All language subtitles for Generasjon Utoya.de

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Original subtitles

Die Bombe explodierte um 15.35 Uhr-

-mit einer gewaltigen Feuerkraft und einer Druckwelle gemäß seiner Absichten.

Am Freitag, 22. Juli 2011 fuhr er mit dem Fluchtwagen in die Gemeinde Hole.

Er wusste, dass dort die Arbeiter-Jugendliga, AUF-

-ihr Sommerlager auf Utøya veranstaltete. Indem er sich als Polizist ausgab,-

-wurde er - ausgerüstet u. a. mit einem halbautomatischen Gewehr -

-an der Bord der Fähre MS Thorbjørn nach Utøya transportiert.

Er tötete 69 Personen mit den beschriebenen Waffen.

Hallo, hallo, Zeit, aufzustehen und die Welt zu verändern

Es hat schon etwas mit mir gemacht,-

-dass man versucht hat, mich für etwas zu töten, an das ich glaube.

Es ist schwer in Worte zu fassen, wie hart es für einen Haufen Jugendlicher ist,-

-die verletzt wurden und mit Traumata leben,-

-seit sie sahen, wie ihre Freunde getötet wurden,-

-die Verantwortung dafür zu tragen, eine ganze Organisation weiter zu bringen.

Und eigentlich einem ganzen Land Hoffnung zu geben.

GENERATION UTØYA

Ich war mit 19 Jahren das erste Mal im Sommerlager.

Auf dem Liebespfad bin ich das erste Mal so richtig 2011 gegangen, zusammen mit …

… mit meinem Freund, Snorre.

Snorre wurde direkt vor dem Cafégebäude erschossen.

Ich finde es so schön, dass es ein Ring ist.

Er beginnt nirgendwo, und er hört nirgendwo auf.

Sie stehen zusammen dort.

Und dann gingen wir hier.

Und dann begegneten mir haufenweise AUFler, die panisch davonliefen.

Oben in der Spalte dort versteckte ich mich.

Hier saßen wir, haufenweise Jugendliche.

Man warnte uns, nicht zu schwimmen. Manche hatten es versucht, und es war zu kalt.

Ich wusste früh, dass ich schwimmen muss. Ich wusste es früh.

Ertrinken erschien mir leichter oder weniger schmerzhaft als …

-… erschossen zu werden. -Ja.

Es ist schön, hier zu sein und es zu hören, denn du hast es nie erzählt.

Ich habe nie gefragt, weil ich denke,-

-dass du so viel anderes bist als eine Überlebende.

Stimmt.

Oh Gott!

Jules! Zeit, aufzustehen.

Julie? Aufwachen!

Eins …

Zwei …

Drei!

Für mich gibt es ein Vor und ein Nach dem 22. Juli.

Der Boden verschwand unter meinen Füßen.

Ich begriff, dass die Werte oder die Demokratie nicht selbstverständlich sind.

DAS LEBEN IST EIN ABENTEUER!

Ich habe nur dieses eine Leben.

Es wird wohl das Härteste in meinem Leben sein, nach dem 22. Juli im AUF zu bleiben.

Aber es fühlt sich auf eine ganz andere Weise lebenswichtig an.

UTØYA DEINE EIGENE INSEL

-Gute Arbeit. -Ja, sehr gut.

Ich bin voller Hoffnung, als ich auf der Landseite im Boot nach Utøya sitze.

Die AUF steht auf gegen die dunklen Kräfte,-

-die nach dem 22. Juli immer noch viel zu stark sind in unserer Gesellschaft.

Ihr erinnert daran, dass der 22. Juli ein Terrorangriff war,-

-der gegen die Arbeiterpartei und die AUF gerichtet war.

Wir dürfen nie aufhören, daran zu erinnern.

Liebe Ina, ich las ein Interview mit dir, in dem du sagtest:

"Ich wurde angeschossen, weil ich AUFlerin war."

So einfach und brutal lässt es sich ausdrücken.

Ich begegnete Ina das erste Mal am 21. Juli 2011 auf Utøya.

Ich war den ganzen Tag dort. Es war der Tag vor dem Regen und dem Terror.

Das nächste Mal traf ich dich eine Woche später im Krankenhaus Ullevål.

Als wir an deinem Bett standen, wussten wir nicht, ob du es schaffen würdest.

Aber du hast es geschafft, und seitdem schaffst du es jeden Tag.

Wir haben gelernt, dass es sinnvoll und inspirierend ist, Ina immer zuzuhören.

Lustig, scharfzüngig, sicher und deutlich.

Das hat die AUF auch gespürt. Und daher:

Glückwunsch, AUF, zu einer so vollendeten neuen Leiterin.

ARBEITERPARTEI

Ich habe meine Karte gesucht, also danke!

FREIHEIT

Ich habe nie in diesen Bahnen gedacht. Dass ich einmal die AUF leiten würde.

Ich finde das zu groß.

Eine große Verantwortung.

Ich habe solche Angst, schlechte Leistung zu bringen, dass es quasi …

Es lähmt mich fast.

Aber ich spüre auch, dass es wichtig ist, dass ich mit meinem Erlebten die AUF leite.

eine Generation

Ich versuche, etwas über die Zukunft der Arbeiterpartei zu schreiben.

Ich sehe mir das Grundsatzprogramm der AUF von 1992 an, um mich inspirieren zu lassen.

Ich suche quasi nach einer Richtung.

Ich merke, dass das, was uns mit Klima und Geflüchteten herausfordert …

Das ist so vieles, was …

… etwas Grundsätzliches verlangt. Visionen und Werte.

GEWERKSCHAFTSDACHVERBAND

Als Partnerin von Raymond schlagen wir-

-die strahlende, fleißige Vize-Bürgermeisterin vor:

Kamzy Gunaratnam.

Kamzy kommt wie Raymond aus Grorud-Tal.

Außerdem kommt sie aus Jaffna und Hammerfest.

-Das ist doch ganz okay, oder? -Mir gefällt es sehr gut.

Das nehmen wir. Perfekt.

Manches muss ich denen, die eng mit mir zusammenarbeiten, beibringen.

Dass es eine Gratwanderung ist zwischen Perfektionismus und Dinge erledigt bekommen.

In meinem Kopf bin ich ein weißer, mittelalter Mann.

Ich glaube also, ich kann mir alles erlauben, ich mache mich breit und …

Ja, es gibt viele weitere Faktoren, die zeigen, dass ich wie ein Mann ticke.

Was würde Beyoncé tun?

(schnelles Tippen auf einer Tastatur)

Könnt ihr mir mal helfen? Wenn wir das Arbeitsleben als Ganzes betrachten …

Ein Drittel im arbeitsfähigen Alter bleiben in Oslo außen vor.

Kann man sagen, dass der Löwenanteil Frauen mit Migrationshintergrund sind?

Einwandererfrauen in Arbeit zu bringen hat die größten Auswirkungen.

-Du kannst ja Zahlen dafür bekommen. -Kannst du das bitte schnell googlen?

Wir hatten uns ziemlich lange unter dem Stein versteckt.

Und dann kamen die Schüsse viel näher.

Wir meinten, wir müssten uns bewegen.

Erst begannen wir zu schwimmen, aber da waren die Schüsse sehr nah.

Also schwammen wir wieder zurück und liefen zum Strand.

Ich erinnere mich, dass ich mich einfach auf den Boden legte.

Ich gab quasi auf.

Diese Erinnerung ist so stark, dass ich nur ungern daran denke.

Weißt du noch, wie es war, dort zu liegen?

Ja, ich glaube, ich war total handlungsgehemmt.

Ich glaube, ich liege wie in Embryonalstellung auf den Steinen.

Bis dahin war es mir gelungen, in allen Situationen rational zu handeln.

Aber dort war es so, als hätte ich aufgegeben.

Das ist eine starke Erinnerung.

Du beschreibst wirklich ein Bild von Leben und Tod.

Du erinnerst dich daran, dass du dich zusammenkrümmst.

Und an ein Gefühl, als hättest du aufgegeben.

Wenn du einmal nachspürst, Line … Fällt dir das jetzt schwer? Ja.

Sehr schlau. Ich hab schon so verrückte Laune, und jetzt sitze ich hier und erzähle.

Ich war in der Küche. Ich war quasi immer bei der Küchengruppe.

Ich machte gerade den Abwasch, als ich es knallen hörte.

Ich ging in den kleinen Saal. Der war voller Menschen.

Wir versteckten uns hinter dem Klavier, weil wir dachten, er sei draußen.

Aber er war ja im Raum. Da wurde mir erst in die Hände geschossen.

Da dachte ich, ich könne überleben.

Dann wurde mir in den Kiefer geschossen. Da dachte ich, dass es schlimmer ist.

Und als ich in der Brust getroffen wurde, da dachte ich: "Jetzt werde ich sterben."

Ich lief raus und brach draußen zusammen.

Dann kam eine Gruppe von Freunden, die sich um mich versammelten.

Eine legte sich unter mich, um mich warm zu halten.

Jede hatte eine eigene Wunde im Blick, damit ich nicht zu viel Blut verliere.

Und so lagen wir dort. Sehr lange.

Als wir in den Wald kamen, sagte ich: "Lauft. Passt auf euch selbst auf."

Ich dachte, sie würden alle mit mir sterben, weil ich nicht laufen konnte.

Aber ich war sehr erleichtert, als sie blieben.

Ich dachte: "Dann muss ich wenigstens nicht allein im Wald sterben."

♫ Es war bei Sonnenuntergang ♫

♫ Es wurde gelacht, es wurde gesungen ♫

♫ Es waren Sommerferien ♫

♫ Es waren der See und Magie ♫

♫ Es war du und es war ich ♫

♫ Es waren Erinnerungen, die nie sterben werden ♫

♫ Es waren Ewigkeit ♫

♫ und eine Sonne, die den Himmel rot färbte ♫

♫ Es waren Bier, berauschende Worte ♫

♫ Es war Sommer, es war Sonne ♫

♫ Es waren flammende Herzen, windstille Wasser, alles auf dieser Erde ♫

♫ Und es war Liebe ♫

♫ Ja, es war Liebe! ♫

♫ Und Erinnerungen, die nie sterben werden ♫

♫ Eine Sonne, die den Himmel rot färbte ♫

♫ Idylle … ♫

Unsere Werte sind nicht für Sonnenscheintage gemacht,-

-sondern für dann, wenn sie auf die schwierigsten Proben gestellt werden.

Wenn wir wirklich für die Solidarität aufstehen müssen.

Und glaubt mir: Niemand anderes wird das für uns übernehmen.

Aber kann ich das sagen: "Wenn die AUFler in 100 Jahren auf dem Hügel sitzen"-

-"und auf unsere Zeit zurückblicken …"

Funktioniert das, oder soll ich das rausnehmen?

Soll ich direkt sagen, dass die Leute es besser verdient haben?

Ja, lass den Punch noch etwas in der Luft hängen.

Ja. Die Leute verdienen etwas Besseres als Regierungen,-

-die sich nur für sich selbst interessieren.

Wir verdienen etwas Besseres als … Hier ist was Durcheinander.

Liebe Freunde, vieles an der Politik der Regierung gefällt mir nicht.

Aber manches macht mich richtig sauer, und zwar …

-"Sauer" klingt sehr merkwürdig. -Ich bin sauer, aber du bist provoziert.

-Ja … -Du bist provoziert.

Ja. Oder soll ich sagen: "Damit finde ich mich nicht ab?"

Die Welt wird von Menschen verändert, die sich zu träumen trauen.

Das ist das Allerschönste an Utøya.

Hier sagt uns niemand, dass unsere Träume zu groß sind.

Ich glaube, ich war eine so lange Zeit unbedeutend,-

-still und ganz hinten im Klassenraum.

Und ich gehörte einer tamilischen Kultur an, die …

Sie wollen, dass du Reden halten und rein akademisch anmaßend bist, aber …

Du darfst den Mann nicht unterbrechen.

Ich war ziemlich lange so ein Mädchen.

Und dann entdeckte ich im Alter von 18, 19 die AUF und die Arbeiterpartei.

Das hat mir eine ganz neue Welt eröffnet.

WAS IST RASSISMUS? LIVESTREAM MIT KAMZY

Okay, tschüs. Krieg ich noch ein Küsschen?

Aber diese Traurigkeit … Lässt du es hin und wieder zu, sie zu spüren?

-Es ist ja eine Trauer. -Ich lasse sie nicht genug zu, glaube ich.

Man soll sich ja freuen, dass man überlebt hat.

Ja. Aber man kann sich deshalb auch etwas schuldig fühlen.

Kannst du etwas darüber sagen, worin diese Schuld bestehen soll?

Es ist sehr schwer, das auszusprechen, aber ich arbeitete ja für die AUF.

-Ich hatte ja alle angemeldet. -Du warst ein Grund, weshalb sie da waren?

-Aber das konntest du nicht wissen, Line. -Nein, das konnte ich nicht.

Es sollte ja eine gute Sache sein.

Weißt du noch, wie du dich fühltest, als du in jenem Jahr nach Utøya fuhrst?

Ich fühlte mich wie eine Mutter für alle.

Willkommen!

-Seid ihr bereit fürs Sommerlager? -Ja.

-Etwas lauter, bitte! -Ja!!!

Als ich 16 war, wurde mir so richtig bewusst, wie ernst der Klimawandel ist.

Ich hatte "Eine unbequeme Wahrheit" im Kino gesehen.

Ich fand es seltsam, dass die Leute nicht darüber sprachen,-

-obwohl es die ganze Zeit um uns herum geschah.

Ich begann zunächst, mit kaltem Wasser zu duschen, weil der Klimawandel so ernst war.

Aber dann dachte ich, wir bräuchten etwas Größeres, politische Steuerung.

Erst trat ich der Naturschutzjugend bei, dann der AUF.

Das war ein Wendepunkt für mich.

Ich merkte, dass man die Geschichte nicht nur hinnehmen muss.

Man kann sie auch beeinflussen, seine Stimme einsetzen.

Ölkinder fordern Taten!

Ölkinder fordern Taten!

Werden wir, wollen wir Ölkinder sein? Nein, verdammt!

Willkommen im Öl-Bezirk. Hier stehen die sogenannten Ölkinder.

Wir sehen das Öl aus der Nähe.

Dies sind einige Forderungen, wie wir uns umstellen sollten.

Wir müssen Taten fordern und etwas unternehmen.

Vielen Dank. Wir werden dafür sorgen, dass wir nicht nur den CO2-Ausstoß senken,-

-sondern auch neue Industrien schaffen.

Als ich in die Landespolitik eintrat, war es hart, Politikerin zu sein.

In dieser Schule lernten wir, Frauen im Sturm immer in Schutz zu nehmen.

Ja. Und wie gut sie sich da oben schlägt. Sie hat alle in der Hand.

Ein Traum, echt.

Als ich Finanzministerin wurde,-

-zuckte niemand auch nur mit der Wimper, weil ich eine Frau war.

Manche zuckten mit der Wimper, weil ich Sozialistin war.

Aber was sie da macht … Sie steht so da, sie kann es auswendig.

Aber was sollen wir in der Rede sagen?

Dass die Arbeiterpartei bei den Menschen sein muss,-

-um Sicherheit beim Klima zu vermitteln?

Dass wir es den jungen Menschen schulden, dass sie sich an uns wenden können.

Aber sollten wir über etwas reden, von dem wir wissen, dass es Streit geben wird?

Wir machen unsere Rede nicht zum Spaß. Wenn wir reden, dann, um zu kämpfen.

Okay. Wir können mit dem Klima beginnen. Aber was sollte der Ausgangspunkt sein?

Mir gefällt der Teil, in dem es darum geht,-

-dass wir eine Aufgabe bekommen haben, die fast zu groß ist, um sie zu bewältigen.

Wir haben ja einen der Orte auf der Welt,-

-an dem der Klimawandel am schnellsten sichtbar wird.

-Auf Spitzbergen? -Ja. Es gehört zum Königreich Norwegen.

Es wäre unnatürlich, nicht übers Öl zu reden. Das ist ja der Elefant im Raum.

Da muss sich die Arbeiterpartei deutlich ändern. Kann das den Lofoten schaden?

-Es wissen ja alle, wo wir stehen. -Dann machen wir es so.

Wir verbinden erst die Klimasache mit dem Öl, und dann kommen die Lofoten.

Aber sind das Argumente, die Leute in der Partei zum Umdenken bewegen könnten?

Dass die dann so sagen: "Okay!"

Stellst du dich mal da hin?

In elf Jahren muss der CO2-Ausstoß der Welt um die Hälfte reduziert werden.

Unter der aktuellen Regierung stieg der CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr.

Wenn die Regierung keine Verantwortung übernimmt, müssen wir es selbst tun!

Ich hoffe, ich sehe DICH morgen beim Klimastreik!

-Klimahandeln jetzt! -Was wollen wir?

Klimahandeln jetzt!

WIR FORDERN SOFORTIGES HANDELN

Wir wollen Taten sehen, die etwas verändern!

Unsere Zukunft, unsere Erde!

Die Möglichkeiten, liebe Freunde, existieren in Öl und Gas.

Das ist unser wichtigstes Gewerbe. Wir müssen es entwickeln, nicht abwickeln.

Ölfreie Lofoten, Vesterålen, Senja!

Ölfreie Lofoten, Vesterålen, Senja!

Ihr helft uns so sehr! Wenn wir historisch gewinnen sollten, liegt das auch an euch.

Vielen Dank für euren Einsatz bisher!

Oh Gott, bist du kalt.

Deine Haare sind jetzt gekämmt, und du hast Lippenstift aufgetragen.

-Wie sehen meine Haare aus? -Jetzt nehmen wir das hier ab.

Sind meine Haare denn so strubbelig? Ich hab vergessen, Haarspray zu kaufen.

-Das passt schon. -Ich hab Trockenshampoo benutzt.

-Das ist schon in Ordnung. -Und der Lippenstift sitzt?

Geh noch einmal drüber. Ansonsten sieht es sehr gut aus.

Wir kommen nun zu einem der Höhepunkte des Parteitags:

Und zwar zur Rede der Leiterin der AUF, Ina Rangønes Libak. Bitte, Ina!

(stürmischer Applaus)

Vielen Dank. Manchmal bekommt eine Generation eine Aufgabe,-

-die fast zu groß ist, um sie bewältigen zu können.

In den vergangenen Wochen haben Jugendliche in ganz Norwegen für das Klima gestreikt.

Weil es jetzt ernst wird.

Innerhalb von elf Jahren müssen wir den CO2-Ausstoß um die Hälfte reduzieren.

Diese Aufgabe ist fast zu groß, aber jemand muss sie bewältigen.

Und, liebe Freunde, das müssen wir sein!

Hallo! Unser Star. Hallo, du warst so gut gestern.

Ich werde etwas über die Lofoten sagen.

Ja. Es gibt keine Einigkeit; sie verhandeln immer noch.

Sie sitzen im Komitee zusammen und streiten über den Text. -Hallo.

Ihr seid toll.

Ja, ich schicke es dir anschließend.

-Das wird super, Leute. -Das Komitee tagt gerade hinter uns.

Wir werden euch auf der Treppe versammeln, sobald wir etwas wissen.

Ölfreie Lofoten, Vesterålen, Senja!

Da stehen sie ja, die Gelben. Ich finde sie so toll!

Ich glaube, jetzt passiert's.

Nach 20 Jahren. Wir haben 20 Jahre lang hier gewartet. Jetzt passiert's.

-Weißt du, wo es passiert? -Ja.

DAS MEER SOLL LEBEN

Ich möchte nur eines sagen: Das Meer soll leben!

Ich bin so stolz auf euch! Ihr seid das beste und stärkste Team!

Wir haben 20 Jahre gebraucht. Es wird keine Umweltverträglichkeitsprüfung geben!

-Eine große Niederlage für dich, Støre? -Nein, das ist eine gute Entscheidung.

Ein starkes, positives Engagement für Klima und Umwelt.

Ich möchte das mit unserer Ambition als Partei verbinden,-

-den Öl- und Gassektor und die 170.000 Jobs dort zu unterstützen.

Ich habe eine fantastische gute Nachricht:

Die AP will keine Umweltverträglichkeits- prüfung für mögliche Ölbohrungen

-vor den Lofoten, Vesterålen und Senja.

Dies ist ein historisches Treffen, ein historischer Tag.

Wir alle, die jetzt hier sind, können auf diesen Tag zurückblicken und sagen:

Wir waren dabei, als die Arbeiterpartei ein für alle Mal-

-"nein" zur Umweltverträglichkeitsprüfung gesagt hat.

Das Meer soll leben!

Was für eine tolle Stimmung! Ein toller Tag, um am Leben zu sein.

Langsam steigern. Schön durchziehen.

Sehr gut.

-Alles in Ordnung? Sicher? -Ja.

-Sag Bescheid, wenn es zu intensiv wird. -Ja.

Es ist nicht gefährlich, einen hohen Puls zu bekommen.

Vor Utøya war ich viele Jahre sehr aktiv als Tänzerin.

Nach dem 22. Juli hatte ich große Probleme mit dem Training.

Jedes Mal, wenn der Puls stieg, bekam ich Angstanfälle.

Es ist sehr schwer, zu akzeptieren, dass man …

Das man immer noch Angst hat.

Es ist so schwer zu denken, dass etwas gut genug ist. Es ist fast unmöglich.

Nicht doch.

(erste weibliche AUF-Leiterin) Das ist wohl das Gutes-Mädchen-Syndrom.

Vielleicht in zigfacher Potenz?

Ich erkenne mich darin sehr gut selbst wieder.

Aber was soll ich tun? Was hast du getan?

Ich tat zu wenig von dem, was ich dir empfehle.

Tritt nicht in die gleichen Fallen wie ich.

Gönne dir, gut zu sein, denn das reicht aus.

Und dann kommst du viermal im Jahr-

-mit den superschlauen Aussagen.

Ich versuche, jeden Tag in mein Tagebuch zu schreiben: "Ich bin gut genug".

"Sissel sagt, dass ich mehr als gut genug bin."

"Klug" ist ein passendes Wort für dich. Außergewöhnlich klug.

Ich glaube, es hat mit dem Leben zu tun, das du bisher gelebt hast.

Jonas wurde neulich 60.

Ina postete ein Foto von sich und Jonas.

Direkt nach dem 22. Juli.

Dieses Foto hat sich mir eingebrannt.

Nicht nur im Kopf, es steckt auch hier fest.

Diese Foto sagte sehr viel. Was du durchgemacht hast.

AVERØY Inas Elternhaus

Worte verändern, aus Worten können Taten werden.

Was versprachen wir denen, die wir verloren haben? "Nie wieder 22. Juli."

Ich hätte mehr über diese Rede nachdenken sollen.

Man spürt, dass viel mehr darüber gesagt wurde. Was soll man hervorheben?

Es ist nicht so, dass alles gesagt ist, aber die Worte sind aufgebraucht.

Es regnet.

Mich beruhigt das Geräusch von Regen.

Das ist komisch, denn am 22. Juli geschah alles im Regen.

Die stärkste Erinnerung ist der Regen.

Ich spüre diesen ewigen Regen fast stärker als die Schüsse.

Hast du noch andere Erinnerungen an Utøya, die ich beschreiben könnte?

-Von diesem Tag oder dem Tag davor? -Vom Tag davor. Wie war es?

Ich würde gern die Kontraste hervorheben.

Es kommt mir fast unmöglich vor, den Leuten die Gegensätze zu erläutern.

Es gibt zwei Dinge, die sich mir nach dem 22. Juli eingebrannt haben.

Meinungsfreiheit und Inklusion. Andere zu beachten.

Anders Behring Breivik war auch mal ein Schüler im Klassenzimmer.

Du hast auch eine Verantwortung, Bescheid zu geben.

Alle sollten das Gefühl haben, dass sie Teil eines …

-Wir haben alle eine Verantwortung. -Ich finde das sehr schön.

Vielleicht könnte man es so in Worte formulieren:

"Der Täter gehörte zu unserer Gesellschaft."

"Das Gedankengut lebt in unserer Gesellschaft."

Er war ja eine extreme Ausnahme, aber …

-In ihm steckt auch ein Mensch. -Ich bin ganz auf dieser Linie.

Aber das kann man schlecht sagen, weil Menschen unterschiedlich fühlen.

Aber ich kann das sehr gut nachvollziehen.

Es ist sehr gefährlich, ihn ein Monster zu nennen.

Dann tut man so, als wäre er nicht aus unserer Mitte.

Worte können spalten.

Worte können hassen. Worte können zu Gewalt führen.

Worte können aber auch trösten.

Worte können Liebe zeigen.

Worte können Brücken bauen.

Wir, die hier im Regierungsviertel stehen, haben den Hass gesehen.

Aber wir entscheiden uns für die Liebe.

Wir erheben unsere Stimmen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit jeden Tag.

Wir erheben unsere Stimmen für alle, die nicht mehr sprechen können.

Wir erheben unsere Stimmen genauso hoch, wie wir unsere Rosen heben.

Nur so halten wir das Versprechen: Nie wieder 22. Juli.

♫ Lieben, lieben es und denken ♫

♫ an unseren Vater und Mutter ♫

♫ Und die Saganacht, die hinsenkt ♫

♫ Träume auf unsere Erde. ♫

♫ Und die Saganacht, die hinsenkt ♫

♫ Träume auf unsere Erde. ♫

Ich habe solche Angst, hier liegen viele Tote um mich herum. Bestimmt 10

Hilfe ist unterwegs. Halte durch :-) Du bist die Tapferste, die ich kenne!

Falls ich sterbe, sag allen, dass ich sie lieb habe!

Astrid- Du wirst nicht sterben. Bleib ganz ruhig liegen, bis die Lage sicher ist

Ich liebe euch über alles auf der Welt. Ruft mich nicht an. Ihr seid die besten Eltern der Welt.

-Ich lebe noch -Bleib in deinem Versteck!

Als die Bombe im Regierungsviertel explodierte,-

-wurde der Rest des Programms für diesen Tag abgesagt.

Wir wollten gerade die Nachrichten- sendung im großen Saal zeigen.

Die Leute saßen hier, um Schutz vor dem Regen zu suchen.

Da sehe ich, wie ein Polizist die Steintreppe heraufkommt.

Und dann knallt es plötzlich um mich herum.

Und alle beginnen, nach draußen zu fliehen.

Manche sind hier aus den Fenstern gesprungen.

Sie liefen fast über einander.

Ich landete auf den Knien und krabbelte hinaus.

In diese Toilette hier.

Dort blieb ich den Rest des Angriffs sitzen.

Irgendwie hatte ich das Telefon herausgeholt …

… und rief die Polizei.

Ich weiß noch, dass ich sagte: "Ich glaube-"

-"meine Freunde wurden erschossen, mein Freund wurde erschossen."

"Ihr müsst kommen."

Dann höre ich die Schüsse, während er durch das Gebäude geht.

Und sie sagt: "Behalte die Ruhe."

Wir waren so still, dass wir nicht hörten, dass andere in den Kabinen nebenan waren.

Aber wir hörten ja …

Wie schmerzhaft es für die war, die draußen lagen.

Ich erinnere mich fast gar nicht mehr daran, wie der Arm vorher war.

Ich dachte danach: Ach, herrje, muss ich mit all diesen Verletzungen leben?

Es berührt mich jedes Mal, wenn ich Eirins Schusswunde sehe.

Wenn mir bewusst wir, dass dich einer mit exandierenden Kugeln beschossen hat,-

-dann denke ich, dass das schrecklich brutal war. Dich zu erschießen.

Ich habe lange gebraucht, um zu akzeptieren,-

-dass ich einen Muskelkater in den Bauchmuskeln habe, den sonst niemand hat.

Ich hab z. B. keinen Nabel. Das ist sehr lustig.

-Vermisst du deinen Nabel? -Nein. Ich weiß nicht.

-Die sind sehr interessant anzusehen. -Die von anderen?

Wenn ich im Sommer schwimmen gehe. Nabel sind lustig!

Renate an Check-in.

Hier Check-in.

Wenn ihr das nächste Boot rübergeschickt habt,-

-möchte ich bitte eine SMS mit der Anzahl der Personen auf der Insel.

-In Ordnung. -Over and out.

-Hast du gerade große Angst vor Terror? -Nein.

Ich habe mehr Angst vor einem Rechtsdrall in der Gesellschaft.

Und vor extremen Kräften. Vor großen Angriffen.

Ich habe Angst, dass der Nazismus durch demokratische Prozesse an Macht gewinnt.

Wenn Trump sagt, er könne drei Wahlperioden bleiben,-

-wird es sehr undemokratisch.

Trump ist nicht der neue Hitler, aber du siehst es an vielen Orten.

Es ähnelt den 1920er Jahren.

Ja, vieles erinnert an die Zwischenkriegszeit.

Es geschieht schrittweise, so wie gerade in Polen.

Erst kassieren sie die Frauenrechte, dann die der Homosexuellen.

Es geschieht Schritt für Schritt. Die Menschen gewöhnen sich daran.

Und dann kommen die faschistischen Einstellungen an die Macht. Wie in den USA.

Für mich ist es ein politischer Wendepunkt.

Wir sprechen oft von einem "Vor" und "Nach" dem 22. Juli.

Aber auch über ein "Vor" und "Nach" Sylvie Listhaugs Posting.

Dass jemand so etwas sagen und meinen kann. Ich glaube, sie meint es so.

"Die Arbeiterpartei findet die Rechte von Terroristen wichtiger"-

-"als die Sicherheit der Nation."

Sylvie Listhaug schrieb das, und sie war Justizministerin.

Und die Arbeiterpartei ist die einzige Partei,-

-die einem Terrorangriff ausgesetzt war.

Das ist ein Foto eines islamistischen Terroristen.

Das soll auf der Erzählung der Fortschrittspartei von Norwegen aufbauen.

Dass es islamisiert wird.

Dass "fremde" Kräfte Norwegen übernehmen.

Du bist nicht ethnisch norwegisch. Ich schon.

Wer hat Norwegen nach 2 Weltkrieg aufgebaut. Kannst du mir das beantworten?

Verschwinde aus Norwegen du verdammter Idiot.

Sylvie tut genau das Richtige, um solche wie dich von Norwegen fernzuhalten.

Glaub es wäre das beste für uns alle wenn du auf utøya geblieben wärst und nicht überlebt hättest.

Schade das Breivik nicht besser traf

Als Sylvie Listhaugs Post erschien, da …

Das sagte die Polizei auch: Hetze und Drohungen verdreifachten sich.

Das geschah auch bei mir; das ist also ein Teil der Statistik.

Zumindest, als ich eine Meinung zu dem Post äußerte. Ich schrieb ja darüber.

Da waren die Kommentarspalten voller Hass. Einige waren auch direkt.

Hoffe du liegst nächstes Jahr unter Utøya :) Du feige Sau..

Schade das Breivik dich nicht erwischt hat, Ansonsten hat er gute Arbeit geleistet.

Tut mir leid, das zu sagen. Aber leider läuft deine Zeit ab. Warte nur bis zum AUF-Lager.

Wenn du glaubst 2011 war ein Massaker dann solltest du dies Jahr nicht kommen....

Seltsamerweise wird es auch das letzte Jahr sein in dem ein Stoltenberg in Norwegens Rampenlicht steht.

Jonas Gahr Støre.

Danke, Frau Präsidentin. Ich möchte sagen, dass dieser Fall ungewöhnlicher Weise-

-mit einem Facebook-Eintrag begann, der nie hätte veröffentlicht werden dürfen.

Wir haben deutlich gemacht, dass eine Justizministerin mit ihren Beiträgen-

-keinen Hass schüren und keine Verschwörungstheorien verbreiten darf.

Es war die reinste Hexenjagd,-

-in der das Ziel war, die Meinungsfreiheit zu knebeln.

Die Meinungsfreiheit ist für mich ein unglaublich wichtiger Wert.

Ein norwegischer und westlicher Wert, zu dessen Schutz wir alles geben sollten.

Und eines der wichtigsten Themen, die dieses Land viele Jahre beschäftigen wird.

Und zwar, welche Einwanderungs-, Asyl- und Integrationspolitik geführt wird.

Es gibt Grenzen, wie weit eine Ministerin in Verschwörungstheorien spekulieren-

-und Kräften Nahrung geben darf, die Hass und Spaltung verbreiten.

Es ist ernst, wenn eine Justizministerin Benzin ins Feuer des Hasses gießt,-

-vor allem dann, wenn sie der einzigen Partei zuzwinkert, die in jüngster Zeit-

-auf norwegischem Boden von Terror betroffen war.

In der vergangenen Woche haben wir extrem viel Bosheit in Norwegen gesehen.

Aber auch viel Güte.

Ich möchte das tun, was für die Frp, für das Land und für mich das Richtige ist.

Ich möchte das tun, was richtig ist für die Meinungsfreiheit in Norwegen.

Deshalb trete ich zurück. Und eins verspreche ich:

Ich werde im Parlament nicht den Mund halten.

Was Sylvie Listhaug sagte …

Zwei Monate danach begegneten wir jemanden in der Stadt, der sagte:

"Es ist schwer, sich zu entscheiden."

"Sowohl die Überlebenden als auch der Terrorist haben ein bisschen recht."

Das Gedankengut von Breivik und den anderen Rechtsextremen-

-sind die gleichen Verschwörungstheorien.

Dass die Arbeiterpartei möchte, dass Muslime unser Land übernehmen.

Es ist manchmal schwer zu erklären, dass die Worte hier und auch hier sind.

Sie bewegen sich in ein Hinterland, das sehr gefährlich ist.

Wir dürfen künftig nicht nur über die Meinungsfreiheit reden.

Wir müssen darüber reden, wozu diese Worte führen.

SIAN-Demonstration "Stoppt die Islamisierung von Norwegen"

Und deshalb geht alles den Bach hinunter,-

-wenn es um die sogenannte multikulturelle Gesellschaft geht!

Worte können spalten.

Worte können hassen.

Worte können zu Gewalt führen.

Worte können aber auch trösten. Worte können Liebe zeigen.

Worte können Brücken bauen.

Wir erheben unsere Stimmen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit jeden Tag.

SOFIENBERG-SCHULE, Oslo

Mein Name ist Kamzy. Ich bin Vize-Bürgermeisterin von Oslo.

In der besten Stadt der Welt, stimmt's? Ja! Gut!

Und ich liebe, liebe meinen Job.

Ich wollte mich mit euch treffen, die noch gar nicht wählen dürfen,-

-weil ich mich für die Meinungsfreiheit interessiere.

Ich bin hier, weil ich erlebe, dass nicht alle ihre Meinung sagen.

-Wie heißt du? -Etienne.

Etienne leitet die Stadtregierung von Oslo. Er ist der Chef.

Bist du der Chef, Etienne? Dann setz dich hin wie ein Chef.

Sitzt Etienne in seinem Büro und macht allein die Politik?

-Nein. Woher bekommst du deine Ideen? -Von anderen.

-Und wer sind die anderen? -Das Volk.

Das Volk, Bruder. Das Volk. Stimmt's?

Wenn das Volk seine Meinung sagt, bekommen Politiker Ideen.

Kriegt jemand fiese Nachrichten auf Insta? Snap?

-Wie heißt du? -Selma.

Selma, hast du schon mal einen richtig guten Kommentar in Aftenposten geschrieben?

-Nein. -Mach es nächste Woche.

Einen richtig guten Artikel. Für welches Thema interessiert dich?

-Klima. -Dann kommt da so ein Troll und schreibt:

"Für wen hält sich diese Selma bitte?" Dann kommentiert er deine Locken.

Willst du dann noch einen Kommentar schreiben?

-Nein. -Deshalb ist Hetze ein Problem.

Wenn ihr in einem Restaurant etwas esst, und dann kommt ein Mann an-

-und nennt dich eine verdammte Hure, dann würdest du nicht einfach zugucken.

Aber wenn jemand das in ein Kommentarfeld schreibt,-

-dann übernehmen wir nicht die gleiche Verantwortung.

Ich war am 22. Juli 2011 auf Utøya. Wisst ihr, was dort geschah?

Wenn jemand schließlich Rassist wird, einer, der andere töten möchte,-

-dann müssen wir uns fragen, wie die Gesellschaft versagt hat.

"Ich komme noch auf dich zurück. Breivik hat tolle Arbeit geleistet."

"Hoffentlich tut er es wieder, damit wir die Asylliebhaber auf Utøya loswerden."

Was bringt jemanden dazu, so etwas zu schreiben?

Ich habe den Verfasser angezeigt, und jetzt soll ich gegen ihn aussagen.

Er wird in diesem Raum sitzen. Das wird sicher etwas seltsam.

Aber ich glaube, das wird ein bisschen so sein wie damals,-

-als der Terrorist, also Breivik, im Raum saß.

Hei! Hallo. Du bist so lieb.

Hallo. Bist du bereit?

ÅSMUND Utøya-Überlebender

Ja, wir werden sehen.

Glaub schon. Ich hab mir aufgeschrieben, was er eigentlich gesagt hat.

-Wann geht es los? -Die Verhandlung beginnt um halb.

-Wir müssen gleich los. -Fürchtest du dich?

Ja, tu ich. Es wird widerlich sein, ihn zu sehen, wenn er dort ist.

Sieh den Richter oder Staatsanwalt an, die, die mit dir reden.

Aber er sitzt ja daneben. Wir sitzen sehr nah beieinander.

Ich hab solche Angst, dass er durchdreht.

Ganz bestimmt nicht. Er sieht ziemlich armselig aus.

-Aber wir müssen bald los. -Wollen wir los?

OSLO GERICHT

-Hallo. Guten Tag. -Guten Tag.

Du kannst dich dort hinsetzen.

Ich schwöre, nach bestem Wissen die reine Wahrheit zu sagen.

(AUSZUG AUS INAS ZEUGENAUSSAGE) -Deine aktuelle Beschäftigung? -Leiterin der AUF.

In dieser Position kommt es vor, dass ich unangenehme und-

-erschreckende Nachrichten bekomme, wenn ich mich öffentlich äußere.

Vor allem, wenn ich mich zu Asyl und Einwanderung äußere.

Ich wurde bei einem Terrorangriff angeschossen-

-und nehme es nicht auf die leichte Schulter, wenn jemand dem Terroristen huldigt.

Ich habe es selbst erlebt, und ich habe Angst, dass wir wieder angegriffen werden.

Bei einer Schießerei im Al-Noor Islamic Centre in Bærum-

-soll eine Person erschossen worden sein.

Die Polizei hat einen Täter festgenommen, der ethnisch norwegisch sein soll.

Wir haben Bilder aus dem Amtsgericht, wo er nun im Gerichtssaal angekommen ist.

Hier sehen wir also Philip Manshaus im Amtsgericht Oslo.

Er lächelte leicht, als er sich umschaute. Das erinnert mich unweigerlich-

-an einen früheren Mann, der hier wegen eines Terrorangriffs verurteilt wurde.

Man hat eine Art Déjà-vu, wie er sich da umschaut.

Liebe Freunde, wir haben gesagt: Niemand kann uns zum Schweigen schießen.

Deshalb sind wir in dieser Woche hier, und wir schweigen ganz sicher nicht.

Aber viele tun es, und jeden Tag werden sie zum Schweigen gehetzt.

(ARENDALSWOCHE, POLITISCHE DEBATTEN-WOCHE) Wer weigert sich in unserem Land am meisten, die Meinungsfreiheit zu nutzen?

Junge Mädchen, oft mit Minderheiten-Hintergrund.

Als Muslima bist du besonders betroffen. Mit Kopftopf ist es noch schlimmer.

-Okay, das lief sehr gut. -Ich habe mit NRK gesprochen.

-Du musst das telefonisch machen. -Dann rufe ich jetzt NRK an.

-Hallo, passt es jetzt? -Ja, es passt prima.

Schön, dass du dabei bist.

Wir möchten damit anfangen, was heute geschehen ist.

Manshaus wurde ja für vier Wochen in Untersuchungshaft genommen.

Hat die Regierung das Gewaltpotenzial beim Islamhass unterschätzt?

Ich bin etwas überrascht, dass man überrascht ist.

Ich habe Sonnabend etwas gepostet. Der erste Satz lautete:

"Sagt nicht, dass es euch schockiert hat."

Wir sehen doch, was in den Kommentarspalten steht.

Als ich Vize-Bürgermeisterin wurde, waren sie voll mit so etwas:

"Soll die Kloake im Rathaus aufgefüllt werden?"

Man kann solchen Äußerungen zwar widersprechen, aber es ist zu spät.

Wenn Menschen in der Gesellschaft schlechte Einstellungen haben,-

-dann entstehen die nicht in einem Vakuum.

Deshalb rede ich ständig von einer stärkeren Gemeinschaft.

Ich muss mich umziehen. Wir treffen uns in der Lobby.

Nach dem Terrorangriff in Bærum wurde die Gefahrenstufe auf den höchsten Wert erhöht.

Die Polizei im ganzen Land ist bewaffnet, und Sicherheitsmaßen wurden verschärft-

-vor der Eröffnung der Arendalswoche mit der Debatte der Jugendorganisations-Spitzen.

Ich fürchte mich so. Ich kann nicht klar denken.

Wenn wir alles durchgegangen sind, wirst du merken, dass es gar nicht so schlimm ist.

Unterscheidet sich der Hass auf Muslime von anderen Arten des Hasses?

Unterscheidet sich der Hass auf Muslime von anderen Arten des Hasses…

Ja, in Norwegen sehen wir gerade die Entstehung-

-von rechtsextremen Gedanken und Einstellungen.

Ich fürchte mich echt, Eirin!

Wird genug getan, um Extremismus vorzubeugen?

Nein, es wird nicht genug getan. Warte. Frag noch einmal.

Nein. Denn wir sehen, dass der Hass in der Welt wächst, aber auch hier bei uns.

-Was ist das? -Eine Baustelle.

Es herrscht erhöhte Alarmbereitschaft.

Sollen wir nach bewaffneter Security für heute Abend fragen?

Da ist doch Polizei.

Es fühlt sich so ungerecht an, dass die anderen Jugendorganisationen-

-wegen ihrer Anliegen nervös sind.

Aber wir haben immer zusätzlich Angst, angegriffen zu werden.

Dass uns jemand töten wird oder hinter uns her ist.

Wir müssen einfach akzeptieren, dass wir dieses Handicap haben.

Und herausfinden, wie wir am besten damit umgehen können.

Ina Libak vom AUF. Sondre Hansmark von der Jungen Linken.

Tobias Drevland Lund von der Roten Jugend.

Und Bjørn-Kristian Svendsrud von der Jugend der Fortschrittspartei.

Am Sonnabend waren wir Zeugen eines Terrorangriffs auf eine Moschee in Bærum.

Der Tatverdächtige ist ein 21-jähriger Mann aus Bærum.

Ina, du warst selbst auf Utøya und hast Terror erlebt.

Wird genug gegen Extremismus getan?

Nein. Denn wir sehen, dass der Hass in der Welt wächst, aber auch hier bei uns.

Das zeigt auch, dass es wichtig ist, welche Worte wir verwenden.

Die Politiker müssen eine größere Verantwortung übernehmen.

Was unsere Anführer sagen, das hat Auswirkungen.

Weil Worte eine Bedeutung haben.

KRISTIANSAND KOMMUNE RATHAUS

STADTRATSSAAL

Ich glaube, ich bin in politischen Situationen-

-vielleicht besonders angespannt.

Ich breche manchmal in Schweiß aus, wenn jemand plötzlich den Raum betritt.

Ich versuche, das als normal hinzunehmen, aber mein Gehirn funktioniert nicht so.

Aber ich habe es immer ausgehalten, weil ich so motiviert bin.

Ich habe einfach gemerkt, wie wichtig Politik ist.

An jenem Tag verloren so viele wundervolle Menschen ihr Leben,-

-die sich auch engagierten. Dadurch wurde es quasi lebenswichtig, weiterzumachen.

Wir haben jetzt viele Jahre miteinander gearbeitet. Es braucht Zeit. Viel Zeit.

Wie denkst du darüber, als direkt Betroffene?

Ich finde, ich bin mutig, weil ich nicht aufgebe.

Als ich zurückkehrte, war ich sehr krank.

Ich konnte nicht einmal einkaufen gehen.

Viele Angstanfälle … ja, einfach schrecklich.

Durch die Arbeit daran wurde es besser.

Das, was auf Utøya passierte, hatte einen Anfang und ein Ende.

Aber einige Dinge in der Gesellschaft wecken diese Dinge wieder auf.

Daher mag es schwierig sein, sich zu 100 % sicher zu fühlen.

Nicht, so lange ich in der Arbeiterpartei bin, glaube ich.

Es gibt da einige Kräfte, und das wissen wir ja ganz genau.

Wir haben es erlebt.

Aber die Einstellungen existieren ja immer noch da draußen.

Ich finde nicht, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht.

Ich weiß nicht mehr, ob es vor oder nach der Wahl war.

(Leiter der Stadtregierung, Arbeiterpartei) Wir begannen darüber zu reden, ob es ein Angriff auf die Arbeiterpartei war.

Wie gingen dabei so weit, dass es alle umfassen sollte …

Dass es kein Angriff aus uns war, sondern alle einbeziehen sollte.

Und vielleicht war das auch richtig?

Was hätte man sonst machen sollen?

Es war mitten im Wahlkampf, und es herrschte landesweite Trauer.

Du und Jens konnten nur versuchen, so vereinigend wie möglich zu sein.

Die Medien waren auch sehr darauf bedacht,-

-dass die landesweite Trauer nicht von zu viel Politik besudelt wird.

Während wir darüber reden wollten, wie ein Breivik entstehen konnte.

Wenn man von dieser Art Einstellung redet, dann wissen wir, dass wir alle einen haben,-

-einen Freund eines Freundes einen Bruder, Familie,-

-eine unangenehme Beziehung zu einem Onkel,-

-der zweifelhafte Ansichten hat. Wenn man sich mit Breivik auseinandersetzt,-

-muss man sich auch mit denen auseinandersetzen,-

-die auch nur einen Hauch dessen denken, wofür ABB steht.

Ja, das ist … Das gibt es Berührungsängste.

Mir ist aufgefallen, dass das nicht in die nationale Erzählung von Norwegen passt.

Das Selbstbild passt nicht auf uns.

Wir sind eine andere Art Nation. Wir sind umsichtig, haben einander gern.

Ein sozialdemokratischer Musterstaat.

"Hallo, Kamzy. Meine Lehrerin, ich und der Rest der Klasse (Vg Elektro)"-

-"möchten dich gern in die Bjørnholt-Schule einladen."

"Der Rest der Klasse glaubt nicht, dass du kommst. Meine Lehrerin und ich schon."

Erik, danke für die E-Mail.

Es war eine große Ehre, eine so persönliche E-Mail zu bekommen.

Könnt ihr die Jacken ausziehen? So kalt ist es hier nicht.

-Erik, was ist dir das Wichtigste? -Eine Lehrstelle zu finden.

In der Politik glauben wir, wir können etwas bewegen.

Ich finde, Norwegen wird immer mehr zum Land der Reichen.

Ich glaube aber, dass man das ändern kann.

Ein Teil des Problems ist es, wie geteilt die Bevölkerung von Oslo ist.

Dort sind weiße Menschen, hier sind Einwanderer und …

Lasst uns darüber reden, was das Problem ist.

Seid ihr stolz auf eure Berufswahl? Seid ihr es?

Das hoffe ich! Denn Berufsschüler sind die Rockstars unserer Zeit!

-Wer soll unser Land bauen? -Wir.

Ganz sicher nicht Farukh und ich, um es mal so zu sagen.

Ich weiß, dass einige von euch gute Noten und geringe Fehlzeiten haben,-

-aber trotzdem keine Lehrstelle gefunden haben. Woran liegt das?

Die Björnholt-Schule hat einen schlechten Ruf.

Wenn du wegen einer Lehrstelle anrufst-

-und sagst, dass du von der Björnholt kommst, dann legen die einfach auf.

-Die legen einfach auf? -Ja.

Jetzt bin ich echt platt.

Entschuldigung, es tut mir leid, dass das passiert ist. Sehr leid.

Das ist nicht in Ordnung.

-Alles in Ordnung? -Ich finde das so schrecklich.

-Dass die einfach auflegen. -Ja. Das darf nicht sein.

Ja, genau das meine ich.

Überall werden Unterschiede gemacht. Große Unterschiede.

Okay, hier kommt der Wahlkampfexpress. Wählt die Arbeiterpartei!

Es ist mir eine Herzensangelegenheit, für sozialen Ausgleich zu kämpfen.

Dass alle die Möglichkeit bekommen. Die hatte ich nicht.

Für ganz Oslo

Wir möchten dir eine Rose schenken. Hoffentlich wählt uns deine Familie.

Ich auf jeden Fall.

Es ist komisch, wenn ich daran denke, dass dies mein alter Kindergarten ist.

Und dann denke ich daran, was daraus werden kann.

Vielleicht ein wichtiger Versammlungsort im Grorud-Tal.

Ich finde, alles ist politisch.

Möchtet ihr eine Rose haben? Trotzdem schönen Sonntag!

Die größten Parteien verlieren in der aktuellen Umfrage am meisten.

Die Arbeiterpartei verliert landesweit 5 %.

Ich bin Optimistin, aber …

Ich glaube, wir müssen uns darauf vorbereiten,-

-dass wir kein gutes Wahlergebnis bekommen.

Aber ich habe Hoffnung.

Was wählen wir dieses Jahr?

Ist das peinlich! Es ist mucksmäuschenstill!

Ich muss mein eigenes Video drehen.

Okay, jetzt passiert's.

Der grüne kommt da rein. Damit ist die Wahl erledigt.

Die Prognose zeigt, dass die Arbeiterpartei-

-auf ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Krieg zusteuert.

WAHLPARTY, Kommunalwahl

-Vielen Dank, Leute! -Jonas! Jonas!

Vielen Dank! Aber, liebe Freunde, wir können es nicht ignorieren:

Die Arbeiterpartei verliert Stimmen.

Wir können heute als Partei in Norwegen nicht zufrieden sein.

Es gibt eindeutige Gründe und Umstände,-

-die unser schwaches Wahlergebnis mit erklären können.

Wir haben in den Distrikten viele Wähler an die Zentrumspartei verloren.

Aber wir verlieren auch stark in den großen Städten.

Ich bin sehr erschöpft. So kurz-vorm-Heulen-erschöpft.

Ich muss mich wieder motivieren.

Nein. Wir machen ja im Großen und Ganzen das, was wir mögen.

Wir sind in unseren Jobs sehr privilegiert.

Aber da ist ja auch …

Ich glaube, die Menschen vergessen manchmal,-

-dass man letztendlich auch nur ein Mensch ist.

Was wollen wir in unserem Komitee liefern? "Der Katalog" + Unser politisches Projekt = Programm der Arbeiterpartei 2021-2025

Wir gehen weiter, indem wir den Blick heben.

Wir werden das Problemverständnis angehen, wenn wir das Programm erstellen.

Was wollen wir damit? Was ist wichtig?

Die Arbeitsaufgabe dieses Komitees wird das politische Projekt der Ap bis 2021.

Wir müssen ehrlich sein. Was ist die Herausforderung? Was müssen wir klären?

Etwas, das wie Rhetorik wirkt, ist ja eigentlich Politik.

Wenn man "Ausgrenzung" statt "Unterschiede" sagt, ist das Politik.

Dann sagt man, dass die, die draußen sind, reingeholt werden sollen,-

-statt die Verantwortung dort zu platzieren, wo sie hingehört.

Ich finde, unser Ziel sollte Gerechtigkeit sein.

Die geistige Gesundheit junger Menschen-

-sollten wir im breiteren Kontext der Lebensbewältigung diskutieren,-

-nicht nur mit Behandlung.

Viele junge Menschen tun sich schwer damit, ihr Leben zu bewältigen.

Es gibt nicht genug Psychologen für alle. Es muss eine andere Lösung geben.

Das werden wir ernst nehmen. Sehr gut. Danke.

Wenn ich mir eins wünschte, dann, dass ich nicht so starkes Lampenfieber habe.

Das ist echt anstrengend.

Ich bekam keine Luft mehr. Und dann bekam ich Panik.

Ich habe Angst, dass es bei dem Treffen gleich passiert. Dass ich rausgehen muss.

Es ist nicht meine Schuld, dass ich Albträume habe, sondern Breiviks.

Hast du dich vom Strand weg bewegt? Und bist weiter gelaufen?

Ja, ich glaube, ich traf welche, die mich weiterlaufen ließen.

Ich dachte so: "Ich kann hier nicht bleiben. Ich muss weiter."

Und dann schaffte ich es ja. Ich holte mir dieses "Power-Gefühl" zurück.

Wenn du weiterläufst, hast du ja doch noch nicht aufgegeben.

Ich musste mich ausziehen, um zu schwimmen.

"Mist, jetzt sehen mich die Leute halb nackt."

Das dachte ich, während hinter uns die Schüsse fielen.

Mein Kumpel konnte sehr gut schwimmen. Er schwamm rückwärts.

Er sagte: "Dreh dich nicht um."

Wir wissen jetzt, dass wir überlebten, weil Breivik hier war.

Und die erschoss, die noch da waren.

Wir überlebten, weil er sich erst auf uns fokussierte,-

-als wir schon weit weg waren.

Hallo. Schön, dich zu sehen.

Die AUF ist die Zukunft der Partei und ihre einzige Hoffnung.

Die AUF sollte das Salz der Partei sein.

Uneinigkeit ist eine gute Sache. (ehemaliger Parteisekretär, Arbeiterpartei)

Diskussionen sind notwendig, um Politik und Sozialdemokratie voranzubringen.

Ihr seid dabei der Motor. Macht weiter so.

Wir schließen alle Gesamtschulen und weiterführenden Schulen.

Alle Kindergärten und Grundschulen.

Wir schließen alle Bibliotheken, öffentlichen Schwimmbäder, Sportanlagen.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen so oft wie möglich zu Hause bleiben.

Passt aufeinander auf.

Es war, als würde ich mich an etwas erinnern, das ich vergessen hatte.

Es erinnert mich exakt an die Zeit nach dem 22. Juli. Wenn alles andere weg ist,-

-bleibt man quasi stehen mit der … Mitmenschlichkeit.

Ich glaube, alle denken darüber nach, wie abhängig man von der Gemeinschaft ist.

Dass man verletzlich wird.

Ich denke, darin steckt eine Kraft.

Und ich habe oft an das Moria-Lager gedacht.

EVAKUIERT DIE KINDER AUS MORIA JETZT

So?

Arbeiterpartei-Chef Støre lehnt die Forderung von Parteifreunden ab,-

-Kinder von der griechischen Insel Lesbos zu holen.

Die AUF möchte eine Kursänderung. Die Fronten in der Partei sind verhärtet.

-Hallo! Wir brauchen deinen Rat! -Das Wichtigste: Haltet durch!

-Ja. -Die ganze Welt brennt wegen Corona.

In dieser Situation ist es schlimmer denn je-

-in Europa und in den Lagern.

Und junge Leute bewegt diese Sache ja sehr.

Sie finden die Arbeiterpartei unmöglich.

Wir können nicht auf eine Regierung warten,-

-die mit den Rechten verhandelt und die wir nicht unterstützen.

-Das macht mich so wütend! -Das höre ich, und das ist gut.

Es ist noch nicht so lange her, dass Leute wie ich dabei waren.

-Wenn es zu irre wurde, brachen wir aus. -Ihr habt im Parlament anders abgestimmt?

-Ja.- -Ihr habt es getan?

Ja. Am Ende musste ich mit der Faust auf den Tisch hauen.

Vielleicht sollte ich das tun.

Das hab ich noch nie gemacht. Mit der Faust auf Jonas' Tisch gehauen.

Hin und wieder darf man das.

Ich habe das Gefühl, dass mir ein Schlüssel fehlt, um zu Jonas vorzudringen.

Sind es die falschen Worte, die falsche Strategie?

Womit können wir sie überzeugen?

Ich möchte unbedingt klären, wieso es um eine "vermutete Schutzbedürftigkeit" geht.

Man kann das dort nicht klären. Denn sie können ja kein Asyl beantragen.

Und ich muss auch … Hier sind 400.000 Arbeitslose.

Die sehen, was die Arbeiterpartei tut. Dort muss ich auch deutlich präsent sein.

Das verstehe ich, Jonas. Dass viel zu tun ist.

Die Menschen in unserem Land sollen sehen, dass wir uns auch um ihre Belange kümmern.

Und zwar um die halbe Million Menschen ohne Arbeit.

Aber man kann diese beiden Dinge nicht gegeneinander stellen.

Ich meine den Zeitaufwand.

Ich kann nicht ständig Facebook-Updates dazu haben,-

-sondern muss auch das andere bearbeiten.

Dann habe ich einen guten Tipp: Hör einfach auf die AUF.

Jonas rief gestern an und war sehr gewillt,-

-unsere Perspektive zu verstehen. Das ist eine gute Eigenschaft in der Politik.

Wir sind ja nur Menschen. Wenn sich jemand traut,-

-Fehler zuzugeben, ist das großartig.

Das Nominierungs-Komitee der Ap in Oslo ist sich nicht einig über den 2. Listenplatz.

Die Kontrahenten sind Zaineb Al-Samarai und Kamzy Gunaratnam.

Das Komitee muss entscheiden, wer den Platz hinter Parteichef Støre bekommt.

Ich habe gerade das gesamte Establishment gegen mich.

Falls ich den zweiten Platz bekomme, dann, weil ich die ganze Basis mobilisiert habe.

Es ist gerade sehr hart.

Aber es sieht gut aus für mich. Die Basis und die AUF unterstützen mich.

WAS WÜRDE BEYONCÉ TUN?

Kamzy ist sichtbar im Grorud-Tal. Sie macht mich stolz.

Wir können keine Parlamentsliste-

-ohne Kandidatin aus dem Grorud-Tal auf einem sicheren Platz aufstellen.

Auf den ersten Platz setzen wir unseren Parteichef und Ministerpräsidents-Kandidat-

-Jonas Gahr Støre. Auf den zweiten Platz setzt die Mehrheit Zaineb Al-Samarai.

Bei der Anhörung stieß sie auf breite Zustimmung bei den Flügeln der Partei.

Eine Minderheit möchte Kamzy Gunaratnam auf dem zweiten Platz sehen.

Sie gehört zu den Politikern, die am besten die Wähler abholt, die wir brauchen-

-um die Parlamentswahl 2021 zu gewinnen.

Kamzy hat mich beeindruckt, als ich sah, wie sie die Menschen erreicht.

Zaineb ist eine mutige Frau, die mir immer noch imponiert.

Kamzy ist beliebt bei Papasöhnchen in West, bei den Hipstern in Grünerløkka …

Wir wären als Partei gut beraten, Zaineb den zweiten Platz zu geben.

Für mich ist Kamzy ein wichtiges Vorbild.

Wir brauchen dringend jemanden mit dem 22. Juli als Hintergrund im Parlament.

Wir kommen nun zur Abstimmung.

Wir wären dann so weit.

Für Zaineb Al-Samarai wurden 119 Stimmen abgegeben.

Für Kamzy Gunaratnam wurden 137 Stimmen abgegeben.

Ja!

Auf Platz Nr. 2 unserer Parlamentsliste steht nun Kamzy Gunaratnam.

-Komm her! -Jetzt scheißen wir auf Corona.

Okay. Welches Foto soll ich zu dem Text posten?

Wo ist der Champagner?

Ich verstehe das nicht. Ich war so darauf vorbereitet, zu verlieren.

Ich hab mich ja noch nie fürs Parlament beworben.

Ich war fast 14 Jahre im Stadtrat. Das ist schon merkwürdig.

Wahlkomitee, ich kandidiere nicht zur Wiederwahl als Leiterin der AUF.

Mal sehen, ob das ankommt.

Eirin, du hast mich jeden Tag aufs Neue aufgemuntert.

Manchmal habe ich das nicht allein geschafft.

Mensch, ich werde diese Organisation echt vermissen.

Jetzt ist die Uhr da. Jetzt passiert's!

Okay, ich veröffentliche es.

So! Jetzt ist es raus!

Ich bin Sozialarbeitern. Es ist mein Traum, wieder als Sozialarbeiterin zu arbeiten.

Das wird eine große Sache für mich, wenn ich das hinbekomme.

Seltsam.

Ja, jetzt ist es offiziell. Das ist ein bisschen so … wie bei allem.

Auch ein bisschen Erleichterung. Jetzt ist mein … ich hätte fast "Arbeitstag" gesagt …

Man bekommt die AUF in Etappen. Man leiht sie sich, und dann gibt man sie weiter.

Der erste Schritt ist, sie weiterzugeben.

Das ist merkwürdig, fühlt sich aber gut an.

Ich bin stolz auf unsere Arbeit. Ich kann zurückblicken und stolz darauf sein.

Ich habe das Gefühl, meine Aufgabe als AUF-Leiterin ist nun erfüllt.

Aber ich bin noch nicht mit der Politik fertig.

Diese Arbeit hat gerade erst begonnen.

Ich träume davon, weiter in der Arbeiterbewegung zu sein.

Ich träume davon, mit neuen Erfahrungen zurückzukommen.

Die mir noch mehr gibt …

Vielleicht das Gewicht und die Erfahrung-

-und die Authentizität, die es braucht. Wenn ich die Kraft habe, dafür zu kämpfen.

Ich habe keine Angst mehr davor.

Es war früher ein großer Teil meiner Persönlichkeit. Das Training, das Tanzen.

Als das alles wegfiel, war auch ein Teil der Persönlichkeit weg.

Es ist sehr schön, sich wieder ganz wie man selbst zu fühlen.

Dann sollte ich jetzt vielleicht wieder mit dem Tanzen beginnen?

Breivik, Sie haben nun die Anklageschrift des Staatsanwalts gehört.

Ich frage Sie jetzt:

Erklären Sie sich für ganz oder teilweise schuldig in dieser Anklage?

Ich gestehe die Taten, aber keine Täterschaft.

Ich erkenne dieses Gericht nicht an.

Sie haben Ihr Mandat von Parteien erhalten, die den Multikulturalismus unterstützen.

Das Urteil des Gerichts wird nun verlesen. Bitte erheben Sie sich.

Das Urteil erging einstimmig und hat folgenden Wortlaut:

Anders Behring Breivik, geboren am 13. Februar 1979,-

-wird zu Sicherungsverwahrung mit einem Zeitrahmen von 21 Jahren verurteilt.

Von diesem Zeitrahmen und der Mindestzeit werden 445 Tage Untersuchungshaft abgezogen.

Ich habe das Gefühl, es wird eine neue Hochphase der Sozialdemokratie kommen.

Ich habe Hoffnung für die Welt, auch wenn es düster aussieht.

Pandemien und Waldbrände …

Ich glaube, diese Jahr hat den Menschen einen Schreck eingejagt.

Eigentlich hat unsere eigene Lebensweise dazu geführt.

Ich glaube, meine Generation hat eh ein Schicksalszeit-Gefühl.

Damit Änderungen geschehen, müssen die Menschen spüren, was auf dem Spiel steht.

So wie ich nach dem 22. Juli.

Als ich kurz vor dem Sterben war, war das Letzte, was ich sah, ein Blatt.

Ein Tropfen auf einem Blatt.

Wir sehen nicht ständig, wie schön es um uns herum ist.

Dass das Leben und die Natur so magisch sind, ehe wir sie verlassen.

-Das war schön. -Oh, die sind ganz …

Sieh sie dir an.

Oh, guck mal, Astrid. Weißt du noch, wie schön das mit den Rosen war?

Wir vermissen euch jeden Tag.

Wir tragen die Träume in uns, die ihr geträumt habt.

Jetzt ist es an uns, die Gesellschaft zu erschaffen, an die auch ihr geglaubt habt.

Wir gedenken eurer.

Nicht nur mit einer Schweigeminute, sondern mit einem ganzen Leben des Kampfes.

Der 22. Juli wird für immer ein Teil unserer Geschichte bleiben.

Die Geschichte, wie wir wieder zurück nach Utøya kamen-

-und die AUF als politische Kraft weitermachte,-

-das ist unser aller gemeinsame Geschichte.

Es ist eine Geschichte von Hoffnung und eine Geschichte von Liebe.

Obwohl wir dem Hass hier auf Utøya begegnet sind,-

-entscheiden wir uns dennoch, auf dem Liebespfad zu gehen.

Wir von der AUF ergeben uns niemals im Kampf für unsere Werte.

♫ Es war bei Sonnenuntergang ♫

♫ Es wurde gelacht, es wurde gesungen ♫

♫ Es waren Sommerferien ♫

♫ Es waren der See und Magie ♫

♫ Es war du und es war ich ♫

♫ Es waren Erinnerungen, die nie sterben werden ♫

♫ Es waren Ewigkeit ♫

♫ und eine Sonne, die den Himmel rot färbte ♫

♫ Es waren Bier, berauschende Worte ♫

♫ Es war Sommer, es war Sonne ♫

♫ Es waren flammende Herzen, windstille Wasser, alles auf dieser Erde ♫

♫ Und es war Liebe ♫

♫ Ja, es war Liebe! ♫

♫ Und Erinnerungen, die nie sterben werden ♫

♫ Eine Sonne, die den Himmel rot färbte ♫

♫ Idylle … ♫

♫ Der Sommer neigte sich dem Ende zu ♫

♫ Es war der letzte Abend ♫

♫ Wir lagen auf dem Rücken, ich fühlte mich sicher ♫

♫ Aber ich fror trotzdem ♫

♫ Wir lagen und sahen zu den Sternen hoch, und hörten den Gesang der Seeschwalben ♫

♫ Wir wussten beide, was das bedeutete, aber wir würden nie vergessen, wie es war ♫

♫ Es waren Bier, berauschende Worte ♫

♫ Es war Sommer, es war Sonne ♫

♫ Es waren flammende Herzen, windstille Wasser, alles auf dieser Erde ♫

♫ Und es war Liebe ♫

In Gedenken an die, die beim Terrorangriff am 22. Juli 2011 ihr Leben verloren

Ein besonderer Dank an

Danke an die Mitwirkenden

Übersetzung: filmtiger

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