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(bedrohlich pendelnde Musik)
Los, komm.
(leise) Geh rein. Los.
(sie seufzt)
(Musik spitzt sich leise zu)
Ich wusste es.
Ich wusste es!
Ich bin so am Arsch!
Das ist eine Katastrophe!
-Die Mutter aller Katastrophen! -Wie war's mit ein bisschen Empathie?
Ich weiss, es ist kaum zu glauben, aber ich bin deine Tochter.
Fiona, hor auf Lore. Sie ist...
Sie ist eine wundervolle Person.
Du kennst sie noch nicht so gut wie ich.
Aber du wirst sehen, sie kummert sich um dich und lost das Problem.
Absolut schmerzfrei.
Fick dich.
Ich werde kein Baby aus mir rausschaben,
nur weil du in Beatrice' Arsch kriechen willst. Fick dich!
(Musik schwillt an)
Geh nur. Ich warte.
- (Tur offnet sich laut) - (Musik ebbt ab)
Schatz, du kannst das Kind nicht behalten,
wenn es keine genehmigte Schwangerschaft ist.
Das weisst du.
Beatrice wird es erfahren und sie wird dich dazu zwingen.
Und was? Und was?
Kannst du endlich aufhoren so zu tun, als waren wir auf dem Traumschiff?
Der Traum ist aus, Lola.
Keiner kauft dir deine verlogenen Inselmarchen noch ab.
Warum hasst du mich so?
Warum? Weil...
Um es mit den Worten deines Ex-Freundes zu sagen:
weil du niemandem, fur kein Geld der Welt die Wahrheit sagen kannst!
Du saudumme Schlampe.
Du kannst unmoglich mein Kind sein, so damlich wie du bist.
Bist du jetzt auch noch taub?
Mach so weiter
und du wirst von der Insel gewahlt, sobald du 18 bist.
Oder vielleicht warten sie auch gar nicht
und schicken dich einfach ins Watt, weil du allen auf die Nerven gehst!
Ich gehe allen auf die Nerven? Der Apfel fallt nie weit vom Stamm.
(Schritte entfernen sich)
Entschuldige. Es tut mir leid.
Das tut es wirklich, Lore.
Es ist nur so, weisst du, Beatrice macht mir immer Druck.
Ich komme ja nicht mal mehr mit den albernsten Alltagsproblemen klar.
So war sie schon immer.
Das Virus hat sie nur noch mehr sie selbst werden lassen.
Ja.
Du wirst doch niemandem was verraten, oder?
Also Lola,
eins kannst du mir glauben: ich verrate niemanden.
Okay.
Dann lass mal kurz nachdenken.
Niemand wird ihr glauben.
(Musik pendelt unheilvoll)
Es steht also ihr Wort gegen unseres.
Aber man wird es bald sehen.
Richtig.
Das...
Scheisse.
(Musik schwillt duster an)
Sie reagiert nicht auf Drohungen
oder Bestechung.
Eigentlich reagiert sie auf gar nichts.
(Musik klingt aus)
Welche Optionen bleiben uns?
Es gibt einen Tee.
(schnelle Streichermusik)
(rhythmische elektronische Musik mit dusterem Bass)
(schnelle Streichermusik)
(dissonante, unheilvolle, taktgetriebene Streichermusik)
(Musik endet mit heller Dissonanz)
Bitte.
Bitte mach auf. Haschen.
Mach schon. Mauschen.
(Fiona) Quatsch mich nicht voll!
Fiona, ich will nur reden.
Keine Ansagen,
keine gewaltvolle Kommunikation.
Einfach nur reden.
(Turschloss quietscht)
Du hast viele neue Bilder, ja?
(bedrohliche, tiefe Klange)
Was soll der Scheiss mit dem Tee?
Du hast viel durchgemacht.
Ich auch.
Beatrice zieht die Zugel an, Wahnsinn.
Ich bring mein Baby nicht um. Okay, das ist mein letztes Wort.
Du musst doch jetzt auch gar keine Entscheidung treffen.
(drangendes Ticken)
(bedrohliche Klange)
Der Tee schmeckt.
(Musik schwillt langsam an)
- (Musik verklingt) - (er seufzt erleichtert)
Mann. Ihr wurdet euch auch wegen 'ner Packung Cornflakes zerfleischen.
Das ist ein bisschen mehr als eine Packung Cornflakes.
Darum geht's dir doch gar nicht.
(Fiona) Stimmt.
Wenn Lola sagen wurde: "Lobet den Herrn, ein Enkelchen",
ich wurde mir das Ding mit 'nem Kleiderbugel rausreissen.
- (er seufzt) - (traurige, lauernde Musik)
Ich werde es machen.
- Was machen? - Verweigern.
Komm her.
(Musik setzt sich duster, doch hoffnungsvoll fort)
Weisst du...
(er lacht leicht) konnte cool sein.
Was konnte cool sein?
Na ja, ich meine...
(er seufzt) Mit dem Baby, eine Familie sein.
- Oh mein Gott. - Was?
(hoffnungsvolle Musik endet)
Du weisst wirklich, wie man die Stimmung killen kann.
(er schnaubt)
(er seufzt)
(es rauscht und knackt)
Hallo, hallo.
(dustere Klange)
(es rauscht und piept)
Hallo, hallo. Kaiso?
(es rauscht weiter)
Hallo, hallo. Kaiso, bist du da?
Kaiso?
(Ewelike) Kaiso?
(Ewelike) Ich versuche es, meine Liebe. Jeden Tag versuche ich es.
Wir hatten einen Todesfall.
Endlich wird eine Stelle frei.
Sie werden versuchen, sie zu fullen. Bald.
Ich werde dich auf die Insel holen.
Du wirst bald wieder bei mir sein. Ich schwore es.
Beruhige dich. Leg dich schlafen. Es wird nicht mehr lange dauern.
Das weiss ich.
Ich liebe dich.
(verzerrtes Rauschen)
(Doris) Das konnen wir nicht machen.
Er sorgt sich nur um seine Frau und versucht sie zu beschutzen.
Mehr ist das nicht. Dafur liefere ich ihn doch nicht aus.
Warst du in Ewelikes Lage, wurdest du nicht das Gleiche fur mich tun?
Hor zu.
Wir sind in Beatrice Fadenkreuz, weil sie uns mag.
Was meinst du, was los ist, wenn sie aufhort, uns zu mogen?
Wir werden diesen Mann nicht verraten. Punkt.
- (Tur geht auf) - (der Wind pfeift)
(Tur fallt ins Schloss)
Na endlich.
Wir waren krank vor Sorge.
Hi.
Ich wollte euch nur sagen, dass ich den Wehrdienst verweigere.
(Hans) Ah, ahm...
- Schlaft gut. - (es donnert)
Sag mal, bist du von allen guten Geistern verlassen?
Du kommst hier viel zu spat nachhause und dann machst du so eine Ansage?
- (Doris) Bitte, lass das doch. - (Hans) Das kann nicht wahr sein.
(schrille, bedrohliche Klange)
(sie schnappt nach Luft)
(sie stohnt)
Und wieder ein glucklicher Tag.
(sie seufzt)
(bedrohliche Klange, Rauschen)
Das ist seltsam.
Was?
Wie still es hier ist.
(sie stohnt schmerzerfullt auf)
(bedrohliche Basstone)
(Lautsprecher knackt)
Doc, ich hab Durst, es ist verdammt heiss hier.
Kannst du die Heizung runterdrehen?
(Marek) Klar, klar. Ich kummere mich drum, ja?
Danke.
(Lautsprecher knackt)
-Wie lange willst du das noch machen? -Bis wir ein Gegenmittel haben.
(er seufzt) Aber uns lauft die Zeit davon.
Ich hab was gegen die Schmerzen reingemacht.
Uns lauft die Zeit davon?
Hm?
Du hast gerade gesagt: "Uns lauft die Zeit davon".
(dustere, bedrohliche Musik)
Komm, mach mal jetzt hier fertig, wir sehen uns im Labor, ja?
(rhythmische Basstone setzen sich fort)
(Eisentur fallt quietschend ins Schloss)
(sie atmet zittrig)
Wie bist du denn hierhergekommen?
In dem Container.
Ja, aber wie bist du in den Container gekommen?
Mein Bruder hat mich an den Grafen verkauft.
Seine Kinder waren hungrig, ich hatte keine Familie.
Jetzt muss ich sterben. Aber das ist in Ordnung.
Wenigstens hab ich was Gutes getan.
Das ist mehr als die meisten von sich behaupten konnen.
Sagst du ihm noch mal, dass er die Heizung runterdrehen soll?
Ja.
(Linus) Papa, mir ist heiss.
Dann wieder kalt.
Ich hab so seltsame Traume.
Auch wenn ich wach bin.
Ja, ich weiss.
Ich weiss das, seit du zuruck bist.
Du hast mir nie das Ergebnis von meinem Bluttest gesagt.
Ich hab's keinem gesagt.
Keinem.
Wir mussen dich jetzt einfach wieder gesund kriegen.
Schau mal. Ah... Judith hilft mit.
Papa, du musst jede Chance nutzen, um ein Gegenmittel zu finden, ja?
Benutz mich.
Klar? Sieh mich an, Papa.
Sieh mich an!
Hau mir alles rein, was du hast.
Egal, wie riskant.
(leise, melancholische Musik)
Ich will nicht sinnlos in 'nem scheiss Nazi-Bunker verrecken.
(dissonante, triste Klange)
(verspielte, spannungsgeladene Musik)
(stampfende Schritte nahern sich)
Ihr holt das aus den gestrandeten Schiffen.
Von ganz tief unten.
Aus der Finsternis.
Das ist ein echtes Talent. Das erfordert Mut.
Dafur braucht man Eier, was, Jungs?
Und noch beeindruckender finde ich, dass eure Tests alle negativ sind.
Ihr wisst, wie man auf sich aufpasst.
Aber schaut euch mal an, ihr braucht alle dringend ein Bad.
Vielleicht sogar 'ne Rasur.
Hm?
So.
Das hier ist ein Grippeimpfstoff.
Kann dazu benutzt werden,
um eine Impfung gegen das Virus zu entwickeln.
Also,
wo kam der her?
Mojique.
- Sag das nochmal. - Mojique.
Mojique. Wo liegt das?
Nein. Einer von uns heisst so. Mojique.
(bedrohliche Musik schwillt an)
(tiefe, dustere Klange)
Dieser Mojique?
Die Inselmiliz hat ihn erschossen.
(Junge) Er hat immer behauptet, einen Impfstoff gefunden zu haben.
Oder irgendwas, um ihn herzustellen.
- Ich weiss nicht mehr genau. - Du weiss nicht mehr genau?
Hat er gesagt, wo das Schiff liegt, wie das heisst?
Ach Kinder, Kinder, Kinder.
Ihr lebt da draussen unter furchtbaren Bedingungen, nicht wahr?
Und ich konnte das andern. Ich habe Plane fur euch.
Es sei denn,
ihr habt schon was Besseres in eurem Kalender notiert. Hm?
(er lacht)
Wisst ihr was, bleibt einfach hier. Ich habe Essen fur euch.
-Ich habe sauberes Wasser, gefiltert. -(er seufzt)
Ihr habt dann einen sicheren Platz zum Schlafen.
Ich habe Klamotten fur euch...
Warum verziehst du das Gesicht?
Wo ist der Haken?
Was mussen wir dafur tun? Hm?
Dir einen blasen?
- (Gelachter) - Hey, hey, hey, hey.
Schalt mal in Gang runter. Hier sind Kinder.
Hm.
Ihr musst gar nichts dafur tun.
Wenn ich euch mal um einen Gefallen bitte,
dann tut ihr mir den auch.
Aber nicht die Art von Gefallen.
Ich will das Schiff, von dem euch Mojique erzahlt hat.
Konnt ihr das finden? Was meint ihr?
Sorry, aber Mojique hat ziemlich viel Scheiss erzahlt.
- Ah ja? - Ja.
Er hatte reiche Freunde mit einem Pferdestall. So 'n Stuss.
Ganz ehrlich, das mit dem Schiff, das habe ich ihm nie abgekauft.
Hast du nicht?
- Kein Stuck. - Hm.
Das Schiff existiert nicht.
Den Impfstoff hat er irgendwo anders her.
Gut.
Dann geht mal alle schon im Gansemarsch
in den grossen Speisesaal.
Kleiner Spoiler. Es gibt Hotdogs und Apfelkuchen fur alle.
Kommt.
(spannungsgeladene Musik)
(Musik schwillt an)
(Musik verkling)
Nicht fur dich. Lass uns eine kleine Runde drehen.
(der Graf seufzt)
Also Mojique hat Scheisse erzahlt, was?
Ich sag ja nur. Ist meine Erfahrung.
Ah ja, deine Erfahrung. Naturlich. Die ist ja auch was wert, nicht?
Graf, bei allem Respekt,
konnen diese Augen lugen?
Jetzt schau mal du in meine Augen und erzahl mir, dass Mojique gelogen hat
und dass du keine Ahnung hast, wo das Boot versteckt ist. Hm?
(drangendes Ticken)
(Graf) Ja, ja, merkst du selber, nicht?
Ich verrate dir mal was.
Ich habe dein angeblich non-existentes Boot
mit diesen beiden Augen gesehen.
Hier in Hamburg, kurz vor dem Ausbruch.
Seitdem suche ich danach.
Ein Freund, ein guter Freund
Das ist das Beste Was es gibt auf der Welt
Dein Freund bleibt immer Freund
Und die ganze Welt zusammenfallt
Spuck's aus.
- (bedrohliche Klange) - (Ticken setzt sich fort)
Und was springt fur mich dabei raus?
Ich hatte da so ein paar Bedingungen.
Schiess los.
Ich weiss, du willst auf die Insel.
Ich will mit.
Einburgerung, Schutz. Das volle Programm.
(Graf lacht abschatzig)
Was soll ich denn auf der Insel?
Red keinen Stuss, ich bin ein Stadtkind.
Ich bin der Graf von Hamburg. Oder was davon ubrig ist.
Was soll ich auf 'nem mickrigen Felsen mitten im Meer?
Dein Hamburg ist ein Drecksloch.
Fruher oder spater wirst du draufgehen.
Vermutlich eher fruher, hm?
- Wer will schon ewig leben? - Quatsch mich nicht voll.
Du bunkerst mehr Impfstoffe, als du an die Inselaffen verkaufst.
Viel Technik, Mikroskope und so.
Deswegen willst du das Schiff. Mehr Laborkram.
Und der Einzige, der noch was damit anfangen kann,
ist der Arzt auf der Insel.
Also, offensichtlich hast du 'nen Plan.
Den einzigen auf der Welt, der noch Sinn ergibt.
Du willst dir die Insel unter den Nagel reissen.
Du kriegst deine Einburgerung und meinen personlichen Schutz.
Also wir haben ein Deal, ja?
Wir sind d'accord?
(Ticken setzt sich fort)
Monsieur. Mutter, Vater, Kind. Tot und blind.
(Ticken wird lauter)
- (Ticken verklingt) - (triste, schwere Musik)
(Linus stohnt geplagt)
Abgefahren.
Was ist los?
Kennst du das, wenn du an was denkst und plotzlich wirds zu 'nem Traum.
- (er stohnt) Hm. - Ja, kenn ich gut.
Was hast du getraumt?
Es war dieser Moment...
Weisst du noch?
Ich war so vier.
Da hattest du mich auf dem Arm.
Wir standen auf der Klippe.
Und unten am Wasser...
da ist eine Fahre weggefahren, voller Leute.
Ja.
Ja, wir haben damals viele Fahren abfahren sehen.
Du konntest davon nicht genug kriegen.
Es war eine weisse Fahre.
(beklemmende Musik)
Und du warst so traurig.
(Ticken setzt wieder ein)
So unglucklich.
Wegen Mama?
(Ticken wird lauter)
Ja.
(Ticken setzt sich spitz fort)
Da war noch eine Geschichte, an die ich mich erinnern kann.
(er stohnt angestrengt)
Wir sassen im Auto. Du, ich, Mama.
Du bist ausgestiegen, bist zum Supermarkt gefahren,
hast dir 'ne Packung Zigaretten geholt.
Hast gedacht, ich krieg's nicht mit.
Du warst immer Mister-"Ich-halte-Boses-von-dir-fern"
Es tut mir leid, dass ich dir das sagen muss,
aber ich hab immer alles mitgekriegt.
Also, nicht immer.
Manchmal hab ich's geschafft.
Schade eigentlich.
Ich hatt gern alles von dir gewusst, Papa.
(Linus stohnt erschopft)
(er stohnt angestrengt)
So.
Mal sehen, ob mir jetzt die Augenbrauen abfallen, hm?
Wer Astronaut werden will, muss 'n paar Risiken auf sich nehmen.
Du musst mir was versprechen, Papa.
Alles, was du willst.
Du musst dieses Schiff finden.
Ich weiss, du glaubst mir nicht.
Du glaubst, ich bilde mir das alles nur ein,
Aber was, wenn du falsch liegst?
Was, wenn es das alles gibt?
Das Schiff, das Labor, die Grippeimpfstoffe.
Wer weiss, was du da sonst noch alles findest.
Versprich's mir.
Ich verspreche es dir.
(angespannte, pendelnde Musik)
(Musik setzt sich angespannt fort)
(Musik schwillt bedrohlich an)
Was willst du?
Hor bloss auf, da nur so rumzustehen. Was ist?
- Was? - Wann fahrt ihr wieder raus?
Ich fahr gar nicht mehr raus.
Ich weiss nicht, ob du's nicht mitbekommen hast,
aber ich steck bei Beatrice ganz schon in der Scheisse.
Frag doch Aaron.
Der fahrt morgen aufs Festland, wegen der Bewerbung.
Ja, ich weiss.
Was fragst du mich dann?
Wie lange kennen wir uns jetzt?
- Eine ganze Weile, oder? - Ja, da...
Was quatschst du da? Keine Ahnung.
Ich steck hier in diesem abgefuckten Kafig,
um meine Schuld an der Gesellschaft zu begleichen. Also sorry...
Ich brauche wen, der sich auf dem Festland umschaut.
Das ist absolut lebenswichtig.
Und die einzige Person, der ich das zutraue, bist du.
-Was ist mit Linus? -Wie gesagt, die einzige Person bist du.
Kannst du nicht auch alleine dahin?
Eine falsche Bewegung und mein Arsch landet
auf dem nachsten Boot zu Hendricks neuer Bude.
Also ich weiss wirklich nicht, was du von mir...
Ist ja gut, ich hab's verstanden!
Marek, schau mich mal an.
Ich hock hier im Keller und stopf Patronenhulsen.
Wenn du ein Boot besorgst und mit mir eine Nacht die Kuste abfahrst,
finde ich einen Grund, warum du hier sofort raus musst.
Und wenn nicht, findest du einen, um das hier zu verlangern.
Hilf mir. Und ich bring das mit Beatrice fur dich ins Reine.
Hm? Denk druber nach.
Hab ich schon.
Geh du mal zu Beatrice und hol meinen Arsch aus diesem Scheisskafig.
Dann konnen wir uns gern noch mal unterhalten.
(Patronenhulsen klappern)
(Hunde bellen in der Ferne)
(Hendrik) Hey, hey!
Stehen bleiben.
- Was willst du dafur? - Infos.
Alter, ich geb dir alle Infos dieser Welt.
Ich will alles wissen.
Was "alles"?
Uber den Grafen. Wo kann ich ihn finden?
Oh, der...
Das ist ganz einfach.
Hinter dir.
Hinter mir?
- Verfickte Scheisse. - (dumpfer Schlag)
- (elektrisches Surren) - (dumpfer Schlag)
(Hendrik stohnt angstlich)
Oh...
Hor auf zu heulen.
Mit dem Ding kannst du nicht mal ein Eichhornchen braten.
(Hendrik atmet panisch)
Er ist sauber.
(Hendrik wimmert angstlich)
Es ist angerichtet.
Nein, nein, nein, nein, nein! Nein, Gott, nein!
Tut das nicht, tut das nicht! Wartet, wartet.
Der Graf, der Graf...
Der Graf kann sich fur mich verburgen.
Der Graf kann euch sagen, wer ich bin. Er, er, er erwartet mich.
Warum hast du mich dann gefragt, wo er steckt?
Und warum hast du Wilmas Wagen?
Du hast die durre Schlampe aufgegessen, oder?
Nein, Wilma hat mir ihren Wagen gegeben.
Sie ist krank. Die Arme. Wahrscheinlich die Pocken.
Und sie wollte, dass ich alles zum Grafen bringe.
(Hendrik schnauft aufgeregt)
Kauft ihr ihm das ab?
Monumental-Mumpitz.
Trotzdem, falls er wirklich Wilma gegessen hat,
wird der Graf das wissen wollen.
Wir sollten das ausspielen.
Konnte witzig sein.
Wenn nicht, dann gibt's seinen fetten Arsch
als Mitternachtssnack.
Nein, nein, nein, nein, nein.
Nein, nein, nein, nein, nein! Nein, nein, nein, nein, nein.
Nein, nein, nein.
- Oh, du... - Nein!
(dustere, beunruhigende Musik)
(bedrohliche Basstone)
Nobler Graf.
Ihr kennt mich.
Papa Jupiter.
Und ihr habt zwei Augen und konnt sehen,
dass meine Familie unter Ernahrungsmangel leidet.
Dieser Fettarsch konnte uns eine Woche lang ernahren.
Doch wir haben ihn zu euch gebracht,
weil wir glauben, dass er Informationen hat,
die euch nutzlich sein konnen.
(bedrohlicher Basston)
(Megafon quietscht schrill)
Ah, hey.
Ahm, hallo.
Tag auch, Graf, alter Spezi.
Na, wie geht's?
Also, ich bin's, Hendrik.
Du weisst schon, Sohn und Nachfolger von Beatrice.
- (Lautsprecher knackt) - Sag das noch mal.
Ich bin Hendrik.
Der einzige Sohn von Beatrice. Die Frau, die die Insel regiert.
Ich wurde entfuhrt.
Ich kam mit unserer Miliz aufs Festland und da gab's Probleme.
Die Kugeln flogen mir nur so um die Ohren.
Plotzlich stand ich mitten in der Brandung.
Es ging wirklich drunter und druber. Und dann wurde ich hier...
...vergessen.
Er hat Wilma aufgegessen.
Fickt euch, ihr scheiss Kannibalen! Hab ich ganz bestimmt nicht.
Warum hast du dann ihren Wagen?
Ja, stimmt. Warum?
Okay, okay, okay.
Wilma ist tot.
Aber ich hab sie nicht gekillt und ganz bestimmt nicht aufgegessen.
Sie war krank... das Virus.
Und Wilma wollte, dass ich dir alles bringe, was sie gesammelt hat.
Und weil sie meine Mutter kennt.
Und weiss, dass die mich freikaufen und wirklich viel zahlen wird.
Fur mich.
Also, an dich.
(Ruckkopplung)
Papa Jupiter.
Du hast einen Deal.
(beunruhigende Musik)
Hier.
(Musik wird taktgetriebener)
(Musik setzt sich duster und antreibend fort)
Ihr seid ein grosser Mann.
(Musik verklingt schrill)
(leises Rauschen)
(Ewelike) Hallo, Kaiso. Schatz, bist du da?
(Piepen und Knacken)
Kaiso. Bist du da?
(Kaiso) Ja, ich bin da, ich bin da, ich bin da.
Gott sei Dank.
(Ewelike) Es wird ernst.
Morgen sind die Vorstellungsgesprache.
(leises Platschern)
Bist du bereit?
Ich versuche mir die Nebenwirkungen von Antibiotika
und antiviralen Wirkstoffen zu merken.
Ich komme mir vor, als hatte ich mein Leben lang Pillen an Omis verkauft.
Vor zwei Jahren, als ich auf die Insel aufgenommen wurde,
habe ich dir versprochen, dass wir wieder zusammen sein werden.
Ich liebe dich.
Du machst mich fertig.
Steck deine Nase wieder in die Bucher.
Wir sprechen uns morgen.
Planung ist alles. Ciao.
Gute Nacht.
Gute Nacht.
(es knarzt, tropft und platschert)
(Graf) Werte Herrschaften, Damen und Herren, Freunde von Hamburg.
Im Auftrag der Insel laden wir hoflichst zum Auswahlverfahren
fur eine neue Vakanz.
Gesucht werden diesmal Veterinare,
Apotheker oder Menschen mit medizinischer Kenntnis.
Polieren Sie Ihre Lebenslaufe auf,
und wenden Sie sich vertrauensvoll an uns.
Das Angebot gilt nur heute, und nur solange der Vorrat reicht.
(Graf) Werte Herrschaften, Damen und Herren, Freunde von Hamburg.
Im Auftrag der Insel laden wir hoflichst zum Auswahlverfahren
fur eine neue Vakanz.
Gesucht werden diesmal Veterinare,
Apotheker oder Menschen mit medizinischer Kenntnis.
Polieren Sie Ihre Lebenslaufe auf,
und wenden Sie sich vertrauensvoll an uns.
Das Angebot gilt nur heute, und nur solange der Vorrat reicht.
(beunruhigend pendelnde Musik)
Ich bin da wegen der Apothekerin, also wegen der Stelle als Apothekerin
(Mann) Okay, du bist die Erste.
(Mann) Keiner kommt hier ohne Test rein.
(Musik wird dusterer)
(Graf) Ich vermisse Kalbfleisch.
Wenn wir ein paar Kalber ranschaffen konnten...
Un roti de veau, das ware das Sahnehaubchen.
Ich weiss, unwahrscheinlich, aber...
...man soll seine Traume niemals aufgeben, oder?
Wie sieht's mit Lorazepam aus?
Mindestens 100 Flaschchen, zwischen ein und funf Milligramm.
Einige abgelaufen.
Gut. Penicillin?
- Jede Menge. - Gut.
Wir hauen weiter Hasen-Hotdogs raus, und bald gehort uns die Welt.
Hendrik! Wir haben deine Testergebnisse.
(Hendrik wurgt)
Rate mal, Arschloch.
Negativ.
Bist rein wie die Jungfrau Maria.
Aber ich denke, dass du bei ein, zwei Sachen ein bisschen geflunkert hast.
Kann das sein?
Du hast die arme, alte Wilma definitiv ziemlich kalt gemacht.
Wir haben sie gefunden. Und Beatrice hat dich verbannt.
Sie wird also keinen muden Cent locker machen.
Weisst du, Junge, ich bin immer ganz ehrlich.
Ich sehe keine Win-Win-Situation fur uns.
Du bist der Sohn deiner Mutter.
Gluckwunsch.
Aber du bist hier, und nicht dort. Hab ich recht?
Ha? Hab ich recht?
Graf! Graf. Graf.
Graf, pass auf, du hast recht.
Ich wurde verbannt.
Aber ich kenne jeden von Beatrice Tricks, um...
und das soll keine Beleidigung sein, ganz im Gegenteil,
um bose Buben wie dich auf Distanz zu halten.
Und ich kann dich da reinbringen, hm?
Auf die Insel.
Ja.
Wir konnen uns den ganzen Laden krallen.
Ich kann dir zeigen, wie du das ganz easy rockst.
Es gibt da so eine Schwachstelle im Verteidigungsring.
Mit der hatten wir schon immer Riesenprobleme.
Aber ohne mich findest du die nie.
Hm?
Lass uns die Insel ubernehmen.
Hm?
Ein Schnappchen, was?
Du hast einen Deal.
Aber verarsch mich nicht.
Sonst wanderst du in Papa Jupiters Raucherkammer.
(dunkle, bedrohliche Musik)
(Musik schwillt einschuchternd an)
(bedrohliche Musik verklingt)
Guten Morgen.
Ja, guten Morgen, Kaiso...
- Kaisolochukwu. - Kaisolochukwu.
Ich wollte sicher gehen, dass ich das richtig ausspreche.
Ja.
In Ihrer Bewerbung steht, dass Sie eine ausgebildete Apothekerin sind.
- Das konnen wir hier gut gebrauchen. - Ja, naturlich.
Ich denke, dass ich mich hier sehr gut einbringen konnte.
Ich denke, ich kann meinen Job.
So habe ich auch Ewelike das kennengelernt.
Er war krank und kam in die Apotheke.
Akute Bronchitis.
Und ich habe ihm direkt Antibiotikum gegeben, ohne Rezept.
Ich weiss, das ist gegen die Vorschriften, aber es war Liebe
auf den ersten Blick.
Ewelike ist wirklich ein sehr guter Mann.
Ja, wir schatzen Ewelike auch sehr.
Ich erinnere mich noch gut an sein Vorstellungsgesprach.
Wir hatten gerade ein unersetzliches Mitglied verloren.
(er schreit) Au!
Naja, vielleicht nicht unersetzlich.
Also, wie Sie sich sicher denken konnen, wurden einige Leute,
viele Leute, alles tun, um auf unsere Insel zu kommen.
Ja, sich als Apothekerin ausgeben zum Beispiel.
Gut, also wir haben zwei Standardfragen
aus der Abschlussprufung fur Apotheker.
Wenn du die richtig beantwortest, sehen wir uns zum finalen Gesprach.
Folgende Anweisung: 2TBL111.
Wie viele Tabletten sollen wie eingenommen werden?
Zwei Tabletten mussen per Oral eingenommen, also,
geschluckt werden, und das dreimal taglich.
Wie lauten die Nebenwirkungen
bei Lisinopril oder anderen Antihypertensiva?
Im Allgemeinen trockener, atypischer Husten,
Kopfschmerzen und vereinzelt Schwindelgefuhl
und das meist in der ersten Woche.
(Beatrice) Mhm.
Gut, Ewelike hat nicht ubertrieben, was Ihre Qualifikationen angeht.
Danke.
- (leise) Bist du ein Fan? - Mhm.
Also gut, wir sprechen uns dann in der Endrunde.
Vielen Dank!
Ich werde Sie ganz sicher nicht enttauschen. Vielen Dank!
Danke!
Vielen Dank! Yes!
Ja!
(kriechende bedrohliche Musik)
(bedrohliche Musik verklingt)
(bedrohliches, tieffrequentes Brummen)
(monotones Piepen)
Du, ah, ich hab die beiden heute schon gespritzt.
Das sind nur Vitamine, was gegen die Schmerzen.
Ich dachte, ich geb ihnen was zur Aufmunterung.
Die beiden haben ja ganz schon zu nagen, wie du weisst.
(Piepen endet)
(entferntes Piepen)
(dumpfes Rumpeln) (Piepsen endet)
(bedrohliches Ticken)
(Ticken wird lauter)
(Ticken verklingt)
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