wenn man ein Gentleman...

... oder eine Lady ist, sagt man:

Darling.

Denn bei der High Society,

da bleibt man sehr kühl.

Wenn man beim Pferdesport seine Lordschaft trifft, sagt man:

Darling.

Mein Pferd heißt Sexappeal, doch kam's noch niemals ans Ziel.

War das kritisch? - No, british!

Irma la Douce, lass doch den Schmus.

Heute ist es nichts mit l'amour.

Oh, wie brutal süß ist die Qual.

Immer dieselbe Tour.

Ja, wenn man in Paris ist...

Und einer wie Maurice ist,

gibt's nicht nur Liebe. - Sondern auch Hiebe.

Irma la Douce.

War das erotisch? - Nein, idiotisch!

No, no, no, no, Nscho Tschi.

Winne, winne, winne, Winnetou.

Hilf uns, großer Geist der Indianer.

Hilf uns, großer Manitu!

Oh du mein Winnetou, Winnetou,

wann hast du endlich Ruh, endlich Ruh?

No, no, no, no, no, Nscho Tschi.

Winne, winne, Winnetou.

Was ist denn das?

Das war die erste Lektion in Liebe, mein Kind.

(Tür wird geöffnet)

Mensch, weißt du, was passiert ist? Fränkli und Angelika haben sich verabredet!

Was? - Ja, heute um fünf im Café Bellevue. - Das darf doch einfach nicht wahr sein!

Sie hat ganz Recht. Unser Schwindel mit den Liebesbriefen platzt dann ja!

Wir müssen die Verabredung stören. - Ja, aber wie?

Wie wär's denn, wenn du das übernimmst? Nach feiner, höfischer Manier.

Ganz lieb und brav. - Nein, ich gehe! - Nein, ich. Ich werde kein Wort

von den Briefen sagen. Das habe ich euch versprochen. Oder habt ihr Angst?

(Lachen) - Dass du den Fränkli becircen kannst? Nein, mein Schatz, du nicht!

Und gerade deswegen bist du die Richtige!

Hallo Edi, was machst du hier? Ich dachte, du bist angeln?

Nein, ich... ich... - Ja, ich verstehe. Du angelst hier.

Unsinn! - Na, setz dich doch. Trinken wir einen Cognac miteinander.

Na schön. - Herr Ober! - Jawohl, bitte? - Bitte zwei Cognac.

Zwei Cognac, jawohl. Ja, der Herr Doktor, die Dame wartet schon nebenan.

Ah! Ich verstehe!

Das Fischlein zappelt schon an der Angel. Soll ich dir sagen,

mit wem du verabredet bist? - Bitte misch dich nicht in meine Angelegenheiten ein!

Wer sagt dir, dass Angelika nicht auch meine Angelegenheit ist?

Weißt du, was du bist? - Ja. - Und zwar ein sehr großes.

Herr Ober! - Ja bitte? - Nur einen Cognac.

Herr Doktor! - Was... was machen Sie denn hier?

Herr Doktor, ich muss Sie unbedingt sprechen. - Jetzt, hier?

Ja. Es ist lebenswichtig. Bitte!

Na schön. Was haben Sie denn auf dem Herzen?

Es ist entsetzlich. Ich liebe Sie.

Ja, aber Sie sind doch noch ein Kind! - Ich bin 19.

Andere Frauen in diesem Alter haben schon ein Baby.

Ich kann einfach ohne Sie nicht mehr leben. - Das ist schlimm.

Und wie stellen Sie sich unsere gemeinsame Zukunft vor?

Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. - Das ist aber wichtig. Das muss ich wissen!

Wenn ich mir vorstelle: Ich als Prinzgemahl. Den ganzen Tag nur auf dem Thron sitzen

und das Zepter schwingen... - Ich werde auf die Thronfolge verzichten.

Das ist gut! Ja, das ist auch neu. Das gibt solche Schlagzeilen in den Zeitungen:

"Lehrer Fränkli heiratet Prinzessin!"

Sie dürfen nicht so reden. Mir ist es ganz ernst.

Na, dann will ich auch mal ganz ernst mit Ihnen reden.

Ich bin doch wirklich alles andere als ein Märchenprinz. Ich bin ein kleiner,

pedantischer Lehrer, den Sie möglichst schnell wieder vergessen müssen.

Nein, Sie sind wunderbar. - Aber ich sage Ihnen, ich bin unausstehlich.

Nein.

Ich habe Plattfüße.

Das macht nichts. - Und bei Regenwetter habe ich hier in der Schulter ein Reißen.

Ich werde Sie pflegen. - Als Ihr Mann, da würde ich schon zum Frühstück

lateinische Vokabeln abhören, und nachmittags müssten Sie selbstverständlich

mit mir angeln gehen, die Würmer am Haken festmachen und dann die Fische abschlagen,

schlachten, ausnehmen... - Das mache ich aber sehr gern.

Also Prinzessin, bitte vergessen Sie alles und denken Sie nur an Ihr Abitur.

Später dann in Ihrem Ahnenschloss, da können Sie mein Bild irgendwo

in einem kleinen Winkel aufhängen und zu Ihren Kindern sagen: "Schaut mal,

da oben hängt der Lehrer Fränkli, den wir so schön geärgert haben."

(Schluchzer) Den ich geliebt habe... - Wenn das Ihr Mann hört!

Ich kann nie wieder einen anderen Mann lieben!

Zur alten Jungfer sind Sie zu schade. Wissen Sie was?

Wenn Sie bis 40 noch keinen gefunden haben, dann reden wir noch mal über den Fall.

Na, na...

So, und jetzt sind Sie schön brav und gehen wieder nach Hause.

Alles in Ordnung?

Prinzessin Margaret im Mittelpunkt einer mitternächtlichen Orgie. Erschütternd!

Und aus welchem Anlass ist dieses... dieses skandalöse Bild entstanden?

Ich... Ich habe keine Ahnung, Herr Hofrat. Ach Gott,

vielleicht aus Freude über eine gute Note. - Reden Sie doch keinen Nonsens!

Sie scheinen sich ja nicht sehr um das Privatleben Ihrer Schülerinnen zu kümmern.

Seine Majestät ist jedenfalls außer sich!

Und Ihre Majestät haben Herzattacken, begreiflich.

Wie sollen wir die Prinzessin denn noch anbringen...

an einen standesgemäßen Mann bringen? Nach so etwas!

Ja, so was! Darf ich bitten, Herr Hofrat?

Ja, ich verstehe das Ganze nicht. Gerade in der letzten Zeit wurden die Schülerinnen

bereits um acht Uhr ins Bett geschickt. Auf Anordnung von Herrn Dr. Frank.

Aha, acht Uhr... Abends oder morgens?

Herr Hofrat, ich muss doch sehr bitten! Mein Vater, der General, pflegte zu sagen...

Mich interessiert nicht, was Ihr Herr Vater, der General, zu sagen pflegte!

Mich interessiert, was Seine Majestät, der Vater Prinzessin Margarets, sagen wird.

Und das ist... - Erschütternd!

Vielleicht ist dieses Foto an einem freien Nachmittag zustande gekommen.

An einem sehr freien! - Herr Hofrat, Herr Dr. Frank würde nie...

Bitte, vielleicht haben die beiden auch nur blinde Kuh gespielt.

Es tut mir sehr leid, aber ich muss Sie jetzt bitten, im Namen der Majestäten

in meinem Beisein die persönlichen Sachen Ihrer Königlichen Hoheit zu durchsuchen.

Ja. Also bitte...

Sie werden sehen, Ihr Misstrauen ist... - Ja, darf ich?

... ist völlig unbegründet. Es kann nur eine verrückte Laune gewesen sein.

Interessant. Aha! - Was ist?

Moment. (liest) "Du lie... du lie..."

Du lieber Himmel, eine Klaue hat die Prinzessin!

"Du lieber großer wunderbarer Mann.

Ich kann mein Glück nicht länger für mich behalten.

Ich muss es dir sagen, dass du mein Alles bist, meine Welt,

seit du mich in den... in den Armen gehalten hast."

Da haben wir's! Erschütternd.

Das kann doch nicht wahr sein! Was soll jetzt geschehen?

Für diesen Katastrophenfall habe ich den Auftrag, Ihre Königliche Hoheit

sofort mit nach Hause zu nehmen! - Nein, das dürfen Sie nicht!

Das ist der Ruin meines Internats! - (Zimmertür wird geöffnet)

Hofrat Andersen? Was hat das zu bedeuten?

Kind! Kind! Wie konnten Sie so etwas tun?

Sie unglückseliges Geschöpf!

Was kramen Sie in meinen Sachen? Das geht Sie nichts an!

Sie irren sich, Königliche Hoheit! Wenn die Thronfolgerin in aller Öffentlichkeit

in einen Skandal verwickelt wird, dann geht das den Hof sehr wohl etwas an.

Kind, Kind, diese Schande!

Wie weit... oh, wie weit sind Sie gegangen?

Das zu fragen ist meine Sache.

Wie weit, also... Wie weit sind Sie gegangen?

Bis... na ja, bis Café Bellevue. - Na ja, das ist nicht bis zum Äußersten,

aber können Sie mir verraten, wo diese Aufnahme entstanden ist?

Dr. Frank hat nichts damit zu tun. - So?

Und wen hält er da im Arm? - Ich habe mich hineingeworfen.

Erschütternd!

Wir sind heimlich ausgerissen, weil man uns um acht ins Bett geschickt hat.

Und dann kam der Fränkli und Fräulein Weiss, um uns zu suchen.

Und von all dem haben Sie nichts gewusst? - Oh...

Herr Dr. Frank hat darüber keine Meldung gemacht. - So?

Nein, weil er eben ein feiner Kerl ist. Er hat uns nie verpetzt,

wenn wir was ausgefressen haben. - Aber dieser Brief...

Der ist doch an diesen... diesen Herrn Fränkli gerichtet?

Das ist alles aus.

Er liebt mich nicht. - Das spricht für ihn. Ich meine, er weiß,

was er Eurer Hoheit schuldig ist. Trotzdem halte ich es für besser,

wenn ich jetzt Ihre Königliche Hoheit nach Hause begleite.

Unmittelbar vor der Abschlussprüfung? - Bedaure, ich sehe keinen anderen Ausweg.

Ich schon. Herr Dr. Frank wird noch heute seine Koffer packen!

Das ist gemein! Er kann nichts dafür.

Das müssen Sie schon uns überlassen, das zu beurteilen. Herr Dr. Frank geht!

Gut, unter diesen Umständen kann ich es dem Hof gegenüber vertreten,

wenn die Prinzessin ihre Abschlussprüfung noch hier ablegt.

Ich werde sofort alles veranlassen! - Königliche Hoheit.

Sie bleiben heute auf Ihrem Zimmer! Ich möchte Ihnen damit Gelegenheit geben,

gründlich über alles nachzudenken.

(Tür wird geschlossen) - Worauf du dich verlassen kannst, du blöde Schachtel!

Diesmal muss ich die Konsequenzen ziehen. Ein weltweiter Skandal,

der beinahe politische Folgen gehabt hätte. Und das alles nur, weil Sie so...

... so hemmungslos sind!

Schade, dabei habe ich diese verrückte Bande beinahe ins Herz geschlossen.

Dürfte ich mich wenigstens von der Klasse verabschieden? - Unter keinen Umständen!

Ich möchte nicht, dass Sie den Mädels und besonders der Prinzessin

noch einmal vor die Augen treten.

(Gesang im Flur) Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

den schickt er in die weite Welt,

dem will er seine Wunder weisen. - Ruhe! Hören Sie sofort auf!

Was soll dieser Unsinn? - Die Oberprima wollte sich nur von Ihnen verabschieden.

Seid ihr denn von allen guten Geistern verlassen? - Wenn Dr. Frank gehen muss,

dann gehen wir auch! - Das ist Erpressung! - Wir bleiben nicht länger in diesem Internat,

wo solch ein Unrecht geschieht! - Gehen Sie! Marsch! Gehen Sie!

Die ganze Abteilung, marsch! - Nein, nein! Bleiben Sie!

(Mädchen singen weiter) Wem Gott will rechte Gunst erweisen...- Bitte bleiben Sie!

Bitte gehen Sie in Ihr Zimmer, ich komme gleich nach.

Sie sind eine reizende Fürsprecherin. Hat Ihr Kollege Sie geschickt? - Dr. Frank?

Um Gottes willen, nein! Er hat keine Ahnung. Die Klasse hat mich ins Vertrauen gezogen.

Wie haben denn die Mädels auf diesen Fall reagiert? - Da gibt es nur eine Meinung:

Wenn Dr. Frank gehen muss, dann streikt die ganze Klasse. - Sieh mal an!

Eine Palastrevolution. - Ja, unter Führung der Prinzessin.

Sie hat sich mir anvertraut. - Ich bin in einer Zwangslage.

Die Königliche Hoheit ist in ihren Lehrer verliebt! - Ach, Unsinn.

Das ist eine jugendliche Schwärmerei, wie wir sie alle mal in der Schule erlebt haben.

Aber wer garantiert mir, dass es bei der Prinzessin nicht mehr als Schwärmerei ist?

Ich! - Wie soll ich das verstehen?

Bitte... bitte geben Sie mir Ihr Ehrenwort, dass Sie nicht darüber sprechen!

Aber selbstverständlich. Großes Staatsgeheimnis!

Ich... ich liebe Dr. Frank.

Und ich lasse mir diesen Mann nicht nehmen, nicht einmal von einer zukünftigen Königin.

Sie sind eine tapfere, kleine Bürgerin. Gut, im Namen meiner Majestäten

nehme ich diese Garantie an.

Ein unverschämtes Glück hat dieser Dr. Frank.

Ich benachrichtige sofort Frau Diehlmann. Und Sie dürfen Ihren Dr. Frank informieren.

Mündlich. Damit er sich bei Ihnen bedanken kann. Auch mündlich.

Erschütternd! Beinahe hätte sie mich geküsst!

(Dr. Frank seufzt)

Löschen Sie das bitte aus. - Wir lassen Sie nicht fort. - (Alle) Nein!

Ich habe zum Abschied eine Bitte an Sie: Werden Sie endlich vernünftig!

Unser Streik ist der erste vernünftige Gedanke überhaupt.

Es geht nicht um meine Person. Es geht um Ihre Zukunft!

Machen Sie sich doch bitte klar, was dieses Abitur für Sie bedeutet.

Setzen Sie sich auf den Hosenboden und nehmen Sie die Bücher vor die Nase,

dann vergessen Sie Ihren Fränkli. - Tut uns leid, dass wir so ekelhaft waren.

Ja, little Mr. Charles, ich habe zu danken. Ich habe sehr viel gelernt in dieser Zeit.

Also Kinder, macht's gut und haltet die Ohren steif.

Und nicht vergessen, neue Regel:

Vier Mal pfeifen heißt "Nicht sitzen bleiben".

Ich bin an allem schuld! Können Sie mir verzeihen? Bitte.

Aber Prinzesschen... - Sie sind noch da?

Ich gehe schon. - Nein, Sie bleiben hier! Ihre Entlassung ist zurückgenommen.

(Alle jubeln) Hurra! Wir haben gesiegt! Hoch Fränkli! - (Dr. Frank) Bitte, bitte!

Ruhe! Aber meine Damen!

Ruhe! - Kommen Sie, bevor diese Bestien Sie aus Liebe auffressen!

Kommen Sie, Frau Diehlmann möchte Sie noch mal sprechen. - Ja, also dann...

(Lauter Jubel)

Hört mal zu! Jetzt muss wirklich Schluss sein mit dem Unfug! - Ja!

Menschenskind! - Was ist? - Die Liebesbriefe, was machen wir jetzt?

Da werden wir beichten müssen. - Dann ist er gleich wieder enttäuscht von uns.

Es geht viel einfacher, wir schreiben einen Abschiedsbrief. - Mit welcher Begründung?

Na ja, Angelika kann sich ja plötzlich für jemand anderen entschieden haben.

Zum Beispiel für Dr. Schäfer! - Vielleicht ja. - Los, mein Schatz. Du musst noch mal ran.

Wir ziehen einen Schlussstrich unter die Geschichte. Das sind wir Fränkli schuldig.

(Poltern)

Ach, du bist's. Und ich dachte schon, da ist einem Patienten das Gebiss rausgefallen.

Sag einmal, was treibst du denn hier? - Ich war einkaufen.

Ach, du willst bei mir eine Orgie feiern? - Nein, ich erwarte einen Gast.

Falls du nichts dagegen hast. - So, da muss ich dich aufmerksam machen:

Damenbesuch nur bis halb zehn Uhr... früh.

Oh, was haben wir denn da Feines? - Ja, da ist was Feines, da will ich nämlich

eine Bowle machen. Entschuldige. - Da hast du direkt Glück, dass du bei mir wohnst.

Auf diesem Gebiet bin ich nämlich die erste Kraft am Platz. - Ja, aber...

Na, wenn ihr das alles aufessen wollt, dann wirst du aber

zu keiner Liebeserklärung kommen. - Ja. - (Türklingel)

Nanu? Sollte sie das am Ende schon sein? - Nein, wir sind erst um fünf verabredet.

Ja, ich sehe mal nach. - So.

(Dr. Schäfer imitiert ein Posthorn)

Sogar noch Eilboten. Der Kleinen pressiert's aber mächtig.

Gib einmal her. - Hier.

(Dr. Frank murmelt leise)

Kannst ruhig lesen. Ja, so lies! - Ja, ja, ich lese ja schon.

(liest) "Mein lieber Eduard Frank, Ihnen diesen Brief zu schreiben,

fällt mir besonders schwer. Es tut mir leid,

aber es muss aus sein zwischen uns. Äußerlich haben Sie sich zwar

zu Ihrem Vorteil verändert, aber Ihrer ganzen Veranlagung nach

sind Sie nicht der sportliche Typ, den ich mir als Lebenskameraden vorstelle."

Na ja, so ganz Unrecht hat sie nicht. "Um ganz ehrlich zu sein:

Dr. Schäfer entspricht viel eher meinem Ideal, drum wünsche ich Ihnen

für Ihre Zukunft das Allerbeste. Eine, die es gut mit Ihnen meint."

Ha! Donnerwetter! Die Kleine hat sich in mich verknallt!

Na ja, also nimm's nicht so ernst. Schau, so ein Mädel hat's ja schwer.

Da steht sie zwei bildhübschen Burschen gegenüber. - Wer ist der zweite?

Du! Ja, es kann nicht jeder so sportlich sein wie ich.

Was soll ich davon halten? - Halt dich am besten an diesen Cognac.

Dann kommst du am leichtesten darüber hinweg. Du...

Edi...

Bevor die Sachen hier verdorren, nehme ich sie lieber mit.

Petri Heil! - (Dr. Frank seufzt)

(Türklingel)

(lallt betrunken) Wir sind nicht zu Hause!

Dr. Frank, hallo!

Der Dr. Frank ist tot. Für Sie bin ich gestorben, schöne Dame!

Was ist los? Sind Sie krank? Machen Sie doch auf!

Herzlichst willkommen! Bitte treten Sie näher. - Was fehlt denn Dr. Frank?

Ja, es fehlt ihm gar nichts. Ich möchte fast sagen, im Gegenteil. Ja, eben...

Er hat ein wenig zu viel... wissen Sie. - Ja, der Wein ist genug.

Geben Sie nur die Flasche her, Sie können schon wieder gehen. - Ich verstehe Sie nicht.

Ich weiß, Sie halten mich für ein Würstchen. Aber täuschen Sie sich nicht, meine Liebe.

Ich bin zu allem fähig! - Man kann ihn doch nicht in diesem Zustand lassen!

Wir müssen irgendetwas unternehmen! - Natürlich, und das werden wir auch gleich.

Es ist alles vorbereitet, darf ich bitten? - Bitte, die Herrschaften, bitte nach mir.

Also, Dr. Frank!

Was soll denn das hier? - Das wird ein original Dr. Schäferstündchen...

Sind Sie auch betrunken? - Wieso denn? Ich dachte, ich bin Ihr Ideal?

Widerlich sind Sie, einer wie der andere!

Trinke, du Sportidol! Trinken beruhigt die Nerven.

(Dr. Schäfer) Bitte gründlich ausspülen! - Jawohl, Herr Doktor.

(lallt betrunken) Doktor Arthur... Sag mal, bin ich eine Flasche?

(lallt ebenfalls) Aber im Gegenteil, Edi! Du bist ein ganz famoser Kerl!

Nur diese verflixten, verflixten Weiber...

... sind mein Ruin. Dabei bin ich gar kein Kostverächter.

Manche sind ja sehr schön knusprig!

Hast du noch was zu trinken? - Jede Menge!

Ah, die Flaschenpost ist da!

Ja, mein lieber Junge, du bist immer falsch rangegangen an die Weiber.

Man muss sie richtig in die Zange nehmen, sonst entgleiten sie dir

und dann bist du blamiert. - Bis auf die Knochen.

Arthur, ich glaube, ich muss ein völlig anderer Mensch werden.

Aber wegen dieser Angelika werde ich mir kein Bein ausreißen.

Trink du nur tüchtig, dann wirst du gleich ein anderer Mensch. Abfahren!

Ich bringe aber nichts mehr herein.

Augenblick, das werden wir aber gleich haben.

Der liebe Onkel Doktor macht dir eine Spritze.

Eine Spritze. Eine Spritze. Eine Spritze...

So, Mund auf. - Nein, Herr Doktor!

Tut gar nicht weh. Schmerzt nicht. Mund auf.

Aah! Schlucken!

"Schlucken, schlucken"! Wenn das ginge...

Was ist denn? - Ich bringe das Hendl nicht auseinander.

Weil du es falsch machst. Du musst an der Fuge ansetzen.

Eine Fuge von Hendl... wo hat denn ein Hendl Fugen?

Nur dort, wo die Eier herauspoltern.

(singt) Wenn ich ein Hühnchen wär,

dann hätt ich's doppelt schwer.

Dann wärst du bald im Wienerwald.

G'schichten aus dem Wienerwald,

warum ist dieses Huhn so kalt? - Ja...

Hör mal, das ist ein ganz großes Glück, dass wir nicht verheiratet sind.

Ja, aber andererseits ist es statistisch erwiesen:

Verheiratete Menschen leben länger.

Irrtum. Kommt ihnen nur länger vor.

(singt) Ein Mann kam in die Küche.

Der wollte ein Abendbrot. - Nanu? Nichts im Eisschrank?

Seine Frau saß vor dem Fernseher.

Er starb den Hungertod.

Schießt die Weiber, Weiber,

Weiber auf den Mond!

Weil die Sache mit den Weibern sich nicht lohnt.

Jetzt bist du dran. - Jetzt bin ich dran. (singt) Ein Mann kauft sich ein Auto.

(imitiert Hupe) -Hat wenig Freude dran. - Ei, wieso?

Denn will er mal ans Steuer,

dann lässt sie ihn nicht ran.

Ein Kavalier am Steuer.

Sag mal, weißt du überhaupt, was das ist, ein Kavalier?

Ein Klavier... ein Kavalier ist ein Mann,

der Sophia Loren beschreiben kann, ohne die Hände zu benützen.

Ein Mann, der liebt ein Mägdlein

mit Engelsangesicht.

Ein jeder mag sie gern leiden,

nur seine Gattin nicht. - Da sieht man's wieder.

Schießt die Weiber, Weiber,

Weiber auf den Mond!

Weil die Sache mit den Weibern sich nicht...

Hör zu, für mich sind alle Weiber Luft.

Ja, ja, aber ohne Luft kann man nicht leben, mein lieber Freund, ha ha!

Ein Mann kam in den Himmel

und wollte zum Tor hinein. Open the door, Peter!

Huu, da sah er seine Alte,

da ließ er's lieber sein.

Schießt die Weiber, Weiber,

Weiber auf den Mond!

Weil die Sache mit den Weibern

sich nicht lohnt.

Ein Mann gestand im Sterben:

Einst war ich untreu dir.

Da sagte seine Gattin:

Drum war ja Gift im Bier! - Prost!

E... E 605

und noch ein bisschen Strychnin.

Zy, Zy, Zyankali,

das macht den stärksten Mann hin.

Schießt die Weiber, Weiber,

Weiber auf den Mond!

Weil die Sache... - (heftiges Poltern)

Du... du, mir ist auf einmal ganz schwarz vor den Augen!

Sag einmal, ich hab immer gedacht, du... du bist ein Armleuchter.

Aber jetzt sehe ich, du bist eine Stehlampe.

Ich muss sofort etwas Scharfes trinken! - Ja.

Bin ganz benebelt. - Schenke dir schon was ein.

Schenk, schenk ein!

Nicht in das große Glas! Nimm das kleinere.

Also... Prost!

(Edi ringt nach Luft) - Ja, nanu? Was ist denn, Edi, was hast du denn?

Ah! Das ist aber scharf! - Versteh ich überhaupt nicht. So?

Ich spüre überhaupt nichts...

Schlappschwanz.

Als ich sah, wie Fränkli vorsagte, da wusste ich, jetzt kann nichts mehr schiefgehen!

Ich glaube, er hatte mehr Angst als wir. - Er musste dauernd seine Brille putzen!

Na, meine Damen, wie steht's? - Ja, wir haben's geschafft!

Wir sind durch! Ich könnte vor Freude das ganze Haus in Brand stecken!

Habt ihr alle bestanden? - Margaret haben sie noch in der Zange.

Tja, das war aber nicht viel, mein Fräulein.

Nicht viel. Ich möchte beinahe sagen...

Bitte, wenn ich eine Bemerkung einflechten dürfte, Herr Oberstudienrat?

Meine Schülerin beherrscht den Stoff aus dem Effeff.

Sie ist natürlich begreiflicherweise etwas nervös, Sie verstehen schon.

Na schön, so etwas kommt vor.

Examensangst. In den anderen Fächern ging es ja viel besser.

Aber zählen Sie mir jetzt wenigstens die sechs Tierklassen auf.

Die sechs Tierklassen sind, sind...

Erstens...

Säugetiere. - Und?

Zieht es hier irgendwo? - Nein, nein, Herr Oberstudienrat.

Vögel. - Bitte weiter!

Suchen Sie was? - Nein, mei... meine Brille.

Brillenschlangen. - Wie bitte?

Ach, hier hat sie sich ver krochen.

Kriechtiere. - Weiter, weiter.

Fische.

(Dr. Frank summt)

Fliegen.

Na ja, Insekten. Sie wissen es ja. Und?

Lassen Sie sich doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen.

Regenwürmer?

Und alles, was sich sonst noch auf Erden wurmt und krümmt.

Na ja, damit wollen wir es gut sein lassen.

Sie haben bestanden, mein Fräulein. Aber mit sehr viel Glück!

Sehr viel Glück... Na, viel Glück!

Sie waren mein Glück, Herr Doktor. Ich danke Ihnen.

Sie haben's geschafft, Prinzessin. Gratuliere!

Bei Ihnen wäre ich auch gerne sitzen geblieben. Mein ganzes Leben lang.

Sind Sie mir noch böse? - Ihnen kann man leider nie ganz böse sein.

Vielen Dank. Darf ich mir erlauben? Heißt das, dass jetzt alles wieder in Ordnung ist?

Fast. Ich erwarte heute nämlich noch einen zweiten Versöhnungsstrauß. - Nanu?

Von wem denn? - Na, denken Sie mal scharf nach.

Edi? Doktor Frank? - Mhm.

Ja, aber der ist schon zur Bahn gefahren. - Was? Ohne sich zu verabschieden?

Das gibt's nicht. - Sie haben ihm doch den Laufpass gegeben! - Was habe ich?

Sie schrieben ihm doch 'nen Abschiedsbrief. - Ich habe ihm nie einen Brief geschrieben!

Aber Angelika, ich habe doch diesen Brief selbst gelesen, wo Sie schreiben,

dass er nicht Ihr Typ ist und dass Sie mehr zu einer Persönlichkeit plädieren,

wie ich es bin. - Sie? - Na ja, ich habe es sowieso nicht geglaubt.

Wann geht der Zug? - Der Zug ist praktisch schon weg. In drei Minuten.

Dann los, schnell zum Bahnhof! Und wehe, wenn Sie bei Rot halten!

Ich hab noch nie bei Rot gehalten. Da können Sie die Polizei fragen.

Also, meine Damen, nicht unterkriegen lassen! - (Alle) Gute Fahrt, auf Wiedersehen!

Macht es gut! - Ich muss Ihnen noch etwas beichten.

Die Liebesbriefe von Angelika haben wir geschrieben. - Moment, bi... bitte wer?

Ich. "Eine, die es gut mit Ihnen meint". - Ist das wahr?

Ja. - Und den letzten, ich meine diesen Abschiedsbrief,

den haben Sie auch geschrieben? - Natürlich. Wir wollten alles wiedergutmachen.

Also, das... das ist herrlich! Das ist gut, das ist wunderbar!

Zurücktreten! - Aber wieso? Hier, nehmen Sie!

Abfahren! - (Zugsignal) - Lassen Sie mich doch raus!

Nein. Das Auf- und Absteigen während der Fahrt ist verboten.

(Arthur) Zu spät! - Das schaffe ich noch. - Aber nie!

Angelika, nicht! Vorsicht!

Arthur! Arthur, Arthur!

Edi, wo kommst du her? - Ich bin so froh, dass du da bist! Wir müssen zurück!

Wohin? -Zu Angelika. - Zu Angelika? Weißt du, wo sie ist?

Na, in der Schule. - Nein, im Zug! - Was? - Ja!

Halt, nehmen wir doch das Auto! - Schnell!

Schnell!

Verzeihung, können Sie mir bitte sagen, wo der Herr ist, dem diese Sachen gehören?

Ja, der ist gerade aus dem Zug gesprungen. - Was?

Du, da ist sie! - Das ist der Zug! - Ja.

(Autohupe)

Angelika!

Angelika, hallo!

Hallo! - Ich liebe dich!

Ich dich auch! - Willst du meine Frau werden?

(Zugsignal übertönt Angelikas Stimme)

Also ich verstehe kein Wort. Was hat sie gesagt? - Sie pfeift auf dich.

Willst du mich heiraten? - Ja, ja... aber wie?

Die Notbremse, zieh die Notbremse!

Das war aber höchste Eisenbahn. - Ja, das kann man wohl sagen!

Angelika, das war ein sehr schöner Zug von Ihnen. - Ja.

Ja, Arthur, ich habe... - Sonst fehlt nichts? - Doch. Mein Gepäck!

Oh, verstehe.

Diese Bande mit ihren Briefen... - Na, die waren aber nett geschrieben.

Ich hoffe, du kannst es auch so gut. - Ich bin mehr fürs Mündliche.

Haben Sie eben die Notbremse gezogen? - Ich doch nicht!

Sie, das wird Sie teuer zu stehen kommen! Weisen Sie sich aus!

Bitte sehr. Bitte halten Sie das.

Ja, haben Sie eine Fahrkarte? - Ich habe keine Fahrkarte!

Ich fahre ja mit dem Auto! - Moment, Sie bleiben hier!

Sie, lassen Sie mich sofort los! Ich mache Sie aufmerksam... - Sie bleiben jetzt hier!

Komm, gib mir noch schnell einen Kuss, bevor Arthur wiederkommt.

Ich glaube, das wird ein ziemlich langer Kuss werden.

So, und jetzt hier rein! - Au! Sie werden von mir noch hören, mein Lieber!

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