All language subtitles for Werk ohne Autor. 2018.Deutsch.1080p.BluRay.x264

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Original subtitles

(Sch ritte nähern sich )

Moderne Ku nst.

J , meine Damen u nd Herren .

Bis zu r Machterg reifu ng der Nationalsozial isten

hat es i n Deutsch la nd eine solche moderne Ku nst gegeben .

Das hei ßt also , wie es schon im Wesen d ieses Wortes l iegt,

fast jedes Jh r eine a ndere.

Das nationalsozial istische Deutsch land aber wi l l wieder eine deutsche Ku nst,

u nd d iese sol l u nd wi rd ,

wie alle schpferischen Werte ei nes Volkes, ei ne ewige sei n .

Entbeh rt sie aber ei nes solchen Ewig keitswertes f r u nser Volk,

dan n ist sie auch heute oh ne höheren Wert.

Die deutsche Frau wi rd verhöh nt u nd m it P rostitu ierten g leichgesetzt.

Der Soldat wi rd als M rder u nd si n n loses Sch lachtopfer

im Sin ne ei nes bolschewistischen Klassen kam pfes dargestel lt.

Dem Volk sol l d ie tief ei ngewu rzelte Achtu ng

vor der soldatischen Tpferkeit

so a usgetrieben werden .

U nd der Wa h nsin n , d ie Geisteskrankheit, wi rd zu m Prinzip erhoben .

M uss wi rkl ich angenommen werden ,

dass es M än ner g i bt, d ie d ie heutigen Gestalten u nseres Volkes

n u r als verkommene Kreti ns sehen?

Die g ru ndsäch l ich Wiesen blau , H immel g r n ,

Wol ken schwefelgel b u nd so weiter em pfi nden ,

oder, wie sie vielleicht sagen , "erleben"?

Es g ibt n u r zwei Mög l ich ketten .

Entweder d iese sogenan nten K nstler

sehen d ie Dinge wi rkl ich so

u nd g lau ben daher an das, was sie darstel len .

Dan n wäre n u r zu u ntersuchen , ob i h re Augenfeh ler d u rch ei nen U nfall

oder d u rch Vererbu ng zusta nde gekommen si nd .

L n einem Fal l tief bedauerl ich f r d iese U ng l ückl ichen ,

im zweiten wichtig f r das Reichs-l n nen m i n isteri u m ,

das da n n d ie Aufgabe hätte, wen igstens eine weitere Vererbu ng

derartiger g rauen hafter Sehstäöru ngen zu u nterbi nden .

Oder aber sie g lau ben sel bst n icht an d ie Wirkl ichkeit d ieser Eind rcke,

sondern bem ü hen sich us anderen Gr nden ,

d ie Nation mit d iesem H um bug zu belästigen .

Dan n fä l lt so ei n Vergehen i n das Gebiet der Strafrechtspflege.

Was hat das m it Ku nst zu tu n? Wod u rch erhebt es d ie Seele?

Was hat das mit Kn nen zu tu n? Den n "Ku nst" kommt von "kön nen".

- L ch g lau be, das kön ntest d u auch . -(leises Gelächter)

Doch , doch , das kön ntest d u . Versuch's doch mal .

U nd wen n d u fertig bist, dan n fragst d u dei ne Eltern ,

ob sie d i r ei nen G roschen daf r geben .

(leises Gelächter)

Wei ßt d u , was sie Herrn Wassi ly Kand i nsky daf r gezah lt haben?

-2000 M ark. -(M an n , leise) Was?

Meh r als das Jah resgehalt ei nes deutschen Arbeiters.

Was mcht dei n Papa?

- Grade hat er kei ne Arbeit. -(F rau , bedauernd ) Oh .

2000 M ark aus Steuergeldern der arbeitenden deutschen Bevöl keru ng .

Wir werden daf r Sorge tragen , dass gerade das Volk...

(Stimme wi rd leiser)

Viel leicht wi l l ich doch kei n Maler werden .

(flsternd ) N icht weitersagen , a ber mi r gefä l lt's.

(M an n pfeift)

Tante El isabeth , hast d u gesehen , wie d ie d ich angeschaut haben?

Am M ontag wi rd h ier keiner fü r m ich Augen haben .

D werden a l le n u r dem F ü h rer zuj u bei n .

- G uten Tag ' -l ch fi nde d ich besser a ls H itler.

-( E l isabeth ) G uten Tag . - G uten Tag . Ei n Ausfl ug m it l h rem Neffen?

- Ja . - Dan ke.

- L ch wü nsche eine g ute Fah rt. - Dan ke.

(nachdenkliche M usik)

D vorne . Da wr u nsere Woh n u ng .

Was feh lt d i r den n am meisten an Dresden?

M anchma l h i lft es, ds genau zu benen nen .

L ch wei ß, wer d i r feh lt.

Ds Mädchen mit den feuerroten Zäöpfen .

Wie hei ßt d ie noch mal? Johan na?

- Joha n na , oder? Deine Verl iebte? -(vernei nend ) M h m .

- Nei n? - N icht n u r Johan na .

- Wer feh lt d i r den n noch? - Die Sch röders.

Wei ßt d u?

- Das alte Ehepaar bei u ns im Haus. - M h m .

Die, d ie sich immer an den Hä nden halten . Wie kleine Ki nder.

L ch mag d ie. U nd der Dackel Th i Io .

L mmer, wen n ich den gerufen habe, ist er zu mi r gekom men .

Es si nd ja n u r 45 Ki lometer von u ns bis nach Dresden .

Du kan nst sie so oft besuchen , wie d u wil lst.

H m?

Aber d u hast nat rlich recht. Dresden ist ei nfach u nsch lag bar.

(M usi k wi rd verträä u mt)

Wei ßt d u was?

(leise) l ch fi nde deinen Vater ganz stark. Dass er n icht beitritt.

Ei ne U ntersch rift,

u nd er hätte sei ne Stel le a ls Leh rer u nd d ie Woh n u ng beha lten kön nen .

Papa fi ndet es verbrecherisch , wie d ie Nazis...

Sch , sch , ich wei ß.

So sprichst d u aber zu n iemand anderem , oder?

Mami sagt, sie wi rd i h n noch zum Beitritt bri ngen .

Die M itg l iedschaft ist dan n sei n Kapitol .

Sei n Kapitl .

-(Fah rer) Wiedersehen , Frä u lei n May. -(beide) Auf Wiedersehen .

Halt mal ku rz.

Tante Elisa beth , hast d u was vergessen?

(Man n , sächsisch ) He, Edd ie. Da ist d ie klei ne M ay wieder.

-(Edd ie) Tu n wi r i h r den Gefal len . - Karl , bereit?

-(Karl) G ut. -(Edd ie) Gleichzeitig .

(Man n ) G ut, auf d rei . Ei ns, zwei , d rei .

(d ritte H u pe setzt ei n )

(vierte u nd f nfte H u pe setzen ein )

(das H u pen hält u n u nterbrochen n )

(d rmatische Orchester-M usik)

(M usik bertnt H u pen )

(M usi k wi rd leiser)

(M usi k verkl i ngt)

(M an n ) Mch's g ut.

(El isabeth ) Dnke.

Ein Bild zu ma len , ds sich so nf h lt...

Das ist es, was sie versuchen , d iese entarteten Kü nstler.

(Frau ) O h El isabeth , schon wieder zu spät. U nd wie d u aussiehst!

(Offizier) Brust rus. Ki n n hoch .

Du .

Erste Rei he. Komm .

Du wirst i h m den Strau ß ü berreichen .

(ferne M enschen masse, j u bei nd ) Heil ! Heil !

(Fruen stimmen m it ein ) Hei l !

Hei l ! Heil !

Hei l ! Hei l ! Heil !

Hei l ! Heil !

Hei l ! Hei l ! Heil !

(d stere Pukensch läge)

(u n ru h iges Dröh nen u nd Fl irren )

(Frauen reden u nverständ l ich d u rchei nander)

(Dröh nen u nd Fl irren verkli ngt)

(fernes Klavierspiel)

(Klavier wird la uter)

(Elisbeth ) Sieh n icht weg .

N ie wegsehen , Ku rt.

Alles, was wh r ist, ist schön .

(sie spielt weiter)

(sie spielt meh rmals das A)

(sie spielt das A erneut)

(sie spielt das A erneut)

Dieser Ton ...

Dri n steckt d ie gnze Kraft der M usik.

Des Lebens. (gerü h rt) Des ganzen U n iversums.

(sie spielt weiter das A u nd sch l uchzt)

Menschen suchen nach der Weltenformel .

Aber h ier ist sie.

H ier.

(leise, d stere M usik)

Hörst d u das?

Das zweigestrichene A am Bl üth ner Klavier der M ays i n G roßschönau .

(sie spielt ds A)

U nd jetzt, wo ich ih n ken ne...

kn n ich i h n beral l spielen .

Auf dem Tisch .

Hörst d u?

(Aschen becher trifft den Kopf) Sogar auf meinem Kopf.

(T r geht uf)

- Tante E l isabeth , d u bl utest. - Soga r a uf meinem Kopf.

El isabeth .

-(Aschen becher trifft den Kopf) - Was machst d u da?

Ein Konzert f r den Fü h rer.

J ugendwah n? Das kl i ngt ja fast schon sym path isch .

(El isabeth ) "Sch izoph ren ie", "J ugendwah n". l ch kan n das hören .

Aber ich den ke, es ist n ichts,

was ei ne klei ne Auszeit n icht hei len kön nte.

- E i ne Auszeit. . . -l n ei ner Anstalt, ja .

Kn nen wi r es n icht zu Hause probieren?

Sie hat fü r das Abitu r seh r ha rt gelernt u nd ist g leich i n d ie B roleh re gegangen .

(Arzt) Elisa beth?

Viel leicht ist sie einfach n u r beranstrengt.

(Elisa beth ) l st das l h re Frau?

Sie kön nen sie n icht leiden , oder? Das sehe ich daran , wie S ie da stehen .

(M utter, fl üsternd ) El isa beth .

Warte d rau ßen , bis wi r zu Ende gesprochen haben .

L ch sage ds n icht noch ei n mal .

(Tü r fäl lt i ns Sch loss)

Da Sch izoph ren ie erbl ich ist, bin ich verpflichtet zu fragen :

G i bt es weitere Fäl le von Geisteskran kheit in l h rer Fam il ie?

Um Gottes wil len , nein .

- Depressionen? - Wi r si nd al le fröh l ich .

Wir Ärzte sind d ie Wächter am Ufer des Erbstroms.

L ch muss das dem Gesu nd heitsamt melden .

Die Entscheid u ng ber d ie E i nweisu ng l iegt eventuell n icht bei l h nen .

Dr. M ichael is...

F ranz.

L ch ka n nte schon I h re Eltern . Soga r d ie Großeltern .

B itte.

Melden Sie es n icht.

(Kirchtu rmu h r sch lägt)

Wei l S ie es si nd , F ru M ay.

Aber sagen Sie es, wen n der Zustand sich versch lechtert, ja?

- Auf Wiedersehen . - Hei l H itler.

- Ja , natü rl ich , Hei l H itler. -(Ku rts M utter) Hei l H itler.

(Fra u ) Vermittlung.

(M ichael is) Verbinden S ie m ich bitte m it dem Gesu nd heitsamt.

(Autotü r fäl lt zu )

-(EI isabeth ) Wiedersehen , G nther. -(Man n 1 ) Frau May, wir m ssen los.

-(G ü nther) Mach's g ut. -(M an n 2) Du wirst u ns feh len .

-(M utter) Es si nd n u r ei n paa r Wochen . -(G ü nther) Wir sehen u ns bald .

(El isabeth ) Auf Wiedersehen , E h renfried .

(Ku rts Vater) Auf Wiedersehen . Du wirst u ns feh len .

L ch wi l l doch n icht, M am i .

Ku rt, geh wieder rein .

(Vter, nchd rücklich ) Ku rt.

- L ch mchte doch n icht! -(Pfleger 1 ) An den Beinen .

(El isa beth ) Nein !

- Hast d u sie? - Ja .

(El isa beth ) Nein ! (M utter sch l uchzt)

-(sie sch reit) -(Pfleger 2) Komm .

(Arzt) So, stil l hlten .

-(E l isabeth wei nt laut) - Die ist g leich ga nz ru h ig .

(leise, wehm ütige M usik)

(Arzt) Scopolam in , das wi rkt sch nel l .

(Pfleger 1 ) J , festsch nallen .

(sie sch I uchzt) (weh m ütige M usik spielt weiter)

-(M utter) Der Koffer. -(Eh renfried ) Ach ja , nat rlich .

- Das si nd ih re Sachen . - Jaja .

(flüsternd ) N ie wegsehen .

(M otor startet stotternd )

(er räuspert sich )

Meine vereh rten Kol legen .

L ch möchte Sie beg lückwü nschen .

Das schwächste P rezent des deutschen Volkes

ist seit Ei nfü h ru ng des Gesetzes u nfruchtbar gemacht worden .

40000.

Ei ne stolze Zah l .

Ei n Beitrag zu r Aufrtu ng ,

den l h nen kü nftige Generationen dan ken werden .

I ch hege jetzt d ie Hoffn u ng , dass wir ei nes Tages

i n ei ner Welt leben werden ,

in der d ie Stra ßen gänzlich frei sind von Mongoloiden , Geisteskranken

u nd nderen M issgebu rten .

Doch schei nt es mi r jetzt a n der Zeit, in den nächsten Gang zu schalten .

Auch aufg ru nd der eng lischen Luftang riffe

haben wi r ei nen erhöhten Bedarf an Ausweichkranken häusern .

Wi r kön nen n icht zu lassen , dass man ei nem deutschen Soldaten

einen Kra n ken husplatz verweh rt,

n u r wei l er fü r d ie Hege u nd Pflege u nwerten Lebens verwendet wi rd .

Wie kön nen wi r helfen? Was kön nen wi r tu n?

L ch dnke d i r fü r d iese Frge, Crl .

Mei ne Herren ,

Sie werden fortan n icht meh r n u r Ärzte u nd SS-Män ner sei n .

Sie werden G utachter des Erbgesu nd heits-Gerichtes.

Was bedeutet das?

N u n , ei n Patient, den Sie u nfruchtbar gemacht haben

u nd dessen Meldebogen S ie mit ei nem blauen M i n us-Zeichen versehen ,

verblei bt in der Anstalt.

Wen n wi r jedoch h ier ein rotes Plus vorfi nden ,

verstehen wi r, dass es sich u m u nwertes Leben handelt,

u nd d ieser Patient wi rd i n ei ne von d rei dafü r vorgesehenen Anstalten

im östl ichsten Teil des Reiches verlegt

u nd dort von sei nem si n n losen Dasei n erlöst.

L h r Stift.

L h r Schwert.

(leise, d üstere M usik)

(T r geht uf)

U ntersuch u ng u nd Vorgespräch . El isabeth May, 23 Ja h re.

- Steril isationstermi n heute u m 15 :45 U h r. - Dan ke.

Du ka n nst rei n kom men . An rede "Herr Professor...

(hel ler G lockenton )

(leise, d üstere M usik)

Du kan nst dort sitzen .

(er sch rei bt)

Hat l h re Tochter das gemlt?

Warum , g la u bst d u , bist d u h ier?

Wei l ich manch mal n icht ga nz richtig denke.

Wei ßt d u , ws fü r eine Kl i n ik ich leite?

Ei ne Frauen kl i n ik.

Ein l iebes M ädchen , l h re Tochter.

Das kan n ich an dem Bi ld sehen .

N icht so richtig viel kü nstlerische Begabu ng .

Dar ber si nd Sie ja viel leicht eher froh . Aber viel Herz.

L ch habe ei nen Neffen i n dem Alter.

Der ist leider seh r begbt.

L ch gehe m it ihm i n Ausstel l u ngen . U m i h n zu fördern .

G ut.

Dan n leg d ich doch bitte i m Neben rau m a uf den U ntersuch u ngsstu h l .

Dei ne KIeid u ng . . . (erhobene Stimmen )

-(Man n ) l ch wi ll zu Professor Seeband ! - Entsch u ld ige mich ei nen M oment.

(M an n ) Seit Wochen wi ll ich ei nen Term in . M i r wi rd n icht geantwortet!

- L ch habe ei n Recht darauf! -l ch kon nte i h n n icht aufhalten .

Herr Lohse-Wächtler.

Sie fragten m ich : "Wol len S ie , dass das Leid l h rer Tochter

i n d ie nächste Generation weitergetragen wi rd?"

Daru m sti mmte ich der O P zu . Was ist m it dem Leid mei ner Tochter jetzt?

-(Seeba nd ) Zeigen S ie Haltu ng . - Was ist m it meinem Leid?

So setze ich d ie U nterhaltu ng n icht fort.

L ch werde S ie a nzeigen , Professor Seeband . Bei der Reichs-Ärztekam mer.

Tu n S ie das, Herr Lohse-Wächtler. Tu n Sie das.

Sie haben a ls Arzt einen Eid geschworen . Lassen Sie m ich los.

- L rgendwa n n wird Sie das ei n holen . -( Pfleger) Los.

(Lohse-Wächtler) Es wi rd S ie ei n holen !

Es wi rd S ie alles ei n holen !

-(T r geht auf) -(Lohse-Wächtler) Es wird Sie ei n holen !

Professor Seebnd ! Ei nes Tages!

(Pfleger) Gnz ru h ig .

Es wä re besser gewesen , d u hättest das n icht gesehen .

- L ch bin gesu nder Abstamm u ng . - Drei G utachter sehen das anders.

- Nei n ! - Setz d ich wieder h in .

(leise, d üstere M usik)

Du gehst jetzt i n das U ntersuch u ngszimmer u nd nach her i n den O P .

U nd d u wi rst dort kooperieren .

Sonst lassen wi r d ich festsch nallen ,

u nd es wi rd al les schwieriger u nd sch merzhafter.

Bitte , Herr Seeband . . . (Tü r geht auf)

Herr Professor, bitte.

Fü r den F ü h rer. l ch werde Ki nder gebären . Gesu nde, arische Ki nder.

U nd ich werde sie dem Fü h rer schenken , wie wi r es sollen .

Meine Ki nder werden i h re Ki nder auch dem F h rer schen ken .

-(Pfleger) Komm . -(El isabeth ) F r den Krieg !

L h r bra ucht doch Soldaten , oder? l h r bra ucht doch Soldaten !

Wer sol l den n sonst käm pfen?

L ch bi n doch n u r manch mal verwi rrt.

N u r ga nz selten . Bitte n icht! (sie wimmert)

Bitte, ich wi l l n icht.

Jetzt kom m ...

- Leute, ich brauche U nterstützu ng ! - Sie si nd doch auch ei n Vater.

- Fü r l h re Tochter, d ie auch malt. -( Pfleger) Es reicht.

L ch kön nte i h re Schwester sein . Sie kön nten mein Vater sein .

Bitte, Pa pa .

Bitte, Pa pa .

Nei n !

Pa pa , bitte!

Pap !

Bitte, Pa pa !

Pa pa , bitte!

Bitte, Pa pa !

(Tü r knallt zu )

(Elisbeth sch reit u nd sch luchzt)

(Sch reie entfernen sich )

(sie sch reit weiter)

- An na ' - Herr Professor?

L ch operiere Fräu lei n May n icht sel bst. Tei len Sie Blockman n ei n .

- Der ist im Keeißsaal disponiert. - Dan n d ispon ieren S ie um .

(leise, bed rückende M usik)

So . Da n ke.

Hopp!

Sch ick seht i h r aus in den U n iformen . Das wi rd E l isabeth Freude machen .

Johan n?

Ja .

- Du wei ßt. . . - Ja , nach dem Krieg ist das mei n Kapital .

U nd verg iss n icht den Gru ß. "Hei l H itler".

Wen n d u es n icht ber d ie Li ppen bekommst, tut es a uch ein sch nelles "d rei Liter".

Das merkt kei ne Sau .

U nd n ichts davon , dass d u i m merfort malst. U nd schon ga r n ichts von d iesen Nackten .

(Schwester 1 ) Der g leiche Fotog raf? Den hat doch n iemand beauftragt.

Hei l H itler.

Drei Liter.

Wi r si nd fü r ei nen Besuch a ngek nd igt. F ü r El isabeth M ay.

L ch bi n Joha n n Brnert, der Schwager.

Das si nd ih re B rüder Eh renfried u nd G ü nther M ay.

Das ist i h re Schwester Waltraud . U nd i h re M utter M a lvi ne.

(Fotog raf) Die l inks h inten etwas nach rechts.

(Schwester 1 ) Elisa beth M ay. Wu rde vorgestern verlegt.

Verlegt? Ds kn n n icht sei n .

(Fotog rf) Herscha uen .

Befeh l der Zentrald ienststel le.

Aber woh i n?

(Fotog raf) Feh len da n icht zwei?

(Schwester 2 ) Käthe, wi r si nd so weit.

(Waltraud ) Woh in wu rde sie verlegt?

- Kran ken haus Großschweid n itz. -(Ma lvi ne) Großschweid n itz?

Das ist zwei Tage von h ier. Wie sol len wir sie da besuchen?

Wi r m üssen arbeiten . Die Bu ben ha ben n u r jetzt F rontu rlau b.

Meh r ka n n ich l h nen uch n icht sgen .

L ch m uss jetzt gehen . Hei l H itler.

Das ist er.

(Eh renfried ) l ch sch reibe dem M i n isteri u m .

-(Fotog raf) Bitte herschauen . -( M alvi ne wei nt)

(d issona nte Geigen klänge, d üsteres Dröh nen )

(Glas scheppert)

(Scheppern )

(nschwel lende, beklem mende M usik)

(Flugzeuge nähern sich )

(feierl icher Gesng setzt ein )

(Lied : "De torrente in via bi bet" aus Händels "Dixit Dom in us")

(Si renen heu len )

Stan n iol-Streifen . Dvon habe ich gelesen .

Dam it wol len sie Rad io u nd F u n k stören .

(Si renen heu len weiter)

(feierlicher Gesng geht weiter)

(Frau ) John na ! Johan n , wch auf!

- Johan na ' . . - M am i . . . M ami !

H ier lang ! D vorne ist ei ne Bösch u ng .

Kopf ru nter!

(Arti lleriefeuer)

(Eh renfried ) Günther!

G ü nther!

(feierlicher Gesang u nd M usik gehen weiter)

l ch mag d ich .

L ch mag d ich a uch .

(Gas strömt)

(feierlicher Gesng geht weiter)

(Körper sch lägt auf)

(Feuer lodert)

(feierl iche M usik geht weiter)

(M usi k verkl i ngt)

(Flammen lodern )

(H u pen )

(H u pen )

(Man n ) Ja , g ut. So geht's.

(leise , m u ntere M usik)

-(M an n , russischer Akzent) Herr Seeband? - Professor Seeband . Jawoh l , der bin ich .

(M usi k wi rd bed roh lich )

(russischer Akzent) Herr Seeband ...

Professcr Seeband .

(russisch ) Ws hat er gesagt?

Er wü nscht, dass S ie i h n mit "Herr P rofessor" ansprechen .

Ei nverstanden , Herr Professor.

(spricht russisch )

Wo ist B u rg hard Krol l?

- Wer? - Bu rg hard Krol l .

(spricht russisch )

Der Chef der Reichs-Arbeitsgemei nschft.

Wi r wissen von eu ren Treffen i n Berli n .

L ch wei ß n icht, wovon Sie reden . l ch ken ne den Herrn n icht.

(spricht russisch )

(leise, d üstere M usik)

l ch ken ne i h n immer noch n icht.

(Dolmetscher spricht russisch )

(spricht russisch )

(Dolmetscher) Wen n mei n Kind n icht ga nz gesu nd geboren wi rd ,

verd ient es dan n zu sterben?

Es g i bt n u n ei n mal n u r beg renzten Raum u nd beg renzte Ressou rcen a uf d ieser Erde.

Wer sol l d ie haben? Die Kran ken oder d ie Gesu nden?

(Dolmetscher spricht russisch )

(spricht russisch )

Bald wi rd auf d ieser Erde jedenfal ls noch ei n P latz frei .

(J u nge) H ierher den Ball ! Los, mch !

(Man n ) S ie haben n icht a ngegeben , ob Sie Parteimitg lied wa ren .

Waren S ie Prtei m itg lied?

- Herr Di rektor, ich war seh r lange. . . - Ja oder nein , Herr Ba rnert?

Ja .

Aber ich bi n kei n Nazi .

L ch meine, d rei Viertel al ler Leh rer waren in der Partei .

Dem verblei benden Viertel wol len wi r d ie J ugend anvertrauen . G uten Tag .

(sie sch reit)

(russisch ) M ir ist hei ß.

(sie sch reit)

(sie sch reit weiter)

(Seeband sagt leise russische Vokabel n auf)

(Soldat in der Ferne) U nd hlt!

(spricht Russisch )

(Frau sch reit wieder)

(spricht Russisch )

(Frau sch reit)

(span nende M usik)

(Frau sch reit)

(Seebnd ) Genosse?

(Fru wei nt)

(russisch ) Genosse!

-(russisch ) Was? - Die Wehen pausen bringen i h r kei ne Ru he.

Das Ki nd liegt falsch . Es ka n n n icht heraus.

(russisch ) Wie?

(russisch ) Rufen Sie den Dol metscher. Sofort.

(Gespräche auf Russisch )

(Frau sch reit)

(sie sch reit)

(spricht russisch )

Er ist misstrau isch . Er fragt, warum Sie helfen wollen .

L ch wi l l helfen , wei l ich es kn n .

(spricht russisch )

Du kn nst gehen .

(Fra u stöh nt)

(sie ächzt u nd stäöh nt)

(russisch ) E i ne Zigeu neri n sagte es m ir voraus. . . ich werde keine Ki nder bekommen .

Das ist Sch icksal ...

- Q uer, bitte . Legen S ie sie q uer. -(spricht russisch )

-(sie sch reit) - Welche Woche?

(Män ner sprechen russisch )

-(Dol metscher) 36. -(Seeband ) Bl utd ruck?

-(russisch ) -(Dolmetscher) 110 zu 70 .

(russisch ) Wie kon nte ich n u r g lau ben , dass ich doch Kinder ha ben kan n?

(sie stöh nt)

Sagen Sie i h r, ein Kind wi rd sie auf jeden Fal l haben .

U nd wen n sie mäöchte, danach noch viele meh r.

(spricht russisch )

- Das Ki nd liegt q uer. -(spricht russisch )

Wä h rend der Wehen ist d ie Gebärm utter zu hart, u m es zu d rehen .

L ch werde d ie Fruchtblase öffnen .

L n ei ner Wehen pa use d rehe ich dan n das Ki nd .

(spricht russisch )

l ch bi n M i litärdolmetscher.

(sprechen russisch )

(Dolmetscher) Machen Sie.

-(Seeband ) Handsch u he. -(Dol metscher ü bersetzt)

Den Wodk , bitte.

-(Schwester spricht russisch ) -(Seeband ) N icht berü h ren .

(ü bersetzt)

- Wi r machen es oh ne Narkose. -(Dol metscher ü bersetzt)

-(Seeband ) Da habe ich schon ei n Bein . -(Dol metscher ü bersetzt)

(Seeband ) Wrten wir uf d ie nächste Wehe.

(Dolmetscher bersetzt) ( F rau sch reit)

(Seeba nd ) l ch lege den Zeigefinger i n den M u nd des Ki ndes.

(Dolmetscher bersetzt)

(Seeba nd ) l ch lege das Kin n auf dem Brustkorb a b...

u nd ziehe so langem den Kopf herus.

(Ba by wei nt)

(Frau sch l uchzt)

(Seeband , a uf Russisch ) E i n J u nge, ei n gesu nder J u nge ...

(sie fl üstert auf Russisch )

(Dolmetscher) Alexnder M ichi lowitsch .

(russisch ) U nd eine gesu nde, prachtvolle M utter.

L ch g ratu l iere, Herr M jor.

(spricht russisch )

(Major, auf Russisch ) Wer ei n Leben rettet, rettet d ie ganze Welt.

Du hast meine Welt gerettet,

Herr Professor.

Dir wi rd n iemand ein Haar krümmen .

Du stehst jetzt u nter mei nem persön l ichen Sch utz.

Richten Sie f r den Professor das Gästezimmer her...

...u nd geben Sie ihm anstä nd ige Kleider.

(Frau spricht russisch )

(ru h ige, gefü h lvol le M usik)

(M usik wi rd i mmer ei nd ri ng l icher)

(M usik kl ingt aus)

Vater, d u musst d i r keine Sorgen meh r machen .

L ch hab's verstanden . l ch hab's verstanden .

- Was? Was hast d u verstanden? - Al les. Al les.

Wie a l les zusammen hängt. Dass al les zusammen hängt.

Al les.

Die Weltenformel .

L ch ...

l ch m uss m ich n ie wieder sorgen . l ch brauche n ie wieder Angst zu haben .

L ch bi n u n berü h rbar.

- Das ist schön . - Nei n , Vater, d u verstehst n icht.

Du m usst d ich auch n icht meh r sorgen . Wi rklich .

I ch m uss n icht mal meh r Kü nstler werden . l ch kan n jeden Beruf erg reifen .

U nd ich werde immer das Richtige, das Wah re finden .

Das freut m ich fü r d ich , wi rkl ich .

L ch m uss es festhalten .

L ch m uss es irgendwie festhalten .

L ch hab's verstanden .

L ch wei ß, n wen d u denkst.

Aber er ist anders.

(nachdenkliche M usik)

- G uten Morgen , Vater. - Guten M orgen , mei n J u nge.

Die Ausrichtu ng , Kol lege.

(M usi k verkl i ngt)

M achst d u das, um d ich besser zu f h len als wir?

- Was? - Das.

Frei hä nd ig d ie Formen zeich nen , wäh rend wi r u ns m it Schablonen abm hen .

Wi llst d u u ns vorfü h ren? Waru m machst d u das?

L ch mache es, weil ich es kan n .

(nachdenkliche M usik)

Wartest d u schon la nge?

Dn n mach's g ut. Bis morgen .

Du kan nst d ie Stifte auch m itnehmen , wen n d u sie wiederbri ngst.

L m Jan uar la ufen d ie Bewerbu ngen fü r d ie Ku nstakadem ie .

L ch bin zufrieden mit d ieser Arbeit.

Was soll das?

H ilft das dem Arbeiter?

G ibt das deinem Vater Kraft beim Treppen putzen?

Du wi l lst i hm doch helfen .

Hast ihm doch sogr d ie Stel le verschfft.

Hst viel Schei ße erlebt, ws?

Aber h i lft es d i r, darin zu schwelgen?

H i lft das, ei ne Welt a ufzu bauen , in der es dei nen Ki ndern besser geht?

Drum geht's im Komm u n ismus.

L ch werde dei ne Bewerbu ng u nterstützen .

Auf der Ku nstakadem ie si nd d ie M ädchen h bscher a ls h ier.

(sanfte Klavierm usik)

Also ht sie ihm gesch rieben ...

(Fah rrad kl ingel)

(Dozent) Kön nen Sie sehen ,

dass h ier jemand all sei ne E itelkeit beiseite gelassen hat

u nd sich i n den Dienst der Sache stellt, i n den Dienst am Volk?

Arbeitet an eu rer Haltu ng . Arbeitet a n eu rem Handwerk.

U nd d ie richtige Ku nst wi rd wie von sel bst d u rch euch entstehen .

Als warnendes Beispiel möchte ich l h nen Pablo Picasso nen nen ...

von dem es starke real istische Bi lder g i bt,

d ie ei ne echte Solidarität zu r Arbeiterklasse deutlich machen ...

der a ber doch seh r bald

i n ei nen dekadenten , obszönen Formalism us a bgerutscht ist.

Waru m?

Wei l er a ls Erneuerer gelten wol lte, u nd n icht als Trad itiona l ist.

L n novation , schöpferische U na bhäng ig keit, kü nstlerische Frei heit.

Worte, d ie fü r ei nen K nstler erst einmal verlockend kli ngen .

L ch , ich , ich .

Aber wi rkliche Frei heit kan n ei n moderner Kü nstler n u r da n n gewin nen ,

wen n er sich in den Dienst an den l nteressen des Vol kes stel lt.

Ds "l ch , ich , ich" fü h rt n u r zu m U ng lück.

Es fü h rt im besten Fal l zum Ausgehaltenwerden

d u rch dekadente, reiche Samm ler.

Ausbeuter der Arbeiter, d ie sich daran ergötzen ,

dass sie mit dem Volk n ichts gemeinsam haben ,

n icht ei n mal den Ku nstgesch mack.

Verfal l , Mystizismus, Pornog rfie.

Leere Formen , kü nstl iche Konstru ktionen .

Flecken , Li n ien , Kugel n , Kegel .

All das n u r, um als E rneuerer gelten zu wollen?

Ja , es ist neu .

Aber es ist auch falsch .

U nd es ist eitel u nd d umm , u ndemokratisch , dekadent.

Seien Sie anders, meine Herren . Seien Sie anders.

Der Hammer wa r vorh i n ei n bisschen höher.

Ja , stimmt, der wa r ei n ganzes Stück weiter oben .

Ja , noch ein bisschen .

-(sächsisch ) So h ier? - U nd d ie l inke Hand mittiger.

Ja , genau , u nd d ie rechte war viel weiter vorne.

- Noch etwas. - Ja , weiter.

Noch ein Stück.

- So? -(Student 1 ) Weiter, weiter.

Weiter. Richtig nach vorne.

Gena u . So kommt's h i n , ne?

- Ja , so kommt's h in . - So kommt's h i n .

Nee , der wr n icht so.

Lasst mal den Q uatsch .

Der war ei n bisschen weiter oben .

Nee . Doch weiter u nten .

Nee, der wr weiter oben .

Rauf.

Ru nter, rauf, ru nter, rauf,

ru nter, ruf.

Genosse Professor?

Genosse Professor, d ie J ugend h ier spielt total verrckt.

(M odel l ) l m merh i n trage ich h ier auch ei ne g roße Verantwortu ng .

Ja , sind wi r den n h ier im Ki ndergrten?

J , das si nd wir schei n br.

(M usik wi rd nchden klich )

(Pinsel klappern leise)

Hey, i n der M ode verschenkt ei ne West-Bleistifte.

(sa nfte M usik)

(Ku rt) E ntsch u ld ig u ng .

Entsch u ld ig u ng .

Entsch u ld ig u ng .

-(M an n 1 ) Dan ke. -( F rau ) Gern .

-(M an n 2) 2 B . Danke. -(Fra u ) Hallo , Ernst.

-(M an n 3) Tol l , dass d u das tei lst. -(Fra u ) Klar, gerne .

- Grü ß Lise von mi r. -(M a n n 4) M ach ich .

(Fra u ) M ich i .

Dan ke , El isabeth .

(Freu nd ) M ach d i r keine Hoffn u ngen . Die gehört m i r.

Sieh zu , dam it d u lernst, wie ma n's mcht.

2 B oder 4B?

- Na? - Äh ...

2 B , aber...

Viel l ieber hätte ich eine Verabred u ng m it d ir.

- Belassen wir es mal beim Bleistift. - Sicher?

(Elisbeth ) Sicher.

Du hei ßt El isabeth?

Wil lst d u auch ei nen?

Es ist jetzt ber n u r noch 4B da .

Danke.

Ei n Goldfasan wie d u verd ient kei ne gewöh n l iche B chse.

Goldfasan?

- Ja . - Das ka n n ich n icht auf mi r sitzen lassen .

Das sehe ich genuso.

Ei n S paziergng?

Du rch den Park?

Dam it ich meine Feh Iei nschätzu ng korrig ieren ka n n?

Du wol ltest d ich doch m it m i r u nterhalten .

Eigentl ich wol lte ich m it d i r spazieren gehen .

N g ut.

Dan n werde ich eben Konversation machen .

Sozial istischer Rea l ism us.

L st das dei ne Sache?

Wah rschein lich ebenso wie dei ne d ie M ode von Lotte U lbricht.

Waru m siehst d u mich immer so an?

Du eri n nerst mich an jemnden .

Wü rdest d u mich gerne mlen?

L ch wei ß n icht...

Wü rdest d u m i r gern einen Anzug sch neidern?

L ch m uss nach Ha use.

Drf ich d ich beg leiten?

N u r bis zu r Haustü r.

(ru h ige M usik)

(gedäm pfte Tanzm usik)

Du n immst Tanzu nterricht?

L ch woh ne h ier. Das Ha us gehört u ns.

So richtig widerlegt hast d u den Goldfasan jetzt n icht.

Wi r hatten n u r GI ück. Kein einziger Bom bentreffer.

Vor dem Krieg sah d ie ganze Str ße so us.

Auf Wiedersehen , Ku rt.

Auf Wiedersehen ...

El isabeth .

Kan n ich d ich i rgendwie a nders nen nen? Hast d u einen Spitznamen?

Eigentl ich nen nen m ich al le E l isbeth .

"Eigentlich" hei ßt, genau das Gegentei l stimmt.

N g ut.

Mei n Vater nen nt m ich El lie.

Auf Wiedersehen , El lie.

(Tanzm usik spielt weiter)

(leise) Elisa beth .

(Orchester setzt ei n )

(Tnzm usi k läuft im Rad io weiter)

(erstickter Sch rei ei ner Frau ) ( M usik endet)

(erneuter Sch rei)

(d üstere M usik)

(Ku rt tmet sch nel l)

(er tmet la ut)

(d üstere M usik kl i ngt aus)

(Dozent) Achte meh r auf den BI ick. U nd meh r Volumen , ja?

Du hättest d i r auch etwas länger frei neh men kön nen , Ku rt.

G ut.

(melanchol ische Klavierklänge)

(Freu nd ) Jetzt ist Sch l uss fü r heute.

Ah ja , g ut. Gute Ncht.

Bis morgen .

(Atel iertü r wi rd geöffnet u nd gesch lossen )

(nachden kl iche Geige setzt ei n )

(Ell ie) Ei n Goldfsan a ls Arbeiterin?

Du bist jetzt mei ne Semesterarbeit.

Ein Anzug . F ü r d ich .

(M usik wird m u nter)

Den ziehe ich n ie wieder aus.

(nachdenkliche M usik)

Du bist so schön . Das ist schon fast u n romantisch .

Es ist viel zu leicht, d ich zu l ieben .

Liebst d u m ich?

Liebst d u m ich?

Sonst geht ds bei m ir n icht.

Sonst geht das n icht.

L ch l iebe d ich .

Wi rklich?

Ja .

(M usik wird i ntensiver)

(sie keucht)

l ch l iebe d ich .

L ch l iebe d ich .

L ch l iebe d ich .

(M otorbru mmen )

Mei ne E ltern .

L ch dachte, d ie woh nen i n Chemn itz.

(El l ie) Tu n sie a uch .

(Autotü ren werden geöffnet u nd gesch lossen )

(angespan nte M usik)

(fl üsternd ) Mei n Vater.

(luter) Ws mchen wi r jetzt?

(er keucht)

(Sch ritte)

(M usik bricht ab)

(fernes H u ndebel len )

(d üsteres Dröh nen )

(G ril lenzi rpen , fernes H u ndebel len )

(leise , span nende M usik)

(Kncken )

(leises Keuchen )

(er keucht)

(Aufpra l I ) (er keucht)

(M usik bricht ab)

(span nende M usik spielt weiter)

-(M utter) U nd El isa beth? - Sch läft fest.

Hatte ei ne bren nende Kerze angelassen . Wan n wi rd sie end l ich erwachsen?

J , d ie J ugend .

(Freu nd ) U nter Freu nden erzäh lt man sich so was.

Wen n ich es doch sage. Es war bei der Gartenarbeit.

Aha , bei der Gartenrbeit.

Du hattest woh I einen richtig g r nen Daumen .

Aha , da kom mt sie, dei ne Grtenrbeit.

Auf, J u ngs.

-(Freu nd ) Wie läuft's bei euch im Garten? -(M ich i ) Bei m ir ist Dü rre.

Dan ke, dass d u f r mei nen Ruf dein Leben riskierst.

M ach bitte n ie wieder etwas so Wah nsi n n iges.

- Ha ben deine E ltern . . . - Die haben n ichts gemerkt.

Ga r n ichts.

Sie ziehen zu rück nach Dresden .

Mein Vater bekommt sei nen a lten Posten a ls Kl i n ikd irektor wieder.

Er m uss a ber noch ein Zimmer vermieten ,

wei l er sonst ins Visier der Woh n rau m-Len ku ngsbehörde kommt.

Er wi ll am M ontag ei n Sch i ld a ufhängen .

Hättest d u n icht vielleicht Lust...

das Sch i ld als Erster zu entdecken?

Ganz zufäl l ig?

Dass ich m ich dan n i n ei nen von i h nen ausgewäh lten M ieter verl iebe,

ds kön nen sie mi r j n icht verü bei n .

Dei ne M utter, äh m . . . Wi rd d ie n icht was ah nen?

Ach , Mamachen . So ein u nsch u ld iges Gemüt.

Um d ie m usst d u d i r keine Sorgen machen . Die kriegt n ichts m it.

Wirkl ich . Gar n ichts.

(Ku rt) M h m .

(gedäm pfte Tanzm usik)

Ja?

L ch melde mich auf das Sch ild . l st das Zi m mer noch zu verm ieten?

Wi r haben das Sch i ld vor ei ner Viertelstu nde a ufgehängt.

Hei ßt das Ja?

(Tanzm usik wi rd luter)

- Bitte. -(Tanzleh rer) Ku rz, lang .

- Fra u Seeba nd? -(M utter) Ja?

- Es g i bt ei nen l nteressenten . -(M utter) Das g i ng ja sch nell .

Ku rz, ku rz, hoch . Arme hoch .

Ku rz, ku rz, lng . Ku rz, ku rz, lng .

(Tanzleh rer) Kopf hoch . Ku rz, ku rz, lng .

Ku rz, ku rz, lng . Ku rz, ku rz, lng .

Ku rz, ku rz, hoch . Arme hoch .

Ba rnert, Ku rt.

- Was machst d u den n berufl ich? - Äh m , ich bi n Student.

Fü r M ode.

- M alerei . - M alerei?

(Seebnd ) Frau Hellthler!

Carl , h ier ist ein M ieter f r ei ns der Zimmer. Komm doch mal .

(Tanzleh rer) Ku rz, ku rz, lang .

Du hast ja Fazialis. Fazil is-Prese.

Prtielle Gesichtsläh mu ng .

Der heru nterhängende M u ndwinkel .

Hattest d u ei n mal ei nen U nfal l? Oder ei ne Borrel iose?

B ri ngen Sie das i ns B ü ro , dan n ka n n mei n M an n mit i h m sprechen .

Mei n M a n n ist Arzt aus Leidenschft,

da bekom mt man schon mal ei ne G ratis-Diag nose.

Du sol ltest das u ntersuchen lassen .

(M utter) Ku rt kommt mit den besten Empfeh l u ngen .

Er ist Student, N ichtrucher.

U nd wi r ha ben u ns auch schon ber d ie M iete verständ igt.

Es ist natü rl ich dei ne Entscheid u ng , ob er das Zimmer bekommt.

- Er wi l l Maler werden . -l ch bin M aler.

U nsere Fassade beg in nt abzu blättern . Vielleicht kön nen wi r da was verrech nen .

L ch bi n n icht d ie Art von Maler.

Was fü r ei ner bist d u den n?

- B i ldermaler' - Sozia l istischer Real ismus?

Gi bt's noch was anderes?

L ch hcffe n icht.

Du bekommst das Zimmer trotzdem .

- Dan ke, Herr Seeba nd . - Professor Seeba nd , bitte.

Schöner Anzug .

(romantische M usik) (er keucht)

(er keucht)

(er stöh nt)

-(sie stöh nt) -(Ku rt) Sch .

(sie keuchen leise)

-(F rau stöh nt) - Sch .

(angespan nte M usik)

Ws bist d u so spät noch auf?

L ch wa r noch . . . aus.

Alkohol?

Das kan n deiner Arbeit n icht gerade zuträg l ich sein .

Sieh , dass d u ins Bett kommst.

(Sch ritte entfernen sich )

(ngespan nte M usik spielt leise weiter)

Dieser Ku rt gefällt m i r n icht.

Wir m üssen zusehen , dass El lie m it i h m n icht zu freu nd l ich wi rd .

Waru m?

Damit sie ei ne g ute Partie machen ka n n , nat rlich .

So wie d u ei ne g ute Prtie gemcht hast.

(ferne Tanzm usi k) (Sch ritte nähern sich )

(Tanzleh rer) Verlä ngern . M eh r rausstrecken .

Professor Seeband , wegen gestern . . . l ch werde nat rlich n iemandem ...

Du hast ei n neues Sujet.

M ich .

F r d ie Di rektoren-Galerie.

U ngefäh r i n dem Stil .

Wir beg i n nen morgen , 16 U h r, i n mei nem B ro in der Kl i n ik, ja?

(Rad iosprecher) Da das Volk dee DDR die Einheit Deutschlands wünscht,

hat Ministeepräsident Geotewohl der Bonnee Regierung...

Der Professor kommt g leich . Neh men Sie Platz.

...Freier, gesamtdeutscher Wahlen gemacht.

Diese Voeschläge wurden von den Westmächten

und der Adenauer-Regierung

in Befolgung ihrer Kriegspolitik abgelehnt.

In weiterer Befolgung ihrer Kriegspolitik

haben die Bonner Regieeung und die westlichen Besatzungsmächte

-. . . an der Demarkationslinie. . . -(hel le G lockentöne)

...einen strengen Grenzdienst eingeführt, um sich von der DDR abzugrenzen

und dadurch die Spaltung Deutschlands...

(leise, d üstere M usik ü bertönt Rd io)

(T r geht auf) (Seeband ) Da n ke, mei ne Herren . G uten Tag .

-(Rad io) . . . abzugeenzen. . . - Ku rt.

L ch dachte m i r, d u stel lst deine Staffelei ...

h ier auf.

Das Fehlen eines entsprechenden Schutzes der DDR

wird von den Westmächten dazu ausgenutzt,

um in immer größerem Umfange

Spione, Teeeoristen und Schmuggler in unser Gebiet zu schleusen.

Diese haben nach Ausfüheung ihrer verbrecherischen A ufgabe

bislang leicht die Möglichkeit,

Ungehindeet über die Demaekationslinie nach Westdeutschand zurückzukehren.

Deshalb sehen wir uns gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen,

die die Verteidigung der friedlichen Interessen der Bevölkerung

der Deutschen Demokratischen Republik zum Ziel haben.

Mit diesen Maßnahmen wurde das Ministerium für Staatssicherheit betraut.

(leise, nervöse M usik)

(hel le Glockentöne)

So hatte ich mi r das vorgestellt. Seh r g ut.

Morgen 16 U h r mchen wi r weiter.

Zwei S itzu ngen sol lten reichen , j?

(Tü r wi rd geöffnet u nd gesch lossen )

(El lie) Warum schaust d u d ir d iese alten Fotos schon wieder an?

Waru m hat sel bst das d mmste Amateu rfoto meh r Wi rklich keit als mei n B i ld?

- Pa pa gefä l lt es. - Ja , das ist es ja g rade.

Fast n iemand mg ein Foto von sich .

Aber jeder soll ein Gemä lde mögen .

Da muss doch das Foto wah rer sei n .

Wieso ist den n dei n Vater eigentl ich nach Chemn itz gegangen?

Der wa r doch vorher schon Di rektcr h ier.

- Hm? - Er wi l l n icht, dass wir davon reden .

E r hat damals d ie F rauen von Göri ng u nd Goebbels behandelt.

N , wei l er hlt der beste F ruenrzt ist.

Sie si nd 200 Ki lometer aus Berli n angereist.

Als ob da n iema nd ei nen Zel labstrich beherrscht.

Das m uss man sich ma l vorstel len .

U nd sie haben i h n dan n zum Eh ren mitg lied der SS gemacht.

Das kon nte er n icht a bleh nen .

Aber nach dem Krieg wa r es den Russen schwer zu vermittel n ,

dass er sonst n ichts m it den Nazis zu tu n hatte.

Die haben a l le Arch ive d u rch kämmt, aber n ichts gegen i h n gefu nden .

Der P rofessor hat m ich heute einen Kü nstler "Typ Wil li Sitte" genan nt.

Das ist doch g ut. Der ist doch erfolg reich .

"Typ Wi ll i S itte"?

L ch g la u b , ich muss h ier rus.

Wo raus?

Das mei nst d u doch n icht ernst.

Es läuft doch l les so g ut fü r u ns.

L ch kön nte M amachen n icht im Stich lassen .

Ku rt! Deine Di plomarbeit hat d ie Delegation ü berzeugt.

Sie haben d ich ausgewäh lt, das Wa ndfresko f r das neue Gesch ichtsmuseu m zu malen .

Thema : Ein heit der Arbeiterklasse.

Den Auftrag hätte auch mancher Professor gerne gehabt.

- Wandmalerei? - Ja .

L ch bi n kein Wand maler.

Ku rt, wi r beide wissen , dass d u das kan nst.

Nee , tut m i r leid , das ist n ichts fü r m ich .

Das ist rei ne Dekoration .

Du hättest auf ei nen Sch lag Arbeit. Sogar Geld .

Das bi n ich n icht.

L ch , ich , ich .

(leise, ätherische M usik)

Nein , n icht bewegen . Bitte.

So ka n n ich m ir vorstellen , dass wi r ei n Körper sind .

L ch bin schwanger.

Dn n gehörst d u jetzt ga nz m ir.

Ganz zu m ir, mei ne ich .

Wi r m üssen es ih nen sagen , Ell ie.

Viel leicht erst mal , dass wi r berhau pt zusammen si nd .

Den Schock i n kleine Sch läge uftei len .

L ch g lau be , dei ne M utter ah nt schon ws.

Es ist n icht M ma , d ie m ir Sorgen macht.

Ppa wi rd a us l len Wol ken fallen .

Fü r ih n werde ich immer zwölf Jah re alt sein .

(U h r tickt leise)

(er sch rei bt)

l ch g la u be, Ell ie ist schwanger.

Was?

I h re Handtem peratu r ist seit Wochen leicht erhöht,

aber kei ne Erkältu ngssym ptome.

Sie war wä h rend des Abendessens gestern zweimal austreten ,

hat beim Frü hstck ih ren Haferbrei n icht anger h rt

u nd sich a n der Stu h I leh ne festgehalten , a ls sie aufgestanden ist.

Dritter M ont, wü rde ich sagen .

Viel leicht soga r vierter.

Oh Gott, d ie ist doch sel bst noch ei n Ki nd .

L h r Alter ist n icht das Problem , sondern der M an n .

Aber wer den n?

Leptosome, Mela nchol iker.

Soh n ei nes M an nes, der sich u m bringt, wei l er ei n paa r Treppen putzen musste.

Mein Vater hätte so etwas "Hegea bsch uss" genan nt.

Das ist n icht d ie Erbmasse, d ie ich u nseren Nach kom men wü nsche.

Wir m üssen es u nterbi nden .

U nd wie?

Nach 30 Jah ren in der Gynäkolog ie wei ß ich :

Ei n Abort hat noch fast jeder Liebelei ein Ende setzen kön nen .

(sanfte , nachdenkliche M usik)

(T r wi rd geöffnet)

(Ku rt) Nein , ich ken ne ih n auch n icht. Was ist den n der U ntersch ied?

Der Psychotiker g lau bt, dass zwei pl us zwei fü nf sind .

Wäh rend der Neu rotiker schon wei ß, dass es vier erg i bt,

n u r besorgt es i h n hlt.

(Ell ie u nd Ku rt lchen )

Es g ibt etwas, ds wi r euch sagen möchten .

Ü ber eu re Akadem ie? Das interessiert m ich i m mer seh r.

Nei n . O bwoh l . . . Auch ber d ie Akadem ie.

Ku rt wu rde näm l ich mit dem Wandgemälde im Gesch ichtsmuseum beauftragt.

Also doch Wä nde.

Es ist ei n Fresko zu m Thema Ei n heit der Arbeiterklasse.

Ja , u nd a propos Ei n heit...

(Seeberg ) Was g ibt es, Ki nd?

L ch hoffe , n ichts U nangeneh mes.

Schone meine Nerven .

(El l ie) Wi r...

Wi r si nd . . . zusammen .

Du arbeitest auch an dem Fresko?

Wi r si nd ein Paar. Schon seit ei n iger Zeit.

Ein Paar Studenten?

Ei n Liebespar.

- U nd es g i bt noch etwas. . . - Das si nd ja g roße Neu ig ketten .

J , aber es g i bt noch etwas, das wir...

(Seeberg ) Mein Gott, das m uss ich erst mal verdauen .

(er h ustet u nd keucht)

Das kommt jetzt wi rklich seh r u nverm ittelt.

Bitte. Bringen S ie dem Herrn Professor Wasser?

Dan ke schön . Dan ke.

(leise, d issonnte M usik setzt ein )

( E l l ie) Wei ßt d u , wie ich a n den Stoff kommen kön nte?

L ch bi n froh , dass i h r es u ns gesgt habt.

U nd frü h gesagt habt.

Es g ibt näm l ich etwas ü ber Ell ie, was d u wissen m usst.

Wi r wollten E l l ie n icht u n nötig damit beu n ru h igen ,

deshal b haben wi r i h r es n ie so richtig dargelegt, aber...

El l ie hatte als Klei n ki nd ei ne schwere E ntz nd u ng i m Becken raum ,

d ie zu Narbengewebe i n den E ileitern

u nd dam it zu erhebl ichem Zi l ien-Schaden gef h rt hat.

Zi l ien?

Die F l immerhä rchen der E i leiter-Sch leim haut,

d ie d ie befruchtete Eizel le zu r Gebärm utter transportieren .

Wir suchen zu rzeit i ntensiv nach ei ner M ög l ich keit,

das operativ zu beheben .

Wen n sie aber...

vorher schwnger wü rde...

wä re d ie Cha nce einer Extrauteri ng ravid ität,

ei ner ektopen Schwa ngerschft,

ei ner Ei leiter-Schwngerschaft, seh r hoch .

Die wiederum kn nte zu starken i n neren Bl utu ngen f h ren .

L ch m uss d ich also wa rnen .

Aus anderen Gr nden , a ls sonst Väter von Töchtern ei nen j u ngen M a n n warnen ,

m it i h r n icht intim zu werden , bis wir d iesen Umstand beheben kon nten .

Eine Schwangerschaft zu m jetzigen Zeitpu n kt

kön nte fü r El l ie lebensbed roh l ich werden .

(d üstere M usik)

Du hast m ich verstanden? Lebensbed roh l ich .

U nd wen n sie schon schwa nger wäre?

Dan n m üsste ich sie sofort u ntersuchen .

(M usik wi rd d isha rmon isch )

(T r wi rd geöffnet)

(Seeberg ) l ch m uss sofort ha ndel n .

Die Schwangerschaft ist weiter fortgesch ritten a ls bef rchtet.

Es ist bereits der d ritte Mcnat.

Eine Abtrei bu ng?

Wen n ich den Fötus n icht sofort entferne, berlebt sie d ie Schwangerschaft n icht.

H ier?

Wir haben einen Ruf zu wah ren .

L st es wi rkl ich der einzige Weg? Wi rklich?

Zweifelst d u meine Fach ken ntn isse an?

W rde ich m ir so etwas zum uten , u nd meiner Tochter,

wen n es n icht sei n m üsste?

(M usi k wi rd d üster)

(Tü r geht zu u nd wi rd bgesch lossen )

(meta l l isches Kl im pern )

(d üstere M usik spielt weiter)

(d üstere M usik verkli ngt lngsam )

Er hat sich eine SS-U n iform sch neidern lassen .

Er hat stu nden lang darin posieren ge bt. Vor dem Spiegel .

Bis er wusste, wie er gut darin aussieht.

Es war ihm egal, dass ich ihn sehe.

(fl üsternd ) Ich war klein.

(leise, d üstere M usik)

Auf der Mütze war ein Totenkopf.

Aus Silber.

Ein Totenkopf.

Ein Arzt soll doch heilen.

Er sol l doch hei len .

Werde ich i h m immer usgel iefert sei n?

(sch ri l les Pfeifen )

Ei n beg nadeter Arzt, ei n H u mn ist,

ei n M itgesta lter u nserer sozialistischen Repu blik,

ku rzu m ei n Vorbi ld f r al le M itg l ieder sei ner Zu nft,

den ich deshal b an d iesem 11 . Dezem ber, am Tag des Gesu nd heitswesens der DDR,

m it der Robert-Koch-M edai l le u nd dem Titel "Verd ienter Arzt des Volkes"

auszeich nen darf.

(luter Applaus)

Dan ke, Genosse M i n ister, f r d ie freu nd l ichen Worte,

d ie ich kei neswegs verd iene.

Als Arzt u nd M itg I ied der Gesel lschaft tue ich led ig l ich meine Pflicht.

L ch bin ei n Rad im g ro ßen Getriebe der sozial istischen Weltbeweg u ng .

Ganz wie der Maler d ieses ebenfalls viel zu sch meichel haften Porträts von mi r

n u r ei n kleines Rd ist,

im Sti le u n u nterscheid bar von den anderen M alern h ier.

Wie al le n u r kleine Räder eines g ro ßen Appa rates sind ,

der m ith i lfe der Sowjetu n ion auf ein g roßes, gemei nsames Ziel zusteuert.

Den Komm u n ism us.

Danke.

(Gespräche auf Russisch )

(sprechen russisch )

(spricht russisch )

Was wollte der?

L ch sol l morgen i n d ie KG B-Zentrale kommen .

Meh r hat er n icht gesgt.

(leises, d üsteres Dröh nen )

Der Plan ist woh l n icht a ufgegangen . Die si nd sich näher als zuvor.

Ged u ld , M artha .

N u r Ged u ld .

(Gespräche auf Russisch )

(Telefonkli ngeln )

(russisch ) General M u rayov, Professor Seeba nd .

(russisch ) Du kn nst gehen .

(Tü r wi rd gesch lossen )

Carl .

Carl .

Wrte, ich m uss d i r etws zeigen .

Komm , setz d ich . (er g ießt etwas ei n )

Carl , ich werde versetzt.

Zu rück nach Moskau ' l ch werde d ich n icht meh r sch ützen kön nen .

Alle a nderen sind gefsst.

Die Suche nch Bu rg hard Krol l u nd dem ...

"ärztlichen Koord i nator der Reg ion Dresden bei der Du rchf h ru ng der Euthanasie"

ist auf dem Ppier noch offen .

L ch ka n n n icht gara ntieren ,

dass mein Nachfolger n icht m it neuen Befrag u ngen

von Ärzten u nd Kran kenschwestern beg in nt.

Du musst d ie DDR auch verlassen u nd n ie wiederkommen .

Stelle ei nen Ausreise-Antrag f r d ich u nd dei ne F rau .

Er wi rd geneh migt werden .

Die Wa h rheit werden sie im Westen n icht verm uten .

U nsere Seite hoffentlich a uch n icht.

(leise, d üstere M usik)

Carl .

Du kan nst m i r n icht etwas zu Krol l sgen?

Wo er ist?

Wer sonst noch bei eu ren Treffen dabei war?

Du wü rdest mi r seh r helfen .

L ch habe d iesen Mn n n ie getroffen .

L ch wei ß n ichts von ihm .

Wir werden u ns n icht wiedersehen , mei n Freu nd .

L ch hoffe , mei ne Sch u ld ist dam it bezah lt.

(d üstere M usik verkl i ngt)

(russisch ) Du kn nst gehen .

(Löffel wi rd an G las geklopft)

Liebe E l l ie, lieber Ku rt.

Jetzt bist d u also seit zwei Stu nden mei n Schwiegersoh n .

L ch lasse mei ne Tochter i n dei ner Obh ut,

wen n wi r Ende des M onats d ie D DR verlassen .

N u r ei ne Sache mchte ich d i r f r dei n Leben auf den Weg geben .

Es gen ügt n icht, g ut zu sei n .

L ch habe es erlebt, wie M än ner, d ie n u r g ut waren ,

bergangen , enteig net, soga r a usgemerzt wu rden .

Wen n d u Sicherheit i n dei nem Leben ha ben wi llst,

gnz g leich , ws d u mchst,

m usst d u der Beste sei n .

N icht ei ner der Besten .

Der Beste.

Auf d ie Eheleute.

- Prost. -(Ma rtha) Zum Woh l .

Prosit.

"U nd so bi n ich jetzt i n Olden bu rg u ntergekommen ,

i n der Sa nderbusch-Kli n ik, m it der Aussicht,

nach Erkners Pension ieru ng i n zwei Jah ren d ie Leitu ng zu berneh men .

Pss uf d ich uf, dei n Papa . "

Da ist er mal wieder auf d ie F ü ße gefallen , wie es schei nt.

(Tanzm usi k im H i nterg ru nd )

(Pi nselstriche)

(Pi nsel wird abgeklopft)

Die haben meh r auf den ei ngeprgelt. Einfach immer d rauf, immer d rauf.

(Gespräch geht u nverständ l ich weiter)

Wie viel w rdest d u m ir f r den Wartbu rg zah len?

Bist d u noch ganz bei Trost?

Wei ßt d u , wie lange ein Normalsterbl icher a uf so ein Auto wartet?

L ch hab kei ne Freude meh r daran .

300 Ma rk?

Ku rt, im Westen , da malen d ie n icht ma l meh r.

D g i lt M alen i nzwischen als bou rgeois.

Bou rgeois hei ßt fü r d ie doch g ut, dachte ich .

Ach , ws wei ß ich .

Natü rl ich wol len wi r alle h ier d ich loswerden , aber...

Du hast h ier ei n Leben .

Du hast Geld . Du wi rst g rade berü hmt.

L ch mei ne, ich kriege M ädchen i ns Bett, wei l ich dein Assistent bi n .

Du kan nst m it den Apparatsch iks u mgehen wie kein anderer.

Du wi rst nächstes Jah r 30. So j u ng ist das auch n icht meh r.

Du bist...

Waru m?

- Wei l es u m al l das n icht geht. - Woru m geht es den n dan n?

Um d ie Wa h rheit.

U nd wer sgt, was wh r ist?

- I ch , ich , ich . -(Freu nd lacht)

-260? -l n Ord n u ng .

- Brauchst d u Lei nwände? - Hast d u den n welche?

So viele wie Bi lder. l m Atel ier.

Was?

Ü bermale sie, bitte ' Al le. l ch wi l l sie n icht meh r sehen .

G lau b m i r, es stimmt al les n icht, was ich da gema lt habe.

(Sch ritte nähern sich )

-( Dozent) . . . Real ism us. -(Man n ) Besuch aus der Norma n nenstraße.

U nd d ie Wand bi lder? Die kan nst d u n icht zerstören .

...als u na ufhaltsame Lokomotive darzustellen .

(Frau ) Genossen Sch rei ber u nd Komrek...

Das werden andere fü r mich ü berneh men .

(Komarek) Wi r waren von Anfang an dabei . Wi r bezeugen al len tadellose Gesi n n u ng .

(leise, a ngespn nte M usik)

(H u pen )

(Pol izist) Hlt! Stehen bleiben !

- Was ha ben Sie da i m Koffer? - Dinge, d ie meinem Schwager gehören .

(Du rchsage) Eingefaheener Zug fährt Richtung Zoologischer Garten.

Bitte zurückbleiben.

(ngespan nte M usik spielt weiter)

- Die machen es ei nem fast zu leicht. - N icht meh r lange .

(Du rchsage) Nächstee Halt: Zoologischer Garten.

(M usik endet)

- I h re Namen? - Barnert, Ku rt.

F l len S ie das bitte aus.

L h re Betten si nd dort. l ch komme zu l h nen .

Frau M ü l ler? Fra u M ü l ler!

(sanfte , nachdenkliche M usik)

- Da n ke schön . - G uten Tag .

-( M an n ) Bitte. -(Ku rt) Danke schön .

- Bitte . - Dan ke.

(M usi k spielt weiter)

(Ku rt) Lieber Professor.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, bin ich im Westen.

Ich konnte nicht vorher mit Ihnen sprechen,

weil Sie sich sonst mit strafbar gemacht hätten.

Sie waren immer sehr gut zu mir.

Deshalb werden Sie mir vielleicht sogar glauben,

dass ich diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen habe.

(sanfte, nachden kl iche M usi k spielt weiter)

(er sch l uckt schwer)

(es klopft)

(Mler) M h m?

Hallo, ich bi n der Ku rt.

- Sol l ich später wiederkommen? - Nee, komm rei n .

Kla us, stil l , h m?

Sonst versaust d u dei nem Vati das Gebu rtstagsgeschen k fü r d ie M utti .

(merikan ische Rockm usi k i m Rad io)

(Song : "Papa-Oom-Mow-Mow" von den Rivi ngtons)

- Wie alt bist d u noch mal? -29 .

- L ch werde 30 . - Du siehst j nger aus.

Hm , M ü nchen ist schon ei ne g ute l dee. Da haben d ie Leute Geld .

Da bra uchen sie ständ ig Porträts u nd Landschaften .

L n Ham bu rg a ber auch . Das ist. . . Na j .

Wovon ich abrten wü rde , ist Düsseldorf.

-(Ku rt) Dsseldorf? - M hm .

N u r moderne Ku nst. Wei ßt d u , so Avantgarde.

War man n icht an der Akademie, hat man da eh keine Cha nce.

Das ist ei n bisschen wie ei ne M afia . M ü nchen ist g ut.

Ham bu rg ist g ut.

U nd Berl i n ist so m ittel .

Na ja , siehst d u j sel ber.

Kla us, sti ll .

(Frau ) "Salon des refusés".

- Guten Tag . l ch bi n der Ku rt. Barnert. -( Portier) M h m .

L ch hatte a ngerufen . Wegen ei ner Fü h ru ng .

-(Frau 1 ) Dam it beschäftigte ich m ich n ie. -(Fra u 2) N immst d u i h n zu rück?

(Frau 3) Ds ist doch kei ne Galerie.

Der hat i h m in der Vorlesu ng d ie Nase bl utig gesch lagen .

Der hat den H itler-G ru ß gezeigt u nd dan n beha u ptet, das wäre P rovokation .

(Frau 4) Gesch mcklos.

-9000 M ark gezah lt fü r etwas Erde. - Nei n !

(M an n ) Du bist doch u nter 26, oder?

Gut, u nd ws wi llst d u machen?

Aktion? l nstalltion? Sku l ptu r?

- Malerei eigentlich . -(im itiert Sächsisch ) Malerei?

N ichts fü r u ng ut, ich bi n auch aus dem Osten . Mecklen bu rg .

- Harry, Harry Preusser. - Ku rt.

Also, malen tut h ier wirkl ich kei ner meh r.

Die Leute wol len was Neues. Ei ne l dee.

(fröh l iche Sou l m usik)

(Song : "Boys" von den Sh i relles)

-( Ku rt) Eine l dee? -(Harry) Ja , aber n icht so was.

Ws Neues. Oder zu mi ndest neu verpckt.

So wie Yves KIei n , der sagt: "l ch beanspruche U ltramarin f r m ich .

L ch patentiere es sogr.

Das hei ßt jetzt Yves-Klei n-Blau . N u r dari n d rcke ich m ich aus.

L ch bemale d ie nackten Brüste ei ner schönen Frau damit.

U nd sie sch miert sie a uf d ie Brste ei ner anderen schönen Frau .

L ch bema le Schwämme dam it u nd klebe sie damit auf Lei nwände. "

(Fra u stöh nt)

(lautes Rei ßen )

Bringt n ichts, wen n jemand d ie l dee schon vorher hatte.

Lucio Fontana sch litzt Lei nwände seit sechs Jah ren .

Aber Katrin hat schöne feste Brüste, u nd so lassen wir sie.

(Kamera kl ickt)

(M an n ) Lenken wir u nseren Fokus weg vom Augensehei n l ichen ,

h i n a uf ds Fadenschei n ige.

Lassen wi r ds H i nterg rü nd ige vorne stehen .

Das ist Ad rian Sch immel .

Der Name sagt's schon .

Er hei ßt eigentl ich Ad ria n Fi nck, Soh n vom M an nesman n-Vorstand .

E i n Sch nösel . U nd reden ka n n er, das ist a uch klar.

Aber ob d ie Tapeten-l dee gen ug ist?

Anders gefragt: Was sagt l h nen d ie gesamte Kom position?

J , ich fi nde das h ü bsch .

Na ja , a ber das ist natü rlich sozusagen doch ei ne Tapete.

- Entsch u ld ig u ng . - Ja .

Ja .

Aber Sie sehen : n u r schein bar.

Das ist es, was wir K nstler suchen .

Das, was sich h inter dem Dekorativen versteckt.

Schauen Sie: d ie Leere , ausged rckt d u rch das Wei ß,

das ich zwischen d ie Scha blonen setzte.

Die Banal ität, d u rch das wiederkeh rende M uster verkörpert.

U nd d ie sin n lose G rel lheit d u rch d ie Neonfarben .

Ds ist es, ws Sie hergefü h rt hat.

Sie haben ei n tiefes kü nstlerisches Gesp r.

Sonst wären Sie n icht h ier gela ndet. l h re Freu nde sehen ei ne h ü bsche Tapete.

Sie sehen d ie Ebene dah inter.

Schön .

U nd ...

kan n man so was ka ufen?

M an kan n . Das ist das G roßartige an der Ku nst.

Der Teufel schei ßt immer a uf den . . . Na , ken nst d u ja .

Aber so sol lte kei n Kü nstler ber sei n Werk sprechen m ssen .

Er wil l sei ner erfolg reichen Fam il ie beweisen ,

dass er oh ne sie erfolg reich sei n kn n .

F r d ie zäh lt n u r Koh le.

I ch wi ll mei ner erfolg losen Fam i l ie beweisen ,

dss ich trotzdem erfolg reich sei n kn n .

Da zä h lt auch n u r Koh le. Al les schei ße m it den Fam il ien .

Ma n da rf aber maxima l 26 sein , wen n ma n d ie Idee hat, sonst wi rd's n ix.

-(Ku rt) Wa ru m? - Den k mal nach .

P icasso war 26 bei den "Demoiselles d'Avig non".

Ducham p war 25 , als er "Akt, ei ne Treppe herabsteigend" malte.

U nd M ichelngelo wr 24 bei der Pietà .

-(J u nge) Wiedersehen . - Wiedersehen .

- Wie nen nst d u das? -(M an n ) "Kartoffel-Pendel...

- Kei ne Pu nkte meh r? -l m Moment i nteressieren m ich Ka rtoffel n .

Das ist Ku rt, kommt auch aus dem Osten . Wi l l h ier stud ieren .

Ah , da n n m usstest d u d i r sicher schon Harrys Rede ber die l dee a n hören .

Du g lu bst es n icht?

L ch i nteressiere m ich meh r...

f r Kartoffel n .

Komm , bevor d u korru m piert wi rst.

Arendt lvo . Was der wi ll , wei ß kein Mensch .

Er hat frü her al les

i n so g ro ße, g leichfarbige Pu n kte auf Platten aufgelöst.

Hätte eine echte I dee sei n kön nen . U nd jetzt das.

U nd i n zwei M onaten macht der ganz was anderes.

U nser Professor.

Anton ius van Verten , von i h m habt i h r woh l a uch i n Sachsen gehört.

Ein Orig i nal .

Er bevorzugt "Mythos".

Er trägt i mmer d iesen H ut.

Ei n mal verf h rte i h n eine scharfe Studentin ,

n u r u m i h n oh ne H ut zu sehen .

Er hat i h n a uch im Bett a ufbehalten .

Er arbeitet n u r mit F i lz u nd Fett. U nd warum?

Das blei bt sei n mysteriöses Geheim n is.

Wir m üssen zu all seinen Vorlesu ngen , aber er sieht sich n ie was von u ns an .

Er sagt, man kan n n u r selbst wissen , ob man es richtig macht.

L ch g lau be, wir sind ihm einfach egl .

Na ja , er u ns a uch .

Ob d u a ufgenom men wi rst, ein Atel ier bekom mst...

Alles d ie E ntscheid u ng d ieses Spin ners.

Na , komm schon . So interessant ist es auch wieder n icht.

Du hast kei n Portfol io eingereicht.

L ch ha be n ichts m itneh men kön nen .

U nd was hast d u bisher gemacht?

Gemalt.

- L n der D DR? - Ja .

Sozial istischer Rea l ism us.

(van Verten ) Jetzt ha ben d ie also tatsäch l ich ei ne M auer gebaut.

Hast d u das kommen fü h len?

"N iemand hat d ie Absicht" hei ßt meistens, genau das Gegentei l stimmt.

Aber i rgendwie ist das auch schon wieder Ku nst, d iese Mauer.

Ei n landschaftl iches Ku nstwerk.

Die handwerkl iche Ausf h ru ng ist u n i nteressant.

H u nderttausende haben Schwierigkeiten dam it.

Konseq uenter deutscher l rrsin n .

Ws magst d u den n so i n Schen Ku nst?

Du redest n icht gern von d i r, ws?

Aber dei ne Augen verraten mi r, dass d u meh r gesehen hast als wir al le.

(nachdenkliche M usik)

Die einzigen beiden Bed ing u ngen f r d ich wie fü r alle anderen si nd ,

dass d u erstens zu den Vorlesu ngen kommst

u nd zweitens n ie verla ngst,

dass ich m i r i rgendwas ansehe von dem , was d u machst.

Ei nverstanden?

Ob es was taugt oder n icht, das wei ßt sowieso n u r d u selbst.

(Tü r wi rd aufgesch lossen )

(Ku rt) H m .

Ei n Sch ritt vorwärts, zwei Sch ritte zu rück.

(Ell ie) Ach , komm .

Sag n icht, dass d u h ier n icht al les machen kan nst, was d u wil lst.

J , wen n ich jetzt n u r wüsste, ws es ist.

S PD?

C DU?

- Wen werdet i h r wäh len? -( M a n n 1 ) C DU !

-(M an n 2) F D P ! -(M an n 3) Friedens-U n ion !

(M an n 4) Das si nd Verbrecher.

-(Man n 5) Als ob d ie besser wären ! -(Frau ) SP D !

(van Verten ) Wäh lt gr n icht.

Wäh lt n ie wieder ei ne Partei .

Wä h lt d ie Ku nst.

Es ist ei n Entweder-Oder.

N u r i n der Ku nst ist d ie Frei heit kei ne l l l usion .

N u r der Kü nstler kan n den M enschen nach d ieser Katastrophe

das Gespü r fü r i h re Frei heit zu rückgeben .

Jeder Mensch , ob er n u n bei der M ü l la bfu h r ist

oder Lndwirt ist,

hat d ie Cha nce, ei n K nstler zu sei n .

Wen n er seine eigenen su bjektiven Fä h ig ketten

oh ne Vorgben entfltet.

Wen n i h r n icht frei seid ,

vol lkommen frei ,

wird es n iemand sei n .

L ndem i h r euch frei mcht,

macht i h r d ie Welt frei .

L h r seid Priester.

L h r seid Revol utionäre.

L h r seid Befreier.

Bringt eu re Brandopfer.

(erstau ntes Rau nen u nd Keuchen )

(Applaus)

(mu ntere Popjazz-M usik)

(Song : "The ' I n' Crowd" von The Ramsey Lewis Trio)

Sag bloß, d u bist u nter d ie Sch l itzer gegangen .

Das ist schon fast eine Idee.

Du lernst sch nel l .

(mu ntere M usik spielt weiter)

(fernes Hämmern )

(l lgemei nes lutes Rattern )

(d stere Klänge)

(sie sch n ieft) l ch hbe es verloren .

(sie sch n ieft)

(sie sch n ieft)

l ch wa r beim Arzt.

L ch werde kei ne Kinder ha ben kön nen .

U nd wei ßt d u , was er gesgt hat?

Es wa r d ie Abtrei bu ng .

Kei n Zi l ien-Schaden .

Der Halte-Appart ist beschäd igt worden .

Zervix-l nsuffizienz.

Wi r werden n ie ber den d ritten Monat kommen .

Wei l ...

Wei l er sie so rein halten wollte...

ht er sei ne eigene Bl utli n ie a usgelöscht.

Wir werden keine Ki nder kriegen , Ku rt.

(sie wei nt)

Dei ne B i lder.

Deine Bi lder werden u nsere Ki nder sei n , ja?

G ut.

(sie sch n ieft)

(sie sch luchzt leise)

(u nverständ l ich )

Ja ...

Wir haben letztes Mal ber d ie Erweiteru ng ...

Äh ...

Nei n . Nei n , nein .

Äh ...

Ha bt i h r euch a l le mit Leh m bruck beschäftigt?

Das sieht ma n besser m it dem E piskop.

Ja , Lehm bruck.

E r sagt:

"Jedes Ku nstwerk muss etwas von den ersten Tagen der Mensch heit haben . "

So ...

als wäre es g rade eben noch göttl ich gewesen .

Als krieche es jetzt...

us der U rmsse heraus, aus der Ri ppe.

Nei n .

Nein , nei n , anders, äh ...

Hat i rgendjemand von euch d iese Woche ei ne E rken ntn is geha bt?

Ei ne Ei nsicht...

d ie er m it u ns teilen möchte?

- Lottoza h len . -(Gelächter)

Nee, wi rkl ich . Die Lottozh len .

Wen n ich I h nen jetzt sechs zufä l l ige Zah len nen ne...

5, 7 , 23 , 29, 44 , 11 ...

...dan n ist das dcof.

Aber wen n ich d ie Gewi n nzah Ien der Lottozieh u ng vorlese...

Drf ich ml , bitte?

"2 , 17 , 19 ,

25 , 45, 48".

Ja , da n n haben d ie i rgendwie was Wa h res, Zwingendes, ähm ...

ja , fast Schönes.

(Gelächter)

Ja .

Das war mei ne...

mei ne Einsicht.

L h r kön nt nach Hause gehen . l ch habe heute n ichts fü r euch .

Ku rt, kommst d u bitte ei n ma l her?

Ja?

L ch möchte dei ne Ku nst sehen .

Wan n?

Wan n i m mer es d i r recht ist. Wen n es d ir recht ist.

Sag m i r ei nfch Bescheid .

(Hämmern )

Was ü berlegst d u ü berhu pt?

Mag er deine Arbeit, kriegst d u eine Ga lerie.

- Dan n kriegt dei ne Freu nd i n ei n Auto . -l ch bin verhei ratet.

Dan n kriegen dei ne F rau u nd dei ne Freu nd i n ei n Auto.

L ch wei ß ei nfach n icht, ob das g ut gen ug ist, was ich da mache.

L rgendwie ist es das n icht.

Das ist doch eh alles su bjektiv. Wäre es n icht su bjektiv, wä re es Ha ndwerk.

Es geht auch um Gl ück, verstehst d u?

U nd dass er sich f r dei n Zeug interessiert,

waru m uch immer, ist dei n G lück.

Der wil l ja auch n icht u n recht behalten .

E r wil l g rade was Gen ia les an deiner Arbeit sehen .

Steh d ir n icht selbst im Weg .

Die si nd g ut, d ie Arbeiten . Wi rklich .

Die si nd g ut.

(Gehstock klackt)

(Gehstock klackt)

l m Krieg wa r ich Fu n ker bei der Luftwffe.

L ch war ei n m iserabler Fu n ker.

U nd mei n P i lot war ei n m isera bler Pi lot. Vier Wochen Ausbi ld u ng halt.

Gleich bei u nserem zweiten Ei nsatz wu rden wi r a bgeschossen , ü ber der Krim .

Der Pilot war sofort tot.

(ferner Abstu rz)

(leise , d issonnte Klänge)

(sch nel les Atmen )

Ich wurde von nomadischen Tataren aus dem Wrack geborgen.

Mit Verbrennungen, an denen ich eigentlich hätte sterben müssen.

Die Bauern,

genau d ie Ba uern , d ie ich hätte bombard ieren sol len ,

zogen m ich us dem Wrack...

u nd pflegten mich m it dem , was sie hatten .

(ferner Gesa ng )

Sie rieben mei ne Wu nden m it Fett ei n ...

u nd wickelten mich in Fi lzdecken .

(sie si ngt auf Krim-Ttrisch )

(van Verten ) Ich blieb ein Jahr bei ihnen.

Danach ergab ich mich in amerikanische Gefangenschaft.

Wen n ich m ich frage, was ich wi rklich wei ß,

ws ich wi rkl ich im Leben em pfu nden habe,

ws ich beha u pten kn n , oh ne zu l ügen ...

dan n ist es das Fett auf mei ner Haut.

Die Heimat des Fetts u nd des Filzes.

Wen n m i r andere von Liebe erzäh len ,

zu Frauen , zu ih ren Ki ndern ,

oder von Sex, dan n wei ß ich , was sie mei nen ...

n u r wei l ich Filz u nd Fett auf mei ner Haut gespü rt habe.

L ch ha be davor n ichts erlebt.

Meine Ki nd heit war g lcklich u nd beh tet. E i n paa r Oh rfeigen , wen ige.

Meine Leh rer mochten mich .

L ch wol lte Kaufman n werden , wie mein Vater.

L ch hatte kei n kü nstlerisches Talent.

U nd ich ha be seitdem n ichts erlebt.

L ch bi n fröh l ich gebl ieben .

L ch habe ds Kriegsende verbracht

i n einem Laza rett mit freu nd l ichen Kran kenschwestern .

Seh r freu nd l ichen .

Danach recht sch nel ler Erfolg u nd d iese Professu r h ier.

(nachden kl iche Klä nge)

Aber...

das Fett u nd den Filz...

Die ha be ich so d u rchd ru ngen ,

d ie habe ich so verstanden , wie...

wie Desca rtes verstanden hat, dass er existiert.

"L ch den ke, also bi n ich . "

Er hat al les i nfrge gestel lt. Al les.

AI les kön nte l I lusion sein , Trug , Ein bi ld u ng .

Aber da n n wusste er, dass ja i rgendetwas d iese Gedan ken a nstel lt.

U nd dass folg l ich i rgendetwas existieren muss.

U nd d ieses l rgendetws, das nen nt er...

"l ch".

Aber wer bist d u?

Was bist d u?

Das...

bist d u n icht.

(Fl u rtü r wi rd geöffnet u nd gesch lossen )

(Stil le)

(leise, bed rückte Klä nge)

(T r geht uf)

(leise , nachdenkliche Klänge)

Wie war dei n Tag?

Prod u ktiv.

(er seufzt)

(Rädchen sch nrrt)

(Seeband ) Vi ll Ci m brone.

-(Martha) Auch Vi lla Ci m brone. -(Seeband ) Nein , Vi l la Rufolo.

Aber a uch i n Ravello.

-(Martha) Ach , das schöne Auto. -(Seeband kn u rrt zustimmend )

-(M artha) Das Hotel . -(Seeba nd ) Le S i ren use.

(M artha ) Ach Gott, Pom pej i .

(ngespn nte Klä nge)

(Knopf klickt, Dias werden weitergeschoben )

(Knopf kl ickt)

M it 30 noch am Stud ieren?

(Ell ie) l ch fü lle d ie schon ml um .

Als ich 30 war, war ich Oberarzt i n Dresden .

Als M ozart 30 war...

war er tct.

(Ell ie) l ch bringe das schon raus. Sol l ich den Rotwei n a ufmachen?

(Seeband ) I ch verstehe , dass d u kei ne U ntersttzu ng möchtest.

U nd das ist löbl ich .

L ch mche d i r einen Vorsch lag .

L ch ken ne den Di rektor der Fra uen kl in ik Düsseldorf.

I ch bi n dort immer wieder zu Konsu ltationen geladen .

L ch besorge d i r bei i h m ei ne Teilzeitstel le.

Was Passendes.

Vielleicht d rei Stu nden fr h morgens, j?

(bejhend ) M h m .

Dan n hast d u ei n Auskommen

u nd hast i m mer noch gen ug Zeit zu ...

malen .

( E l l ie) Kan n er u ns n icht ei nfach i n Ru he lassen?

Einfach a us u nserem Leben verschwi nden?

Viel leicht wi rd d ie Stel le i n der Kli n ik ja dabei helfen .

(Man n ) M oment, ich helfe l h nen .

(Schwester) . . . i n den ganzen zwei Monaten n icht ei n M al besucht. U n mög l ich .

Ku rt Ba rnert, ich komme auf Em pfeh l u ng von P rofessor Seeband .

(snfte, melanchol ische M usik)

(melanchol ische M usik spielt weiter)

(fernes Hämmern )

(T r geht uf)

Wei ß a uf wei ßem G ru nd . l st das d ie neue Ku nst?

"S i n n bi ld der Leere". So kön ntest d u es nen nen .

Viel leicht wi rd es j ei ne Sensation .

Komm , ich lade d ich zu m Essen ei n . Mei n Fah rer wartet d rau ßen .

(gedäm pfte italien ische M usik)

Das m uss nach Bon n zu r Behörde gebracht werden .

Damit ich mei nen perma nenten Reisepass bekomme.

Er l iegt dort zu r Abhol u ng bereit. H ier ist d ie Vol lmacht.

L ch dachte , d u lebst in der Nähe von Bon n , waru m machst d u das n icht fü r mich?

Da n n kan nst d u d i r zusätzl iches Geld verd ienen .

I ch komme nächste Woche wieder vorbei , u m den Pass abzu holen , ja?

(Ku rt, bejahend ) M h m .

- Professore, u n caffè? - Sj , g razie .

(Eingangstü r geht uf)

Bu rg hrd Krol l gefasst!

Kranken mörder lebte zeh n Jah re lang u n behel l igt i n Sch leswig-Holstei n !

(ngespn nte Klä nge)

Ein G roschen .

Danke.

Kra n ken mörder.

Danke.

(Zeitu ngsj u nge) Kran ken mörder. Zeh n Pfen n ig .

- Vielen Dan k, auf Wiedersehen . -(Man n ) Ciao .

- Professore, u n caffè. - G razie .

(Ei ngangstü r wi rd geöffnet u nd gesch lossen )

(ngespan nte Klänge la ufen weiter)

Sie rauchen?

63 ist ein Alter, i n dem man damit anfangen kan n .

Die Folgen werden m ich n icht meh r ei n holen .

L ss d u i n Ru he zu E nde. l ch m uss leider ei len .

G rü ß m ir E l l ie.

- Buona notte . - Buona notte, Professore.

(M otor sta rtet)

(ita l ien ischer Gesang bertönt d ie angespan nten Klänge)

-(Ku rt) Darf ich mal? - Kön nen Sie mitneh men .

- L ch brauche n u r den S porttei l . - Dan ke.

"Wei ß auf Wei ß...

'"Si n n bi ld der Leere'".

Dein Schwiegervter?

So ei n Arsch lcch .

Wei ßt d u , zu m ersten M al wü nsche ich jemandem Erfolg meh r als m i r selber.

Dein Feh ler ist, dass d u immer noch an Lei nwa nd u nd Staffelei festhältst.

Malerei ist ei nfach tot.

So wie...

Volkstanz oder Klöppel n oder Stu mmfi Im .

L ch mei n's ja n u r g ut m it d i r, sonst wü rde ich d ich so weiterla ufen lassen .

( Harry g ru nzt) Ärzte kön nen wir halt n icht meh r werden .

(er sch nu bt genervt)

(d üstere Cemba Io-M usik)

(Lied : "Cold Song" aus "Ki ng Arth u r" von Hen ry Pu rcell )

(Cou ntertenor setzt ei n )

What power art thou

Who from below

Hast made me rise

Unwillingly and slow

From beds

Of everlasting snow

See 'st thou...

(M usi k verkl i ngt)

(leise, ätherische M usik)

(M usik wird roma ntisch )

(roma ntische M usik spielt weiter)

(M usik wi rd immer tri u m phler)

(M usik ü berlagert Szene)

(M usi k verkl i ngt)

(er wischt den Pi nsel)

(T r geht uf)

(Sch ritte nähern sich )

Ku rt?

(Sch ritte nähern sich )

(Fl u rtü r fäl lt zu )

- Hal Io . - Hal Io .

Was ist das?

L ch wei ß es auch n icht, aber ich g lau be, das ist es.

- Fotos abzu ma len? -(sch m u nzel nd ) Ja .

Entsch u ld ige.

(Vogelzwitschern )

(Blätter ruschen im Wi nd )

(Wi nd heu lt leise)

(nachdenkliche M usik)

(nachden kl iche M usik spielt weiter) (Blätter rauschen )

(M usi k wi rd feierl icher)

(M usik wird i ntensiver)

(Regen prasselt)

(M usik kl ingt aus)

(Sch ritte)

(Seeband ) I ch bi n mit dem Ba u-Fortgang zufrieden .

(Arzt 1 ) Das hören wi r gern , Herr Professor.

-(Seeba nd ) Mei ne Beden ken ken nen Sie. -(Arzt 1 ) Ja .

Die l ichte Tü rbreite der O P-Räume m üsste auf beiden Seiten

um 25 Zentimeter erweitert werden .

So kön nen wi r m it Betten beq uem passieren .

(Arzt 2 ) Das ist richtig , Herr Professor. Vielen Da n k f r d ie An reg u ng .

(Seeband ) Hat Dr. Weber ngerufen?

(Flu rtü r wi rd geöffnet)

(Sch ritte nähern sich )

Du verstehst, g lau be ich , wa ru m ich d ich heute M orgen n icht vorgestel lt habe.

Es wäre u n pssend gewesen .

Na , was macht d ie Ku nst? U nd noch wichtiger: Hast d u mei nen Pass?

(leise, u n hei lvol le M usik)

(atmet stockend )

(M usi k wi rd span nend )

(M usik ü berlagert Szene)

(er atmet stockend )

(M usik wi rd i mmer ei nd ri ng l icher)

l ch ...

l ch m uss jetzt leider. . . gehen .

Danke.

Pardon .

(M usi k verkl i ngt)

Ht man so ws schon gesehen?

Ws hast d u i h m gesagt? Was htte der?

(sie lachen )

(fröh l iche Yéyé-M usik)

(Lied : "Le temps de l'amou r" von F rançoise Hardy)

C'est le temps de l,amour Le temps des copains

Et de l,aventure

Quand le temps va et vient On ne pense à rien

Malgré ses blessures

Car le temps de l'amour C'est long et c'est court

Ça dure toujoues On s 'en souvient

On se dit qu 'à vingt ans

On est les rois du monde

Et qu ,éternellement ll y aura dans nos yeux

Tout le ciel bleu

(El lie q u ietscht u nd lacht)

Car le temps de l'amour Ça vous met au coeur

Beaucoup de chaleur et de bonheur

(M usi k verkl i ngt)

(Häh n q u ietscht, Wasser plätschert)

(T r geht uf)

Wen n d u wsstest, wie schön d u gerade a ussiehst.

L ch bin schwanger.

Vierter M onat.

L ch war beim Arzt. Wi r werden doch Eltern .

Wir werden doch Eltern .

(sie sch luchzen )

(er küsst sie)

(sa nfte M usik)

Es ist Son ntag , es ist kei ner da . l ch versprech's d i r.

Bitte, es ist n iemnd da .

Bitte, wie gestern .

Bitte sag's m ir noch mal , u nd dan n komm ru nter.

(sanfte M usik spielt weiter)

l ch bin schwanger.

(Auslöser kl ickt)

Das si nd kei ne Krtoffel n , ws?

Was hältst d u davon , wen n ich dei n Galerist werde?

(Harry) Ad ria n Sch immel , der Galerist?

Ad rian F i nck.

(sanfte M usik spielt weiter)

(u nverständ l ich )

(allgemei nes Gem u rmel)

(M an n 1 ) M it solchen Ausstel l u ngen versuche ich , ei n Gegen l icht zu setzen .

-(M an n 1 ) Schön , dass Sie da si nd . -(M an n 2) Dan ke.

(fl üsternd ) Wi r sollten a nfngen .

G i bt es schon g leich irgendwelche Fragen an Ku rt Barnert?

Viel leicht stel le ich dan n d ie erste Frage.

Herr Barnert,

viele I h rer Bi lder sind nach Amateu r-Fotos oder l l l ustrierten gemalt.

Ds B i ld "Akt auf einer Treppe"...

ds ist doch aber ei ne Hommage n Duchmp?

Ja .

(Lachen u nd Kichern )

Heinz Viersen , Westdeutsche Zeitu ng .

Herr Barnert,

i n l h rem prachtvollen Gemä lde "M utter u nd Ki nd", das wi r h ier sehen ...

Wer ist da rgestellt? l h re M utter u nd Sie?

Nein , das ist einfach ei n Amteu r-Foto .

Wen ich mle, ist m ir eigentl ich egal .

Aber wen n Sie ei n Porträt malen , dan n m üssen Sie d ie Person ken nen .

Es ist sogar besser, wen n ich sie n icht ken ne.

Dan n sehe ich besser, was wi rkl ich da ist.

Daher auch das Bi ld mit den Passfotos aus dem Automaten?

Ein Foto oh ne Autor?

Ja .

M it dem Weh rmachts-Offizier

machen Sie kei ne Aussage ber d ie Weh rmacht?

Nein , ich mache keine Aussagen . l ch mache, äh m ...

B i lder.

Also, Fotos. Fotos mit anderen M itteln .

Herman n Sch rei ber, SDR .

Sie ü bernehmen auch d ie gena ue Kom position des Amateu r-Fotos.

D ist doch vieles ganz zufäl lig .

(Ku rt) Nei n , n icht zufäl l ig . Äh m ...

Wi rkl ich , stimm ig , echt.

N u r d ie Wi rkl ichkeit ist stimm ig . Jede Wi rkl ichkeit ist stimm ig .

Alles, was wh r ist, ist schön .

(Viersen ) Wie mei nen Sie das?

H m ...

Wen n ich jetzt sechs Zah len nen ne,

dan n ist ds blöd , si n n los.

Wen n d ie sechs Za h len aber

d ie Gewi n nzah len der Lottozieh u ng sind , dan n haben d ie S i n n ,

ei ne Stimm igkeit, einen Wert, ja , fast ei ne Schön heit.

So ist das auch mit den Fotos.

L ch wi l l d ie Wah rheit.

(flsternd ) G uck mal .

(Ki nd q uäkt lut)

(lutlos)

(Ki nd wei nt)

Ja , Herr Meybert?

U rs M eybert, Ku nstch ron ik.

Was sol l jetzt f r Sie kommen? Weiterh i n u nscharf abgema lte Fotos?

Nei n , davon hbe ich jetzt erst ml gen ug .

L ch interessiere m ich gerade fü r Farbtafel n .

(Meybert) Frbtfel n?

Ja .

(Kameraman n ) Da kriegen wi r doch Ärger.

Da kriegen wi r auch Ärger.

Zufäll ig gewäh lte I ll ustrierten-Bi lder, Passfotos vom Automaten ,

bei iebige Sch nappsch üsse aus Fam il ien-Alben .

Alles u nscharf bgemlt.

M it solchen B i ldern ,

d ie aus u nerklärlichen G rü nden ei ne echte Kraft besitzen ,

schei nt sich Ku rt Barnert

zu m fü h renden Kü nstler sei ner Generation zu entwickeln .

U nd das m it der tot gewäh nten M alerei .

Aber...

wie viele i n seiner Generation hat er n ichts zu erzäh len , n ichts zu sagen .

Er löst sich von jeder Trd ition ,

verabsch iedet sich vom biog rafischen Ansatz i n der Ku nst

u nd schafft so zum ersten M al in der Ku nstgesch ichte

ein Werk oh ne Autor.

- Wa r das g ut? - Das war su per.

(T r geht uf)

(Sch ritte)

Sicher, dass ich d ich n icht fah ren kan n?

L ch laufe ga nz gern noch ei n bisschen .

Du wa rst g ut heute.

Das war g ut.

Das wi rd g ut.

(M otor sta rtet)

(Auto besch leu n igt u nd entfernt sich )

(hel le, nchden kl iche Klänge)

(hel le Klänge werden lauter)

(sch nelles Geigenspiel)

(u nverständ l ich )

(Busfah rer sgt etwas ü ber La utsprecher)

(Busfah rer, ü ber Lutsprecher) Auf drei.

Eins.

Zwei.

Drei.

(n haltendes H u pen )

(d ie anderen Busse stimmen nachei nander m it ein )

(sch nel les Geigenspiel bertönt al l mäh l ich das H u pen )

( H u pen verkl i ngt, Geigenspiel setzt sich fort)

(d ramatische Orchesterm usi k setzt ei n )

U ntertitel : Cosi ma Ertl , Thomas Wojczewski Eu rotape - Nord ku rier Med ieng ru ppe - 2018

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