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Kastellanin von Hohenstein.
Im Namen des Königs
danken wir für die Treue Eures Gatten bis in den Tod.
Die Treue des Hauptmanns Michel von Hohenstein, heldenhaft gefallen
in der Schlacht gegen die Hussiten im Octobris 1427.
Gott schütze dich.
Nein! Nein, das kann nicht sein.
Nehmt.
Es sei Euer Andenken.
Wer von euch war bei ihm?
Wer von euch hat versäumt, sein Leben zu schützen?
Wer von euch?
Du bist ja von Sinnen, Weib! Packt sie.
Fasst sie an und ich reiss euch in Stücke.
Vater ist nicht tot.
Wo ist sein Leichnam?
Gib auf!
Du bist stur und altmodisch.
Ich bin ein Mann. - Eben.
Die Zeiten ändern sich. Frauen brauchen eine Ausbildung.
Unsinn!
Mhm! Nicht schlecht.
Aber du bist nicht wütend genug.
Was?
Sie ist meine Tochter und sie will nicht lernen.
Sie ist ein Mädchen.
Sie wird heiraten. Was sollte sie lernen?
Alles.
Die Sprachen, das feine Handwerk, die Künste, alles und ab jetzt.
Die Männer auf der Burg lachen sich tot, wenn sie einen Lehrer bekommt.
Die Männer auf der Burg mögen offenbar dumme Frauen.
Weil sie selber dumm sind wie...
...Stroh.
Entspann dich.
Wenn es an der Zeit ist, suche ich Trudi einen stattlichen Mann,
der sie auf Händen trägt. So wie ich dich.
Ahh!
Na komm!
Ein Lehrer für Latein und für die Künste.
Ich suche ihn aus. Schwör es!
Sonst bekommst du nie mehr einen Kuss.
Siehst du, wie dein Vater gezähmt wird?
Gut, ich ergebe mich.
Na los!
Ui!
He, Michel von Hohenstein.
Es ist soweit.
Der König verlangt seine Lehnsherren zum Reichstag.
Was für Männer.
Wir haben's uns verdient.
Es kommt nicht oft vor, dass Hussiten ersuchen,
zum König vorgelassen zu werden.
Was habt Ihr zu sagen?
Unser Heerführer, Fürst Watzlaw, ist mächtig wie nie.
Er steht...
...mit 5.000 Mann vor den Toren Eures Reiches.
Was wir Hussiten fordern, ist die Freiheit des Glaubens.
Die Freiheit der Religion.
Richtet Eurem Fürsten aus, dass mich sein Glaube nicht schert.
Aber dass allein der Papst mich zum Kaiser krönen kann.
Janus Supertur.
Inquisitor und Gesandter seiner Heiligkeit, Papst Martins.
Majestät.
Welchen Unrat habt Ihr hier?
Gesandte der Hussiten,
die Frieden anbieten und Freiheit des Glaubens fordern.
Weiss der König nicht, wie er mit solchen Ketzern umzugehen hat?
Falls er Kaiser werden will, sollte er wissen,
dass man ihnen die Zunge rausschneidet, wenn sie reden.
Man sticht ihre Augen aus, wenn sie uns ansehen.
Man hackt ihre Beine ab, damit sie nicht unseren Boden beschmutzen.
Ich hatte eine derartige Antwort schon in Erwägung gezogen.
Allein, mir war nicht danach.
Schafft sie weg!
Ihr seht, nicht allein die Ritter meines Drachenordens sind bereit
für den wahren Glauben in die Schlacht zu ziehen.
So sollte doch auch der Papst geneigt sein,
mir alsbald die deutsche Kaiserkrone aufzusetzen.
Ich berichte dem Papst, dass die Truppen des zukünftigen Kaisers
nach Osten aufbrechen, um den Glauben zu verteidigen.
Auf in den Kampf! Sammelt die Truppen!
Für Gott!
Falko von Hettenheim.
Kriegsherr und Cousin des Königs.
Falls Sigismund in Ungnade des Papstes fällt,
hättet Ihr Anrecht auf die Krone, Hettenheim.
Er ist zu geschickt, um in Ungnade zu fallen.
Wer weiss?
Vielleicht kann ich Euch helfen, wenn Ihr mir helft.
Dieser Michel von Hohenstein.
Ich will, dass er in Euren Reihen kämpft.
In meinen Reihen kämpfen nur Männer von Stand.
Er ist von niederer Herkunft. Der Sohn eines Schankwirts.
Er wird niemals das Blut eines Ritters haben.
Dann fällt es Euch umso leichter, ihn zu töten.
Das Heer des Königs zieht in den Krieg.
Du glaubst gar nicht, wie...
...mächtig Sigismund aussah.
In Nürnberg.
Ich will nicht, dass du gehst.
Es ist Krieg. Ich muss.
Und wenn ich dich nicht gehen lasse?
So ist das Gesetz. Das sind wir dem König schuldig.
Versprich mir, dass du heil wieder zurückkommst.
Versprochen.
Komm her, du Floh.
Lass mich mitkommen.
Ich bin genauso Soldat wie du. - Das geht nicht.
Ich brauch dich hier.
Du wirst sie beschützen, ja?
Ja?
Mit meinem Leben.
Auch wenn Kontinente zwischen uns liegen. Ich bin bei dir.
Ich weiss.
Komm her.
Vati.
Solange das an meinem Schwert ist, kann mir nichts passieren.
Komm!
Ich möchte auch nicht allein sein.
Hier, an dieser Furt, werden wir sie umgehen.
Ah.
Hauptmann. Nun? Wie ist die Lage da draussen?
Im Süden beginnt das Gebiet der Unabhängigen von Sokolny.
Im Norden ziehen die Hussiten mit 2.000 Mann auf.
Es werden täglich mehr.
Noch halten wir das Umfeld der Eger.
Im Morgengrauen zieht Ihr mit den Rittern Losen und Heidhausen
die Eger flussaufwärts,
und sucht eine Furt.
Flussaufwärts? - Ja.
Und nehmt Mühldorfer mit.
Aber dort beginnt das Gebiet des Fürsten Sokolny.
Die Unabhängigen verbieten Waffen auf ihrem Land.
Dann lasst Euch nicht erwischen.
Ihr könnt gehen.
Was soll das?
Seid ihr von Sinnen?
Was macht Ihr?
Was? Zwei Ritter schaffen es nicht, den Sohn eines Schankwirts zu töten?
Gott!
Mühldorfer.
Ihr auch.
Warum?
Weiss nicht.
Ich folge nur einem Befehl.
Um Euch tut es mir leid.
Wo ist sein Leichnam?
Die Hussiten sind grausam im Felde.
Du hättest ihn so nicht sehen wollen.
Wie gesagt:
Gott schütze euch.
Sie ist eine Witwe und Sünderin.
Ihr ganzes Leben ist eine Verspottung von Gottes Werk.
Der Körper dieser Frau ist eine offene Pforte zur Hölle.
Harte Worte für eine Frau, die soeben ihren Gatten verloren hat.
Was ist das Ansinnen der Kirche mit der Kastellanin von Hohenstein?
Das sündige Weib soll in die Obhut der Kirche zurückgeführt werden.
Sie wird unsere Botschaft an den Satan selbst,
dass die Inquisition ihm jede noch so verdorbene Seele entreissen wird.
Ich selbst halte von nun an schützend die Hand über sie
und bestimme, wessen Weib sie wird.
Ihr wollt sie neu verheiraten?
Die Kirche ist überzeugt, dass der ungenutzte Schoss eines Weibes
eine Missachtung des Willen Gottes ist.
"Und Er segnete sie und Er sprach: Seid fruchtbar und mehret euch."
Äbtissin.
Ich spüre, Ihr habt eigene Gedanken zum Ansinnen des Grossinquisitors.
Nun.
Er...
...ist das Schwert des Papstes.
Die Fackel der Heiligen Inquisition.
Man kennt ihn als Mann, der Frauen brennen lässt.
Legt sie neu an Männer,...
...verkuppelt.
Wir glauben, es ist nicht mehr genug, das Faule und Kranke auszumerzen.
Wir müssen auch neuen, guten Samen setzen.
Samen, der aufgeht in gottesfürchtigen, reinen Menschen.
Die dann den heiligen Geist der Kirche in die Welt tragen.
Und dieser gottesfürchtige, reine Mensch entspringt der Ehe,
die Ihr der Witwe von Hohenstein stiften wollt?
Diese Verbindung wird zum Fanal eines neuerlichen Kreuzzugs,
gegen die Sünden dieser Welt.
Ihr solltet wissen, dass sich der Satan
am liebsten im Herzen der Weiber einnistet.
Welch charmanter Gedanke.
Umso ehrenvoller ist es, uns in ihre Herzen zu schleichen,
um mit dem Gehörnten zu ringen.
Nicht wahr?
Ich werde die Kastellanin von Eurem Anliegen unterrichten.
Sag mir, wie wäre Michel im Kampf gestorben?
Sie hätten ihn in Stücke hacken müssen, um ihn tot zu kriegen.
Selbst dann hätte er sie in die Hölle geschickt.
Warum ist dann kein Tropfen Blut auf seinem Schwert?
Du sollst nicht gehen. Nimm mich mit.
Diesmal nicht, Trudi.
Es sind unruhige Zeiten.
Pass auf sie auf. - Mit meinem Leben.
Falls ich nicht...
Du wirst.
Bis dahin lehre ich Trudi, welch tapfere Mutter sie hat.
Danke!
Du kannst nicht einfach hier rein. - Lass mich!
Meldet die Kastellanin von Hohenstein.
Die Kastellanin... - Ich sehe, wer es ist!
Ich...
...bedaure den Tod Eures Mannes.
Ihr habt Euren Gatten verloren, ich einen Soldaten.
Er ist für seinen König im Felde gefallen.
Was ist Euer Anliegen?
Michel ist nicht tot.
Ich verlange, dass Ihr herausfindet, was geschehen ist.
Und dass Ihr ihn mir zurückbringt.
"Verlangen" ist kein angemessenes Wort vor einem König.
Euch würde ein wenig Demut gut zu Gesichte stehen.
Meint Ihr die Demut der Weiber, die mit Euch das Bett teilten?
Das soll wohl ein Scherz gewesen sein?
Vielleicht findet Ihr ein Argument,
das den Humor des Königs etwas weniger auf die Probe stellt.
Er hätte nie aufgegeben, ohne dass sein Schwert blutig gewesen wäre.
Es ist kein Tropfen seines Blutes am Knauf.
Ich bin keine Witwe. Noch lange nicht.
Kastellanin.
Ich bedaure Euren Verlust.
Aber Ihr habt Glück im Unglück.
Es gibt einen hohen Herrn, der sich um Euch kümmern wird.
Der Euch einen neuen Gatten sucht.
Wie bitte? Das ist nicht Euer Ernst.
Da ich nicht lache, solltet Ihr glauben, dass es mein Ernst ist.
Der Mönchsritter, Janus Supertur, Grossinquisitor des Papstes,
wird sich von nun an um Euch kümmern.
Es scheint, die Kirche hat Grosses mit Euch vor.
Falls es stimmt, dass Ihr... Witwe seid.
Ich will von Eurer Majestät mein Recht auf meine Witwenzeit.
In dieser Zeit muss ich keinem anderen beiwohnen.
Und in dieser Zeit werde ich Michel suchen und finden.
Wo?
Im Osten? Im Land der Hussiten?
In der Hölle, wenn es sein muss.
Zehn Tage.
Keinen Tag mehr.
Zehn Tage.
Zehn Tage.
Langsam! - Ich geh mit ihr!
He! Hiergeblieben!
Lasst mich durch!
Marie!
Sie hat alles verloren.
Ihren Mann.
Ihren Besitz.
Und ihre Heimat.
Aber nicht ihren trotzigen Willen.
Ihren freien Willen.
Ich glaube, sie könnte noch wichtig für Euch werden.
Warum?
Weil sie es wagt, meine Autorität öffentlich in Frage zu stellen?
Nein.
Weil sie das Zentrum im Wahn des Janus Supertur ist.
Ich glaube, wir kennen jetzt die Achillesferse des Grossinquisitors.
Zwei bleiben in der Burg, falls die Kastellanin zurückkommt.
Bald ist Frühjahr. Dann werden die Fohlen geboren.
Du bist dabei. Ich versprech's.
Thomas.
Sind noch mehr hier? - Sie sind alle weg.
Was wollten sie? - Marie.
Ein schwarzer Mönch war an ihrer Spitze.
Er hat aussenden lassen, dass er auf ihren Fang eine Belohnung setzt.
Wo ist Trudi?
In Sicherheit.
Du gehst deinen Weg und ich geh meinen.
Bring mich rüber.
Ahh!
Sie sitzt in der Falle.
Nein! Ich will sie lebend.
Sucht eine Furt und schneidet ihr den Weg ab.
Durchsucht jeden Bauernhof, jede Köhlerhütte.
Wenn der Bauer ein Pferd hat, tötet es.
Wenn ihr beim Köhler ein Maultier findet, tötet es.
Tötet alles, was in der Lage ist, einen Menschen zu tragen.
Wo bin ich?
Was habt Ihr mit mir vor?
Was wollt Ihr von mir?
Ihr.
Die Schergen des Grossinquisitors kontrollieren alle Wege.
Ihr wärt ihm in die Arme gelaufen.
Warum verfolgt mich der Grossinquisitor?
Ich hatte gehofft, das von Euch zu erfahren.
Janus Supertur liess in allen Klöstern verlauten, dass er Euch haben will.
Ich habe die Schwestern ausgesandt.
In der Hoffnung, dass sie Euch vor ihm finden.
Wieso stellt Ihr Euch gegen den Grossinquisitor?
Mein Gott wird es mir verzeihen.
Euer Gott?
Der Gott des freien Geistes.
Der Geist einer neuen Weltordnung.
Gegründet auf Toleranz und Erkenntnis.
Ohne den Zwang der Kirche.
Ihr seid jetzt vogelfrei.
Werdet eine von uns.
Von euch? Wer seid Ihr?
Isabelle de Melancourt.
Eine Frau, die einst einen Mann liebte.
Den jungen König von Ungarn und Böhmen.
Sigismund.
Der zu dieser Frau nicht stehen konnte.
Weil sie das falsche Blut hatte. Das der Ketzer.
Ihr seid...
Die letzte Nachfahrin eines Geschlechts,
dessen Väter auf den Kreuzzügen waren.
Die das Heilige Land und die Mysterien gesehen haben.
Die am Montsegur verraten
und von der Heiligen Inquisition verbrannt wurden.
In vier Stunden wird es hell. Die Schwestern führen Euch...
Räuchert sie aus! Brennt alles nieder!
Befreit ihn von der Sünde.
Der Grossinquisitor.
Seine Stimme.
Du musst fliehen.
Mach schon!
Komm!
Komm!
Hinter der Krypta führt ein geheimer Gang nach draussen hinter die Mauern.
Hier, zieh das an.
Wenn du die Feldlager der Truppen erreichst,
halte nach Nepomuk, dem Gaukler, Ausschau.
Er teilt die Freiheit des Geistes.
Und Ihr? - Ich gehöre zu meinen Schwestern.
Unser Eid befiehlt uns, nicht vor der Inquisition zu weichen.
Sollten wir brennen, so ist es wichtig,
dass dieses Schreiben diese Mauern hier verlässt.
Das ist eine besiegelte Depesche des Königs an den Fürsten Sokolny.
Darin garantiert er ihm seine Unabhängigkeit.
Warum will Sigismund Sokolnys Unabhängigkeit?
Sein Land ist die letzte Bastion
zwischen den mächtigsten Armeen Europas.
Die letzte Hürde, bevor ganz Europa in Flammen steht.
Das ist nicht vom König.
Der Griff zum Siegel des Königs ist nicht schwer. Aber jetzt geh!
Hier. - Danke!
So jung. So rein.
Die schöne Braut des Herrn.
Kind, du brauchst doch keine Angst zu haben.
Ich weiss, du darfst nicht sprechen.
Als Gesandter des Heiligen Vaters entbinde ich dich deinem Gelübde.
- Nein! - Und jetzt sagst du mir:
Wo ist die Hure von Hohenstein?
Die Einzige, die hier redet, bin ich!
Mit welchem Recht stört Ihr Gottes Frieden in seinem Haus?
Mit dem Recht der Heiligen Inquisition.
Macht mit den Weibern was ihr wollt, aber keine Gefangenen.
Befehlt Euren Schergen innezuhalten!
Oder er erlebt den herannahenden Morgen nicht mehr.
Sobald Ihr das Messer von mir nehmt,...
...werdet ihr alle tot sein.
Nach Euch, Exzellenz.
Sie ist weg. Sie... Sie ist in Nonnenkleidung geflohen.
Geh mir aus dem Weg!
Zu den Pferden!
Heute scheint Euer Glückstag zu sein, Äbtissin.
Schwerlich, nachdem Ihr unser unschuldiges Blut vergossen habt.
Wer bist du?
Sen benu.
Man nennt mich Marat.
Und wer bist du?
Ich... Ich...
Ich weiss nicht.
Wo geht es zum Heereslager der Königlichen?
Immer dem Geruch der abgehackten Arme nach.
Und wenn du meinen findest, schenk ich ihn dir.
He!
Noch ein Schlag...
Troll dich, du besoffener Saukerl.
Los! Weg mit dir.
Betrunkene Soldaten kenne ich.
Bewaffnete Nonnen nicht.
Kennst du Nepomuk?
Den Gaukler?
Ha! Den Gauner meint Ihr.
Was hat eine heilige Frau mit dem zu schaffen?
Ein Freund von Freunden.
Ich suche Michel, Kastellan von Hohenstein.
Er hat für die Hettenheimer gedient.
Frag Brunhild. Die ist mit den Hettenheimern gezogen.
Jetzt kümmert sie sich um die Invaliden.
Die hier keiner mehr braucht.
Danke!
Brunhild?
Ihr kriegt ihn später, heilige Schwester.
Solange er im Diesseits ist, bin ich ihm lieber.
Die Hussiten haben ihm Hände und Zunge abgeschnitten.
Ich suche einen Mann. Er hat für die Hettenheimer gekämpft. Michel.
Kastellan von Hohenstein.
Der wilde Hauptmann, der an der Eger gekämpft hat.
Du kennst ihn.
Von uns Huren hatte keine bei ihm Glück.
Vielleicht wärt Ihr ihm lieber gewesen.
Hier war er schon lange nicht mehr.
Aber der Mühldorfer bei den Todgeweihten
hat an seiner Seite gekämpft.
Danke!
Der Gaul steht noch nicht lange. Wo ist sie?
Die falsche Nonne, die auf diesem Gaul gekommen ist.
He! Probier's doch erst mal mit mir.
Hm? Oder ist da nicht genug bei dir drin, hm?
Von einer Hure lass ich mich nicht verspotten.
Wir suchen eine Nonne.
Die hat dieses Pferd gestohlen.
Wenn es keine Nonne gibt, müsst ihr Huren dieses Pferd gestohlen haben.
Wir haben keine Nonne gesehen, weil wir... bei der Arbeit waren.
Dort im Zelt des Herzogs von Sachsen.
Wenn Ihr mir nicht glaubt, dann... fragt doch ihn.
Ahh!
He!
Diese Hure glaubt, von euch Hilfe zu bekommen.
Wenn ich ihr jetzt den Kopf abschneide,...
Haltet ein.
Geht doch!
Ah!
He!
Den Mühldorfer.
Du bist der Mühldorfer?
Ich suche Michel, Kastellan von Hohenstein.
Du kennst ihn.
- Michel von Hohenstein. - Ja.
Jede Nacht kommt er zu mir.
Er will seine Rache.
Er hat tapfer gekämpft.
Plötzlich fiel er, ohne dass ein Schwert ihn traf.
Was, dann lebt er?
Er ist in den Fluss gestürzt. Der Teufel hat ihn geholt.
Wo? Wo ist das passiert?
Am Oberlauf der Eger.
Am Oberlauf der Eger?
Da wo die Hussiten Sokolnys Land belagern.
Was ist das?
Mein Wegweiser in die Hölle.
Den trage ich immer bei mir. So kann ich sie nicht verfehlen.
Was ist mit ihm passiert?
Was ist mit Michel geschehen? - Ging in die Falle.
Was für eine Falle?
Du bist ein schönes Weib.
In der Hölle werde ich auf ewig keinem Weib mehr begegnen.
Wie schade, dass du eine Nonne bist.
Red mit mir!
Red, bitte!
Hier ist sie hin. Hier her!
Du hast nach mir gefragt? Hier bin ich. Nepomuk.
Los! Hier!
Weg! Weg!
Kommt schon!
Vorsicht!
Nichts.
He!
He!
He! He, du! Die Nonne, wo ist die hin?
Eine Nonne bekommst du für zehn Kreuzer.
Für 'nen Gulden kriegst du sogar die Heilige Jungfrau.
Witzbold.
Danke!
Gut. Warte bis es dunkel wird. Dann bringe ich dich hier raus.
Meine Männer haben fast das ganze Lager durchkämmt.
Sie durchwühlen jeden Misthaufen.
Stochern in jeder Regentonne.
Treiben sie wie ein Stück Vieh vor sich her.
Es bleiben nicht viele Orte, an denen sie sich verbergen kann.
Also los! Ich bringe dich hier raus.
Sie treiben die Huren zusammen.
Jede Stunde töten sie eine, wenn wir nicht die Nonne ausliefern.
Verfluchte Mörder.
Die, die sie jagen, sagen sie, soll eine von uns gewesen sein.
Beim Hurenaufstand in Konstanz soll sie ganz vorne dabei gewesen sein.
Hol die Gaukler zusammen.
Wir retten die Frauen.
Für Euch, mein König, ist dieses Lied.
Und für euch Leute in Reih und Glied.
Die rohe Tat von Schwert und Spaten.
Von Rittern, Bauern, Feldsoldaten.
Ja, ja, Majestät, es ist recht bitter.
Verweichlicht sind sie, deine Ritter.
Darum Sigismund bleib gut beraten.
Vertrau auf deine...
...Feldsoldaten.
Sie hauen, stechen im Turnier.
Blicken grimmig durchs Visier.
ss-ffnen hier und da ein Mieder.
Machen daraus Hälsenleder.
Erst neulich drunt' im Egermoor...
...ein Hauptmann nicht den Kopf verlor.
Drei von deinen Königsrecken...
Schweigt.
...es nicht gelang ihn hinzustrecken.
Für so eine lohnt es sich, im Krieg zu sein.
Der Hauptmann sprang dann in den Fluss.
Laut lachend, wie man hören muss.
Los, packt sie! Und reiste fort in dieser Lache.
Recht hat sie!
Und sinnt bis heute wohl auf Rache.
Befreit euch, Frauen. Lauft weg.
Na los!
Greift sie euch.
Ich gehe allein.
Du bist noch schöner als früher, Marie.
Ruppertus.
Du bist tot.
Das war ich.
Sieben Jahre lang.
Verbrannt in einer Leidenschaft, die keine Erfüllung fand.
Tot.
Im Glauben und im Gebet versuchte ich, dich zu vergessen. Vergeblich.
Es verging kein Tag, an dem das Denken an dich
nicht unerträglich gewesen wäre.
Es ist der Wille des Herrn selbst, der mich erneut zu dir geführt hat.
Der Wille des Herrn war es, dich brennen zu sehen.
Das war der Wille eines Königs. Der Herr hat mich gerettet.
Er hat mich gezeichnet und geläutert.
Du wirst dich an diesen Anblick gewöhnen.
Du wirst meine Frau werden, Marie.
Was du damals schon hättest tun sollen.
Jetzt endlich werde ich dich besitzen.
Du warst es.
Du hast Michel in die Falle gelockt.
Ja, meinen Körper kannst du besitzen.
Aber meine Seele niemals.
Du bist wie Dreck für mich. Den ich abwaschen kann.
Dreck.
Wie viel vertane Möglichkeiten.
Wie viel verschenktes Leben.
Du hast mir so viele Stunden gestohlen.
Sie werden von deinem Leben abgezogen.
Wenn ich dich nicht besitze, wird es auch kein anderer tun.
Ich verfluche dich.
Und ich verfluche die Liebe.
Die Liebe.
Die wirst du niemals spüren.
Nicht in diesem Leben... und auch nicht im nächsten.
Hettenheim!
Die Hure will zu ihrem Mann.
Na los!
Schickt sie in dieselbe Hölle, in die ich ihren Mann geschickt habe.
Gebt Euch das nächste Mal mehr Mühe. Ihr langweilt mich.
Was ist passiert?
Der Grossinquisitor... ist in mein Kloster eingedrungen.
Janus Supertur.
Nein! Halt!
Wartet! Haltet ein!
Und hört mich an.
Wird er Euch anklagen? - Wer weiss?
Ich hab gedroht, ihn zu töten. Aber es ging ihm nicht um mich.
Er ist auf einer wilden Jagd nach Marie von Hohenstein.
Aber mir war, als hätte ich unter seinen maskierten Bluthunden
euren Cousin den Fürsten von Hettenheim erkannt.
Das kann nicht sein.
Er ist Ritter meines Drachenordens.
Ja.
Aber glaubt mir.
Ihr habt mir immer vertraut.
Lange bevor Ihr begonnen habt, Eure Krone zu tragen.
Und lange bevor Ihr begonnen habt,
Euren herrlichen Körper hinter dieser hässlichen Kutte zu verbergen.
Also sprecht.
Zwingt Hettenheim in Eure Reihen zurück.
Und weist ihn an, seine neuen Büchsen
den Unabhängigen von Sokolny zu liefern.
Ich soll meine Ritter entwaffnen?
Die Tannenbergbüchsen Sokolny überlassen? Wofür?
Dafür, dass er mich nicht gegen die Hussiten unterstützt?
Nein. Damit er stark bleibt gegen die Hussiten.
Damit er nicht gezwungen wird, sie gegen Euch zu unterstützen.
Damit wäre seine Festung auch für mich nicht mehr einzunehmen.
Ja.
Und unseren Ländern bliebe ein weiterer Krieg erspart.
Die Menschen hätten endlich Frieden.
Und Zeit,...
...ihren neuen Kaiser zu feiern.
Armer Teufel.
Ja.
Eine Nonne hat ihn noch besucht.
Wen besucht eine Nonne in seiner letzten Stunde?
Es war eine falsche Nonne.
Eine berüchtigte Hure soll sie gewesen sein.
Was ist das?
Sokolny-Land.
Da hat er seinen Hauptmann an die Hussiten verloren.
Wo ist sie hin?
Ahhh!
Ich hatte einen guten Lehrer.
Aber den...
...kanntet Ihr ja.
Bei all dem, was ich liebe: Ich werde dich töten, Ruppertus.
Du kämpfst wie ein Ochse. Ein Schmetterling kann dich besiegen.
Ein Schmetterling vielleicht.
Aber kein Mann.
Lausch dem Rauschen des Windes, wenn du kämpfst.
Lass die Erde unter deinen Füssen deine Schritte lenken.
Du redest wie ein Blöder.
Und du bewegst dich wie ein Ochse.
Wie hast du das gemacht?
Ich lausche dem Rauschen des Windes.
Zeig es mir.
Zeig es mir!
So einen schönen Auftrag hatte ich noch nie.
Das hat die Äbtissin vergessen mir zu sagen.
Ich würde ein Reich in Flammen setzen und Gott leugnen.
Für eine Frau wie dich an meiner Seite.
Du bist ein Narr.
Mhm. Ja.
Komm! Ja.
Komm! Das schaffen wir.
Das schaffen wir.
Als ich dich in der Hütte angegriffen hab.
Warum hast du mich nicht getötet?
Bei meinem Volk gelten die Irren als von den Göttern berührt.
Ihre Visionen zeigen uns, wo Tscha ist.
Tscha?
Hirsch.
Das stolzeste Tier, das man jagen kann.
Ich weiss nicht, wo Tscha ist.
Ich sehe in meinen Träumen keine Hirsche.
Ich sehe in meinen Träumen eine Frau.
Mit...
Mit wehendem Haar und...
...mit dem Gesicht ganz dicht über mir.
Gut.
Fertig? - Ja.
Mir reicht's.
Was ist das da?
Eine Erinnerung an eine alte Zeit.
Eine Zeit, in der ich
mit diesen gelben Bändern durchs Land gezogen bin.
Du warst eine Hure.
Ja.
Und wer weiss.
Hätten wir uns früher gekannt, hätte ich dir einen guten Preis gemacht.
Aber die Zeiten sind vorbei.
Wie vorbei ist denn vorbei?
Kein Wort weiter, wenn wir Freunde bleiben wollen.
Verstanden? - Verstanden.
Gut.
Dann los.
Ja, bitte!
Ja. Nastrovje! Nastrovje!
Rate, was er gerade gesagt hat.
Wer ist die da? Die da hinten?
Nichts für dich.
Warum nicht?
Janka, die einzige Tochter des Grafen Sokolny.
Sie treibt sich mit seinen Rittern herum.
Verzeiht meine direkte Art.
Ich bin mit den höfischen Sitten nicht vertraut.
Sagt wer?
Jemand, der nicht mit Euch geredet hat, sondern mit Euch.
Du bist doch der Soldat ohne Name.
Den der Mongole aus dem Fluss gefischt hat.
Deine Herkunft ist unklar.
Ich glaube, du bist ein Deutscher.
Ein Nemec. So werden wir dich nennen.
Ritter Nemec.
Ich weiss nicht, ob ich ein Ritter bin.
Finden wir's raus.
Wie wär's mit einem kleinen Kampf?
Ich hab nichts gegen Euch.
Ich bin nur... - Ein Feigling?
Der Ochse bekommt langsam Flügel.
Es ist meine Schuld.
Ich hätte Euch nicht reizen dürfen.
Es ist uns eine Ehre, einen solchen Kämpfer bei uns begrüssen zu dürfen.
Sokolny braucht Männer wie Euch.
Nemecku.
Nemecku.
Eine Depesche. Vom König. Hier.
Hier!
All meine Tannenbergbüchsen soll ich abliefern.
Er will mich entwaffnen. Mich!
Waffen für Sokolny.
Das ist gut.
Endlich verbündet sich Sigismund mit den Unabhängigen.
Damit steht der Entmachtung der Hussiten nichts mehr im Wege.
Unsere Macht wird wachsen.
Aber auch die des Königs.
Das macht doch seinen Thron noch sicherer.
Wenn es zum offenen Krieg kommt,...
...muss Sigismund an der Spitze seiner Truppen kämpfen.
Ein Heldentot wäre doch eine gute Lösung
für den Weg zu Eurem Thron, Hettenheim.
Das Weib ist weg.
Du meinst ihre Leiche.
Nein.
Sie lebt.
Losen und Heidhausen sind tot.
Wenn dieses Weib immer noch nicht glaubt, dass ihr Mann tot ist,...
...dann muss sie weiter nach Osten.
Meine Männer folgen ihr dorthin nicht.
Es ist Hussitengebiet.
Was habt Ihr vor?
Ich weiss nicht, wie ich dir danken kann.
Vergiss mich nicht.
Es ist Zeit für mich, von hier fortzukommen.
Ich fahre jetzt durchs Feld.
Von Weitem wird man denken, dass du noch bei mir bist.
Du bist sehr mutig.
Die meisten Männer die ich traf, waren kleiner als du.
Danke!
Wenigstens wusstest du, wer du bist.
Was wollt Ihr hier?
Ich suche meine Herde und meinen Herrn.
Hier gibt es nur einen Herrn. Den unabhängigen Grafen Sokolny.
Ihr seid auf seinem Besitz.
Hier ist niemand ohne seine Genehmigung. Nicht mal ein Hussit.
Ich bin kein Hussit.
Dann seid Ihr ein Spion.
Ein Königstreuer. - Nein.
Hier. Das Schwert meines Herrn.
Tückische Stelle.
Ihr solltet hier nicht alleine baden.
Ich war ja nicht allein.
Hm.
Wer war das?
Unwichtig.
Du hast mir das Leben gerettet.
Hm.
Sprich dein letztes Gebet.
Gleich wirst du den Herrn sehen.
Den Herrn?
Den wirst du wenig später sehen.
Wenn euer Heerführer erfährt,
dass ihr den Grossinquisitor getötet habt.
Ich habe eine Botschaft für euren Heerführer.
Bringt mich zu ihm.
Watzlaw!
Watzlaw! Watzlaw!
Watzlaw! Watzlaw!
Watzlaw! Watzlaw!
Die Männer rufen weiter.
Er sagt,...
...er sei der Gross-Inquisitor des Papstes.
Der grosse Inquisitor, ja?
Janus Supertur. Allerdings.
Und?
Was will der Kettenhund des Papstes? Mich bekehren?
Beeile dich damit, bevor ich dir den Kopf abschlagen lasse.
Haltet Ihr mich für derart dumm, dass ich ohne Pfand hier durchreite?
Was für ein Pfand?
Die Burg Sokolny. Ich kann sie Euch ausliefern.
Sigismund verbündet sich mit Sokolny.
Er lässt ihm neue, tödliche Waffen zukommen.
Was sind das für Waffen?
Der Kurier der Waffen steht in meiner Obhut.
Ich werde dafür Sorge tragen, dass sie nicht funktionieren.
Kennst du den Bischof von Böhmen?
Wäre gut, wenn er dich kennt und bezeugt, dass ich dir glauben kann.
Exzellenz. Ihr seid der Inquisitor des Papstes.
Helft mir.
Ihr kennt mich doch!
Deshalb könnt Ihr mir glauben.
Ich liefere Euch Sokolny aus.
Ihr mir dafür den Kopf einer Frau, die auf Eurem Land geritten ist.
Ihr verratet Sokolny für den Kopf eines Weibes?
Warum?
Weil sie mir das angetan hat.
Ihr erkennt sie daran, dass sie nach einem Michel von Hohenstein fragt.
Was sagt ihr zu meiner Ware? Beste Ware.
Ihr vermengt...
...den Schwefel...
...den Salpeter...
...und die Kohle mit Wein und Essig zu einer Art Brei.
Lasst ihn trocknen und gewinnt daraus...
...das neue Knollenpulver.
Was ist das? - Neue Waffen.
Der König hat sie geschickt, damit wir gegen die Hussiten standhalten.
Erlaubt mir nun...
...die Macht...
...dieser neuen Waffe...
...zu demonstrieren.
Solange Sigismund nicht verlangt, dass ich damit
Seite an Seite mit ihm in den Krieg ziehe.
Hm.
Ich ziehe meinen Bogen vor.
Macht weniger Krach und verschreckt nicht die Gegner.
Damit mir ein paar von denen zum Kämpfen bleiben.
Wer ist das?
Das wüsste er auch gerne.
Ich hab nie einen besseren Kämpfer gesehen.
Wen haben wir denn da?
Ein neuer Soldat, der sich uns Hussiten anschliessen will?
Ich bin freier Reisender, kein Soldat. Oh!
Er ist ein freier Reisender und kein Soldat.
Dann haben wir auch keine Verwendung für ihn.
Das ist ja ein Jammer.
Der Bursche ist bewaffnet.
Scheint, als würde er keinen Spass verstehen.
Nichts für ungut, Reisender.
Die Hussiten schlachten gerne Pfaffen und ihre Betdiener.
Aber keine Burschen wie dich.
Gib acht.
Du bist gefährlich nah an Sokolny.
Dem Land der Unabhängigen.
Wer dort in die Hände des Namenlosen gerät, dem gnade Gott.
Des Namenlosen?
Ein neuer Krieger im Dienste Sokolnys.
Sie nennen ihn Nemec.
Den Deutschen.
Keiner weiss, wo er herkommt und wo er gerade ist.
Er taucht aus dem Nichts auf und bringt dich um.
Vielen Dank für die Warnung.
Viele Männer. Eine mächtige Armee.
Täglich erhält Fürst Watzlaw neue Verbände seiner Hussiten.
Er will mir zeigen, dass die Zeit drängt.
Ich soll mich entscheiden. Für oder gegen ihn.
Bald ist es vorbei mit unserer Unabhängigkeit.
Sokolny wird vielleicht fallen.
Viele werden sterben. - Aber alle werden kämpfen.
Die Freiheit ist das höchste Gut.
Wer seid Ihr, Nemec,
dass Ihr für ein fremdes Land Euer Leben geben wollt?
Ein Mann, der eine Heimat sucht.
Hier...
...habt Ihr eine.
Ich bin alt.
Zu müde für Ränkespiele.
Zu weich, um meine eigenwillige Tochter Janka zu führen.
Es wird Zeit für einen Erben.
Sofern Ihr meinen Namen tragen wollt, Nemec.
Bald ist Johardi.
Ein guter Tag für ein Fest der Liebe.
Fest der Liebe.
Grosse Worte.
Jetzt bist du Nemec,...
...Prinz von Sokolny.
Suppe und Brot.
Na, mein Hübscher. Ein bisschen Spass? - Ich muss gleich weiter.
Warum so hastig, junger Freund?
Ein wenig Entspannung wird dir guttun.
Ich mach dir einen guten Preis. 15 Kreuzer.
15? In Konstanz lag der Preis für eine wie dich bei fünf.
In Konstanz, da haben wir gelernt,
unsere Haut nicht zu billig zu verkaufen.
Zu Tausenden sind wir gegen den König gezogen.
Wir haben ihn in die Knie gezwungen.
Ich stand in vorderster Reihe beim Aufstand der Huren.
Da wär ich gern dabei gewesen.
Na siehst du? Wir verstehen uns doch.
Dieser Kerl ist kein Kerl!
Sie kommt aus Konstanz und sagt, sie macht's für fünf Kreuzer.
Es sind Hunderte. Sie rüsten sich zum Angriff.
Und wenn es Tausende wären.
Wir werden sie besiegen, mit den neuen Waffen.
Was drückt dich?
Dieser Hettenheim.
Er ist erschrocken, als er dich gesehen hat.
Er kennt dich.
Warum hat er dann nichts gesagt?
Kaipurun.
Das Ding hat heute den Helm durchbohrt.
So was habe ich auch aus deinem Kopf geholt.
Du hättest nicht kommen sollen.
Ein letztes Wort?
Dem Namenlosen.
Sagt ihm, sein Name ist Michel von Hohenstein.
Und ich habe ihn geliebt. Bis zum Tode.
Du bist das Weib, das der Grossinquisitor des Papstes sucht?
Was habt ihr Hussiten mit diesem Mörder zu schaffen?
Er bietet uns Erfolg in der Schlacht.
Und das Leben vieler unserer Männer.
Für deinen Kopf.
In seinem Kopf tobt der Wahn. In seinem Herzen der Hass.
Wenn du deine Männer retten willst, bring mich zu deinem Heerführer.
Was hättest du ihm zu sagen, diesem Heerführer?
Wenn du vor ihm stündest.
Fürst Watzlaw.
Das seid Ihr.
Ich hab einen Schick des Königs bei mir. Für Fürst Sokolny.
Sigismund garantiert Sokolny Frieden,
wenn er die Unabhängigkeit wahrt und nicht in den Krieg eingreift.
Der freie Glaube kann nur
in einer Welt des Friedens stattfinden.
Vertraut Sigismund.
Wenn er Kaiser wird, dann lässt er euch euren Glauben.
Der Papst tut das nicht.
Grosse Worte für eine, die in den Augen des Grossinquisitors
mit dem Teufel im Bunde ist.
Schwör, dass du mir treu bleibst.
Was heisst treu? - Dass du mir viele Kinder machst.
Schwör es!
Hm.
Eine ganze Herde mache ich dir.
Und ich fange auf der Stelle damit an.
Gott steh uns bei!
Hm?
Sie sind auf deinem Land in Waffen.
Auf unserem Land.
Verschone sie. Ich bin in Hochzeitslaune.
Ahh! Zurück zur Grenze! Los!
Los! Weg hier!
Nur ein Warnschuss.
Los!
Weg! Weg!
Ein Mann ohne Angst.
Er reitet tiefer in Sokolnys Land.
Oh Gott! Michel.
Michel!
Ich bin es.
Michel, ich bin es.
Wer ist das?
Wer weiss?
Vielleicht seine Vergangenheit. - Er erkennt mich nicht.
Verschwinde!
Ich habe eine Nachricht für Sokolny. Mit dem Siegel des Königs.
Wer ist sie? Wir wissen nichts von ihr.
Sie sagt, sie sei die Kastellanin von Hohenstein.
Die im Kittel eines Strassenjungen durch die Lande ritt.
Vielleicht ist sie eine Spionin der Hussiten oder des Königs.
Glaubt ihr nicht.
Was, wenn sie Sokolny verraten will?
Ihr könnt den Kampf vermeiden.
Fürst Watzlaw schickt sein Heer nicht gegen Euch.
Wenn Ihr bereit seid, Frieden zu machen.
Ein Friedenspakt. Als Garantie für die Unabhängigkeit von Sokolny.
Mit dem Siegel des Königs.
Das Siegel ist eindeutig.
Doch warum sendet der König ein Weib als seinen Kurier?
Er hat mich nicht geschickt.
Ich suchte den Mann, mit dem ich viele Jahre glücklich gelebt habe.
Und ich hab ihn gefunden.
Das ist schwer zu glauben.
Wie wollt Ihr beweisen, dass Ihr ihn kennt?
Ich kenne ihn mein ganzes Leben.
Und ich liebe ihn mein ganzes Leben.
Ich weiss, wie er kämpft.
Wilder als ein Wolf.
Ich weiss, wie er liebt. Er liebt aus dem ganzen Herzen.
Wenn er mit seiner Tochter spielt, ist er ein Tor ohne Willen.
Das Muttermal an seiner Lende habe ich so oft geküsst.
Ich spüre es noch auf meinen Lippen.
Michel.
Komm zurück zu mir und deiner Tochter.
Er ist nicht mehr dein Mann. Er hat dich vergessen.
Danke.
Fürst, lasst mich in Eurem Namen,
den Hussiten Euren Friedenswillen als Antwort geben.
Und lasst Michel von Hohenstein mit mir reiten.
Falls der Nemec sich an ein Leben erinnert,
das er einmal geführt hat, so soll er Euch gehören.
Falls nicht, erwarte ich ihn hier, zurück an der Seite meiner Tochter.
Wo er sein Hochzeitsversprechen einzuhalten hat.
Bist du bereit?
Ich hab ein Dutzend Pfeile.
Das wird nicht ganz reichen, wenn es schief geht.
Sokolny ist bereit... - Graf Sokolny lässt sagen...
Sokolny will Frieden und gelobt die Unabhängigkeit
Dann soll er seinen Frieden haben.
Möge nur Gott diesen Vertrag noch brechen.
Das wird er nicht.
Ihr seid also der Nemec.
Ich habe mich gefragt, wie Ihr ausseht.
Die, die Euch gesehen haben, konnten Euch nicht mehr beschreiben.
Es ist Krieg. - Ja.
Und noch ist er nicht zu Ende.
Was werden wir dem König sagen?
Mein Angebot.
Neue Gesetze und Glaubensfreiheit.
Für die Zeit, wenn Sigismund Kaiser ist.
Das schenkt vielen Männern das Leben.
Den Truppen von Sokolny und den Hussiten.
Könntet Ihr einen Weg finden,
mir künftig Euren Rat etwas unauffälliger mitzuteilen, Äbtissin?
Natürlich.
Und könntet Ihr auch einen Weg finden, wie ich künftig
von meiner Unabhängigkeitsgarantie an Sokolny erfahre?
Bevor ganz Europa davon weiss.
Auch in einem solchen Fall werde ich in Zukunft...
...andere Wege zu gehen wissen.
Du heisst also Marie?
Und du Michel.
Unsere Tochter heisst Trudi.
Nemec.
Auf dich wartet ein Leben hier.
Komm mit mir zurück.
Oder schwör mir, dass du dich an diese Frau erinnerst.
Ich erinnere mich an jedes Blinzeln ihrer Augen.
An jedes Lächeln ihres Mundes.
Ich hoffe, Ihr seid es wert, dass er für Euch lügt.
Brecht niemals sein Herz und macht ihn glücklich.
Danke, dass du gelogen hast.
Ich hab nicht gelogen.
Ich hab dich im Traum gesehen.
Im Traum?
Was hab ich gemacht?
Du warst über mir des Nachts.
ssber dir? Bin ich geflogen?
Gesessen.
Gesessen? Mhm.
Und was hatte ich an?
Nichts als deine Haut.
Diese Kämpfe hast du immer verloren. Das ist ein Anfang.
Du siehst aus, wie die Frau aus meinen Träumen.
Und wie sie bist du mir eine Fremde.
Komm!
Ahh!
Trudi, komm! Wir gehen rein.
Der König hat eine Frist gesetzt, in der ich dich finden soll.
Die Frist ist abgelaufen.
Wer bin ich?
Du bist Michel von Hohenstein.
Sohn eines Schankwirtes in Konstanz und verdienter Hauptmann des Königs.
Wir leben auf Burg Hohenstein. Im Lehen des Königs.
Dass sich deine Hände erinnern und dein Geist nicht.
Trudi liebt diese Strohpuppen von dir.
Jedes Mal wenn ihr Temperament mit ihr durchging,...
...hast du sie neu zusammengeflickt.
Wir haben Freunde.
Hiltrud und Thomas.
Woher hast du dieses Schwert?
Von einem Spion an der Grenze zu Sokolny.
Was hast du mit ihm gemacht?
Ich habe ihn...
...getötet.
Er war ein Spion.
Komm, Kleine. Lass dich anschauen.
Ich will nur fühlen, wie sanft deine Haut ist.
Sie hat Angst.
Ihr müsst ihr Zeit lassen.
Was hat Euer Weib hier zu jammern, Hettenheim?
Diese Burg habt Ihr bekommen.
Und als Nächstes bekommt Ihr den Königsthron.
Alles, wonach es mich verlangt, ist eine reine Seele wie diese.
Marie!
Marie. Marie, es tut mir leid.
Was ist passiert? Wo ist Trudi?
Der schwarze Mönch hat sie mir weggenommen. Ich hab gekämpft.
Ich weiss.
Sie sagen, die Frist ist abgelaufen.
Hohenstein gehört uns nicht mehr. - Wie viel Mann?
Michel.
Wie viel Mann sind auf der Burg? - Viele.
Viele Soldaten, viele Waffen.
Dein Schw... Dein Schwert.
Hast du...
Hast du meinen Thomas mir zurückgebracht?
Er hat Michel... Er hat Michel gesucht.
Er hat ihm sein Schwert gebracht.
Marie!
Was hast du vor?
Ich schlage sie tot.
Und dann befreie ich unsere Tochter.
Nein!
So ist der Kampf nicht zu gewinnen. Da oben ist unsere Tochter.
Sag, er soll aufhören. Oder das Kind fährt zur Hölle.
Nein!
Mama!
Mein Leben für das Leben meiner Tochter!
Mama!
Willkommen auf Burg Hohenstein.
Dem neuen Herrschaftssitz Hettenheims mit seinem Weib Hulda.
Mein Kind.
Mama! Mama!
Komm zu mir, Marie. Ich will meine Braut willkommen heissen.
Immer noch der gleiche Hochmut.
Nur diesmal bleibt dir keine andere Wahl.
Deine Frist ist abgelaufen.
Der König hat dich zur heiratsfähigen Witwe erklärt.
Und ich bin dein Bräutigam!
Niemals! Lieber sterbe ich.
Als könntest du meine Gedanken von meinen Augen lesen.
Hettenheim.
Richtet sie! Gleich hier, vor meinen Augen.
Tu's nicht! Wir verlieren alles, wenn der König das erfährt.
Stopft Eurem Weib das Maul, Hettenheim.
Und tut, was ich sage.
Sigismund hat uns Hohenstein geschenkt.
Schenk ihm einen Verräter und zeig dich ihm als aufrechter Ritter.
Undank ist der Name eines jeden Weibes.
Los, Hettenheim!
Tut es!
Nein! Nein!
Nein! Nein!
Nein!
Das ist dein Ende.
Es ist wahr.
Es ist rechtens und unumkehrbar,
dass Ihr dem totgeglaubten Hauptmann die Burg aberkannt habt.
Aber durch den bedauerlichen Verrat Eures Cousins von Hettenheim,
ist nun ein Loch in die Reihen Eures Drachenordens gerissen worden.
Was spräche dagegen, diese Lücke mit einem...
...neuen Ritter zu füllen?
Dem Ihr die Burg von Hohenstein
dann als Wehrburg zusprechen könnt.
Hauptmann.
Treue dem König.
Für immer.
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