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Original subtitles

DIE GROSSE SCHLACHT DES DON CAMILLO

Noch einmal wollen wir Ihnen eine wahre Geschichte erzählen.

Eine von denen, die aus der großen Ebene dem Flusse zuströmen...

und der sie zum Meer hinunterträgt, wie tote Blätter.

Nichts hat sich da unten verändert, wenn auch inzwischen die Zeit verging.

Die gleichen Leute, die gleiche Sonne, die ihre Strahlen auf die gleichen

harten Schädel niederbrennen lässt. Neu ist in diesem Augenblick nur,

dass die Gehirne der Menschen auch nachts noch kochen,

denn im Lande brach das Wahlfieber aus. - Achtung, Achtung!

Die Zeitung des Volkes! Die Zeitung des Fortschritts!

Achtung, Achtung! PATRIA UNITA! Die Zeitung des Volkes!

Mit der Liste der Kandidaten! Die Zeitung, die für Freiheit,

Frieden und Fortschritt kämpft! Die Zeitung der Freiheit! PATRIA UNITA!

Extra-Ausgabe... mit der Liste der Kandidaten!

Die Zeitung, die unter dem Symbol der Friedenstaube für Fortschritt

und Freiheit kämpft! - Die Zeitung für den Frieden!

Die Zeitung für Frieden und Fortschritt!

Kauft die PATRIA UNITA! Die unabhängige Zeitschrift...

für Fortschritt und Frieden! Kauft die PATRIA UNITA!

He, Zeitungshändler! Ach bitte, ich möchte den OSSERVATORE ROMANO.

Die Zeitung des Vatikans. Entschuldigen Sie, Herr Bürgermeister!

Was verkaufen Sie da? - Die Zeitung der Wahrheit!

Die Wahrheit für 25 Lire? Kompliment! Das ist billig! Ich kaufe ein Exemplar.

Danke. Ach, Sie können auf 5.000 nicht herausgeben?

Na ja, hätt ich mirja denken können. Scheint nicht zu gehen, das Geschäft.

Ich habe schon sechs Packen verkauft. - Nein, zwei, Papa!

Sieh mal an, Kopfrechnen immer noch schwach. Na, und?

4.500. - Danke, ist gut.

Die Ehre, vom Bürgermeister eine Zeitung gekauft zu haben, ist 500 Lire wert.

Nein, nein! - Wenn Sie durchaus wollen.

Hier ist der Rest. Wir nehmen kein Geld von der Reaktion.

Seit wann nicht? Ich kenne euch anders. - Was wollen Sie damit sagen?

Ach, nichts Besonderes. Ich dachte nur... Ach, sieh mal!

Was ist denn? - Das kann man ja lesen!

Warum denn nicht? - Ich dachte, das wäre alles russisch.

Patria Unita - das Gewicht liegt mehr auf Heimat und weniger auf Einheit.

Auf Wiedersehen, Herr Bürgermeister. Kauf dir beizeiten einen Zeitungsstand.

Das Vaterland! - Die einzige Zeitung des Fortschritts!

Jesus, er steht auf der Liste! Als Kandidat! Er will ins Parlament!

Was ist daran so seltsam, Don Camillo?

Herr, das fragst du?

Peppone als Deputierter. Warum nicht auch Minister?

Und wenn ich auf einer Liste stände, weil ich Bischof werden Will?

Das fände ich allerdings seltsam. - Verzeih, Herr.

Über so viel Verlogenheit muss ein Mensch wie ich aus der Haut fahren!

Du weißt, es gibt kaum einen Menschen, der Lüge und Betrug so hasst wie ich!

Was sagst du? - Ich habe nichts gesagt, Don Camillo.

Entschuldige, mir war so...

Ich kann Betrug gar nicht vertragen. Ich mag viele Fehler haben, Herr.

Doch dass ich falsch bin, wird niemand von mir behaupten.

Und diese unabhängige Front ist falsch! - So falsch wie dein Geldschein.

Was für ein Geldschein? Wovon sprichst du?

Von dem 5.000-Lire-Schein, den du Peppone angedreht hast.

Das habe ich vergessen. Ich bin so zerstreut.

Im Übrigen war es ein Tauschgeschäft: Falschgeld gegen Falschheit!

Da sind aber noch die 4.975 echten Lire, die dir Peppone herausgegeben hat.

Was machst du denn mit diesen?

Wenn du erlaubst, betrachte ich sie als unfreiwillige Spende

der unabhängigen Front für meine Armen. Wie viel Gutes man mit Geld tun kann...

Selbstverständlich schicke ich dem Spender eine Empfangsbescheinigung.

Hörst du sie? Das ist zu viel! Sie dürfen nicht siegen!

Gott darf es nicht zulassen! - Dann geschehe der Wille Don Camillos?

Dein Wille geschehe, dein Wille. Nicht der meine.

Der von Peppones Partei inszenierte Tag des Friedens war in Wirklichkeit

der Auftakt zu einer großen Schlacht. Die Rote Propaganda umfasste nicht nur

das Ankleben von Friedensplakaten. Zungenfertige Parteiredner versuchten,

die anderen zu beeinflussen. - Es ist doch alles wie im Privatleben:

Wenn da einer in der Patsche sitzt, muss er sich mit anderen zusammentun.

Ein Staat, der Geld für Sinnloses übrig hat, dessen Pflicht ist es,

den Armen zu helfen. - Alle Menschen, die den Frieden wollen,

müssen sich zusammenschließen, unter den Kräften des Fortschritts.

Der Fortschritt garantiert uns ein Leben in Frieden und Freiheit!

Hoch die werktätige Frau! - Von wegen! Ich mache alles allein!

Ich hab Hunger! Koch lieber das Essen! Komm endlich nach Hause, los!

In Frauenfragen spezialisierte Propagandistinnen versuchten,

weibliche Wählerinnen zu beeinflussen. Der Stimmzettel einer Frau

hat denselben Wert wie der eines Mannes, aber ihre Überzeugung wiegt vielmehr,

denn die Partei, die die Frauen gewinnt, verfügt über einen geheimen Agenten

im Herzen jeder Familie.

lhrjungen Mädchen! Ihr Bräute! Ihr Hausfrauen!

Und vor allem: Ihr Mütter! Kurz: Ihr Frauen jedes Alters, jedes Standes!

Vergesst in diesem Augenblick, dass die Frau für Liebe geboren ist!

Und schreit den internationalen Waffenhändlern euer ”Nein" entgegen!

Eure Macht ist groß! Gebt Acht vor den schwarzen Propheten der Reaktion!

Möge er ihnen in den Ohren geilen, der Schrei, der sich den Brüsten

aller friedliebenden Frauen entringt: Kein Krieg! Es lebe der Friede!

Bravo! Ich lasse mich einschreiben. - Die hat überzeugende Argumente.

Wer ist denn das? - Die Bezirksleitung schickte sie!

Hoffentlich bleibt sie länger!

Mir würdest du nicht applaudieren! - Ich applaudiere ihr doch nicht,

ich applaudiere der Idee!

Bravo, Genossin!

Wir sind überzeugt, dass deiner Tatkraft die Organisation der Frauen gelingt.

Die Frauen organisieren. Das gelang seit Evas Zelten noch keinem!

Nicht mal dem lieben Gott! Die Männer wird sie desorganisieren!

Spekulation auf Frieden und die Taube garantiert schon einen gewissen Erfolg.

Den Erfolg hat allein Picasso! Gipstauben geben eine magere Brühe.

Meine Hennen werden am Wahltag aussehen wie Truthühner. Ein Festmahlsbraten!

Zu Ehren der Niederlage von Peppone. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen!

Nicht so voreilig, Hochwürden! Die Hühner sind noch nicht im Topf.

Peppone hat doch auch Anhänger! - Was bedeutet das schon?

Sehen Sie? Da kommen Peppones Anhänger! Hey, Carlino! Was willst du mal werden?

Abgeordneter? - Nein, Pfarrer!

Pfarrer?

Wegen Peppone macht euch keine Sorgen!

Zwischen Bürgermeister und Abgeordneter ist ein Abgrund, in den er hineinfällt.

Man könnte noch 'n bisschen nachhelfen. - Peppone wird nie Abgeordneter.

Er hat nicht mal die Abschlussprüfung!

Der weiß bestimmt nicht mal, wer der Entdecker von Amerika ist.

Christoph Columbus, 12. Oktober 1492. - Die Kugel?

Quadrat des Halbmessers mal 3,14. Oberfläche mal Halbmesser durch 3.

Spezifisches Gewicht der Bronze? - 8,8.

Des Goldes. - 19,35.

Portugal? - 92.000 qkm. Einwohnerzahl: 8.618.000!

Republik, Hauptstadt: Lissabon. - Das genügt. - Bravo!

Ich werde sie zermalmen! Und da die Prüfung hier im Ort ist,

kann keiner sagen, es wurde gemogelt.

Hoffentlich werden Sie nicht nervös, wenn Sie vor der Kommission stehen.

Nicht mal der Anblick von Maschinengewehren machte mich nervös!

Aber MGs verlangen keine Kenntnisse in Geografie, Geschichte und Arithmetik.

Ich fürchte mich auch nicht vor dem Satz des Pythagoras! Wir werden siegen!

Bravo!

Schnell verbreitete sich im Ort,

dass Peppone die Abschlussprüfung der Volksschule nachmachen würde.

Er wollte nahe dem Schauplatz sein. Er wollte Peppones Durchfall miterleben.

Von hier aus können Sie alles sehen! Sie können zwar nichts hören,

aber ich halte Sie auf dem Laufenden! - Gut! Es ist für die Weltgeschichte.

Ich muss alles wissen, was er sagt und vor allem das, was er nicht sagt!

Ja, Hochwürden.

Das ist die Rechenaufgabe und hier das Aufsatzthema.

Beachten Sie Folgendes: Das Gefäß ist halbkugelförmig, Durchmesser 2,6 m!

Durch den Hahn strömen in der Minute 6,27 Liter Wasser. Ist das klar?

Haben Sie noch Fragen? - Ja... nein! Es ist ja alles ganz klar.

Bello! Bello!

Wirst du herkommen! Wirst du herkommen!

Verschwinde! Du auch!

Was ist denn da zu sehen? - Nichts.

Warum guckst du denn da?

Ich möchte meinem Papa zusehen, wenn er die Prüfung macht.

Warum schreibt er denn nicht, Don Camillo?

Und warum kaut er denn am Federhalter?

Der holt keine Spinne aus dem Loch. - Er ist ein Deputiertenkammer—Kandidat.

Wir können keine Rücksichten nehmen. Er ist ein Prüfling wie jeder andere.

Aber der Mann ist völlig kopflos! Kann man ihm nicht einen Hinweis...

Wenn das herauskommen würde! Hier spielt die hohe Politik eine Rolle.

Herr Pfarrer! Herr Pfarrer!

Es klappt wunderbar! Bürgermeister oder nicht Bürgermeister,

wenn er es nicht weiß, fällt er durch.

Don Camillo! Heb mich doch hoch! Don Camillo!

Warum schwitzt er denn so? Er hat wohl alles verschwitzt?

2,6 m multipliziert mit 6,27. Nein, nein, nein.

Oberfläche der Halbkugel. Den Inhalt der Kugel und Fläche,

Flächeninhalt des Hahns. Nur Ruhe! Durchmesser der Liter...

Spezifisches Gewicht des Wassers, multipliziert mit 3,4...

Jesus Christus, hilf mir!

Sie sollen auf dem Korridor ein Schriftstück unterschreiben.

Es handelt sich wohl um die Einweisung eines Kranken. Sehr dringend!

Wo denn? - Da!

Sind Sie der Kranke? - Nein, das bist du.

Nehmen Sie sich in Acht! - Du hast Gehirnemeichung.

Willst schwierigste Aufgaben lösen, aber kannst nicht mal

einfache Rechenaufgaben zu Ende führen. - Das geht Sie einen Dreck an!

Geben Sie mir den Schein und gehen Sie! - Bevor du es unterschreibst, lies es.

Ich, als Bürgermeister von Brescello, genehmige hiermit die Erbauung

einer Kapelle auf dem Gelände der alten Mühle. Was soll das bedeuten?

Wieso Kapelle? Was ist mit dem Kranken? - Es gibt gar keinen.

Aber hinten drauf steht ‘ne Medizin. - Eine Medizin?

Die Lösung der Rechenaufgabe. Dreh um!

Aber erst die Unterschrift! - Hören Sie mal, das ist Erpressung!

Erpressung? Nein. Ein Geschäft.

Du gibst mir die Bau—Erlaubnis und du bekommst die Lösung der Aufgabe.

Ist doch ‘ne ganz einfache Sache. Wo hab ich bloß meinen Kopf gehabt?

Ich hätt‘s genauso gelöst. - Na ja! Schade, nicht?

Warte, da fehlt noch eine Kleinigkeit. - Was denn?

Du musst das Resultat noch... durch zwei dividieren.

Wieso durch zwei? - Es ist doch nur... ‘ne halbe Kugel.

Ein halbkugelförmiges Gefäß. Kapiert? - Klar, ich bin doch kein Idiot!

Und der Aufsatz? Wer ist der Kerl, den ich niemals vergessen werde?

Der bin ich!

Sie sind kein Mensch, Sie sind ein Priester.

Wenn Sie ein Kerl sind, dann warten Sie draußen auf mich.

Gut! Aber du hast es mit zweien zu tun. Zu den Prügeln eines Menschen

kommt noch die Prügel eines Priesters.

Ich möchte meinen Papa noch mal sehen. - Und ich möchte ihn nie mehr sehen.

Sieh mal, wie flottjetzt die Feder übers Papier rast!

Ein Mensch, den ich niemals vergessen werde.

Zu jener Zeit...

schloss ich mich der Widerstandsbewegung an.

Eines Abends waren wir in der Klemme. Sie hatten das Boot durchlöchert.

Und wir waren von unseren Kameraden getrennt worden.

Später fanden Brusco und Marco doch noch zu uns zurück.

In ihrer Mitte hatten sie einen Gefangenen.

Die anderen vier sind erledigt. Den nehmen wir mit!

Den tauschen wir für einen von uns ein. - Wir tragen ihn zur Fischerhütte.

Einer bleibt hier und bewacht das Boot. - Jawohl.

Vielleicht liegt in der Hütte Werkzeug, damit wir es wieder flott machen können.

Hier hab ich was.

Wasser!

Ein Priester. Ein Priester.

Ich muss ihm etwas ganz Wichtiges sagen. Es geht um...

das Leben von vielen Kameraden. Leute von euch sind auch dabei.

Dann sag‘s uns doch. - Nein, ihr helft nur euren Leuten.

Unsere lasst ihr krepieren. Ich verstehe euch.

Ich verstehe auch meine Feinde, aber ich verrate meine Kameraden nicht.

Ein Priester. Ein Priester.

Klar wollte er den Priester auch aus persönlichen Gründen haben.

Wegen des ewigen Friedens. Aber er hatte Pech!

Jetzt einen Priester zu suchen, war gleichbedeutend mit Selbstmord.

Schön, es bestand die Aussicht, Kameraden von uns das Leben zu retten.

Aber war es dann nicht einfacher, den Gefangenen zum Beichten zu zwingen?

Nachdem ich es mir genau überlegt hatte, sagte ich meinen Kameraden:

Ich gehe doch in den Ort und hole den verdammten Priester!

Bis ich über diese Brücke hinweg musste. Sie hatten mich ausgemacht

und mich mit einer Salve empfangen.

Ich blieb eine ganze Weile in Deckung, bis ich mich weitertraute.

Dann kam ich schließlich in den Ort und schlich mich leise zum Pfarrhaus.

Ich wollte den Pfarrer nicht erschrecken und klopfte vorsichtig ans Fenster.

Ich rief leise hinein, dass er nichts befürchten müsse, dass ich allein wäre

und mit ihm sprechen müsse. Ich bekam keine Antwort und beschloss,

es an der Tür zu versuchen und fand sie zu meiner Überraschung offen.

Ich war im Begriff wieder zu gehen, da stand plötzlich vor Angst zitternd

der Priester vor mir. - Hände hoch!

Der Anblick meiner Waffe hatte ihm wohl einen furchtbaren Schrecken eingejagt.

Er zitterte so, dass er nicht wusste, wo er die Hände lassen sollte.

Er fragte mich untemürfig, wer ich sei. - Fehlt dir noch das Fell eines Pfarrers

in der Kollektion? Wer bist du? - Ein Kriegsteilnehmer, kein Mörder!

Ich heiße Peppone. - Und was willst du?

Wenn einer nach dem Priester verlangt, weil ihm um sein Seelenheil bange ist...

und wenn er Menschenleben retten WIII, was würden Sie tun?

Ich würde gehen! - Und riskieren, abgeknallt zu werden?

Hast du‘s riskiert, als du herkamst? - Ja.

Er versuchte alles, um sich zu drücken! - Dann riskiere ich es eben auch.

Komm mit! - Mit viel Mühe hatte ich ihn überredet.

Untemegs musste ich dem vor Angst Schlotternden immer wieder Mut machen.

Er lief hinter mir her wie ein getretenes Hündchen.

Als wir an die bekannte Brücke kamen und er die MG-Salven hörte,

versagten ihm die Beine. Es war eine zu harte Probe für ihn.

Ich musste Gewalt anwenden, damit er die Brücke betrat.

Er rannte so schnell, dass ich ihn erst bei der Hütte wieder einholte.

Es war gut so, denn sonst wäre er nicht mehr zurecht gekommen.

Der Vemundete hatte gerade noch Zeit, sich von der Last zu befreien,

die sein Gewissen bedrückte.

20 Minuten später kam er heraus und sagte uns, dass alles zu Ende wäre.

Er hatte Angst, nach Hause zu gehen und wir sagten ihm ein paar nette Worte.

Und? Könnte man erfahren, was er so Wichtiges mitzuteilen hatte?

Nein!

Wenn er über unsere Kameraden sprach, dann müssen Sie‘s uns sagen!

Krieg ist Krieg! Und das Berufsgeheimnis gilt nur bis zu einem gewissen Punkt.

Der da drin liegt im Sterben, da nützt auch meine Pistole nichts mehr.

Aber bei Ihnen! Sie sehen so aus, als wollten Sie noch 'n bisschen leben.

Haben Sie sich‘s überlegt?

Worauf wartest du? Schieß doch!

Liebenswürdiger als wir konnte kein Mensch zu ihm sein.

Dennoch jagten wir ihm solche Angst ein, dass er auf und davon lief.

Später erfuhren wir, dass es ihm gelang, 50 Kameraden von uns

vor dem Untergang zu retten. Das arme Priesterlein...

Ob er sich wohl noch an mich erinnert? Oder ob er vor Angst gestorben ist?

Und wenn er noch lebt, was mag erjetzt wohl machen?

Eine Katastrophe, Herr Pfarrer! Er hat die Prüfung mit Lob bestanden!

Ich begreife nicht, wie das möglich ist. - Ich auch nicht.

Meinen Glückwunsch, Papa hat‘s geschafft!

Wie geht‘s Euren Hühnern, Hochwürden? - Sie genießen ihr Leben!

Zumindest bis zur Feier deiner Wahlniederlage.

Risus abundorum in buccam praetorum. Auf Wiedersehen, Hochwürden.

Grüß Gott, Förderer der Kultur!

Auch mit bestandener Abschlussprüfung blieb Peppone immer noch Peppone

und rannte mit dem Kopf gegen die Wand, obwohl die bevorstehenden Wahlen

ein taktisches Vorgehen verlangt hätten.

Wenn Bezzi nicht WIII, versuchen wir‘s mit anderen Mitteln! Du bleibst hier!

Er sagt aber, ich muss sofort ausziehen. - Wir sehen, wer das letzte Wort hat!

Ich weiß genau, ich bin im Recht, aber ich komme gegen Taska nicht an.

Hinter Taska steht doch die Partei! - Ja, dann kann man nur abwarten.

Aber ich kann nicht mehr länger warten. Ich dachte, Sie bringen Taska dazu,

den Hof zu räumen. - Mich schmeißt er höchstens raus.

Du musst zu einer Amtsperson gehen. Zum Bürgermeister.

Zum Bürgermeister? Der ist doch der Chef von Taskas Bande.

Nein, der Bandenchef ist Peppone, der Bürgermeister, Signor Bottazzi.

Das ist ein Unterschied. - Ich bin beiden nicht gewachsen.

Nun geh nach Hause und wenn Bezzi kommt, lass dich verleugnen! - Jawohl.

Guten Tag, Herr Bürgermeister! - Guten Tag.

Sie kennen doch den Kleinbauern Bezzi. Ich bringe ihn zu Ihnen,

denn mir scheint die Sache sehr delikat. Und nur Ihre Autorität

und Ihr Gerechtigkeitsgefühl, vor allem für die Bedrängten,

ist imstande, ihm zu helfen. - Nun, was habt ihr auf dem Herzen?

Ich habe mir im Frühjahr vorigen Jahres einen kleinen Bauernhof gekauft.

Der Besitzer ist ein gewisser Tronconi. Und gepachtet hat es Romeo Taska.

Ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen. - Ich war auch einmal Pächter.

Aber ich sparte so lange, bis ich mir ein Stück Land habe kaufen können.

Nun darf ich nicht auf meinen Besitz, obwohl Taska doch Zelt genug hatte,

sich was anderes zu suchen.

Ja, aber was hab ich damit zu tun? - Warum muss man denn zum Gericht gehen?

Kann man so was nicht freundschaftlich aus der Welt schaffen?

Deshalb sind wir zu Ihnen gekommen.

Ihr müsstet dem derzeitigen Bewohner des Hofes einen Aufschub gewähren.

Das hab ich schon zweimal gemacht. Ich möchte mein Land nun selber bebauen.

Das ist mein Recht! - Das Recht hat die Masse der Arbeiter.

Und kein kapitalistischer Ausbeuter!

Wenn Taska nicht von selber räumt, bleiben uns noch gesetzliche Maßnahmen.

So lange ich hier sitze, geschieht das, was das Volk will! Und das Volk bin ich!

Dann stelle ich den Bürger Bezzi jetzt unter den Schutz des Barmherzigen! Komm!

Kümmern Sie sich lieber um Ihre Hühner! - Meinen Hühnern geht‘s wunderbar!

Sie machen‘s wie du: Sie werden fett! Auf Wiedersehen, Herr Bürgermeister.

Und viel Vergnügen, Hochwürden. Wir sehen uns wieder bei Philippo!

Bei Philippi! Sie vemechseln wieder mal Geschichte mit Geographie.

Wir dulden keine Gewalt!

Peppone kannte Don Camillo gut und wusste, er müsse sofort handeln,

wenn der ihm nicht zuvorkommen sollte. Schon war ein Plan gefasst

und er zögerte keine Minute, ihn in die Tat umzusetzen.

Denn wenn für eine obdachlose Familie ein Dach über dem Kopf zu besorgen war,

kannte Don Camillo keine Hemmungen.

Ah, da hinten kommt der Chef!

Guten Tag, Chef. - Alle beisammen? - Natürlich.

Sobald ihr sie auf der Straße sichtet, steigt die Abteilung auf die Räder.

Dann sind sie hier alle verschwunden. - Und wenn sie mit dem Trecker kommen?

Zuerst verbarrikadieren wir die Brücke mit den Stämmen da. Das wirkt immer.

Das Übrige wird sich finden. - Die verduften sowieso ganz schnell.

Wenn nicht, dann helfen wir etwas nach. - Dem Priester aber auch!

Wir haben die Ehre, eine Genossin von der Bezirksleitung bei uns zu haben.

Sie berichtet den Genossen in der Stadt, wie wir vom Lande Probleme bewältigen.

Chef! Chef!

Ja, was ist denn los? - Auf der Piazza, vor dem Rathaus...

Was soll dieses Theater? - Sie haben mir nicht geholfen,

da musste ich mir selber helfen. - Verschwinde sofort von hier!

Lassen Sie mich auf meinen Hof ziehen, dann sind Sie mich gleich wieder los.

Ich zeige dich an wegen missbräuchlicher Benutzung öffentlichen Eigentums!

Und ich Sie wegen missbräuchlicher Benutzung privaten Eigentums!

Ah, Don Camillo! - Ach, das ist der Campingplatz!

Die Umgebung ist nicht gerade ideal und etwas zugig scheint‘s mir auch.

Deshalb ist er wohl so schwach besetzt. - Kommen Sie schnell ins Ratszimmer!

Ein Kalb? Der Herr Bürgermeister hat eine Vertretung gefunden. - Was?

Die Lage blieb vemorren. Die Bezzis wussten nicht, wohin.

Und Taska ließ sich nicht mal mit Kanonen verjagen.

So wurde die Angelegenheit immer vemickelter.

Der Wachtmeister fuhr in die Stadt. Der Präfekt sagt, Taska muss räumen!

Wir haben erreicht, was wir wollten! Ihm zu seinem Recht verholfen.

Was werden die Roten machen? - Sie übemeisen Taska die Behausung,

in der bis jetzt Bezzi gewohnt hat. - Taska will nicht mal Kanonen welchen.

Hunde, die laut bellen, beißen nicht. - Erlauben Sie, dass wir uns wieder...

Herr, wie sähe es ohne mich hier aus? Was wäre, wenn nicht wenigstens ich

mein klares Köpfchen behielte?

Spiccio? Was willst du hier? Hast du dich in der Tür geirrt?

Hier ist nicht der Kreml. - Mir liegt etwas schwer im Magen.

Spaghetti? - Nein, ein Fahrzeug mit Raupenketten.

Ein Traktor? - So ähnlich. Mit einer Kanone drauf.

Hast du einen Panzer verschluckt? - Und ich kann ihn nicht verdauen.

Es ist ein alter deutscher Panzer, von '45. Damals beim Rückzug...

Der Panzer kam von der Straße ab, versank auf Taskas Feld und stand still.

Und weiter? - Zwei Soldaten stiegen aus,

gingen in Taskas Hof und fragten ihn, ob er Wein hätte.

Und da haben sie sich einen angetrunken. - Er hat sie nicht weggeschickt?

Nein! In dem Augenblick rückten auf der Straße wieder deutsche Soldaten an.

Taska lief ihnen entgegen, sprach den Unteroffizier an und sagte,

dass bei ihm zwei Soldaten wären. Der Unteroffizier ging mit Taska mit

und holte die beiden raus. - Und? Wozu erzählst du mir das alles?

Weil der Panzer immer noch dort ist, wo ihn die Deutschen vergessen haben!

Unter einem Haufen Reisig versteckt. - Was?

Und seit '45 bot sich keine Gelegenheit, es den Militärbehörden zu melden?

Es war doch bloß 'n Andenken. - Ein süßes Andenken.

Es gab außerdem politische Gründe. Wir dachten, dass bei gewissen Anlässen

der Panzer vielleicht brauchbar wäre. - Jesus, hast du das gehört?

Ausgerechnet mir muss er das beichten. - Wem sonst? Sie sind doch der Pfarrer!

Ja, aber auch Halbschwergewichtler. Du Ärmster, das hat aber lange gedauert,

bis dich dein Gewissen zu mir trieb. - Sehen Sie, wenn Taska den Hof räumt

und der verdammte Bezzi einzieht, kommt die Sache mit dem Panzer raus.

Und wir bekommen einen Prozess. - Ach, deshalb muss Peppone verhindern,

dass der Besitzer einzieht. Also das ist die soziale Gerechtigkeit!

Hochwürden, ich bin noch nicht zu Ende. Mir liegt nämlich noch was vorm Magen.

Vielleicht ein... Unterseeboot?

Die Polizei ist schon untemegs, wegen der Räumung. Und Peppone...

legte eine Mine unter die Kanalbrücke. - 'Ne Miene? Ist der denn verrückt?

Wenn die Polizeiwagen gemeldet werden, wird eine Rakete abgeschossen.

In dem Moment bedient er den Auslöser und die Brücke fliegt in die Luft.

Und den Hof von Taska erreicht man nur über diese Brücke. - Oh, Herr!

Wo ist Peppone? - Er bewacht die Mine unter der Brücke.

Ich soll die unterm Damm bewachen. - Wir entschärfen zuerst deine Mine!

Hab ich schon getan. Ich bin feige! Ich habe Peppone verraten!

Aber ich wäre noch feiger gewesen, wenn ich ihn nicht verraten hätte.

Den nehme ich mir selber vor! - Nein! Wenn Peppone Euch sieht,

jagt er die Brücke sofort in die Luft! - Mach Platz, Feigling!

Guten Abend, Herr Bürgermeister!

Machen Sie, dass Sie da wegkommen! - Warum denn? Hic manemimus optime!

Gehen Sie zur Hölle mit Ihrem Latein! Gleich fliegt hier alles in die Luft!

Wenn alles in die Luft fliegt, fliege ich mit in die Luft!

Die Brücke ist unterminiert. - Ohne Dynamit langweilt ihr euch wohl?

Du bist kein Parteiführer, du bist ein Feuemerker! Da, siehst du?

Scheren Sie sich zum Teufel! Pfaffe, vermaledeiter!

In zwei Sekunden ziehe ich am Hebel! Über die Brücke darf keiner!

Schieß los, mein Lieber! - Ich sage, Sie sollen verschwinden!

Machen Sie, dass Sie fortkommen! - Versuch doch mal, mich fortzubewegen!

He! Bleiben Sie stehen! Sie fliegen in die Luft!

Jetzt bin ich erledigt! - Du wärst erledigt,

wäre die Brücke in die Luft geflogen! - Was wissen Sie von meinen Problemen.

Du hast Angst, die Polizei erfährt, dass auf dem Hof eine Friedenstaube ist,

die zwar nicht gurrt, aber schießt. - Taska hat nur ein Fahrzeug versteckt,

aus dem er sich 'n Trecker bauen will. - Trecker? Ja, für die Blinden.

Seien Sie doch 'n bisschen vernünftig. Wenn die Brücke hochgegangen wäre...

Jetzt muss mir der da oben helfen. - Hast du gehört, Herr? Geh zu Taska!

In einer Stunde muss er geräumt haben. Und ich regele das mit der Polizei.

Für den Panzer hab ich eine andere Idee. Los, verschwinde! - Zu Befehl, Chef!

Die Sache entwickelte sich zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten.

Peppone brachte Taska dazu, den Hof zu räumen.

Don Camillo verhandelte mit der Polizei. Nach kurzer Besprechung zog diese

wieder ab in die Stadt. Und dann, als es Nacht wurde...

begann die "Operation Panzer". - Los, geben Sie mal die Lampe her!

Kommandier nicht so herum! Gib Acht, sonst zeig ich dich bei der Zelle an.

Wenn ich Ihr Chef wäre, dann wären Sie 20 Kilo leichter.

Ja, dann müsste ich von der Luft leben! - Nein, Sie müssten endlich arbeiten.

Ihr Priester arbeitet nur mit dem Mund.

Ihr sorgt schon dafür, dass euch der Rücken nicht wehtut!

Du siehst aber auch nicht so aus, als schleppst du den ganzen Tag Steine!

Vollgefressener Bonze!

Den Bonzen will ich überhört haben. Übrigens... Sie sehen doch,

dass das Ding die ganzen Jahre nicht benutzt wurde. War nur in Reparatur.

So? Glaubst du, ich hätte keine Ahnung von eurer Planung für den großen Tag?

Das ist eine Verleumdung! - Oh, Verzeihung! Ich revoziere.

Du brauchtest ihn natürlich nur für Sonntagsausflüge mit deiner Familie!

Oh...

Aber das ist ein amerikanischer Stern! Es waren also die ankommenden Amerikaner

und nicht die abziehenden Deutschen! - Italien ist ein Hafen am Meer.

Es kommt und geht. Wie soll man wissen, wer kommt und wer geht?

Und alle sprechen sie ausländisch. Fahren wir! - Fahren wir.

Und so begann die Fahrt in die Nacht.

Das Ziel der Reise war vorher ausgemacht worden.

und in einem sumpfigen Waldgelände einen vergessenen Panzer finden.

Halt! Halt! Halt! Bleib doch stehen!

Bleib stehen! - He!

Der Krach! Ist das ‘ne Panzerdivision? - Die Traktoren fahren zur Nachtarbeit.

Wie günstig für dich! Bei diesem Krach kommt keiner auf die Idee,

dass hier 'n Panzer fährt. Weiter! Ich zeig dir den Weg mit der Lampe.

Wenn Sie mich in eine Falle locken, dann erschieße ich Sie mit der Kanone.

Einverstanden.

Mehr rechts! Mehr rechts!

Ja, so! Jetzt ist es bald so weit!

Ich sage dir, wenn wir von der Straße runter müssen. Hier ist es!

Da hinten ist doch ein Haus! - Lass es links liegen! Nach rechts!

Los, ganz nach rechts! Los!

Ist was passiert? - Ein Hebel hat sich festgeklemmt.

Ist das was Schlimmes? - Ach woher.

Fahr doch leiser!

Was machst du denn? Bist du verrückt? - Der verdammte Hebel klemmt wieder!

Ein Panzer ist eben kein Pferd!

Heute ist Freitag, habt ihr etwa Fleisch auf dem Tisch? - Nein, Hochwürden.

Schön!

Du willst mich also doch umbringen! - Der Hebel geht wieder.

Ich WIII aber doch lieber aufsteigen. Als Bürgermeister taugst du nicht viel,

aber als Motorenschlosser... alle Achtung! Los, vomärts!

Jawohl, Chef! Weiter geradeaus? - Ja, halt auf das Gebüsch zu.

So, da sind wir!

Jetzt nach rechts! Mehr nach rechts! - Ok.

Fahr doch schon rum!

Das wär geschafft, wir sind da! - Dank dem vollgefressenen Bonzen.

Schöne Apparatur, hm? - Ja, da sind die Deutschen tüchtig.

Besonders, wenn sie Amerikaner sind. Verstehst du was von der Anlage?

Natürlich! - Was ist denn das da?

Das ist die Gangschaltung und das ist der Hebel für die rechte Laufkette.

Und wozu ist das hier?

Was? - Das hier.

Das? Ja, das muss der... Dingsda sein.

Wenn ich wüsste, wo er hingegangen ist. - Hier bin ich.

Ich sprach vom Schuss, nicht von Ihnen!

Meinen Sie, ich schieße mit einem teuren Panzergeschoss nach Spatzen?

Diese Verbrecher! - Sabotage!

Was ist denn hier passiert? - Na, sieh doch, die Taube! Da oben!

Es sieht aus, als wär sie weggeflogen. - Rede doch keinen Quatsch.

Das ist eine Beleidigung des Volkes! Die Reaktion sprengte sie in die Luft!

Wir nehmen diese Beleidigung nicht hin!

Die Empörung des ganzen Volkes wird die gebührende Antwort geben!

Ich schließe mich dem Protest gegen das Attentat auf die Demokratie an!

Auf Ihren Protest pfeifen wir! Schmeißen Sie keine Bomben, Feigling!

Mitten im Wahlkampf war es normal, dass die durch die Explosion

aus dem Schlaf gerissenen Bewohner ihrer Gereiztheit Luft machten.

Aber da schrie jemand, sie sollten aufhören.

Es sei nicht der richtige Augenblick, so einen Lärm zu machen.

Dazu sei der Vorgang zu ernst, der sich nicht weit von hier abspiele.

Direkt vor dem Rathaus.

Dir wär‘s bestimmt lieber, er wär in einem Stall zur Welt gekommen,

als vor dem kommunistischen Amtsgebäude. - Gut, dass es nicht euer Gebäude war.

Das sage nicht! Es ist auf alle Fälle den Sternen näher.

Der große Tag kam näher.

Die Hauptakteure der Politik mussten immer häufiger in die Stadt,

um sich neue Direktiven beziehungsweise Propaganda-Material zu holen.

Ebenso Don Camillo! Und einmal versäumte er bei der Rückkehr den Zug.

Er musste sich auf die Straße stellen und sich als Anhalter versuchen.

Ihr Schufte! Es lebe der Sozialismus! Verzeih mir, Herr.

Das ist mir nur so rausgerutscht. Das Laufen fällt einem Priester schwer,

wenn er Hühneraugen hat.

Bürgermeister! Ich hab dich nicht erkannt.

Ich Sie auch nicht. - Hätt ich gesehen...

Ja, ich auch. - Sehr freundlich von dir.

Ist das ein russischer Wagen?

Ja, die Russen.

Ist das der Typ, den ihr jedem Arbeiter schenken werdet?

Womit läuft er denn? Mit Benzin?

Oder mit Wahlversprechungen?

Sag mal, wieso ist eigentlich deine Sekretärin nicht mitgefahren?

Ist sie zu Hause geblieben, um deine nächste Wahlrede auszuarbeiten?

Was machst du denn? - Nichts!

Steigen Sie aus und warten Sie auf den Wagen des Vatikans. Los, raus!

Haben Sie eine kleine Panne, Herr Bürgermeister?

Wenn der Wagen des Vatikans vorbeikommt, könnte er Sie vielleicht abschleppen.

Darf ich bitten?

He, du tust mir wirklich Leid! Schieb doch mal von hinten.

Das da vom mach ich schon.

Mach ich schon.

He! He! Stehen bleiben!

Wenn du 'n Augenblick wartest, hält vielleicht der Wagen des Kreml an.

He, warte! Warte!

Aber an diesem Tage nahm der Wagen des Kreml wohl doch einen anderen Weg.

Peppones Galle schäumte über. In dem Auto war empfindliche Ware!

Peppones Ehrgeiz hatte nicht die Ausmaße seines Wahlplakates.

Auf das Maß der 2 mal 3 Meter schätzte er die menschliche Dummheit.

Wenn die Leute den Schnaps am meisten trinken, dessen Werbeplakate

den größten Flächeninhalt aufweisen, so kalkulierte er, dass die Wähler

den Kandidaten wählen, dessen Konterfei die größten Dimensionen hatte.

Kurz: Peppone war sicher, dass unter der neuen roten Friedenstaube

sein Gesicht einen unwiderstehlichen Eindruck machen würde.

Und in der Tat, es machte ihn!

Was sagst du dazu, Chef?

Diesmal bezahlt er, verlass dich drauf!

Es war logisch! Ein derartiger Scherz konnte von Peppone und seinen Genossen

nicht ruhig hingenommen werden. Und so wie es immer ist,

wenn die Politik in etwas hineinspielt, nahm auch hier die Posse...

den Ton der Tragödie an. - Hier gibt‘s nur eins:

Physische Vernichtung! - Du darfst dich nicht kompromittieren!

Am besten, wir losen. - Aber setzt auch meinen Namen drauf.

Wen‘s trifft, den trifft's! Und der handelt völlig selbständig.

Ohne Rückendeckung durch die Partei. Die Tat eines Einzelnen.

Wir anderen wissen von nichts.

Von diesem Augenblick an bespitzelten unbarmherzige Augen

den ahnungslosen Don Camillo und warteten auf eine günstige Gelegenheit.

Heute Abend war Don Camillo länger als sonst in der Kirche.

Er weiß selber nicht, wie es kam: Plötzlich war er eingeschlafen.

Das war nun eine große Unvorsichtigkeit von ihm.

Der Mann ging auf leisen Sohlen. Jeder Schritt verriet seine Erregung.

Unter dem Mantel verbarg er etwas.

Etwas, das er im richtigen Augenblick herausziehen würde.

Am Altar, ganz dicht bei Don Camillo, machte er sich ans Werk.

Mit allen Anzeichen eines Menschen, der sein Vorhaben ausführen wollte!

Kurze Zeit danach wurde die Stille der Nacht von einem Schrei durchbrochen,

der, wie später festgestellt wurde, nichts Menschliches hatte.

Ich hatte einen komischen Traum.

Ich hatte plötzlich das Bedürfnis, dir eine Kerze zu stiften.

Ich schlich heimlich zur kleinen Pforte und öffnete sie mit einem Dietrich.

So wie ein Einbrecher. Träume sind eigentlich was Seltsames.

Gewiss. Besonders die, in denen mir wirklich Kerzen gebracht werden.

Herr, das hier ist aber kein Traum. - Schau dich um, Don Camillo.

Das ist der Hut von Peppone! Dann war er es, der mit dem Dietrich...

Don Camillo... lass den Hut liegen!

Und was soll ich damit? - Leg ihn wieder auf die Bank,

so als hätte ihn jemand hingetan, um den Platz zu belegen.

Eines Tages wird er zurückkehren. Und er wird ohne Dietrich kommen...

und durch das Hauptportal. - Das wäre zu schön.

Aber kurz darauf wurde Don Camillo grausam aus seinem Traum herausgerissen.

Wachset und mehret euch

Falls du es noch nicht gemerkt hast: Sie klauten die Hühner vor deiner Nase!

Don Camillo schrie Worte in die Nacht, die wir lieber nicht wiederholen.

Das meiste bekam der Wachhund Bello ab! Ein Wunder, dass sich sein Zorn

nicht auch gegen die Polizei richtete, die er benachrichtigt hatte.

Was ist denn passiert, Herr Pfarrer? - Man hat mich bestohlen!

Als ich um 9 Uhr in die Kirche ging, waren die Hühner noch da.

Als ich um 11 wiederkam, waren sie weg! - Haben Sie nichts gehört?

Wie denn? Erst habe ich Orgel gespielt und dann bin ich kurz eingeschlafen.

Haben Sie einen Verdacht? - Ja! Die Hühner wandern in einen Magen,

aber nicht in meinen. Und du kannst dir in Zukunft

deinen Leibriemen enger schnallen! Dem werd ich‘s zeigen!

Herr Wachtmeister. Herr Wachtmeister. Wenn Sie‘s interessiert:

Um halb 11 ging ein Mann mit einem schwarzen Umhang in den Pfarrgarten

und kam um 11 wieder heraus. - Unter dem Mantel hatte er bestimmt

alle 5 Hühner. - Wie sah er aus?

Er sah aus wie der Bürgermeister. - Er war‘s sicher, denn als er rauskam,

hatte er seinen Hut nicht mehr auf. - Schön! Aber sagt vorläufig keinem was!

Ein trauriger Tag für Don Camillo.

Der Diebstahl des Siegesbratens wog für ihn schwerer als die Niederlage.

Dazu kam das Gefühl seiner Ohnmacht. Was nutzte ihm der Verdacht ohne Beweis?

Seine Wut brachte ihn einem Schlaganfall nahe.

Am Abend brachte ihm sein Geheimdienst eine sichere Information.

Die Frau sah es mit ihren eigenen Augen und sie würde es auch beschwören.

Von ihr erfuhr er, wo seine Hühner ihr Ende fanden.

Wie gesagt, ich gucke durchs Fenster und sehe, wie er schnarcht.

Ich sage noch: ”Da sind wir!"... da kommtjemand in die Kirche hinein.

Wer? - Irgend so ein alter, frommer Trottel.

Chef, pass auf! Du erstickst noch an den Pfaffenhühnern!

Das Gesicht von Don Camillo hätte ich sehen mögen!

Guten Abend, meine Kinder!

Ich wollte mit dem Bürgermeister reden, über die Emeiterung des Altersheims.

Aber es ist wohl nicht möglich, er hat wieder mal den Mund zu voll.

Im Gegenteil! Niemals verhandelt es sich besser als mit vollem Mund.

Setzen Sie sich doch. Wie wär‘s mit diesem Prachtstück?

Kleine Magenverstimmung.

Von Moskau gekauft!

Das war nicht nötig. - Wieso? Das war sehr nötig.

Heute Nacht wird er vor Wut platzen! Er hat keine Beweise! - Stimmt.

Hühner sehen alle gleich aus. Die haben keine Fahrgestellnummer.

Hier, sollst auch was haben! Hast es verdient.

Entschuldigen Sie die Störung! Ich muss Sie einen Augenblick sprechen.

In einer privaten Sache. - Ich habe keine Geheimnisse.

Kommen Sie näher. Bitte.

Es handelt sich Don Camillos Hühner. Der Diebstahl wurde zwischen 9 und 11

in der Nacht ausgeführt. Das steht fest! - Ja, aber was hab ich damit zu tun?

Jemand sah Sie in den Pfarrgarten gehen. Um halb 11. Um 11 kamen Sie wieder raus.

Ach, das ist eine infame Verleumdung. - Sie bestreiten also,

um 10.30 Uhr den Pfarrgarten betreten und ihn um 11 Uhr verlassen zu haben?

Hören Sie, ich bestreite, die Hühner gestohlen zu haben.

Schön.

Das glaube ich, wenn Sie mir sagen, was Sie nachts im Pfarrgarten taten.

Das brauche ich Ihnen nicht zu sagen, das sind persönliche Angelegenheiten.

Herr Bürgermeister, woher stammen die Hühner?

Ich meine die da, die weißen! - Ich habe noch kein Hühnerstammbuch.

Fragen Sie sie doch selber. - Der Amtsrichter wird sie fragen.

Gute Nacht, Herr Bürgermeister. - Gute Nacht, Herr Wachtmeister.

Dumme Sache für dich, Chef. - Ich nehme das Ganze auf meine Kappe.

Nur mich sah man! Am Ende heißt es doch, die ganze Idee sei von mir.

Und? Was hast du im Pfarrgarten gemacht? - Das ist meine persönliche Sache!

In Zeiten der Wahl kann man alles in den allgemeinen Suppentopf werfen.

Auch ein paar gestohlene Hühner. Peppones Gegnern kam das sehr gelegen.

Die Gesetzmaschinerie war in Bewegung. Der ganze Ort kam, außer Don Camillo.

Eine Frage des Taktes. - Nein, nein, ich will nicht hin!

Ich kann einfach nicht hin! Einen Gegner zur Strecke bringen, schön.

Aber... ihn demütigen: Niemals! - Peppone wird also verurteilt werden.

Tja!

Das 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen! Steht im Evangelium.

Peppone ist unschuldig. Er war hier, während sie dir die Hühner stahlen.

Und du hast ihn gesehen. - Nun...

Ich... habe nichts gesehen. Ich habe geträumt.

Träume lassen keine Hüte liegen. - Schön, er war hier. Warum schweigt er?

Weil sie es ihm nicht glauben würden. Du würdest zulassen,

dass ein Mann seine Ehre verliert, bloß weil ein Hühnchen gegessen wurde?

Bloß ein Hühnchen? Bloß ein Hühnchen...

Politisch gesprochen hat dieses Hühnchen in der augenblicklichen Wahlkampf—Phase

inzwischen die Größe eines Elefanten! Peppone wird deswegen verurteilt.

Wenn er rechtskräftig verurteilt ist, kann er nicht mehr Abgeordneter werden.

Ist das klar?

Was willst du denn? - Sie was bitten.

Möchtest du zusehen, wie dein Vater seine Prüfung als Hühnerdieb ablegt?

Papa ist bestimmt kein Dieb! - Ich bin nicht dazu da, die Dummheiten

deines Vaters zu reparieren. - Don Camillo!

Jesus, dürfen Kinder Politik machen? - Don Camillo...

Um deinen Vater zu retten, bete, dass er bei der Wahl durchfällt.

Gegrüßt seiest du Maria, du bist voller Gnade, der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht...

Ruhe! Ruhe! Oder ich lasse sofort den Saal räumen!

Die Ausführungen des Wachtmeisters lassen keinen Zweifel offen.

Sie sind mit dem gestohlenen Gut in der Tasche angetroffen worden.

Entschuldigung, ich wollte sagen: Auf dem Teller. Ruhe!

Und Sie sagten dem Wachtmeister nicht, auf welche Weise Sie die Zeit

zwischen halb 11 und 11 zubrachten. Haben Sie dazu etwas zu sagen?

Nein. - Sie wollen uns nichts sagen?

Nein, ich will nichts sagen. Es ist eine reine Gefühlssache.

Sie erledigen also Ihre Gefühlssachen hinter Hühnerställen? Ruhe! Ruhe!

Ja, gut. Der von der Verteidigung beantragte Zeuge wird zugelassen.

Lassen Sie den Zeugen eintreten. Sie können sich setzen.

Schwören Sie, die Wahrheit zu sagen, die reine Wahrheit...

und nichts als die Wahrheit? - Ich schwöre.

Sie wollten eine Erklärung abgeben. - Ja. Als die Hühner gestohlen wurden,

war Giuseppe Bottazzi, der Angeklagte, bei mir in der Kirche.

Ruhe!

Warum sagten Sie das nicht früher?

Alles, was sich in der Kirche zwischen Gläubigem und Priester abspielt,

gehört nicht in die Öffentlichkeit. - Zu welchem Zweck kam der Angeklagte

zu dieser Zeit in die Kirche?

Der Mensch kann sich jederzeit Gott nähern, auch nachts.

Aber warum gab der Beschuldigte zu, dass er zwar in Ihrem Garten,

aber nicht in der Kirche war. - Die Politik, Herr Amtsrichter.

Der Angeklagte Bottazzi ist der Chef der Kommunisten und besucht die Kirche,

ohne dass die Genossen es wissen. Es ist unmöglich, in die Kirche zu gehen

und gleichzeitig das Messer gegen die Pfaffen zu wetzen. Verstehen Sie?

Deshalb ging er durch den Garten hinein. - Und benutzte die kleine Pforte.

Er kam, wann er wollte. Er hatte den Schlüssel.

Der, ein Hühnerdieb? Und seine Genossen als Helfer?

Ich kenne sie alle nur als herzensfromme und gottesfürchtige Kinder.

Am Tage sind sie fluchende Kommunisten, aber in der Nacht kommen sie

und bitten Gott um Verzeihung. Sie weinen und ich muss sie trösten.

Und wenn ich sie getröstet habe, scheiden sie von mir in Frieden.

Und zum Abschied schenke ich ihnen ein Heiligenbildchen.

Ich habe in jener Nacht vergessen, ihm ein Bildchen zu schenken.

Dabei verdient er es ganz besonders.

Es ist die heilige Barbara, die Schutzheilige der Artilleristen.

Auf Wiedersehen, Herr Amtsrichter.

Auf Wiedersehen, meine lieben Kinder.

Warum so schlechter Laune, Genosse? Es ist doch alles in Ordnung.

Du bist freigesprochen. - Der Pfaffe machte mich lächerlich!

Ich bin nur noch eine komische Figur. - Irrtum, Genosse.

Den einfachen Leuten sind Kommunisten, die in die Kirche gehen, sympathisch!

Don Camillo wird dir eine Menge Stimmen einbringen.

Die Genossin Clothilde besaß neben manchen hervorstehenden Eigenschaften

auch eine starke Persönlichkeit. Peppone war ihrem Wesen erlegen.

Ein Wort von ihr hatte genügt, ihn zu trösten.

Unter der rauen Schale schlug in seiner Brust ein welches, empfindsames Herz.

An diesem Abend war er scheinbar bereit, sein Herz sprechen zu lassen.

Warum haben wir hier angehalten? - Weil... ich dich was fragen wollte.

Frag doch!

Genossin...

Glaubst du, ich werd es noch erleben, wie die proletarische Revolution

siegreich über unser Land hinwegbraust? Bei dir besteht ja kein Zweifel.

Du bist noch jung. - Männer wie du führen uns zum Siege.

Die Männer deiner Generation. Die Männer von 50 Jahren.

49.

Ihr seid die Repräsentanten der Festigkeit und der Stärke.

Ich muss dir sogar etwas gestehen. Die jungen Männer enttäuschen mich.

Genossin, auch ich möchte dir ein Geständnis machen.

Aber... - Sprich!

Eine ziemlich schwierige Sache. - Hast du kein Vertrauen zu mir?

Doch!

Ich habe... Genossin... - Sag‘s doch!

Der Absatz unserer Zeitung ist zurückgegangen.

Was hast du denn, Genossin? - Was soll ich haben?

Du denkst an was Bestimmtes. - Ja. Ich denke daran,

wie schön es für unsere Partei ist, Männer wie dich in den Reihen zu haben.

Die nur für ihre Idee und in der absoluten Gewissheit des Sieges leben.

So, und jetzt kehren wir um und reden über die Schwerindustrie

und die Atomforschung der Sowjetunion. - Ja, Genossin.

Die Schüchternheit auf diesem Gebiet war nicht für alle ein Beweis,

dass Peppone nur in politischer Hinsicht an der Sekretärin interessiert war.

Wer näher mit ihm zusammenlebte, stellte eher das Gegenteil fest.

So war sein Verbrauch an Haarpomade seit dem Auftauchen dieserjungen Dame

beträchtlich gestiegen. Und so kam es, dass Don Camillo eines Abends

eine Person in die Kirche kommen sah, auf die er wirklich nicht gefasst war.

Das istja die Frau des Bürgermeisters. Seit Jahren ist sie nicht hier gewesen.

Das letzte Mal war es bei der Taufe des Kindes. Was WIII sie hier?

Die Ärmste. Entschuldige!

Vielleicht kann ich doch etwas für sie tun!

Entschuldigen Sie, sind Sie nicht die Frau des neuen Volksschullehrers?

Mir ist nicht zum Scherzen, Hochwürden! Sie wissen genau,

ich bin die Frau des Bürgermeisters. - Ach, entschuldigen Sie.

Ich glaubte, die Frau des Bürgermeisters sei eine junge Brünette...

Sie wissen nicht, wie mir ums Herz ist. Seit sie da ist,

habe ich keine Ruhe mehr. - Sie sind ungerecht, Genossin.

Ihr Mann gehört nicht mehr Ihnen allein. Ein Vertreter des Volks gehört dem Volk.

Sie wollten einen Abgeordneten zum Mann, dann müssen Sie auch die Folgen tragen.

Und zwar mit Fassung. - Ich habe es satt, dauernd zu ertragen.

Ich fahre weg. Noch heute Abend. Ich fahre nach Hause zu meiner Mutter.

Gib mir die Kraft, mich von meinen Kindern zu trennen.

Zünden Sie sie für mich an!

Eine dafür, dass du ihr den Mut gegeben hast wegzugehen.

Und eine, dass sie die Kraft findet zurückzukehren.

Don Camillo! Don Camillo!

Ach, du bist's! - Wo ist meine Frau?

Welche? Die alte oder die neue? - Sie muss hier sein. Sie wurde gesehen.

Die Mutter deiner Kinder war hier, ja. Aber dann ging sie wieder nach Hause.

Da ist sie nicht mehr! Sie ist verschwunden! Lesen Sie!

Jetzt, wo du eine Sekretärin hast, brauchst du ja keine Frau mehr. Adieu, Maria.

Heiliger Himmel! Vorhin nahm ich das nicht so ernst.

Sie sagte zwar, sie wolle... - Was wollte sie?

Was wollte sie? - Sich ins Wasser stürzen!

Maria! Maria!

Herr, ich habe nur zu seinem Hell geschwindelt.

Maria! Maria!

Maria. Nein, hier ist sie nicht. - Das Fahrrad aber auch nicht.

Wenn einer sich umbringt, steigt er ab. Wenn man wüsste, wo sie ins Wasser WIII.

Vielleicht an der anderen Brücke? - Wenn sie sich umbringt, tu ich‘s auch!

Keine üble Idee! - Keine dummen Witze!

Was verstehen Sie überhaupt von Frauen? - Du hast deine noch sehr gern.

Lass mich nur machen. Komm, weiter!

Da ist sie! - Ja, sie muss uns gesehen haben.

Maria!

Maria, halt doch an! Warte!

Was willst du von mir? Was willst du? - Was soll denn der Unsinn?

Los, nach Hause! - Ich lasse mich nicht mehr auslachen!

Was würdest du machen, wenn ich mir einen hübschen Sekretär nehmen würde?

Was hab ich damit zu tun? Die Partei gab mir diese Frau! Komm!

Behalte sie! Wenn du Abgeordneter bist, kannst du sie ja heiraten.

Ich werde nicht für dich stimmen! - Beruhigen Sie sich!

Für den Priester stimme ich! - Gut, aber halt den Mund und komm mit!

Gehen Sie ruhig nach Haus, Signora! Noch ist er ja nicht Abgeordneter.

Als Bürgermeister muss er die Frau nicht tauschen. He! Und ich?

Diesmal können Sie wirklich warten, bis ein Wagen vom Vatikan vorbeikommt!

Don Camillo ärgerte sich nicht, denn er hatte sein Ziel erreicht.

Peppone würde nach diesem Abend nur eine Genossin in seiner Sekretärin sehen

und sich nicht mehr den Kopf voll Brillantine schmieren.

Herr, ich weiß, die Wege der Vorsehung sind unendlich.

Aber 25 km für einen schwachen Priester sind auch eine sehr schöne Leistung.

Die 25 km wären ihm schwerer gefallen, wenn er nicht das Gefühl gehabt hätte,

dass Peppone eine Stimme verloren hat. Eine Stimme konnte entscheidend sein.

Gib alles, Bartali!

Schon sind wir am Ende. Der große Tag ist nahe.

Es handelt sich nur noch um Stunden. Die großen Kanonen aller Parteien

haben ihr Feuemerk verschossen, nur Don Camillo hielt seins in Reserve,

um es am Vorabend der Wahl abzufeuern. Er wusste, dass es wichtig ist,

das letzte Wort zu haben. Auch wenn es ein anderer spricht.

Morgen schreitet ihr zur Wahl, Mitbürger! Tut eure Pflicht!

Wer nicht wählt, wählt die Liste der Kommunisten!

Hört auf die Stimme eures Gewissens! Denkt daran: Auch wenn die Wahlzelle

noch so dicht verhangen ist, Gott sieht euch!

Doch Stalin nicht! - Er redet weiter!

Smilzo, sieh zu, dass der Kerl aufhört! Wenn er das Abkommen nicht einhält,

dann gibt es noch andere Mittel! - Genau!

Man müsste die Rede verhindern. - Soll ich wieder alle Glocken läuten?

Herr Pfarrer, es ist 5! Zeit, den Hahn zuzumachen.

Ja, nach Moskauer Zeit. 10 vor 5 nach römischer Zeit.

Wir haben noch 10 Minuten. Adieu!

Also, auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen, Hochwürden.

Mitbürger! Denkt immer dran:

Nur die dümmsten Kälber... wählen ihren Schlächter selber!

Wer wählt Peppone, wählt die blaue Bohne. Ende!

Verehrte Hörer, Sie hören nach kurzer Pause die Stimme Russlands!

Aber zuerst werdet ihr die Stimme Peppones hören!

Mitbürger, Arbeiter!

Bevor ich euch den unabhängigen Freund des Volkes vorstelle,

den Rechtsanwalt Gerati... nur noch zwei Worte...

an die klerikale Reaktion, an die Kriegshetzer,

an die Wall-Street-Agenten, die wir alle ganz genau kennen!

Diese schwarzen Raben, die von Vaterland sprechen...

Herr, halte mich fest! - Von vom Feinde bedrohten Grenzen...

und von anderem patriotischem Quatsch, denen rufen wir zu:

Das Vaterland sind wir! Jawohl, wir sind das Vaterland!

Das Vaterland ist das Volk! Und dieses Volk wird niemals...

gegen das Land des ruhmreichen Sozialismus die Waffen erheben!

Was unserem unterdrückten Proletariat die Freiheit bringen wird...

und die Gerechtigkeit!

Und lhrjungen Männer, die ihr in die stinkenden Kasernen geht,

werdet ihnen, die euch die Waffen in die Hand drücken

und versuchen, euch für ihre schmutzigen Zwecke zu missbrauchen, sagen...

dass ihr nicht für sie kämpfen wollt! Ihr werdet ihnen sagen,

dass es für einen Arbeiter ehrlos ist. Ihr werdet diesen Kriegstreibern...

Ihr werdet sagen, dass eure Väter unser heißgeliebtes Vaterland

mit todesmutiger Tapferkeit gegen den eindringenden Feind verteidigten,

als er die heiligen Grenzen überschritt. Wir 99er haben gekämpft in der Hölle

des Monte Grappa, in den Steinwüsten des Karstes und am Piave!

Das Feuer unseres Heldenmutes ist nicht erloschen und sollte wieder einmal

die Stunde schlagen, sollte uns das Vaterland zu den Waffen rufen,

wird unsere Antwort sein: Zur Stelle! - Zur Stelle!

Wir Alten, die die Tapferkeitsmedaille stolz auf der Brust tragen,

werden zusammen mit den Jungen kämpfen! Unser Leben wollen wir opfern!

Zum Ruhme unseres Vaterlandes! Wir werden kämpfen,

wann immer wir gerufen werden!

Mit dem Fall unserer Leiber werden wir unser Land schützen!

Bereit zu jedem Opfer, verteidigen wir unser Vaterland Italien gegen jeden,

der seine Grenzen überschreitet, gegen den Feind aus West und Ost!

Lieber sterben, als nicht frei zu sein! Das sei heute unser Schwur...

in unwandelbarer Treue zu König und Vaterland! Es lebe die Republik!

Es lebe die Armee!

Nur keine Angst, Genosse. Die Massen lieben patriotische Phrasen.

Peppone wird viele Stimmen bekommen. - Hoffen wir.

Der große Tag ist nun vorbei. Die Wahlen haben stattgefunden...

und die Ergebnisse sind schon bekannt. Peppones Partei ist es nicht geglückt,

die absolute Mehrheit zu erreichen und Don Camillo sollte zufrieden sein.

Stattdessen ist seine Unruhe nur größer geworden.

Da spielst du nun dauernd Musik, statt mir zu sagen, ob Peppone durchkam!

Wir geben nun die zweite Namensliste der gewählten Abgeordneten bekannt.

Front des Friedens, 25. Kreis, Liste 9:

”Albertoni, Marco; Arc, Putino;" “Vici, Franco; Bottazzi..."

Ja!

Herr, Peppone ist gewählt! Wohl weil er eine Kerze gebracht hat.

Mit der Wurst nach Speckseiten werfen.

Wenn eine Kerze von einem Kilo genügt, um Abgeordneter zu werden,

dann konnte sich Stalin mit einer von 20 Zentnern zum Papst wählen lassen!

Armer Don Camillo. Du bist so wütend, dass du nicht einmal merkst,

wie gotteslästerlich deine Worte sind.

Du hast Recht, Herr. Verzeih!

Der Schlag war aber so hart für mich, dass mein Verstand gelitten hat.

Ich bin nur gekommen, um mir den Hut zu holen.

Hast du gesehen, Don Camillo? Ich habe dirja gesagt, er kommt wieder.

Und vier von den Seinen kamen mit ihm. - Ob gekommen oder nicht, fest steht:

Er hat wieder gesiegt! - Ich habe wieder gesiegt.

Du siegst, er siegt. Und ich, Herr? Was spiele ich dabei für eine Rolle?

Don Camillo, ich will so tun, als hätte ich das nicht gehört.

Bürgermeister, Abgeordneter. Abgeordneter, Bürgermeister.

Signor Bottazzi ist Bürgermeister, aber Signor Peppone ist Abgeordneter.

Da stimmt was nicht. Sehen wir noch mal.

Die Sitzung des Gemeinderates versprach sehr dramatisch zu werden.

Die Opposition würde den Rücktritt des Bürgermeisters verlangen.

Und Peppone und die Seinen waren bereit, die Stellung zu verteidigen,

auch auf die Gefahr hin, eine Revolution zu entfesseln.

Wenn die Opposition auf ihre Forderung besteht, geht die Welt unter.

An dem Bissen werden sie sich sämtliche Zähne ausbrechen!

Sie wollen den Bürgermeister loswerden.

In der Hoffnung, eine von ihren Flaschen auf seinen Platz zu setzen.

Wenn es einer wagt, seinen Rücktritt zu fordern,

dann schmeiße ich ihn zum Fenster raus! - Eine löbliche Absicht.

Wenn du einen aus dem Fenster wirfst, dann werfe ich dich vom Dach.

Auch euer beschränkter Verstand müsste einsehen, dass Peppone nicht

doppelten Schaden anrichten darf. Als Bürgermeister und als Abgeordneter.

Laut Gesetz muss er sich entscheiden. - Dann sage ich Ihnen...

Was?

Da kommt Peppone!

Bevor ich die Sitzung eröffne, möchte ich eine Erklärung abgeben.

Morgen früh... fahre ich nach Rom. Gleichzeitig erkläre ich...

meinen Rücktritt als Bürgermeister.

Entsprechend der Verfassung und den Gesetzen des Landes.

Ist die Opposition nun zufrieden?

Die Opposition wäre weitaus zufriedener, wenn Sie nicht abgetreten wären.

Zum ersten Mai hatte die Opposition den Beifall der Mehrheit.

Einschließlich aller Roten. Und damit schloss die Sitzung,

weil alles gesagt worden war, was zu sagen war.

Peppone konnte beruhigt zu Bett gehen, um Kräfte für seine Reise zu sammeln.

Guten Morgen, Chef. - Morgen, Leute.

Ein Mann mit Familie fährt nicht weg und spielt den Abgeordneten.

Auf Wiedersehen, Papi! Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen, Papi!

Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!

Auf Wiedersehen, Papi! Auf Wiedersehen!

Auf Wiedersehen, Herr Bürgermeister!

Was ist denn? Ihr macht ja ein Gesicht, als ob ihr mich beerdigen wollt.

Wir arbeiteten so viele Jahre zusammen. Wir sind traurig.

Sentimentalität ist ein bürgerliches Überbleibsel und unwürdig

der proletarischen Geisteshaltung. - Leb wohl, Chef!

Gute Reise!

Du, Genossin? - Meine Mission ist beendet.

Ich fahre ins Hauptquartier. Nach Rom.

Boretto!

Was machen Sie denn hier? Was wollen Sie?

Du bist damals auch gekommen, als ich in die Verbannung ging.

Nun bist du es, der geht. - Ich gehe, weil ich gesiegt habe.

Nicht, weil ich verloren habe. - Deine Frau hast du verloren.

Und deine Gemeinde, in der du jemand warst. Und was hast du gewonnen?

Dass du ein namenloses Etwas bist, ‘ne Zahl in einem Abstimmungsergebnis.

Ich werde immer der sein, der ich bin. - So? Na, dann denke daran,

wenn du stumpfsinnig und dösend im Saal sitzt, wie in der Schule...

und dir vorstellst, was alles du zurückgelassen hast.

Wie sehr wird er dir morgens fehlen, der Blick aus dem Fenster beim Rasieren.

Du wirst an deinen Ärger denken... als Bürgermeister.

Und wie schön die Sonntage waren. Und du wirst bestimmt an mich denken,

den du am liebsten umbringen möchtest, dessen Faust du aber brauchst!

Der deinen Ochsenschädel zurechtrückt! - Meine Faust werden Sie spüren,

wenn ich zurückkehre! - Du kehrst nie zurück!

Deshalb sage ich auch nicht: Auf Wiedersehen, Peppone.

Ich rufe dir nur zu: Viel Spaß, Herr Abgeordneter!

Gepäckträger! Gepäckträger!

Bin schon da!

Haben Sie gerufen, Herr Abgeordneter? - Nein, der Bürgermeister.

Ah, sehr schön! Kommen Sie.

Nein, danke. Bedienung inbegriffen.

Oh nein. Nehmen Sie ruhig Ihre 5.000 Lire wieder. Sie sind falsch.

Da beginnt der ewige Wettlauf wieder, bei dem jeder so tut,

als ob er verzweifelt versucht, der Erste am Ziel zu sein.

Doch wenn der eine zurückbleibt, dann wartet der andere.

Uns bleibt nur zu wünschen und zu hoffen,

dass es zu keiner ernsthaften Panne kommt.

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