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Nach dem Mord an Bouli hatte sich alles für mich geändert.
Boulis Familie dachte, Attias hätte ihn töten lassen.
Ist das der Ring?
Beim ersten Mal hat er seiner Frau nicht gepasst.
Jérôme Attias hat Bouli geraten, in diese Erdgasfelder zu investieren?
Das geht zu weit.
Kommen Sie zurecht? - Er würde durchdrehen, uns so zu sehen.
Der meint es ernst. - Warum reden die Leute über dich?
Du hast mit CO2 abgesahnt? Du zahlst. Ist dir klar, ne?
Wir sind tot.
Fitous weiß, in Belleville teilt man nicht.
Sie empfehlen Bouli, Geld anzulegen,
Attias macht Versprechen,
und Bouli gibt ihm Geld, um es zu waschen.
Wegen deiner Schulden musste er sterben! - So guckt er beim Bluffen!
Der Ring wurde nicht angepasst. - Das reicht für ein Verfahren.
Fragen Sie meinen Nachfolger. - Die Richter wechseln. Wer schützt ihn?
Warum griff niemand ein?
Der Staat gibt nie Fehler zu. Aber es kam noch dicker.
Du bist verrückt, Jérôme!
Hä? - Du bist verrückt!
Go, go, go!
Ja! Ja!
Da will ich hin! Und da!
Eigentlich mag ich Chinesen nicht, aber das geht.
Ist das nicht schön?
Guckt euch das an! Ich hab noch so viele Jetons!
Verdammt, du hast die Taschen voll, Bruder!
Hey, danke! Las Vegas stinkt voll ab!
Danke. - Okada ist das beste Casino der Welt!
Warum müssen die sich eigentlich immer und überall filmen?
Wenn man sie jetzt mit Cash erwischt, behaupten sie, sie hätten es gewonnen.
Von wann ist das Video? - Von gestern, in Manila.
Eine Hütte für Mama, eine für die Cousins.
Hier ist noch was!
Gib her! Das ist zum Shoppen! - Eurojackpot, wer ist der Nächste?
Attias filmt das bestimmt.
Der lacht sich sicher schlapp.
Wir haben Fotos von ihrem Flieger, aber keine Kennung.
Jérôme, ist das eine Boeing? - Nein, Airbus.
Diese Jacke... Hält er sich für einen Rockstar?
Nicht für einen Rockstar.
Er zeigt, wie viel Spaß er mit unserem Geld hat.
Ja. "Ihr Dumpfbacken vom Zoll." Das will er damit sagen.
Scheiße.
Guckt euch den Fußabtreter vom Flugzeug an.
Um es bildlich auszudrücken:
Das Geld aus dem CO2-Betrug war wie eine Blutspur im Pazifik.
Die Haie begannen, um unsere Betrüger zu kreisen.
Und Attias fand das aufregend:
inmitten der Haie schwimmen, bluffen,
sich mit gefährlichen Leuten abgeben.
Schauen Sie mal, das ist von heute Morgen.
Netanjahu soll Geld von Attias bekommen haben.
Nun gilt er als verrufener Geschäftsmann,
der mit dem CO2-Betrug zu tun hatte.
"Verrufener Geschäftsmann".
Damit wird ein Traum für Attias wahr.
Das fehlte noch in seinem Lebenslauf: Rückhalt durch Politiker.
Er wird zum berüchtigten Investor mit Freunden in der Politik.
Jetzt will jeder Betrüger Geschäfte mit ihm machen.
Er zieht alle Register: Betrüger, Finanziers, Bullen, Gangster.
Und jetzt Politiker.
Der Mann hat alle Karten in der Hand. Die ganze Welt ist ein Pokertisch.
Julia hat schon zehnmal angerufen. Sie wartet oben. Wir sind spät dran.
Wo ist Fitous? - Keine Ahnung.
Sicher bei Nutten und Spielautomaten. - Spiel doch auch. Ich zahle alles.
Weißt du, was du bisher verpulvert hast?
Ich ertrag es nicht, wenn sich Kohle in Luft auflöst.
Egal, ist wie Wasser.
Ja!
Da ist Fitous ja.
Pass auf. Er ist lustig, aber redet zu viel.
Das ist für dich.
Ja, Schatz, ich komme.
Sind deine Kumpels schon da?
Jaja.
15. Etage.
Was sollen die ganzen Bodyguards?
Mach dir keine Gedanken.
Jedenfalls werden sie gut bewacht.
Was soll das Tamtam, Jérôme?
Sie warten seit einer Stunde. Das geht nicht.
Ist ja gut, ich konnte das Spiel nicht abbrechen.
"Business Angels".
Okay
Okay?
Danke, ich rufe euch an.
Bis dann.
Iss.
Na los, iss. Ich bezahle doch.
Ich habe das Hotel gemietet, die Bar, alles.
Ich habe sogar dich gemietet!
Na los, trink. Iss.
No limit. Alles klar?
Keine Grenzen.
Zeig mir das verschissene CO2-Lächeln.
Zeig mir das verschissene Lächeln.
Scheiße, das ist Fitous. Der langweilt sich alleine.
Dein Fitous ist ja ganz putzig, aber der ist ein echter Loser.
Ein Schwindler.
Mit so einem solltest du dich nicht abgeben.
Das weißt du auch.
Hey, du erzählst ihm kein Wort über Nino und Michele. Niemals.
Bist du verrückt? Natürlich sage ich nichts.
Ich hab schon verstanden, wer die sind.
Okay.
Wie hast du die Italiener kennengelernt?
Willst du das echt wissen? - Na klar.
Ich war 17.
Ich war in Italien und habe auf Berlusconis Partys
viele Leute getroffen.
Nicht wahr. - Doch.
Die Bunga-Bunga-Partys? - Ja.
Alter.
War Gaddafi wirklich dort? - Ja, aber ich hab ihn nie gesehen.
Und Michele hat mich damals sehr gut beschützt.
Ich war noch ein Kind.
Mit ihnen kannst du gute Geschäfte machen.
Die sind ein anderes Kaliber als dein Kumpel Fitous.
Ist er ein Mafiapate, oder was?
Was für ein Pate? Du guckst zu viele Filme.
Hast du ihnen vom CO2 erzählt? Was hast du gesagt?
Was wissen sie?
Alle wissen übers CO2 Bescheid. Umso besser.
So halten dich alle für ein Geschäftsgenie.
Genie am Arsch.
Dieser verkackte Scheiß-Jetlag, Bruder.
Ich kann nicht schlafen.
Was futterst du?
Clubsandwich mit Hühnchen. Ganz gut.
Liest du das? - Jérôme.
Willst du auch in die Finanzen?
Warum nicht? Ich bin neugierig.
Ich habe gemerkt, dass du mich beobachtest.
Wovor hat er Angst?
Bist du paranoid?
Weißt du...
Ich will nur in aller Ruhe meine Kohle auf den Kopf hauen.
Ich will Nutten, Gucci-Jacken,
Nutten, schöne Familienurlaube,
noch mehr Nutten und einen Abstecher zu Dior für Hemden.
Der Rest ist mir scheißegal.
Weiß nicht, ob deinem Kumpel Jérôme das klar ist.
Er übertreibt eh. Weiß nie, wann genug ist.
Ganz unter uns, Fitous:
Wie viel hat jeder am CO2 verdient?
Das, was uns zustand, Bruder.
Ich bin korrekt, Mann.
Ich bin kein Verräter.
Ich hasse Petzen.
Das sind die Schlimmsten.
Bouli war mein Freund.
Ich will in Frieden krepieren, mit der Nase im Po einer Thailänderin.
Das Bild von dem blutenden Bouli auf dem Boden ist immer hier, Bruder.
Na los.
Auf meinen Freund Bouli.
Auf dass wir die Wichser finden, die ihn abgeknallt haben.
So, ich haue jetzt 'nen Haufen Geld in der Scheißboutique raus.
Reicht das?
Zur Beruhigung.
Und nicht vergessen, Bruder:
Fick das Leben,
bevor es dich fickt.
Ganz genau.
Man muss sich amüsieren, Bruder!
Ah, nicht schlecht, orientalisch angehaucht.
Der ist schön, oder? Gefällt er dir?
Die nicht, die nicht...
Ist chinesisch, wie Sie.
Bitte sehr.
ist für dich, mein Lieber.
Unser Mailänder Büro hat uns heikle Informationen über sie gegeben.
Sie war wohl mit einem hohen Tier der italienischen Mafia liiert.
Sie hat mit ihm einen Dummen gefunden, was?
Es gibt noch etwas Unangenehmeres.
Wir haben online einen pornografischen Film gefunden.
Sie war da etwa 20 Jahre alt.
Eine Art Sextape.
Das reicht, schon gut.
Das darf meine Tochter nicht sehen.
Kann man das aus dem Netz löschen?
Wir können es versuchen.
Alles gut, Kinder? - Ja.
Was malst du denn da, Shirel?
Das Haus.
Und ich mache Glitzer drauf,
damit es schöner aussieht.
Maria? Maria!
Ja, Monsieur? - Rufen Sie Philippe!
Und Tür zu!
Mein Liebling.
Ich hab dich so lieb.
Das Casino zahlt für den Transfer vom Flugplatz.
Hubschrauber, Zimmer, alles gratis.
So locken sie die großen Spieler an.
Hat er gewonnen oder verloren? - Sagen sie zum Schutz der Kunden nicht.
Was kostet ein A320 auf die Philippinen?
12.000 die Stunde. - 12.000?
Nach Manila mehr als 100.000. Mit Rückflug doppelt so viel.
200.000 für eine Reise.
Wir sind dran. Nur wenige vermieten Airbusse.
Solche Flieger werden nicht bar bezahlt.
Das machen die wegen der Versicherung nicht.
Wir müssen eine Überweisung finden.
Sollen sie das Geld ruhig weiter zum Fenster rauswerfen.
Irgendwann machen sie einen Fehler.
Ich würde gern zu Monsieur Simon Weynachter.
Und Sie sind?
Ein Freund.
Ja? - Frau Richterin, es gibt neue Bilder.
Aus einem Casino in Manila. Sie charterten einen Flieger.
Ein Antrag an die Philippinen also. - Dafür ist keine Zeit.
Die brauchen Monate zum Antworten.
Vorher war's Vegas. Klappern die alle Casinos ab?
Können wir Bercy bitten, eine Anfrage an die Philippinen zu stellen?
Geht so was? - Das bringt doch nichts.
Wir müssen dem üblichen Weg folgen. - Nein.
Und jetzt, Madame?
Sie sind zehnmal schneller als wir!
So wird das nie was. Wir müssen den üblichen Weg verlassen.
Klar, und dann torpediert ein Anwalt unseren Fall.
Nicht doch. - Wir schicken Ihnen das Ersuchen.
Danke, Frau Richterin. - Auf Wiederhören.
Ja? - Da will Sie jemand sprechen.
Ein Freund Ihrer Tochter.
Freund meiner Tochter? Nannte er einen Namen?
Nein, er hat nichts gesagt.
Wie sieht er aus? - Na ja...
Er... - Wie sieht er aus?
Wie ein Herumtreiber, keine Ahnung. Ein Punk mit Hund?
Scheiße, Scheiße.
Und wo wohnt ihr gerade?
Bei einem Freund in der Vorstadt.
Wie geht es Émilie?
Gut?
Sie hat Höhen und Tiefen.
Sie will an ihrer Behandlung dranbleiben.
Aber sie will in keinen Entzug.
Wovon lebt ihr denn?
Tja, es ist hart.
Es ist hart.
Wir hatten mit dem Gedanken gespielt,
zu heiraten.
Eine gute Gelegenheit, neu anzufangen.
Davon hat sie mir auch erzählt.
Von diesem Blick.
Von einem Bullen, der einem nix glaubt. - Ich bin kein Bulle.
Ich bin Magistrat. - Ist das Gleiche.
Sie rennen hinter den Bösen her.
So kann man sicher sein, dass man selbst keiner ist.
Man kann niemandem Hilfe aufzwingen.
Na klar. Damit macht man es sich leicht.
Bist du wegen Geld hier, ja?
Willst du Kohle? Ist es das?
Kohle, Kohle...
Mehr haben Sie nie zu sagen.
Bei Ihren Geschichten geht es um Milliarden, oder?
Schmutziges Geld. Für einen wie Sie ist alles schmutzig.
Ich bin ein schmutziger Junkie.
Sie meinte, es hat Sie zerstört, Ganoven nachzurennen.
Dabei wünsche ich mir, dass Sie sich verstehen.
Ich weiß, dass viele Süchtige von der Droge loskommen,
weil sie ihrem Umfeld nicht mehr wehtun wollen.
Vor allem, wenn ihr Umfeld sie liebt und respektiert.
Und wer ist gerade ihr Umfeld?
Du?
Unsere Konten wurden gesperrt.
Das ist das Konto eines Freundes.
Wir haben 'ne Einzimmerwohnung gefunden. Wir nehmen auch schmutziges Geld an.
Kriege ich die Fotos? - Die soll sie Ihnen selber schicken.
Ihre Entscheidung.
Justizzollbehörde!
Dank der neuen Bilder von ihrem Trip nach Manila
genehmigte die Richterin ein weiteres Verhör.
Zumindest, um zu fragen, wie sie alles bezahlt haben.
Ein Fehler wäre gut.
Monsieur Fitoussi, machen Sie auf! Justizzollbehörde!
Aufmachen!
Hallo, Monsieur Fitoussi, hier ist das Rechtshilfeersuchen.
Wir werden Ihre Wohnung durchsuchen. - Wieso denn durchsuchen?
Warten Sie bitte hier.
Ich lese Ihnen das vor, Vorschrift.
"Ich, Caroline Ermelin, Richterin am Tribunal de Grande Instance,
ermittle gegen Sie aufgrund der Vorwürfe:
Betrug in organisierter Bande, Geldwäsche, Hehlerei."
Was ist jetzt wieder? Werd erwachsen!
Die Artikel lese ich nicht alle vor. - Sachte, sachte!
Monsieur Alain Fitoussi, geboren am 10.3.1972, sind Sie das?
Ja, das bin ich.
Unter Bezugnahme auf die Artikel 81, 152 und so weiter...
War's schön auf den Philippinen? - Ich habe gearbeitet. Was denn sonst?
Und nach der Arbeit?
Waren Sie da ein bisschen shoppen?
Wie haben Sie das alles bezahlt?
Mit Karte?
Oder bar?
Oder sind das etwa Geschenke? - Ja. Viele Freunde schenken mir was.
Bravo, super.
Einfach so bei Leuten einfallen, ganz toll.
Das ist das Prinzip einer Hausdurchsuchung.
Ihr seid nicht sehr loyal.
Weil Sie sich so mit Loyalität auskennen?
Ein leuchtendes Beispiel.
Bist du jetzt Priester, oder was?
Ich tue, was ich kann. Ich versuche, zu überleben.
Was ist das? Ein Grundriss?
Weiß nicht. - Willst du in Immobilien machen?
Nein, das sind Teppichböden. Teppichböden, Fliesen...
Steht da eine Adresse? - Ja.
Avenue Henri-Martin 17? - Weiß nicht.
Eigentum gekauft? - Weiß nicht.
Steht aber da. - Ich kann nicht lesen.
Gucken wir uns die Wohnung mal an.
Ich hab keine Zeit. - Anziehen.
Ich habe Termine. - Anziehen.
Wie wär's mit einem Daunenmantel? Bei eurem Gehalt...
Da kann man sich so was leisten. Wo ist das her?
Die Rechnung geht nicht auf.
Lieber teure Klamotten kaufen, die lange halten, als solche Sachen.
Hey, Madame! Sie gucken die Taschen an! Nehmen Sie sich eine!
Bedienen Sie sich! Nehmen Sie, was Sie wollen!
Nehmt alle, was ihr wollt!
Da ist Burberry dabei, Fendi... - Ja, hallo? Ja.
Wir brauchen Verstärkung.
Bei Fitoussi, die Beschlagnahmung. Ja.
Hier ist so viel Kram. Komm mit einem Transporter.
Ein Kangoo. Oder zwei.
Wie viel kommt denn da noch?
Dritte Etage.
Wo sind wir hier?
Ist echt schön hier.
Zu wem gehen wir?
Sie können da nicht einfach rein. - Weitergehen!
Das können Sie mir nicht anhängen!
Was für eine abgefahrene Bude!
Nein!
Hier sind ja überall Säulen.
Waren Sie schon mal hier? - Kann ich mir nicht leisten.
Ah ja. - Natürlich.
So wohnen Anwälte. Sind wir bei einem Anwalt?
Komm mal. - Oder Politiker.
Hier wohnt doch jemand, Weynachter.
Hier wohnt jemand.
Wie sieht das aus, wenn der Eigentümer kommt?
Das fanden wir bei Ihnen, ja?
Die gleichen sich.
Ein Zufall? - Wie Sie wissen, kann ich nicht lesen.
Wo gibt es da was zu lesen?
Weiß nicht. Ist doch ein Grundriss.
Zeigt das 'nem Architekten oder so.
Alles klar. Und das hier? Diese Muster.
Sind das Ihre? - Nein.
Wessen dann? - Was weiß ich?
Das hier ist nicht Ihre Wohnung? Bei wem sind wir?
Ihr wisst genau, wer hier wohnt.
Ihr wollt mich nur reinlegen. Haltet mich nicht für dumm.
Bitte? - Haltet mich nicht für dumm.
Du weißt genau, dass das nicht mir gehört.
Deine Pläne sind mir egal.
Alles klar.
Was ist das? - Weiß nicht. Was denn?
Gehört das dir? - Nein. Das sind Tüten, sieht man ja.
So was haben wir nicht eben bei dir eingesackt?
Nein, ja, vielleicht, weiß nicht. Das gehört mir nicht.
Das beweist doch nix.
Das gehört nicht mir. Das kann jeder gekauft haben.
Wem gehören die? - Weiß ich doch nicht!
Woher soll ich das wissen?
Ihr...
Ihr habt doch nicht die Tüten von mir zu Hause hier deponiert?
Wollt ihr mich mit der Masche drankriegen?
Da hätte ich euch mehr zugetraut. Echt jetzt, Leute.
Ich sehe diese Wohnung zum ersten Mal. Und diese Tüten auch.
Keine Ahnung, die gehören nicht mir. Das ist doch Quatsch hier.
Guckt mich nicht so an.
Das ist nicht meins! Kann dieses Gesicht lügen?
Lüge ich? Ich lüge nicht! Das ist die Wahrheit!
Ihr macht einen Fehler!
Mit Absicht, aber das ist falsch! Das ist nicht meine Wohnung!
Chef?
Das hier ist interessant.
Das sind Sie doch.
Nein. Sieht gar nicht aus wie ich.
Das mit dem Käppi sind Sie. - Nein, gar nicht.
Und hier? Das sind Sie als Kind, oder nicht?
Hier steht "Fitoussi". Sind Sie das etwa nicht?
Oder ein anderer? - Fitoussis gibt es viele.
Wir sind also in einer Wohnung, die nicht Ihre ist,
und doch haben die Leute Fotos von Ihnen hier.
Verrückt, oder? - Beängstigend.
Ja. - Es gibt Psychopathen...
Es reicht, kapiert?
Es reicht. Halt jetzt die Klappe. Halt die Klappe.
Nehmt ihn mit.
Ich finde raus, wie du das bezahlt hast.
Glaub mir. Ich find's raus.
Ich möchte über die Wohnung reden, Monsieur Fitoussi.
Wie haben Sie die bezahlt? - Wie gesagt, sie gehört mir nicht.
Ich nutze sie über die Firma eines Freundes.
Wer ist der Freund, und wer ist die Firma?
Wie heißen die? - Das steht doch in Ihren Papieren.
Da? - Ja, genau. Safran.
Die Firma heißt Safeer. - Safeer?
Ja, die machen Beratung im Bereich Telefon...
Die beraten Firmen in...
In der Mobilfunkbranche. - Ah ja.
Ich bin schon lange im Telefon-Business und arbeite mit denen, ist ganz normal.
Oder? - Sie ist in Dubai registriert.
Auf Hussein Belkir. Wer ist das? - Wie heißt der?
Hussein Belkir. Ist das Ihr Freund? - Nein. Ich kenne den nicht.
Ich kenne Hussein Belkir nicht. Wer ist das?
Was hat es mit den Karten auf sich?
Das... - Stecken Strohmänner dahinter?
Nein, das ist Fake. - Wer steckt hinter den Karten?
Das sind nur irgendwelche Namen. Ich wollte Frauen beeindrucken.
Irgendwelche? - Mit vielen Konten.
Mit vielen Konten? Gut, Monsieur Fitoussi...
Wir hören Sie seit Monaten ab.
Kürzen wir das ab. Ich kenne Ihre Show auswendig.
Ich frage Sie noch einmal:
Stecken hinter diesen Karten...
Strohmänner?
Hallo?
Hallo?
Die in Dubai sind echt die Besten. Sie kooperieren gar nicht.
Wir haben alles probiert, Bercy, Außenministerium, aber vergeblich.
Also können Gauner wie Fitous Millionen auf ihren Banken parken,
ohne dass die jemals eine Frage stellen.
Dubai ist eine Steueroase in der Wüste geworden,
ein schwarzes Loch.
Wir müssen das anders angehen.
Bredono...
Ich habe Infos eingeholt.
Bredono ist eine neue polnische Handelsbank,
die sich vor allem auf westliche Länder konzentriert.
Vor allem Deutschland und Frankreich. - Waren die schon mal in was verwickelt?
Dazu habe ich keine Meldung. Tracfin hat nichts über sie.
Bredono verhält sich korrekt,
weil sie Filialen in Frankreich eröffnen wollen.
Wenn du ihnen Angst machst, kooperieren sie.
Ich schicke dir den offiziellen Antrag. - Gut.
Tschüss, danke.
Fitous hat so viele Konten,
dass er selbst nicht mehr weiß, wo sein Geld ist.
Er macht Fehler. Polen ist in Europa.
Das ist nicht Dubai. Sie müssen kooperieren.
Wir konnten Fitoussi nur 48 Stunden in Gewahrsam behalten.
Länger nicht.
Das wusste er nur zu gut. Also erzählte er diesen Quatsch.
Er spielte auf Zeit, erzählte nur Blödsinn.
Wie immer.
Er war zufrieden mit seiner Darbietung.
Wir mussten ihn wieder gehen lassen. Unter richterlicher Aufsicht.
Doch wir hatten eine vielversprechende Spur:
die polnische Kreditkarte, die man zufällig bei ihm fand.
Guten Tag. - Tag. Ich bin Monsieur Attias' Anwalt.
Okay, ich muss jetzt auflegen. Tschau.
Was ist los? - Sie haben Fitous.
Sie haben Kreditkarten, die er auf den Philippinen nutzte.
Scheiße.
Er rief mich heulend an. Meinte, er hat nix gesagt.
Seid ihr bescheuert? Ihr werdet abgehört. Haltet die Klappe!
Die Handys nicht. Die Karten sind aus Hongkong.
Scheiße, ich hab keine Zeit für so was!
Echt schön hier.
Hast dich nicht lumpen lassen.
Wird der Zoll hier was finden?
Nein, mein Name taucht nirgendwo auf. Sie werden nichts finden.
Wenn sie dich verhören,
bleibst du bei deiner Geschichte vom Betrogenen.
Die Tunesier manipulierten dich. Du hast nichts gecheckt.
Sag, du dachtest, das wäre eine Sache mit unterschiedlichen Steuersätzen.
Wie lange kann man Verfahren verzögern?
Beschwerden, Verweisungen,
Verfahrensfehler, Berufungen, Revisionen...
Für gewöhnlich sechs, sieben Jahre.
Zehn, wenn du freundlich fragst. - Bis dahin bin ich tot, mein Freund.
Außerdem kennen wir ja Richter.
Du stehst gut mit Freimaurern. - Das ist Quatsch, Jérôme.
Was sollen die Freimaurer vor Gericht machen?
Dein Problem ist Weynachter, der Zoll.
Da läuft was schief zwischen euch. - Alter.
Bin ich seine Lebensaufgabe, oder wie? Was will er? Meinen Arsch?
Scheiße.
Wir sind hier nicht die Bösen.
Was ist das wieder für ein Bademantel?
Der ist doch spitzenmäßig.
Komm, ich muss mich anziehen.
Und Julia? Stellt sie viele Fragen? - Sie hat alles durchschaut.
Sie ist gefährlich. Das finde ich so heiß.
Sie hat die Wohnung gefunden. - Hör mal, fahrt doch weg.
Damit Gras über die Sache wächst. Wir brauchen alle Urlaub.
Warum sagst du das?
Willst du die Wahrheit? - Worüber?
Über das Chaos, in das du dich mit dem CO2 manövriert hast.
Es ist ganz einfach. - Halt.
Ich bezahle dich, damit die Wahrheit nie ans Licht kommt.
Jérôme, fahr nach Tel Aviv, mach Alija. Mit neuer Identität findet dich keiner.
Mit Israel gibt es kein Auslieferungsabkommen.
Dort gilt das Rückkehrrecht. So gewinnen wir 20 Jahre.
Du wirst braun, erfreust dich am Geld, trinkst Mojitos...
Was soll ich denn in Tel Aviv? Da gehe ich doch ein vor Langeweile.
Hast du lieber zehn Ermittlungen am Hals?
Klar.
Zumindest lerne ich neue Leute kennen. Gangster und Ganoven.
Es ist immer was los. - Jetzt spinnst du komplett.
Nein.
Ich amüsiere mich.
Apropos... Du meintest, du machst mit Julias Freunden Geschäfte.
Was sind das für Kerle? - Meine neuen Business Angels?
Mit denen ist nicht zu spaßen. Echte Spaghettifresser aus dem Milieu.
Echte Mafiosi. Sie haben schon fünf Millionen überweisen.
Was hast du ihnen versprochen? - 30 % in sechs Monaten.
Unmöglich. - Wer genau sind die?
Alter...
Das war echt wie im Film.
Und die willst du auch übers Ohr hauen? Drehst du völlig durch?
Willst du Gangstern was von Geldwäsche erzählen und abhauen?
Hältst du die für dumm?
Jérôme, das ist doch nicht deine Welt! Du bist kein Gauner.
Ich musste dringend was bezahlen.
Ich hab das im Griff. - Gar nichts hast du!
Sie nehmen dir alles weg! Das ist nicht die Börse.
Ja?
Das hoffe ich auch, denn an der Börse sind die echten Diebe.
Hast du die Subprime-Sache gesehen? Banker sind die echten Gangster.
Vamos!
Laber mich nicht voll. Gibt's einen Helikopterlandeplatz?
Ich fliege nach Nassau.
Wenn ich einen Scheißkahn nehmen muss...
Ich ließ acht Millionen an ihrem Tisch.
Echt jetzt, Fitous hat die gekauft!
1,8 Millionen!
Eine Jacke für 100.000?
Er hat gleich zwei gekauft!
15 Millionen pro Hütte!
100.000 für 'ne Jacke?
100.000 Mäuse, der Hammer! Ich piss mich weg.
Ich shortete alle Aktien. Damit rechnete er nicht.
Elf Millionen, die er wegen mir vergessen kann!
Unfassbar. Außerdem fand ich die Jacke scheiße.
Wir erwischten ihn mit Freunden vor einer Shisha-Bar.
Wir hatten Kallil Barassa überwacht.
Sehen Sie mal, wer bei ihnen war.
Ahmed Alawi, organisierte Kriminalität. Drogenhandel im Großraum Paris.
Marokko auch. Riesensache.
Und hat Kallil den Kontakt hergestellt? - Das vermuten wir.
Sie kommen aus der westlichen Vorstadt.
Drogenhändler wissen nicht, wohin mit ihrem Geld.
Sie sehen Attias im Internet, den Finanzbetrüger,
der ihnen an der Börse Kohle machen kann.
Da sagen sie sich, mit ihm erschließen sie
neue Wege der Geldwäsche.
Oder sie denken, sie können ihn um seine CO2-Milliarden erleichtern.
Nein? Meinen Sie nicht?
Chef, wir haben was bei den Karten. - Ich komme.
Super.
Bredono hat geantwortet,
die polnische Bank von Fitous' Kreditkarte.
Safeer, die Firma auf der Karte,
wurde von 'ner neuen französischen Firma für Offshore-Firmen gegründet:
ICS Invests.
Was ist das genau? - Die machen was ganz Neues.
Sie bieten einen Service zur Steueroptimierung im Ausland an.
Man muss nicht mal hinreisen.
Und wer ist der Chef von ICS, der Offshore-König?
Nein, wer? - Ein Cousin von Fitous, David Serfati.
Wir hören ihr Büro ab.
Manu gibt seit einer Woche vor,
für einen diskreten Geschäftsmann zu arbeiten.
Welchen Namen habt ihr benutzt? - Miller. Philippe Miller.
Wir machen Folgendes:
Ich rufe ICS Invests an.
Ich gebe mich als Philippe Miller aus.
Wir zeichnen alles auf.
So machen wir das.
Ja, hallo? - Hallo, Madame Toledano.
Ich reiche Sie an Monsieur Miller weiter.
Ja, hallo. Endlich hören wir uns mal. Das ist doch schön.
Ja, guten Tag, Ihr Mitarbeiter sagte, Sie hätten Fragen
zur Gründung der Firma.
Ja, ich war tatsächlich besorgt wegen der Kontoeröffnung in Polen.
Sie müssen für die Kontoeröffnung nicht nach Polen fahren.
Nicht bei Bredono in Warschau.
Wenn Sie in Hongkong eins eröffnen, müssen Sie jedoch vor Ort sein.
Aber ich muss doch in Ihr Pariser Büro,
um meine Kreditkarten zu holen, die USB-Sticks, die Token...
Um zu unterschreiben und so, nicht? - Nein. Sie müssen nicht herkommen.
Schicken Sie eine Vertrauensperson, und wir kümmern uns um alles.
Und was ist mit den Kontoauszügen? - Die Kontoauszüge bleiben bei uns.
Das ist diskreter. - Okay.
Für Sie soll die größtmögliche Anonymität gewährleistet sein.
Auf der Kreditkarte erscheint der Name Ihrer Offshore-Firma.
Sie können damit an Automaten abheben
oder in Restaurants und Läden zahlen.
Und was die Herkunft der Gelder angeht, welche Unterlagen verlangt Bredono da?
Die sprechen mit uns. Sie treten bei ihnen nicht in Erscheinung.
Auf den Unterlagen steht nur Ihre Firma.
Aber das ist keine Steuerhinterziehung?
Nein, nein, es ist eher eine Art Steueroptimierung.
Es geht darum, Ihre Einkünfte oder Teile des Umsatzes da zu verwahren,
wo die Steuersysteme interessanter sind.
Und den offiziellen Geschäftsführer der Firma stellen Sie auch?
Ja, wir haben dafür Leute in unterschiedlichen Ländern.
Die nennt man "Strohgeschäftsführer".
Wir sagen "offizielle Geschäftsführer".
"Strohgeschäftsführer" ist etwas... - Ja, ja, klar, "offizielle"...
Und wenn auf dem Konto Geld verbleibt, das ich nicht ausgebe?
Wir können Ihr Geld anlegen,
etwa in eine Immobiliengesellschaft, um eine Wohnung zu kaufen.
Die Gesellschaft gehört offiziell nicht Ihnen,
sondern einer Offshore-Firma, die wir gründen.
Damit ist die Wohnung nicht pfändbar.
Und wenn ich eine große Menge Geld nicht versteuern will?
Das ist gar kein Problem.
Deshalb die polnische Bank.
Sie respektiert die Privatsphäre ihrer Kunden.
Okay. Madame Toledano, vielen Dank.
Ich melde mich sehr bald wieder. - Kein Problem. Auf Wiederhören.
Justizzollbehörde, guten Tag. - Tag.
Justizzollbehörde. - Tag.
Tag. - Kann ich Ihnen helfen?
Kennen Sie eine dieser Personen?
Tag. - Tag.
Der rechts ist mein Cousin. - Alain Fitoussi?
Haben wir telefoniert?
"Offshore für alle", das ist doch hier, oder?
Haben wir telefoniert, Madame?
Madame? - Ja, Monsieur... Monsieur Miller.
Ganz genau. Haben wir telefoniert?
Das wird Ihnen gefallen.
Bredono-Bank.
Interessant war,
dass die Karte und die Immobiliendokumente
mit derselben Offshore-Firma in Verbindung standen: Safeer.
Die Polen sagten, dass Safeer in Frankreich gegründet wurde,
von einer windigen Steueroptimierungsfirma,
die einem Cousin von Fitoussi gehörte und ICS hieß.
Wir fanden heraus, dass ICS
die Kontoauszüge ihrer Gaunerkunden in ihren Büros in Paris aufbewahrte.
Zum ersten Mal hatten wir es nicht mit einer Bank in Dubai zu tun,
die nicht kooperieren wollte.
Die Kontoauszüge,
die sonst durch das Bankgeheimnis geschützt sind,
hatten wir mit einem Mal vor uns.
Hier ist alles. Die Namen der Firmen, die eigentlichen Kunden.
Sogar die Strohmanager. Wie Weihnachten. - Steht Fitoussi drin?
Was stand auf der Karte? - Safeer.
Zeig mal. - Safeer...
Safeer... Hier ist es.
Safeer.
Also, Fitoussi steht natürlich nicht da,
aber da ist der Strohmann in Dubai mit einem Konto in Polen bei Bredono.
Da ist die Bredono von der Karte.
Und hier sind die Kontoauszüge. Unglaublich.
Gab's Zahlungseingänge seit dem Betrug? - Äh... Ja.
Da wären 550.000 Dollar,
überwiesen von der Firma A Concept von einem Konto in Zypern,
und 2,31 Millionen von der Firma Carlota mit einem Konto in Hongkong.
Das muss das Geld für die Wohnung im 16. sein.
A Concept, Carlota, Safeer.
Zwei der Firmen stehen
auf unserer Betrugsskizze auf der Tafel.
Und beide haben Geld auf Fitous' polnisches Konto überwiesen.
Zum ersten Mal haben wir eine direkte Verbindung
zwischen einem der Betrüger,
einer Scheinfirma...
und dem CO2-Geld.
Und das nur, weil er noch einen Schal wollte.
Das war's.
Wir haben ihn.
Wissen Sie, was Fitoussi am nächsten Tag gemacht hat?
Er hat sich aus dem Staub gemacht. Nach Israel.
Hatte er kein Ausreiseverbot?
Ein Auto, ein Nachbarland, ein Privatjet,
Bargeld und, zack, sind Sie verschwunden.
In Israel konnte er sich einen neuen Namen geben, Alija machen.
Alija bedeutet schließlich "spiritueller Aufstieg".
Bestimmt war das Fitous' Vorhaben.
"Spiritueller Aufstieg".
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