All language subtitles for Die Weisse Rose_de

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Original subtitles

Hier München Hauptbahnhof.

Der einfahrende Schnellzug aus Stuttgart über Ulm, Augsburg endet hier.

Alles aussteigen!

Hans!

Wenn du wüsstest, wie froh ich bin.

Kleine Sophie

Herzlichen Glückwunsch. - Und das ist die Traute.

Willkommen - Ich danke Ihnen.

Du kannst doch zur Traute nicht Sie sagen.

Du zerdrückst ja die Blumen.

Was war denn? - Ich hab nur was nachgeschaut.

Kann ich mal Ihren Ausweis sehen?

Ich bin ihr Bruder.

Was wollen Sie in München? - Studieren.

Sie wohnen doch in Ulm.

Ich fang erst an. - Machen Sie mal den Rucksack auf.

"Gimmeldinger Seespinne”".

Na, gut angekommen? - Grüß Gott.

Gruß Gott, Frau Grossmann.

Gefällt's dir bei uns?

Ich packe gleich aus.

Die bringe ich gleich in Sicherheit.

Ich möchte mich nur verabschieden.

Ich fahre zu meiner Schwägerin aufs Land.

Brauchen Sie irgendwas? - Sehr lieb, danke.

Sie haben auch was übrig für dieses verrückte Zeug.

Mir soll's recht sein

Studieren Sie auch Medizin? - Biologie und Philosophie.

Ihr Verlobter?

Fescher Kerl. Wie mein Helmut.

Der war bei der Infanterie aber nur Gefreiter

Ist der in Ulm? - Kaukasus.

Der ist bald wieder daheim. Mit Russland geht es jetzt im Handumdrehen.

Wenn's wahr wäre...

Mein Helmut ist in Russland gefallen.

Gleich die ersten Tage.

Jetzt steh ich ganz alleine da.

Der Hans hat vielleicht 'ne Ordnung. Bis man bei dem was findet.

Dann geh ich jetzt. - Danke.

Auspacken kannst du später. Er ist schon vorausgefahren. - Wohin?

Wo fahren wir denn hin? - Wirst schon sehen.

Das ist der Alex.

Schmorell.

Und ich? - Wenn das der Hans sieht.

Kommt rein.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. - Danke.

Wohnen Sie hier? - Das wär schön. Nein.

Das Atelier gehört einem Bekannten. Der ist zurzeit in Krakau.

Wir kümmern uns drum. Und arbeiten ab und zu hier.

Arbeiten? Der Alex hält sich nämlich für einen großen Maler.

Das hat unser geliebter Führer auch mal geglaubt.

Hoch soll sie leben, hoch soll sie leben, dreimal hoch.

Gehört das jetzt mir? - Freilich.

1... 2... 3... 4... 5... 6... 7... 8... 9... 10... 11... 12...

Da ist er ja wieder. - Ja, wir sind sehr spendabel

Meine "Gimmeldinger Seespinne”.

Der Student liebt den Luxus.

Der Hans isst meistens in der Kaserne. Kostenlos, ohne Marken.

Jetzt nehme ich dich in eine großartige Philosophie-Vorlesung mit.

Was denn? - Huber heißt der Professor. Der ist kolossal.

Kann ich denn da reingehen?

Eintrittskarten gibt's nicht. Da gehen alle hin. Sogar die Mediziner.

Warum flüsterst du? - Das gewöhnt man sich hier so an.

Sehr früh hat Leibniz den vielleicht modernsten Staatsbegriff

des 17. Jahrhunderts gefunden.

Er wendet sich mit Schärfe gegen die Zusammenfassung

des Staatsbegriffes in der Macht des Herrschers.

Der Herrscher, gleich welcher Staatsform...

Ich freu mich über jeden, der zu Leibnitz findet

Und sei es noch so spät.

Der Herrscher ist der erste Diener seines Staates.

Der Staat muss sich ständig wandeln und entwickeln.

Und Ziel der Politik ist,

den Staat gleichsam immer neu zu schaffen,

zu erwerben, zu erkämpfen

Soll ich ihnen mitteilen, dass ich die Bücher jetzt fertig hab

und vielleicht die Rechnung beilegen...?

Na, was ist denn? Scholl? - Hier.

Rührt euch!

Studentenführer Berger wird jetzt ein paar Worte an euch richten

Während wir unser Studium fortsetzen können,

stehen unsere Kameraden in schwerem Dienst für unser Vaterland

an den Fronten im Baltikum und am Atlantik

am Nordkap und am Nil für uns ein. Vergessen Sie das nie.

Als Mitglieder der Studentenkompanie

genießen Sie unendliche Vorteile gegenüber Ihren kämpfenden Kameraden.

Ihnen, als zukünftigen Ärzten und Wissenschaftlern, kommen hohe Pflichten

Ihr wohnt wie die Fürsten und ich muss in diesem Kaninchenstall hausen.

Ich versteh dich nicht. Es ist doch alles sehr komfortabel.

Außerdem... "In der Kaserne isst man gerne.”

Tür klemmt! - Besitz! - Bordell überlegt!

Furtwängler - Was ist denn mit der Tür?

Wenn wir noch in die Pathologie wollen, müssen wir los. - Ohne mich.

Du kannst dich ruhig mal wieder blicken lassen.

Wir gehen lieber zum Huber. - Zu knapp.

Ich geh in die Patho. - Ich auch.

Tür klemmt. - Besetzt! - Bordell überbelegt!

Zwei Tage Bunker für alle!

Schön, dass du da bist. Servus, Christoph.

Wie lange bleibst du?

Ich hab der Herta geschrieben, dass so kurz nach sechs mein Zug geht.

Ich will, dass die Kinder noch auf sind.

Du kannst zur Not beim Willi übernachten. Der ist immer so allein

Ich hab plötzlich Urlaub bekommen. Habt ihr Zeit?

Alex muss unbedingt in die Pathologie.

Tür klemmt! Besetzt!

Bordell überbelegt!

Achtung! Sanitätsfeldwebel Schmorell, Graf, Scholl, Stube 7 angetreten!

Und Sie? - Sanitätsfeldwebel Probst, Innsbruck.

Wo haben Sie denn diese Deutschland-Untergangs-Rasur her?

Morgen ist das ab.

Wenn's was hilft.

Vincent Hermann Matthias, willst du getauft werden?

Ja. Ich will es.

Papa...

Die Stelle vom Zweck der Menschheit? Ja, pass mal auf. Hier.

"Der Staat selbst ist niemals Zweck. Er ist nur wichtig als eine Bedingung,

unter welcher der Zweck der Menschheit erfüllt werden kann.

Und dieser Zweck ist die Ausbildung aller Kräfte, die Menschen lieben."

Was hast du denn? - Es gibt Kaffee.

So, Herrschaften, gleich gibt's 'nen echten Bohnenkaffee.

Soll ich wirklich noch mal zugreifen? Danke schön.

Bei dir ist heute geschlachtet worden. - Geh weiter. Sonst noch was?

Ich möchte den Stall sehen.

Geh, Richard.

Wir haben eine Taufe. Ich bitte dich. - Das gibt eine Anzeige.

Spiel dich bloß nicht auf.

Du willst es nicht anders.

Warte, Richard.

Wir haben eine Taufe.,

Eine Taufe. - Was will denn der Bauernführer?

Glaubst du es jetzt? - Da kommt der Kaffee.

Es duftet ja schon die ganze Zeit. - Ich rieche auch schon lang was.

Wegen der einen Sau wär der Göring auch nicht verhungert.

Werner!

Sie haben den Papa verhaftet.

Die Lüttge hat ihn angezeigt. - Wer? - Weshalb denn? Papas neue Sekretärin.

Weil er gesagt hat, Hitler ist 'ne Gottesgeißel.

Wir erwischen vielleicht noch den letzten Zug. - Nein.

Ich hab den Fahrplan - Ich muss noch zum Willi.

Was hat der Willi damit zu tun? - Ich muss ihm Bescheid sagen.

Mama braucht uns jetzt. Ich will sofort nach Ulm.

Wir fahren morgen früh.

Hast du was gegessen?

Sophie macht dir was. Ich muss noch mal weg.

Ach, Werner.

Diese Schweine.

Bis man das wieder einigermaßen in Ordnung hat.

Gestapomethoden.

Ihr müsst sofort jemanden suchen, der die Kanzlei weiterführt.

Schön, dass du endlich wieder mal da bist.

Erst wollten sie uns gar nicht zu ihm lassen.

Er sieht furchtbar schlecht aus. Sie haben ihn die ganze Nacht vernommen.

Fritz, so eine Überraschung. Sind Sie jetzt länger da?

Ich muss eine neue Nachrichteneinheit zusammenstellen. Grüß dich, Inge.

Wie lange bleibst du? - Donnerstag oder Freitag.

Erzähl doch.

Wir konnten kaum miteinander sprechen. Immer war einer dabei.

Der Dr. Kraus von der Handelskammer könnte ihm helfen.

Wir haben mit Nazis nichts zu schaffen.

Der ist in der Partei, weil das in seiner Position nicht anders geht.

Umso schlimmer. - Weißt du was Besseres?

Der Dr. Kraus ist ein Nazi. Mit dem verhandeln wir nicht!

Mit dem Kopf durch die Wand. Wie dein Vater.

Wie oft habe ich ihn gewarnt...

Er hat bloß die Wahrheit gesagt.

Das ist ja auch das Mindeste... - Das hat schon genügt.

Nein, das genügt nicht! Man muss alle Wände vollschreiben.

Reicht's nicht, dass dein Vater eingesperrt ist?

Mit dem Dr. Kraus wäre der Papa auch nicht einverstanden.

Es war nicht leicht für uns, als du damals im Gefängnis warst.

Ich hab gewusst, wofür. - Du denkst nur an dich.

Ich hatte solche Angst. - Jetzt lass doch.

Hans war damals 16. Das kannst du ihm heute nicht mehr vorwerfen.

Das war wohl ein Kinderspiel?

Das hast du damals ganz anders gesehen. - So meint die Inge das doch nicht.

Wenn dieser Mann für euren Vater was tun kann...

Wir brauchen bei niemandem um Nachsicht zu betteln. - Schluss jetzt!

Er hat ja recht. - Ja.

Das wollte ich in der letzten Stunde schon sagen.

Ein ausländischer Kommilitone hat mich darauf hingewiesen,

dass in der Bibliothek noch ein Band von Sigmund Freud steht.

Der hat offenbar alle Säuberungen heil überstanden.

Ich rate Ihnen, das Buch schnell mitzunehmen.

Sie schützen Ihre Kommilitonen dadurch vor undeutschem Gedankengut.

Zurück zum Leibniz'schen Weltplan.

Keines der großen philosophischen Systeme,

einschließlich Spinoza...

Jetzt hab ich wieder den Spinoza erwähnt.

Seien Sie vorsichtig, dass Sie sich nicht vergiften.

Spinoza war Jude!

Kein philosophisches System ist so eng

mit den logischen Voraussetzungen der Mathematik verknüpft

wie das von Leibniz.

Auch das Alogische. Das Übel in der Welt...

"Flugblätter der Weißen Rose.

Schämt sich nicht jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung?"

...damit rückt in den Mittelpunkt seines Weltplans

weder Gott noch die Natur.

Und erst recht nicht das ideale Reich der bloßen Möglichkeiten.

Sondern der Mensch

als das höchste unserem Erkennen zugängliche Individuum.

Was habt ihr denn da?

Seid ihr wahnsinnig, lasst das bloß liegen.

Das geben wir im Rektorat ab!

Wirf das weg.

Hans! Wenn du wüsstest, was heute passiert ist.

Was denkt der sich eigentlich? Da ist immer noch das ganze Geschirr.

Ich mach das nachher. - Wieso du? Auf keinen Fall.

Magst du einen Tee? Ach, der glaubt wohl...

Das ist ja kein Hotel.

Gibt's keine Zündhölzer mehr? - Im Regal.

"Der Staat ist niemals Zweck der Menschheit."

"Staat... Zweck... Menschheit..."

Leer - Ich hab welche in der Tasche.

Ach da.

Wo bleibt denn der Kerl?

Zu wem wollen Sie denn?

Ich bin hier verabredet. - Gehören Sie auch zu den Studenten?

Heil Hitler - Grüß Gott.

Ihre Verdunkelung ist nicht richtig zu. Bringen Sie das in Ordnung.

Heil Hitler - Grüß Gott.

Dem Blockwart bleibt sein Riecher auch noch mal im Briefschlitz hängen.

Das ist aber eine Überraschung.

Ich wollt grad gehen.

Hans. Sei ehrlich mit mir.

Was machst du hier?

Ich hab Angst.

Was schon? Wir haben musiziert. Die anderen sind grad weg.

Mach mir nichts vor.

Was soll denn das?

Warum hast du mir nie was gesagt?

Wie konnte das passieren?

Wir leben zusammen. Irgendwann wäre sie eh drauf gekommen.

Meine Frau weiß auch nichts.

Du wohnst ja nicht zu Hause und siehst die Herta nur alle paar Wochen.

Was haben die gesucht? Die interessieren sich doch nicht für Steuerakten,

Warum haben sie ihn verhaftet? Nur wegen seiner Äußerung?

Sprich mit mir!

So eine Durchsuchung ist Routine. Was willst du eigentlich?

Unsere Familie ist für die Gestapo kein unbeschriebenes Blatt...

Hast du vergessen, wie schnell sie deine Jugendgruppe aufgerollt haben?

Wir waren ständig auf Fahrt. Das war viel riskanter.

Wir müssen jetzt doppelt vorsichtig sein und du druckst Flugblätter!

Man muss den Leuten sagen, was los ist.

In Polen haben sie 300.000 Juden ermordet, kaum dass die Wehrmacht einmarschiert war.

Und wer dem Adel angehörte, alle in unserem Alter: ins Konzentrationslager.

Woher wollt ihr das wissen? - Vom Eikelmeyer.

Wer?

Dem gehört unser Atelier. Der ist in Polen.

Als Ingenieur Willi war in Warschau, im letzten Winter.

Weißt du, was im Jüdischen Ghetto passiert?

Wenn jemand unsere Flugblätter liest, vielleicht redet er dann offen darüber.

Die Menschen sind doch inzwischen abgestumpft.

Tausende sind nicht mehr einverstanden. Und keiner weiß vom anderen.

Wer hat den Mut, was zu tun?

Hast du die geheimen Predigten von Bischof Galen vergessen?

Wie uns das aufgerüttelt hat? Wir haben doch immer darauf gewartet...

Ich weiß nicht. Ich hab's doch selbst gesehen.

Die meisten haben Angst, die Flugblätter überhaupt zu lesen.

Hör auf. Außerdem ist das meine Sache.

Einer muss den ersten Schritt machen.

Wie sollen die Leute Mut finden?

Immer haben sie das Gefühl, allein dazustehen.

An der Front kann es mich jeden Moment erwischen.

Hier weiß ich wenigstens wofür. Schluss jetzt. Ich mag nicht mehr.

Kümmere dich nicht um Sachen, von denen du nichts verstehst.

Hast du keinen Schlüssel?

Sieht nach Arbeit aus.

Danke. Mein Magen ist noch verkorkst vom Reiseproviant.

Die neue Kompanie ist zusammengestellt. Morgen bin ich in Russland.

Wie schön. - Was? - Wie?

Der neue Fahrplan.

Na, Sportsfreunde, Interesse an 'nem guten Schnaps?

Magenschnaps aus Holland.

Nein.

Nein, danke.

Ein Monstrumsschinken.

Glaubst du, er hätte was davon abgegeben?

Kazmaier-, Trappentreustraße, Jemand zugestiegen?

Das hat ja schon angefangen. - Nur der Kulturfilm

Ich seh den Raddatz so gern. - Also gut.

Ich denke, du bist in der Frauenklinik?

Was machst denn du hier?

Komm mit auf einen Tee, ja? - Leider.

Ich muss zum Appell. Da kann ich doch nichts dafür.

Ich melde mich heute Abend.

Polizei! Polizei!

Stehen bleiben!

Jetzt schau, wie du ausschaust! Geh dich waschen!

Stehen bleiben!

Aufmachen! Aufmachen!

Wir wissen, dass Sie da drin sind.

Bleib da! Ich häng!

Was ist denn? Ist es wegen deinem Vater?

Warum muss er auch so was sagen? - Das war richtig.

Aber unvorsichtig. Verstehst du das nicht?

Er hat es ja nicht aus dem Fenster gerufen.

Trotzdem hat ihn einer denunziert.

Soll ich immer nur runterschlucken, was ich denke?

Es hat keinen Sinn, sich mit den Nazis anzulegen.

Wir können nur überwintern.

Was ist los mit dir, Sophie?

Überwintern. Du bist doch auf den Führer vereidigt,

wie willst du dich raushalten? Du schießt auf Leute.

Ich habe bis jetzt noch nicht auf jemanden schießen müssen.

Das weißt du genau. - Aber du bildest andere dafür aus.

Es ist Krieg. Begreifst du das nicht?

Ja, es ist Krieg.

Und auf welcher Seite stehst du?

Du kannst da nicht mitreden. Du warst nie in der Situation.

Das wär's im Moment.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. - Ich danke Ihnen. - Bitte.

Hoffentlich...

Herr Oberregierungsrat...

Der Postbeamte hat eine ziemlich genaue Täterbeschreibung gegeben.

Anfang 20. Ich lasse Ihnen das Protokoll hinaufbringen.

Der Täter hat versucht, 200 Acht-Pfennig-Marken zu kaufen.

Geben Sie die Täterbeschreibung an alle Postämter raus!

Und machen Sie Druck! - Jawohl.

"Wie kann man gegen den gegenwärtigen Staat am wirksamsten ankämpfen?

Wie ihm die empfindlichsten Schläge beibringen?

Sabotage in Rüstungs-- und kriegswichtigen Betrieben,

in Versammlungen und Kundgebungen..."

Hast du dir überlegt, was das bedeutet: Sabotage?

Sonst hätte ich es ja nicht geschrieben.

Das sind doch nicht nur Gleisanlagen oder Eisenbahnwaggons

oder Munitionslager, das trifft auch Menschen.

Das kann ich nicht unterstützen. Das ist Gewalt.

Jeden Tag werden Tausende ermordet. Überall.

Was ist denn mit dieser Gewalt?

Solange du nichts unternimmst, damit das aufhört,

solange hast du diese Menschen auch auf dem Gewissen.

Das sind nicht unsere Mittel.

Glaubst du, wir können uns das aussuchen?

Die Nazis wirklich beseitigen, das kann nur die Wehrmacht.

Sollen wir vielleicht darauf warten? Glaubst du, so was kommt von allein?

Unser Ziel ist geistiger Widerstand.

Aber dabei kannst du nicht stehen bleiben.

Es müssen andere Gruppen entstehen. Immer mehr. Ein ganzes Netz.

Wir sind gerade dabei, Kontakte zu anderen Städten aufzunehmen.

Seid ihr auf einmal übergeschnappt?

Wie stellt ihr euch das vor? - Mir reicht das jetzt!

Wozu machen wir eigentlich die Flugblätter?

Damit die Leute sich genüsslich zurücklehnen

und ihr Gewissen beruhigen?

Jetzt muss doch was getan werden!

Ich werd wohl noch meine Meinung sagen dürfen.

Oder habt ihr das schon alles beschlossen? - Das ist doch Unsinn.

Natürlich sollst du. - Sabotage.

Für so ein Flugblatt besorge ich kein Papier.

Das geht völlig über unsere Kräfte.

Dich haben sie fast erwischt wegen ein paar Briefmarken.

Und ihr wollt Gruppen aufbauen.

Dann verschicken wir die Flugblätter nicht mehr mit der Post

Fängst du jetzt auch schon so an?

Dann können wir ja gleich aufhören.

Wenn wir ganz bestimmte Leute erreichen wollen, wie soll das gehen, ohne Briefe?

Wenn wir unsere Arbeit ausweiten, bringen wir uns in große Gefahr.

Das sind alles zuverlässige Leute, die wir ansprechen wollen.

Aus Willis alter illegaler Jugendgruppe.

Ich Kenn ein paar Leute aus Ulm.

Außerdem wollen wir den Huber ansprechen.

Wieso denn der Huber?

Den Huber? - Warum nicht?

Soll der vielleicht Briefmarken für uns organisieren?

Willi, du tust dem Huber unrecht.

Der macht wenigstens den Mund auf.

Aber ich verstehe nicht, warum wir ihn unbedingt einweihen sollen.

Was machst du denn?

Wir haben bestimmte Abmachungen getroffen, oder?

Und jetzt wird die Gruppe ausgeweitet. Ich mach da nicht mit.

Und dann dieses Flugblatt. Das geht nicht.

Dafür kann ich kein Papier besorgen.

Deine Vorschläge für die Flugblätter haben wir auch immer berücksichtigt...

Für mich ist genau da die Grenze.

Mein Gott. Christi!!

Lass ihn.

So ein Mist.

Semmelknödeln.

Hör mit dem Geklimper auf!

Was ihr da macht...

Ich hab dir gesagt, es ist besser, du vergisst, was du weißt.

Vielleicht kannst du mir mal zuhören

Ich möchte euch unterstützen. - Das kommt so überraschend.

Du musst verstehen... - Ich mache mit.

Sophie, bitte. Sei vernünftig. Es reicht, dass wir ständig...

Du meinst, es ist zu gefährlich. Das ist nichts für Frauen.

Das hat doch niemand gesagt. - Aber gedacht.

Ja. Es ist zu gefährlich für dich.

Ich soll vergessen, was ich weiß.

Kannst du mir sagen, wie ich das machen soll?

Du wirst mir dafür noch einmal dankbar sein.

Spiel es langsamer, Herrgott noch mal.

Achtel. Ach-Tel.

Du bleibst hier. - Bitte lass die Birgit.

Wir bringen das Flugblatt zur Polizei... - Bist du verrückt.

Wer schreibt dir so was? Wenn das eine Falle ist?

Endlich sagt jemand laut, was viele denken.

Es reicht dir wohl nicht, dass die Gestapo in deinen Vorlesungen mitschreibt?

Man sollte das abtippen und weiterverbreiten.

Damit wir auch noch drinhängen?

Du musst dir doch wirklich keine Vorwürfe machen, Kurt. keine Vorwürfe machen, Kurt.

Was tu ich denn schon?

Musikästhetik, Logik, Erkenntnistheorie.

Während Tausende krepieren, alles um uns zusammenbricht.

Aber das kannst du doch nicht verhindern. - Das weiß ich selber.

Wir haben Sie aus einem ganz bestimmten Grund besucht.

Wir haben das da in der Uni gefunden und...

Was hab ich damit zu tun?

Wir haben darüber diskutiert und wir...

Wir wollten mit Ihnen darüber sprechen.

Das habe ich heute zugeschickt bekommen.

Was halten Sie davon? - Es könnte den Leuten Mut machen.

Das könnte sein, das stimmt.

Wir haben uns gedacht, man müsste diese Leute unterstützen.

Sie meinen, die Flugblätter weiterverbreiten? - Zum Beispiel.

Das sollte man vielleicht tun.

Aber sehen Sie mal, wie begrenzt die Verbreitung ist.

Und dann das Risiko.

Wenn man das mit dem vergleicht, was dabei herauskommt...

Herr Professor. - Wen wollen Sie erreichen?

Die Millionen, die dem Weltkriegsgefreiten noch immer an den Lippen hängen?

Sie müssen doch... - Ich sehe es doch an meinen Kollegen.

Jeder versucht noch, was Gutes daran zu finden. Aus purem Opportunismus.

Die anderen haben sich eingesponnen in ihre Arbeit.

Und wollen von nichts wissen. - Das ist ein Anfang.

Was soll sich denn durch solche gut gemeinten Appelle ändern?

Hände waschen!

Es wird gleich gegessen.

Die Verteilung findet zum größten Teil per Post statt.

Das ist mal das Erste.

Es muss doch rauszubekommen sein, nach welchem System das funktioniert?

Zweitens: Sie haben hier die Empfänger genannt.

Lehrer, Ärzte, Professoren, Gastwirte.

Das ist mir noch nicht genügend ausgewertet.

Und drittens: Wo kommt das Papier her?

Diese Unmengen von Briefumschlägen.

Also bitte,

Und sehen Sie zu, dass die Kontrollen auf den Postämtern verschärft werden.

Acht-Pfennig-Briefmarken. 50 Stück.

Wie viele?

50. - Wozu so viele?

Ich habe einen Todesfall. - Einen Moment.

Frau Grossmann?

Wie viel muss ich da bitte draufkleben?

Sie wollen wahrscheinlich ein paar persönliche Worte dazuschreiben.

Acht Pfennig, mein Fräulein.

Geht's nicht billiger?

Als Drucksache. Drei Pfennig. Da dürfen Sie allerdings nichts dazuschreiben.

Dann nehme ich Achter und Dreier. - Wie viele brauchen Sie denn?

Je 50.

Kannst aufmachen.

"Vergesst auch nicht die kleinen Schurken dieses Systems.

Merkt euch die Namen, auf dass keiner entkomme.

Es soll ihnen nicht gelingen, in letzter Minute...

noch nach diesen Scheußlichkeiten die Fahne zu wechseln

und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre."

Ich mach Neuen.

Übrigens, ich hab was mitgebracht.

Ich danke Ihnen, Herr Kollege.

Wie... Wie Ihnen allen ja bekannt sein wird,

sind in den letzten Wochen einige widerliche Schmähschriften aufgetaucht.

Unbekannte haben die Leistung der Partei

und die großen Erfolge unseres Führers und seiner Wehrmacht

in den Schmutz gezogen.

Selbstverständlich wurden die Hetzblätter sofort nach ihrem Auftauchen

bei mir abgeliefert.

Dabei stand uns der Studentenführer hilfreich zur Seite.

Ich habe nun, Ihr Einverständnis voraussetzend,

im Namen der Professorenschaft

dem Gauleiter unseren Abscheu über diese Vorgänge zum Ausdruck gebracht.

Eine Bekannte von meinem Vater... - Weiß der was?

Ich hab allein mit ihr gesprochen. Zweiter Stock. Liegenschaftsamt.

Da ist das Treppenhaus. Das ist der Schrank mit dem Druckpapier.

Hier geht's zum Paternoster. Ich hab mir gedacht, die Sophie...

Bist du verrückt? Was soll die Sophie dabei?

Da arbeiten nur Frauen. Willst du dich als Sekretärin verkleiden?

Auf jeden Fall nicht die Sophie!

Du kannst wirklich ein bisschen mehr Vertrauen haben.

Genau da ist der Rohrbruch. Die mussten die ganze Mauer aufreißen.

Wohin? - Liegenschaftsamt. - Zweiter Stock.

Am Montag die Autofahrer!

Am Dienstag die Radfahrer!

Am Mittwoch die Fußgänger!

Am Donnerstag die Bombenflieger!

He! Vollalarm!

Am Sonntag die Luftschutzwarte!

Du bist aber schmuck angezogen. - Was ist denn passiert?

Nächste Woche geht's an die Ostfront.

Es ist wie im Frieden.

Das ist das Merkwürdige, dass alles so weitergeht.

Ich hab schreckliche Angst vor der Zukunft.

Du lässt mich an deinem Leben gar nicht teilnehmen.

Was ich von dir habe, sind immer nur so Momente.

Ich weiß ja. - Ja, ja.

Und jetzt fahrt ihr nach Russland.

Schau, Traute. Es ist doch nur ein Vierteljahr.

Im Wintersemester dürfen wir ja wieder heim.

Es ist so ungleich zwischen uns.

Alles läuft immer, wie du willst.

Komm. Lass uns jetzt nicht drüber reden.

Siehst du, genau das meine ich.

Achtung. Eins, zwei...

Nimm die Hand weg, Traute...

Viel Vergnügen in Hamburg. - Jetzt schau ich her.

Gleich, gleich. - Lächeln.

Herrschaft, jetzt schaut doch mal her!

Es geht los. Vergesst uns nicht.

Also außer dem Beamten damals im Postamt kein stichhaltiger Hinweis?

Einzeltäter?

Das glaub ich nicht, Herr Oberregierungsrat.

Inzwischen haben wir das vierte Flugblatt. In mehr als tausend Exemplaren.

Das ist nicht die Kopierstift-Methode, Handzettel per Durchschlag

und ein paar Schmierereien an Wände! Da stehen organisierte Gruppen dahinter!

Kommunisten!

"Sabotage in Rüstungs-- und kriegswichtigen Betrieben,

Sabotage in allen Versammlungen...

Was ist mit dieser Kommunistenbande um den Josef Römer und diesen Uhrig?

Dass irgendwo noch Reste existieren, wäre möglich.

Nein, glaube ich nicht.

Das ist eher der Kirchenkampf-Jargon. Aus der katholischen Ecke.

So schreiben doch keine Kommunisten!

"Wer heute noch an der realen Existenz der dämonischen Mächte zweifelt,

hat den metaphysischen Hintergrund dieses Krieges nicht begriffen.

Überall und zu allen Zeiten haben die Dämonen im Dunkeln gelauert..."

Im katholischen Bereich hatten wir bisher keine solchen organisierten Aktionen.

Ja, was denn nun? Meine Herren, Berlin will Ergebnisse sehen!

"Die Kämpfe in unserem Gebiet haben etwas nachgelassen,

aber wir bekommen täglich Verwundete von der Donez-Front.

Es fehlt an ausgebildeten Chirurgen

und wir müssen ständig Operationen machen, die wir gar nicht beherrschen.

Unsere Möglichkeiten zu helfen sind sehr begrenzt.

Ich denke oft an Vater und..."

Gut, dass du gerade jetzt bei der Mama bist.

Dass du ausgerechnet in einer Munitionsfabrik arbeiten musst.

Kriegsdienst hättest du doch auch im Krankenhaus machen können.

Das hab ich mir doch nicht ausgesucht...

Wirst du denn anständig behandelt dort? - Wir schon.

Fertig machen jetzt.

Den kriegt Ihr Vater schon

Aber zuerst kommt er in die Verwaltung

Wenn du das so hältst, dann tust du dich viel leichter.

Du bist doch keine Linkshänderin.

Na also.

Ich möchte wissen, was es da für euch zu gaffen gibt.

Na ja, wird schon.

So, weiter, Ja, was ist jetzt?

Schau mal.

Halt mal an.

Was ist denn hier los? - Schnell 'ne Leiter!

Anhalten!

Wir brauchen mal deine Leiter!

Was wollt ihr denn mit 'nem Russen?

Der ist doch längst hinüber. Wir haben genug eigene Leute.

Wen bringt ihr denn da an? - Gefangener. Schwer verwundet.

Was sollen wir denn mit dem? - Mach schon! Weiter!

Wir brauchen Desinfektionsmittel!

Alles Schrott hier!

Das ist wohl russische Partisanenschule? Das ist wohl mit Absicht so locker.

Mit Absicht, ja? Nix da drin, was?

Lach nur, wirst schon sehen!

Gell, da schaust du?

Komm. Schnell.

Wieso bist du da? - Eigentlich bin ich schon wieder weg.

In vier Stunden geht mein Zug.

Die Russinnen in der Waffenfabrik, wie die sich wehren.

Die meisten produzieren Ausschuss.

Wenn die Granaten nicht funktionieren, ist nicht Hitler dran, sondern wir!

Nur wenn der Krieg verloren geht, sind wir die Nazis los.

Du redest einen Quatsch.

Ich möchte wissen, woher du solche Sprüche nimmst?

Du brauchst mich nicht wie ein kleines Mädchen zu behandeln.

Ich weiß ja gar nicht, wie du wirklich bist.

Wenn wir uns monatelang nicht sehen, denke ich alles Mögliche in dich hinein.

Magst du mich denn nicht mehr? - So mein ich das doch nicht!

So gefällst du mir.

Wenn ich den Mund halte. - Nein. So anschmiegsam.

Ja, ja. Wir sollen zu euch aufblicken.

Ich hab doch nur die paar Stunden. Freust du dich nicht, dass ich da bin?

Sehr.

Entschuldige wegen vorhin.

Ich bin ja selber schuld.

Da.

Jetzt ist die Zeit vergangen

und wir haben gar nichts gehabt voneinander.

Was ist denn mit dir? - Nichts.

Weinst du?

Da hättest du mir ja was sagen können.

Ich find dich hübsch mit dem Kranz.

Du brauchst mich wirklich nicht vor allen lächerlich zu machen.

Sei doch nicht so humorlos.

Bin ich aber.

Das ist überhaupt nicht komisch.

Wie es an der Front wirklich aussieht, das muss in die Flugblätter.

Die Männer erzählen doch sowieso zu Hause, was los ist.

Glaubst du, die... die...

Mein Tabak! - Ja.

Die Leute sehen genau, was ist.

Aber die Angst...

Was die Nazis hier überall gemacht haben...

Dass uns allen das Gleiche blüht, wenn der Krieg verloren ist.

Davor haben die meisten Angst.

Deshalb klammern sie sich an die Nazis. - Sei doch mal still! - Was ist denn?

Versteh nichts. - Radio Moskau?

Widerstandsgruppe in Berlin... Gestapo!

Oberleutnant... - Boysen.

Arvid Harnack!

Was? - Jetzt sag schon!

Den Kenn ich. Den Kenn ich über die Lilo.

Was ist denn mit dem? - Sei mal ruhig.

Der soll in Berlin verhaftet worden sein.

Aber das kann der doch nicht sein. Widerstandsgruppe.

Oberleutnant Schulze-Boysen und Arvid Harnack.

Widerstand gegen den Faschismus und angeblich Spionage.

Und den kennst du? - Na ja, die Lilo.

Die ist mit dem Bruder von Arvid Harnack ganz eng befreundet.

Alex, kannst du die Lilo mal ansprechen?

Halt! Hier ist gesperrt.

Ihr müsst zurück, über die Brücke. - Das sind 10 km Umweg!

Wir haben 'nen Schwerverwundeten. - Ich kann euch nicht durchlassen.

Der krepiert uns! - Los! Fahr zu!

Das ist doch der Heinrich.

Halt! Halt! Was macht ihr hier?

Wir haben Schwerverwundete. - Wie kommt ihr hier rein? Fahrt weiter!

Zurück! Los, zurück!

Der Heinrich.

Was ist denn da los? - Nichts, nur 'n Bauernhof...

Die erschießen Gefangene.

Wenn ich's nicht mache, macht's 'n anderer. Befehl ist Befehl.

Und wenn sie das drüben genauso machen? Mit unseren Leuten.

Das kann dir auch passieren, dass du so was machen musst.

"Reichsarbeitsdienst, du machst uns froh, beschissen ist es sowieso."

Das ist die Traute. - Gisela Schertling...

Wir waren zusammen beim Arbeitsdienst.

Heut ist ein schöner Tag! Jetzt hab ich euch alle beieinander.

Los, wir gehen in die Osteria. Was studierst du eigentlich?

Wissen Ihre Eltern davon?

Und Ihre Schwester?

Entschuldigen Sie, aber ich... Ich muss mich erst... Das ist ja...

Wer ist denn noch dabei? Kenn ich die?

Der Schmorell, der Graf und der Christoph Probst.

Warum haben Sie nicht gleich offen mit mir geredet?

Hatten Sie kein Vertrauen zu mir?

Doch. Natürlich. Sie müssen verstehen...

Sie sind gleich so ablehnend gewesen.

Und was erwarten Sie jetzt von mir? Ich bin immer noch dagegen.

Was können Flugblätter noch ausrichten inzwischen?

Selbst wenn sie an 100 Orten verbreitet würden.

In Russland krepieren täglich Tausende.

Unsere Städte... Ruinen. Wollen Sie das durch Flugblätter verhindern?

Nein. Wir müssen einen Schritt weiter gehen!

Wie soll denn das aussehen? Wir haben doch nichts in der Hand.

Ein Eingreifen der Wehrmacht, das wär das Einzige, was uns retten kann.

Wenn Sie nur einen Funken Verantwortungsgefühl haben,

dann bitte ich Sie, hören Sie auf!

Sie glauben an einen Putsch der Wehrmacht.

Unsinn. Ich glaub an gar nichts!

Selbst wenn ein paar Leute in Berlin putschen,

hier bei uns, die Polizei, die Verwaltung, der Rundfunk...

das ist dann noch alles in den Händen der Nazis.

Was haben Sie eigentlich vor? Wollen Sie Waffen sammeln?

Wieso nicht? Auf die Dauer wird es ohne Waffen nicht gehen.

Ob es allerdings unsere Aufgabe ist...

Es ist doch schon lange Vollalarm, Herr Professor.

Na, dann gehen wir mal...

Jetzt hat's sich bewegt. - Zeig her.

Kann ich noch mitmachen in dem Kurs?

Ich mach mal noch 'n paar Brote.

Mischa, kommst du mit?

Komm, wir bauen einen Schneemann.

Es hat geklappt. Harnack ist einverstanden.

Er hat mit Lilo unsern Treff vereinbart. - Hast du mit ihm gesprochen?

Nein. Er erwartet uns Samstagmittag, Hotel Sächsischer Hof. Chemnitz.

Hans, wir können den Nachtzug nehmen.

Ich hab's euch schon mal gesagt: Ich finde es einfach zu riskant.

Wir bringen uns dabei in große Gefahr. - Langsam Kenn ich das auswendig.

Weitere Verbindungen, ja. Meinetwegen auch nach Berlin.

Aber nicht über Leute, die von der Gestapo überwacht werden.

Überwacht. Woher willst du das wissen?

An die Wehrmacht traut sich die Gestapo nicht richtig ran. Noch nicht.

Wir wissen überhaupt nicht, ob der wirklich was für uns tun kann.

Die Gruppe seines Bruders hat Kontakte bis in die Wehrmachtspitze.

Der ist jetzt verhaftet.

Im Moment ist das unsere einzige Möglich...

Ihr seid ja so still.

Als Lilo mir im Sommer erzählt hat, was da in München vor sich geht,

wollte ich das erst gar nicht glauben.

Grüßen Sie Lilo herzlich von mir. - Mach ich.

Sind Sie in Chemnitz stationiert, Herr Harmack?

Im Augenblick ja, leider.

Aber so oft ich kann, fahr ich am Wochenende nach Berlin.

Ich krieg ja keinen Urlaubsschein, also fahr ich in Zivil. - Ja natürlich

Wie geht's Ihrem Bruder?

Das können Sie sich ja wohl denken.

Entschuldigung.

Man kann sich gar nicht vorstellen, was in den Kellern der Gestapo geschieht.

Herr Harnack, ich weiß doch...

Er ist immer noch im Reichssicherheitshauptamt inhaftiert.

Seine Frau und die anderen der Gruppe ebenfalls.

Rechtsanwälte sind nicht zugelassen.

Die SS hat von mir verlangt,

die bürgerlichen Angelegenheiten zu regeln.

Offiziell heißt es, die beiden sind auf Dienstreise.

Ich durfte ihn zweimal sehen. Man hat ihn gefoltert.

Inzwischen sind wir ein ganz schönes Stück weiter.

In verschiedenen Städten gibt es Gruppen, die uns unterstützen möchten. - Sehr gut.

Und was kann ich für euch tun?

Wir stellen uns vor, dass du uns vielleicht helfen könntest,

einen Kontakt herzustellen zu einer Widerstandsgruppe in der Wehrmacht.

In der Spitze der Wehrmacht.

Das ist in meiner Situation im Moment nicht leicht.

Ich werd's versuchen.

Der Fritz. Wie süß.

Er hat mir geschrieben, er ist jetzt in Stalingrad.

Hat der Hans mitgebracht. - Weiß ich, hat er mir schon gezeigt

Da hab ich mir neulich schon die Finger dran verbrannt.

Was hat er eigentlich in Chemnitz gemacht?

Er wollte einen Onkel besuchen.

Ach, davon hat er mir gar nichts gesagt.

Und ich?

Gisela! Das ist ja eine Überraschung. - Erzähl! Wie geht's meinem Onkel?

Ich habe Sie angerufen, weil mir das keine Ruhe lässt.

Ich bitte Sie sehr herzlich, überlegen Sie sich das Ganze noch mal.

Jetzt sind Sie enttäuscht, nicht wahr?

Sie wollen nicht wahrhaben, wie isoliert Sie und Ihre Freunde sind.

Sie reiben sich sinnlos auf.

Leute wie Sie werden gebraucht,

wenn wirklich etwas Entscheidendes passiert.

Wir haben Kontakt zur Wehrmacht.

Wir treffen uns mit Leuten aus der Spitze der Generalität.

Menschenskind, Scholl!

Seien Sie vorsichtig!

Aber wir haben ein anderes Problem.

Wir können nicht weiterdrucken. Wir haben kein Papier mehr.

Ach so!

Und Sie dachten, ich könnte Ihnen...

Als Hochschullehrer können Sie sich doch Papier zuteilen lassen!

Lächerlich wenig.

Aber ich kenne da jemanden...

Kommen Sie morgen Nachmittag in mein Zimmer.

Ich habe da eventuell eine Idee.

Ich wärme den Kohlrabi auf. Da ist noch genug da.

Wie kommst denn du hier rein? Was soll das?

Das wollte ich dich fragen! - Meinst du die Flugblätter da?

Die hab ich aus der Uni mitgebracht. - Aus der Uni? Solche Mengen?

Und was ist das hier?

Und das?

Mein Gott, Traute! - Dafür bin ich anscheinend gut genug!

Verstehst du denn nicht?

Wir wollten dir diese ewige Angst ersparen!

Wo bleibt denn der? Wir müssen anfangen!

Wie weit ist es denn mit der Herta? Die müsste doch bald so weit sein.

In zehn Tagen. Aber auf Ärzte ist ja kein Verlass,

Wenn ich mal ein Kind bekomme, nehme ich mir nur 'ne Hebamme.

Sag mal, dass die Traute jetzt auch mitmacht...

Da hätten wir ja wenigstens drüber reden können.

Einen recht schönen Gruß vom Huber!

Tu das mal weg da!

Dieser Huber! Der ist kolossal!

Was schreibst du denn da? - Neue Matrize...

Du änderst doch da was! - Nichts. Ich hab das nur umgestellt.

"Ein neuer Befreiungskrieg bricht an." Da oben gehört das rein!

Wir haben doch gesagt... - Da wird nichts umgestellt!

Sie, meine Herren Studenten, stehen inmitten der Brandung

und spüren den Wellenschlag einer großen Zeit.

Als geistige Vorhut an den Fronten unseres Vaterlandes...

Frauen sitzen im Rang!

...haben sie die immer währende Aufgabe als Vertreter...

„für uns alle!

Deshalb geht mein Appell an die weibliche studentische Jugend!

Ihr Arbeitseifer in allen Ehren, meine Damen,

aber die deutsche Universität ist keine Rettungsanstalt

für höhere Töchter, die sich den Pflichten

des Vaterlandes entziehen wollen.

Es wäre wohl besser,

die Studentinnen würden sich auf ihre Aufgaben als Frau besinnen

und unserem Führer in jedem Universitätsjahr

ein Zeugnis in Gestalt eines strammen Sockens vorweisen.

Geh doch selber an die Front!

Wir haben das gleiche Recht zu studieren!

Ruhe! Wir sind doch nicht in der Judenschule!

Halt' s Maul! - Ruhe!

Herrgott!

Du hast den Splint nicht richtig reingemacht!

Wieso? Den hab ich doch gar nicht angefasst!

Jetzt hast du die ganze Maschine kaputt gemacht!

Ruhe, verdammt!

Wir brauchen ein Stück ganz feinen Stoff!

Ich kann ja verstehen, wenn einige Mädels glauben,

sie müssen studieren,

weil sie nicht hübsch genug sind, um einen Verehrer zu finden.

Aber ich kann Sie beruhigen, meine Damen!

Ich kann Ihnen gerne meine Adjutanten zuweisen.

Und ich kann Ihnen ein erfreuliches Erlebnis versprechen!

Die da! Die hat als Erste geschrien!

Mädchen freilassen! Mädchen freilassen!

So sieht also Ihre Gefolgschaft für den Führer aus!

Ihr Pflichtgefühl für unser Vaterland...

Da können Sie jetzt nicht raus, Herr Professor!

Zurück! Studentenpack!

Stoff!

Wer Volksschänder in Schutz nimmt, ist selber einer!

Nazis raus! Nazis raus!

Aufruhr! Studentenaufstand! Die haben es geschafft!

Die haben Gauleiter überhaupt nicht zu Wort kommen lassen!

Ich sag euch...

Polizei... Die mussten alle wieder laufen lassen!

Ihr könnt euch das nicht vorstellen!

Darf ich mal fragen, woher die Gisela... Was soll denn das?

Ich hab mit ihr darüber gesprochen. - Das seh ich.

Wir können das nicht machen!

Wenn die Stimmung so ist, dann müssen wir sofort alle Aktionen stoppen!

Willst du vielleicht warten, bis sich wieder alles beruhigt hat? - Ja.

Endlich hat unsere Arbeit Erfolg!

Nach so einem Vorfall holen die doch zum Gegenschlag aus!

Wir laufen ins offene Messer!

Wir dürfen nicht nur an München denken!

In Freiburg und Saarbrücken warten die auf das Flugblatt!

Ich geh heim. Ich bin müde.

Alex, mach keinen Unsinn, die Blätter müssen raus!

Christi, wir haben Verabredungen:

In Hamburg warten welche, in Ulm, in Berlin. - Ja, Christl.

Wollt ihr vielleicht mit Hunderten von diesen Flugblättern im Zug fahren?

Gerade jetzt?

Von Innsbruck hierher bin ich drei Mal kontrolliert worden!

In Zukunft haben die ja alle selber ein Gerät, dann brauchen wir nicht...

Willst du allen Ernstes eine Druckmaschine nach Saarbrücken bringen?

Wenn ich sie bekomme... - Mit dem Zug, Ja?

Ich weiß selber, dass das gefährlich ist!

Hans?

Hans!

Ich träum jetzt so oft von unserer Kindheit.

Die Flugblätter, dein Rucksack, darf nicht in deinem Abteil sein.

Weißt du noch, wie du mir das Schwimmen beigebracht hast?

Was war das?

Ich hab jetzt immer eine so blödsinnige Angst um dich.

Das Flugblatt, das nach Hamburg gehen soll...

Ist es nicht zu riskant, dass die Traute das im Gepäck hat?

Wär's nicht besser, wir würden das per Post schicken?

Für die Hamburger wäre das noch viel gefährlicher.

Aber dass die Sophie 'nen ganzen Rucksack voll hat... - Ja?

Geh allein vor.

Fürs Winterhilfswerk. - Ja, natürlich, Augenblick.

Die Soldaten brauchen Wollsachen und warme Decken.

Je weniger Decken, desto früher ist der Krieg aus.

Denk an Fritz. Die haben nicht mal warme Schuhe. - Trotzdem.

Gerade!

Grüß die Hamburger Freunde unbekannterweise.

Und du deine in Ulm.

Du musst mir was versprechen.

Dein Rucksack und du, ihr fahrt nicht im selben Abteil.

Da hört sich ja alles auf.

Die Fremdvölkischen beanspruchen jetzt schon Sitzplätze.

Die Leute müssen auch arbeiten. Und zwar schwer.

Nun wird denen auch noch recht gegeben. Du. Aufstehen.

Die Ausländer sitzen da in aller Gemütsruhe und unsereiner muss stehen.

Ihren Ausweis bitte. Machen Sie mal den Koffer auf.

Ausweiskontrolle.

Haben Sie Gepäck? - Den Koffer da.

Wohin fahren Sie? - Nach Ulm.

Was haben Sie in dem Rucksack? - Ausweis? - Was Sie darin haben.

Da ist alles Mögliche drin... - Dann werden wir mal nachschauen.

Meine Frau hat mir den Koffer gepackt. Soll ich den Koffer aufmachen?

Sie sind verhaftet. Haben Sie gedacht, wir würden nicht kontrollieren?

Gehen Sie mal zur Seite,

Ich hab Durst. - Du hast 'nen halben Apfel gehabt.

Ich will was trinken. - Ich auch.

Zeigen Sie mal Ihren Fahrbefehl.

Urlaubsschein.

Gehen Sie mal rein.

Fahrbefehl.

Fahrbefehl und Zeugbuch.

Und Sie? Urlaubsschein.

Wohin geht die Fahrt? - Saarbrücken.

So, hier bleibst du stehen, da fällst du am wenigsten auf.

Die paar Ärzte, die hier reinkommen, kann ich ja einweihen... - Auf keinen Fall!

Die hab ich alle im Griff. - Willi!

Die sind alle schwer in Ordnung

Kennst doch meinen Bruder. Er hat schon wieder alles im Griff

"Glaubt nicht der nationalsozialistischen Propaganda,

die euch den Bolschewistenschreck in die Glieder gejagt hat."

Nicht so laut! - Um zehn schlafen doch in Saarbrücken alle.

Sag mal, das mit den Waffen...

Wie ist denn das?

Er hat immer mal so 'n paar auf die Seite geschoben.

Und ich hab auch eine Quelle,

Ich hab mit den anderen schon oft drüber gesprochen, aber... - Die sind dagegen.

Natürlich nicht. Aber im Moment... Wir sind wenig Leute.

Wir müssen uns ganz auf die Flugblätter konzentrieren.

Das dauert ganz schön lang, bis man die Waffen zusammenhat.

Lass dir von ihm nichts erzählen, das haben wir alles im Griff.

Ja, verschicken wir.

Warst du schon bei deinen Eltern? - Das kann ich nicht.

Jetzt ist er in Saarbrücken und besucht seine Familie nicht.

Die ängstigen sich doch bloß. - Du schläfst bei mir.

Sag mal, hattest du überhaupt eine Fahrerlaubnis?

Keinen Urlaubsschein?

Mein lieber Knecht.

Damit kannst du bis ans Schwarze Meer fahren.

Deine Freunde auch.

In München sind nach unseren Schätzungen

3.000 von diesen Hetzschriften ausgelegt worden:

in der Universität, in Kinos und Hauseingängen.

Knapp 1.500 Postsendungen sind uns

aus Wien, Salzburg und Linz hereingekommen.

Dann aus Augsburg, Stuttgart und Frankfurt.

Insgesamt ungefähr 6.000 Exemplare.

Ein engerer Zusammenhang besteht vielleicht zur Universität.

Wir haben an die Vorfälle bei der Rede des Gauleiters gedacht.

Ich möchte jetzt endlich von Ihnen ein Resultat, das man herzeigen kann.

Haben Sie in der Universität besondere Maßnahmen ergriffen?

Wir haben uns gedacht...

Setzen Sie für das Universitätspersonal eine Belohnung aus.

Sagen wir, 3000. Zur Ergreifung der Täter.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Der Kampf um Stalingrad ist zu Ende.

Ihrem Fahneneid getreu ist die 6. Armee

unter der vorbildlichen Führung des Generalfeldmarschalls Paulus

der Übermacht des Feindes und der Ungunst der Verhältnisse erlegen.

Ihr Schicksal wird von einer Flakdivision der deutschen Luftwaffe,

zwei rumänischen Divisionen und einem kroatischen Regiment geteilt,

die in treuer Waffenbrüderschaft mit den Kameraden des deutschen Heeres

ihre Pflicht bis zum Äußersten getan haben.

Unter der Hakenkreuzflagge, die auf der Höh...

Sie starben, damit Deutschland lebe.

Das sagt noch gar nichts. Der Fritz kann trotzdem durchkommen.

"Kommilitoninnen, Kommilitonen.

Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad.

300.000...

300.000 deutsche Männer...

hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten

Sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt.

Führer, wir danken dir!"

Da kommen welche, beeilt euch! - Gib her, schnell!

Harnack ist da. Der Hans hat ihn gerade vom Zug abgeholt.

Ich sag dem Huber Bescheid.

Weitergehen.

Nicht stehen bleiben.

Hier gibt's gar nichts zu sehen.

Wegmachen!

Gehen Sie doch da bitte weg. Sie stehen im Weg.

Das muss weg! - Nix verstehen

Weg! So!

Wer schreibt denn so was? - Bleiben Sie hier nicht stehen!

Gehen Sie bitte auch. - Nix verstehen. - Komm!

Die Schwierigkeit ist ja, dass selbst unter den Generalen,

die eindeutig gegen Hitler stehen,

viele etwas ganz anderes interessiert: Die Herren wollen immer noch siegen.

Ist der Frontverlauf günstig, dann wird weitergekämpft.

Inzwischen muss auch der Letzte zugeben, dass militärisch nichts mehr zu machen ist.

Außerdem... mit der Invasion rechnen selbst die Nazis.

Und Sie können wirklich mit Bestimmtheit sagen, dass ein Putsch...

Der Putsch ist geplant. Das ist sicher.

Aber wann die Generale endlich handeln, das...

Es gibt ein Angebot aus der Sowjetunion für sofortigen Waffenstillstand.

Zwei Bedingungen:

Die Deutschen müssen die Naziführung aus eigener Kraft beseitigen

und Einstellung der Kampfhandlungen.

Ja, wir müssen unsere Arbeit ändern. Das ist jetzt der Zeitpunkt.

Hans, wie Sie sich das vorstellen... - Die Zeit drängt!

Baut eure Verbindungen weiter aus. Das ist im Moment das Wichtigste.

Und vor allem Kontakte zu anderen Widerstandskreisen.

Auch zu den Kirchen, alten Sozialdemokraten, Kommunisten.

Auch zur Bekennenden Kirche. Dabei könnte ich euch helfen.

Wie soll so eine Zusammenarbeit aussehen?

Jede Gruppe ist für sich selbst verantwortlich.

Ja, aber eine Verbindung ist notwendig, damit im entscheidenden Moment

wirklich alle Kräfte an einem Strang ziehen.

Eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten? - Das Lager ist doch jetzt gleichgültig.

Der Krieg muss beendet werden.

Alle, die gegen die Nazis sind, müssen jetzt zusammenarbeiten. - Nein!

Ich lehne jede Zusammenarbeit mit Bolschewisten ab.

Da kommen wir ja vom Regen in die Traufe.

Die Schmierer haben ihre Parolen

in diesem Bereich der Ludwigstraße angebracht:

zwischen dem Siegestor und der Theresienstraße.

Die Ludwigstraße hat in dieser Gegend nur wenige Ausgänge:

am Siegestor, an der Veterinärstraße,

an der Schellingstraße, an dem Gässchen zwischen Ludwigskirche

und Staatsbibliothek und natürlich an der Theresienstraße.

An diesen Punkten werden meine Leute ab heute Abend ständig Wache halten.

Noch mal: Vielen Dank.

Also dann in Berlin: 25. Februar, 18 Uhr,

Gedächtniskirche. - Ersatzzeit: 19 Uhr.

Macht's gut.

Also wenn das klappt mit Berlin...

Ich muss sagen, dieser Harnack, das...

Was ist denn?

Diese Änderungen erlaube ich nicht.

Wir waren uns einig, dass nur Wehrmacht...

Wir sind Ihnen wirklich sehr dankbar für Ihr Flugblatt, aber... - Ja?

So einen Satz können wir nicht drucken. - Was ist daran falsch?

"Unterstellt euch auch weiterhin unserer herrlichen Wehrmacht."

Was haben Sie dagegen?

Wir können nur mit Einzelnen in der Wehrmacht rechnen.

Ich kann an der Wehrmacht nichts Herrliches finden.

Nein, Scholl.

Da verstehen wir uns nicht.

He, geh du zum Siegestor.

Ist es, weil sie euch fast erwischt haben?

Ich weiß nicht...

Hat die Traute angerufen?

Dieser ganze Druck ständig...

Ich will mich einfach mal fallen lassen.

Oft, wenn ich allein bin, hab ich plötzlich so eine Leere in mir.

Da bin ich wie tot.

Ich möchte mal was Schönes erleben.

Wie heißt sie denn? - Katja.

Sieht sie aus wie du? - Hoffentlich nicht!

Drei Kinder. Mir würde das Angst machen. In dieser Zeit.

Nein. Wofür lebe ich denn?

Wir erlauben uns umständlich... anständig... anlässlich des Umstands...

Also auf die Kinder... - Auf die Kinder! - Prost!

Wird der Huber noch mitmachen, wenn der Satz da raus ist?

Ich hoffe schon. - Es bleibt ja sein Flugblatt.

Ich hab da... Ich hab da auch was geschrieben.

Zeig mal her. Pfundig! Unser nächstes Flugblatt!

Das ist doch nur ein Versuch... - Jetzt geht's richtig los.

Zuerst in der Uni, das machen wir gemeinsam, dann in der Hauptpost...

Nein, ich geh lieber in die Frauenkirche. - Na ja, jedenfalls zuerst Uni!

Nimmst du das mit?

Das ist bei mir immer noch am sichersten.

Wir sollten lieber mit einem leeren Koffer nach Haus kommen.

Es ist spät. In zwei Minuten sind die Vorlesungen aus.

Da sind sie! Die waren's.

Halt!

Stehen bleiben!

Sie sind verhaftet!

Was wollen Sie denn?

Mitkommen, mitkommen!

"Parteibonzen auf Ordensburgen..."

"...stupide Führergesellschaft..."

"...Herrenschicht..."

"...Gauleiter greifen mit geilen Späßen den Studentinnen an ihre Ehre..."

Heil Hitler!

Vielen Dank, Herr Professor Wüst.

Bei Herrn Schmid müssen Sie sich bedanken.

Hab nur meine Pflicht getan.

Stehen Sie auf!

Ist das Ihr Koffer? - Ja.

Wir kommen aus der Vorlesung, da steht der Mann vor uns und sagt:

"Sie sind verhaftet!”

Sie gehen mit einem Koffer in die Vorlesung?

Wir wollten gleich heim. Nach Ulm.

Mit einem leeren Koffer?

Für Wäsche. Wir wollten daheim frische Wäsche holen.

Ist das Ihre Handschrift?

Und dieses Geschmiere, das man Ihnen angeblich zugesteckt hat?

So was geben Sie nicht ab bei den zuständigen Behörden?

Ich hab's noch nicht gelesen.

Interessiert Sie das nicht? - Doch.

Weshalb? - Weshalb nicht?

Infame Verleumdung des Führers. So was unterstützen Sie?

Ich sage Ihnen doch: Ich hab's noch nicht gelesen.

Sie waren in der Vorlesung von Professor Huber? - Hab ich doch gesagt.

Sie sind aber Mediziner. - Philosophie interessiert mich.

Warum haben Sie die Vorlesung dann früher verlassen?

Wir wollten den Zug noch bekommen. - Wann fährt denn der?

Um ... 11.40 Uhr.

Welchen Hörsaal-Ausgang haben Sie benutzt? - Den auf der Seite,

Wie kommen Sie dann auf die Empore? - Ich war nicht auf der Empore.

Der Hausmeister hat Sie dort aber gesehen!

Wie denn? Wir waren in der Vorlesung.

Ich denke, Sie sind früher gegangen? - Ja.

Dann hat Sie der Hausmeister also doch gesehen? - Nein.

Wieso waren Sie dann mitten unter den anderen, als Sie verhaftet wurden?

Weil uns welche überholt haben. - So kommen wir nicht weiter.

Drei Bögen Acht-Pfennig-Briefmarken

und 168 Fünf-Pfennig-Marken.

Über 200 Briefumschläge.

Immer wenn ich welche gebraucht hab, gab's grad keine im Geschäft.

Da hab ich mir welche zurückgelegt.

So viele Umschläge? - An wen schreiben Sie denn so eifrig?

An meine Eltern, meine Schwestern, meinen Bruder Werner...

Wo sind Ihre Schwestern?

In Ulm. - Und Ihr Bruder?

An der Ostfront.

Ziemlich große Verwandtschaft...

Da schicken Sie also lauter Drucksachen?

Hetzschriften gegen den Führer verteilen,

während unsere Soldaten im Entscheidungskampf stehen.

Ihr Bruder Werner doch an der Front. Was würde der dazu sagen?

Ich hab keine Flugblätter verteilt.

Zufällig sind es genau so viele Flugblätter,

wie in Ihren Koffer reinpassen!

Es gibt ja wohl mehr Koffer in der Größe.

Hören Sie auf! Ihr Bruder hat gestanden!

Wussten Sie davon? - Wovon?

Wir haben die Druckmaschine gefunden.

Sie sind noch jung.

Wenn Sie die Handlungen Ihres Bruders nicht billigen,

aber nicht wussten, wem Sie sich mitteilen sollten...

Sie halten zu Ihrer Familie, aber es gibt Grenzen...

Sie können bei uns nicht etwas finden, was wir gar nicht haben.

Sie sagen, Sie haben dieses handgeschriebene Flugblatt

zugesteckt bekommen...

Von wem?

Den kannte ich nicht. Das hab ich schon gesagt.

Vielleicht von Christoph Probst?

Wieso?

Den hab ich seit Monaten nicht gesehen. - Aber er hat Ihnen geschrieben.

Das ist doch seine Handschrift?

Ja.

Und das auch.

Ich habe das verfasst. - Ach so...

Auf einmal!

Aus Ihrer Feder stammt ja wohl

dieser ekelhafte Flugblattentwurf,

der Gott sei Dank nicht mehr verbreitet werden konnte.

Sie sollten Gott besser nicht erwähnen. - Typisch, Ihre Haltung passt zu Ihnen.

Der Front in den Rücken fallen und hier noch frech werden.

So wie wir denken viele.

Sie trauen sich nur nicht, es auszusprechen. - Halten Sie den Mund!

Wer so den Nationalsozialismus begeifert, gehört nicht in unsere Mitte!

Wer so den Führer beschimpft...! - Einer musste ja mal den Anfang machen!

Derartig schamlose, infame Subjekte haben nichts anderes verdient als den Tod!

Eure Köpfe rollen auch noch!

Ist es nicht wunderbar, dass der Werner grad heimgekommen ist?

Da konnte er doch heute bei der Verhandlung...

Ich hab euch ein paar Bonbons mitgebracht...

Ich! Ich hab ja noch gar nichts zu Mittag gegessen.

Wir haben ein Gnadengesuch eingereicht...

Wenn wir noch acht Wochen am Leben bleiben, ist alles vorbei.

Die Invasion der Alliierten... - Hier wird nicht geflüstert!

So, Schluss machen!

Acht Wochen!

Gell, Sophie: Jesus,

Ja, aber du auch.

Sie müssen sich vorbereiten.

Heute?

In zwei Stunden.

Der Geistliche wartet auf Sie.

Eigentlich ist das streng verboten.

Sie haben nur zwei Minuten.

Ich?

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