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DIE VERGELTUNG DES ROTEN KORSAREN
Gegen Ende des 18. Jhd. endeten die Kriege zwischen Spanien und den anderen Seemächten.
Aber im Caribischen Meer dröhnten noch immer die Kanonen!
Manche Schuld war noch nicht getilgt und mancher Verräter noch nicht bestraft.
Enrico di Ventimiglia war einer von denen, für die der Friede noch nicht begonnen hatte.
In der Maske des Gesetzlosen - als Pirat - kämpfte er für die Wiederherstellung der Gesetze.
Er machte mit seinen Korsaren die Meere unsicher, aber nicht um nach Beute zu jagen,
sondern um das Recht wieder auf seinen Thron zu setzen.
Ihr seid erledigt! Ergebt euch!
Werft die Waffen weg! Sonst werdet ihr es bereuen.
Stellt das Feuer ein!
Hände hoch!
Ich ergebe mich.
Lieber wäre ich im Kampf gefallen, als euch meinen Degen zu geben.
Ihr habt euch tapfer geschlagen, Kapitän.
Die Grafen di Ventimiglia respektieren ehrenhafte Gegner.
Dann seid Ihr also der Sohn des roten Korsaren?
Fast 15 Jahre ist mein Vater schon tot, aber er ist nicht vergessen.
Nie hatte ich einen ehrenhafteren Gegner.
Er war edel und großmütig. Trotzdem habt ihr Spanier ihn aufgehängt.
Mendoza! 10 Mann in den Mastkorb, den Rest unter Deck und in Schanzen.
Ich bitte nicht um Gnade, aber bitte verschont die Frauen an Bord.
Die Ladung der Galeone gehört euch. - Ihr könnt beruhigt sein, Kapitän.
Ich mache keinen Gebrauch von meinem Recht.
Ich bin hier, um einen Mann zu fangen, den Ihr an Bord habt.
Einen Verräter.
Sobald ich ihn gefunden habe, könnt Ihr weitersegeln.
Durchsucht das Schiff! Jeden Winkel! Er darf nicht entkommen! Klar ist:
Keiner vergreift sich an einem Passagier oder seinem Eigentum.
Verstanden?
Wenn sie mich finden, hängen sie mich. Rette mich! Ich flehe dich an.
Sag, ich sei über Bord gefallen. - Fabelhafte Idee.
Wenn sie dich finden, hängen sie mich auch auf. Du verlangst viel von mir.
Was bringt es mir, dich zu retten? - Ich entlohne dich fürstlich.
Ich bin reich. Das weiß keiner. Ich habe Diamanten versteckt.
Wo denn? - Hier im Griff meines Dolches.
Ich gebe dir 2 Diamanten, wenn du mich rettest.
Du hast doch sicher mehr. - Nur 8.
Nein 10.
Ich will 5. - Aber ...
Ich hab auch schon eine Idee.
Hilfe! Hilfe! Lasst mich los, ihr Schurken!
Habt Gnade mit mir! Lieber bin ich tot.
Was schreit Ihr denn so? Beruhigt Euch. Wir krümmen Euch kein Haar.
Wir suchen nur einen Mann. Von Euch wollen wir gar nichts.
Seid ihr denn keine Piraten, die rauben und plündern?
Nein, Signora, keine Sorge. Bitte geht wieder in Eure Kabine zurück.
Es wird Euch keiner mehr belästigen. - Oh! Meine Herrin!
Er muss unten sein.
Die Beute hat sich gelohnt.
Das dürften mindestens 70.000 Dublonen sein.
Ja, wenn nicht sogar 80.000.
Verteil die Summe unter die Mannschaft.
Den Wert der Galeone zahle ich aus meiner Tasche.
Mein Name ist Juan Herero. Ich bin Kaufmann.
In den Bordpapieren steht: Ihr habt Euch mit Van Hais eingeschifft.
Wo ist er? - Ich weiß es nicht.
Ich sah ihn nicht mehr. - Erzähl uns keine Märchen!
Es ist aber so. Während des Gefechts verschwand er.
Sieh an! - Vielleicht fiel er über Bord?
Du!
Ja, dort.
Ja, das ist der Bursche. Dieses Schwarze gibt es nur einmal.
Vorwärts! Beweg dich ein bisschen!
Es war fürchterlich, entsetzlich! Sie wollten mich mitnehmen.
Wer weiß, was sie dann mit mir gemacht hätten? Oh, hatte ich Angst!
Beruhige dich, Isabella. Nicht weinen.
Was fällt Euch ein, hier einzudringen? Wer seid Ihr?
Nicht so unfreundlich. Aber mutige Frauen gefallen mir. Sie haben Feuer.
Schert Euch sofort hinaus! - Ganz ruhig. Ich muss alles durchsuchen.
Mein Kapitän ist hinter seinem schlimmsten Feind her.
Die Kabine einer schönen Frau ist ein sicheres Versteck für einen Mann.
Ich sagte, dass Ihr rausgehen sollt. - Ich schwöre: Hier ist niemand.
Halte gefälligst deinen Schnabel!
Hofft Ihr, ihn da drin zu finden?
Lasst den Schmuck liegen!
Euer Kapitän sagte ... - Ich pfeif auf meinen Kapitän.
Mein Kapitän sucht einen Verräter. Und ich suche eben Schmuck.
Und schöne Frauen.
Hilfe, lasst mich los! - Kapitän, wir haben ihn.
Endlich habe ich das Gelübde erfüllt, das ich meinem Vater gab.
Ich danke dir, Mendoza. - Verräter!
Hilfe! Lasst mich los!
Habt Erbarmen!
Nein! Lasst mich los!
Erbarmen! Hilfe!
Einen Augenblick.
Bindet ihn an den Mast!
Er wird nach den ungeschriebenen Gesetzen der Korsaren gerichtet.
Hilfe! Hilfe! Lasst mich los!
Lass mich los, sage ich.
Nein! Ich will nicht!
Lass mich los!
Au! Hilfe!
Gib her. Das kriegst du nicht.
Das wirst du mir büßen. Ich riskierte mein Leben, um deine Beute zu fischen
Jetzt will ich meine haben. - Du bekommst deinen Anteil wie alle.
Und du nimmst dir den fettesten Bissen?
Für die Frau kriegst du mehr Lösegeld als die Galeone wert ist.
Ist das deine Ansicht? Dann kämpfe um sie!
(Dramatische Musik)
(Anfeuerungsrufe)
Vorsicht! - Pass auf!
Hat noch jemand Lust, sich meinen Befehlen zu widersetzen?
Ein dreifaches Hoch für unseren Kapitän!
Hoch! Hoch! Hoch!
(Viele Stimmen durcheinander)
Es tut mir leid, dass Eure Reise gestört wurde.
Ihr hättet mir diese Aufregungen ersparen können. - Wieso?
Wenn Ihr zu Hause geblieben wärt. - Das da drüben ist mein Haus.
Es wäre mir eine Ehre, Euch dort zu begrüßen.
So leicht täuscht Ihr mich nicht. Ich weiß, was mich erwartet.
Wie viel Lösegeld verlangt Ihr für mich? - Ihr habt keinen Preis.
Ich fahre nicht zur See, um Geld zu erbeuten. - Also aus Mordlust?
Nein. Nur um der Gerechtigkeit willen.
Ist es gerecht, mich als Gefangene auf Euer Schiff zu bringen?
Als Gefangene? - Hört gefälligst auf, zu lachen.
Ich bitte um Vergebung. Darf ich mich vorstellen? Graf di Ventimiglia
Es wäre mir eine Ehre gewesen, Euch als meinen Gast zu sehen.
Aber wenn Ihr nicht wollt, begleite ich Euch zu Eurer Kabine.
(Romantische Musik)
Ich wollte, wir wären auf meinem Schloss in Italien und nicht hier.
Dann würde ich Euch auf meinen Armen über die Schwelle tragen.
Verzeiht mir. - Ich glaube, ich muss um Verzeihung bitten.
Ich war ungerecht. Ich glaubte ... - Was?
Nicht so wichtig. Ich habe vorhin in Ihnen nur den Korsaren gesehen.
Und jetzt? - Jetzt hoffe ich, dass wir uns wiedersehen.
Um meine Unfreundlichkeit wieder gutzumachen. Mein Name ist ...
Bitte nicht. Eine so traumhafte Begegnung sollte namenlos sein.
Ich möchte nur durch Eure Schönheit mit Euch verbunden bleiben.
Auf Wiedersehen, Graf Ventimiglia.
Alles an Bord der Folgore! Wir räumen die Galeone.
Wir grüßen die Farben des alten Spanien.
Hoch! Hoch! Hoch! Hoch!
(Sehnsuchtsvolle Musik)
Somit ist dein Verrat erwiesen.
Das Gericht erklärt dich für schuldig, verurteilt dich zum Tode.
Hängt ihn auf! - Nein! Nein!
(Viele Stimmen durcheinander)
Ihr dürft mich nicht aufhängen. Ich bin doch einer von euch.
Ich bin unschuldig. Ich bin ein alter Korsar.
Daran hättest du denken sollen, als du deinen Hauptmann verraten hattest.
Ich wurde dazu gezwungen. Sie hätten mich gefoltert und umgebracht.
Ich kenn den Kurs der spanischen Galeonen. Ich mache euch reich.
Seinen Vater und seine Schwester kannst du nicht lebendig machen.
Seine Schwester doch nicht! - Du bist ein Verräter und Feigling.
Warum hört ihr auf das Geschwätz?
Ihr könnt mich nicht aufhängen. Hört mich an. Ich beschwöre euch.
Seine Schwester wurde damals nicht getötet.
Was hast du gesagt? - Ich habe es gesehen.
Ruhe! Seid ruhig! Jetzt kannst du sprechen.
Kapitän, Eure Schwester lebt noch. Ich habe sie gerettet.
Lasst mich dafür am Leben. - Er ist ein Verräter und Lügner.
Ich sage die Wahrheit. Ich sollte sie töten, tat es aber nicht.
Wo ist sie jetzt? - Nur ich allein weiß es.
Ich kann Euch zu ihr bringen. - Ich warne Euch.
Euer Vater vertraute ihm, und er ließ die Geiseln austauschen.
Sie wissen, was dann passierte.
(Alle schreien durcheinander.)
Ich verrate euch nicht. Wie sollte ich? Ihr habt mich doch in der Hand.
Ich verspreche: Ihr seht Eure Schwester wieder.
Dann könnt ihr mich wie einen Deserteur auf einer Insel aussetzen.
Und wenn du lügst, was dann? - Dann übergebt mich Euren Männern.
Dann sollen sie mit mir machen, was sie wollen.
Bitte segelt nach Maracaibo. Ihr werdet es nicht bereuen.
(Musik)
Seht Ihr, dass ich nicht gelogen habe? Hier ist das Sprechzimmer.
Und vor der Tür sitzt der alte Bettler. Wie ich es sagte.
Ich will ihm nur ein Almosen geben. Das wird uns Glück bringen.
Barmherzigkeit für einen Blinden.
Habt Mitleid mit einem Blinden. Danke für die milde Gabe. Gott segnet euch.
Na, so was!
Die beiden: Korsaren? Alarmiert die Wache?
Ja, das stimmt. Es wurde mal ein Kind hergebracht.
Ich erinnere mich gut an das kleine Mädchen. Ein hübsches blondes Baby.
Vor 17 Jahren, im Dezember? - Habt Ihr sie in Empfang genommen?
Nein. Es war Schwester ... Wie hieß sie nur? Wie war ihr Name?
Ich hab's: Schwester Angelika. - Und wo ist sie jetzt?
Im Himmel. Die Glückliche. - Was sagt Ihr?
Sie war 82 Jahre und so eine fromme Seele.
Ich dachte schon, Ihr meint das Mädchen.
Ich hole jetzt besser die Mutter Oberin. Sie weiß alles.
Kürzlich waren auch 2 Herren hier und erkundigten sich nach der Waise.
Zwei Herren? - Die Mutter Oberin erzählt es Euch. Entschuldigt mich.
Aha. Wer könnte sich wohl für meine Schwester interessieren?
Das frage ich mich auch. An der Sache ist irgend etwas faul.
Gott grüß Euch, Senore. - Meine Verehrung, Mutter.
Das Mädchen befindet sich in Cartagena. - In Cartagena?
Sie ist dort im Dienst der Marquesa di Montelimar.
Dasselbe sagte ich auch den 2 Herren, die kürzlich hier waren.
Das Kind wurde doch hier getauft. Auf welchen Namen?
(Schuss)
(Musik)
(Schreiende Frauen)
(Glockengeläut)
Schiff klarmachen!
Stellt das Feuer ein!
Achtung! Kanonen einfahren!
Takelage festzurren!
Jetzt sind wir außer Schussweite. - Das war verdammt brenzlig.
Dafür habe ich aber Gewissheit, dass meine Schwester noch lebt.
Ich muss sie finden, um jeden Preis. - Geht nicht nach Cartagena.
Man würde Euch umbringen, wie Euren Vater.
Ich will nicht, dass meine Tochter als Findelkind lebt.
Mendoza, die Folgore heißt ab heute Nuova Castilia.
Wir nehmen Kurs auf Cartagena. - Ihr riskiert sehr viel, Kapitän.
Sie ist doch nur Eure Halbschwester. Ihr habt sie nie gesehen.
Ihr wisst nicht einmal, wie sie heißt. Wie wollt Ihr sie erkennen?
In ihre Schulter ist ein Symbol tätowiert, das die Herren
von den Indios unterscheidet: eine Schlange, umkreist von 6 Sternen.
Wollen wir mal sehen. Dreh dich um.
Nur weiter so.
Ich glaube, man sollte die Schleifen abschneiden.
Aber die stehen mir so gut. Verzeiht, ich wollte sagen: Es ist sehr hübsch.
Gefällt es dir wirklich? - Es ist wunderschön. Ich erkenne mich kaum.
Habe ich deinen Geschmack getroffen? Ich brachte es aus Madrid mit.
Es gehört mir? Ich danke, Marquesa. Ihr seid viel zu gut zu mir.
Ich hab Euch sehr lieb. - Ich hab dich auch lieb, Neala.
Und jetzt wieder an die Arbeit. Hier.
Ich freue mich, dass Ihr nicht mehr trauert.
Ich habe lange gezögert.
Doch dann sagte ich mir: Einmal musst du endlich aufhören,
einem Ehemann nachzutrauern, den du kaum gekannt hast.
Ich müsste heucheln, und das mag ich nicht.
Wieso ist das Kleid zerrissen? - Ich hatte es auf dem Schiff an.
Korsaren sind nicht immer höflich. Lege es beiseite.
Ich schenke es Isabella. Nein, gib es noch mal her.
Ach, ich werde es doch lieber behalten.
Als Andenken.
An ein so abscheuliches Abenteuer? - Es war gar nicht so abscheulich.
"Eine Begegnung, die so traumhaft ist, muss namenlos sein."
(Klopfen)
Wer ist da? - Darf man eintreten?
Es ist Euer Bruder. - Komm rein, Miguel.
Neala, wir machen nachher weiter. Miguel! - Carmen!
Ich komme, um adieu zu sagen. - Schade, dass du schon wegfährst.
Wir hatten kaum was voneinander. Moment!
Weil ich so stolz auf deine Beförderung bin:
Wollte ich dem Kommandanten der Wache des Gouverneurs
ein passendes Geschenk mitbringen: eine Toledo-Klinge.
Das ist der wundervollste Degen der Welt, und du die beste Schwester.
Achtung, meine Frisur! - Du bist immer schön.
Wenn du nach Panama kommst, wirst du alle erobern, auch den Gouverneur.
Mir liegt nichts daran, dass mir mein Schwager den Hof macht.
Vielleicht kannst du dich für mich einsetzen?
Als Offizier brauche ich seine Zustimmung, wenn ich ...
Du hast doch nicht vor, zu heiraten? - Warum denn nicht?
Hast du wieder mal dein Herz verloren?
Diesmal ist es ernst. Wenn du wüsstest, wer es ist.
Ich will es nicht wissen. Sag es mir, wenn ich dich in Panama besuche
Solltest du ihren Namen bis dahin noch wissen.
Warum ziehst du das schöne neue Kleid nicht an? Es steht dir gut.
Das kann ich doch nicht immer anziehen.
Wieso? Die Marquesa trägt auch immer schöne Kleider.
Aber doch nicht immer dasselbe, Pepita.
(Klopfen)
Halte das!
Du bist es, Miguel. - Denkst du, ich fahre ohne Abschied?
Nein. Du musst endlich vernünftig sein.
Unser Traum kann nie in Erfüllung gehen.
Ich bin nicht adelig und weiß nicht einmal, wer meine Eltern sind.
Wie kann ich da in deine Familie aufgenommen werden?
Ich gebe dich nicht auf. Egal, wie meine Schwester dazu steht.
Hast du mit ihr gesprochen?
Ja, aber ohne deinen Namen zu nennen. Sie ließ mich nicht aussprechen.
Siehst du? Sie wird nie ihre Einwilligung geben.
Aber ja. Sie hält mich nur für leichtsinnig.
Aber du weißt, dass ich nur dich liebe.
Du wirst meine Frau. Ich schwöre es.
Wenn ich in Panama bin, bitte ich den Gouverneur um seine Zustimmung.
Wenn er sie nicht gibt, gehe ich zum König. Glaub mir: Alles wird gut.
Exzellenz! Sicher werdet Ihr mir eine Bitte gewähren.
Ich liebe ein Mädchen. Erlaubt mir, dass ich sie zu meiner Frau mache.
Was redet Ihr da? - Nichts, ich wollte nur ...
Ich dachte, Ihr sprecht mit Euch. Probiert Ihr eine Komödie?
Und Ihr spielt den Liebhaber? Die Rolle liegt Euch.
Für Euch bin ich der Hauptmann der Garde.
Ich muss den Gouverneur sprechen. Meldet mich bitte an.
Seine Exzellenz ist beschäftigt. Er empfängt die Gesandten der Darien.
Hoffentlich haben sie Schuhe an zu diesem feierlichen Anlass?
Ja, gewiss. Sie haben sie ausgezogen als Zeichen der Ehrerbietung.
Im Namen des Vizekönigs kann ich euch versichern:
Eure Prinzessin wird in 14 Tagen, an ihrem 18. Geburtstag, zurückgegeben.
Damit sie den Thron besteigen kann.
Unsere Augen würden leuchten, wenn sie nur einen kleinen Augenblick
das Antlitz unserer edlen Fürstin erblicken könnten.
Tut mir leid. Das ist unmöglich. Sie ist noch in Spanien.
Wir haben dafür gesorgt, dass sie wie eine Königin erzogen wird.
Obwohl sie die Tochter des Feindes ist: des Korsaren di Ventimiglia.
Nur weil wir ihre mütterlichen Ahnen ehren: unsere treuen Verbündeten.
Ihr werdet euch davon überzeugen, wenn ihr sie in 2 Wochen abholt.
In der Festung von Guayaquil übergebe ich euch die Prinzessin.
Möge die Macht Eures großen Königs Euch immer erleuchten.
Möge euren Wegen immer Glück beschieden sein.
Soll euch doch der Teufel holen.
Don Juan di Sassebo, Alkalde von Cartagena. - Soll reinkommen.
Eure Exzellenz scheinen nicht beglückt zu sein:
Über die Unterredung mit den Darien. Vermuten sie schon etwas?
Nein, vorläufig nicht. Aber ich mache mir Sorgen.
Vor 20 Tagen schickte ich Juan van Hais nach Maracaibo.
Diese Idioten sind noch nicht zurück.
Warum verliert Ihr mit der Suche nach dem Mädchen so viel Zeit?
Warum? Weil die Sache dem Vizekönig sehr am Herzen liegt.
Wenn Ihr sie findet, was sagt Ihr dann?
Liebes Kind, ich habe deinen Vater verraten und umgebracht.
Um Gouverneur zu werden. - Witzbold!
Nun stellt sich heraus, dass du die Thronerbin der Darien bist.
Bitte vergiss alles und teile den Kronschatz mit mir.
Was soll ich machen?
Dem Vizekönig sagen: Das Mädchen lebt nicht mehr?
Das wäre ein Fehler, denn das Mädchen lebt ja noch. - Was heißt das?
Und wenn es nicht lebt, wird es leben.
Das wäre genauso, als ob es so wäre. - Haltet Ihr mich zum Narren?
Das würde ich nie wagen. Ich kann mich auch deutlicher ausdrücken:
Ich meine die Prinzessin, die wir den Abgesandten vorstellen werden.
Ein vernünftiges Mädchen unserer Wahl, die das Spiel gern mitmacht.
Was die legitime Thronerbin der Darien angeht:
Wenn sie gestorben ist, umso besser. Wenn nicht, habe ich das Gefühl:
Ihr wird bald ein schwerer Unfall zustoßen.
Auf das Wohl der Fürstin der Darien. - Auf ihr Wohl.
(Klopfen)
Komm rein!
Wo seid ihr die ganze Zeit gewesen? - Die Reise war verhängnisvoll.
Korsaren enterten und beraubten uns. Mein Gefährte wurde gefangen.
Das interessiert mich nicht. Hast du die Informationen? - Ja, aber ...
Lebt sie? - Ja.
Wo ist sie? Wie heißt sie? - Sie heißt Neala.
Sie ist die Zofe der Marquesa di Montelimar.
Meiner Schwägerin.
Eure Pflichten als Alkalde von Cartagena rufen Euch sicher zurück
auf Euren Posten.
Ich gehorche, Exzellenz.
Soll ich Eurer schönen Schwägerin Grüße von Euch überbringen?
Ja, natürlich. Und ladet sie bitte in meinem Namen nach Panama ein.
Dort hätte sie das Vergnügen, ihrem Bruder nahe zu sein.
Und es würde ihr viel Aufregung ersparen.
(Höfische Musik)
Ich hoffe, dass Ihr mir wenigstens einen Tanz gewährt,
bevor Ihr zu Eurem Bruder nach Panama fahrt. Wann wollt Ihr reisen?
In 2 oder 3 Wochen.
Würdet Ihr gleich fahren, könnte ich Euch begleiten und schützen.
Habt Ihr Angst, dass mich jemand rauben könnte?
Die Abenteuer Eurer letzten Reise rechtfertigen meine Sorge.
Ihr müsst Furchtbares mitgemacht haben.
Wie sind die Korsaren eigentlich? Sie sind sicher roh und ungehobelt.
Im Gegenteil. Es gibt unter ihnen sogar richtige Edelleute.
Sie nennen diese Banditen, die Euch überfielen und beraubten, Edelleute?
Eure Großmut ist grenzenlos. - Aber sie hatten nichts geraubt.
Sie nahmen auch niemanden mit und verlangten kein Lösegeld.
Warum haben sie Euch dann geentert? - Sie suchten einen einstigen Korsaren
Einen gewissen Van Hais vielleicht? - Das weiß ich nicht.
Trotz Eurer auffallenden Begeisterung bin ich froh,
dass heute die Nuova Castilia im Hafen eingelaufen ist.
Sie wird uns vor den Korsaren beschützen.
Heute Abend sieht Anita de Almeria bezaubernd aus.
Sie will unbedingt, dass man ihre dunkle Herkunft übersieht.
Ich finde Sie reizend. - Wisst Ihr nicht, dass sie die Tochter ...?
So ein Glück: Heute gibt sie ein Fest. Mischen wir uns unter die Gäste
Gute Idee. Dann rede ich mit der Hausherrin, ohne Verdacht zu erregen
Aber wenn man Euch erkennt? - Bestimmt nicht. Hier ist niemand ...
Mich trifft der Schlag. Gut, dass wir sie rechtzeitig gesehen haben.
Verschwinden wir, ehe es zu spät ist. - Red nicht so blöd.
Ich bin Graf di Miranda, und Ihr seid meine Diener.
Diese Frau ... - Sei ganz ruhig. Sie wird mich nicht verraten.
Wann ist der Brief gekommen?
Vor einer Stunde. Ich wollte ihn Euch gleich bringen.
Van Hais wurde umgebracht, ehe wir einschreiten konnten.
Nach Aussage der Oberin erkundigten sich die Korsaren nach Neala.
Wir müssen das Mädchen noch heute in unsere Gewalt bringen.
Veranlasst sofort alles Nötige.
Graf Enrico di Miranda! Kommandant der Nuova Castilia.
Jetzt weiß ich, warum ich die Stadt vor den Korsaren verteidigen soll.
In keinem Schrein der Welt war je ein so kostbarer Edelstein verborgen
Ich freue mich, einen so edlen Kavalier zu meinen Gästen zu zählen.
Wollt Ihr mir diesen Tanz schenken? - Mit Vergnügen.
(Höfische Musik)
Warum seid Ihr nach Cartagena gekommen? Das war Wahnsinn.
Um jemanden wiederzusehen, an dem mir sehr viel liegt.
Wieder ein Verräter, der bestraft werden soll?
Nein, jemanden, den ich verehre.
Und der mir alles bedeutet seit dem Tag, als ich Euch das erste Mal sah.
Seht Ihr was?
Du verbirgst ein Geheimnis. - Sagt schon!
Du möchtest gern brünett sein. - Was steht noch in der Hand?
Du hast eine Tätowierung auf der Schulter.
Ich? Ihr meint den Leberfleck? Den habe ich doch am Bein.
Was soll dieser Lärm? Marsch, in die Küche mit euch!
Wer seid Ihr denn?
Oh!
Isabella! Ich musste dich wiedersehen.
Ich habe weder Mühen noch Gefahren gescheut, um endlich bei Euch zu sein
Ich muss Euch etwas Wichtiges fragen. - Ja, wirklich?
Stimmt es, dass auf Eurer linken Schulter eine Schlange tätowiert ist?
Was? Ich soll tätowiert sein? Neala hat so was.
Wer ist Neala? - Da steht sie, auf dem Balkon.
Das Mädchen, das mit dem Kätzchen spielt.
Wir nahmen sie aus Mitleid auf, weil sie eine Waise ist.
Oh!
Wenn Ihr die Korsaren gefangen habt: Was macht Ihr dann mit ihnen?
Dann verspeisen wir sie. - Sie sind ein Lügner.
Darf ich Euch eine Erfrischung anbieten? - Danke.
Ihr spielt sehr gern mit dem Feuer, wie es scheint.
Wenn Ihr wollt, kann ich Euch dem Gefängniskommandanten vorstellen.
Das ist sehr verlockend, aber ich hätte lieber eine Auskunft.
Bei militärischen Fragen werde ich Euch nicht helfen können.
Herr Graf!
Verzeihung. Ich habe gerade erfahren, wer das ... wo die Korsaren sind.
Dreht Euch nicht um! Geht schnell weg!
Bitte, Isabella, hol mir meinen Umhang. Mir wird kühl.
Ja, aber habt Ihr nicht ...? - Bitte, Isabella, geh!
Ja, Marquesa.
Neala.
Woher kennt Ihr meinen Namen? - Ich weiß alles von Euch.
Ich weiß auch: Ihr habt eine Tätowierung auf der linken Schulter.
Aber, Graf di Miranda ... - Eine Schlange, umringt von 6 Sternen
Bitte sagt mir, wann ich Euch wiedersehen kann.
Ich muss Euch viel von Eurem Vater erzählen.
Habt Ihr ihn gekannt? - Ja. Er war ein echter Edelmann.
Ihr erfahrt alles. Wann können wir uns treffen?
Ihr seid ein anziehender Mann.
Die Marquesa und ihre sämtlichen Gäste haben nur noch Augen für Euch.
Entschuldigt mich.
In unserem Land ist es gefährlich, sich mit jungen Mädchen zu befassen.
Immer lauert eine Klinge im Dunkeln. - Ist das eine Drohung?
Oh nein, nur eine Warnung.
Danke für Eure Fürsorge.
Na und? Wie steht's?
Es ist alles bereit.
Ich erwarte Euch um Mitternacht am Brunnen im Park. Enrico di Miranda.
Da gehen wir rein, durch den Dienstboten-Eingang.
Und wenn der zu ist? - Juanita erwartet mich.
Und wenn eine Frau mich kennt ... - Ja, ja, ich weiß.
(Bedrohliche Musik)
Also dann. Ihr zwei dringt in das Zimmer des Mädchens ein.
Und du hältst uns die Zofe vom Leib und ich ... Sch!
Los! Verschwindet!
Oh! Der Graf di Miranda.
Bravo. Wie gut Ihr Eure Zeit nutzt, kann man nur bewundern.
Verschont mich bitte mit Euren Schmeicheleien.
Warum denn gleich so aufgebracht? Ich traf wohl den Nagel auf den Kopf?
Für einen ausgehungerten Seemann ist eine junge Witwe ein guter Fang.
Ich möchte diese Unverschämtheit überhören. Verschwindet! Schnell!
Was für eine kluge Entscheidung. Vor allem: wie vorsichtig.
Ein Jammer, dass Vorsicht so oft mit Feigheit gepaart ist.
Du räudiger Bastard!
Für diese Beleidigung werdet Ihr zahlen. Schade um Eure hübsche Fratze
Mit dem Degen in der Hand bin ich unschlagbar.
Der Friedhof ist voll von meinen Gegnern.
Umso besser für Euch. Dann liegt Ihr wenigstens in bester Gesellschaft.
(Musik)
So viel Widerstand hätte ich nicht erwartet.
Ihr seid nicht gesprächig, Graf. Das ist nicht besonders höflich.
Es ist unter Edelleuten üblich,
freundliche Worte zu wechseln beim Kämpfen.
Aber vielleicht fehlt es Euch an Erziehung?
Ihr habt Euch als Graf di Miranda melden lassen. Wer seid Ihr wirklich?
Ich bin ein Edelmann. Das muss Euch genügen.
Ihr führt die Klinge auf italienische Art. Ich wette, Ihr seid ...
Auf meinem Degen ist mein richtiger Name eingraviert.
Aber ich glaube nicht, dass Ihr noch Zeit habt, ihn zu lesen.
Wir müssen schnell verschwinden. Im Park sind Leute.
Am Tor steht unsere Kutsche.
Was ist denn das? - Ich musste kämpfen. Er beleidigte mich.
Jetzt haben wir alle auf dem Hals.
Kapitän! Was macht Ihr?
Wartet auf mich! - Aber Ihr könnt doch jetzt nicht ...
Wenn es gefährlich wird, flieht. Das heißt, falls ihr Angst habt.
(Musik)
Schnell! Beeilt euch!
Hat euch jemand gesehen? - Ich glaube, nicht.
Wo ist Dorado?
Mein Gott!
Wer war das?
Hier, das steckte in seiner Brust.
Enrico di Ventimiglia.
Bringt das Mädchen weg! Ihr ruft die Wache.
Der Sohn des roten Korsaren ist im Palast. Er darf nicht entkommen.
(Düstere Musik)
Keine Bewegung! Beim kleinsten Schritt schieße ich.
Ihr?
Es tut mir leid, dass ich Euch so spät gestört habe.
Aber es blieb mir keine Wahl.
Ich glaube, Ihr seid viel zu kühn, selbst für einen Korsaren.
Und ich glaube, Ihr zu schwach.
Gebt mir die Pistole. In Eure Hand passt viel besser diese Blume.
Ihr glaubt wohl, ich hätte nicht den Mut zu schießen?
Im Gegenteil. Es hätte aber nichts genützt. - Wieso nicht?
Na ja ... weil ich Euch trotzdem weiter geliebt hätte.
Wie seit dem ersten Augenblick.
Ich müsste jetzt zornig werden, Euch rauswerfen lassen. Aber ...
Was aber? - Ich kann es nicht.
Weil Ihr fühlt: Ich meine es ehrlich.
Ich benehme mich wie eine dumme Gans. Ich weiß nichts von Euch.
Und doch ... - Sprecht weiter! Ich bitte Euch.
Mir ist, als hätte ich mein Leben lang auf Euch gewartet.
Ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie mein Leben ohne Euch sein würde.
(Knacken)
Herr Graf, wir wurden entdeckt. Der Palast ist von Soldaten umstellt.
Komm mit. - Kommt!
Zwei Wachen hier aufstellen!
Oh! Don Sassebo!
Ich muss sofort die Marquesa sprechen.
Um Himmels willen! Was ist denn passiert?
Dieser Gang führt auf die Dächer. Gott möge dich beschützen.
Versprich mir eines: Hab Vertrauen zu mir. Was auch immer geschieht.
Ich werde nie an dir zweifeln. Ich schwöre es. - Ich liebe dich, Carmen.
Marquesa!
Marquesa!
Don Sassebo ist hier. Er will Euch unbedingt sprechen.
Sie ist schon da.
Was wollt Ihr?
(Spannende Musik)
Er kann nicht geflohen sein. Sucht gründlich weiter!
Ein Korsar in meinem Haus? Ist das nicht absurd?
Der Sohn des roten Korsaren war im Palast und entführte eine Frau.
Eine Frau? Wen? - Eure Zofe.
Neala. - Ihr fantasiert.
(Dramatische Musik)
Graf di Miranda, der Korsarenjäger. Nicht weinen, bitte.
Mit solchen Enttäuschungen müssen sich Frauen leider abfinden,
die zu schön sind und zu viel allein.
Geht jetzt!
Marquesa.
(Spannende Musik)
(Krachen)
Nicht mal in Ruhe schlafen kann man. Gib doch acht, wo du hintrittst!
Zum Teufel! Ich muss ja schon wieder zum Dienst.
Ihr Satansbrut! Ich bringe euch um. Ich steche euch ab wie die Hühner.
Sei ruhig. Warum hast du denn solche Angst vor uns?
Wir tun dir nichts. Wir sind nur auf der Durchreise. Wo sind wir hier?
He!
Ihr seid im Palast Seiner Exzellenz des Alkalden Don Juan di Sassebo.
Ein sympathisches Haus. Der Weg hier raus geht direkt am Galgen vorbei.
Was für ein Zimmer ist das?
Das Quartier der Unteroffiziere. Ich bin Sergeant Bareo aus der Gascogne.
Jetzt beißt mich die Wildsau. Ich bin Baske. Beinahe ein Verwandter.
Deine Uniform, was? - Ja.
Entschuldige bitte, aber die musst du mir heute borgen.
Ihr Schweine! Nein! Lasst mich los! Ihr Hunde!
Sich von einem Korsaren so an der Nase herumführen zu lassen!
Vielleicht ist er schon wieder auf seinem Schiff?
Was machst du hier? Verschwinde! Nein, warte! Bring mir 1 Glas Malaga
Dann will ich nicht mehr gestört werden.
Die Nuova Castilia muss genommen werden. Befehl an die Festung:
Sofort Feuer eröffnen, sobald das Schiff die Segel setzt. Geh jetzt!
(Bedrohliche Musik)
Wo ist meine Schwester? - Was für eine Schwester?
Dass Ihr eine Schwester habt, wusste ich gar nicht, Graf di Miranda.
Nur keine Ausflüchte!
Eure Männer machen Jagd auf die Korsaren. Niemand hilft Euch.
Ich bin ein guter Spieler.
Ich freue mich, wenn ich gewinne, aber ich kann auch verlieren.
Wie viel ist meine Person wohl wert? - Keinen Pfifferling.
Raus mit der Sprache! Wo ist meine Schwester? Der Brief überführt Euch.
Sie ist weggefahren. Ich weiß nicht, wohin.
Der Gouverneur befahl, sie nach Panama zu bringen.
Nach Panama? Warum das? - Ich weiß es nicht. Bestimmt nicht.
Und darum kann ich es Euch nicht sagen.
Glaubt Ihr, der Gouverneur würde mich in all seine Pläne einweihen?
Nein! Nicht das Ohr! Ich bitte Euch. Ich will Euch alles sagen.
(Stöhnen)
Verfolgt er uns? - Nein, er ist verschwunden.
Martin, kommst du auf die Folgore? - Sicher, ich bin ein guter Schwimmer.
Da er schwarz wie die Nacht ist, sieht ihn keiner.
Schwimm los! Ihr segelt weg. Am Cap Tiburon wartet ihr auf uns.
Sobald du an Bord bist, gebt ihr das übliche Signal. Viel Glück, Martin.
Wir müssen sofort nach Panama.
Wenn jemand das Leben meiner Schwester retten kann: dann wir.
Aber wie kommen wir durch das Stadttor?
Vielleicht ist Eure Uniform ein guter Passierschein?
Wir müssen es schaffen.
(Wellenrauschen)
Halt! Stehen bleiben!
Wohin, Sergeant? - Ich habe Befehl, den Mann aus der Stadt zu bringen.
Wer ist das? - Ein Geheimkurier des Gouverneurs. Mach das Tor auf!
Hat er einen Geleitbrief? - Wozu? Ich begleite doch den Mann.
Wir dürfen niemanden aus der Stadt herauslassen.
Das betrifft Zivilpersonen. Ich bin Soldat. - Ich hole den Sergeanten.
Wir können das allein nicht verantworten. - Klar, verstehe ich.
Im Vertrauen: Das ist der Onkel des Gouverneurs. - Komm mal her, Bareo.
Da will jemand aus der Stadt ohne Geleitbrief.
Na, das ist aber eine Überraschung!
Ah, so sieht man sich wieder. - Zufälle gibt es.
Geht zurück auf eure Posten! Ich kenne die beiden höchstpersönlich.
Wollt ihr jetzt mit mir kommen, bitte?
Mach die Tür zu!
Wir haben noch abzurechnen.
Meine Uniform kostet nur 6 Dublonen. Ihr habt mir 20 dafür dagelassen.
Ich gebe Euch noch mal 20, wenn Ihr uns das Stadttor aufmacht. - Niemals!
Ein Gascogner verkauft die Freiheit nicht. Er erobert oder schenkt sie.
Was wollt Ihr damit sagen, Don Bareo?
Ich bin der jüngste Spross einer Edel-Familie der Gascogne.
Ich bin Soldat mit Leib und Seele und geheimer Berufung zum Freibeuter.
Das Schicksal will, dass ich nicht länger hier bleibe.
Den edlen Grafen di Ventimiglia bitte ich, mich in seine Dienste zu nehmen.
Ihr verpflichtet Euch in einem ungünstigen Moment, Don Bareo.
Wir stehen vor einem gefährlichen Abenteuer. - So ist es.
Das ist nach meinem Geschmack. Gefahr ist des Lebens Würze.
Im Kampf zu sterben ist die Poesie des Abenteuers.
Vergesst die Poesie und rückt lieber den Schlüssel heraus.
Das Signal! Martin hat es geschafft.
(Schüsse)
Sie greifen das Schiff an. - Mein 1. Offizier bringt es in Sicherheit.
(Musik)
Ihr Vollidioten! Habt ihr sie hergebracht, um sie zu beerdigen?
Euch sollte man alle aufhängen.
Sie ist nur bewusstlos. Ich gab ihr ein Schlafmittel.
Meine Befehle waren unmissverständlich.
Warum wurden sie nicht befolgt?
Don Sassebo glaubt, Ihr ändert Euren Plan. Jetzt, wo der Korsar ...
Den hätte er mir schicken sollen, nicht seine Schwester.
Nun gibt es nur eine Lösung: Das Mädchen muss für immer verschwinden.
Hier, nimm! Geh!
Du kriegst das Gleiche noch mal. Später, wenn es vorbei ist.
Ihr meint ...? Ihr wollt wirklich, dass ich ...?
Was glaubst du wohl, wofür ich dich bezahle? Zum Spaß?
(Fröhliche Musik)
Das ist aber eine Festung: der Palast des Gouverneurs.
Da wird man nicht so leicht reinkommen.
Und noch schwerer raus. Die Gefängnisse sind im Keller.
Dann müssen wir uns wohl wieder mal auf Don Bareo verlassen.
Und auf seine vorteilhaften Freundschaften.
(Fröhliche Musik und Gesang)
(Singende Frau)
(Sie singt auf Spanisch.)
Bravo!
Du tanzt wie eine Sizilianerin.
Trink!
Erzähl weiter! - Aber Ihr wisst doch schon alles.
Der Gouverneur schickte mich weg und behielt Dolores.
Sie tanzt wie eine lahme Ente. Ich sei zu alt für ihn.
Wenn ich den Kerl sehe, bringe ich ihn um!
Schneidet nicht so auf. - Macht es euch bequem, Freunde.
Das ist Pasquita, die beste Tänzerin der Welt.
So was habt ihr noch nicht gesehen. Wenn sie tanzt, ist sie göttlich.
Wenn sie spricht, ist man fasziniert. Jedes Wort ist eine Offenbarung.
Die schöne Pasquita hat heute vor dem Gouverneur getanzt, Freunde.
Der Gouverneur sucht ein Mädchen und will es auf eine weite Reise schicken
Er will, dass es blutjung ist und ohne Anhang. Was wollte er noch?
Sie muss etwas Indioblut haben. - Mich beißt gleich die Wildsau.
Pasquita! Red nicht so viel! Fang schon an!
Beruhigt euch. Ich komme ja schon. Seht ihr, wie begeistert sie sind?
Das ist anders als bei Dolores. - Geh schon! Ich bin sehr gespannt.
Seid ihr im Bilde? - Du meinst, sie suchen ...
Sie wollen ein anderes Mädchen für meine Schwester ausgeben
und Neala verschwinden lassen. Wir müssen unbedingt in den Palast.
Gibt es hier auch was zu essen? - Natürlich, Euer Gnaden.
Dann tisch uns was auf. Das Beste, was die Küche bietet.
Ich bring Euch was. - Habt ihr ein Lamm?
Na sicher. - Dann bringt uns das, bitte. Aber es muss schön groß sein.
Ihr werdet zufrieden sein.
Da habe ich dem Gouverneur meine Meinung gesagt.
Ich war ja im Recht. Da nehme ich doch kein Blatt vor den Mund.
Habe ich das nötig? - Nein.
Wisst ihr, was ich machen werde? Protestieren.
Ich werde mich beschweren. Mit mir nicht!
So. Und jetzt lasst es euch schmecken.
Ich stelle mir sein dummes Gesicht vor, wenn sie ihn rausschmeißen.
So gute Koteletts habe ich lange nicht mehr gegessen.
Aber es fehlt nur eine winzige Prise Salz.
Dann salzt Euch doch ein bisschen nach. Hier, bedient Euch.
Danke, mein Freund. Darf ich mich revanchieren?
Sehr liebenswürdig. Ich bin zutiefst gerührt.
Ich bin ein dankbarer Mensch.
Frechheit! Hört sofort damit auf!
Wieso? Bis jetzt fiel Euch nichts an den Kopf.
Es kann jeden Moment passieren. - Wartet ab, ehe Ihr Euch beschwert!
Bravo! Bravo! Bravo, Pasquita!
Ich sah ihn nur scharf an.
Er wurde kreidebleich, zitterte und flehte mich an.
Ihr sorgt für mich wie ein Bruder. Danke, Mendoza.
Probiert mal die wunderbaren Oliven.
Oh, entschuldigt.
Mm! Wirklich ausgezeichnet.
Jetzt aber Schluss damit! Ich befehle es Euch!
Was? Ihr wollt mir befehlen? Lieber Freund, wir machen gleich weiter.
Da er mich also zwingt: Bitte, ich stehe Euch zur Verfügung.
Aber Mendoza, ich lasse Euch doch nicht in der Not allein.
2 Edelleute sind noch immer so viel wert wie 4 Mameluken.
Mameluken? Das werdet Ihr büßen. - Ja, jetzt reicht es aber.
(Viele Stimmen durcheinander)
Hierher! Wer traut sich? Na, komm schon!
Komm schon, nur Mut!
Ein bisschen höher! Abwärts!
Genug Spaß! Im Namen des Gouverneurs befehle ich euch, sofort aufzuhören!
Das werdet ihr teuer bezahlen. Verhaftet sie!
Einen Moment. Beruhigt Euch! Ich kenne die Herren.
Aber ich kenne Euch nicht. - Was? Nicht möglich.
Ich bin Don di Admira, Alikante von Los Angeles und Graf von Alkala.
Ein spanischer Grande. Ein Freund des Gouverneurs und auch unser Freund.
So ist es.
Bedaure, ich muss meine Pflicht tun. - In diesem Fall nicht.
Nur der Gouverneur darf die Freunde eines spanischen Granden verhaften.
Die beiden brachen das Gesetz gegen das Duell. Sie duellierten sich.
Und er nannte uns Mameluken. - Richtig. Ins Gefängnis!
Dann verhaftet sie. Ich spreche mit dem Gouverneur in dieser Sache.
Leb wohl, Don Bareo. Ich bete für euch.
Nicht nötig. Du wirst sehen: Die Gerechtigkeit siegt.
Ach, was für ein Held!
Bitte. - Oh, Ihr seid so gütig, Graf. Bitte nach Ihnen.
Ganz unmöglich. Ihr repräsentiert doch das Gesetz.
Zu viel Ehre für mich. Aber Ihr seid doch ein Freund Seiner Exzellenz.
Das stimmt. Darf ich Euch wenigstens diese Zigarren anbieten?
Oh, vielen Dank. - Leb wohl.
Kommt bald wieder.
Ach, was für ein Mann!
Du weißt doch, dass ich heute niemanden empfange.
Eine Prinzessin schleckt sich nicht die Finger ab.
Sag dem Grafen: Ich habe eine wichtige Unterredung.
Wie heißt er? - Don Arametto di Admira.
Don Arametto von Admira, Alikante von Los Angeles und Graf von Alkala.
Es ist mir eine Ehre.
Mein liebster Marquese, ich freue mich, Euch wiederzusehen.
Ich sagte zu meinem Freund Don Sassebo:
Ich kann es kaum erwarten, den Marquese di Montelimar zu umarmen.
Auch in Madrid sprach ich von Euch. - In Madrid?
Dass man bei Hofe von Euch spricht, das müsst Ihr doch wissen.
Seid nicht so bescheiden. Ich bin vielleicht indiskret.
Aber viele bei Hofe halten Euch für den zukünftigen Vizekönig.
Mancher beneidet Euch und hofft, dass Ihr einen Fehler macht.
Meine Ehrerbietung, Senorina.
Ich sprach übrigens mit Sassebo über den Fall mit dem Mädchen.
Von welchem Mädchen redet Ihr?
Ich bin jetzt beschäftigt. Bitte, lass mich allein.
Diesen Meisterstreich macht Euch keiner nach.
Nur haben wir uns verrechnet. Deshalb bin ich hier.
Wir möchten allein sein. - Nein, Ihr wartet noch.
Ich bitte Euch um einen Gefallen. 2 Freunde, edle Kavaliere,
wurden wegen eines Streits mit anschließendem Duell verhaftet.
Frauengeschichten. Nicht wahr, mein Freund?
Was soll ich jetzt tun? - Schon gut, lasst sie frei.
Wenn Ihr wieder mal jemanden verhaften wollt:
Seht Euch die Leute vorher an.
Don Sassebo weihte Euch also ein in die Sache mit dem Mädchen?
Sonst wäre ich ja wohl kaum hier. - Machte sie Schwierigkeiten?
Es war schwierig sie in unsere Hand zu bekommen.
Ihr hättet sie erledigen sollen, anstatt sie zu mir zu schicken.
Ich habe schon Ersatz für sie. - Man darf sie nicht ersetzen.
Weil nur sie das Zeichen auf der Schulter hat,
an dem die Darien ihren Herrscher erkennen.
Wenn Ihr sie umbringt, wäre das auch Euer Ende.
Aber ich glaube: Es ist schon geschehen.
Alfonso! Alfonso! Ich habe es mir anders überlegt. Warte auf mich.
Gottlob, es ist noch nicht zu spät.
Tut mir den Gefallen und geht. Ich kann mich nur entschuldigen.
Wir denken nicht daran. - Auch im Namen des Gouverneurs.
Da muss er uns schon persönlich bitten, zu gehen.
Wie soll ich in die Stiefel kommen? - Darf ich behilflich sein?
Melde Don Miguel, dass die Marquesa di Montelimar angekommen ist.
Die Marquesa di Montelimar!
Gibt es was Neues? Hat sich was Besonderes ereignet?
Nein, nichts von Bedeutung. - Lasst niemanden in den Palast.
Verdoppelt die Wachen. - Aber der Gouverneur ...
Sofort alle Wachen verdoppeln!
Edler Don Sassebo, verfügt über mich. Stets zu Diensten, Marquesa.
Carmen! So eine Überraschung. - Miguel!
Schön, dass du da bist. Warum hast du nicht vorher geschrieben?
Ich entschloss mich plötzlich.
Wenn das publik wird, was erzähle ich nur?
Das alles habe ich nur Sassebo zu verdanken.
Wenn der nicht wäre, hätte ich Vizekönig werden können.
Es gibt eine Lösung. Das Mädchen ist noch bewusstlos.
Wenn ich sie entführe, weiß sie gar nicht, dass sie hier war.
Dann kommt Ihr und befreit sie. Sie wird Euch sehr dankbar sein.
Ihr seid ein Genie!
Nach einem solchen Treuebeweis wäre meine Situation gerettet.
Ich besäße ihr ganzes Vertrauen. Ich könnte sagen: Hohes Fräulein!
Seit Jahren suche ich nach Euch.
Ich scheute keine Gefahren, um Euch zu finden. So mache ich es.
Oh! Teuerste Schwägerin. - Ich freue mich, Euch wiederzusehen.
Ich erwartete Euch noch nicht. Zumal Ihr ja Euren Freund geschickt habt.
Wen? - Wo steckt er überhaupt?
Mein Freund?
Ihr seid sicher müde von der Reise. Ruht Euch aus. Gute Nacht.
Miguel, bring deine Schwester in ihr Zimmer.
Vielen Dank. Gute Nacht, Exzellenz.
Gute Nacht.
Wenn Ihr von nichts wisst: Wer ist der Mann?
Vermutlich der Sohn des roten Korsaren.
Wache! Wache!
Ich begreife eines nicht: Warum hat er ausgerechnet Neala entführt?
Vielleicht will er Lösegeld? - Sie ist arm und damit wertlos.
Mir bedeutet sie alles. Mein Vermögen gäbe ich, um sie zu befreien.
Dann war das Mädchen, von dem du erzählen wolltest, Neala?
Ja, ich liebe sie. Wenn ich sie rette, wird sie meine Frau.
Von allen Mädchen in Cartagena hast du dir das einfachste ausgesucht.
Aber auch das würdigste. - Was ist los?
Ein Mann ist im Palast. Wir müssen ihn fangen: tot oder lebendig.
Ein Mann? - Ja, ein Korsar.
Ich komme. Du bleibst als Wache hier. Entschuldige mich. - Selbstverständlich
Oh!
Was ist, Carmen? - Ich dachte: - Ein Schatten wäre vorbeigehuscht.
Aber wir haben uns getäuscht. Gute Nacht.
Es ist die gleiche Blume wie damals.
Bitte, sei still.
(Musik)
He! Da ist er.
Wir müssen verschwinden. - Aber Neala ...
Vorläufig passiert ihr nichts.
(Musik)
Wenn es nach Euch gegangen wäre, säßen wir jetzt in der Patsche.
Ich schickte sie Euch lebend, während Ihr wolltet ...
Sie ist wirklich bezaubernd.
Seltsam, dass sie mir nie auffiel, wenn ich meine Schwägerin besuchte.
Meine Schwägerin ist ja da. Sie darf sie unter keinen Umständen sehen.
Bringen wir das Mädchen doch gleich nach Guayaquil. - Pst. Sie wacht auf.
Oh, mein Gott!
Wie ist das nur möglich?
Wo bin ich denn? - Ihr seid bei Freunden.
Erkennt Ihr mich denn nicht? - Don Juan di Sassebo.
Exzellenz! - Nicht. Ihr müsst Euch noch schonen.
Ihr habt Schlimmes erlebt. Ich habe Graf di Miranda die Beute entrissen.
Hat er mich entführt? - Ja.
Hat er auch die Marquesa geraubt?
Nein, der Bandit hatte es nur auf das Lösegeld für Euch abgesehen.
Wieso? Ich bin doch bettelarm. - Das - glaubt Ihr, aber Ihr seid sehr reich
Ihr stammt von der Königin der Darien ab und seid Thronerbin.
Das ist unmöglich. - Überzeugt Euch selbst.
Der Beweis Eurer königlichen Abstammung ist auf Eurer Schulter.
Ich seid doch ein halbes Kind. Ihr seid noch nicht verheiratet?
Dann werdet Ihr einen Mann heiraten, den der große Rat auswählt.
Und der wird dann mit Euch regieren.
Was? Ich soll einen Indio heiraten? Niemals!
Aber das Gesetz der Darien verlangt es, Hoheit.
Und wenn ich schon verheiratet wäre? - Dann würden beide regieren.
Habt Ihr schon einen Verlobten? - Ja, Exzellenz.
Bitte gebt Eure Zustimmung. Don Miguel und ich ...
Wer ist Miguel?
Der Hauptmann Eurer Wache und der Bruder der Marquesa di Montelimar.
Wir lieben uns. Erlaubt, dass wir heiraten, Exzellenz.
Nun gut, wenn du ihn haben willst, sollst du ihn kriegen. - Danke, danke.
Im Moment ist er nicht da, weil er den Korsaren verfolgt.
Aber Ihr seht ihn in Guayaquil und dort heiratet ihr.
Seid Ihr jetzt zufrieden? - Oh, danke.
Ihr seid wirklich noch ein Kind.
Halt! Wer da?
Sei kein Holzkopf. Es sind gute Freunde des Gouverneurs.
Und auch meine Freunde. Mach das Tor auf! Bitte nach euch, edle Herren.
Danke, Hauptmann.
Ah, also dann darf ich hoffen? - Hoffen? Auf was?
Auf meine Beförderung zum Hauptmann. Vorläufig bin ich ja nur Fähnrich.
Ich kann Euch versichern: Fähnrich bleibt Ihr bestimmt nicht.
Meine Referenz. Und vielen Dank.
Aber wir haben Befehl, niemanden hereinzulassen.
Na und? Die wollten ja gar nicht herein. Die wollten ja raus.
(Musik)
Vorwärts!
Ich begreife nicht, warum wir bei der Hitze eine so weite Reise machen.
Ich wollte ja auch nicht, aber der Gouverneur bestand so sehr darauf.
Er kann nicht verstehen, dass ich vor 3 Jahren die Villa Rosalia erbte
Und sie immer noch nicht kenne. - Ich vertrage dieses Geholpere nicht.
Guten Morgen, Marquesa!
Luiz, treib die Pferde an!
Hol aus ihnen raus, was du kannst!
(Flotte Musik)
Hilfe!
Um Himmels willen! Es ist aus! Wir sind verloren!
Nur Mut!
Oh!
Komm, mein Herzchen!
Man gelangt nicht leicht zu dir. - Lass meine Hand los!
Du bist sehr kühl. Aber du hast mir doch geschworen, mir zu vertrauen.
Ich war verrückt, dass ich dir je ein Wort geglaubt habe.
Ich hab dich nie belogen. - Auch nicht, als du sagtest:
Du liebst mich? - Da am allerwenigsten, Carmen.
Wo ist Neala?
Frag mich nicht. - Du weißt, wo sie ist?
Ja. - Warum hast du sie entführt?
Ich habe sie nicht entführt. - Wer war es dann?
Das kann ich dir jetzt nicht sagen. - Unsere Unterhaltung dauert zu lange.
Das glaube ich auch. Wirklich schade um die Zeit.
Enrico, warte!
Hab Vertrauen zu mir.
Ich bin nicht nur ein Korsar. Ich bin auch der Graf di Ventimiglia.
Ich soll vertrauen, und du misstraust mir.
Du weißt, wo Neala ist, aber ich darf es nicht wissen.
Du weißt, wer sie entführt hat und sagst es mir nicht.
Verlangst du da nicht ein bisschen viel von mir? - Du hast recht.
Ich will dir sagen: Neala ist ... - Du wirst verfolgt.
Bitte versteck dich in der Kutsche. Da wird dich niemand suchen.
Verschwindet! Schnell!
Halt! Carmen!
Bleibt ihnen auf den Fersen. Ich komme gleich nach.
Was macht ihr hier, Miguel? - Wir verfolgen den roten Korsaren.
Er hinterließ beim Gouverneur eine Botschaft wegen Neala.
Er verlangt 3.000 Dublonen Lösegeld für sie.
Nein. Das ist ganz unmöglich. - Warum?
Als er die Galeone aufbrachte, forderte er nichts von uns.
Ich habe die verlangte Summe bei mir.
Wir treffen uns am Canon de Almas zwecks Übergabe.
Kann es sein, dass du ihn zu Unrecht verdächtigst?
Willst du behaupten, dass der Gouverneur lügt? Ich muss gehen.
Auf Wiedersehen, Miguel.
(Gedämpftes Rufen und Stöhnen in der Kutsche)
(Unverständliche Worte)
(Musik)
Das Signal! Wartet hier auf mich!
(Musik)
(Stöhnen)
Reite schnell zum Gouverneur. Sag ihm, dass sein Befehl ausgeführt ist.
Aber wer weiß, ob er tot ist? - Das lass nur meine Sorge sein.
(Er stöhnt.)
Juan, hilf mir aufstehen. Ich bitte dich.
Juan, was tust du?
Juan! Juan! Nein!
(Schuss)
Ich danke. Ihr habt mir das Leben gerettet. Sagt mir Euren Namen.
Ich heiße Enrico und bin Nealas Bruder.
Was sagt Ihr? - Wir reden später.
Jetzt haben wir keine Zeit. Mendoza, hilf ein bisschen.
(Musik)
Danke. Das tut wirklich gut.
Jetzt tut es auch nicht mehr so weh.
Das glaube ich. Meine Massagen wirken Wunder.
Scht!
Was hast du erfahren? - Der Gouverneur ist auf dem Weg nach Guayaquil.
Allein? - Nein. Er hat ein Mädchen bei sich.
Der Verbrecher! - Ihr beide reitet zum Schiff. Wir brauchen 30 Mann.
Wir erwarten euch an der Brücke. - Und Carmen?
Es ist besser, wenn sie nichts weiß. Ich werde sie beruhigen.
Viel Glück, Freunde. - Leb wohl.
Wer ist denn der hübsche Junge, Don Bareo?
Warum fragst du das ausgerechnet mich?
Pasquita, tu mir einen großen Gefallen.
Bring diesen Brief der Marquesa di Montelimar.
Kannst du ihn nicht persönlich übergeben, vernichte ihn.
Auf mich ist Verlass.
(Stimme draußen) Bekanntmachung an die ganze Bevölkerung!
Hiermit wird allen Bürgern von Panama bekannt gegeben:
Die allerdurchlauchtigste Marquesa di Montelimar setzte eine Belohnung
von 500 Dublonen aus für denjenigen,
der den Korsaren Enrico di Ventimiglia festnimmt.
Der Bandit, der berüchtigte rote Korsar, wird beschuldigt,
ihren Bruder Miguel ermordet zu haben.
(Trommelwirbel)
Jetzt ist er nicht mehr wichtig. Gehen wir!
(Traurige Musik)
Er hat sich gründlich getäuscht.
Er glaubt, mit seinem geschmacklosen Liebesbrief meinen Hass zu beruhigen
Ich habe keine Ruhe, bevor er nicht am Galgen hängt.
Ich bin sicher: Ihr tut ihm unrecht. - Du verteidigst ihn?
Ist ja klar. Es ist leicht, eine Frau um den Finger zu wickeln.
Was hat er dir erzählt? Dass du das schönste Mädchen der Welt bist?
Und dass er nie den Zauber deines Lächelns vergessen wird?
Der Graf liebt nur Euch und verdient es, dass Ihr seine Gefühle erwidert.
Dafür sollte ich dich auspeitschen lassen.
(Klopfen an der Tür)
Alberto! Mein Pferd, aber schnell! Und eine zuverlässige Begleitung.
Was habt Ihr vor? - Ich reite zur Festung Guayaquil.
Ich will dabei sein, wenn er gehängt wird, dieser Schuft.
Die letzten Worte Miguels galten Euch.
Er machte sich Sorgen um Euer Schicksal.
Er sagte: Ich vertraue meine Neala dem Gouverneur an.
Ich weiß, er wird sie genauso beschützen wie ich selbst.
Niemand auf der Welt kann sie besser führen, beraten und verteidigen.
Sagte er das wirklich? - Ich schwöre es.
In einigen Stunden kommen die Gesandten der Darien.
Ihr wisst, was Euch erwartet, wenn Ihr keinen Gemahl habt.
Ihr dürft nicht allein in ein wildes Land und einen Indio heiraten.
Neala, warum heiratet Ihr nicht einfach den Gouverneur?
Wen? - Na, den Gouverneur.
Ich würde Euch lieben und verstehen wie eine Tochter.
Denkt an Miguels letzte Worte. Kopf hoch, Neala!
Trocknet Eure Tränen. Kommt, es ist alles für die Trauung vorbereitet.
Nein, ich kann nicht.
Sagt zu den Gesandten der Darien, Ihr hättet mich nicht gefunden.
Weil ich als Kind schon gestorben wäre. - Überlegt es Euch.
Lasst mich fort. Ich will wieder zur Marquesa zurück nach Cartagena.
Das könnt Ihr nicht, weil ich es nicht will.
Hier herrscht nur ein Wille: der meine!
Ärgert den Gouverneur nicht. Seine Wutanfälle sind furchtbar.
Stimmt der Heirat zu. - Nein, nein!
(Klopfen)
Marquesa Carmen di Montelimar.
Neala! - Marquesa!
Neala.
Was wollt Ihr hier?
Mein Bruder wurde ermordet. Ich bin hier, um ihn zu rächen.
Das wollen wir auch. Wir wollen ihn alle rächen. Aber wie?
Sein Mörder ist in diesen Mauern. - Nein.
Hab keine Angst. Miguel gab sein Leben, um dich zu befreien.
Ich lasse nicht zu ... - Miguel wurde nicht meinetwegen ermordet.
Ich bin doch schon lange wieder frei. Der Gouverneur rettete mich.
Ihr?
Raus mit Euch! Ich will Euch nicht mehr sehen. - Was habe ich denn getan?
Warum habt Ihr mich belogen?
Wieso glaubt Ihr, dass Enrico di Ventimiglia hier ist?
Das habe ich nicht behauptet. - Interessant.
Ich vermute nur, dass der Mörder meines Bruders in der Festung ist.
Aber jetzt bin ich dessen sicher. - Wollt Ihr wohl schweigen!
Wo kommt denn die Kleine plötzlich her? Pasquita! Pasquita!
Pasquita! Was machst du denn hier?
Verzeiht mir. Ich brachte Euren Brief der Marquesa.
Ich dachte, sie freut sich. Aber sie wurde böse und ritt zum Gouverneur.
Schöne Bescherung. - Komm schnell, Bareo.
Warten wir auf Mendozas Verstärkung. - Dann kommen wir zu spät.
Ein Glück, dass wir sie trafen.
Meine Liebste, jetzt geht es um Leben und Tod.
Nehmt mich mit! Lasst mich nicht allein hier. Wartet!
"Ich bitte dich nochmals: Vertraue mir und meiner Liebe.
Wenn du aus Guayaquil zurückkommst, werde ich alles tun,
um dich glücklich zu machen." Er ist galant, Euer Korsar.
Wir bereiten ihm einen würdigen Empfang. - Erbärmlicher Schuft!
Und zum Schluss steht: "Ewig, dein Enrico."
Gebt zu, Ihr seid seine Komplizin. Nun weiß ich, wie er fliehen konnte.
Lass mich!
Ich will zu ihr! Marquesa! Marquesa!
Es liegt bei Euch, Hoheit, wie es der Marquesa ergeht.
Nur ein einziges winziges Wort, und sie ist frei. - Ist das wahr?
Dann bindet sie los. Bitte, schnell! - Es ist das kleine Wörtchen "ja".
Es bedeutet, dass Ihr in die Heirat einwilligt. - Schurke!
Ich kann nicht! Ich kann nicht! Verzeiht mir, Marquesa.
Es gibt wirksame Mittel, um Euch zur Vernunft zu bringen. Los, fangt an!
(Carmen schreit.)
Aufhören, bitte! Es ist genug. - Das hängt nur von Euch ab, Hoheit.
(Weitere Peitschenhiebe)
Bitte hört auf! Habt Erbarmen!
Also, was ist? Willigt Ihr in die Heirat ein?
Nein, Neala! Tu es nicht. Glaub ihm kein Wort. Denk nicht an mich.
Vergiss nicht, dass er der Mörder von Miguel ist.
Ich frage Euch zum letzten Mal: ja oder nein?
Nein! Nein!
Schaut sie Euch an. Ihr sollt was davon haben, wenn sie stirbt.
Und denkt daran, dass Ihr sie umgebracht habt. Los, weiter!
Es ist genug. Bitte hört auf!
Ich willige ein.
(Musik)
Schnell, beeilt euch! Der Kapitän erwartet uns.
Rauf auf die Pferde!
Tod allen Verrätern! Wir reiten nach Guayaquil.
(Musik)
Vorwärts! Alles mir nach!
(Flotte Musik)
(Musik klingt langsam aus.)
Du, Alter! Können wir von dir einen Schluck Wein haben?
Das ist Branntwein. Den will ich verkaufen.
Deshalb fahre ich rauf auf die Festung.
Wie viel zahlt man dir dort? - 1 oder 1,5 Dublonen pro Fässchen.
Und wenn wir dir 100 Dublonen bieten?
Dann könnt ihr alles haben, samt Karren und Pferden.
Einverstanden.
(Flotte Musik)
(Schwermütige Musik)
Halten sich die Scharfschützen in Alarmbereitschaft?
Ja, aber wer sollte schon in diese Festung eindringen können?
Donnerwetter! - Willkommen, Schätzchen!
Ich begrüße euch, Freunde!
Ich wusste gar nicht, dass Fernand so eine schöne Tochter hat.
Ich bringe Wein. Ihr könnt trinken, was ihr wollt.
Der Gouverneur zahlt alles. - Es lebe der Gouverneur.
Wer hilft mir vom Wagen? - Ich.
Gib mir mal das Fässchen.
Wenn der Schnaps noch so gut ist, er verdreht mir nicht den Kopf wie du.
Wenn der Gouverneur bezahlt, worauf warten wir dann noch?
Wer verträgt so viel, dass er nachher nicht unterm Wagen liegt?
Langsam, langsam. Einer nach dem anderen.
Nur keine Angst. Es ist genug da für alle. Ihr kommt alle dran.
Hier, wer will noch was? Wer hat noch keinen Wein?
Komm, gib mir einen großen.
Nicht so stürmisch, Herr Soldat.
(Viele Stimmen durcheinander)
Ach, du gießt doch alles daneben. Ja, der schöne Schnaps.
Willst du Neala, die Fürstin der Darien, zur Ehefrau nehmen
und ihr in Liebe und Treue angehören, bis der Tod euch scheidet? - Ja.
Willst du, Neala, Fürstin der Darien, den Marquese di Montelimar,
Gouverneur von Panama, Cartagena und Maracaibo,
zum Ehemann nehmen und ihm in Liebe angehören bis zum Tod?
Einen Moment, Hochwürden! Nealas Zustimmung wurde mit Betrug erpresst
Keine Bewegung! - Der Graf von Miranda.
Nein, Neala. Ich bin Enrico di Ventimiglia, dein Bruder.
Mach die Tür auf, schnell! - Wache!
So!
Wo ist Carmen? - In der Folterkammer im Keller. Er ließ sie auspeitschen.
Alarm!
Alarm! Wo steckt er? Scharfschützen, hierher!
Rette sie, ich beschwöre dich. - Ich kann dich hier nicht allein lassen.
Ich habe keine Angst und verteidige mich. Ich bin eine di Ventimiglia.
(Flotte Musik)
Er ist bestimmt nicht allein da. Ob sie die Festung angreifen?
Vor den Korsaren habe ich keine Angst, aber vor dem Vizekönig.
Die Anschuldigungen der Marquesa können fatal für uns werden.
Dagegen gibt es wirksame Mittel.
Die sind alle besoffen. - Das ist ein abgekartetes Spiel.
Was machst du da? Bist du verrückt?
Lass mich los! - Hände weg!
(Musik)
Vorwärts! Vorwärts! Hurra! Wir folgen, Kapitän.
Mir nach!
Lasst ihn durch.
Tod dem Verräter!
(Schläge gegen die Tür)
Wo ist dein Bruder? - Mir nach, Korsaren!
Neala!
Miguel!
(Spannende Musik)
(Quietschende Räder)
(Quietschendes Rad)
(Carmen stöhnt.)
(Carmen stöhnt schmerzerfüllt.)
(Das Rad quietscht weiter.)
(Carmens Stöhnen wird lauter.)
Nein! Nein! Ich will nicht!
Nein! So will ich nicht sterben.
Bringt mich nicht auf diese Art um! Hilfe! Ich kann nicht mehr! Hilfe!
Carmen!
(Dramatische Musik)
Oh!
(Schrei)
Deine Herrschaft steht unter dem günstigen Zeichen von Wega und Saturn
Möge Gott dir die Weisheit geben, unser Volk zu führen.
Und möge mein Gemahl dem Thron der Darien immer größeren Ruhm verleihen.
Ewig wird meine Treue sein und meine Liebe.
Eigentlich haben wir für sie das Königreich erobert.
Für dich würde ich die Sterne vom Himmel holen.
Ihr gefallt mir. Warum heiratet Ihr nicht?
Einen seefesten Kahn soll man nicht in den Hafen legen.
Jetzt werden wir uns nie wieder trennen.
Und du sollst nie mehr Grund haben, an mir zu zweifeln.
(Romantische Musik)
Copyright MDR 2014 Untertitel: MDR TEXT
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