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(fröhliche Neo-Soul-Musik)
(Song: "Camera" von Rhonda)
(Mann) Die neue Perfectly-Strong-Kampagne soll authentisch sein.
Neue Vorbilder schaffen.
Wir wollen echte Menschen,
genau wie du und ich.
(Pumpen)
(Klappern)
(Sängerin) I'll ask you "Would you be my camera?"
Then we can show the world Some photographs
Ich liebe die Produkte. Ich fühle mich dadurch selbstbewusst.
- Wunderschön. - Unbesiegbar.
(Sängerin) It will start some way
Then let your heart go Ticky, ticky, boom, boom
If it starts some way
(sie schnarcht)
...write letters to your heart.
(Entsafter surrt laut)
(kurzes Surren)
(Entsafter surrt)
(Surren stoppt)
(Sängerin) Then we can show the world Some photographs
I'll ask you, "Won't you be my camera?"
Then we can show the world Some photographs
Oh, I'll be your camera
- Wir sind stark. - (Julie) Ja.
Wir fühlen uns schön und stark.
(Baby schreit)
Milan!
Wir sind einfach wir selbst. Uns ist egal, was andere über uns denken.
Wir machen unsere eigenen Regeln.
(sie stöhnt) Diese Scheiße.
(Motor stottert)
(Motor stottert)
(Motor stottert und springt an)
- Wir sind... - Perfectly strong!
(Mann 1) Cut!
(Mann 2) Zehn Minuten Pause!
(Decke raschelt)
(er grunzt)
Was ist los? Was machst du da?
- Ich... - Was?
Ich... Ich dachte, es wäre schön, mal wieder...
Ach so! Ach so.
Ja, nee, äh... Danke, ich...
Mir ist grad nicht... Danke.
Ach so.
- Das hat nichts mit dir zu tun. - Alles gut.
Äh, dann... Ich, äh... Ich... Ich mach dann mal Frühstück.
Ja.
(Song: "Be My Baby" von The Ronettes)
Danke.
(Sängerin) I'll make you happy, baby
Just wait and see
(singt mit) For every kiss you give me
I'll give you three
Oh, since the day I...
- Boah! - Mann! Sag mal!
Was bist du denn für ein...
geiler Arsch?
(Motor stottert) (singt)...now!
Oh, oh. Nein, nee, nee, nee.
Nein, nein, nein, nein, nein, nein. (sie jammert)
(Motor säuft langsam ab)
- (jammernd) Oh nee. - (Motor bleibt stehen)
- Ich hab 'ne Wampe. Hast du was? - Ja, klar.
- Was ist das? - Prucaloprid, super Abführmittel.
Brauchst du mal ein Rezept, ich hab 'nen super Kontakt.
Echt? Geil, danke.
Noch was zum Wachwerden? Hilft beim Lachen.
Nee, ich kokse eh schon die ganze Zeit.
Papa!
Papa telefoniert.
- Keine Strumpfhose. - Geht nicht anders.
Die ist auch ganz dünn. Bitte zieh die an.
- Sorry, war wichtig. - (Baby weint)
Sonja.
- Sonja! - Ja?
- Ich hab die Beförderung! - Echt? Krass.
Kannst du sie bitte anziehen?
- Oh! Piet, mach hinne jetzt! - Was bist du so genervt mit ihm?
- Der will die Strumpfhose nicht. - Ja, aber der ist vier.
- Außerdem ist Sommer. - Und die Waschmaschine ist kaputt.
Oh. Sorry, Sonja.
(Baby schreit weiter)
- Sorry, das ist untergegangen. - Ja.
Und du musst nicht rumheulen. Wie ein Mädchen.
Ich will die Strumpfhose nicht. Die kratzt.
Luke Skywalker hat auch immer eine an.
Sogar in der Wüste. Du willst doch sein wie Luke Skywalker.
Okay.
Hast du noch mal über die Wand nachgedacht?
(Wolfi) Ich weiß nicht, was du immer mit der Wand hast.
Na, damit hier endlich mehr Platz ist, wenn die Kinder mal kommen.
(Wolfi) Die kommen doch eh nie.
(Schritte)
- Was hast du denn vor? - Ich muss noch mal in die Firma.
Tilo braucht mich für...
Für irgendwas.
Schicken mich in den Ruhestand und kommen nicht zurecht.
- Willst du noch Kaffee? - Bin spät dran.
Au!
(sie saugt scharf die Luft ein) Das doofe alte Ding.
(nachdenkliche Klaviermusik)
(Haustür fällt zu)
(er pfeift anerkennend)
Entschuldigung?
- Ja? - Ähm...
- Haben Sie mir gerade nachgepfiffen? - Was?
Nee, weil... Das ist nur...
Also, ich hab... Das hab ich mir halt schon immer gewünscht.
Dass mich jemand so ganz Fremdes spontan so richtig geil findet.
Das ist ja ein Riesenkompliment.
Das wünscht sich jede Frau. Und jetzt bin ich die Auserwählte...
(sie quietscht)
Oh, jetzt... Jetzt ist auch direkt... (sie stöhnt)
Ah, jetzt... Da spreizen sich meine Beine natürlich wie von selbst.
Vielleicht hier? So kann's gehen.
- Oh Gott. (sie stöhnt) - Morgen, Vicky!
- Morgen! (sie stöhnt) - Morgen.
(sie quietscht)
Ich hab eigentlich das Auto gemeint.
- Wenn ich helfen kann... - Sie werden hier nicht gebraucht.
Ich kenn mich aber recht gut aus mit Motoren.
Ich öle meinen selbst.
Okay.
(heitere Klavier-Musik)
- Man sieht sich? - Ich bin schon ganz, ganz aufgeregt.
(Musik wird getragener)
(Frau) Vicky!
Vicky!
Hey.
War das nicht der neue Kollege, mit dem du da grade gesprochen hast?
Echt jetzt? Die nehmen ja auch echt jeden.
- Triff dich doch mal mit dem. - Was? Warum?
Ähm, weil der mega-hot ist?
Ach so, wegen Fortpflanzung.
Ich stell mein Leben auf Pause, zieh seine Kinder groß,
weil der eine genetische 1+ ist.
Du mit deiner "Ich bleib allein"-Nummer. Ist auch geschummelt.
Willst du nie wieder mitmachen beim Menschsein?
- Es gibt auch tolle Beziehungen. - Wie läuft denn die Scheidung?
Sei froh, dass du den Absprung geschafft hast.
Es gibt nichts Dümmeres als verliebte Frauen.
- (Baby murrt) - (Frau) Wenn ihr mit der Aufmerksamkeit...
...in eurer Vagina seid,
dann beginnt, euch vorzustellen, dass ihr damit eine Orange schält.
Wir atmen ein...
- ...finden unseren Beckenboden... - Setz dich mal hin.
...und pressen dann kontinuierlich
und mit stetiger Kraft unsere Orange aus.
(sie pustet)
Toll.
(Baby weint)
- Sorry, ich versuche abzustillen. - So früh?
- Dann schläft sie mal durch. - Ich hab auch nicht lang gestillt.
- Das versaut mir die Brüste. - Geh zum Mami-Makeover.
- Was ist das denn? - Ja, Mami-Makeover.
Meine Kollegin sieht aus wie vorher.
- Schamlippen wie eine 16-Jährige. - Mit Kohle würde ich es machen.
Der Sex bei mir ist, als wirft jemand eine Salami in den Flur.
- Die hat alles machen lassen? Bauch weg? - Ja, Love Channel und so.
- (lautlos) - Ich würde mich nie unters Messer legen.
Was denn? Ich bin halt diszipliniert.
Als Mutter muss man sich ja nicht gleich gehen lassen.
Ich bin zu müde, um Sport zu machen.
Hat jemand einen Keks?
Du gibst der Zucker?
Das ist aber krass. Die ist ja noch nicht mal eins.
In der Muttermilch ist alles drin, was sie braucht, bis sie zwei ist.
Das ist halt 'ne Droge, ne?
(verspielt-humorvolle Musik)
(Ente quakt)
(Frauke) Ich dachte, wenn er in Frührente geht und die Kinder weg sind,
dann haben wir einen zweiten Frühling.
Ich hab überlegt, wann er mich das letzte Mal ansah.
Vielleicht ziehst du mal was anderes an als...
Beige.
- Dann sieht er dich. - Irgendwann bin ich unsichtbar geworden.
Da kann man was machen.
Sehen wir so aus, damit wir dauernd Sex haben?
Nein. Gott war einfach frauenfeindlich. Wir bluten, wir gebären, wir schwitzen.
Und er lässt uns mit so einem Körper zurück.
Er hat nicht damit gerechnet, dass wir Spaß haben wollen.
Typisch Mann.
- Wir müssen das selbst in die Hand nehmen. - Scheiße.
Oh. Hm.
Die verschrumpelten Dekolletés will doch keiner sehen.
Ich bin da ganz pragmatisch.
Brüste hingen unten, mir ging's scheiße. Jetzt sind sie oben, mir geht's gut.
Und meinem Mann auch. Prost.
- (verneinend) Mhmh. - Hier kommt doch keiner vor elf, Frauke.
Komm, wir haben keine Zeit zu verlieren. Nächstes Jahr ist der 60er dran.
Das kann's nicht gewesen sein.
Dann mach einen Tanzkurs, wenn du unbedingt altmodisch sein willst.
- Tanzkurs? - Ja, machen doch alle. Toi, toi, toi.
Aber Botox hilft auch gegen Depressionen. Das ist erwiesen.
Picasso ist einfach nicht meins. Nie gewesen.
Da kannst du jetzt schimpfen, aber ganz ehrlich.
Ich meine, was soll das? Was glotzen die sich so an?
Sind die traurig, weil sie dick sind?
Für mich sind das nicht zwei. Das ist eine Frau und ihr Spiegelbild.
Aber die eine sieht ganz anders aus als die andere.
Ja, eben.
(Mädchen) Und deshalb war der Aufsatz
(deutscher Akzent) "Why have there been no great women artists?",
"Warum hat es keine guten Malerinnen gegeben?",
von Linda (englisch) Nochlin, (deutsch) Nochlin,
wegweisend für die feministische Kunstgeschichte.
Ja, Paulina.
Super, vielen Dank für dieses großartige Referat
über eine wichtige Frau, eine wichtige Vorkämpferin
für eine gleichberechtigte Zukunft auch in der Kunst.
(Schüler ahmt Furz nach)
Habt ihr sonst noch Fragen?
- Mhm? - Kann ich mich wieder hinsetzen?
Ja.
So, und morgen beginnen die mit Sehnsucht erwarteten Projekttage.
Und nachdem ich mir mal eure Vorschläge angesehen habe:
"Riesenpimmel malen"...
- Danke, Tim. - Kein Ding.
..."Möpse aus dem 3D-Drucker" und mein Lieblingsvorschlag "Netflixen",
habe ich selbst was ausgewählt.
"Die Macht der Bilder. (Schulglocke)
Die Darstellung des weiblichen Körpers
in der Öffentlichkeit von der Renaissance bis heute".
- Schon wieder ein Emanzen-Thema. - Das kann keiner mehr hören.
Das ist doch voll durch.
- Gib Gas, Quasimodo. - Alina, lass sie in Ruhe.
Ach so, nee, oh Gott. Was... Alles gut. Komm, hier.
(fröhliche Musik)
(Julie) Na? Was machst denn du hier?
Hast du Hunger?
(flüsternd) Ja. Komm her.
Komm. Jetzt gehen wir rein.
Lecker, lecker Frühstück.
Ich hab ein Loch im Bauch. Ich hab die halbe Nacht geshootet.
Ich würd euch so gerne sagen wofür, aber das ist noch ein Geheimnis.
Jetzt erst mal Prioritäten setzen, ne?
(sie gurgelt)
(Poltern im Hof)
- Was machst du da? - Können Sie den Deckel wieder zumachen?
Nein.
- Bitte. - Hast du keine Eltern?
- Und wenn die Müllabfuhr jetzt kommt? - Die kommt donnerstags um zehn.
Okay.
(ruhige Musik)
Hallo, Leute, es gibt News. Es gibt einen neuen Spot.
Ich bin so stolz, dass ich schon so lange
Teil der Perfectly-Strong-Family sein darf.
Also, I love you, und, ähm, ja. Swipe up. Viel Spaß.
(Mann) Die neue Perfectly-Strong-Kampagne soll authentisch sein.
Wir wollen echte Gesichter sehen. Wir wollen alles real machen.
(Frau) Hey, du, 'tschuldigung?
Kannst du mir mal bitte den Ball rüberwerfen?
"Ich mach den Babybrei selber. Dabei arbeite ich Vollzeit.
Und mit meiner Mumu pflücke ich Gänseblümchen."
Du hängst zu viel mit Gehirnamputierten rum.
Diese Mutti-Gruppen.
Das meinte ich. Du hängst in der Beziehungsfalle.
Der einzige Fan deines Lebens ist die Evolution, mit Becker-Faust.
Du musst mal wieder arbeiten. Ach so, warte mal. Hier.
Hanno, geiler Typ. Leider schwul.
Der arbeitet
in so einer Berater-Dingens-Kram- - was-du-vorher-gemacht-hast-Firma.
Die suchen Frauen.
Dass das nicht wieder so eine lange Pause wird wie bei, ähm... Piet.
Gern geschehen.
Milan hat so viel Stress auf der Arbeit. Jetzt hat er auch noch die Beförderung.
Frauen müssen fordern, sonst klappt das nie.
- Ich hab mich gar nicht für ihn gefreut. - Hallo! Fokus.
Das ist auch eine finanzielle Entscheidung.
- Für finanzielle Abhängigkeit? - Das ist schwer. Wir sind eine Familie.
Habt ihr mal wieder gebumst?
Wie denn? Ständig klebt ein Kind an mir dran.
Abends bin ich müde. Ich fühl mich fett und hässlich.
- Ich bin eine richtig olle Mutti geworden. - Dann hör auf, dich wie eine zu benehmen.
(humorvoll-heitere Musik)
Guck mal, da ist der Papi. (flüsternd) Den überraschen wir jetzt.
(unhörbar)
Shit.
Sorry, ich hab einen Liter Wasser getrunken.
(Frau 1) Mhm.
- (Frau 2) Da lagen wir drunter. - (Frau 1) Einen guten Zentimeter.
Ich hab grad mega-viel getrunken.
Taille: 64.
- Dann müssen wir die Setkarte anpassen. - Alles klar.
Perfectly Strong hat nicht verlängert.
Was? Aber... warum? Haben die gesagt, warum?
Dein Typ ist nicht gefragt. Alle gehen auf Uniqueness.
Das bist du nicht. Das stagniert mir zu lange.
- Neue Strategie. - Okay.
Vier Wochen Pause, Personal Trainer, dann B-Markt.
Mal sehen, ob ich dich da platziert bekomme.
Das ist jetzt der nächste Schritt.
Ich will keine Katalogfotos, sondern auf den Laufsteg, Gabo.
Ach, Laufsteg, Julie.
Das will jeder. Sei doch nicht naiv. Du wirst 25.
Wenn da bisher nichts war, wird das nichts mehr.
Doch, ich schaff das. Ich nehm ab. Ich geh hin, wo du willst.
Lass es mich noch mal probieren.
Gut, versuchen wir's noch mal.
Ein Scout vom asiatischen Markt kommt. Mal sehen, ob wir dich da reinkriegen.
Aber so nicht. Das muss runter.
- Ich schaff das, bis der Scout kommt. - Du darfst jetzt nicht faul sein.
- Das ist deine letzte Chance, Julie. - Klar. Danke, Gabo.
(unverständlich)
(Kassenscanner piepst)
Sind Sie sicher, dass das richtig ist?
Sind Sie ausgerutscht und Arzt geworden?
Nee, das ist einfach nur... Das ist ein krasser Cocktail.
- Ich bin krank, du Arschloch. - Okay.
Und ich muss mir Ihren Scheiß anhören? Sie wissen nichts.
Ja, sorry.
Rezepte einscannen, Medikamente rausgeben. Ist nicht schwer.
Nicht zu fassen.
(ruhige Klaviermusik im Radio)
- (Wolfi) Puschel? - Ich bin in der Küche!
Was ist das?
Damit du dir nicht mehr die Finger verbrennst.
Was ist denn hier los? Gibt's was zu feiern?
Wo du nicht mehr arbeitest, ist jeder Tag ein Feiertag.
Was ist los?
- Nichts. - Du bist komisch.
Ich will einen Tanzkurs mit dir machen.
Einen was?
Ich will, dass wir mal wieder was zusammen machen.
Das machen wir doch die ganze Zeit.
Du siehst mich kaum noch an.
Klar schaue ich dich an. Du sitzt mir schließlich gegenüber.
Tango.
Ist schon bezahlt.
Kann man das noch stornieren?
Am Mittwoch geht's los.
(Klaviermusik wird zum Soundtrack)
(sie keucht)
(Baby schreit)
Ich komm gleich, Maus! Alles gut!
(Quietschtier quietscht)
Shit. Ich komm gleich, Maus. Alles gut.
(sie ächzt, Kind schreit)
Ach, Scheiße.
Oh Gott.
(langer Oboen-Ton)
(dynamische klassische Musik)
(Lied: "Peer Gynt Suite No. 1 Grieg" vom Bergen Festival Orchestra)
Oh shit, shit, shit, shit.
- (Musik endet, Plätschern, Baby schreit) - Sch, sch.
(Musik setzt treibend wieder ein)
(Vicky) Schon immer sollte die Darstellung von Körpern ein Ideal schaffen.
Noch nie war es so perfektioniert und detailliert wie heute.
Ich würde gern ein Experiment machen. Nehmt euch einen Stift.
Und malt ein Bild über euch.
(ruhige Musik)
Was ihr mögt, malt bitte rot.
Jetzt nehmt ihr euch einen blauen Stift und malt, was ihr nicht mögt, blau.
Alina, woran dachtest du beim Selbstporträt?
Ähm, ja, ich hab meine Haare rot gemacht.
Und meine Lippen.
Ja, und den Rest halt so blau.
- Dein Arsch ist auch voll rot. - (Gelächter)
- Tim, was hast du denn rot angemalt? - Alles. Ich bin rot.
(Vicky) Glückwunsch.
Aslan, das Filmen ist eine super Idee. Mach das die ganze Woche.
(Kichern)
Hat jemand was gemalt, was nichts mit dem Aussehen zu tun hat?
Interessant, wie man da reagiert. Dass man sofort ans Aussehen denkt.
Lasst uns das weiterdenken.
Unser Bild von uns entscheidet übers Selbstwertgefühl.
Taucht im Bild nur unsere Erscheinung auf, dann bestimmt unser Äußeres unseren Wert.
Aber seid ihr denn nur euer Aussehen?
(heitere Musik)
(er pfeift) Ey, du!
(Musik bricht ab)
Entschuldigung, ich, ähm...
Äh, ich wollte... Ich...
Auf der Internetseite stand, man kann einfach vorbeikommen.
Schon mal einen Schläger in der Hand gehabt?
Als K... Also, früher mal, als Kind.
- Wie heißt du? - Leyla.
Na dann.
(rhythmisch-dynamische Musik)
- Wechsel. - (unverständlich)
(Ball fällt ins Netz)
(Musik wird spannend)
- Whoa! - Krass!
- (Mädchen) Center field! - Halleluja.
Na dann.
(Türklingel läutet)
- Das Mädchen aus der Mülltonne. - Hast du meinen Kater gesehen?
Nein.
(Miauen)
- Das ist eine Katze. - Das ist ein Kater.
Die gehört dem Hof.
Aber sie hat Durchfall. Hilfst du mir?
(Schritte)
Ich hab einen Papa, aber der passt auf meinen Bruder auf.
Okay.
(beschwingte Tangomusik)
- Das ist doch albern. - Es ist doch alles gut.
Muy bien, muchas gracias. Damas y caballeros, atención, por favor.
Die Verbindung beim Tango ist nicht im Kopf.
Die Verbindung beim Tango ist zwischen den Herzen.
Elena, por favor.
Corazón a corazón.
Der Mann führt, die Frau folgt.
Ist der Mann eilig, bricht die Verbindung ab.
Ist die Frau unaufmerksam...
(er lacht)...bricht die Verbindung ab.
Wir müssen aufeinander achten.
Ein Zusammenspiel...
von Anziehung und Distanz.
Liebe.
Begehren.
(er schnaubt)
Eifersucht.
Und Vertrauen.
Der Tanz des Lebens. Jeder kann Tango tanzen.
- Darf ich? - Aber ich kann das gar nicht.
Por favor.
(lautlos)
Achte nur auf unsere Verbindung.
Und Schritt.
Genau.
Und Schritt.
(verträumte Musik)
Und gehen.
Muchas gracias.
Befreit euren Kopf, verbindet die Herzen und tanzt mit Gefühl. Das ist Tango.
- Schwachsinn. Wir gehen. - Was...
(Wolfi) Ich höre mir das nicht länger an. Ist doch lächerlich.
Entschuldigung, ich...
- Es geht ihm nicht gut. - Ist okay.
- Tschüss. - (Lehrer) Está bien.
(melancholische Musik)
(schnaubt) So was Albernes.
(Franz) Schönen Feierabend, Frau Schiller.
Entschuldigung?
- Sie haben gesagt, Sie kennen sich aus. - Ja.
Können Sie schieben?
(treibende Elektro-Musik)
(Motor brummt auf)
(sie johlt)
Hm, ach so. Dass ich das nicht vergesse:
Das ist nur Sex, nur dieses eine Mal. Okay?
(Musik schlingert und endet)
Was?
Ich will die Stimmung nicht versauen, aber weil wir drüber reden...
So einmal Sex, das bin ich leider nicht. Tut mir leid.
Ach so, äh...
Ach so.
Äh...
Na gut, dann, äh...
Dann tut's mir leid.
Okay.
(leise) Okay.
- Dann noch einen schönen Abend. - Dir auch.
(ruhige Musik)
- Tschüss. - Tschüss.
Was ist das?
Das ist Make-up. Das macht die Haut gleichmäßig.
Und das?
Das ist für die Wangen.
- Ist das für die Lippen? - Toni, hör mal bitte auf.
Ich muss mich konzentrieren.
(sie seufzt)
(getragene Musik)
Warum schminkst du dich?
Frauen schminken sich halt. Schminkt sich deine Mama nie?
Meine Mama ist im Himmel.
(getragene Musik setzt sich fort)
Komm mal her. Ich mach dir das mal.
So.
(Musik wird heiterer)
Hi.
Hi.
(sie stöhnen)
- Ist alles okay? - Mhm, ist alles okay.
- Tut's weh? - Nein, nur ein bisschen.
- Mach weiter. - Okay.
Fühlt sich's anders an?
- Äh, ich glaub nicht. - Okay.
(er stöhnt)
(Pupsgeräusch)
Oh Gott, ich hab nicht... Das war Luft, die kam aus der...
- Ist alles gut. - Okay.
(Pupsgeräusch)
Oh Gott.
(Milan) Was ist denn?
Das ist doch überhaupt nicht schlimm!
Ach komm, das ist doch normal.
Dass nach zwei Kindern meine Scheide furzt?
Mega-sexy.
Aber es sind zwei reizende Kinder.
(Baby weint)
Komm, Sonja, jetzt still sie doch einfach. Noch ein Mal.
- Da muss man konsequent bleiben. - Ich muss schlafen.
- Ich will auch durchschlafen. - Ich muss arbeiten!
Ach ja, ich mache Mutterschaftsurlaub.
Trinke Kaffee mit meinen Freundinnen und meinen reizenden Kindern.
(Piet) Mama.
Komm her, Kleiner, ich bring dich ins Bett.
(sanfte Indie-Musik)
(Song: "Where's My Love" von SYML)
(Sänger) Cold sheets
Oh, where's my love?
I am searching high
I'm searching low
In the night, ooh
Does she know that we bleed the same?
Ooh, don't wanna cry but I break that way
Did she run away? Did she run away?
I don't know
If she ran away, if she ran away
Come back home
Just come home
I got a fear
- Oh, in my blood - (Gabo) Leyla?
(Sänger) She was carried up
Into the clouds, high above
Ooh, if you're there I bleed the same
Ooh, if you're scared I'm on my way
Did you run away? Did you run away?
I don't need to know
But if you ran away, if you ran away
Come back home
Just come home
(Musik verklingt)
- Morgen. - Guten Morgen.
Warum liegst du denn hier?
Du hast wieder so laut geschnarcht. Da konnte ich nicht schlafen.
Mhm.
- Es ist schon nach zehn. - Was?
Wieso hast du mich nicht geweckt?
Die machen schon nicht pleite, wenn du zu spät kommst.
Ja, Wolfi, alles, was ich mache, ist albern.
(Mann summt)
So, sehr schön.
Fett absaugen wäre in diesem Bereich auf jeden Fall eine Option.
Mhm.
Und hier könnte man ebenfalls etwas nachhelfen.
Und die Bauchstraffung. Die Narbe wäre hier.
Keine Sorge, diese Form von OP ist ein Standardeingriff.
Das kriegen wir hin. Die Brust haben wir besprochen.
- Mhm. - Die gibt es mit oder ohne Implantate.
Aber frühestens drei bis sechs Monate nach dem Abstillen.
Und, ähm, das mit dem... Mit dem Love Channel?
- Eine Vaginalverjüngung? - Ja.
Machen Sie das auch, oder ist das eine Muskelsache?
Ziehen Sie sich doch wieder an.
Eine operative Verjüngung bieten wir nicht an.
Ich halte das für unseriös, weil das Risiko nicht kalkulierbar ist.
Es gibt aber minimal-invasive Eingriffe. Wie die thermische Methode.
Und wie funktioniert das?
Das Gerät sieht aus wie ein Masturbations-Stab.
Damit erfolgt
eine kontrollierte Verbrennung in der Tiefe.
Natürlich sind Eingriffe mit vorübergehenden Schmerzen verbunden.
Nichts, was sich nicht üblicherweise in ein paar Wochen erledigt.
Überlegen Sie sich das ganz in Ruhe.
Wir können dabei helfen, dass alles wieder an Ort und Stelle ist
und Sie Ihr Muttersein wieder genießen können.
Unser Hauptziel ist immer: Sie sollen sich wieder richtig wohlfühlen.
Okay.
- Ja, ich brauche halt 7900 Euro, damit... - (Baby weint)
Damit ich mich wieder wohlfühle.
Nee. Nee.
Ich brauch's halt. Ich muss dich nicht um Erlaubnis fragen.
- (Hupen) - Mann, Scheiße.
- Wir sind gleich zu Hause. - (Hupen)
- (Hupen) - Jaja, bist du so busy?
Bist du sonst zu spät an der roten Ampel?
- (Hupen) - Ja.
(Hupen)
Ja, hast du einfach so einen Hunger, ne?
Komm her, kleine Maus, komm her. Ja, ich weiß.
Sch, alles gut. (Handy vibriert)
Was...
Hallo?
Wegen des Vorstellungsgesprächs? Ja, hallo, ja.
Ja, genau. Danke für Ihren Rückruf.
Ja, ich hab den Kontakt von Vicky... Viktoria Schiller.
Ja, super.
Ja. Morgen?
Morgen? Äh, das... Das ist kein Problem, mhm.
Morgen, 8:30 Uhr, alles klar. Super, vielen Dank.
Ich freu mich. Bis dann. Tschüss. Danke, tschüss!
(leise) Ja! Ja, ja, ja, ja.
Ihr habt ein Selbstporträt gemalt mit dem, was ihr an euch mögt und nicht mögt.
In der Renaissance gab's die erste große Hochblüte
des Porträts in der Malerei.
Es ging darum, Menschen als das zu zeigen, was sie sind, was sie ausmacht.
Oftmals symbolisiert durch einen Gegenstand.
Leyla, was würdest du sagen, macht Mia aus?
- (Kichern) - Wieso denn Leyla?
Die kann nicht mal reden. Die ist stumm oder so.
- (Alina) Das kann dauern. - (Paulina) Genau.
Also, ich finde...
Mia hat eine krasse Menschenkenntnis.
Irgendwie kann sie voll gut mit allen reden.
Und sie ist fair. Meistens.
Das ist ganz spannend, ne? Was Menschen von außen wahrnehmen.
Und bis zur nächsten Stunde findet bitte raus, was euch ausmacht.
Was ihr vielleicht besonders gut könnt, was euch interessiert.
Was ist euer Gegenstand?
Okay, ich kann dir zweimal Sex anbieten.
- Du mochtest die Melone? - Mhm.
Okay. Zweimal Sex, eine Verabredung.
Okay, wenn's sein muss.
(verträumte Musik)
(sie kichert)
(Scheppern)
Hallo.
(spanischer Akzent) Sie wollen teilnehmen?
Kann man auch alleine mitmachen?
(Lehrer) Uno, dos, tres, cuatro,
cinco, seis.
Mit Gefühl. Bien.
Bei der Fünf: Die Männer Füße zusammen, Gewichtverlagerung.
Und die Damen bei der Fünf: kreuzen. Noch mal.
Uno, dos, tres, cuatro...
(rhythmische Trommeln)
Fersenlauf! Hoch die Hacken! Kommt, gleich noch mal zurück!
Schneller! Carlotta, hoch die Hacken!
Und Shuffle rechts! Kommt, gebt mir einen Shuffle!
Bisschen schneller! Kommt, kommt, kommt, kommt, kommt!
Los, los, los!
(unhörbar)
- Jetzt Kniehebelauf! - Sorry, alles okay?
- Ja, alles gut. - (Trainer) Hoch die Knie!
Leyla, komm, Kniehebelauf!
(groovige Dance-Pop-Musik)
(Song: "Lie To Me" von Mikolás Josef)
(Sänger) Mmh, oh, she a good girl at home
But her skirt goes up Like Marilyn Monroe's
Papa likes the drama Mama hotter then lava
She rocking high heels Prada Her face like Madonna
- (Musik läuft auf Kopfhörern weiter) - Hey.
Hi.
(sie räuspert sich)
Äh, ich... Äh, ich hab was vergessen.
Okay.
(Musik wird wieder zum Soundtrack)
(Musik endet)
(Frau) Julie Bode.
(flüstert) Ja.
(sprechen unverständlich auf Englisch)
- (unverständlich) - No, no.
Ah, there's Julie. The agency says she is really disciplined.
- Great skin, super sweet. - (Julie) Hi.
- (Frau) Hi. - I'm Julie.
- Can you take your shirt off, please? - Klar. Sorry.
- (Frau) Can you take your hair down? - Yeah, sure.
I like her babyface. Cute smile.
Okay. Walk for us.
- She's really pretty, but nothing special. - (Mann) Pretty but boring.
(Frau) Yeah.
Thank you.
Thank you.
- (Julie) Bye. - Bye.
- (Mann) Who's next? - (Frau) Her, and I really like her hair.
(muntere Musik)
(Gabo) Wie, du kannst sie nicht erreichen?
Nein, nichts ist in Ordnung...
- Hallo, Schatz. - Hallo, Mama.
- Hast du meine Hormontabletten gesehen? - Nein.
Oh, ich sterbe. Wo kommst denn du her?
- Ähm, Lerngruppe. - Aha.
Ja! Zaree.
Ich wollte fragen, ob ich auf dem Weg ein Rezept abholen kann.
Mhm.
(leise) Ich hab dir was zu essen bestellt. Warte nicht auf mich. (laut) Äh, ja.
Ach, das ist wunderbar. Danke, ja. Ich bin auf dem Weg.
(ruhige Jazz-Musik aus dem Radio)
(Türklingel läutet)
- Hallo, Mama. - Hallo, meine Schöne. Komm rein.
- Und? Alles gut? - Mhm.
Gut siehst du aus.
- Ist Milan schon da? - Ja. Der bringt die Kinder ins Bett.
Ich bin maximal drei Stunden weg. Du hast Milch im Kühlschrank.
Ich muss arbeiten, ich hab Termine. Das geht nicht.
- Dann machst du halt mal krank. - Ich hab echt Druck.
Ein Termin muss ja wohl mal gehen. Du willst doch mehr mit den Kindern sein.
Will ich auch. Was für ein Vorstellungsgespräch?
Alba ist nicht eingewöhnt. Wie willst du das machen?
Ich? Das sind nicht nur meine Kinder.
- Jetzt bin ich die, die immer nur meckert. - Hab ich nicht gesagt.
Ich will auch mal wieder über deine blöden Witze lachen.
Was?
Ich hoffe, ihr habt genug Platz. Es ist etwas eng.
Es ist alles wunderbar, Schatz.
Danke, Mama, nicht so viel.
- Sicher? - Ja, keinen Hunger.
- Ich hab schon gegessen. - Klar.
An Hühnchen ist nicht viel dran. Ist extra für dich.
Lass sie doch. Die Kinder sind erwachsen.
Ich hab grad Castings. Die Scouts sind in der Stadt.
- Ich muss gut in Shape sein. - Du bist doch hübsch genug.
Tja, Milan. Das sind ja tolle Nachrichten.
Glückwunsch zur Beförderung.
Danke, ist aber kein Riesending.
Ach, so ein Quatsch. Das hast du dir verdient.
Du hast ja wirklich hart gearbeitet.
- Darauf stoßen wir an. - (Handy vibriert)
Da könnt ihr ja vielleicht endlich mal was kaufen.
Hm?
Ein Haus mit Garten ist schon schön für die Familie.
Das war mir immer wichtig.
Ich weiß. Ich geb mir auch Mühe.
Aber das zählt ja offensichtlich nicht.
- Ja, genau. - (Wolfi) Gib mal weiter.
Und warum nicht?
Aber wäre da eine Look-Veränderung nicht noch eine Option?
Mhm, okay.
Ja, gut, verstehe. Mhm.
Und das ist dann jetzt so Katalog...
Mhm.
Mhm.
Okay, dann... Ja.
Ciao, ciao.
(sie schluchzt leise)
- Ich dachte, du machst das gern. - Das ist doch kein Hobby.
Ich hab immer gesagt, wenn du raus willst, helf ich dir bei allem.
- Nett. Du hilfst mir bei meinen Kindern. - Jetzt geht das wieder los.
So, können wir dann jetzt?
(Tür geht auf)
'tschuldigung,
- Alles in Ordnung? - Ja, alles super.
Gut, dann lasst es euch schmecken.
- Ich hoffe, mir ist alles gelungen. - Natürlich.
Ich mach auch total viel. Aber ich hab halt auch noch einen Job.
Ich verdien das Geld, Sonja, okay?
Wenn du unbedingt arbeiten willst, hätten wir das anders planen müssen.
Ehe du schwanger wurdest. Den Termin musst du absagen.
Alles okay bei euch?
Ja, es ist alles gut.
Ich bin glücklich, weil ich mal
was anderes sein kann als eine Milchstation
und euer moderner Sohn natürlich versteht, dass er mal dran ist.
Mir ist der Appetit vergangen.
- Was ist denn los? - Misch dich nicht bei den Kindern ein.
Ich hab mir solche Mühe gegeben, und keiner isst was.
Reg dich nicht immer gleich auf.
Entschuldigung, eurer Mutter geht's grad nicht so gut.
- Sorry, dass ich gefragt hab. - Ist ja nicht deine Schuld.
Dafür kannst du mit mir feiern gehen.
- Mega-Idee, Julie. - Komm schon, bitte.
Bitte, das haben wir so lange nicht gemacht.
Begleite deine kleine Schwester auf eine Model-Party.
Hm? Komm, jetzt sei nicht so langweilig.
(Schritte von oben)
(Grillenzirpen)
Willst du ein Bier?
Deine Mutter hat keins eingekauft.
(Song: "Something's Got A Hold On Me" von Etta James)
(Sängerin) Sometimes I get a good feeling, yeah
(jazziger Tusch)
I get a feeling that I never, never, never Never felt before, no, no, no
(jazziger Tusch)
(Musik spielt unverständlich im Hintergrund weiter)
(Musik wird überlagert von düsterer Klavier- und Cello-Musik)
(unverständlich)
(schneller Beat, düstere Musik spielt weiter)
(Beat verklingt)
(Musik wird heiter)
(unverständlich)
(unhörbar)
(unverständlich)
(unhörbar)
(schneller Beat, Musik wird melancholisch)
(Beat endet)
(stumme Szene, melancholische Musik spielt weiter)
(Frauke atmet schwer)
(melancholische Musik spielt weiter)
(Toni) Julie.
(sie stöhnt)
(sie ächzt)
Was hast du?
Hallo. Hallo. Es ist... Es ist alles gut.
Mach dir keinen Kopf.
(Julie stöhnt)
(sie ächzt) Komm, geh jetzt, komm. Geh jetzt, wir sehen uns später.
Los. Ja?
Wir sehen uns später.
Das in der Mitte, oder?
Ja, hab ich auch gedacht.
Okay. So, Milch ist im Kühlschrank.
Die erste Flasche ist schon warm. Bin in drei Stunden zurück.
- Sag mal, ist das jetzt dein Ernst? - Tschüss, Kleiner.
Sonja, du kannst doch jetzt nicht einfach...
(spritzige Breakbeat-Musik, Song: "Happy" von C2C)
(Sänger) You'll never feel happy
- Until you try - (Piet) Abflug!
Jetzt lass doch mal den Astronauten sein.
(Sänger) You'll never feel happy Until you try
You'll never feel happy until you try
Scheiße. Scheiße.
(Sänger) Until you try
You'll never feel happy until you try
- (Mann) Sonja? - Hallo!
- Hallo, hi. - Hallo.
- Ich bin Hanno. - Freut mich sehr. Hi.
- Okay, hier geht's lang. - Ja, okay.
Und Fußwechsel. Rück, Seit, vor.
Seit. Und Fußwechsel. Rück, Seit, vor.
Vor, Seit, Rück. (Video geht unverständlich weiter)
(Türklingel läutet, Musik endet)
(Türklingel läutet mehrfach)
(Wolfi) Ja, Moment! Ja, meine Güte.
Hi, ist Mama da?
- Hallo. Die arbeitet. - Ach so, ja, Scheiße.
- Was ist denn los? - Ich muss arbeiten.
- Scheiße. - Und wo ist Sonja?
Vorstellungsgespräch. Egal.
- (Video) Falls der Kontakt zum Arm... - (Wolfi) Ja, dann...
Dann... Dann... lass sie doch hier.
- Bei dir? - Traust du mir das nicht zu?
(stammelt) Kannst du wickeln?
Ja, sag mal.
(Türklingel läutet)
(Türklingel läutet)
(Türklingel läutet)
(sie seufzt) Toni.
(Türklingel läutet)
(Türklingel läutet)
Ich hab dir Zuckernudeln mitgebracht.
(ruhige Musik)
(Mann in Hörspiel) Als die Schule zu Ende ist, springt sie als Erste auf...
Und warum wollen die dich nicht mehr?
- Weil ich nicht richtig aussehe. - Und wie sieht man richtig aus?
Keine Ahnung. Größer, krasser, was Besonderes halt.
Und wa...
- Warum hast du auf der Treppe geschlafen? - Weiß ich nicht.
Warum hast du dich in die Mülltonne gelegt?
Ich wollte wissen, wie es meiner Mama geht.
Ich hab auch im Sandkasten ein Loch gebuddelt,
aber da hab ich mich nicht reingetraut.
Ist deine Mama auch im Himmel?
(verneinend) Mhmh. Meine Mama lebt noch.
- (Wecker schrillt) - Die Nudeln sind fertig!
(ruhige Musik spielt weiter)
Ich liebe Zuckernudeln.
Das ist mein Lieblingsessen.
(sie kichert)
(Musik wird eindringlich)
- Mmh. - (Toni kichert)
(Julie) Mmh.
- Tschüss. - Bis morgen!
Bis morgen.
(Würgen)
(sie spuckt)
(sie stöhnt)
(sie übergibt sich)
(Spucken)
(Husten und Würgen)
(Vicky) Wir verschwenden unsere komplette Kraft
an eine unlösbare Aufgabe.
Und verpassen das Beste.
Herausfinden, wer wir sind. Unser Leben gestalten.
Solange wir uns an einem Ideal abkämpfen, sind wir abgelenkt.
Wir verpassen den Film, weil wir zu sehr in der Werbepause hängen.
(Schulglocke schrillt)
So, bringt eure Gegenstände mit. Wir machen eure Selbstporträts.
Ich freu mich auf eure Geschichten.
- Brauchst du was? - Ich würd gern neu verhandeln.
Nee, zweimal Sex, eine Verabredung. Das war ein guter Deal.
Wir könnten einfach weitermachen.
Ich bin da die Falsche für.
Dieses Beziehungskonzept. Ich glaub da nicht dran.
Was denn für ein Konzept?
Sorry, ich hab's einfach noch nie in gut gesehen.
(Franz) Äh...
(groovige Dance-Pop-Musik)
(Song: "Lie To Me" von Mikolás Josef)
(Sänger) Mmh, oh, she a good girl at home
But her skirt goes up Like Marilyn Monroe's
(Musik auf Kopfhörern) Hey.
Hi.
- Du bist neu, oder? - Ja.
(Musik endet)
Ich hab dich beim Training gesehen. Du bist krass.
Danke.
Kommst du heut Abend auch zur Vereinsparty?
Glaub schon.
- Cool. - Ja.
(Tanzlehrer) Macht so viele Ochos, wie ihr wollt.
Schritt, Schritt. Dann kann man auch kurz innehalten.
Da gibt es keine Regel. Nur euer Gefühl.
Finito. Gracias.
Muy bien. Muchas gracias.
- (Frau 1) Tschüss. - (Frau 2) Tschüss.
- (Frau 3) Tschüss, Frauke. - Tschüss.
(Mann) Ciao.
(ruhige Musik)
(Musik wird eindringlich)
Entschuldigung.
(ruhige Musik spielt weiter)
(Handyton)
(Gabo) Leyla?
Leyla!
Was machst denn du hier?
Ich, ähm... Ich geh noch auf 'ne Feier.
Deswegen wollte ich gucken, ob ich vielleicht
ein Kleid von dir ausleihen könnte.
Oh.
Oh!
Oh. Für wen willst du dich denn hübsch machen?
- Mann, Mama, ist egal jetzt. - Oh nein.
Entschuldige, ich freu mich doch nur, dass mein Baby groß wird.
Oh Gott. Ist egal. Ich bleib einfach so.
Nein, verkauf dich doch nicht immer so unter Wert.
Du bist doch ein hübsches Mädchen. Ich helf dir jetzt.
- Was ist denn das für eine Feier? - Ähm, von der Schule was.
Hm, jetzt hab ich hier nur so... Was für eine Größe hast denn du?
40? 42?
(Gabo summt nachdenklich)
Ah, ich hab da noch so was Flattriges.
(Rumpeln) (sie murmelt unverständlich)
Ich kann die Kinder morgens nicht in die Kita bringen.
Ich hab Termine. Da muss ich früh fliegen.
- Dann klär das mit deinem Arbeitgeber. - Ts.
Ich bin auch k. o., Sonja. Warum muss sich plötzlich alles ändern?
Wieso denn plötzlich?
Wir beide haben vor Piet gesagt, dass ich erst mal zu Hause bleibe.
Dann wurde ich gekündigt, weil die keinen Bock hatten auf Teilzeit.
Dann kam Alba, und jetzt sind es vier Jahre.
Und du gehst davon aus, dass sich für dich nichts ändert und für mich alles.
Was hast du dir denn gedacht?
Ich gehe davon aus, dass, wenn du ein Bedürfnis hast,
das einfach erst mal äußerst.
Ja, toll. Ich bin wieder die anstrengende Olle.
Warum muss ich das überhaupt einfordern?
Hast du wegen der Beförderung gefragt? Nee.
Und es ist aber selbstverständlich,
dass ich das alles abfange, den ganzen Scheiß.
- Was machst denn du da? - Ich wasche Wäsche!
Die Waschmaschine ist immer noch kaputt! (sie keucht) Oh Gott.
Ich kann das nicht mehr, Milan.
Was? Was kannst du nicht mehr?
- Die Kinder sollen mich mal lachen sehen. - Jetzt übertreib nicht immer so.
Ich will das machen. Das ist eine echte Chance für mich.
(treibende Popmusik)
(Song: "No Ride (For You & I)" von Shardé)
(Sängerin) I'm the only one they need, You're the one that needs to go
(Soundtrack wird zur Partymusik)
You've got to go
(Song geht unverständlich weiter)
- Hey. - Hi.
- Wo willst denn du hin? - Äh, sorry.
Ich geh wieder. Das Kleid war eine bescheuerte Idee.
Ich finde, du siehst schön aus.
Hier. Ich krieg schon einen Krampf in der Hand.
Danke.
(Partymusik wechselt zu "[Simply] The Best" von Tina Turner)
(Sängerin) Take my heart and make it strong
(johlt und singt) Simply the best!
Better than all the rest
- (Sängerin) Better than anyone - Oh yeah!
Oh mein Gott, nein! Sorry, sorry, sorry!
Sorry, sorry!
(sie kichert)
(ruhige Musik)
(Musik wird verträumt)
(Musik verklingt)
- Ich brauch keinen Schlaf. - Schlimmer?
- Ja, supernervig. - (Franz) Zurück, zurück, zurück!
Zurück! Ali vorn! Ey, du musst ein bisschen Gas geben, komm!
- Wir können ja gar nicht da langgehen. - Hä, wieso?
- Weil's, äh, weil's da stinkt. - Stinkt? Wieso denn?
- Wegen des Sees, der ist ja eutrophiert. - Was?
- Eutro... was? - Eutrophiert, Heidi.
(ruhige Pop-Musik)
(Song: "Idontwannabeyouanymore" von Billie Eilish)
Okay, ja. Okay, alles klar.
Mhm, ja, okay. A... Ja.
(Sängerin) Don't be that way
(Türklingel läutet)
Fall apart twice a day (Handy vibriert)
I just wish you could feel what you say
Show, never tell
But I know you too well
Got a mood that you wish you could sell
If teardrops could be bottled
There'd be swimming pools filled by models
Told "a tight dress Is what makes you a whore"
If "I love you" was a promise
Would you break it, if you're honest?
(Sonja) Scheiße, Scheiße.
(Sängerin) Tell the mirror What you know she's heard before
I don't wanna be you
Anymore
Hands getting cold
Losing feeling is getting old
Was I made from a broken mold?
Hurt I can't shake
We've made every mistake
Only you know the way
That I break
If teardrops could be bottled
There'd be swimming pools filled by models
Told "a tight dress Is what makes you a whore"
If "I love you" was a promise
Would you break it, if you're honest?
Tell the mirror what you know She's heard before
I don't wanna be you
I don't wanna be you
I don't wanna be you
Anymore
(Musik klingt aus)
(sie schnieft)
(Rasierer klappert)
Von welcher hab ich den Ausschlag bekommen?
Ich werd eh nie wieder Sex haben.
Jetzt hör doch mal auf zu fiepen. Du musst das jetzt mal durchhalten.
Wie kommst du aus der Falle, wenn du alles hinschmeißt?
Es ist einfach so viel. Wer soll das alles schaffen?
Vielleicht verändern sich Menschen mit Kindern.
Ja, Frauen, leider. Männer leben einfach weiter.
Hör auf mit dem Emanzen-Gelaber. Ich bin nicht "die Frauen".
- Ist ja gut. - Mutter sein ist Schwerstarbeit.
Wir werden nur nicht bezahlt. Bei Männern wäre es der bestbezahlte Job.
- Meinst du echt? - Was?
Glaubst du, Milan ist besser dran? Würdest du tauschen?
Was?
Würdest du lieber all deins hergeben für seins?
Du hast keine Ahnung, Vicky.
Ja, okay.
- Ich will dir helfen. - Du machst nur noch mehr Druck.
"Du musst arbeiten." "Du musst Sex haben."
"Du musst deinen Körper akzeptieren." Ich bin aber nicht okay mit ihm.
- Ich will meinen richtigen zurückhaben. - Deinen richtigen?
Ja, das hier ist ein Trümmerfeld. Guck.
Was ist das? Warst du beim Schönheitschirurgen?
(Sonja ächzt)
Ja. Mit meinem Körper mache ich, was ich will. Das wolltet ihr.
Das ist doch Emanzipation. Will ich neue Titten, kauf ich mir welche.
Shit. (muntere Musik)
- Komm mal runter. - Was?
- Was ist denn? - Komm mal mit.
- (Vicky) Komm. - (Sonja) Was soll das?
- Ich hab hier ein Baby. - Komm!
- Was war das denn? - Nichts. Hast du Bargeld dabei?
(Franz) Vicky.
- Hi. - (Franz) Hi.
- Na, alles klar bei dir? - Ja. Ja, ja.
Mir geht's gut. Ich hab's nur eilig.
(Kassiererin) Enthaarungscreme. Das war's?
Mhm, ja.
- Bis morgen. - Bis morgen.
(Kassiererin) 11,70, bitte.
(Sonja) Äh, ja.
Äh. Danke schön.
(Franz) Tschüss.
Vicky?
Vicky!
(muntere Musik)
Vicky!
Ein Kollege!
Vicky!
Meine Schüler würden sagen "Fuckboy"! (Motor startet)
So ein Quatsch, David Ortiz natürlich. Was denn?
Papa hat jedes Spiel wegen dem geguckt. Das war sein absoluter Held.
(fröhliche Musik)
Ich muss... Es ist echt spät. Ich muss nach Hause.
- Hab ich... Ich wollte nicht... - Nein, wirklich nicht!
Ich muss nur die Katze füttern.
(Schritte)
Wahnsinn, bist du mutig. Ich kriege nur geiles Feedback.
Alle lieben deinen neuen Look. Wirkt selbstbewusst.
- Die M.E. wollte direkt ein Editorial. - Was?
- Echt? - Mhm.
Das ist super, absolut super. Sehr edgy, stark.
Super in Shape. Hast du gut gemacht, wirklich.
- (Handy vibriert) - Das pushen wir.
Vielleicht wird's sogar der Laufsteg.
Hallo?
Vergiss Social Media nicht. Mach was Emotionales über dich.
- An welchem Flughafen stehst du denn? - Okay, mach ich.
(Frau) Julie, dreh dich noch mal.
(Türklingel schrillt)
Hi.
Hi.
Ich hab gar keine Katze.
Wir können auch einfach 'ne Serie gucken.
- (Julie) Mama? - (Frauke) Ich bin hier!
- Wie siehst du aus? - Was ist hier los?
- Wo sind deine Haare? - Was machst du hier?
Äh, ich hab versucht, dich zu erreichen. Ich dachte...
- Warum hast du keine Haare mehr? - Wieso packst du mein Zimmer ein?
- Ich hätte gern ein Zimmer für mich. - Sag mal, spinnst du jetzt völlig?
Kannst du mich vielleicht erst mal fragen?
Wie redest du denn mit mir?
Gehst nicht ran, rufst nicht an. Ihr seid eh nie hier.
Wieso nimmst du nicht Milans Zimmer? Bin ich egal?
Verstehe. Ich bin nur die kleine, dumme Julie.
- Das stimmt doch nicht. - Das ist mein Zimmer!
Wozu brauchst du das überhaupt? Zum Frust-Töpfern?
Du machst doch eh nie was!
Also, jetzt ist mal Schluss.
Du redest nicht in diesem Ton mit mir. Du hast gefälligst ein bisschen Respekt.
Ich gab alles für euch auf. Ich war immer für euch da.
Ich hab Essen gemacht, gewaschen, Wunden geheilt, Nächte durchlitten.
Bis nichts mehr von mir übriggeblieben ist.
Es reicht! Verstehst du das?
Es reicht! Jetzt bin ich mal dran!
Ich will auch mal was haben! Ich hab ein Recht darauf!
Ich bin nicht nur ein Fußabtreter, den niemand beachten muss.
- Raus hier! Raus! - Ja, ist ja gut.
Du bist ja völlig durch.
(bedrückte Musik)
(bedrückte Musik spielt weiter)
(Tür fällt zu, Schritte)
- Heute nicht, Toni. - Aber...
Ich hab Nein gesagt. Ich hab keine Zeit für deine Scheiße.
Ja, ja, hau ab!
- Mama. - Piet, warum bist du denn noch wach?
Kannst du mir was vorlesen?
Okay. Okay, na komm.
"Der Arzt macht Gittis Bein wieder heil.
Die Schwester bringt Gitti wieder ins Zimmer.
Mama darf bei ihr schlafen.
Am Abend kommt Papa zu Besuch."
Genau, hier steht's ja. Da haben wir es schriftlich.
Das ist hier nämlich noch mal ganz genau erklärt.
Alle Männer sind Ärzte.
Und die Frauen sind nur die Schwestern. Die machen die Kacke weg.
Und der Papa kommt am Abend. Der arbeitet nämlich.
Nicht wie Mama. Die kann den ganzen Tag dableiben.
Ganz entspannt. Und liebevoll. Und freiwillig.
Die hat nichts anderes vor im Leben.
Das ist ganz wichtig, dass du das gleich richtig verstehst, wie das funktioniert.
Sonst kommen nämlich alle durcheinander.
Darum schreiben sie das ganz klar hin. In die Kinderbücher.
Damit das alles klar ist. Merk dir das. Hast du das verstanden?
(bedrückte Musik)
Komm.
(sie küsst ihn)
(Musik verklingt)
- Hi. - Hi.
Kommst du gar nicht ins Bett?
Nee, ich muss das hier noch fertig machen.
- Okay. - Ja.
- Wir sind die... - Linas!
Für humorvollen Aggressions-Abbau.
Ich hab mit diesem Programm schon öfter Imagefilme gemacht.
Das ist mein Talent. Darum möchte ich euch was zeigen.
(rappt) Seht mich an, weil ich's kann Irgendwann ist dieser Typ Number One
Ich kann auch beatboxen.
Da ist jetzt das Programm abgestürzt.
Das kann jetzt dauern. Kann ich das später zeigen?
Das sind meine Keulen. Ich hab halt jeden Tag trainiert.
- (er beatboxt) - (sie lachen)
Bei der Drehung ist meine Kniescheibe dann ein bisschen vorne stecken geblieben.
Und seitdem weiß ich nicht so richtig...
(spielt schnelles Geigensolo)
Papa wollte immer Baseball-Spieler werden.
Aber dafür war er nicht gut genug.
(melancholische Musik)
Er hat mich und Mama dauernd zu Spielen geschleppt.
Das war wirklich toll.
Aber dann hat er uns verlassen und ist zurück nach Amerika gegangen.
Zu seiner neuen Familie. Meine Mutter hat mich zum Ballett geschickt.
Sie wollte, dass ich was anderes mache. Aber da war ich nicht gut drin.
Jetzt spiel ich wieder Baseball. Ich hab starke Schultern. Die braucht man.
(Musik wird heiter)
Ey, Frau Schiller, was ist eigentlich Ihr Gegenstand?
- Mein Gegenstand? - Ja.
Bei mir ist das, äh, eher so ein Mosaik.
Fuckboy, ja?
(Musik verklingt)
Was?
Weißt du, ich find dich richtig toll. Und du mich auch.
Das gibt's nicht so oft.
Wenn so was passiert, läuft man doch nicht einfach weg.
Gibt's nicht so oft?
Entschuldige, aber das ist das totale Klischee.
Während wir hier stehen, sagen das im Umkreis von fünf Kilometern 20 000 Leute.
Und alle halten sich für ganz besonders und total auserwählt.
Und nach vier Monaten, wenn das Auserwählt-Hormon weg ist,
merken sie alle, ups, wie sie sich ineinander verhakt haben,
und keiner sieht mehr durch und nichts macht mehr Spaß.
Und während die Beziehung alles wegatmet,
zieht hinter einem das ganze schöne Leben vorbei,
an dem man nicht mehr teilnimmt, weil man zu nah an jemand anderem dransteht,
und zwar auf seinen Füßen.
Und alle tun sich weh. Und das ist mal Fakt.
Aber trotzdem steh ich jetzt gern hier bei dir
und fühl mich wohl.
Und das ist auch ein Fakt.
Ich hab nicht das Bedürfnis, prophylaktisch wegzugehen,
weil wir ein Klischee sein könnten.
Ich mein, das kann ja auch ein Geschenk sein.
Aber wenn du's nicht auspackst, kann ich es auch nicht.
Und das... Das ist unfair!
Du, Franz, ich weiß es nicht. Also... Pass auf, ich hab einfach andere Stärken.
In Liebe bin ich nicht so gut, in anderen Sachen dafür schon.
- Aber du machst es doch schon. - Was?
Du liebst mich doch schon.
Bist du bescheuert?
(sie atmet schwer)
So was sagt man doch nicht. Wer sagt denn so was, Mann?
(Motor stottert)
(Motor stottert anhaltend)
(Motor springt an)
(Motor heult auf)
Oh Piet! Piet!
Komm, dann ist jetzt Schluss mit baden.
So.
Oh Mann, echt.
- Mama, du bist da kaputt. - Wo?
Da.
Stimmt.
Soll ich das heil machen?
Okay, ganz kurz. Aber dann geht's ins Bett.
So, wo tut es Ihnen denn weh?
Hm, da und da und da.
(er pustet)
(ruhige Musik)
(er pustet)
(er pustet)
(Piet) Keine Sorge, es wird alles wieder gut.
- Schon besser? - Mhm.
- Wieso weinst du denn, Mama? - Ist nicht so schlimm. Ist alles okay.
- Es ist nicht... - Aber wieso weinst du denn?
- Ich hab nur was vergessen. - Was denn?
Ich hab vergessen, dass ihr da mal drin wart.
Haben wir dich etwa kaputt gemacht?
(verneinend) Mhmh. Komm her.
Komm her.
Ihr seid das Beste, Schönste und Wichtigste auf der ganzen Welt, okay?
- Ja. - Okay.
- (Mann) Wunderschön! - (treibende Musik)
Noch ein bisschen mehr kalte Schulter.
Ja, das ist geil.
Super!
Hey, brauchst du 'ne Pause?
- Du hast wenig Energie. - Nee, sorry, alles gut.
(treibende Musik spielt draußen weiter)
Und jetzt mal wieder ein bisschen von oben herab.
Ja, das ist geil. Super!
Verführerisch!
(treibende Musik wird hektischer)
(treibende Musik spielt draußen weiter)
(Türklingel schrillt mehrfach)
- Hübsch siehst du aus. - Piet wollte malen.
Bin ich 'ne egoistische Arschloch-Eremitin?
Du bist keine Arschloch-Eremitin Du nervst einfach manchmal.
- Okay, danke. - Gern geschehen, nicht dafür.
Wenn dich diese Scheiß-OP glücklicher macht,
gehe ich mit dir hin und bin für dich da.
Du weißt, ich würde dir lieber anders helfen,
aber du bist meine Familie und ich lieb dich.
Ich lieb dich auch.
- Ich will gar keine OP. - Echt jetzt? Oh, Gott sei Dank.
Ich hätte diesem Scheiß-Arzt sein Skalpell den Brustkorb...
Ich weiß nicht, ob das legal ist.
Ist 'ne Grauzone.
- Kannst du mich reinbitten? - Ja. (sie kichert)
- Alba und Piet sind hier. - Ah, okay, cool.
- Dann gehe ich lieber hier... - (Sonja kichert)
- (Baseball auf dem Laptop) - (Gabo) Leyla?
Scheiße. Liegen deine Sachen vorn?
- Ja, warum? - Scheiße.
- Steh auf. - Wir machen doch gar nichts.
(Schritte)
Was ist hier los? Was ist das?
- Wer ist das? - Hi, Leon Brabant.
Ich spiel mit Leyla Baseball.
Mama...
Baseball?
- Raus. - Was? Wieso denn?
- Raus, sagte ich! - Er geht nicht.
- Wir sehen uns morgen. - Ganz sicher nicht.
Das ist jetzt vorbei.
(Leyla) Komm, wir gehen.
Ist das dein Ernst, Leyla, ja?
Baseball? Ein Baseballspieler, ja?
(Leon, flüsternd) Entschuldigung.
(düstere Musik)
Glaubst du, Papi interessiert sich dann wieder für dich?
Der hat uns sitzenlassen. Für seine neue Scheiß-Familie.
Der interessiert sich einen Dreck für uns. Vergiss das nicht.
Natürlich nicht. Wie soll das gehen?
Wie soll ich das vergessen? Ich seh ihn jeden Tag im Spiegel.
Ich seh doch, wie du mich anschaust. Ich weiß, dass ich dir nicht reiche.
Aber weißt du, was? Es ist mir egal.
Ich muss nicht mehr machen oder sein, was du willst.
Ich will einfach nur noch ich sein.
(Schritte entfernen sich)
(düstere Musik spielt weiter)
Hallo, Tweety, wo kommst du denn her?
(düsteres Dröhnen)
(düsteres Dröhnen)
(Schritte)
(Mann) Ach du Scheiße.
Toni, rein.
Toni, pass auf deinen Bruder auf.
(Frau weint im Fernsehen)
Ich liebe "Dirty Dancing".
Er kann einfach so toll tanzen.
Es geht doch nicht darum, wie der tanzt.
Wieso verstehen das denn immer alle falsch?
Ich hab außer Johnny noch nie jemanden getroffen, der so lieben kann.
Der einfach nur will, dass sie frei ist.
Aber man will auch bei der Hebefigur einfach mal oben sein.
(Schlüsselklimpern, Haustür fällt zu)
(bedrückte Musik)
Meine Mutter hat grad angerufen. Es ist was mit Julie.
(bedrückte Musik spielt weiter)
Wie ist es?
Sie wurde reanimiert, aber der Kreislauf sackt immer wieder ab.
Sie ist sehr schwach.
Und sie ist noch nicht...
Sie ist noch nicht stabil.
(bedrückte Musik wird dramatisch)
Oh Gott. Oh nee.
"Gitti hilft Mama beim Frühjahrsputz"? Okay.
(Tür geht auf)
(Ärztin) Sie können jetzt zu ihr.
(Musik verklingt, gleichmäßiges Piepsen)
(Automat surrt)
Ich hab's nicht gesehen, Sonja.
Es ist nicht deine Schuld, Milan.
Ich war nicht da.
Ich bin einfach nirgendwo mehr richtig da.
(er schnieft)
Ich weiß nicht, was wir grade machen, Sonja.
- (er schnieft) - Ja.
Ich will uns nicht verlieren.
Ich auch nicht.
(Donnergrollen)
(sanfte Musik)
(Musik verklingt)
(Donnergrollen)
(Schritte)
(Autotür geht auf)
Ich hab einen anderen Mann geküsst.
(Donner)
Was?
Okay, und jetzt?
Geht's dir jetzt besser?
Bist du fertig?
(Donnergrollen)
Das muss jetzt mal aufhören mit deinen romantischen Träumchen.
Wir müssen uns jetzt wieder zusammenreißen.
Du bist ja keine 20 mehr.
Aber ich bin auch keine 80. Ich bin noch nicht tot.
Und ich bin nicht glücklich, Wolfi.
Trennst du dich grade von mir?
Das sind wir doch längst.
Ich fahr wieder ins Krankenhaus zu Julie.
Ich will bei ihr sein, wenn sie wach wird.
(sanftes Klavierspiel setzt ein)
(Autotür fällt zu, Taxi fährt weg)
(er ächzt und schreit)
(ruhige Musik)
Frühstück.
(Sonja) Das ist einfach so wenig.
(Milan) Ja, aber so ist es, wenn wir beide Teilzeit machen.
Können wir in der Wohnung bleiben, oder ist das auch zu teuer?
Das kriegen wir schon hin. Also, dieses Jahr.
(sie seufzt)
Da müssen wir halt einen Urlaub ausfallen lassen.
- Du musst dir die Haare selber färben. - Und du musst die Hemden selber bügeln.
- Reinigen ist das Teuerste. - Wir werden arm.
Und hässlich.
Aber wir haben Zeit.
Und sind zusammen.
Und lieben uns.
(muntere Musik)
- (er ächzt) - Na, danke schön.
Halt den Mund jetzt.
- Piet! - (leise) Oh nee, bitte nicht jetzt.
- Hey. - Der Wolf hat Albas Bein geesst.
- (Sonja) Oh nein. - (unverständlich)
Hier gibt's keine Wölfe. Du hast nur geträumt.
Aber wenn der Wald dunkel ist, dann ist der Wolf da.
- (Milan) Ja, der kommt dann. - (Sonja) Nicht hier, hier gibt's keine.
- (flüsternd) Milan? - Mhm?
Schläfst du schon?
(verneinend) Mhmh.
(muntere Musik)
(Quietschtier quietscht)
(Quietschtier quietscht)
(Musik wird ruhig)
(romantische Musik)
Wichtig ist, dass das nicht im Stehen stattfindet,
sondern der nächste Läufer erkennt...
(Song: "Be My Baby" von The Ronettes)
...also im Moment der Stabübergabe...
schon im Sprint ist.
- Fünf Runden. - (alle stöhnen)
(Franz) Ab!
(Sängerin)...needed you so
And if I ever had the chance I'd never let you go
So won't you say you love me
I'll make you so proud of me
We'll make 'em turn their heads
Every place we go, so won't you please...
(Musik reißt ab) (Vicky) Oh Gott! Aua!
- Was war das denn? - Die Hebefigur.
- Was fängst du mich nicht? - Du musst mich warnen!
Ach so.
Willst du einer meiner Gegenstände sein?
Okay...
Warum?
Ich hab das mal für mich durchgerechnet.
Unterm Strich sind mehr Situationen besser,
wenn du da bist, als wenn nicht.
Aha.
Aber ich will immer noch oft Sachen alleine bewältigen.
- "Oft"? - Genug oft.
Okay.
Lesen.
Okay.
- (sie kichert) - Okay.
("Be My Baby" setzt wieder ein)
- (Chor) Be my, be my baby - (Sängerin) Be my little baby
- (Chor) My one and only baby - (Sängerin) Ooh, ooh, ooh
(Chor) Be my, be my baby
- Get a room! - (Franz) Noch mal fünf!
- (Chor) Be my, be my baby - (Franz kichert)
(Kollegin) Huhu, Frauke!
Ich hab gesehen, dass du da bist.
Ich dachte, es ist besser, wenn du nicht alleine bist.
Komm, ich gieße uns mal einen Wein ein. Hast du was da?
Um Gottes willen. Was ist denn hier passiert?
(Schritte)
(leise Klaviermusik)
(Musik wird hoffnungsvoll)
Hey.
(gefühlvolle Musik)
Ich weiß, dass du da drin bist.
Ich wollte fragen, ob du auf unseren Kater aufpasst, bis es mir wieder gut geht.
(flüsternd) Toni.
(normal) Tut mir leid, dass ich dich so erschreckt hab.
Das passiert nicht wieder.
Ich mach jetzt den Deckel auf, okay?
(sie schluchzen)
(gefühlvolle Musik spielt weiter)
Frauke, wo sollen die Teller hin?
Kannst du auf den Tisch stellen. Was macht den Bernt?
Schön.
- Ich brauch Hilfe. - Ja, der macht, äh, Rosen.
- Aha. - Ich brauche Hilfe.
Bernt, hilf doch mal. Bernt, jetzt hilf doch mal.
Lass mich, ich bin noch nicht fertig.
(sie lachen und reden unverständlich)
(Musik verklingt)
Hi, Leute. Ich hab Geburtstag.
Ich werde 25 Jahre alt.
Ein Vierteljahrhundert. Wahnsinn, oder?
Die Hälfte davon habe ich damit verbracht, permanent meinen Körper zu verbessern.
Bis zur Erschöpfung.
Meine Agentin hat gesagt, ich soll mal was Emotionales erzählen.
Meinen Traum. Meine Story.
Also, hier ist sie. Meine echte, wahre Story.
(unverständliche Ansage) (heitere Musik)
(Julie) Jeden Tag werden wir damit konfrontiert,
was an uns nicht stimmt, was wir hinkriegen müssen.
Was wir optimieren müssen. Von klein auf.
In der Werbung, in Zeitschriften,
auf Social-Media-Kanälen, unter Freunden, in der Schule,
in unseren Familien, in unseren Köpfen.
Im Glauben, wenn wir scheinbar perfekt sind,
endlich glücklich sein zu können.
Ich kann sonst nichts sehen.
Auf der Seite kannst du.
(Ansager) Noch mal 'ne Menge Krach machen! Jetzt kommt Leyla Zaree!
(Publikum jubelt und applaudiert)
Der erste Pitch.
- Geschwungen und verpasst. - Strike!
(Ansager) Und Strike eins.
(Julie) Wir müssen aufhören mit dem schlechten Gewissen
und der Angst, dass man uns scheiße finden könnte.
Stellt euch mal vor.
Wenn wir aufhören würden, uns permanent zurechtzustutzen,
wenn es einfach egaler wäre, wie wir aussehen...
Leyla! Leyla!
(Publikum, rhythmisch) Leyla! Leyla! Leyla!
(Julie)...was würden wir mit der frei gewordenen Energie
und Lebenszeit anfangen?
(flüsternd) Los, Mädchen.
(spannungsvolles Dröhnen)
(Ansager) Und den trifft sie!
Leyla, renn! Komm!
(Ansager) Er bewegt sich!
Safe! Safe!
(Ansager) Flamingos Sieg! Flamingos Sieg!
(Julie) Wahrscheinlich würden wir nicht unsere Träume verändern.
Sondern die Welt.
(Musik verklingt)
(ruhige Musik aus der Anlage)
(Julie) Löffel!
(Sonja) Leg doch mal das Babyphon weg. Die schlafen.
(Milan) Vielleicht sind wir zu weit weg.
Die zehn Meter bis zum Gästezimmer, also wirklich.
- Na, Igel? - Na? Selber Igel.
- Geht's dir gut? - Ja.
- Was machst du denn jetzt? - Ich werd erst mal gesund.
- (Sonja) Hey, wo wart ihr denn? - Das ist Franz.
Er konnte sich nicht entscheiden. Jetzt sieht er so aus.
- Hi, Fuckboy. - Freut mich.
- (Milan) Milan. - Immer noch beleidigt. Sexy.
(rhythmische Rockmusik spielt)
- Ernsthaft? - (Sonja) Kannst du mit mir tanzen?
Okay.
- Nein, nein, nein. - Komm.
Was'n?
Nee, ganz sicher nicht.
- Du kannst wirklich nicht tanzen. - (Franz) Doch, guck!
(Sänger) Let's dance all night
Boogie woogie till the morning light
Take a chance with me tonight
I will dig it, it will be alright.
Let's dance all night
Boogie woogie till the morning light
Boogie woogie all night, yeah!
(Musik spielt gedämpft weiter)
(Schritte)
(Frauke) Danke.
(er seufzt)
Es ist schön so, ohne Wand.
Ja.
Finde ich auch.
(sie lacht leise auf)
(gefühlvolle Musik)
("You Are So Beautiful" von Joe Cocker)
(Sänger) You are so beautiful
To me
You are so beautiful
(Musik übertönt Geräusche)
To me
Can't you see?
You're everything I hoped for
You're everything I need
You are so beautiful
To me
Can't you see?
You're everything I hoped for
Everything I need
You are so beautiful
To me
(Musik verklingt)
(sphärische Indie-Pop-Musik)
(Song: "Carry On Phenomenon" von Kishi Bashi)
(Sänger) What a beautiful life away Naked from all the Apollonians
For their radiance shines on and on And on and on and on and on
When endowed with promises Majestic with all the stallions
But the fateful truth burns on and on And on and on and on and on and on
When in doubt you made me stay Connected in with the beyond and on
Like when the radio plays on and on And on and on and on and on
And on and on and on and on
So the earth would dry of song If I sang you one
Carry on! Carry on phenomenon!
So you got the best of me so amazingly
Carry on!
Carry on phenomenon And on and on and on and on
Oh, the way that you waved to me It awakened me in shock and awe
During the reigning age of Solomon And on and on and on and on
My nefarious state of mind Illuminated every song
For your serenade plays on and on And on and on and on and on and on and on
So the earth would dry of song If I sang you one
Carry on! Carry on phenomenon!
So you got the best of me so amazingly
Carry on! Carry on phenomenon and on
(Melodie endet)
So the earth would dry of song If I sang you one
Carry on! Carry on phenomenon!
(Melodie setzt wieder ein) So you got the best of me so amazingly
Carry on! Carry on phenomenon!
So the earth would dry of song If I sang you one
Carry on! Carry on phenomenon!
So you got the best of me so amazingly
Carry on! Carry on phenomenon and on
(Musik fadet aus)
Untertitel: C. Ertl, A. Kellner u. a. Eurotape - Nordkurier Mediengruppe - 2020
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