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Original subtitles

Bryukhanov soll befördert werden.

Wäre da nicht das Problem mit dem Sicherheitstest...

Wenn wir Ihn zum Abschluss bringen können,

dann ist seine Beförderung wohl sehr wahrscheinlich.

Dann ist seine Beförderung wohl sehr wahrscheinlich.

Wer weiß, vielleicht Moskau.

Folglich wird man mich als seinen Nachfolger einsetzen,

und ich brauche jemanden, der meinen Posten übernimmt.

Ja, womöglich Sitnikov...

Ich würde gern berücksichtigt werden.

Das ist gut zu wissen.

Viktor Petrovich, für den Test ist soweit alles vorbereitet.

Genosse Dyatlov hat gemäß meinen Anweisungen

die Leistung von Reaktor 4 auf 1600 Megawatt reduzieren lassen.

Die Leistung von Reaktor 4 auf 1600 Megawatt reduzieren lassen.

Wir warten nun auf Ihre Genehmigung, um die Leistung weiter zu reduzieren...

Wir müssen warten.

Gibt es, äh...

Wollen Sie fragen, ob es ein Problem gibt, Nikolai?

Sehen Sie mir das nicht an, verdammt?

Seit drei Jahren will ich diesen Test zum Abschluss bringen, seit drei Jahren!

Seit drei Jahren will ich diesen Test zum Abschluss bringen, seit drei Jahren!

Der Lastverteiler aus Kiew hat vorhin angerufen, er sagt,

wir dürfen die Leistung in den nächsten 10 Stunden nicht weiter herunterfahren.

Ein Lastverteiler? Was fällt dem ein...

Die Entscheidung liegt nicht beim Lastverteiler. Wir haben Monatsende.

Die Entscheidung liegt nicht beim Lastverteiler. Wir haben Monatsende.

Die ganzen Produktionsquoten. Alle machen Überstunden,

Die ganzen Produktionsquoten. Alle machen Überstunden,

die Fabriken brauchen Strom, jemand gibt den Druck weiter

von oben nach unten. Ohne dass wir erfahren, wer.

Müssen wir den Test jetzt abblasen, oder wie?

Nein, ich denke nicht. Wenn wir 10 Stunden warten müssen, dann warten wir eben.

Nein, ich denke nicht. Wenn wir 10 Stunden warten müssen, dann warten wir eben.

Kann der Reaktor bei halber Leistung nicht instabil werden?

-Nein, ich würde sagen... -Ich frage nicht Sie.

Es ist sicher.

Wir halten ihn auf 1600, ich gehe mich ausruhen und komme heute Abend wieder.

Dann machen wir weiter. Ich überwache den Test persönlich.

Dann machen wir weiter. Ich überwache den Test persönlich.

Und ich werde ihn abschließen.

Mich brauchen Sie dafür ja nicht. Rufen Sie mich dann an.

Mich brauchen Sie dafür ja nicht. Rufen Sie mich dann an.

Wie fühlen Sie sich?

Sie waren gestern beim Arzt. Geht es Ihnen gut?

Das wissen Sie nicht?

Aus Wien. Können Sie das lesen?

Hier steht: "Endlich ein sowjetischer Wissenschaftler, der die Wahrheit sagt."

Hier steht: "Endlich ein sowjetischer Wissenschaftler, der die Wahrheit sagt."

Mich ärgert zwar die Unterstellung,

aber Sie haben bei der Konferenz eine ausgezeichnete Figur gemacht.

Sie sind erstaunlich gut darin.

-Worin? Im Lügen? -Staatskunst, Legasov. Staatskunst.

-Worin? Im Lügen? -Staatskunst, Legasov. Staatskunst.

Der Westen ist jetzt davon überzeugt, dass Tschernobyl allein die Folge

Der Westen ist jetzt davon überzeugt, dass Tschernobyl allein die Folge

eines Bedienfehlers war. Was im Grunde auch stimmt.

Dafür haben wir Ihnen zu danken. Und zwar hiermit.

"Held der Sowjetunion."

Unsere höchste Auszeichnung. Blieb bislang selbst mir verwehrt.

Unsere höchste Auszeichnung. Blieb bislang selbst mir verwehrt.

"Beförderung zum Direktor des Kurtschatow-Instituts.”

Wie schmeichelhaft.

Ich glaube, Sie sind für Schmeicheleien nicht empfänglich, Valery Alexeyevich.

Und noch gehört Ihnen nichts davon. Erst werden Sie im Prozess aussagen.

Und noch gehört Ihnen nichts davon. Erst werden Sie im Prozess aussagen.

Genosse Charkov, was der Staat von mir erwartet, weiß ich.

Aber Sie haben uns etwas garantiert.

Die Reaktoren müssen sicher gemacht werden.

Das war vor Monaten. Es wurde nichts modifiziert,

noch nicht einmal darüber gesprochen...

Zuerst die Verhandlung.

Danach stehen die Übeltäter fest.

Dann haben wir einen Helden und wir haben eine Wahrheit.

Und erst dann kümmern wir uns um die Reaktoren.

Haben Sie den Zug genommen?

Ja, ich hab' den Zug genommen. Und jetzt sprechen wir über Wien.

Ja, ich hab' den Zug genommen. Und jetzt sprechen wir über Wien.

Ich will Sie nicht zurechtweisen.

Ich weiß, wie die Welt funktioniert, auch wenn Shcherbina mich für naiv hält.

Ich weiß, wie die Welt funktioniert, auch wenn Shcherbina mich für naiv hält.

Und? Warum sind Sie dann hier?

Weil ich ein ziemlicher Dickkopf bin. Was Sie auch von mir erwarten.

Weil ich ein ziemlicher Dickkopf bin. Was Sie auch von mir erwarten.

Charkov sagt, sie modifizieren die Reaktoren erst nach der Verhandlung.

Charkov sagt, sie modifizieren die Reaktoren erst nach der Verhandlung.

Glauben Sie ihm?

Die Staatsorgane werden das niemals aus freien Stücken tun, weil...

sie dann auch zugeben müssten, dass sie gelogen haben.

Sie müssen dazu gezwungen werden.

Vor Gericht müssen Sie die Wahrheit sagen.

Sie müssen überzeugend sein.

Das ist ein Schauprozess. Das Urteil hat man den Richtern längst ausgehändigt.

Die meine ich nicht.

Das Zentralkomitee hat einige Wissenschaftler,

die als Prozessbeobachter fungieren sollen, vorgeladen.

Unsere Kollegen. Aus dem Kurtschatow, dem Sredmash, dem Minenergo...

Unsere Kollegen. Aus dem Kurtschatow, dem Sredmash, dem Minenergo...

Sie werden auf den Bänken sitzen und jedes Wort von Ihnen mit anhören.

Richter, von denen nur wir beide wissen.

Und wenn Sie in Ihrer Aussage den Explosionshergang schildern,

dann werden unsere Richter endlich die Wahrheit erfahren.

-Und was zu tun? -Um Reformen einzufordern.

Nicht nur für RBMK-Reaktoren, sondern die ganze Industrie.

-Nein, nein, nein. -Ohne uns kommt sie zum Erliegen. Wenn...

Kennen Sie den Verbleib von Volkov, dessen Bericht Sie mir gezeigt haben?

Kennen Sie den Verbleib von Volkov, dessen Bericht Sie mir gezeigt haben?

Die haben ihn im Handumdrehen von seinem Institutsposten entfernt.

Entlassen, weil er zu viel wusste.

Und diese handverlesenen Wissenschaftler, diese Beisitzer eines Schauprozesses,

Und diese handverlesenen Wissenschaftler, diese Beisitzer eines Schauprozesses,

sollen sich irgendwie mobilisieren lassen? Von mir?

sollen sich irgendwie mobilisieren lassen? Von mir?

Wegen irgendeines heldenhaften Akts von Widerstand gegen den Staat?

-Warum?

Weil Sie Valery Legasov sind. Ihr Wort hat Gewicht.

Ich wünschte, es würde reichen, dass ich den Mund aufmache.

Aber ich weiß, wie die Welt funktioniert.

Sie erschießen mich, Khomyuk.

Sie wollten von mir, dass ich herausfinde was passiert ist.

Ich habe Dutzende Menschen befragt.

Alles was sie mir erzählt haben, habe ich aufgeschrieben. In diesen Notizbüchern.

Alles was sie mir erzählt haben, habe ich aufgeschrieben. In diesen Notizbüchern.

Die hier sind immer noch am Leben, und die sind alle tot.

Gestorben beim Versuch, andere zu retten.

Sie haben Feuer gelöscht. Verletzte versorgt.

Fest entschlossen, ohne zu zögern. Sie haben einfach getan, was nötig war.

Das habe ich auch! Das habe ich auch.

Ich fuhr freiwillig zu einem offenen Reaktor.

Insofern habe ich schon mein Leben geopfert.

Reicht das etwa nicht?

Nein, es tut mir leid, es reicht nicht.

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion

und das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR haben entschieden,

dass im Namen des Volkes Gerechtigkeit geübt werden soll.

So wie es sich die Partei auf dem 20., 21. und 22. Parteitag

So wie es sich die Partei auf dem 20., 21. und 22. Parteitag

zum vorrangigen Ziel gesetzt hat, und wie es auch Lenin verlangt.

Dies war, ist und bleibt das einzig unverrückbare Ziel des Sowjetstaates.

Der Weg der leninistischen Grundsätze soll konsequent und unbeirrbar

beschritten werden.

Er beschreibt die Lebensinteressen des Sowjetischen Volkes,

seine Hoffnungen und Erwartungen, die es in unsere Partei- und Staatsführung setzt.

Diese Gerichtsverhandlung ist nun eröffnet.

Den Vorsitz hat Genosse Richter Milan Kadnikov.

Anklagepunkte:

Viktor Bryukhanov, Anatoly Dyatlov, und Nikolai Fomin...

Viktor Bryukhanov, Anatoly Dyatlov, und Nikolai Fomin...

werden des Verstoßes gegen Artikel 220, Absatz 2

des Strafgesetzbuchs der Sowjetunion beschuldigt,

was zur Atomkatastrophe vom 26. April 1986 führte.

Was zur Atomkatastrophe vom 26. April 1986 führte.

Zeugen der Staatsanwaltschaft sind Genossin Khomyuk

vom Weißrussischen Institut für Nuklearenergie,

Genosse Legasov vom Kurtschatow-Institut für Atomenergie,

Genosse Legasov vom Kurtschatow-Institut für Atomenergie,

und Genosse Boris Evdokimovich Shcherbina,

stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats,

und Leiter des Ministeriums für Erdöl und Energie.

Es begann ausgerechnet mit einem Sicherheitstest.

Es begann ausgerechnet mit einem Sicherheitstest.

Aber warum bestand überhaupt die Notwendigkeit dafür?

Reaktor Nummer 4 war nicht neu, als der Unfall passierte.

Vielmehr ging er schon am 20. Dezember 1983 in Betrieb.

Vielmehr ging er schon am 20. Dezember 1983 in Betrieb.

Und elf Tage später, am letzten Tag des Jahres,

Und elf Tage später, am letzten Tag des Jahres,

hat Kraftwerksdirektor Viktor Bryukhanov dieses Schriftstück unterschrieben.

Hat Kraftwerksdirektor Viktor Bryukhanov dieses Schriftstück unterschrieben.

Es bescheinigt die Abnahme und Fertigstellung des Reaktors.

Es bescheinigt die Abnahme und Fertigstellung des Reaktors.

Aufgrund der Baufertigstellung vor Jahresende,

verlieh man dem Genossen Bryukhanov den "Held der Sozialistischen Arbeit".

Verlieh man dem Genossen Bryukhanov den "Held der Sozialistischen Arbeit".

Genosse Fomin erhielt den Orden für "Heldenmütige Arbeit".

Und den Genossen Dyatlov zeichnete man mit dem "Rotbannerorden”" aus.

Und den Genossen Dyatlov zeichnete man mit dem "Rotbannerorden”" aus.

Aber die Arbeiten waren nicht abgeschlossen.

Und dieses Dokument war eine Lüge.

Die Ausstellung dieses Zertifikats setzt voraus,

das sämtliche Sicherheitstests erfolgreich durchgeführt wurden.

Und dennoch stand einer aus.

Ein Atomreaktor erzeugt Hitze im Kern, hier.

Ein Atomreaktor erzeugt Hitze im Kern, hier.

Eine Reihe von Pumpen - hier und hier -

versorgt den Kern kontinuierlich mit Kühlwasser.

Die Hitze im Kern lässt das Wasser verdampfen,

der Dampf treibt eine Turbine an, und die erzeugt Elektrizität.

Aber was, wenn ein Kraftwerk keinen Strom mehr hat?

Wenn die Stromversorgung des Kraftwerks selbst unterbrochen ist?

Wenn die Stromversorgung des Kraftwerks selbst unterbrochen ist?

Durch Stromausfall, eine Betriebsstörung, oder infolge eines feindlichen Angriffs?

Durch Stromausfall, eine Betriebsstörung, oder infolge eines feindlichen Angriffs?

Ohne Stromversorgung pumpen die Kühlwasserpumpen kein Wasser

durch den Kern.

Ohne Kühlwasser überhitzt der Kern und der Brennstoff fängt an zu schmelzen.

Ohne Kühlwasser überhitzt der Kern und der Brennstoff fängt an zu schmelzen.

Kurz gesagt, eine Atomkatastrophe.

Die Lösung? Drei dieselbetriebene Notstromgeneratoren, hier.

Die Lösung? Drei dieselbetriebene Notstromgeneratoren, hier.

Also? Problem gelöst? Nein.

Bryukhanov wusste, dass das Problem durchaus nicht gelöst war.

Die Notstromgeneratoren erreichen nach circa einer Minute die nötige Leistung,

Die Notstromgeneratoren erreichen nach circa einer Minute die nötige Leistung,

um die Pumpen anzutreiben und die Kernschmelze zu verhindern.

Und bis dahin wäre es zu spät. Das führt uns zu dem Sicherheitstest.

Und bis dahin wäre es zu spät. Das führt uns zu dem Sicherheitstest.

Die Theorie sah so aus: Wenn in der Anlage der Strom ausfällt,

Die Theorie sah so aus: Wenn in der Anlage der Strom ausfällt,

würde die drehende Turbine vor dem Stillstand noch eine Weile nachlaufen.

Würde die drehende Turbine vor dem Stillstand noch eine Weile nachlaufen.

Warum nimmt man dann nicht den Strom, den sie dabei noch erzeugt...

und leitet ihn zu den Pumpen? Hält die auslaufende Turbine

die Pumpen nicht lange genug am Laufen, um die 60 Sekunden zu überbrücken

die Pumpen nicht lange genug am Laufen, um die 60 Sekunden zu überbrücken

bis die Generatoren anspringen?

Irgendwelche Fragen?

Nein. Fahren Sie fort, bitte.

Um dies nachzuweisen, wird zunächst die Reaktorleistung abgesenkt,

Um dies nachzuweisen, wird zunächst die Reaktorleistung abgesenkt,

bis auf 700 Megawatt. Dann simuliert man den Stromausfall.

Dazu stellt man die Turbinen ab,

und während sie langsam auslaufen, wird die erzeugte Spannung gemessen,

um zu sehen, ob sie ausreicht, um die Pumpen zu versorgen.

Die Theorie leuchtet ein.

Aber ein Test ist nur so gut wie die Männer, die ihn durchführen.

Aber ein Test ist nur so gut wie die Männer, die ihn durchführen.

Der erste ihrer Versuche schlug fehl. Auch ihr zweiter Versuch schlug fehl.

Der erste ihrer Versuche schlug fehl. Auch ihr zweiter Versuch schlug fehl.

Sogar ihr dritter Versuch schlug fehl.

Ihr vierter Versuch schließlich war am 26. April 1986.

Ihr vierter Versuch schließlich war am 26. April 1986.

Genossin Khomyuk.

Um die Vorgänge während jener Nacht zu verstehen,

müssen wir 10 Stunden zurückgehen.

Zum 25. April, dem ursprünglichen Termin für den Test.

Um 14 Uhr ist die Reaktorleistung bereits auf die Hälfte abgesenkt.

Von der üblichen Nennleistung von 3.200 Megawatt...

auf 1.600 Megawatt. Er ist stabil und bereit, auf die für den Test

nötige Leistung gedrosselt zu werden: 700 Megawatt.

Aber bevor sie fortfahren können, erreicht sie ein Anruf.

Der Lastverteiler in Kiew lässt wissen, dass man sich bis nach Mitternacht

keinen weiteren Leistungsabfall erlauben könne.

Sie verlangen 10 Stunden Aufschub. Das ist der erste kritische Moment.

Sie verlangen 10 Stunden Aufschub. Das ist der erste kritische Moment.

Das erste Glied in der Unglückskette.

Kompetente Entscheidungsträger hätten darauf gedrängt, den Test zu streichen.

Kompetente Entscheidungsträger hätten darauf gedrängt, den Test zu streichen.

Diese drei Männer haben ihn weiterhin zugelassen.

Warum war dieser Aufschub so gefährlich?

Er sorgte für zwei Probleme. Eines davon ist wissenschaftlicher Natur.

Er sorgte für zwei Probleme. Eines davon ist wissenschaftlicher Natur.

Das andere ausgesprochen menschlich. Dieses werden wir zuerst beleuchten.

Das andere ausgesprochen menschlich. Dieses werden wir zuerst beleuchten.

Um Mitternacht findet ein Schichtwechsel statt.

Um Mitternacht findet ein Schichtwechsel statt.

-Khodemchuk... -Vergiss es.

Suche dir einen anderen Deppen.

Toptunov, willst du ein Motorrad kaufen?

Toptunov? Der ist doch noch ein Kind. Hat mehr Haare im Gesicht als am Sack!

Toptunov? Der ist doch noch ein Kind. Hat mehr Haare im Gesicht als am Sack!

Haare? Ach das wächst an seiner Lippe?

Leonid Pedorovych... Akimov braucht dich so schnell wie möglich im Kontrollraum.

Leonid Pedorovych... Akimov braucht dich so schnell wie möglich im Kontrollraum.

-Er ist schon da? -Ist früher gekommen.

Geht wohl um einen Test.

Sieht ihr? Sie sind verzweifelt.

Sasha?

Ah. Weiß du noch, der Test? Der vorgeschrieben war,

die Turbinenabschaltung, der vom letzten Jahr?

Es ging nicht während der Tagschicht, also übergeben sie ihn an uns.

-An uns? Wir wissen gar nicht... -Scheiße...

-Wir wissen doch gar nicht, wie. -Das wird schon.

Wir drosseln ihn auf 700 und halten ihn da, den Rest machen

Stolyarchuk und Kirschenbaum, aber... Dyatlov wird alles überwachen.

Stolyarchuk und Kirschenbaum, aber... Dyatlov wird alles überwachen.

Ich muss etwas zum ersten Mal machen und Dyatlov schaut mir über die Schulter?

Immer mit der Ruhe. Wir machen es zusammen. Ich lese gerade die Anleitung durch.

Immer mit der Ruhe. Wir machen es zusammen. Ich lese gerade die Anleitung durch.

Sollen wir das auch machen oder nicht?

Ja, hier ist Akimov, Block 4.

Ich hab' hier das Handbuch für den Abschalttest.

Ihr habt ihn letztes Jahr gemacht.

Ja, in dem Handbuch stehen Anweisungen, und da ist einiges durchgestrichen. Was...

Ja, in dem Handbuch stehen Anweisungen, und da ist einiges durchgestrichen. Was...

Aber was soll ich...

Bist du sicher?

Verstehe. Danke.

Er sagt, wir sollen das Durchgestrichene auch machen.

Warum ist es dann durchgestrichen?

Ich habe die Freigabe für den Test. 1600, gut.

Ich habe die Freigabe für den Test. 1600, gut.

Kann ich davon ausgehen, dass Sie alle wissen, was zu tun ist?

-Naja... -Ja, absolut.

-Stolyarchuk? -Ja.

Kirschenbaum?

Äh, ich hab es noch nicht gelesen, wir haben eben erst erfahren...

Da. Lesen Sie es. Oder tun Sie einfach, was ich sage.

Ich denke, sogar ein Dummkopf wie Sie kriegt das hin.

Gut, dann los.

Ich soll die Turbine abschalten, solange der Reaktor noch läuft?

-Das ist keine gute... -Klappe halten, verdammt!

Und machen Sie Ihre Arbeit.

Toptunov. Leistung auf 700 drosseln.

Ich habe ihn noch nie auf so wenig Leistung abgesenkt.

Schon gut, ich bin ja bei Dir.

Leistung wird auf 700 gesenkt.

Stellen Sie sich bitte Yuri Gagarin vor.

Stellen Sie sich vor, dass ihm nichts über seine Weltraummission gesagt wurde,

zu dem Moment, in dem er auf der Abschussrampe steht.

Stellen Sie sich bitte vor, dass er nur eine Liste von Anweisungen hat,

die er zum ersten Mal sieht, und von denen manche durchgestrichen sind.

Denn genau so hat es sich abgespielt im Kontrollraum von Reaktor 4.

Denn genau so hat es sich abgespielt im Kontrollraum von Reaktor 4.

Die Nachtschicht war für diesen Versuch nicht geschult worden,

ja, sie wurden nicht einmal vorgewarnt.

Leonid Toptunov, dem man In jener Nacht die Verantwortung für die Steuerung

Leonid Toptunov, dem man In jener Nacht die Verantwortung für die Steuerung

und Stabilisierung des Reaktors übertrug, war...

ganze 25 Jahre alt.

Und seine Berufserfahrung betrug 4 Monate.

Und seine Berufserfahrung betrug 4 Monate.

Das war das menschliche Problem infolge des Aufschubs.

Aber im Innern des Reaktorkerns, in den Zwischenräumen der Atome,

Aber im Innern des Reaktorkerns, in den Zwischenräumen der Atome,

erwächst eine weitaus größere Bedrohung.

Nämlich ein Gift.

Es ist mittlerweile 0:28 Uhr.

Genosse Legasov.

Ich freue mich, hier ein paar meiner Kollegen vom Kurtschatow-Institut

Ich freue mich, hier ein paar meiner Kollegen vom Kurtschatow-Institut

und vom Energieministerium zu sehen.

Doch man muss kein Kernphysiker sein, um den Unfall von Tschernobyl zu begreifen.

Man muss Folgendes wissen:

Grundsätzlich unterscheiden wir In einem Kernreaktor nur zwischen zwei Vorgängen.

Grundsätzlich unterscheiden wir In einem Kernreaktor nur zwischen zwei Vorgängen.

Die „Reaktivität", oder anders gesagt, Spaltrate, geht entweder nach oben

Die „Reaktivität", oder anders gesagt, Spaltrate, geht entweder nach oben

oder sie geht nach unten. Das ist alles.

Es ist die Aufgabe eines Reaktorfahrers das Gleichgewicht zu halten.

Uranbrennstoff.

Wenn Uranatome sich spalten und kollidieren,

geht die Reaktivität nach oben.

Wenn man nun die Reaktivität nicht ausgleicht, steigt sie immer weiter an.

Wenn man nun die Reaktivität nicht ausgleicht, steigt sie immer weiter an.

Daher das Bor in den Steuerstäben.

Es reduziert die Reaktivität wie die Bremse im Auto.

Es reduziert die Reaktivität wie die Bremse im Auto.

Man muss noch einen dritten Faktor berücksichtigen. Wasser.

Man muss noch einen dritten Faktor berücksichtigen. Wasser.

Kaltes Wasser verringert die Hitze im System,

während es gleichzeitig verdampft und Dampfblasen bildet.

In einem RBMK Reaktor wie dem in Tschernobyl

herrscht ein so genannter "positiver Dampfblasenkoeffizient".

Was bedeutet das?

Es bedeutet, je mehr Dampf im System vorherrscht

desto höher ist die Reaktivität. Das bedeutet mehr Hitze,

das heißt wiederum mehr Dampf, was wiederum heißt...

Man könnte nun meinen, wir hätten es mit einem Teufelskreis zu tun.

Und das wäre auch so, gäbe es da nicht den...

Und das wäre auch so, gäbe es nicht das hier.

Und das wäre auch so, gäbe es nicht das hier.

Den "negativen Temperaturkoeffizient".

Wenn der Kernbrennstoff heißer wird, wird er weniger reaktiv.

Wenn der Kernbrennstoff heißer wird, wird er weniger reaktiv.

Also: Brennstoff erhöht die Reaktivität.

Also: Brennstoff erhöht die Reaktivität.

Steuerstäbe und Wasser verringern sie.

Dampf lässt sie ansteigen. Der Anstieg der Temperatur verringert sie.

Dampf lässt sie ansteigen. Der Anstieg der Temperatur verringert sie.

Das ist der unsichtbare Reigen der ganze Städte mit Strom versorgt,

Das ist der unsichtbare Reigen der ganze Städte mit Strom versorgt,

ohne Rauch und Feuer.

Und es ist faszinierend, wenn alles geregelt läuft.

Und es ist faszinierend, wenn alles geregelt läuft.

Wenn das Uran gespalten wird und Energie freisetzt,

entsteht ein neues Spaltprodukt.

Xenon. Xenon verringert die Reaktivität.

Das ist das Gift, das Genossin Khomyuk erwähnt hat.

Läuft der Reaktor im vollen Leistungsbereich,

verbrennt das Xenon, noch bevor es gefährlich werden kann.

Aber wegen des Testaufschubs lief Reaktor 4 in Tschernobyl

Aber wegen des Testaufschubs lief Reaktor 4 in Tschernobyl

zeitweilig nur auf halber Leistung. 10 Stunden lang.

Das Xenon konnte so nicht verbrannt werden.

Es hat sich angesammelt, bis der Kern vergiftet war.

Das Gleichgewicht geht langsam verloren.

Um Null Uhr 28 schließlich bereitet man den Reaktor darauf vor,

Um Null Uhr 28 schließlich bereitet man den Reaktor darauf vor,

weiter gedrosselt zu werden.

Und dennoch wird er in weniger als einer Stunde explodieren.

Und dennoch wird er in weniger als einer Stunde explodieren.

Wenn Ihnen unverständlich ist wie ein zurückgefahrener Reaktor

explodieren kann, nimmt Ihnen das keiner übel.

Schließlich arbeiten Sie ja nicht im Kontrollraum eines Atomkraftwerks.

Schließlich arbeiten Sie ja nicht im Kontrollraum eines Atomkraftwerks.

Aber wie sich herausstellt, haben die Verantwortlichen

es auch nicht verstanden.

Ganz vorsichtig. Fahr ihn runter.

Gut. Genau so.

Sie sollten längst fertig sein.

Wir fahren ihn streng nach Vorschrift herunter.

Sie meinen, Sie trödeln.

Ich kenne 10 Männer im Werk, die schon fertig wären.

Mach weiter, das ist schon gut so.

Kirschenbaum. Holen Sie mich, wenn diese alten Weiber fertig sind.

Ja, Genosse Dyatlov.

Gut. Mach jetzt ganz langsam weiter. Langsam runter auf 700.

Gut. Mach jetzt ganz langsam weiter. Langsam runter auf 700.

Hey, hey, hey, langsam!

Ich hab' die Stäbe gar nicht bewegt.

Was passiert da?

Ich berühre es gar nicht.

Wir haben alles richtig gemacht. Vielleicht ist es eine Xenonvergiftung.

Wenn Sie eine Vergiftung vermuten, haben Sie nicht alles richtig gemacht,

denn Sie würgen meinen Reaktor ab! Fahren Sie ihn wieder hoch!

Ohne die automatische Leistungsregelung haben wir vielleicht mehr Kontrolle...

Tun Sie es. Los!

Gut, automatische Regelung abschalten, auf global gehen. Leonid.

Automatik deaktiviert, globale Regelung aktiviert.

Was haben Sie getan?

-Das was Sie wollten. Ich.. -Sehen Sie hin!

Ich versteh' das nicht...

Scheiß Amateure. Sie haben ihn abgewürgt.

Verdammt wie haben Sie Ihre Stelle bekommen?

Genosse Dyatlov...

Sagen Sie mir wieder, Sie hätten alles richtig gemacht, Sie unfähiges Arschloch?

Ich bitte um Verzeihung für das enttäuschende Resultat.

Was ist das jetzt?

-Wir müssen ihn ganz abschalten. -Nein.

Es könnte eine Vergiftung sein. Wir müssen für 24 Stunden abschalten.

Nein, wir führen den Test durch. Heben Sie auf 700 an.

Von diesem Leistungsniveau? Die Vorschriften...

-Erzählen Sie mir nichts von Vorschriften. -Fällt die Leistung von 80% Prozent ab...

-Nein, nein, sie fällt von 50% ab. -Von 50% ist noch schlimmer!

In den Vorschriften steht nichts von 50, also gibt es keine!

Genosse Dyatlov, es tut mir leid, aber was Sie sagen, ergibt keinen Sinn.

-Erhöhen Sie die Leistung. -Nein.

Das mach' ich nicht, es ist nicht sicher.

Sicherheit geht vor. Immer.

Das sage Ich schon seit 25 Jahren.

So lange arbeite ich hier schon, 25 Jahre. Länger als Sie, Akimov?

-Ja -Viel länger?

Ja.

Und Sie hingen doch vor kurzem noch an den Zitzen Ihrer Mutter.

Wenn ich sage, es ist sicher, dann ist es sicher.

Und wenn Sie das anders sehen, müssen Sie hier nicht arbeiten,

und das werden Sie auch nicht. Aber nicht nur hier, auch nicht in Kursk,

oder Ignalina, oder Leningrad, oder Nowoworonesch.

Sie werden nie mehr irgendwo arbeiten. Dafür sorge ich.

Ich denke, Ihnen ist klar, dass ich dafür sorge.

Heben Sie die Leistung an.

Ich möchte Ihren Befehl im Protokoll...

Heben Sie die Leistung an.

Wir machen es zusammen.

Ich war nicht einmal im Raum.

Was?

Ich war nicht im Raum, als die Leistung angehoben wurde.

Wo waren Sie dann, wenn nicht dort?

Genosse Legasov!

Sie sind Zeuge, kein Staatsanwalt. Nur ich stelle hier die Fragen.

Wenn Sie nicht im Raum waren, wo waren Sie dann?

Auf der Toilette.

Auf der Toilette.

Genosse Khomyuk hat jeden der Anwesenden im Kontrollraum befragt,

ihre Aussagen stimmen überein.

"Ich wusste, dass Dyatlovs Befehl falsch war.

Hätte ich ihn nicht ausgeführt, hätte man mich gefeuert."

Leonid Toptunov, einen Tag vor seinem Tod.

Leonid Toptunov, einen Tag vor seinem Tod.

Nein, Genosse Dyatlov, Sie waren im Raum.

Sie haben angeordnet die Leistung zu erhöhen, das ist Tatsache.

Das Gericht unterbricht die Verhandlung. 30 Minuten.

Wissen Sie irgendwas über diese Stadt? Tschernobyl?

Eigentlich nicht, nein.

Hier lebten überwiegend Juden und Polen.

Die Juden wurden in Pogromen umgebracht, und Stalin hat die Polen vertrieben.

Die Juden wurden in Pogromen umgebracht, und Stalin hat die Polen vertrieben.

Und dann kamen die Nazis und haben den Rest vernichtet.

Aber nach dem Krieg kamen die Menschen trotzdem wieder her.

Aber nach dem Krieg kamen die Menschen trotzdem wieder her.

Auch wenn die Erde unter ihren Füßen von Blut getränkt war, das war ihnen egal.

Auch wenn die Erde unter ihren Füßen von Blut getränkt war, das war ihnen egal.

Tote Juden, tote Polen, das waren Fremde.

Tote Juden, tote Polen, das waren Fremde.

Niemand denkt, das ihm so etwas je passiert.

Und hier sitzen wir.

Wie lange noch?

Vielleicht ein Jahr. Sie nennen es...

Sie nennen es „langwierige Krankheit". So lang kommt mir das nicht vor.

Sie nennen es „langwierige Krankheit". So lang kommt mir das nicht vor.

Ja, Sie hatten mich gewarnt, und ich habe Ihnen geglaubt.

Aber die Zeit ging vorbei und ich dachte, dass Ich verschont bleibe.

Aber die Zeit ging vorbei und ich dachte, dass Ich verschont bleibe.

Ich habe sie vergeudet. Ich habe alles vergeudet, für nichts.

Für nichts?

Erinnern Sie sich an den Morgen meines ersten Anrufs?

Wie gleichgültig ich war?

Ich glaube nicht viel, was aus dem Kreml kommt,

aber als sie Leitung der Aufräumkommission mir anvertrauten...

aber als sie Leitung der Aufräumkommission mir anvertrauten...

und es hieß, es sei nichts Ernstes, habe ich es geglaubt.

Und wissen Sie warum?

Weil Sie mit etwas betraut wurden?

Ja.

Ich bin ein unbedeutender Mann, Valerij.

Das war Ich schon immer.

Ich wollte irgendwann jemand Wichtiges sein.

Stattdessen stand ich immer nur neben wichtigen Menschen.

Es gibt andere Wissenschaftler wie mich.

Jeder von ihnen hätte mich ersetzen können. Aber Sie...

Was wir auch benötigt haben, wonach wir auch verlangten,

Was wir auch benötigt haben, wonach wir auch verlangten,

Männer, Material, Mondfahrzeuge?

Männer, Material, Mondfahrzeuge?

Wer sonst hätte das beschaffen können?

Mich hat man reden lassen, aber auf Sie hat man gehört.

Von allen Ministern, und allen Stellvertretern,

aus dem ganzen Haufen von gefügigen Trotteln...

schickt man uns aus Versehen den einzigen fähigen Mann.

Um Gottes Willen, Boris.

Sie waren der Allerwichtigste von allen.

Ah, wundervoll.

Genosse Legasov.

Es ist jetzt Null Uhr 38.

Der Reaktor ist nahezu inaktiv. Die Reaktorfahrer in Block 4

sind mit einer Situation konfrontiert, die direkt ins Unglück führt.

Es gibt keinen Weg zurück.

Sie wissen es noch nicht, aber die Würfel sind gefallen.

Bei 30 Megawatt entsteht immer noch Xenon, aber nichts davon wird verbrannt.

Bei 30 Megawatt entsteht immer noch Xenon, aber nichts davon wird verbrannt.

Der Reaktor ertrinkt nunmehr in Gift.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Reaktor nicht heiß genug ist,

um noch ausreichend Wasser zu verdampfen.

Die Leistung lässt sich unter diesen Umständen nur dann gefahrlos erhöhen,

wenn man besonders langsam vorgeht, über eine Spanne von 24 Stunden.

Aber Dyatlov will es sofort.

Akimov und Toptunov wird keine Wahl gelassen, was zu tun ist.

Akimov und Toptunov wird keine Wahl gelassen, was zu tun ist.

Sie beginnen mit dem Zurückfahren der Steuerstäbe.

Dutzende auf einmal. Erst Zur Hälfte, dann zu drei Vierteln,

aber die Leistung bleibt dennoch unverändert.

Also beginnt man damit, sie ganz zurück zufahren.

Es gab 211 Steuerstäbe in Reaktor 4.

Akimov und Toptunov haben 205 davon

komplett zurück gefahren. Sie erinnern sich,

die Steuerstäbe sind die Bremsen dieses Autos.

Von 211 Stäben sind nur noch sechs im Kern verblieben.

Von 211 Stäben sind nur noch sechs im Kern verblieben.

Der Brennstoff ist inzwischen erkaltet, und der negative Temperaturkoeffizient

Der Brennstoff ist inzwischen erkaltet, und der negative Temperaturkoeffizient

hält die Reaktivität nicht mehr in Schach.

Aber auch ohne ihn ist die Xenonvergiftung schon so hoch,

dass man die Leistung nun auf nicht mehr als 200 Megawatt anheben kann.

Dass man die Leistung nun auf nicht mehr als 200 Megawatt anheben kann.

Die Steuerstäbe sind draußen,

das Notkühlsystem war wegen des Tests abgestellt.

Im Zaum gehalten wird der Reaktor jetzt nur noch durch Wasser und Xenon.

Im Zaum gehalten wird der Reaktor jetzt nur noch durch Wasser und Xenon.

Es ist 1 Uhr morgens. Der Test soll gleich beginnen.

Es tut mir leid, mehr kriegen wir nicht.

Er ist auf 200 Megawatt. Fast alle Stäbe sind draußen.

Wenn nicht mehr geht, dann geht nicht mehr.

Aber der Test erfordert 700.

Stolyarchuk, es geht los. Pumpe 4 zuschalten.

-Nein, warten Sie... -Stolyarchuk!

Nein, wir haben jetzt schon kaum Dampf, die Turbine läuft zu langsam.,

das wird das Testergebnis nur verfälschen.

-Das reicht. -Und selbst mit mehr Wasser bekommen...

Ich sagte, es reicht! Ich weiß, was ich tue. Stolyarchuk!

Hauptpumpe 4 ist zugeschaltet.

Wir müssen Khodemchuk warnen, die Druckrohre springen bestimmt.

Vergessen Sie den. Kirschenbaum.

Der Überdruck in den Dampfabscheidern ist zu gering, nur 5 Bar.

Dann helfen alle mit und erhöhen den Druck so gut wie möglich.

Wir sollten abbrechen.

Stellen Sie das scheiß Ding ab. Sie haben 15 Minuten.

Stellen Sie das scheiß Ding ab. Sie haben 15 Minuten.

15 Minuten. Und wenn sie 15 Tage gehabt hätten.

15 Minuten. Und wenn sie 15 Tage gehabt hätten.

Das Problem, das sich ihnen stellte, war nicht lösbar.

Es war zu wenig Leistung und zu viel Wasser da.

Der Test war gar nicht durchführbar.

Es wäre nichts dabei herausgekommen, aber Dyatlov war das egal.

Er wollte einfach nur einen abgeschlossenen Test vorweisen.

Um 1 Uhr 22 bleiben weniger als zwei Minuten.

Um 1 Uhr 22 bleiben weniger als zwei Minuten.

Yuvchenko, ein Maschinenbauingenieur, sitzt in seinem Büro.

Yuvchenko, ein Maschinenbauingenieur, sitzt in seinem Büro.

Perevozchenko, der Vorarbeiter im Reaktorbereich,

ist in der Reaktorhalle,

über dem 1.000 Tonnen schweren Reaktordeckel aus Stahl.

Degtjarenko und Khodemchuk,

zwei Techniker der Zirkulatorpumpen, sind im Pumpenraum.

Keiner von ihnen wurde über den Test ins Bild gesetzt.

Keiner von ihnen ahnt, was gleich passieren wird.

Um 1 Uhr 22 und 30 Sekunden sieht Toptunov einen Bericht

Um 1 Uhr 22 und 30 Sekunden sieht Toptunov einen Bericht

des SKALA Computersystems, das den Reaktor überwacht.

Weil sich nicht genügend Steuerstäbe im Kern befinden,

empfiehlt der Computer die Abschaltung des Reaktors.

Natürlich sagt er das, er weiß ja nichts von unserem Test.

Also gut, Genossen. Noch ein paar Minuten, und alles ist vorbei.

Also gut, Genossen. Noch ein paar Minuten, und alles ist vorbei.

Kirschenbaum, sind Sie soweit?

Wir haben alles richtig gemacht.

Oszillograph ist an.

Turbinenschnellschlussventil 8 ist geschlossen.

Turbine befindet sich im Nachlauf.

1 Uhr 23 und 4 Sekunden.

Mit jeder Entscheidung spannen sie den Reaktor weiter, wie eine Steinschleuder,

die noch nie zuvor So weit gespannt war.

Jetzt beginnt der Test. Die Pumpen werden ausgestellt und es nimmt seinen Lauf.

Jetzt beginnt der Test. Die Pumpen werden ausgestellt und es nimmt seinen Lauf.

Die Pumpen befördern kein Wasser mehr durch den Reaktor.

Der Uranbrennstoff wird nicht mehr durch Kühlwasser gedrosselt,

und nicht mehr durch Steuerstäbe.

Nun verlagert sich das Kräfteverhältnis in die andere Richtung,

und in der nächsten Sekunde steigt die Reaktivität an.

Der Wärmeanstieg im Kern lässt das übrige Kühlwasser schnell verdampfen.

Es entsteht eine Dampfblase.

Es wird kein frisches Kühlwasser nachgepumpt.

Dampf erhöht die Reaktivität, erhöht die Hitze,

Dampf erhöht die Reaktivität, erhöht die Hitze,

erhöht den Dampf, erhöht die Reaktivität.

Das angehäufte Xenon wird nun abgebaut.

Das angehäufte Xenon wird nun abgebaut.

Die Leistung steigt an... und nichts kann sie mehr aufhalten.

Die Leistung steigt an... und nichts kann sie mehr aufhalten.

Es ist 1 Uhr 23 und 35 Sekunden.

Wir haben einen Leistungsanstieg, Sasha!

Was haben Sie getan?!

1 Uhr 23 und 40 Sekunden.

In jedem Kontrollraum jedes Kernkraftwerks der Welt

gibt es einen Knopf, der nur einen einzigen Zweck erfüllt:

Der Knopf zur Schnellabschaltung der Kettenreaktion.

In sowjetischen Reaktoren nennt man diesen Knopf "AZ-5".

Wenn man AZ-5 drückt, fahren alle Steuerstäbe sofort ein

Wenn man AZ-5 drückt, fahren alle Steuerstäbe sofort ein

und die Kettenreaktion wird abgewürgt.

Aber...

Worauf warten Sie, Legasov? Erzählen Sie Ihre Lügen.

Genosse Dyatlov! Das ist Ihre letzte Warnung!

-Sonst was? -Herrgott jetzt, Dyatlov!

-Genosse Dyatlov! -Legasov hat es doch schon verraten.

Er hat gesagt, dass man die Explosion nicht mehr verhindern konnte.

Er weiß irgendwas. Und sie weiß auch irgendwas.

Ja, ich weiß, was Sie sind, Valery Alexeyevich. Sie sind ein Lügner!

Für heute haben wir genug gehört.

Die Angeklagten bleiben in Untersuchungshaft. Das Gericht wird...

Ich bin noch nicht fertig. Ich habe noch mehr Fakten vorzubringen.

Ich bin noch nicht fertig. Ich habe noch mehr Fakten vorzubringen.

Nicht nötig, Sie werden aus dem Zeugenstand entlassen. Herr Richter.

Die Sitzung wird hiermit vertagt. Äh, wir fahren dann morgen fort mit...

Lassen Sie ihn ausreden!

Genosse Shcherbina!

Er soll ausreden.

Dyatlov missachtete sämtliche Vorschriften.

Er brachte den Reaktor bis an den Rand der Zerstörung.

Doch er tat es in dem Glauben, es gäbe ein Ausfallsicherung, AZ-5.

Doch er tat es in dem Glauben, es gäbe ein Ausfallsicherung, AZ-5.

Ein Knopf, mit dem man alles ausschalten kann, aber unter den Umständen,

die er geschaffen hat, galt das nicht.

Weil diese Schnellabschaltung einen fatalen Mangel hat.

Es ist 1 Uhr 23 und 40 Sekunden. Akimov drückt auf AZ-5.

Es ist 1 Uhr 23 und 40 Sekunden. Akimov drückt auf AZ-5.

Die voll eingefahrenen Steuerstäbe fahren wieder in den Kern zurück.

Die Stäbe bestehen aus Bor, welches die Reaktivität senkt,

aber die Spitzen nicht.

Die Spitzen bestehen aus Graphit, welches die Reaktivität beschleunigt.

Die Spitzen bestehen aus Graphit, welches die Reaktivität beschleunigt.

Warum?

Warum?

Aus demselben Grund, weshalb unsere Reaktoren

nicht von Sicherheitsbehältern umhüllt sind,

so wie die im Westen. Aus demselben Grund,

weshalb unser Kernbrennstoff nicht sauber angereichert ist.

Aus demselben Grund, weshalb wir weltweit die einzigen Hersteller

von wassergekühlten, graphitmoderierten Reaktoren

mit positivem Dampfblasenkoeffizient sind.

Es ist billiger.

Der erste Teil der Stäbe, der in den Kern eindringt, ist die Graphitspitze.

Der erste Teil der Stäbe, der in den Kern eindringt, ist die Graphitspitze.

Und wenn das geschieht, steigt die ohnehin zunehmende Reaktorleistung schlagartig an.

Und wenn das geschieht, steigt die ohnehin zunehmende Reaktorleistung schlagartig an.

Der letzte Rest von Molekülen flüssigen Wassers

wird in Sekundenbruchteilen verdampft.

Der Dampf dehnt sich aus und verformt die Kanäle einiger Steuerstäbe.

Die Steuerstäbe in diesen Kanälen klemmen nun dort fest.

Die Graphitspitzen bleiben stecken, wo sie sind.

Sie verstärken die Kettenreaktion ins Unendliche.

Tschernobyls Reaktor 4 ist jetzt eine Atombombe.

1 Uhr 23 und 42 Sekunden.

Perevozchenko blickt hinab auf den gewaltigen Stahldeckel des Reaktors

und sieht das Unmögliche.

Die 350 Kilogramm schweren Verschlüsse der Steuerstäbe und Brennstoffkanäle

springen auf und ab. Er will im Kontrollraum Alarm schlagen.

Aber das Unvermeidliche lässt sich nicht mehr aufhalten.

Es ist 1 Uhr 23 und 44 Sekunden.

Der Dampf sprengt noch mehr Brennstoffkanäle.

Wir wissen nicht, wie hoch die Leistung anstieg.

Wir kennen nur die letzte Anzeige.

Reaktor 4, ausgelegt auf eine Leistung von 3.200 Megawatt,

Reaktor 4, ausgelegt auf eine Leistung von 3.200 Megawatt,

überschreitet nun 33.000.

Dem Druck im Reaktorkern lässt sich nicht länger standhalten.

Und schließlich sind wir bei 1 Uhr 23 und 45 Sekunden.

Und schließlich sind wir bei 1 Uhr 23 und 45 Sekunden.

Die Explosion.

Als der Deckel vom Reaktor wegfliegt, gelangt augenblicklich Sauerstoff hinein.

Als der Deckel vom Reaktor wegfliegt, gelangt augenblicklich Sauerstoff hinein.

Dieser reagiert mit Wasserstoff und überhitztem Graphit.

Das letzte Glied der Unglückskette.

Genosse Dyatlov!

Genosse Dyatlov!

Niemand der Anwesenden in jener Nacht wusste,

dass die Notabschaltung wie ein Zünder wirken konnte.

Sie konnten es nicht wissen. Weil man es Ihnen verheimlicht hat.

Sie konnten es nicht wissen. Weil man es Ihnen verheimlicht hat.

Genosse Legasov, das widerspricht Ihrer Stellungnahme in Wien.

Genosse Legasov, das widerspricht Ihrer Stellungnahme in Wien.

Was ich in Wien gesagt habe, war gelogen.

Ich habe sie belogen. Die ganze Welt.

Ich bin nicht der einzige Geheimnisträger. Es gibt viele.

Wir haben Befehle befolgt.

Vom KGB, vom Zentralkomitee. Und in der Sowjetunion

stehen noch 16 Reaktoren mit denselben fatalen Mängeln.

Drei davon sind jetzt gerade in Betrieb,

weniger als 20 Kilometer von hier in Tschernobyl.

Professor Legasov, wenn Sie darauf hinaus wollen,

dass der Sowjetische Staat in irgendeiner Weise den Unfall

zu verantworten hat, so muss ich Sie warnen:

Sie betreten dünnes Eis.

Auf dünnem Eis stehe ich doch schon lange, wir alle stehen jetzt gerade darauf.

Wegen unserer Geheimnisse und unserer Lügen.

Das zeigt doch wer wir eigentlich sind.

Wenn die Wahrheit uns missfällt, dann lügen und lügen wir,

solange bis wir nicht mehr wissen, was wahr ist. Doch sie verschwindet nicht.

Solange bis wir nicht mehr wissen, was wahr ist. Doch sie verschwindet nicht.

Jede Lüge, die wir erzählen, geht zu Lasten der Wahrheit.

Jede Lüge, die wir erzählen, geht zu Lasten der Wahrheit.

Irgendwann erhalten wir dafür die Quittung.

So kommt es zu einer Explosion in einem RBMK-Reaktor.

So kommt es zu einer Explosion in einem RBMK-Reaktor.

Lügen.

Valerij Alexeyevich Legasov, Sohn von Alexeij Legasov,

Valerij Alexeyevich Legasov, Sohn von Alexeij Legasov,

Bekannt für seine bedingungslose ideologische Treue.

Aber das ist Ihnen sicherlich bewusst.

Ja.

Als Student hatten Sie eine Führungsposition bei Komsomol,

der Kommunistischen Jugend. Korrekt?

-Das wissen Sie doch schon... -Beantworten Sie die Frage.

Ja.

Im Kurtschatow-Institut waren Sie immerhin Parteisektretär.

Im Kurtschatow-Institut waren Sie immerhin Parteisektretär.

Dort sprachen Sie sich gegen die Beförderung

jüdischer Wissenschaftler aus.

Ja.

Um sich bei Kreml-Funktionären anzubiedern.

Sie sind einer von uns, Legasov.

Ich kann mit Ihnen machen, was ich will.

Aber eigentlich will ich nur, dass Sie wissen, dass Ich das weiß.

Sie sind nicht mutig.

Sie sind auch kein Held.

Nur ein sterbender Mann, der die Beherrschung verlor.

Ich weiß, wer ich bin, und was ich getan habe.

Ich weiß, wer ich bin, und was ich getan habe.

In einer gerechten Welt würde man mich fürs Lügen erschießen,

aber nicht hierfür, nicht für die Wahrheit.

Wissenschaftler und ihr bescheuerter Wahn, Dingen auf den Grund zu gehen.

Wissenschaftler und ihr bescheuerter Wahn, Dingen auf den Grund zu gehen.

Wenn die Kugel Ihren Schädel trifft, welche Rolle spielt dann das Warum?

Wenn die Kugel Ihren Schädel trifft, welche Rolle spielt dann das Warum?

Niemand wird erschossen, Legasov.

Die ganze Welt hat Sie in Wien gesehen.

Es wäre blamabel, Sie jetzt zu erschießen. Und wozu?

Der Staatsanwalt wird Ihre heutige Aussage nicht zulassen.

Sie wird nicht in der Presse verbreitet werden. Es hat sie nie gegeben.

Sie wird nicht in der Presse verbreitet werden. Es hat sie nie gegeben.

Nein, Sie werden leben, solange Ihr Zustand es erlaubt.

Nein, Sie werden leben, solange Ihr Zustand es erlaubt.

Aber nicht als Wissenschaftler. Das ist vorbei.

Sie behalten Ihren Titel, und Ihr Büro...

Sie behalten Ihren Titel, und Ihr Büro...

Aber keine Aufgaben, keine Befugnisse, keine Freunde.

Aber keine Aufgaben, keine Befugnisse, keine Freunde.

Niemand wird mit Ihnen sprechen. Niemand wird Ihnen zuhören.

Andere Männer, von weniger Format...

werden die Lorbeeren für Ihre Verdienste einstreichen.

Ihr Vermächtnis ist nun deren Vermächtnis.

Sie werden lange genug leben, um das mit anzusehen.

Welche Rolle hatte Shcherbina bei der Sache?

Keine. Er wusste nicht, was ich vor hatte zu sagen.

Welche Rolle hatte Khomyuk bei der Sache?

Keine. Sie wusste es auch nicht.

Nach allem was Sie heute gesagt und getan haben...

wäre es Ironie, würden Sie mich gerade in diesem Moment anlügen.

Wäre es Ironie, würden Sie mich gerade in diesem Moment anlügen.

Ich würde meinen, ein Mann mit Ihrer Erfahrung erkennt eine Lüge,

wenn er sie hört.

Sie werden keinen der beiden je wieder sehen oder mit ihnen sprechen.

Sie werden niemals wieder auch nur ein Wort über Tschernobyl verlieren.

Sie werden niemals wieder auch nur ein Wort über Tschernobyl verlieren.

Sie werden dermaßen bedeutungslos für Ihre Umwelt sein,

dass sich nach Ihrem Tod niemand daran erinnern wird, dass Sie je gelebt haben.

Dass sich nach Ihrem Tod niemand daran erinnern wird, dass Sie je gelebt haben.

Und wenn ich mich weigere?

Wozu sich den Kopf zerbrechen, wenn es doch nie passiert?

"Wozu sich den Kopf zerbrechen, wenn es doch nie passiert."

Das passt perfekt.

Drucken wir das doch auf unser Geld.

Wissenschaftler zu sein, heißt, naiv zu sein.

Wir sind so eingenommen von unserer Suche nach Wahrheit,

dass wir ganz übersehen, wie wenige überhaupt an ihr interessiert sind.

Aber es gibt immer eine Wahrheit...

Ob wir sie nun sehen oder nicht. Ob wir sie sehen wollen oder nicht.

Der Wahrheit ist egal, was wir brauchen oder wollen.

Sie schert sich nicht um Regierungen, Ideologien und Religionen.

Sie schert sich nicht um Regierungen, Ideologien und Religionen.

Sie wird für alle Zeiten auf uns lauern.

Und das ist letzten Endes das Geschenk von Tschernobyl.

Und das ist letzten Endes das Geschenk von Tschernobyl.

Wo ich einst den Preis der Wahrheit gefürchtet hätte, frage ich heute nur:

Wo ich einst den Preis der Wahrheit gefürchtet hätte, frage ich heute nur:

Was ist der Preis der Lüge?

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