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(bedrohliche Musik)
Und wieder ein glucklicher Tag.
(Telefon klingelt schrill)
(sie seufzt) Was ist denn jetzt schon wieder los?
Ja, bitte?
(sie stohnt)
- (Mann) Wir mussen das ansprechen. - Ja, wir werden etwas ansprechen.
(sie tuscheln weiter)
Sie kommt.
Beatrice? Was unternimmst du wegen Heinz?
Meine Lieben, ich habe uns bis hierher gebracht.
Ohne Ausbruche, ohne Infektionen.
Perfekte Bilanz. Und das wird auch so bleiben.
Also wollen wir uns mal jetzt nicht in die Hosen machen, einverstanden?
Ja, aber die hatten auf der Insel bleiben sollen.
Oh, Mann. Der Junge ist vollstandig isoliert.
Absolut kein Grund zur Sorge.
(Mann leise) Das wissen wir nicht.
(Monitor piept)
(unheilvolle, dissonante Klange)
(unheilvolle Klange setzen sich fort)
(Lautsprecher knackt)
Der Impfstoff vom Festland ist echt.
Wir mussen rausfinden, ob es noch mehr davon gibt.
- Lass mich raus, aufs Festland. - Das hab ich nicht gemeint.
- Ich schon. - Nein, nein.
Wir, wir... Wir kontaktieren das Festland
und dann mussen die diesen Jungen irgendwie finden.
Papa, dazu ist es zu spat.
Ich muss selbst zuruck aufs Festland.
Da waren Kids, die von dem Schiff wussten.
- Das wird erstmal nicht passieren. - Marek!
Du hast nicht immer das Sagen.
Sobald ich hier raus bin, bin ich auf dem nachsten Boot.
Ohne das Schiff finden wir keinen Impfstoff.
Wenn es jemand finden kann, dann ich.
(Heinz) Bist du bescheuert?
Du willst da freiwillig hin?
Marek, tu ihm den Gefallen.
Knall ihn gleich ab.
Heinz, das ganze Wasser trinken, ja?
Komme gleich.
Es gibt viel, was du tun kannst, um mir hier zu helfen. Verdammt viel.
Aber jetzt musst du dich erstmal ausruhen.
Ich komm schon klar, Papa.
Mit dem neuen Grippe-Impfstoff kannst du wieder Seren herstellen.
Fur Heinz.
- Wir mussen weitermachen. - Ja.
Wenn wir Heinz retten wollen, brauchen wir die Medizin jetzt.
(taktgetriebene, drangende Musik)
(Musik wird lauter und bedrohlicher)
(Musik ebbt ab)
(Musik wird dunkler und bedrohlicher)
- (Tur offnet sich) - (monotones Piepen)
(lautes Brummen)
(Beatrice) Wie ist das rausgekommen?
Wir sind eine sehr kleine Insel.
Es ist schwer, Sachen geheim zu halten.
Aber scheisse, die Leute drehen durch wegen diesem infizierten Miliz-Kind.
Die sind hier, damit sie nicht infiziert werden,
und nicht, dass ihre Kinder infiziert werden
oder dass ihre Kinder sie infizieren.
Absolut kein Risiko, dass Heinz irgendwen infiziert.
(Beatrice) Darum geht's nicht.
Das sind schlechte Nachrichten. Aber die brauchen gute Nachrichten.
Hoffnung, gluckliche Tage, bald. Das brauchen die.
Sonst kriegen wir ein Riesenproblem, und zwar ich und du.
(leise bedrohliche Musik)
Und was ist mit... mit Linus?
Wie lange hat er noch?
Ich meine, wann ist er durch mit der Quarantane?
In sechs Tagen.
Ja.
Ja, Linus geht's gut.
Mehr als ich von meinem Sohn sagen kann.
(Musik wird taktgetriebener)
Wir mussen zuruck aufs Festland.
Was? Wieso das denn?
Linus fand dort einen nicht abgelaufen Impfstoff.
Damit kann ich richtig arbeiten. Auf dem Festland gibt's mehr davon.
Bist du verruckt? Wer soll denn da hin?
Dein verwohnter kleiner Prinz?
Der bringt uns nur in Schwierigkeiten.
Er wollte helfen, und das hat er auch.
Ah, hat er das?
Da bin ich aber gespannt.
In der Zwischenzeit arbeitest du mit dem, was du hast.
Keine Bootsfahrt mehr aufs Festland. Keine sinnlosen Kinderopfer.
So. (sie stohnt)
Und jetzt muss irgendwas passieren. Ich weiss nur noch nicht was.
Ich muss mir irgendwas ausdenken,
was die Leute von diesem Mist ablenkt.
Ein Gelahmter kann wieder gehen oder irgend sowas in der Art.
Ach und noch was: Kummere dich um Heinz.
Gib ihm eins von deinen Fake-Mittelchen.
Das kannst du doch am besten.
Und kein Wort uber seinen Krankheitsverlauf.
Egal, wie's ausgeht.
Ich bin eine hartherzige Frau, aber weisst du was?
Wir haben beide gut gefruhstuckt heute Morgen.
Also irgendwas mache ich richtig.
(schnelle Streichermusik)
(rhythmische elektronische Musik mit dusterem Bass)
(schnelle Streichermusik)
(dissonante, unheilvolle, taktgetriebene Streichermusik)
(Musik endet mit heller Dissonanz)
- Warum hustest du? - Ha?
Du hustest.
Hor mal auf zu husten.
Ja, ich mach das doch nicht mit Absicht.
Ich muss mich erkaltet haben. Gib mal das Wasser.
Hast du jemanden getroffen, der mit rausgefahren ist?
Ich sag doch, halt dich von denen fern.
Hab ich nicht. Das ist 'ne Erkaltung.
Ich hab's gesagt.
Das ist ein leichter Husten. Jetzt komm mal runter, ja?
- (schnelle Schritte) - Herr Doktor?
Wenn Sie gestatten...
Der junge Mann, Heinz war sein Name, oder?
Sein Name ist Heinz.
Ah, nee, ah... Ich wurde alles in meiner Macht Stehende tun,
um seine Gesundheit aufrecht zu erhalten.
Niemals wurde ich ihm Schlechtes wunschen.
Aber Sie wollen wissen, ob er tot ist.
Ich wollte doch nur wissen, ob es eine Vakanz geben wird.
Ich wunsche nichts Schlechtes. Wirklich nicht.
- Ich wunsche ihm alles Gute. - Ja.
Das tu ich auch.
(langsam pendelnde Musik)
(Musik verklingt)
(Uhr tickt monoton)
- Wie geht es dem armen Heinz? - (Beatrice) Gut.
Wir haben nichts zu befurchten. Er ist in Sicherheit.
Mochtest du etwas Honig?
Oh, nein, danke. Der Tee ist ganz wunderbar.
Aber vielleicht mochten Tom oder Ewelike?
Tom trinkt keinen Tee
und ausserdem ist er noch in der Schule.
Nachsitzen.
(Beatrice) Und Ewelike?
Ewelike liebt tatsachlich Tee.
Aber ich glaube, er ist noch bei der Arbeit.
Vorbildlich.
Ewelike ist ein echtes Arbeitstier. Er ist so fleissig.
Arbeitet immer diese ganzen Nachtschichten und all das.
Nachtschichten? Was denn fur Nachtschichten?
(Uhr tickt gleichmassig weiter)
Was ich jetzt von euch verlange, ist keine leichte Aufgabe.
Buch zu fuhren uber einen geschatzten Mitbewohner.
Ich weiss, ihr zwei seid grundehrliche Leute.
Und man will ja auch keine, wie soll ich sagen, Petze sein.
Aber Ewelikes Funkgerat, sein illegales Funkgerat...
Vielleicht ist es nur ein harmloses Hobby,
aber wer kann das wissen?
- Ahm... - Beatrice, davon haben wir nichts gewusst.
Wir wurden nie etwas tun,
was der Sicherheit der Insel schaden konnte.
Das weiss ich.
Und genau das konnt ihr jetzt unter Beweis stellen.
(Hans seufzt)
- Ach, und eins noch. - (Musik wird bedrohlicher)
Habt ihr vielleicht Monchsfrucht?
Dann war er wirklich perfekt, dieser wunderbare Tee.
- (bedrohliche Musik endet abrupt) - (Uhr tickt langsam weiter)
(Brummen und Rauschen)
(Marek) Ich werde mal was versuchen.
Das wird sich anfuhlen wie Muskelkater,
oder leichte Kopfschmerzen fur ein paar Stunden.
Das ist ein neues Gegenmittel von mir.
Das konnte funktionieren, oder? Ich meine, es gibt eine Chance?
Wir tun, was wir konnen.
Dann leg ich mich mal lieber hin.
Ruh dich aus.
(dustere Klange)
(Musik verklingt)
(Musik erklingt in der Ferne)
(Lied: Drafi Deutscher "Marmor, Stein und Eisen bricht")
(Lied setzt sich fort)
Schlau.
Schenkst mir, was wertvoll ist.
Komm her.
Stopp! Nicht so nah.
Sehr schlau.
Und jetzt hau ab, du schones Ding. Fangst an mich zu nerven.
(Lied setzt sich fort)
'Marmorstein und Eisen bricht
'Aber unsere Liebe nicht
''Alles, alles geht vorbei
'Doch wir sind uns treu'
- Mein Vater hat den Song geliebt. - (Lied wiederholt sich)
Wie die Frau von drunter bei uns, als ich klein war.
Ah, ja.
Er hatte diesen dicken alten Benz, mit so richtig fetten Boxen.
Damit sind wir immer rumgefahren und er hat volle Kanne aufgedreht.
'Marmor, Stein und Eisen bricht
- 'Aber unsere...' - (Musik endet)
Bleib bloss weg von mir.
Was hast du fur mich?
(dustere Klange)
(sie lacht)
Du bist ja 'n ganz Lustiger, was?
Ich hab's gleich gewusst.
Du bist ein Witzbold.
(leise) Kleine Schlampe.
Du scheinst nicht von hier zu sein.
Wenn ihr mich nervt und mir zu nah auf die Pelle ruckt,
und nicht den Mindestabstand von 2,5 Metern einhaltet
zu Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehoren...
Ach. Regeln gibt's, um sie zu brechen.
Burschli! Ich mein's ernst.
Haben schon viele wegen weniger ihre hubschen grunen Augen verloren.
Ich hab keinen Ausschlag.
(Musik wird spielerischer und spannungsgeladener)
Schau mal nach.
(Musik setzt sich fort)
Ich hab kein Virus.
(Musik verklingt)
Und jetzt du.
Na komm, damit ich auch mal was zu sehen kriege.
(sie lacht)
Du bist ja ein ganz schlimmer Finger.
Was soll ich sagen?
Ich stehe auf reifere Semester, die sich...
...gut gehalten haben, ahm...
Wilma.
Du bist was ganz Besonderes, ha?
- Ich bin magisch. - Ja.
Ein magischer Mann.
Magisch, so was von magisch.
Mhm. Das kannst du wohl glauben.
(Hendrik) Sexy, aber nicht zu perfekt.
Ganz nach meinem Geschmack.
("Marmor, Stein und Eisen bricht" erklingt erneut)
(sie raunt) Ja.
Du machst mir Spass.
Ey Wilma,
wir sind die magischen Zwillinge.
Du machst zwar voll auf hart, aber ich weiss, du fuhlst das auch.
Ich bin magisch, du bist magisch.
Also sag mal, ich bin ja quasi neu in der Stadt.
Fuhrst du mich ein bisschen rum?
Du bist wirklich ein magischer Mann.
(Wilma) Lass uns tanzen,
einen Augenblick die Welt vergessen. (sie lacht)
(Lied setzt sich fort)
Ey Wilma, deine Wasserflasche da, kann ich einen Schluck?
Trink deine eigene Pisse, du Wichser. Niemand trinkt aus meiner Falsche.
Niemand!
(leise bedrohliche Musik)
Jetzt sei nicht gleich so beleidigt.
Du hast mich gehauen.
Ins Gesicht.
Heul doch nicht.
Mensch, wie siehst du uberhaupt aus?
Deine Klamotten.
Ich weiss genau, was du brauchst.
Los, komm mal mit. Komm, komm.
(unheilvolle Klange)
Was willst du?
Deine Hilfe.
Bei meiner Forschung.
Ach so. Macht Beatrice Druck wegen der Impfung?
Im Gegenteil. Die ist ihr vollkommen egal.
Und du hast mich bisher rausgehalten, weil?
Weil ich nicht scharf drauf bin, von dir...
...bespitzelt zu werden.
Nee.
Du hast mich rausgehalten, um selbst unentbehrlich zu sein.
Ohne Konkurrenz. Um mich auszubremsen, klein zu halten
und rauszuhauen, damit Linus dein Nachfolger wird.
Habe ich recht?
Und P.S.: Ich bin kein Spitzel fur Beatrice.
Ich will nur, dass alle nach den Regeln spielen,
sonst bricht hier namlich alles zusammen.
Aber ich bin ja keine Petze,
ansonsten wurde hier ja niemand was mit mir zu tun haben wollen.
Heinz braucht unsere Hilfe, und zwar jetzt.
Ich hab ein paar Sequenzen, muss 'ne neue Versuchsreihe starten,
aber der Arbeitsaufwand ist enorm und die Zeit...
...ist knapp.
Allein schaffe ich das nicht,
aber zu zweit haben wir vielleicht 'ne Chance.
(angespannte Musik)
Was?
Ich will, dass du mich bittest.
Bitte.
(von Leinwand) Meine Lieben, das hab ich selbst eingepackt.
Oh, Jessica, das ist wunderschon.
Schatz, du weisst doch noch gar nicht, was drin ist.
Ich kann nicht warten.
Ich verrate es keinem, wenn du nicht wartest.
Ah, Grady, du Dummchen.
Immer suchst du dir diese sussen, hohlkopfigen Madels aus,
und immer verlassen sie dich wieder.
Das gibt es nicht, Tante Jess.
Den schenkte dir doch deine Mutter, als du geheiratet hast.
Wisst ihr,
ich dachte, etwas mit Vergangenheit hatte mehr Sinn.
Uns jedenfalls hat er Gluck gebracht, Frank und mir.
- Danke dir. - Danke.
Donna, lass den Unsinn.
Was ist los?
Sie wollten mich sprechen.
Aber jetzt?
Beatrice, horen Sie, ich will nur sagen,
ich verstehe Ihren Schmerz.
Ah, okay.
Ich weiss, was das heisst, jemanden zu verlieren. Es...
Es tut mir leid, was ich getan habe.
- Also, wenn Sie mich jetzt hassen... - Oh Mann, nein, nein, nein.
Entspannen Sie sich, Madchen.
Wirklich, nein, das...
Lisa, Sie haben einen Nerv getroffen bei den Leuten auf dieser Insel.
Ich wollte ja nur das Verhaltensmuster sexueller...
Nicht, nein, nicht das.
Ich meine, ja, das war sehr bewegend, aber ich spreche von was anderem.
(spannungsgeladene Musik)
Sie sind begabt, Lisa. Die Leute fuhlen sich Ihnen verbunden.
Sie haben den Mut, den Machtigen die Wahrheit zu sagen.
Die Leute lieben das.
Sie vertrauen Ihnen. Das ist absolut selten.
Echt jetzt?
Sie haben sich gegen Hendrik behauptet.
Das ist mehr, als ich jemals geschafft habe.
Sie sind aufgestanden gegen das Unrecht,
sodass ich mich bekennen musste.
Ich brauche jemanden wie Sie an meiner Seite.
Jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit zu sagen.
Der mir sagt, was die Leute wirklich denken.
Das sagt mir namlich keiner. Die Leute haben viel zu viel Angst.
(leise, taktgetriebene Musik)
Mit Ihnen an meiner Seite kann ich ehrlich sein.
Sie haben das Potenzial, aus mir eine bessere Regentin zu machen.
Ich mache Sie zu meiner rechten Hand.
Ihnen und Ihrem Mann soll es an nichts fehlen.
Seien Sie mein Auge.
Und mein Ohr.
(Musik steigert sich)
Ich... Wie...
Wie soll ich das machen?
Das finden Sie raus.
Das geht ganz von allein.
- (Musik verklingt) - (aufsteigende Harfenmelodie)
Eine Ausnahme zu machen,
ist ein Beweis fur die Starke unserer Inselgemeinschaft.
Nur wer Schwache zeigen kann, ist wirklich stark.
Mutig? Ahm...
Nee, also...
Ich glaube nicht, dass ich mutig bin.
Ich...
Ich habe einfach das getan,
was jede Frau in meiner Situation gerne tun wurde.
Ich hab die Wahrheit gesagt.
(vertraumte Musik stromt aus dem Fernseher)
(Tur fallt ins Schloss)
(Fernseher verstummt)
Du glaubst nicht, was heute passiert ist.
(sie seufzt) Oh Gott.
Lola will eine ganze Stunde daruber bringen,
wie wir uns kennengelernt haben.
Und die will Kids engagieren, die uns in jung spielen.
Ich meine, wie krass ist das bitte?
Keine Ahnung, ob das total verwerflich ist oder nicht.
(er schnarcht laut)
Jetzt hor mir mal genau zu.
(bedrohliche pendelnde Musik)
Beatrice...
...hat mich zu so einer Art Vizeprasidentin gemacht.
Oder sowas. Keine Ahnung. Auf jeden Fall...
werde ich bald eine der wichtigsten Personen auf dieser Insel.
Also reiss dich jetzt mal zusammen und komm mal klar.
Diese ganze Depri-Scheisse, damit ist jetzt Schluss.
Und weisst du was?
Ich besorg dir 'nen Job, aber einen richtigen Job.
Nicht so diese ganze Reparaturscheisse.
Das konnen die anderen selber machen. Du machst ab jetzt was Essentielles.
Wir steigen jetzt richtig auf. Das wirst du sehen, Schatz.
Ich liebe dich so sehr. Ich konnte dein Gesicht auffressen.
Und jetzt hopp, raus aus dem Bett.
Sonst prugle ich die Scheisse aus dir raus.
(beide lachen)
(monotones Piepen)
(Piepen verklingt)
(monotones Piepen)
- (Tur schliesst) - (Piepen verklingt)
(unheilvolles Klopfen)
(Musik wird getragener und bedrohlicher)
(unheilvolles Klopfen setzt sich fort)
(dissonante Klange)
- Was ist das? - Lieferung von Festland. Bitte.
(Judith) Scheisse.
Hast du das deinem Sohnchen auch gezeigt?
(Judith) Nee.
Sowas zeigst du nur deinen Aushilfen.
So Minijobbern wie mir.
Aber deinen Bewunderern wurdest du sowas niemals antun.
Papa, du bist so ein toller Typ.
Jetzt reicht's. Kommt raus.
(Musik steigert sich)
(unheilvolle Musik)
(unheilvolle Musik setzt sich fort)
Also, ich nehme normalerweise einen Grippeimpfstoff
und stelle damit unsere eigenen Impfstoffe her.
Also potenzielle...
Impfstoffe.
Und dafur versuche ich jedes Mal die Proteinkette zu modifizieren.
Und injizierst das dann diesen gesunden Menschen da?
Erste eine Spritze mit dem Impfstoff.
Und dann ein bisschen spater das Virus.
Du hast lebende Genfer Pocken auf der Insel?
Also, ein Virus lebt ja nicht in dem Sinne. Ah...
Aber ja, und wenn sie krank werden, kriegen sie eins unserer Gegenmittel.
Und warum machen die das alles mit?
Weil sie es vier Wochen lang zur Abwechslung mal gut haben.
Konnen sich erst mal sicher fuhlen, essen gut...
Hm?
Es gibt naturlich immer die Chance vielleicht auch Gluck zu haben,
dass das Vakzin funktioniert und sie hierbleiben durfen.
Sind also alle freiwillig hier?
Sie sind hier.
- Mehr weiss ich nicht. - Verstehe.
Und denen haben wir jetzt erst mal den Grippeimpfstoff verpasst, ja?
Nein, diesmal gleich das Virus. Fur Heinz kame ein Impfstoff zu spat.
Wir mussen jetzt ein Gegenmittel finden.
Je mehr Versuche wir machen konnen, desto besser.
Ahm...
Ich ubernehme die beiden Protokolle, du kummerst dich bitte um die.
Alles, was ihr hier macht,
ihr infiziert andere Menschen mit eurer Schuld und euren Sunden.
Und macht uns alle zu Mittatern.
Beatrice und du,
Ihr seid vom gleichen Schlag.
Ich hab wirklich viel von dir erwartet, aber das...
das ist echt kranke Scheisse.
(dissonante Klange)
So.
Du bringst mir jetzt alles bei
und wenn du mir nur die kleinste Kleinigkeit verschweigst, egal was,
zermatsch ich dich.
- Ja, klar. Ich hab dir ja gesagt... - Deine Freiwilligen warten.
Ich werde dich in meine Ablaufe einweihen.
Es gibt namlich Grunde, warum ich nicht krank werde.
Ich schrubbe den Boden mit Franzbranntwein.
Hab einen Riesenvorrat.
Experten sagen, Franzbranntwein wirkt zehnmal starker
als jedes andere Bodenreinigungsprodukt.
Nur nicht auf die Klamotten kommen lassen.
Wie die arme Suse.
Sonst schrubbe ich mich jeden Abend ab.
Vor dem Schlafengehen, mit Frostschutzmittel.
Das killt die Virenmolekule doppelt ab.
Ich hatte heute schon meine Alkoholdusche.
Nicht verhandelbar.
Amen Ramen Sabba Sabba.
Woah, du hast Zigaretten.
Nie mehr als eine am Tag.
(Wilma) Lecker Lungenbrotchen.
Also Wilma, du hast hier volle Kanne das Sagen, oder was?
Ich bin so mit dem Grafen.
Der Graf? Wer soll denn das sein?
Nicht jetzt.
(bedrohliche Klange)
- Ach, komm schon. - Nicht jetzt!
(dustere Klange steigern sich)
Dafur muss jemand gerade stehen.
(schweres Atmen durch Masken)
Ich hasse diesen scheiss Keller.
(unheilvolle Trommelschlage)
Du hattest ihn retten mussen.
(dustere Klange)
(unheilvolle Klange)
(Musik verklingt)
Finger weg! Arschfresse.
Die ist fur den Grafen.
Ah, der Graf.
Ja, deine Anfuhrungszeichen, die kannst du dir sparen.
Hab mal ein bisschen Respekt. Das ist der absolute Obermufti hier.
Und mein Kumpel, ja?
- Kann ich ihn kennenlernen? - Nee.
Arschfressen wie du konnen den nicht kennenlernen.
- Ich muss aber mit ihm sprechen. - Was hast du Interessantes zu sagen?
- Das kann ich nur ihm direkt sagen. - So lauft das hier nicht.
So geht das nicht. Das ist kein Wunschkonzert.
Wenn du dem was zu sagen hast, dann sagst du es zuerst mir.
Ich entscheide dann, ob den das was angeht.
Niemand redet mit dem Grafen ausser mir.
Du laberst nur. Ich wette, du kennst ihn nicht mal.
- Naturlich kenn ich den. - Du lugst.
Ich luge nicht. Ich war schon zweimal in seiner Festung beim Trockendock.
Jetzt halt mal die Fresse,
du kleine Arschfresse.
Und hor auf, dir so grosse Gedanken zu machen.
Ist nicht gut fur dein susses kleines Kopfchen.
Ruh dich aus.
Mach's dir bequem. Wilma ist gleich wieder zuruck.
Und dann fick ich dich ins Koma.
Komm her.
(bedrohlich wabernde Musik)
Komm mal her.
(lauter Schmatzer)
(unheilvolle, elektronische Musik)
(Musik wird taktgetriebener und schneller)
(Musik verklingt leise)
(bedrohliche Klange)
Alter Schwede. Was ist denn das alles?
Nur Zeug.
Zeug?
Alles klar.
Nur so aus Neugier...
(Wilma stohnt)
(Musik setzt sich duster und taktgetrieben fort)
- Nein, nein, nein... - (Hendrik stohnt)
(er stohnt angestrengt)
(Musik klingt aus)
(Getuschel im Saal)
(Beatrice klopft auf den Tisch)
Meine lieben Freunde.
(Ruhe kehrt ein)
Wir haben einen Mann verloren.
Jeder, der ihn kannte, mochte ihn.
Heinz Vogel.
Er war ein guter Mann.
Ehrenwert. Grosszugig. Und er war ein sehr junger Mann.
Er hatte sein ganzes Leben noch vor sich.
Ein Soldat, der uns allen auf der Insel gedient hat.
Nobel.
Tapfer.
Jetzt ist er von uns gegangen.
Lasst uns einen Moment des Schweigens fur ihn einlegen.
Danke euch.
Aber Heinz hatte nicht sterben mussen.
Sein Tod hatte verhindert werden konnen.
Ich muss euch nicht die Regeln der Seefahrt
und des Militars erlautern, an die unsere Miliz gebunden ist.
Denn es liegt klar auf der Hand, wer seinen Tod verschuldet hat.
Mia Zimmermann.
Die Kommandantin unserer Truppe.
Sie hat den Einsatz auf dem Festland geleitet.
Und sie hat auf ganzer Linie versagt.
Dass einer unserer besten Soldaten
mit dem Virus infiziert wurde und einen qualvollen Tod erleiden musste,
ist das Resultat ihres mangelnden Urteilsvermogens
und ihrer Verantwortungslosigkeit.
Ich empfehle daher...
Ich empfehle daher,
die Hochststrafe zu verhangen.
- Die Hochststrafe? - Fur Mia?
Aber Beatrice, sind wir doch mal ehrlich.
Wer schickt uns denn aufs Festland?
Als Kanonenfutter an vorderster Front.
Um unser Leben zu riskieren
und fur euch die Drecksarbeit zu erledigen.
Damit ihr Alten euch hier in Gemutlichkeit
und Nostalgie suhlen konnt.
(Emporung im Saal)
(Mia) Einen Heinz-Gedenktag einfuhren?
Fur ihn ein Liedchen auf der Orgel anstimmen? Ja prima.
Aber vergesst eins nicht.
Ihr seid diejenigen, die ihre Kinder in den Tod schicken.
- Kinder? - (Mann) Heuchler seid ihr.
Zu meiner Zeit waren wir in diesem Alter keine Kinder mehr,
sondern erwachsene Manner.
(Zuspruch in der Menge)
Mia, Sie ubernehmen also keine Verantwortung dafur,
dass sich einer ihrer Leute unerlaubt aufs Festland abgesetzt hat?
Und dass Heinz Vogel mit dem Virus infiziert wurde?
Sie haben durch ihr Verhalten einen Ausbruch des Virus riskiert
und damit die gesamte Insel in todliche Gefahr gebracht.
Sie als Anfuhrerin der Miliz sind dafur verantwortlich.
Niemand sonst.
Sie wollen diese Verantwortung nicht ubernehmen?
Dann haben Sie auf diesen Posten nichts verloren.
Wir sollten die Versammlung vertagen,
bis wir uns ein bisschen beruhigt haben
und vernunftig miteinander reden konnen...
Nein, nein. Lasst uns jetzt abstimmen.
Es geht um unsere Sicherheit.
Das duldet keinen Aufschub.
Mia Zimmermann
wird von ihrer Fuhrungsposition in der Miliz enthoben.
Sie wird um 100 Punkte heruntergestuft.
Wer ist dafur?
Dagegen?
(jemand hustet)
(das Husten wird lauter)
(starker Husten)
(wiederholtes Husten)
(angespannte Musik)
(sie hustet betont laut)
(Frau) Alle raus.
(Mann) Alle raus hier!
Tu was. Tu was, bring sie unter Kontrolle.
Das ist kein Kindergarten hier.
Mia Zimmermann wird nach Wahl- und Burgerbeschluss
mit sofortiger Wirkung degradiert.
(leise) Auf deine Tochter musst du in Zukunft besser aufpassen.
Keine Samthandschuhe mehr. Verstanden?
Das wurde ich mir auch nie erlauben. Regeln sind schliesslich Regeln.
(bedrohlich wabernde Musik)
(unverstandliche Gesprache)
- Macht das mit Mia ruckgangig. - Ich denke gar nicht dran.
Dann haben wir hier Krieg.
Gut, dann eben Krieg.
(Beatrice) Also Eltern, die ihre Kinder nicht unter Kontrolle haben,
tragen ab sofort die Konsequenzen.
Alle Eltern werden fur die Vergehen ihrer Kinder
zur Verantwortung gezogen.
Wir mussen die Kids auf Linie bringen.
Wir mussen das Chaos im Keim ersticken,
bevor es sich ausbreitet wie das Virus.
Verdammt nochmal.
Wer ist dagegen?
(leise, angespannte Musik)
Dafur?
Ich akzeptiere die Entscheidung des Plenums.
(Lola) Demokratie. Polarisierend.
Sogar chaotisch.
Und doch die Grundlage unserer Freiheit.
(Beatrice) Wir sind eine inklusive Gesellschaft. Wir sind tolerant.
Unser Grundsatz war immer: Leben und leben lassen.
Aber unsere Geduld hat Grenzen und die wurden uberschritten.
Wir sind gezwungen, die Konsequenzen zu ziehen.
Zum Wohle aller.
Ab sofort werden Eltern fur die Vergehen ihrer Kinder
zur Verantwortung gezogen.
Wir leben hier seit Jahren in Sicherheit
und das hat einige von uns trage werden lassen.
Fureinander da sein.
Miteinander. Und aufeinander achten.
Es muss wieder Ruhe und Ordnung einkehren.
(friedliche, harmonische Musik)
(Musik verklingt)
(sie seufzt)
- Ach, Lore. - Du musst jetzt auf die Bremse treten.
Die Leute spielen bald nicht mehr mit.
Die Leute haben Angst und wenn sie Angst haben, werden sie wutend.
Mussen sie halt auf ihre Blagen aufpassen.
Ach so.
So wie du auf Hendrik aufgepasst hast.
Lore, ein andermal. Ja? Ich kann jetzt nicht.
Weisst du, wir sind mitten in einer Riesenkrise. Und...
Wenn du wusstest, mit was ich es hier zu tun habe,
dir wurden die Haare zu Berge stehen.
Kann schon sein, aber trotzdem muss...
(ruhige, sinnliche Musik)
(Beatrice) Wo waren wir?
Ach ja. Federico.
Du bist Importtechniker aus Uruguay. Stimmt's?
(mit Akzent) Montevideo.
Oh, das klingt traumhaft. Erzahl mal, Federico.
Was sind deine Traume, deine Hoffnungen? Hm?
Was ist dein Funfjahresplan?
Ich hab keinen Funfjahresplan. Ich hab einen Funfminutenplan.
(sie raunt) Wirklich?
Stottere ich? Ich mach keine Witze, Lady.
Ich bin nicht wie diese alten Kacker, die alle Angst haben vor dir.
Bist du nicht?
- Ich hau dir aufs Maul. - (sie lacht angetan)
Eine Bewegung.
Ein Pieps aus deiner Faltenfresse und ich geb's dir.
Bist du bereit?
Ich hoff's.
Denn dir mach ich alles, was ein Mann echt kann.
Ah, stopp.
(sinnliche Musik endet)
"Denn dann mach ich mit dir alles, was ein echter Mann kann."
(ohne Akzent) Ja, ich hab ein paar Worte verkackt. Wo ist das Problem?
Nachstes Mal streng dich besser an.
(unheilvolle Klange)
(sie stohnt erschopft)
Oh, scheisse.
Oh, willst du mich verarschen?
Oh Gott.
Was ist das? Preiselbeere? Das geht nie wieder raus.
Was macht ihr kleinen Monster nur?
Brandy schlurfen, Pilze rauchen.
Wer kotzt denn um sechs Uhr morg...?
(schnelle Streichermusik)
Oh, scheisse.
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